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Raum

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Artikeldetails zu Raum

AutorEmma Donoghue

Untertitel Roman

  • ISBN-103-492-05466-8
  • ISBN-139783492054669
  • Verlag Piper
  • ÜbersetzerArmin Gontermann
  • Einbandartgebunden
  • Seiten409
  • VeröffentlichtDezember 2011
  • GenreRoman
  • Gewicht594g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelRoom

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Leseprobe aus Raum

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 26.09.11
Raum ist ein schockierender Roman, ein Buch, das einen traurig macht, aber es ist so herzzerreißend wunderschön erzählt, das man es gar nicht glauben mag. Emma Donoghue hat ein düsteres Thema genommen, das die Menschen und die Medien beherrscht und daraus ein sprachliches Wunderwerk gemacht, das einem Hoffnung gibt und ein Strahlen in die Augen zaubert.

Rezensionen der Redaktion zu Raum

"Beklemmend" Elle "Eine unfaßbare Story, knapp und intensiv, und zugleich eine Würdigung der unbändigen Kraft einer Mutter." Petra "Nach der Lektüre überschlugen sich die Kritiker jedoch mit Lob. Zurecht, denn keine Zeile ist voyeuristisch. Raum ist zutiefst menschlich und bewegend." Heilbronner Stimme "Nerven zerreißend und fesselnd. Raum angeregt von der wahren Geschichte über Elisabeth Fritzl, eingesperrt mit ihren Kindern von ihrem Vater ist die Geschichte einer Mutter und ihres Sohnes, deren Liebe sie das Unglaubliche überleben lässt." Psychologies "Wenn du Raum gelesen hast, mag die Welt noch sein, wie sie ist. Aber du selbst hast dich verändert." Audrey Niffenegger "Eine dunkle, wunderschöne Geschichte über die Beziehung zwischen Mutter und Kind, erzählt von dem hinreißendsten Fünfjährigen, den man sich nur vorstellen kann." Newsday "Nur eine Handvoll Autoren haben es geschafft, die Welt aus der Sicht eines Kindes zu beschreiben: Henry James, Mark Twain, William Faulkner Nun haben diese Autoren Gesellschaft bekommen: Emma Donoghue." Newsweek "Einer der größten Triumphe der neueren Literatur." The New York Times " Raum sollte die größtmögliche Aufmerksamkeit bekommen." John Boyne "Ein ungewöhnliches, verstörendes ( ) Buch" Schweriner Volkszeitung "Room ist dialogisch nicht nur in dem Sinne, dass es zum grossen Teil aus den Dialogen zwischen Mutter und Kind besteht; vielmehr kommt im kindlichen Erzählkosmos alles mit allem ins Gespräch: Drinnen und Draussen, Kind und Erwachsener, Subjekt und Objektwelt, Symbiose und Individuum. Es ist diese Spannung, die das Buch lesenswert macht auf die Sorte Spannung mit der Donoghue ihrem potenziell reisserischen Thema Rechnung tragen könnte, verzichtet die Autorin dankenswerterweise." Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2011 "( ) ein ungewöhnliches, faszinierendes Buch, fesselnd und lebenswert." Wochenjournal "Das Konzept, die Geschichte aus der naiven Perspektive eines Kindes zu erzählen, mag anfänglich, zumindest was den Stil betrifft, gewöhnungsbedürftig sein, es stellt sich zusehends jedoch als äußerst effektiv heraus. Die Tragik des Geschehens begegnet uns so in aller Einfachheit und Naivität, und das potenziert sie geradezu ins Unermeßliche." Die Presse "So gewöhnungsbedürftig die durchweg kindlich gehaltene Sprache, so eindrucksvoll ist der Grundgedanke dieser ungeheuerlichen Geschichte, deren Protagonisten noch kämpfen müssen, wenn das Interesse der Öffentlichkeit sich längst anderen Themen zugewendet hat." Kieler Nachrichten

Kurzbeschreibung zu Raum

»Nerven zerreißend und fesselnd. ›Raum‹ – angeregt von der wahren Geschichte über Elisabeth Fritzl, eingesperrt mit ihren Kindern von ihrem Vater – ist die Geschichte einer Mutter und ihres Sohnes, deren Liebe sie das Unglaubliche überleben lässt.« Psychologies »Wenn du ›Raum‹ gelesen hast, mag die Welt noch sein, wie sie ist. Aber du selbst hast dich verändert.« Audrey Niffenegger »Eine dunkle, wunderschöne Geschichte über die Beziehung zwischen Mutter und Kind, erzählt von dem hinreißendsten Fünfjährigen, den man sich nur vorstellen kann.« Newsday »Nur eine Handvoll Autoren haben es geschafft, die Welt aus der Sicht eines Kindes zu beschreiben: Henry James, Mark Twain, William Faulkner … Nun haben diese Autoren Gesellschaft bekommen: Emma Donoghue.« Newsweek »Das ist Entsetzen pur, aber kein Horror, das ist berührend, aber nie sentimental. Es hat was von Alice Sebolds ›In meinem Himmel‹.« Sue Scholes, Buchhändlerin »Einer der größten Triumphe der neueren Literatur.« The New York Times »Raum sollte die größtmögliche Aufmerksamkeit bekommen.« John Boyne »Raum ist mit nichts zu vergleichen, was ich bisher gelesen habe.« Anita Shreve

Beschreibung der Redaktion zu Raum

Auch seinen fünften Geburtstag feiert Jack in Raum. Raum hat eine immer verschlossene Tür, ein  Oberlicht und ist 12 Quadratmeter groß. Dort lebt der Kleine mit seiner Mutter. Dort wurde er auch  geboren. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es doch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen … »Nerven zerreißend und fesselnd. ›Raum‹ – angeregt von der wahren Geschichte über Elisabeth Fritzl,  eingesperrt mit ihren Kindern von ihrem Vater – ist die Geschichte einer Mutter und ihres Sohnes, deren Liebe sie das Unglaubliche überleben lässt.« Psychologies

Autorenportrait zu Raum

Emma Donoghue wurde 1969 als jüngstes von acht Kindern in Dublin geboren. Sie studierte in Dublin und Cambridge. Nach einem Aufenthalt in London zog sie 1998 nach Ontario in Kanada, wo sie mit ihrer Lebensgefährtin und ihren beiden Kindern lebt. Emma Donoghue ist Autorin zahlreicher Romane und Erzählungen. Die Übersetzungsrechte wurden in 29 Länder verkauft.

Portrait

Emma Donoghue:
Emma Donoghue wurde 1969 als jüngstes von acht Kindern in Dublin geboren. Sie studierte in Dublin und Cambridge. Nach einem Aufenthalt in London zog sie 1998 nach Ontario in Kanada, wo sie mit ihrer Lebensgefährtin und ihren beiden Kindern lebt. Emma Donoghue ist Autorin zahlreicher Romane und Erzählungen.
Armin Gontermann:
Armin Gontermann hat sehr lange erfolgreich als Lektor und Programmleiter in Verlagen gearbeitet. Als Übersetzer hat er unter anderem Tom Rob Smith und Emma Donoghue ins Deutsche übertragen. Er lebt in Köln.

Autorenportrait

Emma Donoghue wurde 1969 als jüngstes von acht Kindern in Dublin geboren. Sie studierte in Dublin und Cambridge. Nach einem Aufenthalt in London zog sie 1998 nach Ontario in Kanada, wo sie mit ihrer Lebensgefährtin und ihren beiden Kindern lebt. Emma Donoghue ist Autorin zahlreicher Romane und Erzählungen. Die Übersetzungsrechte wurden in 29 Länder verkauft.

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40

06.03.2013

„in Gefangenschaft geboren”

von Kerstin Stutzke aus Berlin Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Jack ist 5 und Jack lebt in Raum, zusammen mit seiner Ma. Seine Ma ist 26 und lebt bereits seit sieben Jahren in Raum. Meistens kommt abends Old Nick vorbei, doch dann ist Jack in Schrank. Old Nick hat ihn noch nie gesehen, denn seine Ma will das nicht. Wenn Old Nick da ist, quietscht das Bett und danach geht er wieder. Die Tür, durch die Old Nick geht, ist mit einem elektronischen Zahlenschloss gesichert und nur Old Nick kennt den Code. Jack und Ma bleiben in Raum zurück.

Jack ist ein aufgeweckter und intelligenter 5-jähriger Junge, der noch nie den Raum verlassen hat, in dem er geboren wurde und zusammen mit seiner Mutter lebt, denn beide sind Gefangene, auch wenn Jack keine andere Welt als Raum kennt. Die Beiden leben in einem absoluten Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Entführer, denn wenn er ihnen keine Nahrung bringt, dann werden sie sterben. Jack nimmt das Leben so an, wie es ist. Er ist ein fröhliches Kind, das mit sich und seinem Leben mit seiner Mutter zufrieden ist. Seine Mutter hingegen will nur eines: Freiheit. Seit vielen Jahren träumt sie davon, ihre Freiheit wieder zu erlangen, doch eine Flucht ist ihr bisher noch nicht gelungen. Dann erfährt sie, dass Old Nick seinen Job verloren hat und sie weiß, es ist Zeit zu handeln, denn: Old Nick hat eine Hypothek auf sein Haus aufgenommen und sollte die Bank dieses pfänden wollen, würden sie ggf. nur zwei Leichen vorfinden, ihre und Jacks, denn Old Nick würde niemals zulassen, dass sein Geheimnis ans Licht kommt.

Tatsächlich und wider aller Umstände planen Mutter und Sohn ihre Flucht und es gelingt Jack Hilfe zu holen und sich und seine Mutter endgültig zu befreien. Doch damit, fängt ein neuer Abschnitt in seinem Leben an. Seine Mutter ist froh, endlich wieder frei leben zu können, doch für Jack ist alles neu, er ist überfordert, er kennt ja nichts außer Raum. Zu gerne würde er sich in sein Zuhause zurückziehen, doch das bleibt ihm verwährt. Ein langer und mühsamer Weg steht Mutter und Sohn bevor - ein Weg in ein normales Leben.

Eine Story mit Tiefgang! Der Plot wurde sehr detailliert und tiefgründig erarbeitet. Bewundernswert finde ich, dass das gesamte Buch aus der Sicht des 5-jährigen Jack geschrieben wurde und sich auch sprachlich auf diesem Niveau bewegt. Die Figuren wurden facettenreich und ausgesprochen glaubwürdig erarbeitet, wobei ich gerne noch mehr Hintergrundinformationen zu Old Nick, seine Beweggründe und seine Vergangenheit, erfahren hätte. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, hatte mir jedoch mehr emotionale Momente, gerade bei diesem überaus emotionsgeladenen Thema des Buches, erwartet. Abschließend kann ich sagen: Wer ein erschreckend-realistisches Buch über Gefangenschaft und wiedererlangte Freiheit lesen will, ist mit diesem Buch wirklich gut beraten.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

02.11.2012

„Erschreckende Thematik, wunderschöne Sprache”

von einer Kundin oder einem Kunden
In Raum beschreibt Emma Donoghue die Situation einer Entführung und jahrelangen Isolation aus der Sicht eines Fünfjährigen. Dieser wird geboren in der Gefangenschaft seiner Mutter, die als 19jährig entführt und von dem Entführer jahrelang in einem Raum von 12 m² versteckt und gefangen gehalten wurde.
Die Geschichte, die einen schnell an aus der Presse bekannte Fälle erinnert, gewinnt an Eindringlichkeit durch den genialen Schachzug, alles aus der Sicht des keinen Jungen zu beschreiben. Was für ihn das Leben vor und nach der gelungen Flucht bedeutet, was es für seine Mutter bedeutet, welche unfassbaren Auswirkungen dieses Verbrechen hat, wird sehr beeindruckend beschrieben.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

12.10.2012

„Ein "Raum" voller Freude und Qual”

von einer Kundin oder einem Kunden
Dem fünfjährigen Jack geht es gut. Er hat seine Spielsachen, seine Bücher und vor allem seine Ma, die sich jeden Tag ganz viel Zeit für ihn nimmt. Sie spielen Spiele, machen Sport und essen jeden Tag zusammen. Jacks Welt ist klein und fein – genaugenommen ganze 12 Quadratmeter klein. Denn Jack ist das Resultat von Vergewaltigung und Freiheitsberaubung seiner Mutter und lebt seit seiner Geburt mit ihr in „Raum“. Für den Jungen ist alles in Raum in echt – Bäume, Kinder und Vanilleeis ist alles Fernseher, also nicht in echt. Nur bei Old Nick ist er sich nicht so sicher, denn der kommt abends um 9 Uhr immer in Raum und ist das irgendwie in echt aber die übrige Zeit müsste er ja Fernseher sein. Genau kann Jack das nicht sagen, weil er Old Nick noch nie gesehen hat. Wenn er kommt, muss Jack im Schrank bleiben und mucksmäuschenstill sein. Er zählt dann die Quietschgeräusche vom Bett. So war es schon immer, doch Jack ist jetzt 5 Jahre alt geworden und seine Ma eröffnet ihm plötzlich, dass es außerhalb von Raum auch noch die echte Welt gibt – die lügt doch. „Raum“ ist ein einzigartiges Buch, was unter die Haut geht. Gar nicht unbedingt, weil es sich um die Geschichte einer Jugendlichen handelt, die entführt, eingesperrt und vergewaltigt wurde, was an sich schon furchterregend genug ist. Es ist viel mehr der Umstand, dass die Story aus Sicht ihres 5-jährigen Sohnes Jack erzählt wird – inklusiv kindlicher Wortwahl und Sprachfehlern. Wenn der unbedarfte Junge mit seiner Ma „Geschrei“ spielt, sind es die Hintergründe zwischen den Zeilen, die dem Leser Gänsehaut verursachen. Das Buch ist zermürbend, bewusstseinsverändernd und herzzerreißen aber vor allem eines – absolut fesselnd.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

29.09.2012

„"Raum" - Emma Donaghue”

von einer Kundin oder einem Kunden
Nachdem ich schon so viel Gutes über "Raum" gehört hatte, musste ich es nun endlich selber mal lesen. Ich möchte ganz ehrlich sein: Die ersten Seiten fiel es mir recht schwer, mich mit dem Schreibstil anzufreunden, da die Geschichte aus der Sicht und mit dem Vokabular eines Fünfjährigen erzählt ist. Je weiter die Geschichte fortschritt, umso mehr verstand ich, warum Emma Donaghue diese Sicht gewählt hat... Der Roman entwickelte einen ungemeinen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte.

"Raum" ist ein bewegendes, erschütterndes, wunderschönes Buch. Ich bin wirklich nicht nah am Wasser gebaut, doch die Geschichte des kleinen Jack und seiner Mutter hat mir mehrmals die Tränen in die Augen getrieben. Wer auf leichte Lektüre aus ist, sollte lieber nicht zu "Raum" greifen, allen anderen möchte ich es jedoch dringend empfehlen!

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50

04.08.2012

„Raum”

von Dr. Exitus Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Ein sehr geniales Buch, das den Leser nicht unberührt läßt.Das Buch ist aus der Sicht des fünfjährigen Jack geschrieben, der mit seiner Mutter in einem Raum eingesperrt ist.Der Leser sieht die Welt mit den Augen des kleinen Jungen.Seine Mutter wurde von einem Fremden entführt und wird in dem Raum gefangen gehalten.Nach jahrelangem Mißbrauch wird die junge Frau schwanger und bekommt ihren Sohn Jack.Sie versteckt ihren Jungen vor ihrem Peiniger immer im Schrank.Die beiden planen die Flucht.Die Geschichte ist wirklich sehr gut erzählt und gewährt einen tiefen Enblick in die Psyche des Jungen und dessen Mutter.Das einzige,was für mich völlig unlogisch ist, das ist die merkwürdige Sprache des Jungen.Seine Mutter spricht normal und hat ihm als Bezugsperson auch das Sprechen beigebracht.Dennoch verwendet Jack teilweise merkwürdige Ausdrücke und falsche Grammatik.Das wirkt sehr komisch, da seine Mutter keine fehlerhaften Sätze verwendet.Der zweite Kritikpunkt ist der Suizidversuch der Mutter der zu dem Zeitpunkt, wo er passsiert, sehr merkwürdig wirkt.Ansonsten ist die Geschichte stimmig und sehr interessant.FAZIT:Spannendes Buch das die Leser berühren wird.Ein Roman in Anlehnung an das Schicksal von E. Fritzl.Gegen Ende auch mit sozialkritischen Untertönen.LESENSWERT!

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50

15.07.2012

„Wie viel Platz braucht ein Mensch?”

von einer Kundin oder einem Kunden
Der fünfjährige Jack hat eine für ihn schöne Kindheit. Zusammen mit seiner Mutter lebt er in einem Raum ohne Fenster, den er seit seiner Geburt noch nie verlassen hat. Alles, was sich in diesen etwa zehn Quadratmetern befindet ist für ihn „in echt“, die reale Welt, die er nur aus dem Fernseher kennt, Fiktion. Abends kommt ein Mann, den er Old Nick nennt. Während seiner Besuche versteckt sich Jack im Schrank und zählt mit, wie oft die Bettfedern quietschen, bis dieser wieder verschwindet. Von der Leidensgeschichte seiner Mutter, die vor Jahren von diesem Mann entführt worden ist und seitdem als Sklavin gehalten wird, ahnt er nichts. Als die Lebensumstände der beiden immer dramatischer werden, beschließt seine Mutter einen Fluchtversuch zu unternehmen, um Jack die wirkliche Welt nicht länger vorzuenthalten. Doch das Draußen mit all den vielen Menschen und Eindrücken ist zu groß für Jack, der bisher nur den Raum kannte.

Die Geschichte ist aus Sicht des kleinen Jack geschrieben, der mit seinem Wortschatz und seinen naiven Gedankengängen die Welt, in der er lebt, beschreibt. Das ist zwar anfangs etwas befremdlich, bewirkt aber auch, dass eine sehr große Nähe zwischen dem Helden und dem Leser entsteht. Zudem stehen durch die Perspektive des Jungen nicht die grausame Gefangenschaft und der sexuelle Missbrauch der Mutter im Vordergrund, sondern die Konsequenzen, die diese für die Entwicklung und das Sozialleben Jacks haben. Emma Donoghue erzählt hier nicht vordergründig eine Geschichte der jahrelangen Qual, sondern entwickelt vor diesem Hintergrund einen Roman, der mit sehr viel Einfühlungsvermögen, Wärme und Humor den Weg Jacks in ein normales Leben beschreibt. Ich habe während dem Lesen mit Jack gelitten, gebangt und auch gelacht und danach noch lange über dieses einzigartige Buch nachgedacht.

Wer sich trotz des heiklen Themas an diesen Roman heranwagt, wird auf jeden Fall belohnt!

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50

27.06.2012

„Kein Thriller und trotzdem nichts für schwache Nerven”

von einer Kundin oder einem Kunden
„Raum“ ist kein Tatsachenbericht, aber von der Realität angeregt. Emma Donoghue hat ihren Roman an die Geschichte von Elisabeth Fritzl angelehnt, die jahrelang von ihrem Vater eingesperrt lebte und mehrere Kinder von ihm bekam.
Jack ist fünf und erzählt die Geschichte von seiner Ma und ihm. Für ihn besteht die Welt nur aus einem 12 Quadratmeter großen Raum und den Dingen die sich in ihm befinden. Er kann besser lesen und schreiben als andere Kinder in seinem Alter, aber er hat noch nie in seinem Leben frische Luft geatmet. Bis zu dem Tag, an dem seine Mutter beginnt, Jack von der Welt außerhalb von ‚Raum‘ zu erzählen und einen unglaublichen Plan schmiedet.
In „Raum“ nimmt die Autorin nicht nur die Perspektive des Fünfjährigen ein, sondern übernimmt auch seinen Wortschatz und seine Sprache. Was für den Leser zunächst befremdlich wirken mag, erweist sich schnell als ein Mittel unglaublicher Nähe zwischen Leser und Protagonisten.
Gerade durch diese Nähe ist „Raum“ ein unglaublich verstörende und gleichzeitig unglaublich liebevolle Geschichte. Dennoch stellt sich einem die Frage: Darf man das? Darf man eine solch grausame Geschichte in einem Roman verwerten und damit Geld verdienen? Man darf, denn Emma Donoghue gelingt es, nicht in die reißerischen Stimmen der Presse mit einzustimmen, sondern gibt den Opfern eine Stimme und beschäftigt sich auch noch mit ihnen als das Interesse der Öffentlichkeit längst geschwunden ist. Denn der Kampf von Jack und seiner Ma geht weiter: "[…] in Raum war ich in Sicherheit, und im Draußen ist es gruselig." …

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50

12.05.2012

„Ein Roman mit Nachhall”

von Angela.Bücherwurm aus Wülfrath
Der fünfjährige Jack lebt zusammen mit seiner Ma in einem 12qm kleinen Raum, vollkommen isoliert von der übrigen Welt. Er wurde dort geboren und ist dort aufgewachsen. Er kennt nichts anderes. Seine Ma wurde als 19Jährige seinerzeit entführt und wird seitdem, d.h. seit nunmehr sieben Jahren , dort von ihrem Kidnapper "Old Nick" gefangen gehalten. Die beiden werden von ihm nur mit dem Allernötigsten versorgt und müssen auch immer damit rechnen, dass er ihnen dieses Wenige auch noch entzieht. Aber dennoch ist Jack scheinbar auf seine Weise zufrieden und fast schon glücklich - er kennt ja nichts anderes.

Als sich eines Tages die Möglichkeit zur Flucht bietet, stellt Jack großen Mut unter Beweis, aber er hat auch riesige Angst. Er hat eben, wie er selbst sagt große " Mungst ". Im " Draußen " , d.h. in der echten Welt, ist Jack stark verunsichert. Er muss sich erst an alles gewöhnen . Auch seine Ma muss erst lernen, sich wieder zurechtzufinden. Und das ist alles andere als leicht.

Ich habe lange gezögert, diesen Roman zu lesen. Nach der Leseprobe hatte ich ursprünglich entschieden, dass dieses Buch wohl eher nichts für mich ist. Der gewöhnungsbedürftige Schreibstil, d.h. die Sprache des kleinen Jack, ging mir fast schon auf die Nerven. Aber nach den vielen positiven Kritiken und Äußerungen von Bekannten, wie " Das musst du unbedingt lesen " , habe ich mich schließlich doch dazu durchgerungen, es mit der Lektüre zu versuchen. Und ich muss sagen , ich wurde definitiv nicht enttäuscht, ich konnte das Buch letztendlich nicht mehr aus der Hand legen.

An den Sprachstil habe ich mich bald gewöhnt und muss feststellen, dass er letztendlich wunderbar zu der kindlichen, grammatikalisch häufig völlig falschen Ausdrucksweise dieses unter so außergewöhnlichen Umständen aufgewachsenen kleinen Jungen passte. Denn die ganze Geschichte ist aus der Perspektive von Jack erzählt. Und diese Sicht aus Kinderaugen macht das Buch für mich so besonders. Vieles bleibt unausgesprochen, weil Jack es nicht versteht. Aber der Leser kann durchaus dahinter schauen und hat so intensiven Anteil am schrecklichen Schicksal von Mutter und Sohn. Ein wenig tröstlich dabei ist, dass Jack seine schlimme Situation dabei ja gar nicht bewusst ist. Seine Ma tut alles dafür , um ihm das Leben so erträglich wie irgend möglich zu machen und seine kindliche Sicht solange wie möglich zu bewahren. Und manchmal muss man ob dieser kindlichen Naivität sogar ein ganz klein wenig schmunzeln.

Bei mir hat dieser bewegende Roman sehr vielfältige Gefühle ausgelöst, wie z.B. Entsetzen , Wut ,Trauer und Mitleid , um nur ein paar zu nennen. Das Buch wird sicher noch lange in mir nachhallen.

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50

26.03.2012

„Zur Seite legen? Unmöglich!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Für Jack ist "Raum" die ganze Welt. Auf 12 Quadratmetern lebt er mit seiner Ma und seinen Freunden, die er aus "Fernseher" kennt - aber die sind nicht in echt. Fünf Jahre ist Jack alt, als seine Ma ihm begreiflich zu machen versucht, dass es eine wirkliche Welt außerhalb von "Raum" gibt und dass sie von hier fliehen müssen.
Emma Donoghue versteht es meisterhaft, sich in einen Fünfjährigen zu versetzen, der niemals im Freien war. Von der schrecklichen Entführungsgeschichte seiner Mutter ahnt er nichts, auch den Täter "Old Nick" kriegt er kaum je zu Gesicht, da seine Ma ihn regelmäßig im Schrank versteckt - er zählt bei Nicks Besuchen das Quietschen der Bettfedern, ohne zu ahnen, was da vor sich geht...
Diese Geschichte lässt einen nicht unberührt, so überzeugend und aufwühlend ist sie geschildert. Und trotzdem lauert das Grauenhafte der Situation nur am Rande, eben aus der Sicht eines Jungen erzählt, der dieses Grauen nicht erahnen kann und lebensfroh und glücklich ist - weil er es nicht anders kennt! Lesen Sie sie am besten über's Wochenende, Sie werden nicht aufhören können!

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50

05.03.2012

„Raum”

von Claudia Mira Juric aus Bremen
Verstörend und gleichzeitig unglaublich fesselnd wird hier die Geschichte des kleinen Jacks erzählt,
der mit seiner Mutter, eingesperrt auf ein paar qm, sein gesamtes junges Leben verbrachte.
Der kleine Jack erzählt in der Ich-Form und aufgrund seiner Wahrnehmung seiner Umgebung, der Beschreibung
von ganz alltäglichen Gegenständen und Erleben, wie z.B. das Fernsehen, lief es mir abwechselnd kalt und heiß den Rücken
herunter, da die kleine Welt unseres Helden lediglich aus drei Hauptkomponenten besteht:
Einer liebevollen Mutter, einem großen Unbekannten, vor dem er sich nachts im Schrank verstecken soll
und dem Raum.
Bis die Mutter beschließt mit seiner Hilfe einen letzten Fluchtversuch vor ihrem Entführer zu wagen.
Ob es ihnen gelingt?
Sehr empfehlenswert.

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50

13.02.2012

„Fictions are lies that tell the truth”

von S. Jannusch aus Velbert
"Fictions are lies that tell the truth" - Zum ersten Mal fiel dieser Satz meines Wissens in einem Gespräch zwischen Salman Rushdie und Günter Grass aus dem Jahre 1985. Rushdie bezeichnete darin die Aufgabe eines Schriftstellers als ein Paradoxon; er müsse lügen, um die Wahrheit zu sagen. Wie sehr er mit dieser Aussage ins Schwarze getroffen hatte, beweist das Buch von Emma Donoghue eindrücklich aufs Neue. Denn man darf wohl hoffen, dass sie selber all die unfassbaren Geschehnisse, die in diesem Buch geschildert werden, nicht durchmachen musste. Dennoch ist der Ton ihres Buches von einer tief gehenden Weisheit und Wahrheit.

Worum es hier geht, ist aus der Wirklichkeit nur leider allzu bekannt. Eine junge Frau wurde entführt, und jahrelang in einem geheimen Raum versteckt gehalten. Aus dieser Situation entstand sogar ein Kind - in diesem Fall ein kleiner Junge, Jack, der zum Zeitpunkt der Handlung 5 Jahre alt ist. Die Autorin bedient sich nun des besonderen Kunstgriffes, das Buch konsequent aus der Perspektive des Fünfjährigen zu schreiben. Das führt zwar aus sprachlicher Sicht dazu, dass sich der Leser an einige Besonderheiten gewöhnen muss - dafür gewinnt das Buch aber umso mehr an Dramatik und Eindringlichkeit.

Erfreulicherweise führt es ebenso dazu, dass dem Leser blutrünstige oder voyeuristische Schilderungen erspart bleiben. Der Fokus liegt fast ausschließlich auf der Psychologie der Figuren, und auf der Dramatik der fortlaufenden Ereignisse.

Das Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt, und jeder trägt einen Titel, der durch ein bestimmtes Thema gekennzeichnet ist: die Situation, wie sie ist, und die Jack als völlig normal erlebt. Das langsame, von der Mutter gewollte Einbrechen der Realität in Jacks Vorstellungskraft. Fluchtpläne und deren Durchführung. Und schließlich das schwierige "Danach".

Man muss den Inhalt gar nicht weiter zerreden, um zu begreifen, wie hoch emotional und aktuell dieses Buch ist. Ich kann mich im Nachhinein nur wundern, wie die Autorin dieses Buch wohl geplant haben muss! Entweder hat sie jahrelang recherchiert, oder hat mindestens ein Psychologie-Studium hinter sich. Nichts, aber auch gar nichts, was man sich als Problem anhand einer solchen Konstellation ausdenken könnte, wird ausgelassen. Da geht es z.B. um die fehlende Sozialisation, den räumlichen Orientierungssinn, die Gier der Medien, und und und. Und all das auf dem sprachlichen Niveau eines Fünfjährigen unterzubringen, ohne an Gehalt zu verlieren, ist eine schriftstellerische Glanzleistung, die ihresgleichen sucht!

Selten habe ich es erlebt, dass ich wirklich keinen einzigen Kritikpunkt an einem Buch entdecken konnte. Doch das ist hier eindeutig der Fall! Ich habe mit Jack gelitten und gelebt, habe geweint, und im "Danach" auch oft gelacht. Dieses Kind hält uns Erwachsenen ganz schön den Spiegel vor. Und es zeigt uns, dass selbst in schwierigen Situationen die Liebe letztlich das Einzige ist, das uns retten kann. Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Wenn ich könnte, würde ich sechs Sterne vergeben. Doch da ich das leider nicht kann, bleibt mir nur eines: Ich wünsche dem Buch, dass es seinen wohlverdienten Platz in der Weltliteratur findet. Und nicht nur im diesjährigen Sommerprogramm des Piper-Verlages.

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40

27.01.2012

„Rührend und Schockierend zugleich”

von einer Kundin oder einem Kunden aus München
Das Thema des Buches ist sehr interessant und schockierend zugleich.

Der kleine 5-jährige Jack wurde in 'Raum' geboren und kennt das 'Draußen' nicht. Weil ihm seine Mutter die Gefangenschaft als Normalität verkauft, empfindet Jack die Situation nicht schlimm. Als ihn seine Mutter langsam darauf vorbereitet, dass es außerhalb Ihres Domizils noch ein 'Draußen' gibt, versteht Jack die Welt nicht mehr. Er ist neugierig und ängstlich zugleich, als ihm seine Mutter die Flucht vorschlägt, die letztendlich auch gelingt. 'Draußen' freut sich Jack über viele neue, ihm unbekannte Dinge, die ihn aber auch zunehmend überfordern.

Das Buch aus der Sicht des 5-jährigen Kindes zu schreiben ist eine großartige Idee und sehr gut gelungen. Man fühlt mit und schließt den kleinen Jack sehr schnell in sein Herz.

Kleine Abzüge gibt es jedoch für den manchmal eher verwirrenden Schreibstil. Die Verwendung von Ausdrücken aus der Kinderschprache sind passend gewählt aber der falsche Satzbau/Grammatik ist oft übertrieben und stört eher den Lesefluss.

Alles in allem ist das Buch aber sehr schön zu lesen, macht nachdenklich, fesselt, berührt und ist deshalb auf jeden Fall weiterzuempfehlen.

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40

25.01.2012

„Spannend, aber auch bedrückend”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ich habe das Buch von einer Freundin empfohlen bekommen und konnte es kaum wieder aus der Hand legen, nachdem mich das Lesefieber gepackt hatte.
Auf den ersten Seiten war ich etwas irritiert vom teiweise "falschen Deutsch" des Jungen und blieb öfter beim Lesen daran hängen. Im Verlauf des Buches wurde aber klar, woran diese eigentümliche Sprache des Jungen begründet liegt, so dass es mich nicht mehr störte.

Beim Lesen war ich hin- und hergerissen zwischen Betroffenheit und Faszination darüber, wie gut die zwei ihr Leben im Raum meistern.
Auch das Einleben zurück im "Draußen" war für mich eine interessante Reise.

Besonders gut fand ich, dass das Buch einen wirklichen Schluss hat, der zumindest mich zufriedenstellt. Leider habe ich schon oft Bücher dieser Art gelesen, die ich mit einem Bauchgrummeln weglegte, weil der Schluss unbefriedigend war.
Hier gibt es ein Ende, das zumindest für mich "gut" ist.

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40

10.01.2012

„Überlebensraum”

von Bücherzeit
Die Grenze, die jeder Mensch zwischen seinem eigenen Ich und seiner Außenwelt zieht, wird im Laufe des Lebens gelernt und wird stark von den subjektiven Erfahrungen geprägt. Emma Donoghue knüpft mit ihrem Buch „Raum“ an dieses wichtige Thema an: der kleiner Junge Jack wächst zusammen mit seiner Mutter in einem winzigen Raum ohne Fenster und ohne Kontakt zu anderen Menschen auf. "Raum" wird zu seiner Welt und zu seiner Wirklichkeit. Dieses "normale" Leben des kleinen Jungen ändert sich, als ihm seine Mutter nach seinem fünften Geburtstag von einer Welt außerhalb von "Raum" und von der Gefahr, die von ihrem Entführer Old Nick ausgeht, erzählt und zusammen mit Jack hochriskante Fluchtpläne schmiedet.
Der Inhalt des Romans widerspricht jeder modernen humanistischen Vorstellung: Zwei Menschen werden gegen ihren Willen eingesperrt und werden von der restlichen Welt isoliert. Die Geschichte von Jack und seiner Mutter hat mich deshalb sehr berührt und hat zahllose Fragen in mir aufgeworfen: Wie kann ein Mensch ein Leben auf so beengtem Raum ohne richtigen Kontakt zur Außenwelt, einen Alltag geprägt durch Verzicht und Demütigung ertragen? Welche Veränderungen durchläuft der Junge, wenn er erkennt, dass es außerhalb seiner Welt eine noch viel größere gibt? Wie können Jack und seine Ma dieses unmenschliche Trauma bewältigen, wie können sie die so lange ersehnte Freiheit erleben? Die Stimmung verändert sich mit jedem Teil des Romans stark: Während sich Jack und seine Mutter im ersten Teil mit der Situation best möglich arrangieren und seine Mutter Jack trotz allem eine schöne Kindheit ermöglichen möchte, wird er im zweiten Teil zu ihrem Vertrauten und im dritten Teil sogar zu ihrem Komplizen, wobei die Gefahr und Angst der Mutter sich auch auf Jack überträgt. Das kleine Kinderparadies wird allmählich auch für Jack zu einem erdrückenden Gefängnis. Im vierten und fünften Teil ist eine große Unsicherheit der Protagonisten zu spüren, die in eine langsame Stabilität übergeht. Die Autorin beschreibt die Erlebnisse aus Sicht von Jack, sodass der Erzählstil dem Denken eines Fünfjährigen nachempfunden ist. Artikel werden ausgespart, Wortneuschöpfungen gebildet, kausale Zusammenhänge werden auf kindlichem Niveau erstellt. Einerseits finde ich diese Darstellungsweise sehr kreativ und gelungen, andererseits sind meines Erachtens häufig, insbesondere im dritten und vierten Teil relativ erwachsene Gedanken in Jacks Erzählung geraten, die ich einem Fünfjährigen nicht zutraue, sodass es der Autorin nicht in jedem Detail gelingt, sich in die Welt des Fünfjährigen einzudenken.. Aus dieser Perspektive bleibt außerdem unklar, was seine Mutter denkt und fühlt. Vielleicht wäre es sogar interessanter gewesen, das Buch aus mehreren Perspektiven zu schreiben, da die Gedanken und Gefühle anderer aufgrund des noch nicht stark ausgeprägten Einfühlungsvermögens von Jack im Dunklen bleiben.

Trotz mancher Schwächen ist „Raum“ insgesamt ein Roman mit Tiefgang, emotionalem Anspruch und einer wichtigen Botschaft, der sehr viel Raum für Diskussionen lässt! Insbesondere folgende Fragen muss sich jeder Leser nach der Lektüre des Romans fragen: Wie kann ein solches Verbrechen in unserer modernen Welt passieren, wie kann ein solches Verbrechen vermieden werden? Wie können Menschen ein solches Trauma verkraften und wie können ihre Mitmenschen zur Verarbeitung dieses Traumas beitragen?

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40

23.12.2011

„Familie”

von POR
Für Jack ist die Welt in Ordnung. Sie ist 14m² groß und enthält alles was er braucht. Jack ist 5 Jahre alt und hat seine Welt noch nie verlassen. Er kann zählen, schreiben und hat einen klaren Verstand. Sein einziger Bezugspunkt ist seine Ma. Mit der lebt er in seiner Welt, diese Welt ist Raum.
Nach 5 Jahren gelingt den beiden die Flucht aus der Gefangenschaft. Diese Flucht in die Welt wird zu einem Medienereignis. Davor können sie sich nur durch Isolation schützen. Jack’s Ma hält den Druck nicht aus und versucht sich mit Tabletten umzubringen. Jack kommt zu seiner Großmutter und lernt die Welt kennen.
„Vieles in der Welt sind Wiederholungen“ meint Jack als er schon ganz lange 2 Tage in Draußen lebt. Für ihn ist jeder Gegenstand ein Lebewesen. Er hat dazu Vertrauen aufgebaut, sieht in ihnen Freunde die ihn wärmen, pflegen oder unterhalten. In der Welt hat nichts eine Seele, alles ist austauschbar – ersetzbar. In Raum war ein Tshirt etwas besonderes, es gab nur eines. Es wurde gewaschen, getrocknet mit Liebe angezogen. Als es nach der Flucht schmutzig wird, wird es zu einem Massenprodukt und landet in der Mülltonne. Jack versteht den Umgang mit Ressourcen ncit, er kennt keinen Überfluss, keine Wegwefprodukte. Alles womit er sich in Raum umgeben hat war entweder Nahrung oder hatte eine Seele.
Emma Donoghue lebt derzeit in Kanda und hat bereits mehrere Romane (auf dt. „Zartes Gemüse, scharf gewürzt“) geschrieben und hat ist mit dem vorliegenden Roman im deutschsprachigen Raum einem größeren Pubikum bekannt geworden. Mir ist nicht bekannt, ob sie die Fälle Kampusch oder Fritzl (beide Österreich) kannte und als Vorlage verwendet hat. Beim Lesen der ersten Seiten rutschen diese Entführungsfälle aber immer wieder ins Gedächtnis. Letztlich bewegt sich die Geschichte aber auf eine andere Ebene.
Raum ist kein Krimi sondern ein Entwicklungsroman. Er zeigt wie sich Menschen in außergewöhnlichen Situationen verhalten. Aus einer „neuen“ Perspektive wird die heutige konsumorientierte Welt interpretiert und sie scheint nicht in Ordnung. Für den unbedarften Jack sind Konsumgüter Überfluss, Straßengeräusche höllischer Lärm und eine kleine Schwindelei eine Sünde. Diese Sicht sollte zum Nachdenken führen, ob alles was in der Welt passiert tatsächlich geschehen sollte.

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50

21.12.2011

„Einmalig!”

von einer Kundin oder einem Kunden
„Raum“ ist die Geschichte des fünfjährigen Jacks, der mit seiner Mutter in eben jenem Raum sein Dasein fristet. Das Buch hat mir supergut gefallen, weil es einfach etwas ganz anderes ist. Ich denke je mehr ich hier in der Rezension schreibe, desto weniger kommt das Gefühl, das ich beim lesen hatte, rüber. Deswegen will ich mich kurzfassen: „Raum“ ist eine unglaubliche Geschichte, die zur Mitte hin immer spannender wird, bis der Show-Down vorbei ist und dem Leser noch viel Zeit zum nachdenken beim lesen gegeben wird. Lesen Sie „Raum“ einfach! Sie werden es nicht bereuen!!!

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50

15.12.2011

„Eine ungewöhnliche Perspektive”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Der fünfjährige Jack beschreibt aus seiner Sicht das Leben im "Raum", einem Zimmer in dem er mit seiner Mutter lebt. Eine ungewöhnliche Perspektive, eine ungewohnte Sprache, schlicht und eindringlich. Anders als ich erwartet hatte, ist nach der Flucht nicht alles vorbei-die Probleme werden eher mehr! Verwundert habe ich dieses Buch aus der Hand gelegt, es wird mich noch einige Zeit beschäftigen.

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50

07.12.2011

„Raum”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ungeheuer einfühlsam beschreibt die Autorin in ihrem Buch "Raum" den Lebensraum des kleinen 5-jährigen Jack. Das sind zwälf Quadratmeter mit Schrank, Tisch, Bett und Stuhl. Er lebt dort eingesperrt mit seiner Ma. Jack ist in "Raum" geboren und hat alles was er liebt, besonders seine Ma. Jeden Tag plant sie perfekt für den Kleinen: Lesen, Putzen, Singen, Fernsehen, Sport und jede Menge kreative Spiele. Nur abends muß er im Schrank schlafen, weil da der unheimliche Old Nick kommt. Jack kennt nichts anderes, bis seine Ma ihm erzählt, dass es noch mehr gibt als den kleinen Raum. Das Besondere an diesem Roman ist, das er komplett aus der einfachen Sichtweise des kleinen Jack erzählt wird. Als Stilmittel entfaltet diese Erzählweise eine eigene Wirkung. Es ist ein ungewöhnliches faszinierendes Buch, absolut fesselnd und lesenswert.

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50

04.12.2011

„Raum”

von Elohym78 aus Horhausen (Westerwald)
Jacks Mutter wurde vor sieben Jahren entführt und lebt seit dem in einem Raum. Gefangen. Isoliert. Alleine. Ihr einziger Lichtblick, ihr kleiner Sohn Jack. Er kennt Raum als seine Welt. Die beiden besitzen zwar eine Fernseher, aber seine Mutter erklärt ihm, dass dies reine Fantasie ist und nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Jack wächst glücklich auf, bis die Situation eines Tages zu eskaliert droht.

Emma Donoghues Schreibstil ist zu Anfang etwas verwirrend und verstörend. Sie schreibt aus der Ich-Perspektive von Jack, der die Gegenstände in dem Raum personifiziert. Pflanze macht dies, Bett jenes, Herd ist der, der heiß wird und Feuer verursacht usw. Dadurch, dass der Junge nur sich selbst und seine Mutter hat, muss er den Dingen um sich herum Leben einhauchen, um nicht in Einsamkeit zu vergehen. Eigentlich ist die Situation der Gefangennahme und Isolation schrecklich und beklemmend, aber dadurch, dass Jack nichts anderes kennengelernt hat, auch wieder nicht. Das Wissen, was der Leser hat, fehlt Jack völlig und so genießt er jeden Tag mit seiner Mutter und sieht sein Leben als Abenteuer, wie jedes andere Kind auch. Dieser Zwiespalt hält den Leser die ganze Zeit gefangen, fesselt ihn förmlich an das Buch. Die Autorin wandelt hier auf einem schmalen Grat, damit das Buch nicht in die Absurdität abrutscht. Dies gelingt ihr aber hervorragend.

Emma Donoghue nimmt ihre Leser mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Gefühlswelt. Man erfreut sich an einem Spinnennetz, der unglaublichen Begegnung mit einer Maus, das Sonntagsgutti ist das Beste überhaupt auf der Welt und dann prallt man mit der Realität zusammen, dass hier zwei Menschen auf unglaublich brutale Art gefangen gehalten werden. Vorallem, wenn man sich ins Bewusstsein ruft, dass es solche Fälle tatsächlich gibt!

Mein Fazit: Für dieses Buch braucht man starke Nerven! Es ist von der ersten bis zur letzten Seite wunderschön, aber ich musste oft mit den Tränen kämpfen. Ein Kleinod der Literatur, welches ich nicht missen möchte!

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40

03.12.2011

„Raum”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Olbersdorf
"Raum" ist eins dieser Bücher, die einen auch noch nach dem Lesen beschäftigen werden, denn natürlich ist dieses Thema kein leichtes und auch in Wirklichkeit immer wieder präsent und beängstigend. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jack, der schon seit seiner Geburt vor 5 Jahren in einem kleinen Schuppen eingesperrt ist, denn dorthin wurde seine Mutter mit 19 Jahren entführt und eingesperrt und immer wieder vergewaltigt. Jack kennt nur diese kleine Welt und war noch nie in seinem Leben außerhalb dieses Raumes. Deswegen hat seine Mutter ihm auch erzählt, dass es die Welt da draussen eigentlich nur im Fernsehen gibt, einfach um ihn zu schützen und ihm nicht das Gefühl zu geben, etwas zu verpassen. Doch irgendwann kommt der Moment, in dem sie mit ihm flüchten will und ihm von der Welt da draussen erzählt... Ich fand es wahnsinnig interessant, zu lesen, wie man sich die Zeit in so einem beengten Lebensraum vertreibt, um nicht total wahnsinnig zu werden und wie man ein so kleines Kind so beschäftigt, dass es sich nicht nur langweilt. Die Autorin hat sich meiner Meinung nach gut in ein Kind in diesem Alter hineinversetzen können, so dass man selbst das auch tun konnte. Ich selbst habe auch einen Sohn in dem Alter und könnte mir absolut nicht vorstellen, wie das für ihn wäre, so aktiv und freiheitsliebend wie er ist. Und natürlich möchte ich ihn mir auch gar nicht in so einer Situation vorstellen, denn stellenweise musste ich schon schwer mit mir kämpfen, da mich das Buch sehr berührt hat. Jack ist ein liebenswertes Kind, dem man natürlich anmerkt, wie er aufgewachsen ist. Er ist intelligent, aber eben total unsozial. Seine Mutter tut alles, um ihn zu beschützen und hat das starke Bedürfniss endlich nach so langer Zeit aus ihrem Gefängnis entfliehen zu können. Was ich noch wahnsinnig interessant gefunden hätte, wäre die Geschichte auch aus Sicht der Mutter und des Täters zu lesen.
Für mich ein ganz besonderes Buch, mit besonderen Charakteren. Sicher nicht jedermanns Sache, aber es lohnt sich, sich darauf einzulassen.

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