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Hector und die Entdeckung der Zeit,  Band 3

Hector und die Entdeckung der Zeit, Band 3

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Artikeldetails zu Hector und die Entdeckung der Zeit, ...

AutorFrançois Lelord

Abbildungsvermerk 19,5 cm

  • ISBN-103-492-04936-2
  • ISBN-139783492049368
  • Verlag Piper
  • ÜbersetzerRalf Pannowitsch
  • Einbandartgebunden
  • Seiten212
  • Veröffentlicht29.09.2006
  • Gewicht336g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelLe nouveau voyage d'Hector

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Leseprobe aus Hector und die Entdeckung der Zeit, ...

Es war einmal ein junger Psychiater namens Hector.
Eigentlich war er kein ganz junger Psychiater mehr, aber Vorsicht, ein alter Psychiater war er eben auch noch nicht! Von weitem hätten Sie ihn für einen jungen Mann halten können, der seinen Doktortitel noch nicht erworben hatte, aber aus der Nähe erkannten Sie besser, daß er bereits ein richtiger Doktor mit einer gewissen Erfahrung war.
Als Psychiater hatte Hector eine sehr wichtige Eigenschaft: Wenn man mit ihm sprach, wirkte es immer so, als würde er viel nachdenken über das, was man ihm erzählte. Die Leute, die in seine Sprechstunde kamen, mochten ihn dafür sehr, denn sie hatten den Eindruck, daß er über ihren Fall nachsann (was auch fast immer stimmte) und das Mittel herausfinden würde, mit dem es ihnen wieder besser ging. Zu Beginn seiner Karriere hatte sich Hector beim Nachdenken den Schnurrbart gezwirbelt, aber jetzt trug er keinen mehr. Als debütierender Psychiater hatte er sich einen wachsen lassen, um älter auszusehen, und heute war das nicht mehr nötig, weil er eben kein wirklich junger Psychiater mehr war. Die Zeit war, wie man so sagt, nicht spurlos an ihm vorübergegangen.
An den Möbeln seines Sprechzimmers allerdings war sie durchaus ein bißchen vorübergegangen, denn Hector hatte die Einrichtung seiner Anfänge behalten – mit einer altertümlichen Couch, die ihm von seiner Mutter geschenkt worden war, als er sich niedergelassen hatte, mit hübschen Bildern, die er sehr mochte, und sogar einer kleinen Skulptur, die ihm ein Freund aus dem Land der Eskimos mitgebracht hatte: einem Bären, der sich gerade in einen Adler verwandelte, was bei einem Psychiater ziemlich originell war. Von Zeit zu Zeit, wenn Hector den Patienten zuhörte und sich schon allzulange in seinem Sprechzimmer eingezwängt fühlte, blickte er auf den Bären mit den großen Flügeln, die ihm aus dem Rücken wuchsen, und dann träumte er, daß er selbst abheben und davonfliegen würde – aber nur eine kleine Weile, denn schnell kamen ihm Schuldgefühle, wenn er der Person, die da vor ihm saß und von ihrem Unglück erzählte, nicht richtig zuhörte. Hector war nämlich ein gewissenhafter Bursche.
Die meiste Zeit sah er erwachsene Leute, die einen Psychiater zu konsultieren beschlossen hatten, weil sie zu traurig waren oder zu unruhig oder nicht zufrieden mit ihrem Leben. Hector ließ sie reden, stellte ihnen Fragen und gab ihnen manchmal auch kleine Pillen – und oft alles drei zusammen, ein bißchen wie jemand, der mit drei Bällen gleichzeitig jongliert, und mindestens ebenso schwierig ist die Psychiatrie auch. Hector liebte seinen Beruf sehr, zuallererst einmal, weil er oft das Gefühl hatte, nützlich zu sein. Außerdem interessierte ihn fast immer, was seine Patienten ihm erzählten.
Von Zeit zu Zeit sah Hector zum Beispiel eine junge Dame, Sabine, die ihm stets Sachen berichtete, über die er nachdenken mußte. Denn mit Hectors Beruf ist es kurios: Wenn man seinen Patienten zuhört, lernt man eine Menge Dinge, während die Patienten häufig annehmen, man wüßte schon beinahe alles.
Das erste Mal war Sabine in Hectors Sprechstunde gegangen, weil ihr bei der Arbeit zu viele Emotionen hochkamen. Sabine arbeitete in einem Büro, und ihr Chef war nicht nett zu ihr, er brachte sie oft bis an den Rand der Tränen. Zum Weinen versteckte sie sich selbstverständlich immer, aber ganz schön ärgerlich war es trotzdem.
Nach und nach ließ Hector das Gefühl in ihr entstehen, daß sie vielleicht etwas Besseres verdient hatte als einen unnetten Chef, und Sabine gewann genügend Selbstvertrauen, um sich eine neue Stelle zu suchen, und jetzt war sie glücklicher.
Allmählich hatte sich Hectors Arbeitsweise gewandelt. Zu Beginn hatte er den Leuten vor allem helfen wollen, ihren Charakter zu ändern. Das tat er natürlich immer noch, aber jetzt versuchte er ihnen auch zu helfen, ein neues Leben zu finden, das besser zu ihnen paßte. Denn – um einen schönen Vergleich anzustellen – wenn Sie eine Kuh sind, werden Sie es niemals schaffen, sich in ein Pferd zu verwandeln, selbst mit einem guten Psychiater nicht, und es wäre besser, Sie fänden eine hübsche Weide an irgendeinem Fleck, wo man Milch braucht, statt immerfort zu versuchen, auf der Pferderennbahn herumzugaloppieren. Und vor allem sollten Sie keine Stierkampfarena betreten, denn so etwas ist immer eine Katastrophe.
Sabine wäre nicht besonders erfreut gewesen, wenn man sie mit einer Kuh verglichen hätte, die doch ein sanftmütiges und sympathisches Tier ist und außerdem, wie Hector schon immer gedacht hatte, eine sehr gute Mutter. Man muß dazu sagen, daß Sabine auch sehr intelligent war, und bisweilen machte sie das nicht froh, denn wie Sie vielleicht selbst schon bemerkt haben, bedeutet Glück manchmal, daß man nicht alles begreift.
Eines Tages meinte Sabine zu Hector: »Manchmal sage ich mir, daß das Leben ein einziger Betrug ist.«
Hector schreckte hoch.
»Was wollen Sie damit sagen?« fragte er. (Das waren seine üblichen Worte, wenn er es beim ersten Mal nicht richtig verstanden hatte.) »Na ja, man wird geboren, muß sofort funktionieren, in die Schule gehen, arbeiten, Kinder kriegen, und dann sterben einem die Eltern weg, und wutsch, schon wird man selber alt, und es ist vorbei.«
»Aber das dauert immerhin eine gewisse Zeit, nicht wahr?«
»Ja, aber es geht alles so schnell vorüber. Vor allem, wenn man nie Zeit hat, mal richtig innezuhalten. Ich zum Beispiel – tagsüber der Job, abends die Kinder und mein Mann. Und auch er kommt nie zum Atemholen, der Ärmste.«
Sabine hatte einen netten Ehemann (einst hatte sie auch einen netten Vater gehabt, was die Chancen erhöht, gleich beim ersten Versuch einen netten Mann zu finden). Er arbeitete eine Menge, und zwar ebenfalls in einem Büro, und dann hatten sie noch zwei kleine Kinder, von denen das eine gerade in die Schule gekommen war.
»Ich habe immer das Gefühl, mir würde eine Uhr im Bauch stecken«, sagte Sabine. »Morgens muß ich alles vorbereiten, dann rechtzeitig loskommen, um die Kleine zur Schule zu bringen, danach flitze ich ins Büro, und es gibt Sitzungen, zu denen man pünktlich erscheinen muß, während sich die restliche Arbeit immer mehr anhäuft, und auch abends muß ich mich beeilen, das Kind abholen oder pünktlich dasein, wenn das Kindermädchen Schluß hat, und dann ist das Abendessen zuzubereiten, und die Hausaufgaben sind durchzusehen, und dabei gehöre ich ja noch zu den Glücklichen, denn mein Mann hilft mir. Spät am Abend haben wir gerade noch ein paar Augenblicke Zeit, miteinander zu reden, und dann schlafen wir sofort ein, weil wir so erledigt sind.«
Hector wußte das alles, und vielleicht war dies auch ein wenig der Grund gewesen, weshalb er eine Menge Zeit damit verbracht hatte, darüber nachzudenken, ob man es nicht in Erwägung ziehen könnte, es sich vielleicht einmal zu überlegen, ob man sich dafür entscheiden sollte, allen Ernstes daran zu denken, sich zu verheiraten und Babys in die Welt zu setzen.
»Ich wünschte mir, die Zeit würde langsamer verrinnen«, sagte Sabine. »Ich möchte Zeit haben, das Leben auszukosten. Zeit für mich selbst, um all das machen zu können, was mir vorschwebt.«
»Und wie ist es im Urlaub?« fragte Hector.
Sabine lächelte.
»Sie haben keine Kinder, nicht wahr?«
Hector gab zu, daß er tatsächlich kinderlos war, vorläufig jedenfalls.
»Ich glaube, letzten Endes komme ich auch deshalb in Ihre Praxis«, sagte Sabine. »Diese Konsultation ist der einzige Augenblick, an dem der Zeiger für mich stillsteht und die Zeit voll und ganz mir gehört.«
Hector verstand Sabine gut, um so mehr, als auch er während des Arbeitstages oft den Eindruck hatte, eine Uhr im Bauch zu tragen – und all seinen Kollegen erging es ebenso. Wenn Sie Psychiater sind, müssen Sie immerzu auf die Zeit achten, denn wenn Sie einen Patienten zu lange reden lassen, sitzt im Wartezimmer schon der nächste und wird ungeduldig, und dann geraten Sie mit allen restlichen Terminen in Verzug. (Manchmal war es sehr schwierig, denn es konnte passieren, daß drei Minuten vor Ende der Konsultation, gerade in dem Moment, wo Hector in seinem Sessel hin- und herzurutschen begann, um anzudeuten, daß die Zeit gleich vorüber war, die Person ihm gegenüber plötzlich sagte »Doktor, im Grunde glaube ich, daß meine Mutter mich niemals geliebt hat« und daraufhin in Tränen ausbrach.)
Die Uhr im Bauch, sagte sich Hector. Das war ein Problem für so viele Menschen. Was aber sollte er tun, um ihnen zu helfen?

Kurzbeschreibung zu Hector und die Entdeckung der Zeit, ...

Seine Bücher »Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück« und »Hector und die Geheimnisse der Liebe« eroberten die Herzen der Leser und die Best sellerlisten. François Lelord schickt seinen Held in ein neues Abenteuer und dieses Mal gelingt es Hector, etwas äußerst Flüchtiges einzufangen: Die Zeit, die uns Tag für Tag davoneilt. Seine Bücher »Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück« und »Hector und die Geheimnisse der Liebe« eroberten die Herzen der Leser und die Best sellerlisten. François Lelord schickt seinen Held in ein neues Abenteuer und dieses Mal gelingt es Hector, etwas äußerst Flüchtiges einzufangen: Die Zeit, die uns Tag für Tag davoneilt.

Beschreibung der Redaktion zu Hector und die Entdeckung der Zeit, ...

Es war einmal ein junger Psychiater, der Hector hieß ... Natürlich wollten alle, die zu ihm kamen, das Rezept zum Glücklichsein, und Hector hatte genügend Erfahrung, um dem einen oder anderen helfen zu können. Aber es beschäftigte ihn noch etwas anderes und er verbrachte mehr und mehr Zeit damit, über Zeit nachzudenken. Über ihren steten Fluß, die Jahre, die verfliegen, und die Frage, warum alle immer zuwenig Zeit haben, obwohl sie ständig in Eile sind. Und obwohl doch jeder eine Menge Zeit spart, weil alles schneller geht als damals, als man noch lange Briefe schrieb. Existiert die Zeit überhaupt, wenn das Vergangene vergangen ist, die Gegenwart augenblicklich Vergangenheit wird und das Zukünftige sich noch nicht ereignet hat? Hector beginnt die Suche nach der verlorenen Zeit und versucht herauszufinden, wie das Unmögliche möglich und ein flüchtiger Moment des Glücks Ewigkeit werden kann.

Portrait

François Lelord:
François Lelord, geboren 1953 in Paris, studierte Medizin und Psychologie und wurde Psychiater, schloß 1996 jedoch seine Praxis, um sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. Er ist viel auf Reisen, besonders gerne in Asien, und lebt nach einem Jahr in Kalifornien heute in Paris und Hanoi, wo er seit 2004 Psychiater an der französischen Klinik ist. Seine Bücher »Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück«, »Hector und die Geheimnisse der Liebe« und »Hector und die Entdeckung der Zeit« wurden internationale Erfolge.
Ralf Pannowitsch:
Ralf Pannowitsch, geboren 1965 in Greifswald, studierte Germanistik und Romanistik. Er lebt in Leipzig als Lehrer, Gärtner und Übersetzer aus dem Englischen und Französischen. Beinahe alle Bücher der Autoren Chrstophe André und François Lelord wurden von ihm ins Deutsche übertragen.

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40

25.06.2007

„Die Entdeckung der Zeit”

von Alessandra aus Wien
Ich habe auch schon die anderen beiden "Hector-Romane" von Francois Lelord und war gespannt, wohin Hector dieses Mal reist, um das Geheimnis der Zeit zu entdecken. Jeder macht sich hin und wieder so seine Gedanken über die Zeit und wie schnell sie vergeht. Wenn man das Buch gelesen hat, hat man einen ganz anderen, interessanten Blickpunkt zu dem Thema Zeit und man wird immer wieder aufs Neue dazu angeregt, sich Gedanken zu machen. Ein empfehlenswertes Buch, genau wie die anderen beiden. . . lesen!

2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

03.05.2007

„Warme und gute Worte zum Thema Glück”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Herten
Wer ist nicht auf der Suche nach dem Glück. Endlich wird in diesem Buch einmal die Besinnung auf die einfachen Dinge dargelegt. Die Sprache und teilweise etwas naiv wirkende Ausdrucksweise ist begeisternd. Wenn man einmal mit dem Lesen begonnen hat, läßt einen das Thema (und das Buch) nicht mehr in Ruhe. Super.

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50

24.02.2007

„Reinhard von der Heide - Das Buch: Reini der Junge”

von Reinhard von der Heide aus Hamburg
Das Buch ist einfach Klasse und sehr gut geschrieben, sowohl im Satzaufbau als auch in der Zeichensetzung und der Orthographie. Der Autor ist unschlagbar und man muss ihn gelesen haben. Ein jeder sollte dieses Buch verinnerlicht haben, um mitreden zu können...; denn nichts ist schlimmer, als nur "Bahnhof" zu verstehen. Sofort kaufen!

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40

15.12.2006

„Hektor und die Entdeckung der Zeit”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Hausmening
Anfang war ich vom Stiel des Autoren nicht so begeistert, doch mit jedem weiteren Kapitel wurde das Buch interessanter.
Kann es nur weiter empfehlen.

2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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20

01.12.2006

„Zeitverschiebung mit Jet lag”

von Red Bull aus Aarau
Nicht mein Ding ! Hector und die Entdeckung der Zeit. Ich für meinen Teil hab ab Seite 46 entdeckt, dass wenn ich das Buch abrupt beende, bleibt mir mehr Zeit für ein besseres... ( diese Erkenntnis hab ich mit dem zweiten Stern belohnt.. )

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

28.10.2006

„fantastisch geschrieben!”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Hamburg
Das Buch ist wunderbar und hat es allemal verdient (wie ja auch die anderen Bücher von F. Lelord) ein Bestseller zu sein. Ich hätte nie gedacht das das Thema Zeit so spannend sein könnte (Hectors Reise und die Erzählungen dazu, sowie die Menschen die man in dem Roman kennenlernt, sind wunderbar dargestellt, man ist beim lesen, selber an diesen Orten dabei) und man fängt wirklich an (während des lesens und wenn das Buch schon durch ist) nachzudenken, denn die Zeit beschäftigt uns ja irgendwie, wenn auch jeden anders ...alle

1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

09.10.2006

„Wunderbares Buch”

von Florian T. Börsting aus Neuss
Dies ist ein wunderbares Buch über einen Psychater, der sich in die Welt aufmacht um zu finden, was Glück bedeutet und ausmacht.
Es ist genial geschrieben, wie ein Kinderbuch (siehe Leseprobe!), und man kann es an einem einzigen schönen Abend lesen.
Hector, der Psychater, erlebt schon einige wunderliche Dinge in der Welt und ausgerechnet diese eröffnen ihm, was Glück für wen und wann ausmacht.
Ein super Buch.
Ich schreibe dies kurz bevor ich die anderen beiden blind bestelle... ;)

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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