Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Die toten Frauen von Juárez

Die toten Frauen von Juárez

Kriminalroman

buch
EUR 19,95 *
auf Merkliste

versandkostenfrei

Sofort lieferbar

Artikel weiterempfehlen

Wird oft zusammen gekauft

EUR 14,95 *

Zusammen jetzt für
34,90

jetzt beide kaufen

Kunden, die Die toten Frauen von Juárez gekauft haben, kauften auch:

Artikeldetails zu Die toten Frauen von Juárez

AutorSam Hawken

Untertitel Kriminalroman

  • ISBN-103-608-50212-2
  • ISBN-139783608502121
  • Verlag Klett-Cotta
  • ReiheTropen bei...
  • ÜbersetzerJoachim Körber
  • Einbandartgebunden
  • Seiten316
  • Auflage1. Auflage
  • Veröffentlicht15.03.2012
  • GenreKrimi
  • Gewicht533g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelThe Dead Women of Juárez

Mehr Artikel von

Leseprobe aus Die toten Frauen von Juárez

Erster Teil

Bolillo

e i n s

»Boxen, das heißt verrauchte Sporthallen und Nieren, die geschlagen werden,
bis sie bluten«, hat Roger Kahn geschrieben, aber in Mexiko blutete alles im
Ring. Von den Schmerzen ganz zu schweigen.

Als Kelly Courter noch in den Staaten gekämpft hatte, war er im Weltergewicht
angetreten, doch jetzt kämpfte er nicht mehr in den USA, und er war schwerer
geworden. Ganz gleich, wie viel er schwitzte und hungerte, aus der
Mittelgewichtsklasse kam er nicht mehr heraus. Dem Zuschauer, der die Kohle
hinblätterte, war das egal. Unter Druck hätte er vermutlich von »fairen« Kämpfen
gesprochen, aber in Wahrheit handelte es sich um reine Prügeleien ohne
Gewichtsklassen oder Regeln, abgesehen vom Geld, das den Besitzer wechselte.

Der mexikanische Junge war schlanker und kräftiger als Kelly, aber genau
darum ging es ja: Kelly sollte bloß der Punchingball des anderen Boxers sein.
Die Mexikaner sahen gern zu, wie La Raza einen Weißen fertigmachte. Und wenn der
Weiße obendrein aus Texas kam, wie Kelly, umso besser.

Sie umkreisten einander. Kellys Blut besudelte die Zeltplane, er hatte eine
Platzwunde über dem rechten Auge und seine Nase tropfte. Vidal, der Cutman in
Kellys Ecke, hielt nicht besonders viel von Adrenalin, und Druck allein stoppte
die Blutung nicht. Aber die Menge wollte den bolillo sowieso bluten
sehen.

Kelly ließ die Fäuste fliegen, um den Jungen auf Distanz zu halten. Er
landete einen Treffer, aber seine Schläge hatten nicht genügend Wucht, dass sich
der Ausgang des Kampfes hätte ändern können. Seine Schultern brannten, ein
Wadenkrampf kündigte sich an. Zu Beginn des Kampfes war er herumgetänzelt, aber
inzwischen schlurfte er nur noch.

Sie schlugen abwechselnd aufeinander ein. Kelly bekam die gerade Rechte des
Jungen auf den Wangenknochen; als sein Kopf nach hinten geschleudert wurde,
hörte er die Halswirbel knacksen. Er traf seinen Gegner in die Rippen, doch die
anschließende Linke ging ins Leere. Und dann rückten sie wieder voneinander ab
und umkreisten einander. Wenn es Kelly gelang, den Kampf in der Mitte des Rings
zu halten, könnte er sich vielleicht sechs Runden auf den Füßen halten.

Der Gong ertönte. Die Menge war zufrieden. Unter den Ringscheinwerfern
schwebte dicht und grau wie ein Schleier eine Schicht Tabakrauch.
Vidal
wischte das Blut von Kellys Gesicht und drückte ein eisgekühltes Tuch auf die
größte Wunde. In der anderen Ecke redete der Trainer dem Mexikaner gut zu und
versorgte ihn, wie es sich eigentlich gehörte, mit kalten Kompressen und
Adrenalinhydrochlorid. Kelly stand kein Trainer zur Seite, denn so wichtig war
er nicht, er war nur das Opfer. Vidal hatte einen zehnjährigen Jungen dabei, der
sich um den Eimer kümmerte und Kellys Mundschutz kühlte. Kelly bezahlte beiden
zehn Mäuse pro Runde.
»Kannst du was wegen meiner Nase machen?«, fragte er
Vidal, als der Mundschutz draußen war. »Ich kann nicht richtig atmen.«
»Dann
lass dir eben nicht mehr ins Gesicht schlagen«, antwortete Vidal, schob Kelly
aber ein saugstarkes Wattestäbchen in das linke Nasenloch und tupfte noch einmal
das Blut ab. »Hier, zieh das hoch.«
Kelly schniefte, der Geruch von Alkohol
und Blut breitete sich in seinen Stirnhöhlen aus. Ihm wurde übel. Der Junge
hielt den Plastikeimer hoch. Aber Kelly spuckte nur hinein, statt sich zu
übergeben.
»Schaffst du es?«, fragte Vidal.
»In welcher Runde sind
wir?«
»Du kannst dich jetzt jederzeit fallen oder zu Boden schlagen
lassen.«
»Er kann mich zu Boden schlagen.«
»Dann bist du dumm.«
Der
Gong ertönte. Vidal riss das Wattestäbchen grob aus Kellys Nase, doch sie fing
nicht wieder an zu bluten.
Der Kampf war keine große Sache: An die vierzig
Männer standen um den Ring herum, der Raum war eng. Alle hatten etwas zu trinken
und rauchten jede Menge Zigarren. Alte mexikanische Gesichter, Runzeln,
Doppelkinne, dunkle Augen, die im Schatten eines Kampfes noch dunkler wurden,
sodass ein Kämpfer, der über die Seile hinausschaute, nur dutzende tote,
regungslose Löcher erblickte.

»Délo a la madre!«
Gib ihn der Mutter. Frei übersetzt hieß das:
Tritt ihn in den Arsch. Der mexikanische Junge stürzte sich sofort auf
Kelly, sein erster Schlag traf ihn brutal. Vielleicht war Kelly abgelenkt,
vielleicht auch langsamer, als er geglaubt hatte, jedenfalls ging der Hieb
zwischen seinen Händen hindurch und traf ihn mitten auf die Stirn. Der Treffer
hätte ihn nicht so erschüttern sollen, doch er tat es.

Kelly wich einen Schritt zurück. Ein linker Haken erwischte ihn kalt, die
rechte Kombination an den Oberkörper schüttelte ihm die Eingeweide durch. Er
hielt die Hände hoch, aber nicht dorthin, wo sie sein sollten, daher schlug ihn
der Junge links-rechts, links-rechts, und er ging zu Boden, während die alten
Männer beim Anblick des Blutes johlten.

In den Staaten hätte der Ringrichter eingegriffen, als Kellys Kopf auf dem
Boden aufprallte, aber dies waren nicht die Staaten. Kellys Nase blutete wieder
wie ein Sturzbach. Der mexikanische Junge stand über ihm. Ein weiterer Schlag
kam von oben herab und löschte bei ihm alle Lichter aus. Erst dann ertönte der
Gong. Der Ringrichter hob die Hand des mexikanischen Jungen hoch, und Kelly
Courter wurde für jeden im Raum unsichtbar.

zwei

Möglicherweise gab es eine Garderobe in der Arena, aber nicht für
bolillos. Für Kelly und Vidal hatte man einen Winkel im hinteren Teil der
Herrentoilette reserviert. Während betrunkene viejos ein und aus gingen
und regen Gebrauch von der Pissrinne machten, half Vidal Kelly, das Klebeband
von den Fäusten zu lösen und sich umzuziehen. Er säuberte Kellys Gesicht so gut
er konnte, aber er war Cutman und kein Arzt.

Feuchtigkeit ließ die grüne und weiße Farbe von den Wänden abblättern. Die
Männer lachten und beleidigten Kelly auf Spanisch, weil sie glaubten, dass er
sie nicht verstehe, doch er verstand sie sehr gut. »Sein Gesicht sieht aus wie
ein Teller frijoles refritos«, sagte einer der alten Männer. Kelly hätte
darauf etwas erwidern können, sah sich jedoch im Spiegel und wusste, dass sie so
falsch nicht lagen; der mexikanische Junge hatte ihm die Fresse poliert.

Vidal drückte mit den Daumen von beiden Seiten auf Kellys Nase, bis der
Knorpel knirschte. Ein stechender Schmerz bohrte sich in Kellys Stirn, und
nochmals, als Vidal Klebeband über den Nasenrücken zog, damit alles an Ort und
Stelle blieb. Kelly würde eine ganze Weile mit zwei Veilchen herumlaufen.

Ortíz kam herein. Der Raum stank nach Urin und Scheiße. Kein Hauch frischer
Luft in diesen vier Wänden. Ortíz sah aus, als würde er sich in so einer
Klitsche nicht einmal die Hände waschen, selbst wenn das Becken funktioniert
hätte. Er holte ein Bündel amerikanischer Banknoten aus der Jackentasche und
zählte zweihundert Dollar ab.»Was hältst du von Federico?«, fragte er.

Kelly gab Vidal zwei Zwanziger. Der alte Mann steckte das Geld ein und packte
zusammen. »Ich finde, er schlägt hart zu«, sagte Kelly.
»Oh ja«, stimmte
Ortíz zu. »Ohne Handschuhe könnte er einen töten.«
»Dann kann ich ja von
Glück sagen, dass er welche anhatte.«
Draußen vor der Toilette drehte die
Menge wieder auf. Kellys Kampf war nicht der einzige, der auf der Tagesordnung
stand, doch die anderen Kämpfe trugen die Bohnenfresser unter sich aus. Jetzt,
da die Zuschauer Blut gewittert hatten, würden die Wettgeschäfte wie geschmiert
laufen.
»Soll ich dir ein Taxi rufen lassen?«, fragte Ortíz.
»Ich will
kein Geld zum Fenster rauswerfen.«
»He, das geht auf mich, Kelly.«
Vidal
war schon zur Tür hinaus. Kelly stand auf. Seine Reisetasche und das Jackett
befanden sich in einer Kabine mit kaputter Toilettenschüssel. Ortíz' Geld
verschwand in Kellys Tasche. »Du hast mich schon bezahlt. Und ich bin kein
Scheißkrüppel«, sagte Kelly. »Ich find allein raus.«
»He, amigo«,
sagte Ortíz, »nächsten Monat hab ich vielleicht was für dich, wenn deine Knochen
bis dahin wieder heil sind. Soll ich dir Bescheid geben?«
In einem Monat
würden die Platzwunden verheilt, die Blutergüsse abgeschwollen sein. Und das
Geld wäre verschwunden. Die einzige unveränderliche Konstante war die Nachfrage
nach Gringoblut.
»Ja, okay«, sagte Kelly und ging.

Es war heiß und noch hell auf der Straße. Kelly hätte gleich ins Bett gehen
können. Die Leute, die nichts mit den Kämpfen zu tun hatten - zu anständig, um
Interesse aufzubringen oder zu gebildet, um es zuzugeben -, verstanden nicht,
was ein Kämpfer im Ring alles gab. Jeder Schweißtropfen hatte seinen Preis,
genau wie jeder Schlag, den man austeilte oder einsteckte. Kelly war erschöpft,
er hatte alles gegeben.

Er ließ die Boxer-Absteige hinter sich. Alte Autos standen auf beiden
Straßenseiten dicht an dicht an den bröckelnden Bordsteinen. Neben dem Eingang
klebten reihenweise Plakate für die Kämpfe. Kelly konnte die Zuschauer noch hier
draußen brüllen hören.

Er besaß kein Auto, weder alt noch neu. Vor fünf Jahren war er mit einem
schiefergrauen Buick von El Paso hierhergefahren und hatte ihn für hundert Mäuse
und etwas mexikanischen Stoff verkauft. Da war Kelly schon so kaputt gewesen,
dass ihm der culero nur die Hälfte des vereinbarten Preises bezahlt und
er es erst bemerkt hatte, als es zu spät gewesen war. Und darum ging er jetzt zu
Fuß, die Tasche auf dem Rücken, und hielt das geschwollene Gesicht gesenkt.

Zwei Häuserblocks weiter blieb er stehen und beschloss, etwas von seinem Geld
auszugeben. Eine kleine Bar, aus deren Musikbox norteño schallte, lockte
Kelly hinein. Er trank sechs Flaschen Tecate, das linderte die Schmerzen ein
wenig. Der Alkohol brannte auf einer Wunde in seinem Mund. Er war der einzige
weiße Mann in der Bar, alle anderen waren Bohnenfresser, die mit ihren bloßen
Händen in der Sonne oder mit Maschinen in den maquiladoras arbeiteten.
Sie beachteten Kelly gar nicht, was ihm nur recht war.

»Oye«, fragte Kelly den Barkeeper. »Weißt du, wo ich etwas
motivosa finden kann? Entiende?«
Der Barkeeper wies ihm den Weg
mit dem Finger. Die Bar war lang und schmal, Ketten von Weihnachtslichtern mit
großen Glühbirnen bildeten den größten Teil der schummerigen Beleuchtung.
Plakate für die corridas, die Stierkämpfe, hingen an den Wänden, zusammen
mit Bildern und Nummernschildern und allem, was man an einem Nagel aufhängen
konnte. Nischen mit hohen Rückenlehnen erstreckten sich bis zu den
baños.
Kelly sah in jede Nische, bis jemand seinen Blicken nicht
auswich. Er stellte zuerst die Tasche ab und setzte sich dann daneben.
»Motivosa«, sagte er zu der Frau.
»Wie viel suchst du?«, fragte die
Frau. Sie war dick und trug keinen BH, dafür aber ein unvorteilhaftes rosa
Oberteil, das zu viel Arm und Halsansatz zeigte.
Kelly legte zwei von Ortíz'
Zwanzigern auf den Tisch. »So viel.«
Die Frau nahm Kellys Geld und steckte es
in die Bluse. Dann zauberte sie ein flaches Plastiktütchen Gras unter dem Tisch
hervor. Kelly steckte es weg. »Du bist der weiße Mann, den sie gern in el
boxeo verprügeln, hm?«, fragte die Frau.
»Und wenn?«, fragte
Kelly.
»Wenn du das nächste Mal hier bist, komm zu mir.«
»Wozu?«
Die
Frau lächelte. Sie hatte ebenmäßige weiße Zähne. Kelly begriff, dass sie unecht
waren. »Ich mag boxeadores«, sagte sie. »Wenn du das nächste Mal
herkommst, verwöhne ich dich ein bisschen zur Entspannung.«
Kelly stand auf.
»Dafür habe ich das Gras.«

Kelly Courter war kein gutaussehender Mann. Er hatte schon hässlichere
gesehen, innerhalb wie außerhalb der Kämpferszene, aber ein Model war er nicht
gerade, was ihn allerdings nicht weiter störte. Kellys Nase hatte einen Höcker
und stand etwas schief. Auch ohne Veilchen sah er immer müde aus, weil er sich
immer müde fühlte; sein Körper war älter als er selbst.

Mit dreißig kam er sich wie ein Großvater vor, wenn er morgens aus dem Bett
stieg - nichts als Schmerzen, ächzende Gelenke, verkrampfte Muskeln -, und am
Tag nach einem Kampf fühlte er sich noch schwächer. Er war zu dick, und die
Haare fielen ihm aus, daher rasierte er sich einmal im Monat Gesicht und Kopf
und ließ ansonsten alles wachsen.

Er lebte in einem Apartmenthaus zehn Minuten vom Grenzübergang nach Texas
entfernt. Nur wenige Meilen, eine Polizeisperre und ein meistens ausgetrocknetes
Flussbett trennten Ciudad Juárez von El Paso. Wenn er mit geschlossenen Augen in
Juárez auf einer Straße stand, nur den spanischen Worten und dem Verkehrslärm
lauschte und den Abgasgestank roch, konnte er sich leicht vorstellen, dass es
sich um die gleiche Stadt handelte, aber Kelly ging nie in den Norden.

Ein Balkon aus Beton gehörte zu seinem Apartment. Dort hatte Kelly einen
schweren Sandsack hängen, benutzte ihn aber so gut wie nie. Für Ortíz'
Kundschaft musste er nicht in Form sein oder seine Fähigkeiten verbessern, er
musste nur mit dem mehr oder weniger richtigen Gewicht erscheinen und sich
zusammenschlagen lassen. Das schaffte er. Das war ihm geblieben.

Er verstaute seine Sachen im Schlafzimmer und ging, da es windstill war, auf
den Balkon, um sich eine Tüte zu drehen. Dort saß er, mit einem gesprungenen
Teller als Aschenbecher, in einem alten Klappliegestuhl und hatte eine
wunderbare Aussicht auf eine maquiladora, die Autositze für GM
herstellte. Tag und Nacht kamen die Sitze vom Fließband und wurden für den
Rücktransport über die Grenze in Lkw-Container verladen. Die Löhne begannen bei
einem Dollar pro Stunde und hörten auf, ehe die Marke von drei überschritten
wurde.

Mexikanisches Gras, das man abseits der Touristenbezirke kaufte, war immer
besser als das, was man auf der anderen Seite bekam. Ein paar Kanadier hatten
Kelly einmal gesagt, dass ihr Marihuana erste Klasse wäre, doch das glaubte er
nicht. Ob man es nun malva, chora oder nalga de angel nannte, in
Mexiko bauten sie das beste Dope an; wenn Kelly acostarse con rosemaria
ging, mit Rosemaria ins Bett, dann so, wie es südlich der Grenze üblich war.

Das Marihuana wirkte wohltuend. Er spürte nicht einmal mehr den Herzschlag in
der Nase. Kelly kickte die Schuhe weg und ruhte die bloßen Füße auf dem Beton
aus. Die Autositzmaquiladora war beleuchtet wie ein Paradewagen in Disney
World.

Früher hatte sich Kelly einmal auf härteren Stoff eingelassen und
Bekanntschaft mit der Nadel gemacht. Dabei war er geblieben, bis er nicht mehr
klar denken konnte und vier Wochen schwitzend, kotzend und schlotternd in einem
Krankenhaus in Juárez gelegen hatte. Als er wieder draußen und restlos pleite
war, schwor er sich, dass er den Dreck sein ganzes Leben lang nie wieder
anrühren würde, und daran hielt er sich. Jetzt beschränkte er sich auf
mota.

Das Gras machte ihn schläfrig, doch Kelly war diszipliniert; er rauchte den
Joint zu Ende, ehe er ins Bett ging. Er warf sich auf die Matratze, ohne sich
auszuziehen, zog die Decke über die Brust und schlief
ein.

drei

Über Nacht schwoll sein Gesicht an, und die Nase
sah noch windschiefer aus als sonst. Kelly richtete sie, so gut er konnte, unter
der lauwarmen Dusche und ließ frisches Blut den Ablauf hinabrinnen. Er
verschlang ein Monsterfrühstück, um die verlorenen Kalorien wettzumachen. Die
Schiebetür zum Balkon stand offen, er hörte die Sirene der Frühschicht. Auf die
arbeitende Bevölkerung von Juárez warteten Arbeitsplätze und Geschäftigkeit,
aber Kelly Courter hatte jetzt frei.

Er zog die Turnschuhe an, schloss ab und ging hinaus. Er sah keine
Menschenseele, alle waren bei der Arbeit. Die einzigen Leute in Ciudad Juárez,
die arbeitslos waren, waren die ganz alten und die ganz jungen, und manchmal
arbeiteten auch sie, wenn sich Geld verdienen ließ.

Weiter südlich waren die Menschen ärmer und die Lebensbedingungen
dementsprechend schlechter. Juárez ging es ein wenig besser, da es hier seit
1964 die maquiladoras gab: Fabriken, die einfach alles herstellten, von
Handtaschen bis hin zu Maschinenteilen, überwiegend für amerikanische Firmen.
Kelly benutzte, wie die meisten Kämpfer auf der mexikanischen Seite,
Boxausrüstung von Reyes, und auch die wurde voll und ganz in den
maquiladoras hergestellt.

Die Löhne in den Fabriken grenzten ans Sittenwidrige, und die
Lebenshaltungskosten lagen in einer Stadt wie Juárez höher als im Landesinneren.
Deshalb hatte auch Ciudad Juárez seine Elendsviertel und Drecklöcher in Form der
colonias populares, doch die maquiladoras verhinderten, dass sie
sich allzu sehr ausbreiteten. Die Luft war verschmutzt, die Stadt übervölkert.
Natürlich gab es Verbrechen und Tod - heute mehr denn je -, doch es gab auch
Parks und Schulen und asphaltierte Straßen. Dennoch verloren viele
maquiladoras Kunden oder verlegten die Produktion nach China, da nicht
einmal mexikanische Waren mehr billig genug für Supermarktketten wie Wal-Mart
waren.

Er hatte sich in Ciudad Juárez niedergelassen, weil es nicht sein Zuhause
war, ihn aber hinreichend daran erinnerte, und teils auch, weil es sich einfach
so ergeben hatte. Es war eine Zeit, in der sich alles veränderte, da die
blutrünstigen traficantes ihre Geschäfte immer weiter nach Norden und
Osten ausdehnten.

Er ging eine Meile, es wurden zwei. Er schwitzte, zog das Jackett aus und
band die Ärmel um die Taille. Sein Gesicht war durch Mütze und Sonnenbrille
verborgen, doch wer ihn genauer betrachtete, sah die Prügel, die er eingesteckt
hatte.

Kelly ging zu Fuß bis El Centro und ließ die Busse zugunsten der Beinarbeit
links liegen, obwohl sie in regelmäßigen Abständen an ihm vorbeirasten und ihn
in ihre heißen Abgaswolken hüllten. Kelly hatte seit dem Verkauf des Buick nicht
mehr am Lenkrad eines Fahrzeugs gesessen. Autofahren war sowieso für den Arsch,
besonders wenn so dichter Verkehr die Straßen verstopfte, dass er einfach
Häuserblock für Häuserblock an den Wagen und Bussen vorbeigehen konnte, die
dermaßen in der Sonne brieten, dass den Insassen der Schweiß in Strömen
herunterlief. Zu Fuß war er beweglicher. Zu Fuß war er frei. Er wollte weder
gefangen sein noch auf dem Präsentierteller sitzen, und Fußgänger schienen für
alle Motorisierten unsichtbar zu sein.

Sein Ziel war der El Club Kentucky. Er lief quer über die Straße und handelte
sich dadurch wildes Hupen und Fluchen ein. Unter dem grünen Baldachin der Bar
war es kühler, im Inneren sogar noch erträglicher. Schwere Holzbalken trugen die
hohe Decke. Ein paar Kronleuchter mit gelblichen, Kerzen nachempfundenen
Glühbirnen baumelten herab, doch für den größten Teil der Beleuchtung sorgten
die Lichter der Straße.

Um diese Zeit, mitten unter der Woche, herrschte kaum Betrieb. Kelly setzte
sich auf einen Hocker an der Bar aus nachgedunkeltem Eichenholz, die sich bis in
den hinteren Teil erstreckte. Im Fernseher lief fútbol, doch der
Bildschirm befand sich direkt über Kellys Kopf; selbst wenn er gewollt hätte,
hätte er das Spiel nicht verfolgen können.

Das Kentucky war fast hundert Jahre alt, aber in gutem Zustand, da es an
Kundschaft und Geld nicht mangelte. Es hieß, dass Bob Dylan schon hier getrunken
hätte und Marilyn Monroe auch. Das Interieur der Bar war so alt wie das Gebäude
selbst: groß, wuchtig, Holz und Glas und altersgraue Spiegel. Der Barkeeper war
ein alter Mann mit Schürze. Er brachte Kelly eine Flasche Tecate und eine kleine
Schale Limettenschnitze.

»Dónde está Estéban?«, fragte Kelly den Barkeeper.
»Quién
sabe?«, antwortete der Barkeeper.
Kelly gönnte sich einen Schluck Bier
und einen Limettenschnitz und wartete. Wäre es später im Jahr gewesen, hätte er
sich nach Eintrittskarten für Stierkämpfe erkundigt, billige Plätze gekauft und
an betrunkene turis­ tas weiterverscherbelt, die nicht wussten, dass sie
einfach reinspazieren und für weniger Geld bessere Plätze bekommen konnten.

Estéban kreuzte erst eine Stunde und zwei Bier später auf. Er ging an Kelly
vorbei, ohne ihn zu sehen, doch als Kelly seinen Namen rief, drehte er sich um,
als wäre er nicht im Geringsten überrascht. »He, carnal. Que onda?«,
fragte Estéban. »Wo bist du gewesen, Mann?«

Er setzte sich auf einen Hocker. Er war leichter und kleiner als Kelly, seine
Haut freilich von Natur aus und durch die Zeit in Strafgefangenentrupps auf der
amerikanischen Seite tiefbraun gebrannt. Er trug eine Sonnenbrille, nahm sie
hier drin jedoch ab. Kelly behielt seine auf.»Hier und da«, sagte Kelly.
»Ich hab nach dir gesucht.«

»He, ich bin nicht schwer zu finden. Was ist mit deinem Gesicht passiert?
Warst du wieder in el boxeo? Wann lernst du es endlich,
Mann?«
»Vermutlich nie«, sagte Kelly. »Was trinkst du?«
»Hast heute die
Spendierhosen an, hm? Ich nehme eine cerveza, wenn du bezahlst.«
Kelly
bestellte ein Tecate für Estéban und noch eins für sich. Der Barkeeper brachte
frische Limetten.
»Es ist dieser puto Ortíz«, beklagte sich Estéban
bei Kelly. »Die Leute, die er kennt ... mit dieser Welt solltest du nichts zu tun
haben.«
»Ich will nur boxen«, sagte Kelly. Er wünschte sich, Estéban würde
nicht darüber reden. »Ich will nicht mit dem Kerl ficken.«
»Wen er fickt, den
fickst du«, entgegnete Estéban.
»Das ist vollkommen sinnloses
Geschwätz.«
»Für dich vielleicht.«
Sie tranken. »Hast du sonst noch was zu
erledigen?«, fragte Kelly schließlich.
Estéban legte die Hand aufs Herz. »Was
denkst du, Mann? Glaubst du, nur weil ich ein paar Tage im Urlaub war, hätte ich
dich vergessen? Ich bin kein Arschloch; ich weiß, was Loyalität heißt.«
»Ich
hab den Kampf nur angenommen, weil ich dich nicht finden konnte. Die Miete
bezahlt sich nicht von selbst«, sagte Kelly.
»Ich war eine Weile unten in
Mazatlán, meiner Cousine bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen. Paloma und ich.
Du beleidigst mich, Mann.«
Kelly trank sein Bier aus. »Ich will nicht
streiten, ich will nur Arbeit.«
»Solche Arbeit, wie Ortíz sie dir
gibt?«
»Lass den aus dem Spiel.«
»He, schon gut«, sagte Estéban. Er
klopfte Kelly auf die Schulter. »Hör mal, ich bin wieder in der Stadt und habe
jede Menge für dich. Eigentlich wollte ich dich heute sogar anrufen und fragen,
ob du ein bisschen Zeug für mich transportieren kannst.«
»Was für
Zeug?
»Das übliche Zeug. Geh mir nicht auf den Sack, okay?«
Kelly
bestellte noch ein Bier beim Barkeeper. Er legte etwas Geld auf den Tresen, das
der alte Mann verschwinden ließ. Eine frische, vom Kondenswasser der Kühltruhe
überzogene Flasche Tecate wurde gebracht. »Okay«, wandte er sich an Estéban.
»Sag mir, wann und wo.«

vier

Nicht nur billige Fabrikware überquerte die Grenze von Ciudad Juárez in die
Staaten. Zu viele Lastwagen und zu viele Menschen bedeuteten auch zu viele
mögliche Verstecke für Drogen. Die Polizei gab sich größte Mühe, die Schmuggler
zu fassen, aber es war ein aussichtsloser Kampf. Schlimmer: Es war Routine.
Mittlerweile brachten die hartgesottenen traficantes, die in Städten wie
Mexico City das Sagen hatten, ihre Kämpfe und ihre Waffen bis nach Arizona, New
Mexico und Texas.

Estébans Produkt war Gras, aber von Zeit zu Zeit vertickte er auch ein wenig
gumersinda. Er wusste, dass Kelly von den harten Drogen weg war, daher
musste sich, wenn eine Lieferung Rohheroin kam, einer seiner einheimischen
Kuriere darum kümmern. Auf diese Weise zollte Estéban Kelly seinen Respekt, und
darum kamen sie so gut miteinander aus. Und natürlich wegen Paloma.

Kelly hatte eine Reyes-Sporttasche bei sich, Boxausrüstung oben, ein Kilo
Gras darunter. Als Mexikaner wäre er nie an den Grenzpolizisten mit ihren
Drogenspürhunden vorbeigekommen, aber einen Gringo würdigte hier kein Bulle
eines zweiten Blickes. Vielleicht nicht einmal eines ersten, wenn er so durch
den Fleischwolf gedreht worden war wie Kelly am Abend zuvor.

Er fuhr mit dem Bus nach Norden und ging den Rest des Weges zu Fuß in ein
Viertel, das so nahe an der Grenze lag, dass er die Lichter von El Paso klar und
deutlich erkennen konnte. In dieser Gegend war jede Nacht Party angesagt, da
weiße junge Männer, der Touristenabschaum, durch die Striplokale und legalen
Bordelle zogen und sich dabei immer mehr betranken, bis sie ohne einen Cent
zurück über die Brücke torkelten, weil man ihnen Geldbörsen und Taschen
leergeräumt hatte.

Die Leute hier kannten Kelly; jedenfalls gut genug, dass sie ihn durchließen
und nicht versuchten, ihm falsche kubanische Zigarren, Blumen, Spanische Fliegen
und alles mögliche andere Zeug zu verkaufen. Während der Rest von Ciudad Juárez
sich fürs Abendessen und Zubettgehen bereitmachte, ging in diesem Viertel die
Post ab. Hier glich die Stadt allen anderen turista-Jahrmärkten entlang
der Grenze, und darum kam Kelly auch nur her, wenn er dafür bezahlt wurde.

Der Treff hieß La Posada del Indio, das Gasthaus zum Indianer. Ein großer
beleuchteter Neonindianer mit Federschmuck, wie man ihn südlich der Grenze nie
zu Gesicht bekam, bewachte den Eingang. Das Innere hatte kaum Ähnlichkeit mit
einem Gasthaus oder einer Bar: eine winzige Bühne, auf der ein Mädchen tanzte,
ein kompakter Tresen, hinter dem zwei Männer als Barkeeper und Zuhälter Dienst
schoben, plus ein Dutzend Tische, um die ununterbrochen Mädchen ihre Kreise
zogen.

Kelly bestellte an der Bar eine überteuerte cerveza. Er zog keines der
Mädchen an - entweder seines Aussehens wegen oder weil sie wussten, was Sache
war. Im La Posada del Indio ließen sich gut Geschäfte machen, und die Männer,
die des Geldes und nicht der Mösen wegen herkamen, hatten eine bestimmte
Ausstrahlung.

»Usted está buscando el hombre gordo?«, fragte der Barkeeper Kelly.
»Woher weißt du das?«, fragte Kelly.
»Er hat gewartet. Du bist
hier.«
Kelly zuckte die Achseln, aber künftig musste sich Estéban einen neuen
Platz für die Übergabe suchen; sie kannten Kelly hier zu gut. »Und wo ist
er?«
»Er musste lange warten. Hat sich ein Mädchen genommen.«
Kelly sah
sich nach einem dicken Mann um. Mitte der Woche hatten die meisten Kunden unter
dem Neonlicht braune Mexikanergesichter und drahtige Arbeiterkörper. Zum
Wochenende hin wurde die Hautfarbe heller, die Männer wurden feister. Und es
wechselte mehr Bargeld den Besitzer.
»Willst du dir den Schwanz lutschen
lassen?«, fragte der Barkeeper. »Wir haben ein neues Mädchen hier. Die stört
dein Gesicht nicht.«
»Nein, danke«, sagte Kelly. Unbewusst berührte er das
Pflaster auf der Nase. Obwohl er eine Handvoll Aspirin genommen hatte, pochte
sein Gesicht noch im Takt des Herzschlags. »Welches Zimmer hat der dicke Mann
genommen?«
Der Barkeeper sagte es ihm. Kelly trank das Bier leer und ging zur
Tür hinaus. Durch eine schmale Gasse gelangte er zur nächsten Straße, wo ein
baufälliges Mietshaus mit rostigen Balkongeländern aus Gusseisen in der
Dunkelheit aufragte. Frauen und Mädchen gingen die Betonstufen rauf und runter
und führten Männer ins Haus oder brachten sie hinaus.
Kelly beachtete die
Frauen so wenig wie sie ihn. In der Bar boten sie sich aufreizend den Männern
an, aber hier ging es nur noch ums Geschäft. Er begab sich in den zweiten Stock
und klopfte an die letzte Tür. Kein Laut drang aus dem Inneren, bis eine
gedrungene, füllige Prostituierte die Tür öffnete und Kelly den Lärm einer
Quizsendung im Fernsehen vernahm.
Die Frau war oben ohne und sah mit ihrem
kantigen Gesicht fast indianisch aus. Sie lächelte Kelly nicht an. »Was willst
du?«, fragte sie.
»Er will zu mir, Süße.«
Kelly sah den dicken Mann auf
einem kleinen Bett in dem Zimmer. Im Licht des Fernsehers wirkte er teigig und
blau. Er lag mit den Hosen um die Knöchel da, ein dicker Wulst Fett verbarg
weitgehend seinen Schwanz.
Als Kelly eintrat, zog er die Hose hoch. Der Mann
trug ein halb zugeknöpftes Texas-State-Hemd, darunter ein verschwitztes weißes
T-Shirt. Alles an ihm sah groß und schwabbelig aus, einschließlich seiner Hände.
Die Frau zog ihre Bluse an.
»Soll ich wiederkommen, wenn du fertig bist?«,
fragte Kelly den dicken Mann.
»Nee.«
Der dicke Mann bezahlte die Frau. Sie
stritten sich über den Preis, weil er nicht zum Schuss gekommen war. Kelly stand
in der Ecke des kleinen Zimmers und sah ins Bad, es war zu klein für eine
Badewanne und enthielt nur eine Dusche, in der es von Kakerlaken wimmelte. Ein
dicker, brauner Teppich aus Schaben hatte sich in der Mitte um den Abfluss
gebildet. »Willst du mir auch nur die Hälfte bezahlen?«, fragte Kelly den
dicken Mann.
»Hast du das ganze Kilo?«
»Klar.«
»Dann will ich mich
nicht beschweren. Zeig her.«
Sie ließen den Fernseher laufen und machten kein
Licht. Im flackernden Schein der Glotze holte Kelly das in vier Plastiktüten
eingeschweißte motivosa heraus. Er legte die Päckchen auf das Bett. Der
dicke Mann kramte eine Rolle Hunderter aus der Tasche und zählte zwanzig davon
ab. Dann zog er das Texas-State-Hemd aus.
»Soll ich das Mädchen wieder
reinrufen?«, fragte Kelly.
»Sehr witzig«, antwortete der dicke Mann. Er zog
das T-Shirt aus. Sein Oberkörper war unbehaart und sah aus, als würde er
schmelzen; dicke Wülste blassen Fleisches hingen an ihm herab. Er hatte größere
Brüste als manche Stripperin.
Kelly nahm die zwei Riesen und zählte nach. Er
steckte sie in die Brusttasche, zog den Reißverschluss der Tasche zu und wollte
gehen. Das war der peinliche Teil, manche Käufer wollten gern plaudern, andere
wollten so schnell wie möglich weg. Kelly bevorzugte Letztere. »Du steckst es
doch nicht in einen Gürtel, oder?«, fragte er. »Darauf achten sie.«
»Nee«,
sagte der dicke Mann. Er nahm ein Päckchen Gras in eine Hand, mit der anderen
hob er einen seiner Speckwülste. Kelly stellte sich Moschusgeruch vor. »Ich hab
meine eigene sichere Stelle.«
Der dicke Mann verstaute das gesamte Gras und
zog die Hemden wieder an. Kelly sah keinen Unterschied.
»War mir ein
Vergnügen«, sagte Kelly schließlich. »Ich muss los.«
»Wir sehen uns beim
nächsten Mal«, sagte der dicke Mann. »Ich bin Frank.«
»Viel Glück, Frank«,
sagte Kelly und ging hinaus.

Die Chance, dass er Frank wiedersehen würde, war gering. Jeder Weiße, der
davon träumte, bei einem Abstecher über die Grenze schnelle Kohle zu verdienen,
musste versuchen, ein bisschen motivosa zu schmuggeln, und die Chancen
standen gut, aber wenn der erste Schwung verkauft war und es Zeit für einen
neuen Ausflug wurde, bekamen die meisten Muffensausen. Würden sie es schaffen?
Konnten sie es schaffen? Was, wenn sie es nicht schafften? Und damit war es
vorbei; Beschaffen war schwerer als Verticken.
Schlaue Dealer und Käufer
benutzten Kuriere, um das Risiko zu verteilen. Alle, die selbst rüberkamen, so
wie Frank, waren Amateure. Doch solange das Geld stimmte, beschwerte Estéban
sich nicht.

Kelly fuhr mit dem Taxi nach Hause, denn es war spät und er hatte Geld in der
Tasche. Die Fahrt kostete nur fünf Mäuse.
In dieser Gegend gingen die Leute
früh ins Bett und standen vor Sonnenaufgang auf. Durchzechte Nächte waren etwas
für Gringos und verkrachte Existenzen. Hier arbeiteten die Menschen für ihren
Lebensunterhalt, und sie arbeiteten hart, um nicht in den aus Pappe, Wellblech
und Plastik erbauten provisorischen Vororten der Stadt zu enden.
Er schaltete
das Außenlicht an, eine nackte Glühbirne ohne Schirm, und wartete drinnen. In
dem kleinen Kühlschrank hatte er Bier, das er trank, bis sich seine Beine schwer
und entspannt anfühlten.
Paloma klopfte nach Mitternacht. Kelly ließ sie
herein.
Sie war vielleicht keine Schönheit, verkörperte jedoch alles, was
Kelly schätzte. Sie besaß breite Hüften und einen üppigen Körper, den die dummen
Männer im Norden dick genannt hätten. Kelly mochte ihr kurzes Haar und die
braune Haut. Er mochte ihren Geruch.
»Hi«, sagte Kelly.
»Dinero«,
antwortete Paloma.
Kelly gab ihr das Geld. »Du schuldest mir zusätzlich was
für die Taxifahrt.«
»Bezahl dein Taxi selbst«, sagte Paloma. Sie zählte das
Geld. Sie trug enge Jeans, die zweitausend Dollar verschwanden in der vorderen
Hosentasche. Das Geld für Kelly holte sie aus dem Geldbeutel, den sie danach in
die Gesäßtasche stopfte, wie ein Mann.
Kelly bekam doch etwas zusätzlich für
das Taxi. »Danke«, sagte er. »Ich fahre nachts nicht gern Bus.«
»Taxen sind
Beschiss«, sagte Paloma. »Hast du noch ein Bier?«
»Bedien dich.«
Kelly saß
an dem einen Ende einer wackeligen Bettcouch, Paloma nahm am anderen Platz. Sie
tranken und betrachteten einander eine Weile. Kelly spürte ihre Blicke auf den
Blutergüssen.
»Du siehst beschissen aus, Kelly.«
»Ich muss Geld verdienen.
Du und Estéban wart nicht in der Stadt.«
Paloma nickte. Sie trank Bier wie
ihr Bruder: ohne mit der Wimper zu zucken direkt aus der Flasche. Kelly hatte
nie gesehen, dass sie eine Spritze anfasste oder auch nur einen Joint rauchte.
Auch das mochte er an ihr. »Unsere Cousine Ines hat geheiratet.«
»Estéban hat
davon erzählt. Wie war es?«
»Besser als dein Wochenende.«
Kelly
lachte. Paloma lächelte. Sie hatte Grübchen und außerordentlich weiße
Zähne.
Sie blieben eine Weile sitzen, Paloma erzählte ihm von der Hochzeit.
Mazatlán lag an der Pazifikküste, wo es das ganze Jahr über schön war. Kelly
hatte dort einmal Klippenspringer gesehen und bei einem einwöchigen Besuch so
viel Obst gegessen, dass er sich wie ein Amok laufender Gesundheitsapostel
vorgekommen war. Im Vergleich zu Ciudad Juárez war es winzig, aber die Luft war
sauberer, die Straßen nicht so übervölkert. Kelly hätte es dort aushalten
können, aber Mazatlán war ein Rückzugsort, kein Wohnort.
Paloma erzählte von
einem Treuegelöbnis im Schatten eines weißen Zelts am Strand, mit Blick auf den
alten Leuchtturm. Gefolgt von Tanz, Essen und Trinken, Familienstreits und
peinlicher Betrunkenheit. »Ich hätte dich eingeladen«, versicherte Paloma, »aber
Estéban sagte, du würdest nicht mitkommen wollen.«
»Nicht mein Ding«, log
Kelly.
»Nächstes Mal«, sagte Paloma.
»Auf jeden Fall.«
Das Bier war
irgendwann zu Ende, genau wie die Hochzeitsgeschichten. Paloma stand auf, machte
das Licht aus und kam zu Kelly auf die Couch. Im Dunkeln schob er ihr die Bluse
hoch. Paloma hatte zierliche Brüste; wenn Kelly den Mund darauf presste, spürte
er mit der Zunge die kleinen Edelstahlringe in den Brustwarzen. Sie hatte noch
andere Piercings - in der Zunge und im Bauchnabel. Der bestickte Stoff ihres
grünen Halstuchs schmiegte sich an ihn, als sie sich küssten.
Kellys Körper
schmerzte, aber Paloma war vorsichtig. Sie übernahm die ganze Arbeit, führte ihn
ein und gab das Tempo vor. Kelly liebte ihren keuchenden Atem im Ohr, der immer
schneller ging, und ihr Haar in seinem Gesicht. Er legte die Hände an ihre
Hüften und grub seine Finger ins Fleisch.
»Ich bin gleich so weit«, sagte
Kelly.
Paloma stieg von Kelly herunter und kniete sich zwischen seine Beine.
Ihr Griff war fest, entschlossen, ihr Mund sengend heiß. Er spürte ihr
Zungenpiercing. Als er kam, schluckte sie. Danach blieben sie auf der Couch
liegen, der trocknende Schweiß kühlte sie ab.
Zum ersten Mal in dieser Nacht
berührte Paloma Kellys Gesicht; behutsam. »Wann hörst du endlich mit den Kämpfen
auf?«, fragte sie ihn.
»Wenn sie mir nichts mehr dafür bezahlen.«
»Mir
gefällt es nicht, wenn deine Nase gebrochen ist. Wie willst du mir da die Muschi
lecken?«
Kelly lächelte in der Dunkelheit. »Wer sagt, dass ich das
will?«
Paloma schlug ihm auf die Schulter, aber nicht sehr fest. »Das
solltest du aber besser, cabrón!«
»Ich weiß. Wenn ich wieder fit bin,
besorge ich es dir eine Stunde lang.«
»Wenn du länger als zehn Minuten
brauchst, machst du es nicht richtig«, sagte Paloma und lachte. »Vielleicht ist
das das Problem.«
»Ach, fick dich.«

Er war müde, der Alkohol wirkte. Seine Gedanken schweiften ab, und er schlief
ein. Als er aufwachte, schien die Sonne zum Fenster herein, und er war allein.
Sie hatte eine Decke von der Taille abwärts über ihn gelegt.

Kelly duschte und nahm ein Frühstück aus Bier und Eiern zu sich. Paloma hatte
keine Nachricht hinterlassen, aber das machte sie nie. Später würde er sie
anrufen, vielleicht den Bus nehmen und sie am Nachmittag mit comida
corrida überraschen. Mexikaner aßen spät, genau wie Kelly. Bis dahin ging er
spazieren.

Am Ende der langen Häuserzeile stand ein Telefonmast, etwa zur Hälfte rosa
gestrichen. Schwarze Kreuze aus Isolierband befanden sich daran; unter ihnen
flatterte ein Wald von bunten Zetteln, sobald ein Lufthauch sich regte.

Kelly sah eine Frau, die gerade einen neuen Zettel befestigte. Bis er dort
ankam, war sie schon wieder fort, doch er nahm sich die Zeit und las, was sie
angebracht hatte. Er sah das fotokopierte Gesicht eines lächelnden Teenagers auf
grünem Papier. Ihr Name war Rosalina Amelia Ernestina Flores. Sie schien zu
jung, um zu arbeiten, doch das dachte nur der Norte­ americano in Kelly;
so etwas wie zu jung, um zu arbeiten gab es in Mexiko nicht. Rosalina
fertigte in einer maquiladora Blinker für eine deutsche Autofirma. Sie
wurde seit zwei Wochen vermisst. Auf dem Zettel stand: Justicia para
Rosalina!

Er hing über einer Unmenge weiterer Flugblätter, andere Mädchen, andere
Gesichter. Zwei oder drei Schichten. Alle forderten justicia:
Gerechtigkeit für Rosalina; Gerechtigkeit für Yessenia; Gerechtigkeit für
Jovita. Es waren so viele, dass die Stadt einen eigenen Namen für sie hatte:
las mu­ jeres muertas de Juárez. Die toten Frauen von Juárez; denn sie
waren mit Sicherheit alle fort, und zwar für immer.»Excúseme, señor.
Usted ha visto a mi hija?«

Kelly wandte sich von Rosalina und ihren Schwestern ab. Er sah die Frau
wieder vor sich. Sie trug eine Handvoll Fotokopien auf grünem Papier. Sie sah
auf die irreführende Weise alt aus, wie es bei der arbeitenden, bettelarmen
Bevölkerung von Juárez häufig der Fall war; vermutlich war sie aber erst um die
vierzig.

»Usted ha visto a mi hija?«, wiederholte die Frau.
»No la he
visto. Lo siento.«
Die Frau nickte, als hätte sie nichts anderes
erwartet. Sie ging den Häuserblock entlang und blieb beim nächsten Telefonmast
stehen. Dort würde der Zettel spätestens am Abend wieder abgerissen sein. Denn
nur die Zettel an dem rosa gestrichenen Mast waren unantastbar.

Kurzbeschreibung zu Die toten Frauen von Juárez

»Sein Verdienst ist es, die Geschichte der Frauen von Juárez nicht bloß als pittoresken Hintergrund für einen reißerischen Stoff verwendet zu haben. Gleichzeitig ist ihm dabei ein extrem guter, spannend zu lesender Krimi gelungen.«
Jan Kanter, Literarische Welt, 30.06.2012

»Sam Hawken hat ein eindringliches Buch über zwei Eigenbrötler geschrieben, die ihr Dasein mehr schlecht als recht meistern, aber dennoch nie aufgehört haben, zu kämpfen. Gezeichnet vom Leben, haben sie den Glauben nicht verloren. Und dem Autor ist etwas Außergewöhnliches gelungen. Die Frauen mögen verschwunden sein. Aber vergessen sind sie nicht.«
Die Presse am Sonntag, 22.04.2012

»Das Buch ist nicht nur spannend bis zur letzten Seite und stilistisch gut erzählt. Es entwirft auch ein soziokulturelles Panorama Nordamerikas und seiner urbanen Peripherien, in denen Armut und Gewalt dominiert.«
Florian Schmid, Der Freitag, 15.05.2012

»Überzeugt Hawken in der ersten Hälfte durch intensive, atmosphärische Schilderungen von Juárez, so drückt er in der zweiten auf das für einen Thriller typische Tempo.«
Anett Frank, Der Tagesspiegel, 22.07.2012

»Die Geschichte über eine Stadt in Mexiko, in der Gewalt und Drogen regieren. Im Mittelpunkt steht ein Boxer. Mehr Testosteron geht nicht. Mehr Spannung auch nicht.«
Myself, Juli 2012

»Gelungen und lesenswert.«
Gerrit Bartels, Deutschlandradio Kultur, 18.07.2012

»Mit was für Worten lässt sich ein Roman eigentlich loben. Kraftvoll? Direkt? Prall? Fakt ist: Der gebürtige Texaner Sam Hawken hat mit "Die toten Frauen von Juarez" ein Debüt hingelegt, das mit einer Gewalt über den Leser hereinbricht, als rase da gerade ein Amtrak-Zug - vollbesetzt mit einer bunten Passagierschar und reichlich Alkohol im Bordbistro - durch das Land.«
Martin Münzberger, Wilhelmshavener Zeitung, 07.09.2012

»"Die Stad der toten Frauen" ist eine großartige Mischung aus knallharter Gangsterballade und düsterem Polit-Krimi.«
Stefan Sprang, Hessischer Rundfunk, 30.05.2012

»Hawkens Roman wirkt erschreckend authentisch. Hart, kantig und ungeschönt erzählt er vom Leben in einer der gefährlichsten Städte der Welt und von einer Mordserie, die außer den Hinterbliebenen niemanden zu interessieren scheint.«
Uwe Badouin, Oberhessische Presse, 13.04.2012

Beschreibung der Redaktion zu Die toten Frauen von Juárez

Ciudad Juárez, Mexiko, an der Grenze zu Texas. Zahlreiche Frauen verschwinden. Einheimische sagen, es seien mindestens 5000. Nur etwa 400 von ihnen wurden bislang gefunden - vergewaltigt und getötet. Sam Hawken verbindet die wahre Geschichte um die toten Frauen mit der Story von Kelly Courter, einem gescheiterten Boxer, der alles daransetzt, die Wahrheit herauszufinden ...

Viele, die etwas auf dem Kerbholz haben, flüchten nach Ciudad Juárez: auch Kelly Courter, Boxer aus den Vereinigten Staaten. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Boxkämpfen oder dem Verkauf von Drogen. Estéban, der Bruder seiner Freundin Paloma, versorgt ihn regelmäßig mit Stoff. Bald greift er selbst zur Nadel, driftet ab in die Welt des Rausches und bemerkt nicht einmal, dass Paloma spurlos verschwindet. Als kurz darauf ihre misshandelte Leiche gefunden wird, trifft ihn die harte Realität wie ein Schlag. Er wird verhaftet, gedemütigt und für ein Geständnis halb totgeprügelt. Erst als Rafael Sevilla, ein befreundeter mexikanischer Polizist, sich des Falls annimmt, kommt Licht in das dunkle Geheimnis der Frauenmorde von Ciudad Juárez.

- Spannend von der ersten bis zur letzten Seite
- Nominiert für den »New Blood Dagger«
- Für alle LeserInnen von David Peace, Roger Smith und Don Winslow

Autorenportrait zu Die toten Frauen von Juárez



Sam Hawkwn, 1970 in Texa geboren, lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in der Nähe von Washington D.C. Er studierte an der Universität von Maryland und steuerte eine Karriere als Historiker an, bevor er sich dem Schreiben widmete. "Die toten Frauen von Juárez" ist sein erster Roman.


Portrait

Joachim Körber:
Joachim Körber wurde 1958 in Karlsruhe geboren. 1978/79 machte er sich als freier Übersetzer selbstständig. 1984 gründete Körber nach amerikanischem Vorbild zusammen mit Thomas Bürk (der 1993 ausschied) und Uli Kohnle den Verlag Edition Phantasia, um Science Fiction, Horror und Fantasy in gediegenen, numerierten, häufig illustrierten und von den Autoren und Illustratoren handsignierten Ausgaben auf den Markt zu bringen. 1998 erschien sein erster Roman. Daneben war Körber mehrfach in der Rubrik "Bester Übersetzer" für den Kurd Laßwitz Preis nominiert.

description

Viele, die etwas auf dem Kerbholz haben, flüchten nach Ciudad Juárez: auch Kelly Courter, Boxer aus den Vereinigten Staaten. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Boxkämpfen oder dem Verkauf von Drogen.
Estéban, der Bruder seiner Freundin Paloma, versorgt ihn regelmäßig mit Stoff. Bald greift er selbst zur Nadel, driftet ab in die Welt des Rausches und bemerkt nicht einmal, dass Paloma spurlos verschwindet.
Als kurz darauf ihre misshandelte Leiche gefunden wird, trifft ihn die harte Realität wie ein Schlag. Er wird verhaftet, gedemütigt und für ein Geständnis halb totgeprügelt. Erst als Rafael Sevilla, ein befreundeter
mexikanischer Polizist, sich des Falls annimmt, kommt Licht in das dunkle Geheimnis der Frauenmorde von Ciudad Juárez.

Autorenportrait



Sam Hawkwn, 1970 in Texa geboren, lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in der Nähe von Washington D.C. Er studierte an der Universität von Maryland und steuerte eine Karriere als Historiker an, bevor er sich dem Schreiben widmete. "Die toten Frauen von Juárez" ist sein erster Roman.


Bewertung unserer Kunden zu Die toten Frauen von Juárez

Wie ist Ihre Meinung zu „Die toten Frauen von Juárez”?

Geben Sie Ihre Bewertung ab.

40

12.11.2012

„Die brutale Realität über dunkle Geschäfte...”

von goldlola
Kelly ehemaliger Boxer aus Amerika, lebt nun in Mexiko direkt an der Grenze zu den Staaten. Seine Boxkarriere besteht nun mehr daraus sich gegen Geld "verprügeln" zu lassen bei hiesigen Boxkämpfen, die ihm der zwielichtige Manager Ortiz vermittelt.

Esteban und Paloma ein mexikanisches Geschwisterpaar sind die einzigen Freunde von Kelly. Esteban bezieht seinen Unterhalt durch Drogengeschäfte. Auch Kelly erledigt zeitweise Kuriergänge für Esteban und hält sich mit dem Geld zusätzlich über Wasser.

Paloma arbeitet in einem Büro, welches sich um die Suche nach den "verschwundenen Frauen von Juarez" kümmert. Täglich verschwinden auf mysteriöse Weise Frauen und Mädchen in Juarez und werden nie wieder gesehen oder tot aufgefunden. Aufgeklärt wurde bisher nichts und es gibt auch keine Hinweise, wer oder was hinter den grausamen Taten steht.

Kelly beschließt eines Tages seine Boxkarriere wieder aufzunehmen und richtige Kämpfe zu führen. Er beginnt zu trainieren und sucht sich einen neuen Manager, der ihm seriöse Kämpfe beschaffen soll. Doch ganz so einfach scheint die Sache nicht zu sein, denn Ortiz lässt nicht locker und macht Druck auf Kelly und wird Ausschlaggeber für einen schweren Rückfall Kellys. Er greift zu Heroin und hat einen kompletten Monat keinen Kontakt zu Esteban oder der sonstigen Außenwelt - Kelly lebt in seiner eigenen "Drogenwelt"....bis eines Tages Esteban aufkreuzt und Kelly über das Verschwinden Palomas informiert.

Mit dem Verschwinden von Paloma beginnt ein neuer Teil im Buch, der mehr einer Kriminalgeschichte ähnelt. Es tauchen Polizisten auf, die brutale Verhörmethoden an den Tag legen, um Geständnisse zu erzwingen. Doch Sevilla und Palencia vermuten mehr hinter dem Verschwinden Palomas und all der anderen Frauen und machen sich auf die Suche nach den wahren Tätern.

Damit beginnt die Aufdeckung krimineller Machenschaften der Drogenkartelle und die Verzwickungen der Polizei in diese Geschäfte - es geht um Korruption, Macht und Gewalt.

Das Buch ist in Anlehnung an wahre Begebenheiten geschrieben und stellt den Leser vor extrem brutale Machenschaften. Es liest sich nicht flüssig durch, was angesicht der "schweren Kost" aber kein Minuspunkt ist. Da man als Leser den Ausgang der Geschichte erfahren möchte, liest man es trotzdem zu Ende.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

03.11.2012

„Gelungene Verwebung von Realität und Fiktion”

von sabatayn76
Inhalt:
Der Amerikaner Kelly Courter - Boxer, Ex-Junkie und exzessiver Marihuana-Raucher - lebt nach seiner Flucht vor dem Gesetz in Ciudad Juárez. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Boxkämpfen und dem Schmuggeln und Verkauf von Drogen. Eines Tages verschwindet seine Freundin Paloma - eine von mehr als 400 Frauen, die seit den 1990er Jahren in der Stadt als vermisst gemeldet wurden. Als die Leiche Palomas gefunden wird, gerät Kelly unter Mordverdacht und wird inhaftiert.

Mein Eindruck:
Sam Hawken verwebt in 'Die toten Frauen von Juárez' die Realität (Mordserie in Ciudad Juárez, wobei bis heute viele Morde nicht aufgeklärt und zahlreiche Frauen nie wieder gefunden wurden, zahlreiche Leichen nicht identifiziert werden konnten) mit einer fiktiven Geschichte. Diese Verwischung von Wirklichkeit und Phantasie ist dem Autor sehr gut und überzeugend gelungen. Dabei ist sein Roman stellenweise extrem brutal und auch die Sprache ist explizit und derb, was jedoch perfekt zur Geschichte und zum beschriebenen Milieu passt. Gefallen hat mir auch die Verwendung zahlreicher spanischer Begriffe, die zur Authentizität des Romans beitragen. Obwohl ich kein Spanisch spreche, hatte ich keine Verständnisprobleme, da sich der Sinn meist erschließt, dennoch hätte ich ein Glossar oder Fußnoten toll gefunden. Sehr gelungen ist auch Hawkens Beschreibung der Stadt mit ihren Elendsvierteln, Fabriken, ihrer Überbevölkerung, Drogenproblematik und Luftverschmutzung, aber auch der anderen, schillernden Seite mit Parks, Luxus und Reichtum.

Mein Resümee:
'Die toten Frauen von Juárez' ist ein spannender und erschreckender Roman, der an eine reale Geschichte anlehnt. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden empfehlenswert, aber wer sich nicht scheut, eine ebenso brutale wie beängstigende Geschichte zu lesen, der ist hier richtig.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

03.11.2012

„Gelungene Verwebung von Realität und Fiktion”

von sabatayn76 aus Deutschland
Inhalt:
Der Amerikaner Kelly Courter - Boxer, Ex-Junkie und exzessiver Marihuana-Raucher - lebt nach seiner Flucht vor dem Gesetz in Ciudad Juárez. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Boxkämpfen und dem Schmuggeln und Verkauf von Drogen. Eines Tages verschwindet seine Freundin Paloma - eine von mehr als 400 Frauen, die seit den 1990er Jahren in der Stadt als vermisst gemeldet wurden. Als die Leiche Palomas gefunden wird, gerät Kelly unter Mordverdacht und wird inhaftiert.

Mein Eindruck:
Sam Hawken verwebt in 'Die toten Frauen von Juárez' die Realität (Mordserie in Ciudad Juárez, wobei bis heute viele Morde nicht aufgeklärt und zahlreiche Frauen nie wieder gefunden wurden, zahlreiche Leichen nicht identifiziert werden konnten) mit einer fiktiven Geschichte. Diese Verwischung von Wirklichkeit und Phantasie ist dem Autor sehr gut und überzeugend gelungen. Dabei ist sein Roman stellenweise extrem brutal und auch die Sprache ist explizit und derb, was jedoch perfekt zur Geschichte und zum beschriebenen Milieu passt. Gefallen hat mir auch die Verwendung zahlreicher spanischer Begriffe, die zur Authentizität des Romans beitragen. Obwohl ich kein Spanisch spreche, hatte ich keine Verständnisprobleme, da sich der Sinn meist erschließt, dennoch hätte ich ein Glossar oder Fußnoten toll gefunden. Sehr gelungen ist auch Hawkens Beschreibung der Stadt mit ihren Elendsvierteln, Fabriken, ihrer Überbevölkerung, Drogenproblematik und Luftverschmutzung, aber auch der anderen, schillernden Seite mit Parks, Luxus und Reichtum.

Mein Resümee:
'Die toten Frauen von Juárez' ist ein spannender und erschreckender Roman, der an eine reale Geschichte anlehnt. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden empfehlenswert, aber wer sich nicht scheut, eine ebenso brutale wie beängstigende Geschichte zu lesen, der ist hier richtig.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

31.10.2012

„Die toten Frauen von Juàrez”

von StraßenPrinzessin
Das Buch von Sam Hawken hat mich durch sein Cover sofort angesprochen. Es ist recht schlicht in 2 Farben gehalten. Im oberen Teil sticht ein rotes mexikanisches Skelett mit einem Messer hervor und dahinter liegen weitere Skelett Körper und Köpfe. Im unteren Teil ist alles noch schlichter. Der Name des Autors und der Titel sind in rot auf weißen Hintergrund abgebildet und ein paar Knochen bilden einen Rahmen darum.

Juàrez scheint eine Stadt mit vielen dunklen Ecken zu sein, zumindest wenn es nach den Einheimischen geht, die haufenweise Frauen vermissen und/oder sie vergewaltigt und getötet wieder finden. Doch bevor man das alles erfährt, lernt man erst mal die raue Boxerwelt und Kelly Courter kennen. Kelly hat als weißer unter Mexikanern nicht die beste Position und wird mehr als Opfer statt als Gegner in den Kämpfen gewollt.
Auch sonst scheint es in seinem Leben nicht so gut zu stehen, denn wenn er nicht gerade sein Geld mit brutalen und aussichtslosen Boxkämpfen verdient, vertickt er Drogen, nimmt sie selbst und erledigt dubiose Geschäfte mit und für seinen Freund Estèban.
Das alles ändert sich jedoch als seine Freundin Paloma, Estèbans Schwester, vermisst und kurze Zeit später Tot und misshandelt aufgefunden wird.
Nun will Kelly C. Herausfinden was und warum dies mit seiner Freundin passiert ist. Auch die Polizisten Sevilla und Enrique Palencia versuchen den Fall aufzuklären.

Die Story braucht ein wenig bis sie richtig in Gang kommt und macht viele Ausschweifungen, die aber nicht vom Thema ablenken. Des weiteren ist die Geschichte leicht und flüssig zu lesen und die darin vorkommenden spanischen Wörter und Sätze sind nicht störend, die meisten lassen sich sogar ohne Kenntnisse, nur aus dem Kontext heraus 'Übersetzen'.
Es steckt viel Gewalt und Brutalität in der Geschichte, ist aber keineswegs unpassend und zeigt einfach nur mit welcher routinierten Grausamkeit das alles passiert.
Der Verlauf, die Orte und die Situationen sind detailreich beschrieben was ich leider bei den Personen ein wenig vermisst habe.
Bis zur Mitte wird die Geschichte aus der Sicht von Kelly erzählt und danach überwiegend von Sevilla. Beide haben ihre eigenen Päckchen zu tragen, beide male ist es tragisch und doch hat man mehr Mitleid als das wirkliche Sympathie entsteht.

Ich finde das Buch von Sam Hawken sehr gelungen und hoffe das noch weitere Folgen werden.
Die, die gerne Kriminalromane lesen werden mit Sicherheit nicht enttäuscht.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

31.10.2012

„Die toten Frauen von Juàrez”

von StraßenPrinzessin1
Das Buch von Sam Hawken hat mich durch sein Cover sofort angesprochen. Es ist recht schlicht in 2 Farben gehalten. Im oberen Teil sticht ein rotes mexikanisches Skelett mit einem Messer hervor und dahinter liegen weitere Skelett Körper und Köpfe. Im unteren Teil ist alles noch schlichter. Der Name des Autors und der Titel sind in rot auf weißen Hintergrund abgebildet und ein paar Knochen bilden einen Rahmen darum.

Juàrez scheint eine Stadt mit vielen dunklen Ecken zu sein, zumindest wenn es nach den Einheimischen geht, die haufenweise Frauen vermissen und/oder sie vergewaltigt und getötet wieder finden. Doch bevor man das alles erfährt, lernt man erst mal die raue Boxerwelt und Kelly Courter kennen. Kelly hat als weißer unter Mexikanern nicht die beste Position und wird mehr als Opfer statt als Gegner in den Kämpfen gewollt.
Auch sonst scheint es in seinem Leben nicht so gut zu stehen, denn wenn er nicht gerade sein Geld mit brutalen und aussichtslosen Boxkämpfen verdient, vertickt er Drogen, nimmt sie selbst und erledigt dubiose Geschäfte mit und für seinen Freund Estèban.
Das alles ändert sich jedoch als seine Freundin Paloma, Estèbans Schwester, vermisst und kurze Zeit später Tot und misshandelt aufgefunden wird.
Nun will Kelly C. Herausfinden was und warum dies mit seiner Freundin passiert ist. Auch die Polizisten Sevilla und Enrique Palencia versuchen den Fall aufzuklären.

Die Story braucht ein wenig bis sie richtig in Gang kommt und macht viele Ausschweifungen, die aber nicht vom Thema ablenken. Des weiteren ist die Geschichte leicht und flüssig zu lesen und die darin vorkommenden spanischen Wörter und Sätze sind nicht störend, die meisten lassen sich sogar ohne Kenntnisse, nur aus dem Kontext heraus 'Übersetzen'.
Es steckt viel Gewalt und Brutalität in der Geschichte, ist aber keineswegs unpassend und zeigt einfach nur mit welcher routinierten Grausamkeit das alles passiert.
Der Verlauf, die Orte und die Situationen sind detailreich beschrieben was ich leider bei den Personen ein wenig vermisst habe.
Bis zur Mitte wird die Geschichte aus der Sicht von Kelly erzählt und danach überwiegend von Sevilla. Beide haben ihre eigenen Päckchen zu tragen, beide male ist es tragisch und doch hat man mehr Mitleid als das wirkliche Sympathie entsteht.

Ich finde das Buch von Sam Hawken sehr gelungen und hoffe das noch weitere Folgen werden.
Die, die gerne Kriminalromane lesen werden mit Sicherheit nicht enttäuscht.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

31.10.2012

„Die toten Frauen von Juàrez”

von StraßenPrinzessin2
Das Buch von Sam Hawken hat mich durch sein Cover sofort angesprochen. Es ist recht schlicht in 2 Farben gehalten. Im oberen Teil sticht ein rotes mexikanisches Skelett mit einem Messer hervor und dahinter liegen weitere Skelett Körper und Köpfe. Im unteren Teil ist alles noch schlichter. Der Name des Autors und der Titel sind in rot auf weißen Hintergrund abgebildet und ein paar Knochen bilden einen Rahmen darum.

Juàrez scheint eine Stadt mit vielen dunklen Ecken zu sein, zumindest wenn es nach den Einheimischen geht, die haufenweise Frauen vermissen und/oder sie vergewaltigt und getötet wieder finden. Doch bevor man das alles erfährt, lernt man erst mal die raue Boxerwelt und Kelly Courter kennen. Kelly hat als weißer unter Mexikanern nicht die beste Position und wird mehr als Opfer statt als Gegner in den Kämpfen gewollt.
Auch sonst scheint es in seinem Leben nicht so gut zu stehen, denn wenn er nicht gerade sein Geld mit brutalen und aussichtslosen Boxkämpfen verdient, vertickt er Drogen, nimmt sie selbst und erledigt dubiose Geschäfte mit und für seinen Freund Estèban.
Das alles ändert sich jedoch als seine Freundin Paloma, Estèbans Schwester, vermisst und kurze Zeit später Tot und misshandelt aufgefunden wird.
Nun will Kelly C. Herausfinden was und warum dies mit seiner Freundin passiert ist. Auch die Polizisten Sevilla und Enrique Palencia versuchen den Fall aufzuklären.

Die Story braucht ein wenig bis sie richtig in Gang kommt und macht viele Ausschweifungen, die aber nicht vom Thema ablenken. Des weiteren ist die Geschichte leicht und flüssig zu lesen und die darin vorkommenden spanischen Wörter und Sätze sind nicht störend, die meisten lassen sich sogar ohne Kenntnisse, nur aus dem Kontext heraus 'Übersetzen'.
Es steckt viel Gewalt und Brutalität in der Geschichte, ist aber keineswegs unpassend und zeigt einfach nur mit welcher routinierten Grausamkeit das alles passiert.
Der Verlauf, die Orte und die Situationen sind detailreich beschrieben was ich leider bei den Personen ein wenig vermisst habe.
Bis zur Mitte wird die Geschichte aus der Sicht von Kelly erzählt und danach überwiegend von Sevilla. Beide haben ihre eigenen Päckchen zu tragen, beide male ist es tragisch und doch hat man mehr Mitleid als das wirkliche Sympathie entsteht.

Ich finde das Buch von Sam Hawken sehr gelungen und hoffe das noch weitere Folgen werden.
Die, die gerne Kriminalromane lesen werden mit Sicherheit nicht enttäuscht.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

40

03.08.2012

„Die toten Frauen von Juárez...”

von Stefan Mayrhofer
... sind leider traurige Realität in der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez. Sam Hawken nähert sich dieser Geschichte auf eine ganz eigene Art: Kelly Courter, ein amerikanischer Boxer, der schon bessere Tage gesehen hat, verdient sich dort seinen Lebensunterhalt mit zwielichtigen Boxkämpfen und dem Dealen von Drogen. Seine Freundin Paloma Salazar arbeitet bei einer Organisation, die sich mit dem Schicksal der verschwundenen Frauen beschäftigt. Auch Kelly wird täglich damit konfrontiert, wenn mal wieder ein neues Flugblatt mit dem Konterfei eines verschwundenen Mädchens auftaucht, doch ist zunächst relativ teilnahmslos. Als Kelly mit einem Comeback-Versuch scheitert, dröhnt er sich aus Frust mit Heroin zu und bemerkt nicht einmal, dass Paloma verschwindet…

Als Palomas Leiche gefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf Kelly und Palomas Bruder Estéban, der auch mit harten Drogen dealt. Schnell werden beide verhaftet. Der Bundespolizist Sevilla, der eigentlich für Drogen zuständig ist und in der Vergangenheit immer wieder versucht hat, über Kelly an die Hintermänner der Drogenlieferungen zu gelangen, schaltet sich in den Fall ein. Während Kelly und Esteban im Gefängnis gefoltert und fast zu Tode geprügelt werden, kommen Sevilla und Enrique Palencia – ein städtischer Polizist, der neben Sevilla der einzige ist, der die beiden Verdächtigen für unschuldig hält – der Wahrheit in diesem Fall Stück für Stück näher…

Die wahre Geschichte der verschwundenen Frauen ist natürlich harter Tobak, und dementsprechend ist auch dieses Buch nichts für zartbesaitete Zeitgenossen. Gewalt, Sex und Drogen spielen eine gewichtige Rolle; und der Autor trägt mit seiner direkten Art auch dazu bei, dass man das Bild dieser zum Teil trostlosen Stadt, in der jeden Moment etwas Schreckliches passieren kann, direkt vor Augen hat. Insofern gelingt es Sam Hawken sehr gut, diese explosive Atmosphäre einzufangen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass dies immer noch ein Kriminalroman und kein Sachbuch ist, insofern ist es nicht der Anspruch des Autors, das Geheimnis um die toten Frauen von Juárez zu lösen oder darüber zu spekulieren. Vielmehr will Hawken - wie er auch im Nachwort darlegt - das Schicksal der Frauen, das in letzter Zeit immer mehr vom Drogenkrieg verdrängt worden ist, wieder in das öffentliche Bewusstsein rücken. Und das ist auch mein einziger Kritikpunkt, denn letzteres gelingt ihm meiner Meinung nach nur zum Teil, da das Buch einfach ein guter Thriller ist, und das Schicksal der Frauen (leider) nur eine Nebenrolle spielt. Trotzdem halte ich das Buch für absolut lesenswert!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

13.05.2012

„Wow”

von einer Kundin oder einem Kunden
Als ich Die toten Frauen von Juarez gelesen habe, musste ich mir immer wieder in den Hinterkopf rufen, dass das Buch auf wahren Begebenheiten beruht, denn solche Gewaltexzesse sollte sich kein normaler Mensch ausdenken können. Die Frage die Hawken damit stellt, ob Gewalt automatisch Gegengewalt bewirken muss, bleibt unbeantwortet. Alleine dadurch wird mir das Buch in Erinnerung bleiben.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

Diese Artikel haben mir auch gefallen: Tage der Toten (9783518463406)

30

29.04.2012

„Blutig, dreckig und erbarmungslos”

von einer Kundin oder einem Kunden
Mexiko, nahe der Grenze zu Texas: Ciudad Juarez oder auch die Stadt der toten Frauen.

Frauen verschwinden zu Zahlreichen, aber in dieser Stadt, wo Drogenkartelle das Sagen haben, kümmert und spricht man nicht über die Frauen. Nur eine kleine Gruppe von Frauen, die "Mujeres sin voces".

Nun ist der amerikanischer Boxer Kelly Courter an der Reihe. Seine Freundin Paloma gehört zu dieser kleinen Gruppe.

Während sie Gutes versucht zu vollbringen, verticken Kelly und Estéban, Palomas Bruder, Drogen und bedienen sich auch gelegentlich dieser.

Als Kelly zur Nadel greift und von den Drogen völlig benebelt ist, verschwindet Paloma.

In Verdacht: Kelly Courter. La Bestia tut alles, um aus ihm und Estéban ein Geständnis zu prügeln.

Nur einer nimmt sich des Falls richtig an: Rafeal Sevilla. Er setzt sein Leben dafür ein, dass die Täter entlarvt und die Frauen ein Stück Gerechtigkeit bekommen.

Alles in allem hat Hawken uns aufgezeigt, dass selbst eine heruntergekommene, trostlose und schmutzige Stadt wie Juarez seine Helden hat. Der Autor wählt harte Worte und hämmert mit den Geschehnissen nur so auf uns ein. Anders würde diesem Buch etwas fehlen.

Aufrüttelnd und lesenswert!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

23.04.2012

„Eine mexicanische Tragödie”

von Brilli aus Hagen
bildet den Rahmen für Sam Hawkens Roman über die toten Frauen von Juárez. Hier - in der Grenzstadt zu El Paso in den USA - herrscht die Mafia der Drogenbosse mit den Waffen der Gewalt, Brutalität und Menschenverachtung. Immer wieder werden Frauen und Mädchen vermisst, die niemals lebend zurückkehren und deren Verschwinden keiner aufklärt. Man weiß, dass solche Dinge passieren, spricht aber nicht darüber. Sie sind die "Mujeres sin voces", für die nur eine kleine Truppe Engagierter kämpft - nahezu machtlos, wie David gegen Goliath. Auch Kelly Courter, ein heruntergekommener amerikanischer Boxer, weiß von solchen Frauen, die jedoch wenig Raum einnehmen in seinen Gedanken. Er arbeitet für den Dealer Estéban als Drogenkurier und spielt in der Boxarena den punchingball für mexicanische Champions, die ihn - den "bolillo" - voll Begeisterung auf die Matte schicken. Blutige Spiele für eine Menge in Ekstase, deren Gröhlen das Letzte ist, was er hört, bevor es dunkel vor seinen Augen wird. Aber die Pesos stimmen, das Geld, das er verdient, um sich vielleicht einmal eine Zukunft mit Estébans Schwester Paloma, seiner Geliebten, aufzubauen. Der ständige Kontakt mit "motivosa", jedoch, dem Stoff, aus dem die Träume sind, wird auch ihm zum Verhängnis, bringt ihn auf die rauschhafte Bahn zur härteren Droge. Als Paloma dann plötzlich so unauffindbar ist wie die zahlreichen Frauen vor ihr, gerät Kelly ebenso in Verdacht wie ihr Bruder Estéban, Schuld an ihrem Verschwinden zu tragen.

Erst Rafael Sevilla, ein befreundeter mexicanischer Polizist, setzt sich auf die Spur der verschwundenen Frauen und versucht unter Einsatz seines Lebens, die Machenschaften der Täter zu entlarven. Er bewegt sich damit in einer Welt, die ihr eigenes Gesetz hat, in der man bereit sein muss zu töten, wenn man sein Leben behalten will.

Sam Hawken hat mit nachhaltigen, teils hart gewählten Worten ein unglaublich eindringliches Buch geschrieben. Schon die Grenzstadt Juárez wirkt durch seine Darstellung trostlos, schmutzig und grau, eine Ansammlung von lärmenden Fabriken und ärmlichen Wohnhäusern, in denen die Menschen ihre heruntergekommenen, zerschlagenen Körper ausruhen, denen nur Drogen und Alkohol ab und zu rauschhaftes Vergessen schenken. Die Schauplätze sind düstere, blutige Box - und Hahnenkampfarenen, in deren verräucherter Luft Männer ein brutales Vergnügen suchen, die selber nicht mehr wert sind als eine Schmeißfliege auf den Jackets der Drogenbosse und auch so von ihnen behandelt werden.

Insgesamt kann man sich kaum befreien von dieser deprimierenden Darstellung, die nicht viel Raum für positive Gedanken bietet. Erbarmen, Entsetzen und Abscheu sind sehr dominant während des Lesens. Nur zum Ende hin spürt man ein wenig aufatmende Genugtuung, als Sevilla seinen Weg beschreitet, der den Frauen von Juárez endlich Gehör verschaffen wird
- un vía de esperanza - ein Weg der Hoffnung.

Ein großes Stück aufrüttelnder Literatur.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

40

13.04.2012

„die Stimmen der Toten”

von Mandy B
Ciudad Juárez, Mexiko, an der Grenze zu Texas. Zahlreiche Frauen verschwinden. Einheimische sagen, es seien mindestens 5000. Nur etwa 400 von ihnen wurden bislang gefunden - vergewaltigt und getötet. Sam Hawken verbindet die wahre Geschichte um die toten Frauen mit der Story von Kelly Courter, einem gescheiterten Boxer, der alles daransetzt, die Wahrheit herauszufinden ...

Sam Hawken hat mit diesem Buch ein Thema angerissen, das auch in Wahrheit oft verleugnet, mindestens jedoch bagatellisiert und schon gar nicht mit den nötigen Mitteln verfolgt wird.

Leider ist es jedoch in seinem Buch ähnlich - die toten Frauen, die diesem Kriminalroman den Namen geben, werden bestenfalls angerissen; erst, weil Paloma sich für sie einsetzt und später dann, weil sie selbst eines dieser Opfer wird.

***

Boxer Kelly, am Ende seiner Karriere angekommen, versucht sich mit kleinen Kämpfen, in denen er mehr der Punchingball seiner Gegner ist, finanziell über Wasser zu halten und bessert sich sein Einkommen außerdem mit kleineren Drogendeals auf. Seine Freundin Paloma arbeitet bei "Frauen ohne Stimmen", einer Organisation, die sich gegen das Vergessen einsetzt.

Mit viel Trostlosigkeit beschreibt Hawken diesen Landstrich, der als Heimat zahlloser Fabriken dient, die ganz Amerika und den Rest der Welt mit billigen Waren versorgt. Billige Waren, hergestellt auf dem Rücken von tausenden unterbezahlten Menschen. Viele sind junge Frauen, von denen jedes Jahr hunderte vor oder nach den Schichten einfach verschwinden. Verschwinden, meist nie wieder auftauchen; doch wenn, dann geschändet, misshandelt und getötet.

Einzig das Verhältnis von Kelly und Paloma birgt diesen Hoffnungsschimmer, ohne den dieses Buch einzig traurig und perspektivlos wäre.

Die flüssige Schreibweise und die bildhafte Darstellung haben mich gefesselt und mir die Ausweglosigkeit und Trostlosigkeit der Menschen, die in den "Slums" leben und sich Tag für Tag sehr hart ihr Leben erkämpfen müssen direkt vor Augen geführt. Ich konnte die übelriechenden Viertel förmlich vor mir sehen und mit all ihrer Heftigkeit riechen; Drogendealer und Abhängige immer vor Augen.

Hawken bleibt diesem flüssigen Stil treu und hat somit ein Buch geschrieben, das sich schnell und interessant lesen lässt, aber gern noch weiter in die Tiefe hätte gehen können.

Antiheld Kelly ist zwar nicht unbedingt ein Sympathieträger, hat mir jedoch als Hauptfigur in diesem Roman gefallen. Seine ausweglose Lage, erst, als er als gescheiterter Boxer mit Gesundheitsproblemen nur noch als Punchingball für Gegner fungiert, dann, als er und Esteban des Mordes an Paloma bezichtigt und mit brutaler Polizeigewalt konfrontiert werden, war solide, erschreckend und glaubhaft dargestellt und interessant zu verfolgen.

Auch Sevilla, der einzig Ermittelnde in einem Haufen von korrupten Polizisten, wird gut dargestellt und hat sich meine Sympathie stetig mehr verdient.

Diese hoffnungslose Story über diese grausamen Verbrechen an jungen Frauen und die Ausweg- und Trostlosigkeit der Lebensumstände in diesem Landstrich sollte Augen öffnen!

4 Sterne, weil es ein wenig mehr Titel in der Handlung hätte sein können.

Alles in allem aber ist "die toten Frauen von Juarez" ein solider, kritischer Roman über ein Land und den Umgang mit wahren Verbrechen und packend (wenn auch rauh und brutal) erzählt.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

11.04.2012

„Tief ist des Menschens Seele!”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Oberösterreich
Inhalt:
**********

Der Amerikaner und ehemalige Profiboxer Kelly Courter verbringt sein Leben in der mexikanisch-amerikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez mehr schlecht als recht. Mit Esteban, dem Bruder seiner Freundin Paloma, vertickt er Drogen an amerikanische Touristen. Seine Zeit vertreibt er sich mit blutigen Boxkämpfen und dem einen oder andern Joint. Doch plötzlich flammt seine Liebe zum professionellen Boxkampf wieder auf und er beginnt hart zu trainieren, um es wieder in die Liga zu schaffen. Leider wird Kelly abgewiesen und er greift aus Frust zu härteren Drogen. Als er wieder clean ist, wird er mit Palomas grausamen Tod konfrontiert und die mexikanische Polizei hält ihn für den Täter.


Meine Meinung:
******************

Schonungs- und erbarmungslos sind zwei Wörter, die dieses Buch am besten beschreiben. Mitten im mexikanischen Drogensumpf zählt ein Leben wenig und diese Geschichte veranschaulicht das harte, trostlose Leben dort ungemein anschaulich. Es zieht einen während dem Lesen eine Gänsehaut auf und es spielt mit den Gefühlen des Lesers.
Von der Armut, Hoffnungslosigkeit und Gewalt ist man wie überrollt und man kann fast nicht mehr die Augen von dem Buch lassen. Die Sprache und der Stil spiegeln den abgrundtiefen Sumpf wieder, es wird nichts beschönigt. Wer sich von einer knallharten Sprache und abstoßenden Handlungen nicht verschrecken lässt, erhält einen tiefen Einblick in die menschliche Seele, die man im Grunde nicht mehr als menschlich bezeichnen kann und dennoch erleben viele Menschen ebendies.

Die Geschichte baut nämlich auf einer wahren Begebenheit auf und zwar auf das Verschwinden von zig Frauen in Juárez. Die Dunkelziffer liegt bei 5000 verschwunden Frauen. 400 davon konnte man nur tot finden. Der Autor schafft es eine plausible Erklärung zu finden und dem Buch ein würdiges Ende zu bereiten.

Das Buch lässt sicherlich keinen kalt und regt während und nach dem Lesen zum Nachdenken an. Mich hat es einfach gefesselt und die Charaktere sind nicht nur gut oder nur böse. Es gibt auch nicht den ultimativen Alleskönner, dessen Intelligenz bis zum Himmel reicht und dessen Schönheit unbeschreiblich ist. Solche Buchcharaktere sind mir meistens ein Dorn im Auge. Doch bei Sam Hawken, dürfen sie mit allen Stärken und Schwächen lebendig sein. Ich hoffe, dass man Herrn Hawken die Gelegenheit gibt, weitere Bücher auf den Markt zu bringen. Schonungs- und erbarmungslos zieht er den Leser in eine Welt, die einen nicht mehr so schnell los lässt.

Das Buch baut sich langsam auf und gibt den Protagonisten den Freiraum, den sie benötigen, um authentisch zu wirken. Mit Spannung liest man sich von Kapitel zu Kapitel und man fühlt sich, als wäre man ein Teil der Geschichte. Ich kann das Buch empfehlen, da es nicht die heile Welt widerspiegelt und weil es unter die Haut geht. Dieses Buch lässt keinen kalt!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

30

29.03.2012

„Ein Boxer in Juarez”

von TrollMutti
Ein Buch, das die Geschichte eines scheiternden Boxers in Juarez erzählt. Die vor allem durch den Titel angekündigten Schicksale der toten Frauen bleiben meist im Hintergrund.
Zum Inhalt wird in der Beschreibung mehr als genügend gesagt, deshalb gehe ich nicht näher darauf ein.
Durch mehrere Reportagen und Filme wurde ich schon vor einiger Zeit auf die Geschichte von Juarez aufmerksam. Bei der Ankündigung dieses Buches war ich sehr neugierig, wie der Autor die fiktive Geschichte um den Boxer mit den tatsächlichen Morden verbindet. Leider wurde ich recht schnell ziemlich enttäuscht. Der Leser bekommt ein mittelmäßig interessantes Schicksal eines drogensüchtigen USA-Boxers in Mexiko geboten. Doch das, was durch den Titel und Klapptext der Hauptteil des Buches sein sollte, bleibt bis auf das letzten Drittel stark im Hintergrund. Aber auch dann ist alles recht oberflächlich. Zwar ist die Entwicklung recht spannend und auch gefühlsbetont, aber leider maximal im letzten Drittel. Vorher ist es sehr vorhersehbar und teils fast plump. Über die Schicksale der verschwundenen Frauen und ihrer Angehöriger erfährt man nur wenig und meist nur als Hintergrundgeschichte der kleinen Nebencharaktere.
Der Schreibstil des Autors ist nicht immer einfach und teils nicht sehr flüssig zu lesen. Vor allem die sehr häufigen Einschübe der spanischen Wörter und Sätze lassen den Leser immer wieder stocken. Wenn man ein wenig spanisch versteht ist es noch auszuhalten, sonst macht das Lesen dadurch bestimmt weniger Spaß. Zusätzlich wiederholt sich der Autor häufig, was nach einiger Zeit nervig wird.
Alles in einem bin ich eher enttäuscht. Vielleicht habe ich auch zu viel erwartet, aber wenn ein Buch „Die toten FRAUEN von Juarez“ heißt, hoffe ich auch, dass dies im Vordergrund steht. Wenn man also einfach eine Geschichte lesen möchte, ist das Buch ganz ok. Interessierte an der Geschichte von Juarez sollte eher eine andere Lektüre suchen.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

30

25.03.2012

„Trauriger realer Hintergrund”

von Nefret
Kelly Courter ist ein abgehalfterter Boxer, der sich in der mexikanischen Stadt Ciudad Juárez mit Boxkämpfen über das Wasser hält. Nebenbei verdient er etwas Geld mit Drogenverkäufen. Bis eines Tages seine Freundin brutal ermordet aufgefunden wird. Die Polizei verdächtigt Kelly.

Das Zielpublikum für Sam Hawkens brutalen und trostlosen Roman „Die toten Frauen von Juárez“ dürften vor allem die männlichen Leser sein. Im Vordergrund stehen zwei Männer, die beide auf verschiedene Arten gescheiterte Existenzen sind. Kelly Courtor ist ein Ex-Junkie, der sich mit drittklassigen Boxkämpfen, bei denen er verprügelt wird, seinen Lebensunterhalt verdient (Erinnerungen an „The Wrestler“ werden wach). Der Ermittler Sevilla, der in der zweiten Hälfte des Buchs die Hauptrolle übernimmt, ist Witwer, seine Tochter und Enkeltochter sind spurlos verschwunden. Außerdem hat er ein Alkoholproblem.

Überhaupt haben alle Figuren irgendwie Dreck am Stecken, wobei es aber kaum eine Schwarz-Weiß-Zeichnung gibt. Paloma, Kellys Freundin, unterstützt zwar ihren Bruder, der mit Drogen dealt, engagiert sich aber Mujeres Sin Voces, einer Gruppe von Frauen, die den Feminicidios in Ciudad Juárez anprangert.
Sevilla ist einer von den Guten, hat aber keine Hemmungen, Gewalt anzuwenden. Generell ist sich die Polizei nicht zu schade, Verdächtige zu foltern.

Interessanter, aber auch grausiger und realer Hintergrund sind die Frauenmorde von Ciudad Juárez, die sogenannten Feminicidios. In der mexikanischen Stadt wurden in den letzten Jahren hunderte von Frauen ermordet, ohne dass die Polizei große Aufklärungsarbeit liefern konnte oder wollte. Es wird vermutet, dass sowohl Serienmörder, die Drogenmafia und Trittbrettfahrer die Täter sind.

Leider wirken das Ende bzw. die Auflösung etwas überstürzt.

Mir persönlich ist dieser Roman zu hoffnungs- und trostlos. Ich brauche beim Lesen etwas mehr Eskapismus. Wem solche Bücher aber liegen, würde sicherlich mindestens vier Sterne vergeben. Bei mir sind es nur drei Sterne, da mich zusätzlich das Ende ein wenig enttäuschte und ich nicht immer gefesselt war.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

30

22.03.2012

„Kein leichtes Buch”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ich finde es relativ schwer dieses Buch zu bewerten, da ich regelrecht hin und her gerissen bin zwischen "Warum hab ich es eigentlich gelesen?" und "Was für eine spannende Lektüre!".

Es geht um einen Boxer, Kelly. Kelly ist ganz unten angekommen in Juarez und verdient sein Geld als fallender Boxer und Kleinkrimineller, als er sich allerdings verliebt versucht er einen Ausweg zu finden. Die Frau für die er versucht alles hinter sich zu lassen ist Paloma, die Schwester eines Drogendealers. Paloma ist etwas besonderes. Sie engagiert sich in der Gemeinde zur Aufklärung mysteriöser Frauenmorde in Juarez, doch als sie selbst ein Opfer wird ist niemand da, der an Gerechtigkeit interessiert ist. Kelly wird verhaftet und gefoltert, die Festnahme der Täter scheint nicht von Interesse und der Boxer fällt weiter.

Auf der einen Seite ist diese Geschichte packend und atmosphärisch geschrieben. Man ist schockiert von dem korrupten Justizsystem und der Hilflosigkeit der Bürger. Und einzig die Polizisten, die sich nach Kellys Folter dem Fall annehmen scheinen ein ehrliches Interesse an der Aufklärung der Morde zu haben.

Aber so spannend dieser Roman auch ist, so hat er doch einige Schwachstellen.

Ein Problem für mich war, dass ich Kelly nicht mochte. Er ist kein Sympathieträger und entwickelt sich nicht wirklich zu einem solchen. Zwar scheint er im Verlauf der Geschichte endlich Entscheidungen zu fällen, aber er bleibt verglichen mit dem ermittelnden Polizisten Sevilla sehr farblos. Doch auch Sevilla ist nicht wirklich jemand, den ich auf meiner Seite haben möchte, beginnt er doch erst kurz vor spät überhaupt irgendetwas zu tun.

Darüber hinaus schleppt sich der Anfang der Geschichte über Kapitel hinweg ohne wirkliche Spannung aufzubauen. Da erleben wir etliche Boxkämpfe und einen einzigen Drogenrausch und erfahren doch kaum etwas. Einzig die Handlungsstränge rund um Paloma sind hier ein Lichtblick und Paloma ist auch die einzige wirklich sympathische Figur in diesem Roman.

Auch sprachlich konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen. Viele spanische Einschübe stören den Lesefluss und die Dialoge wirken hölzern und vermitteln wenig über die sprechenden Personen.

Mein Fazit: Ein spannender Roman mt Schwächen, der auf ein viel zu selten erwähntes reales Thema aufmerksam macht und definitiv einen Blick wert ist.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

Häufig gestellte Fragen

  • Wie viele PAYBACK Punkte kann ich für ein Produkt sammeln?

    Für jeden vollen Euro Warenwert erhalten Sie 1 PAYBACK Punkt.
  • Wo sehe ich, wie viel PAYBACK Punkte ich für ein Produkt sammeln kann?

    Die für ein Produkt zu sammelnden Punkte finden Sie in der Detailansicht eines Artikels (rechts unter "Bonusprogramm"), ebenso im Warenkorb und in der Bestellübersicht.
  • Wie kann ich bei bol.de bezahlen?

    Wählen Sie im Bestellprozess oder unter "Mein Konto" im Punkt "Zahlungsart" Ihre gewünschte Zahlungsweise aus. Näheres erfahren Sie in unserer Hilfe.

BonusprogrammHilfe

Payback

38 Punkte sammeln