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Lilli33
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16 Rezensionen
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2561

Lilli33s Rezensionen

12

40

18.06.2013

„Kommt nicht an Band 1 heran”

Da die Bücher dieser Trilogie aufeinander aufbauen, sollte man unbedingt den Vorgänger „Gebannt. Unter fremdem Himmel“ gelesen haben. Es werden zwar einige Details nebenbei wiederholt, doch dies allein dürfte für das Verständnis nicht ausreichen.

Bei Dreiteilern erfüllt der mittlere Band oft eine Lückenbüßerfunktion. Den Eindruck hatte ich leider auch hier. Während mich Band 1 total begeisterte, wollte beim 2. Band der Funke einfach nicht so recht überspringen. Auch dass er ca. 70 Seiten weniger umfasst als der 1., mag ein Indiz dafür sein, dass Frau Rossi hier eigentlich relativ wenig Substanzielles zu erzählen hatte. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass Aria und Perry über weite Strecken getrennt agieren und so die Gefühle zwischen den beiden nicht recht zum Tragen kommen.

Nichtsdestotrotz konnte mich auch dieses Buch gut unterhalten. Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr anschaulich und flott. Das Erzähltempo ist hoch, der Spannungsbogen steigt vom Beginn bis zum Schluss enorm an. Es gibt Kampfszenen, Bedrohungen durch den Äther und durch andere Menschen. Die Handlung bietet einige Überraschungen und unerwartete Wendungen. Offene Fragen aus dem 1. Band werden beantwortet, dafür ergeben sich wieder neue Fragen, die dann hoffentlich im 3. Band restlos geklärt werden. Die Protagonisten entwickeln sich enorm weiter, müssen aber auch den ein oder anderen Rückschlag einstecken. Teilweise hat mich ihr Verhalten aber auch enttäuscht und ein bisschen genervt, weil es nicht immer nachvollziehbar war. Besser als Aria und vor allem als Perry hat mir in diesem Band Roar gefallen. Er ist so ein lieber Kerl, man muss ihn einfach mögen. So hoffe ich nun, dass er im für März 2014 geplanten 3. Band – „Geborgen. In unendlicher Weite“ - eine große Rolle spielen wird.

50

15.04.2013

„Traurig, witzig, emotional – bittersüß wie das wirkliche Leben”

Inhalt:
Will führt ein tolles Leben auf der Sonnenseite. Er ist Teilhaber einer erfolgreichen Firma, hat eine hübsche Freundin, Urlaube verbringt er in den exotischsten Ländern mit allerlei Abenteuern. Bis zu diesem einen Tag, der sein Leben vernichtet. Übrig bleibt ein querschnittsgelähmter Mann, ein Tetraplegiker, der in allem auf fremde Hilfe angewiesen ist. Mit diesem Dahinvegetieren, als das er es empfindet, kann er sich nicht abfinden. Da will er lieber sterben.

Louisa stammt aus bescheidenen Verhältnissen, gibt sich mit wenig zufrieden. Mit 26 Jahren lebt sie noch bei den Eltern und jobbt in einem Café. Die Beziehung zu ihrem langjährigen Freund ist alles andere als aufregend oder romantisch. Doch Lou wäre nie auf die Idee gekommen, etwas an ihrem Leben zu ändern, wenn das Café nicht geschlossen worden wäre. Die von der Arbeitsagentur vermittelten Jobs sind alle nicht besonders toll. Da ist der Job als Pflegehilfe noch das geringste Übel, zumal er auf sechs Monate befristet ist.

Wird es Lou mit ihrer frischen, ehrlichen Art gelingen, Will aus seiner Lethargie zu holen und wieder für das Leben zu begeistern?

Meine Meinung:
Jojo Moyes‘ Roman enthält so viel mehr als eine Liebesgeschichte. Hier treffen zwei Menschen aufeinander, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Frau und Mann, Unterschicht und Oberschicht, lebensfroh und lebensmüde. Nach anfänglicher Abneigung sehen die beiden in ihrem Gegenüber allmählich auch das Positive, sie lernen sich schätzen und respektieren. Und obwohl Lou eingestellt wurde, um Will aufzumuntern, ist am Ende sie diejenige, die am meisten profitiert. Denn Will bringt sie dazu, endlich etwas aus ihren Fähigkeiten zu machen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Moyes thematisiert zum einen die alltäglichen Probleme von Behinderten, die man sich als Nichtbehinderter gar nicht bewusst macht, die man als Außenstehender vielleicht auch gar nicht erkennen kann. Zum anderen geht es um Sterbehilfe. Äußerst geschickt gelingt es der Autorin, diese sensiblen Themen in einen unterhaltsamen Roman einzubauen, ohne dass sie irgendwie aufgesetzt oder fehl am Platz wirken. Und ja, der Roman ist unterhaltsam. Es gibt witzige Dialoge und Szenen, wo man einfach grinsen muss. Und der Roman ist traurig. Ich glaube, ich habe noch kein Buch gelesen, bei dem ich mehr geweint habe. Er ist emotional, und die Emotionen stehen nicht nur auf dem Papier, sie führen direkt in das Herz des Lesers, einfach wunderbar!

Die Charaktere sind tiefgründig beschrieben, vor allem natürlich Lou und Will, wobei der Hauptteil des Buches mit Lou als Ich-Erzählerin angelegt ist. Doch auch einige der Nebenfiguren kommen in jeweils einem Kapitel zu Wort, sodass man sich auch in sie gut hineinversetzen kann.

Fazit:
Ein ganz wundervolles, emotionales Buch, das noch lange nachhallt und zum Nachdenken anregt. Ich möchte es wärmstens empfehlen, nicht nur für Leser von Liebesromanen.

50

30.03.2013

„Rundum gelungener Abschluss der Göttlich-Trilogie”

Inhalt:
Helen, Lucas und Orion sind Blutsgeschwister geworden, die vier Häuser der Scions dadurch vereint. Dies ebnet den Göttern den Weg auf die Erde, wo sie nun wieder ihr Unwesen treiben. Schnell wird klar, dass ein neuer Trojanischer Krieg bevorsteht. Oder kann Helen ihn vielleicht doch noch abwenden? Kann sie ihre Familie und ihre Freunde beschützen?

Meine Meinung:
„Göttlich verliebt“ knüpft nahtlos an den zweiten Band dieser Trilogie an. Es wird nicht allzu viel von dem, was vorher geschah, wiederholt, sodass man ein paar Seiten braucht, um wieder ganz in die Geschichte einzutauchen. Hilfreich könnte in diesem Fall das Glossar hinten im Buch sein. Hier werden noch einmal alle wichtigen Begriffe, Charaktere, Götter und Figuren aus der griechischen Mythologie kurz skizziert.

Helen entwickelt sich immens weiter. Sie entdeckt immer mehr neue Fähigkeiten an sich, die sie stärker, aber auch unberechenbarer machen, da sie ihre Kräfte noch nicht so ganz unter Kontrolle hat. Dazu kommt eine Prophezeiung, die Helen nicht unbedingt in einem guten Licht dastehen lässt. Etliche ihrer Freunde sind nicht mehr davon überzeugt, dass Helen zu den Guten gehört. So hat Helen auch noch mit dem Vertrauensverlust zu kämpfen.

Doch Helen selbst lernt viel über die Geschichte, da sie von Erinnerungen ihrer Vorfahren heimgesucht wird. Ganz allmählich erkennt sie, was von ihr erwartet wird, wie sie den immerwährenden Zyklus durchbrechen kann. Selbstbewusst stellt sie sich gegen die Götter, allen voran Zeus, um ihre Lieben zu retten. Durch Helens Erinnerungen an vergangene Leben erfährt man viele Details aus der Mythologie, da vor allem Helena von Troja eine große Rolle spielt.

Mir hat dieses Buch wie schon die beiden Vorgänger „Göttlich verdammt“ und „Göttlich verloren“ super gefallen. Der Schreibstil ist einfach und schnörkellos, dabei aber äußerst mitreißend. Besonders in der zweiten Hälfte des Buches wird das Tempo gesteigert, es geht Schlag auf Schlag voran, sodass man als Leser kaum noch zum Verschnaufen kommt und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Besonders die Beschreibung der Kampfszenen fand ich sehr gelungen, hier sprang direkt mein Kopfkino an.

Nicht nur Helen entwickelt sich weiter, sondern auch die anderen Charaktere wie Lucas und Orion. Es kommen sogar noch neue Figuren dazu, z.B. Andy, die von einem der Götter gejagt wird und im Haus der Delos Zuflucht findet. Sie bringt etwas frischen Wind mit. Manche Figur sorgt für wirklich überraschende Wendungen, das hat die Autorin geschickt gemacht. Helen kann mit Daphne endlich über ihren Vater sprechen und wir erfahren, warum Daphne Helen das alles angetan hat. Überhaupt werden alle Fragen, die bisher auftauchten, hinreichend geklärt. Dabei ergeben sich aber auch Ausblicke in die Zukunft, über die zu spekulieren der Fantasie des Lesers überlassen bleibt.

Fazit:
In meinen Augen ein rundum gelungener Abschluss der Göttlich-Trilogie!

buch

Ostfriesenmoor

Klaus-Peter Wolf

EUR 9,99 *
auf Merkliste

30

28.03.2013

„Mittelprächtige Unterhaltung”

Inhalt:
Im Uplengener Moor wird eine Mädchenleiche gefunden, der Tod muss schon vor ein paar Jahren eingetreten sein. Während Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen auf der Suche nach dem Mädchenmörder sind, wird in Norden ein Baby entführt. Für die Familie beginnt ein Albtraum.

Meine Meinung:
Dieser 7. Band der Ostfriesenkrimireihe war mein erstes Buch von Klaus-Peter Wolf. Ich kenne also die Vorgängerbände nicht. Das störte mich aber kein bisschen. Ich nehme zwar an, dass sich die Protagonisten seit dem ersten Band weiterentwickelt haben, doch versteht es der Autor, dem Neueinsteiger das Gefühl zu vermitteln, dass er in dieser Hinsicht gegenüber Stammlesern nicht benachteiligt ist.

Das Buch lässt sich locker und leicht lesen, die häufigen Perspektivwechsel bringen Abwechslung mit sich. Zuweilen enden die Abschnitte mit einem kleinen Cliffhanger, bevor es mit einer anderen Perspektive weitergeht. Das sorgt dann natürlich auch für etwas Spannung.

Anfangs nimmt das Privatleben der Polizisten einen sehr großen Raum ein. Der Kriminalfall läuft ganz im Hintergrund. Da mir die Personen absolut unsympathisch (Rupert) bis nur wenig sympathisch (Ann Kathrin und Weller) waren, konnte ich mich für ihr Privatleben leider nicht so sehr erwärmen. Gut, eine jahrealte Leiche bringt natürlich nicht so viel Ermittlungsdruck und damit Spannung mit sich. Dies wurde dann besser, als der aktuelle Fall des entführten Babys seinen Lauf nahm. Vor allem gibt es hier auch Passagen aus der Sicht des Täters, die auf eine stark psychisch gestörte und unberechenbare Person hinweisen.

Die Polizei steht eigentlich über weite Strecken recht dumm da. Viele Ermittler verhalten sich absolut unprofessionell, lassen sich von Verdächtigen zur Weißglut bringen oder haben nichts als Sex im Kopf. So kommt es, dass die Auflösung der Fälle nicht durch geschickte Ermittlungsarbeit herbeigeführt wird, sondern viel dem Zufall zu verdanken ist.

Auch wenn mich einiges nicht wirklich begeistern konnte, wurde es dann am Schluss noch richtig spannend. Insgesamt hat mich der Krimi doch ganz gut unterhalten.

Die ersten sechs Bände der Reihe sind unter folgenden Titeln erschienen:
Ostfriesenkiller
Ostfriesenblut
Ostfriesengrab
Ostfriesensünde
Ostfriesenfalle
Ostfriesenangst

Der achte Band wird als „Ostfriesenfeuer“ auf den Markt kommen.

40

03.03.2013

„Kommt langsam in Fahrt, aber der Schluss ist rasant!”

Ein Jahr lang musste man auf die Fortsetzung der Engelsfors-Trilogie warten. Nun ist es endlich so weit. Und obwohl ich den ersten Band „Zirkel“ schon vor so langer Zeit gelesen habe, war ich gleich wieder in der Geschichte drin. Nebenbei wird immer mal wieder eine Andeutung gemacht, was im 1. Band passiert ist. So bekommt man nochmal die wichtigsten Dinge präsentiert. Ohne jegliche Kenntnis von „Zirkel“ wäre man aber aufgeschmissen, denke ich.

Inhalt:
Ursprünglich waren es sieben Auserwählte, junge Hexen, die dazu ausersehen waren, die Apokalypse zu verhindern. Fünf sind noch übrig. Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, ist es unbedingt notwendig, dass sie sich zusammenraufen, einander vertrauen. Gar nicht so einfach, wenn man von seinem Gegenüber jahrelang gemobbt wurde oder auf jemanden eifersüchtig ist.

Im Übrigen sind die fünf Mädchen nicht nur fast gänzlich auf sich allein gestellt bei ihrem Kampf gegen das Böse, sondern bekommen durch den Hohen Rat noch zusätzliche Probleme. Dieser will Anna-Karin dafür verurteilen, dass sie verbotenerweise Magie angewandt hat.

Meine Meinung:
Wie schon gesagt, war ich schnell wieder in der Geschichte drin und freute mich darüber, wieder mit Minoo, Anna-Karin, Vanessa, Linnéa und Ida in Engelsfors zu sein. Es gibt auch gleich zu Beginn ein paar spannende und gruselige Szenen, einige im 1. Band offen gebliebene Fragen werden beantwortet, gleichzeitig kommen viele neue Fragen auf. Man erfährt sehr viel über die fünf Mädchen, ihren Alltag, ihre Gedanken, ihre Gefühle. Das ist alles sehr interessant, und vieles ist für ein Jugendbuch recht außergewöhnlich. Doch die Handlung an sich kommt leider nicht so recht vom Fleck. In der ersten Buchhälfte fiel es mir noch relativ leicht, das Buch aus der Hand zu legen. Hier gibt es einfach zu viele Längen. Aber dann nimmt das Erzähltempo zu, und im letzten Drittel ist die Spannung schließlich so groß, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen, bis die letzte Seite erreicht ist.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen den fünf Mädchen (personaler Erzähler), so dass sie abwechselnd beleuchtet werden. Mir hat die Charakterisierung der Mädchen sehr gut gefallen. Die fünf sind so unterschiedlich, was ihren familiären und sozialen Hintergrund angeht. Auch ihre Charaktereigenschaften sind total verschieden. Es ist faszinierend zu lesen, wie sie sich immer mehr zusammenraufen, einander akzeptieren und verstehen lernen. Jedes Mädchen hat seine ganz eigenen privaten Probleme, die einen großen Raum einnehmen. Fast könnte man meinen, dass es sich um ganz normale Teenager handelt. Doch sie lernen auch immer mehr, ihre magischen Kräfte zu entwickeln und zu kontrollieren. Manchmal ist es gar nicht so einfach, dieses Doppelleben zu führen.

Der rasante Schluss macht den etwas lahmen Anfang wieder gut, sodass ich das Buch insgesamt doch ganz gut finde und mich schon auf den nächsten Band freue. Der 3. und letzte Band der Trilogie ist für März 2014 geplant. Er wird unter dem Titel „Schlüssel“ erscheinen.

50

27.02.2013

„Mystery vom Feinsten”

Inhalt:
Der junge Adrian leidet an einem unheilbaren Gehirntumor. Die Zeit, die im noch bleibt, verbringt er in Cornwall in einem kleinen Cottage. Das leer stehende Herrenhaus nebenan fasziniert ihn und zieht ihn immer mehr an. Bei seinen Ausflügen trifft er immer wieder auf ein Mädchen namens November. Auch sie hat eine Verbindung zu dem Haus. Gemeinsam erforschen sie die Vergangenheit und stoßen auf ein tödliches Geheimnis.

Meine Meinung:
Susanne Gerdom hat sich an einem für sie neuen Genre versucht, mit Erfolg! „Das Haus am Abgrund“ ist in meinen Augen ein absolut gelungener Jugendroman im Mystery-Bereich. Liebenswerte und tiefgründige Haupt- und Nebenfiguren, eine spannende, teils gruselige Handlung und gefühlvolle Passagen, alles gewürzt mit einer Prise Humor, machen dieses Buch zu einem runden Lesevergnügen. Dabei macht es die Autorin dem Leser nicht gerade leicht, die verschiedenen Zeit- und Realitätsebenen zu verstehen und auseinanderzuhalten. Doch das hat mich nicht im Geringsten gestört. Im Gegenteil, es regt zum eigenen Mitdenken und Spekulieren an, was mir immer sehr viel Spaß macht. Beim schnellen, oberflächlichen Lesen übersieht man vielleicht zu viele der eingestreuten Hinweise, man sollte also besser sorgfältig lesen. Vor Verwirrungen durch Geister oder Halluzinationen sollte man sich nicht fürchten, ebenso wenig vor verschiedenen Personen mit demselben Namen. Ich kann nur empfehlen, ganz tief in die Geschichte einzutauchen und sich durch die Seiten treiben zu lassen, dabei aber links und rechts die Augen offen zu halten.

Obwohl am Ende nicht alles schlüssig erklärt ist – aber diese ganzen Mysterien sind einfach nicht hundertprozentig zu erklären, sonst wären es ja keine Mysterien – war ich rundum zufrieden, denn es gab noch einmal eine tolle Wende, die mich wirklich überraschen konnte.

Der Schreibstil ist auch bei diesem Buch, wie von Susanne Gerdom gewohnt, einfach klasse und lässt die Seiten nur so dahin fliegen. Bildhafte Beschreibungen schaffen eine authentische Atmosphäre. Das Kopfkino sprang bei mir sofort an. Oft hatte ich eher den Eindruck, einen Film zu sehen als ein Buch zu lesen.

Fazit:
Ein etwas anderer Jugendroman, den ich gerne weiter empfehle!

buch

Escape

Jennifer Rush

EUR 12,95 *
auf Merkliste

50

18.01.2013

„Spannender, geheimnisvoller Jugendthriller”

Inhalt:
Die junge Anna lebt allein mit ihrem Vater Arthur in einem entlegenen Farmhaus. Arthur arbeitet für eine Organisation mit dem Namen „Sektion“ an einem Experiment. Im Keller des Hauses befindet sich ein Labor, in dem seit Jahren vier junge Männer hinter Glas gefangen gehalten werden. Ihre Erinnerung reicht nur fünf Jahre zurück. Anna unterstützt ihren Vater bei der Arbeit, obwohl sie nicht weiß, worum es bei dem Experiment geht. Da sie aber keinen Kontakt zu anderen Jugendlichen hat und kein anderes Leben kennt, hinterfragt sie die Sache auch nicht groß. Doch Anna sieht in den Jungs nicht nur Versuchskaninchen, sie sucht in ihnen Freunde. Besonders zu dem charismatischen Sam fühlt sie sich hingezogen.

Als die vier Jungs eines Tages fliehen, fordert Arthur Anna auf, mit ihnen zu gehen und nie wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen. Anna ist verwirrt, folgt aber. Damit beginnt eine Reise durch verschiedene US-Staaten direkt in die Vergangenheit der Protagonisten. Anna muss erkennen, dass ihr ganzes bisheriges Leben eine Lüge war…

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch geradezu verschlungen. Es beginnt relativ gemächlich, aber irgendwann kommt der Punkt, wo man es nicht mehr aus der Hand legen mag, weil es einfach so spannend ist. Action- und Kampfszenen wechseln sich mit ruhigeren, gefühlvollen, aber relativ kitschfreien Szenen ab. Dabei wird ein angenehmes Gleichgewicht gewahrt, keine Seite nimmt überhand, was ich als sehr positiv empfand.

Die fünf jungen Leute umgibt ein Geheimnis, das in ihrer Vergangenheit liegt und das es zu lösen gilt. Dabei erleben sie immer wieder Gefahren und Überraschungen, die alles auf den Kopf stellen. Ich befand mich beim Lesen ständig in einem Wechselbad der Gefühle. Die Handlung riss mich einfach mit.

Da aus Annas Sicht in der Ich-Form erzählt wird, wird der Leser ganz nah an dieser sympathischen Protagonistin durch das Buch geführt. Man bekommt ihre Gefühle, Gedanken, Zweifel und Hoffnungen hautnah mit und kann dadurch ganz in die Geschichte eintauchen. Natürlich hat diese Figur dadurch auch die größte Tiefe, die vier Jungs und auch die anderen Personen blieben in meinen Augen noch etwas blass. Ich hoffe aber, dass sich das in den Folgebänden noch ändern wird, wenn sie noch mehr über ihre Vergangenheit herausfinden.

Die Handlung ist gut durchdacht, es gibt keine Unklarheiten oder Handlungsweisen, die man nicht nachvollziehen kann.

Sehr gelungen finde ich den Schluss. Einerseits ist das Buch damit in sich abgeschlossen, andererseits sind noch so viele Fragen offen, dass ich dem nächsten Band der Reihe schon entgegen fiebere.

Fazit:
Wer Jugendthriller in Roadtripmanier mag, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen! Von mir gibt es 4 ½ Sterne, aufgerundet 5.

40

11.01.2013

„Temporeicher Jugendthriller mit dystopischen Elementen”

Inhalt:
Sieben Jugendliche erwachen nackt und ohne Erinnerungen an einem ihnen unbekannten Ort. Neben jedem steht nur ein Rucksack mit den notwendigsten Dingen, Kleidung, ein wenig Nahrung, Wasser. Daneben hat jeder noch etwas, das nicht alle haben, ein Messer, ein Feuerzeug, ein Seil. Jeb hat außerdem einen Zettel mit Handlungsanweisungen bekommen. Die sieben Jugendlichen müssen durch sechs Welten wandern, die durch Tore miteinander verbunden sind. Doch es gibt immer ein Tor weniger als Jugendliche, sodass in jeder Welt einer zurückbleiben muss und nur ein einziger in sein wahres Leben zurückkehren kann.

Meine Meinung:
Als Leser wird man direkt mitten in die Handlung geworfen. Genau wie die Jugendlichen, die nach und nach aus einem schlafähnlichen Zustand erwachen, hat man keine Ahnung, was hier los ist. Wie kommen die Jugendlichen an diesen Ort? Warum wurden gerade sie ausgewählt? Wer steckt dahinter? Im Lauf des Buches kann man lediglich auf die zweite Frage eine andeutungsweise Antwort erahnen, den Rest wird man wohl erst in den Folgebänden erfahren, was für mich ein wenig unbefriedigend ist.

Davon abgesehen fand ich das Buch richtig klasse. Rainer Wekwerth hat hier einen tollen Pageturner geschaffen. Das Tempo ist von Anfang an hoch, und die Spannung zieht sich auf hohem Niveau von der ersten bis zur letzten Seite. Es fiel mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Die sieben Jugendlichen befinden sich in einem Kampf gegeneinander und auch gegen sich selbst, gegen ihre größten Ängste, die sie verfolgen. Dabei können sie nur als Gruppe weiterkommen, eine echte Zwickmühle.

Obwohl anfangs gleich sieben Charaktere eingeführt werden, besteht nie eine Verwechslungsgefahr. Alle sieben unterscheiden sich in ihrem Aussehen und ihren Charaktereigenschaften, sodass sie immer eindeutig zu erkennen sind.

„Das Labyrinth erwacht“ ist der Auftakt zu einer Trilogie. Der nächste Band ist für Sommer 2013 geplant, die Wartezeit also glücklicherweise überschaubar.

Der erste Band einer Reihe ist immer etwas schwer zu beurteilen, wenn er nicht in sich abgeschlossen ist, weil man sich ja noch kein Gesamtbild machen kann. Man sieht noch nicht, ob am Ende alles zusammenpasst und stimmig ist. Da mich dieses Buch mit zu vielen offenen Fragen und damit etwas unbefriedigt zurücklässt, gebe ich vorerst nur 4 von 5 Sternen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

30

28.10.2012

„Nicht schlecht, aber verbesserungsfähig”

Inhalt:
Der Drehbuchautor Ben Lindenberger muss sich sagen lassen, dass er einen Totschläger nicht authentisch darstellen kann. Um das zu ändern, verfolgt er bei Gericht den Prozess gegen den Architekt Julian Götz, der seine Frau und seine beiden Kinder erschlagen haben soll. Dabei merkt er gar nicht, dass er selbst immer tiefer in den Fall hineingezogen wird.

Meine Meinung:
Der Anfang ist etwas verwirrend, weil drei Handlungsstränge aufeinandertreffen. Dann werden aber vorerst nur noch zwei weitergeführt und damit die Konstruktion der Geschichte vereinfacht. Die Handlung um Ben Lindenberger und Julian Götz ist einigermaßen spannend und man kann mit verfolgen, wie Ben langsam in den Sog des Architekten gerät und sich immer mehr mit dem Täter identifiziert. Die psychischen Auswirkungen auf Ben kamen mir allerdings etwas teilweise zu sprunghaft und waren mir nicht immer ganz verständlich.

Auf der anderen Seite haben wir das Mädchen Mia, das sich von seiner Freundin Dunja in eine Sache reinziehen lässt, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt. Hier war es noch viel schwieriger, etwas nachzuvollziehen, weil der Leser absichtlich im Unklaren gelassen wird, worum es genau geht. Oft hatte ich den Eindruck, dass die beschriebenen Personen unter Drogen stehen, so unwirklich wirkte in diesem zweiten Handlungsstrang alles.

Während am Anfang detailliert beschrieben und dargestellt wurde, kam mir das Ende dann zu schnell und gewaltig, hier blieben meines Erachtens einige Erklärungen auf der Strecke.

buch

Geheime Tochter

Shilpi Somaya Gowda

EUR 9,99 *
auf Merkliste

40

19.09.2012

„Emotional und ergreifend!”

Dahanu, Indien, 1984. Kavita bekommt ihr zweites Baby. Schon das erste hat ihr Mann ihr weggenommen und getötet, weil es ein Mädchen war. Auch das zweite ist ein Mädchen. Kavita bringt es heimlich nach Bombay ins Waisenhaus.

San Francisco, Kalifornien, 1984. Somer hat zum wiederholten Mal eine Fehlgeburt. Die Ärzte stellen fest, dass sie keine Kinder bekommen kann. Somer und ihr Mann Krishnan, ein gebürtiger Inder, entschließen sich zur Adoption.

Shilpi Somaya Gowda gelingt es auf eindrucksvolle Weise, die gegensätzlichen Welten, hier die armen Bauern in Indien – dort die gutsituierten Akademiker in Kalifornien, darzustellen und eine Brücke zwischen ihnen zu schlagen. Sie nimmt uns mit auf eine ca. 25 Jahre lange Reise im Leben dieser beiden Familien, die sie, von Kleinigkeiten abgesehen, glaubhaft beschreibt. Auf der einen Seite lesen wir von Kavita, die täglich an ihre Tochter denkt und für sie betet und auch nach Jahren immer noch unter dem Schmerz der Trennung leidet. Auf der anderen Seite begleiten wir Asha bei ihren neuen Eltern. Speziell während der Pubertät ist das Zusammenleben nicht einfach. Dabei kommen in diesem Fall zu den normalen Teenagerproblemen noch die der Adoption und der anderen Herkunft hinzu. Mit zunehmendem Alter möchte Asha mehr über ihre indischen Wurzeln erfahren, vielleicht sogar ihre leiblichen Eltern kennenlernen oder zumindest herausfinden, warum sie damals weggegeben wurde.

Gowdas Schreibstil ist einfach, aber schön zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz und wechseln anfangs zwischen Kavita in Danahu und Somer in Kalifornien, später auch noch zwischen anderen Personen. Das Buch ist stark von Gefühlen und Gedanken geprägt. Daher hätte ich es angenehmer gefunden, wenn die jeweiligen Personen in der 1. Person davon erzählen würden. Hier wird aber in der 3. Person berichtet, so dass zwischen den Protagonisten und dem Leser eine gewisse Distanz bleibt.

Gut gefallen haben mir die detaillierten Beschreibungen. Die Slums bauten sich direkt vor meinem inneren Auge auf. Dann wiederum ließ Gowda die farbenprächtigen Saris und das üppige Buffet auf einer indischen Hochzeit vor mir erscheinen.

Im letzten Viertel des Romans hat die Autorin dann für meinen Geschmack etwas zu viel Dramatik aufgefahren, aber das eigentliche Ende fand ich passend, es ist schön rund.

Fazit:
Ich kann das Buch auf jeden Fall jedem empfehlen, der sich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte.

12