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mithrandir
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921

mithrandirs Rezensionen

12345

50

17.06.2013

„fantastisches Finale der Dilogie”

Der Weiße Löwe ist in Sicherheit, doch der Preis, den Flora dafür zahlen musste, war hoch. Zwar hat sie Eisenheim damit vorerst gerettet, aber ihre Liebe zu Marian scheint diese Entscheidung nicht zu verkraften.
Aber lange hat Flora keine Zeit zum Trübsal blasen. denn inzwischen schreitet das Nichts in Eisenheim immer schneller voran. Die Seelen leben in ständiger Angst, davon verschluckt zu werden, doch die Wissenschaftler tappen auf der Suche nach der Ursache im Dunkeln.

Gleichzeitig hat auch der Kanzler nicht aufgegeben. Nachdem Flora seine Pläne vereitelt hat, sinnt er auf Rache und versucht, Flora das Leben schwerzumachen. Wird sie Eisenheim und damit ihrer aller Leben noch retten können?

Meine Meinung:

Nachdem mich "Stadt aus Trug und Schatten" im letzten Jahr mit seiner wunderschönen Geschichte einfach nur verzaubert hat, war es für mich klar, dass ich den zweiten und letzten Teil der Dilogie unbedingt auch noch lesen wollte. Schnell führt Mechthild Gläser ihre Leser wieder in die Handlung ein, die anfänglich mit den wichtigsten Geschehnissen des Vorgängerbandes gespickt ist, um einen leichten Wiedereinstig in die Fortsetzung zu bekommen.

Alle liebgewonnenen Charaktere waren wieder mit dabei und haben die Geschichte auf ihre Art bereichert. Flora hat inzwischen den Großteil ihrer Erinnerungen wiedererlangt und auch beim Dämmerungstraining macht sie langsam Fortschritte. Lediglich die Beziehung zu dem undurchschaubaren Finnen Marian steht weiterhin auf sehr unsicheren Füßen. Er kann ihr ihre Entscheidung hinsichtich des Weißen Löwen einfach nicht verzeihen und immer noch hat Flora das Gefühl, dass er ihr entscheidende Dinge verschweigt.

Die desolate Gefühlslage der authentischen Flora und ihre instabile Beziehungssituation sind zwar ein sehr wichtiger Aspekt der Handlung, doch die weiteren Ereignisse stehen ganz klar im Vordergrund. Schlag auf Schlag gerät sie immer wieder in rasante Situationen oder erlangt alternativ wichtige Erkenntnisse. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und gipfelt schließlich in einem spannenden und nervenaufreibenden Finale.

Ganz besonders gut gefallen hat mir auch hier wieder die Verknüpfung der realen Welt mt der farblosen Schattenwelt unserer Träume. Auf der einen Seite versucht Flora ihren Alltag mit Schule und Freunden zu bestreiten und parallel dazu die ständig wachsenden Probleme in der Schattenwelt zu lösen. Die dortigen Schwierigkeiten verursachen langsam eine Durchlässigkeit der Grenzen, die nicht nur Eisenheim bedroht. Neben den ausführlichen Beschreibungen der Örtlichkeiten in Essen, denen man die tatsächlichen Ortskenntnisse der Autorin anmerkt, fand ich auch die bildhafte Darstellung der Schattenwelt sehr gut gelungen. Dieser Ort mit seinen besonderen Gesetzmäßigkeiten hat vor meinem geistigen Auge Gestalt angenommen, so dass ich mich dort ganz leicht zurechtgefunden und die gemeinsamen Ausflüge mit Flora genossen habe.

Fazit:

Mit "Nacht aus Rauch und Nebel" legt Mechthild Gläser ein grandioses Finale hin, das mich ebenso wie sein Vorgänger zu begeistern wusste. Die Verschmelzung der realen mit der fiktiven Traumwelt, sowie der leicht spürbare Steampunkeinfluss haben ein fantastisches Gesamtbild kreiert, das mich durchweg gefesselt hat. Die ständig spürbare Spannung in dieser faszinierenden Geschichte aus Abenteuer, Liebe und Magie gipfelte in einem rasanten Finale, das die Dilogie zu einem würdigen Ende brachte.

buch

Abendruh

Tess Gerritsen

EUR 19,99 *
auf Merkliste

50

11.06.2013

„ spannender neuer Fall für Jane und Maura”

Drei Jugendliche verlieren innerhalb kürzester Zeit ihre Pflegefamilien. Für alle ist es bereits das zweite Mal, dass sie das überlebende Opfer einer Familientragödie sind. Die Zusammenhänge sind unklar, scheint es doch keine Gemeinsamkeiten zwischen den Kindern zu geben.

In Abendruh, einem besonderen Internat, tief in den Wäldern Maines, sollen sie wieder zur Ruhe kommen und den Weg zurück in den Alltag finden. Die Schule ist nicht nur die erste Anlaufstelle im ganzen Land für traumatisierte Kinder, sie ist auch von der Umwelt abgeschnitten und verfügt über hohe Sicherheitsvorkehrungen.

Auch Dr. Maura Isles ist hier, um Zeit mit Julian zu verbringen, der sich seit geraumer Weile auch hier aufhält. In dieser Zeit kommt es immer wieder zu merkwürdigen Vorfällen. Und während ihre Freundin Jane Rizzoli noch verzweifelt versucht, die Hintergründe aufzudecken, spitzt sich die Lage auf Abendruh immer mehr zu.

Meine Meinung:

Nur wenige Krimis oder Thriller können mich in letzter Zeit zum Lesen verführen. Die Reihe von Tess Gerritsen gehört definitiv dazu. Der angenehme Schreibstil der Autorin macht es den Lesern leicht, dem Geschehen zu folgen. Ganz langsam baut sie dabei die Spannung auf, die im Finale dann ihren Höhepunkt findet.

"Abendruh" punktet ebenso wie seine Vorgänger aber nicht nur mit der gut aufgebauten Handlung, sondern natürlich auch mit seinen schön gezeichneten Charakteren. Während in diesem Band das persönliche Umfeld von Jane Rizzoli eher im Hintergrund bleibt, konzentriert sich die Autorin mehr auf Maura Isles.

Da sich diese direkt im Zentrum des Geschehens befindet, verbleiben die Ermittlungen vor Ort logischerweise bei ihrer Person. Ihr Besuch bei Julian, für den sie fast mütterliche Gefühle hegt, wird immer wieder durch erklärende Angaben zum Vorgängerband gestützt, die es auch einem Quereinsteiger erlauben, der Handlung ohne Verluste wichtiger Informationen zu folgen. Aufgrund der vorangegangenen Vorkommnisse zweifelt Maura an ihrem aktuellen Lebensweg und denkt über gravierende Veränderungen nach. Einzig ihre Freundschaft zu Jane und der erneute Kontakt zu Anthony Sansone lassen sie diesbezüglich noch zögern.

Fazit:

Wieder einmal ist es Tess Gerritsen gelungen, mich mit einem ihrer Romane aus der Rizzoli & Isles-Reihe zu fesseln. "Abendruh" ist nicht nur gewohnt spannend, sondern hat mich mit einem Ende überrascht, das ich in dieser Form nicht erwartet hätte. Dies und die tollen Charaktere, die genau mit der richtigen Dosis Privatleben aufwarten, sind genau die Elemente, die ich von einem guten Thriller erwarte.

50

11.06.2013

„emotionale und spannende Jugendfantasy”

Wow, ich muss sagen, ich habe schon lange kein Buch mehr so verschlungen wie dieses. Melissa Darnell hat einen ganz tollen Schreibstil, der einen unweigerlich mitreißt. Sie erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Savannah und Tristan, jeweils in der Ich-Form. Die Kapitel sind der einfachheithalber mit den jeweiligen Namen gekennzeichnet. Dadurch erhielt ich nicht nur viele Informationen und Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden, es machte den Roman auch ungeheuer lebendig.

Sehr schnell war mir Savannah sympathisch, da man sofort mit ihr und ihrer unverschuldeten Außenseiterrolle mitfühlt. Viel zu lange hat sie die Demütigungen der anderen über sich ergehen lassen, doch zum Glück stehen ihre Freundinnen ihr zur Seite. Die neuen Umstände in ihrem Leben bringen sie jedoch so durcheinander, dass sie aus ihrer gewohnten Rolle ausbricht. Tristans offensichtliche Zuneigung, die nicht sein darf, gibt er immer wieder Halt und lässt sie auf der anderen Seite auch häufig verzweifeln.

Tristan selbst ist ein wirklich liebenswerter, junger Mann, und das, obwohl er praktisch als Lokalmatador geboren worden ist. Doch fiese Arroganz ist ihm fremd und trotz des Kontaktverbots mit Savannah kann er nicht umhin, ihr immer wieder zur Seite zu stehen, wenn die anderen Clann-Mitglieder ihr mal wieder all zu arg mitspielen. Seit Jahren hat auch er Gefühle für Savannah, die er aber auf Wunsch seiner Familie versucht hat, zu unterdrücken und, die nun mit aller Macht ans Tageslicht kommen.

Mit dem Prolog hat die Autorin gleich zu Beginn die Spannung hochgepuscht und konnte diese auch über den gesamten Roman halten. Nie gab es Längen und der ständige Wunsch weiterzulesen, trieb mich in einem atemberaubenden Tempo durch die Geschichte. Ich musste einfach wissen, wie es für Savannah und Tristan weitergeht und kam erst zu einer erzwungenen Ruhe als ich am Ende angelangt war. Ein Ende, das einige Geheimnisse gelüftet hatte, aber noch so viel offen lässt für die Fortsetzung, die ich unbedingt auch lesen muss.

Fazit:

"Herzblut - Gegen alle Regeln" ist ein Jugendfantasyroman mit Suchtgefahr. Der spannende Roman hat mich mit seinen tollen Charakteren und dem lebendigen Schreibstil von Anfang bis Ende gefesselt und ich bin jetzt schon ganz gespannt auf die Fortsetzung, die noch in diesem Herbst erscheinen wird.

40

02.06.2013

„gefühlvoller erster Teil”

Als Lilly mit ihrer Mutter zu deren neuem Freund zieht, ahnt sie noch nicht, was auf sie zukommt. Der Wechsel von der belebten Stadt zum eher einsamen Land ist schon sehr gewöhnungbedürftig, doch zum Glück scheinen Thomas und sein Sohn Samuel ganz nett zu sein.

Lilly und Samuel besuchen auch zusammen die Privatschule, bei der ihre Eltern arbeiten. Im dortigen Internat sind hauptsächlich die Kinder reicher Eltern untergebracht und dem ein oder anderen merkt man dies auch an. Zum Glück sind nicht alle so und Lilly findet schnell Anschluss. Doch einige Kids scheinen etwas seltsam d´rauf zu sein. Insbesondere Raphael gibt ihr immer wieder Rätsel auf. Während er tagsüber ihr gegenüber abweisend und manchmal sogar verletzend ist, wechselt er abends in den Romantikmodus und scheint ebenso von ihr angetan zu sein wie sie von ihm. Was ist bloß los mit ihm?



Meine Meinung:

Das schöne Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und die Leseprobe tat ihr übriges. Der Titel versprach mir ein neuartige Idee auf dem Jugendbuchsektor und genau die habe ich auch bekommen.

Die Protagonistin Lilly war mir schnell sympathisch, zumal sie gleich zu Beginn mein Mitgefühl geweckt hat. Viel zu früh hat sie ihren Vater verloren, an dem sie sehr gehangen hat und der Verlust hat nicht nur Mutter und Tochter in tiefe Trauer gestürzt, sondern auch ihre Beziehung zueinander sehr gestört. Doch zum Glück hat sich Lilly wieder gefangen und nach einigen fehlgeschlagenen Beziehungen ihrer Mutter scheint diese endlich in Thomas ein neues Glück gefunden zu haben. Dem möchte Lilly nicht im Wege stehen und so ziehen sie alle zusammen.

Diesen vielversprechenden Anfangsbonus hat Lilly jedoch im Mittelteil bei mir ein wenig verspielt. Ihre Unschlüssigkeit und teilweise auch Unüberlegtheit war für mich nicht immer nachvollziehbar und auch handlungstechnisch dümpelte dieser Abschnitt ein wenig vor sich hin. Erst der Auftritt eines weiteren Antagonisten hat das Steuer in beiderlei Hinsicht für mich wieder ein wenig herumgerissen und dem ganzen wieder mehr Spannung und Struktur verliehen. Das letzte Drittel fand ich dann wieder sehr fesselnd und spannend, so dass ich es fast in einem Stück gelesen habe.

Für die weiteren Charaktere neben Lilly hätte ich mir gerne ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Während Raphael tagsüber persönlichkeitslos wirkte, was durchaus zu seinem Charakter passte, war er mir nachts einfach viel zu süß. Auch mein persönlicher Favorit Samuel war mir auf lange Sicht einfach nicht facettenreich genug. Ich hoffe da aber sehr auf die Fortsetzung, die ich trotz allem sehr gerne lesen möchte.

Fazit:

"Sternenseelen - Wenn die Nacht beginnt" ist ein Jugendfantasyroman mit einer für mich ordentlich umgesetzten frischen Idee. Interessante Charaktere und der jugendliche Schreibstil haben keine echten Längen aufkommen lassen. Das starke Ende konnte mich sehr überzeugen und wirkte relativ abgeschlossen. Dennoch gibt es genug Potential für eine Fortsetzung, die noch diesen Herbst erscheinen wird und, auf die ich sehr gespannt bin.

50

29.05.2013

„toller Auftakt einer Urban Fantasy-Reihe”

Lucy Sorokin ist eine geschickte Diebin, die gerade erst wieder einen heißen Coup gelandet hat. Mit Leichtigkeit hat sie Kolja Grigorjew verführt, dann zielgerichtet ausgeknockt und ist dann mit ihrer Beute ganz schnell verschwunden. Dummerweise gehört dazu auch ein besonderer Ring, den der vor Wut rasende Kolja unbedingt wiederhaben will. Denn Kolja ist nicht nur irgendein reicher Trottel, sondern ein bösartiger Nephilim, der von dem Ring seine Lebensenergie erhält. Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit, deshalb setzt er die Bruderschaft der anonymen Meister, das älteste Syndikat auf der Welt, auf Lucy an.

Zu dieser Bruderschaft gehört auch Daniel, der für die Organisation auf Bestellung tötet. Wie alle dort ist er ein Wiedergeborener und mit jedem neuen Leben muss er für sie tätig sein. Lange hat er versucht unterzutauchen, doch jetzt hat ihn die Bruderschaft wiedergefunden und ihn zu einem neuen Auftrag genötigt: Lucy.

Daniel Spezialität ist der leise Tod der besonderen Art und so pirscht er sich beizeiten an sein neues Opfer heran. Ärgerlich nur, dass diese Lucy genau die Art von Frau ist, nach der er sich sehnt und während er noch mit sich und seinem Auftrag hadert, liefern sich die beiden ein erotisches Vorspiel mit allen Finessen.

Meine Meinung:

Swantje Berndt hat mit ihrem neuen Roman eine tolle Idee verwirklicht. Die Wiedergeborenen sind dazu verdammt, sich in jedem neuen Leben an alle vorangegangenen zu erinnern. Haben sie sich einmal mit Leib und Seele der Bruderschaft verschrieben, gibt es für sie kein Entkommen mehr. Sie gehören ihr auf ewig an und Ungehorsam wird mit dem Verlust der Seele bestraft.

Daniel Levant gehört zu denen, die ihre Mitgliedschaft in dem Syndikat bereuen. Schon einmal hat er versucht der Bruderschaft zu entkommen, doch ein alter Bekannter hat ihn erneut aufgestöbert. Daniel ist ein sehr emotionaler Charakter. Er liebt die Frauen und das Vergnügen mit voller Hingabe. Gleichzeitig hadert er aber auch oft mit seinem Schicksal und verfällt dabei in eine tiefe Melancholie, die fast an Selbstzerstörung grenzt. Sein neuer Auftrag bringt ihn an die Grenzen seiner Belastbarkeit und dabei seine Seele in sehr große Gefahr.

Auch Lucy ist es gewohnt, das andere Geschlecht um den Finger zu wickeln und hat auch keinerlei Skrupel dies für ihre Streifzüge auszunutzen. Stehlen ist ihr Lebensinhalt und damit macht sie auch vor nichts und niemanden halt. Daniels Auftauchen und seine Verführungskünste bringen ihre emotionalen Barrieren ins Schwanken. Sie ist fast versucht, von ihrem bisherigen Lebensstil abzuschweifen, als die Bedrohung durch Kolja Grigorjew und seine Handlanger alles durcheinanderbringt.

Swantje Berndts flüssiger Schreibstil hat mich zügig durch die Handlung gelenkt. Die schnell aufkommende Spannung ließ mich das Buch gar nicht mehr an die Seite legen und die prickelnde Erotik hat das ihre dazugetan.

Fazit:

Starke Charaktere, anhaltende Spannung und eine gut umgesetzte Idee haben "Der Tod und die Diebin - Bündnis der Sieben 01" zu einem tollen Auftakt einer verheißungsvollen Urban Fantasy-Reihe werden lassen. Der vielversprechende Schluss lässt auf einen spannenden Nachfolgeband hoffen, den ich mit Sicherheit auch wieder vernaschen werde.

40

27.05.2013

„schöne Fantasy”

Diana lebt allein mit ihrer Mutter in einem ruhigen und beschaulichen Ort, an dem selten etwas Aufregendes geschieht. Als sie gerade auf dem Rückweg von ihrer Freundin Janina ist und ihre bevorzugte Abkürzung durch den nahen Wald nimmt, hat sie dort eine merkwürdige Erscheinung, die sie ängstigt und, die sie nicht zuordnen kann. Im dichten Nebel meint sie die Umrisse eines Drachens wahrgenommen zu haben! Das gibt´s doch gar nicht!

Im Laufe der nächsten Tage verblasst die Erinnerung immer mehr und wird schnell von dem Autauchen eines neuen Mitschülers in der Parallelklasse verdrängt. Dessen leuchtend grüne Augen haben es Diana sofort angetan und lassen sie so schnell nicht wieder los. Doch deren Besitzer Adrian ist ihr gegenüber sehr schroff und abweisend, so dass sich Diana verletzt wieder zurückzieht. Widrige Umstände auf der gemeinsamen Klassenfahrt bringen die beiden jedoch immer wieder in Kontakt und lösen bei Diana ein Auf und Ab ihrer Gefühle aus. Was steckt hinter dem seltsamen Verhalten von Adrian? Und was zur Hölle ist da nachts mitten im Wald passiert?

Meine Meinung:

Der flüssige und sehr ausführliche Schreibstil von Pia Hepke hat mich sehr schnell in die Geschichte hineingezogen, die sie abwechselnd aus der Sicht von Diana in der Ich-Form und aus verschiedenen dritten Personen erzählt.

Dabei erhält man einen tiefen Einblick in Dianas Charakter, die mir nach wenigen Seiten schon sympathisch war. Sie ist sehr liebenwürdig und fast zu gutmütig. Manchmal hätte ich sie gerne geschüttelt, wenn sie mal wieder all zu schnell ihrer Freundin Janina verziehen hat, die sich oft ganz selbstverständlich die gemeinsame Freundschaft zunutze macht, in dem Wissen, dass Diana ihr bestimmt bald wieder vergeben wird. An diesen Stellen hätte ich mir manches Mal etwas mehr Selbstbewusstsein für Diana gewünscht.

Adrian ist sehr geheimnisvoll und gibt nur wenig über sich preis. Sein ständig wechselhaftes Verhalten verwirrt Diana und erschwert das Aufkommen tiefergehender Gefühle. Doch hinter dieser Fassade erkennt man seine verletzte Seele, die Angst hat, sich in irgendeiner Form an andere Personen zu binden. Nur langsam öffnet sich Adrian vereinzelt und trifft dabei eine folgenschwere Entscheidung.

Obwohl ich anfänglich oftmals das Gefühl hatte, zu wissen, in welche Richtung die Geschichte gehen würde, hat mich die Autorin immer wieder mit vielen unerwarteten, starken Nebenszenen beglückt, die neue Fragen bei mir aufgeworfen haben, die ich unbedingt geklärt wissen will. Die Geschichte baut sich sehr langsam auf, unterbrochen von gelegentlichen Spannungsspitzen, und führt seine Leser sehr umfassend in das Geschehen ein. Das vorläufige Ende hat mich sehr neugierig gemacht und lässt für den zweiten Band ein erhöhtes Maß an Spannung erwarten.

Fazit:

"Das Geheimnis des Nebels" ist der Auftakt einer vierteiligen Jugendfantasyreihe. Ausführliche Beschreibungen, eine langsam entstehende Liebe und interessante Charaktere haben mir den Roman sehr nahegebracht. Viele offene Fragen und ungeklärte Aspekte lassen mich in freudiger Erwartung auf die Fortsetzung zurück, die noch im Herbst diesen Jahres erscheinen soll und, die ich sehr gerne lesen würde.

buch

Enders

Lissa Price

EUR 15,99 *
auf Merkliste

50

21.05.2013

„spannender und abwechslungsreicher Abschluss”

Die Body Bank ist zerstört, doch der Old Man konnte fliehen. Nur kurz ist es Callie vergönnt so etwas wie ein heiles Familienleben mit ihrem Bruder Tyler zu führen, als sie erneut die Stimme ihres Widersachers vernimmt. Denn ihr Chip ist nicht nur inoperabel, er ist auch als einziger so modifiziert, dass sie mit denjenigen kommunizieren kann, die auf ihren Chip zugreifen können - und noch viel mehr.

Nachdem der Old Man alle anderen Metallos, also Starter mit einem Chip im Kopf, und alle die ihr nahestehen bedroht, kapituliert Callie zum Schutz aller anderen und will sich in die Hände des Old Man begeben. Doch kurz bevor sie bei ihm ankommt, wird sie plötzlich abgefangen und macht die Bekanntschaft eines unerwarteten, neuen Mitstreiters.

Meine Meinung:

Der erste Band "Starters" war für mich ein gelungener Dystopieauftakt und mit "Enders" setzt Lissa Price der Dilogie ein grandioses Ende. Wie auch im ersten Teil erzählt die Autorin die Geschichte aus der Sicht von Callie, wodurch sie uns nicht nur zahlreiche Eindrücke in ihre Persönlichkeit gewährt, sondern auch an den Gedankenübertragungen anderer Charaktere teilhaben lässt.

Schnell war ich wieder mittendrin und habe Callies atemberaubenden Kampf gegen den Old Man mitverfolgt. Die zurückliegenden Ereignisse haben Callie zu einer toughen, jungen Frau werden lassen, die verständlicherweise das ein oder andere Mal unter der erdrückenden Last ihrer Verantwortung zusammenzubrechen droht. Zum Glück erhält sie von ihren Freunden, alten wie neuen, Unterstützung.

Besonders gut gefallen hat mir, dass man nie wusste, was als nächstes passiert. Immer, wenn ich dachte, dass sich die Handlung in eine bestimmte Richtung bewegen würde, hat mich die Autorin wieder überrascht. Lediglich zum Ende hin war die ungefähre Richtung absehbar; zu diesem Zeitpunkt befand ich mich jedoch bereits so tief im Sog der Geschichte, dass ich alles andere ausgeblendet und nur noch begeistert gelesen habe.

Angepasst an die gegensätzlichen Titel der beiden Romane wirkt das Cover von "Enders" wie das Negativ seines Vorgängers. Klasse Idee, die optisch sehr schön umgesetzt worden ist und mir eindeutig besser gefällt als die Publikationen in anderen Ländern.

Fazit:

"Enders" ist der gelungene Abschluss der Dilogie von Lissa Price, der mich temporeich durch die Handlung führte. Anhaltende Spannung, unerwartete Wendungen und eine überzeugende Protagonistin haben mich stetig gefesselt und die Lektüre zu einem echten Lesevergügen werden lassen. Die ideenreiche Dystopie von Lissa Price erhält von mir eine unbedingte Leseempfehlung für alle Fans dieses Genres.

50

18.05.2013

„sagenhafter Auftakt”

Esmé hat sich schon lange von ihrer Umwelt zurückgezogen und der Kontakt mit anderen Menschen ist für sie sehr anstrengend. Sie verliert sich in ihren Träumen, in denen immer öfter ein junger Mann erscheint, von dem sie sich magisch angezogen fühlt. Einzig ihr Bruder Eric schafft es, sie ab und an aus sich herauszuholen.

Gemeinsam mit Eric versucht sie hinter ein Geheimnis zu kommen, das ihren Bruder lange belastet hat und ihm auch jetzt, nach dem Auffrischen seiner Erinnerung, wieder sehr zu schaffen macht. Bei ihren diesbezüglichen Nachforschungen trifft Esmé zufällig auf zwei merkwürdige, junge Männer. Einer von ihnen ist der Mann aus ihren Träumen. Wie kann das möglich sein? Gibt es tatsächlich eine Verbindung zwischen ihnen?

Die ansprechenden Grün-Töne des Covers haben mich gleich angesprochen und zum Lesen eingeladen. Das 415 Seiten starke, gebundene Buch ist eine echte Augenweide für jeden Fantasy-Fan.

Der Schreibstil von Amanda Koch ist wirklich sehr schön und fließend und hat mich sehr schnell in die Geschichte hineingetragen. Angenehm aufgefallen ist mir auch der umfangreiche und gehobene Wortschatz, der sich angenehm von manch anderen Romanen abhebt und zwischendurch fast als poetisch zu bezeichnen ist.

Die gut beschriebenen Charaktere waren mir recht schnell sympathisch und insbesondere Esmé, an deren Gefühlen und Gedanken ich teilhaben durfte, hat es mir mit ihrer inneren Zerissenheit sehr angetan. Schon lange fühlt sie sich fehl am Platze und zieht sich immer mehr zurück. Sie fühlt, dass sie anders ist und erst Ravens Auftauchen holt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus. Von da an macht sie eine unbeschreibliche Entwicklung durch, von der man einfach selbst gelesen haben muss.

Auch Raven ist ein ganz besonderer Mann. Geprägt durch die Ereignisse in seiner frühen Kindheit hat er einen besonderen Bezug zu seinem Großvater, der für ihn Lehrmeister und Vorbild ist und, der sich für seine Enkel liebevoll aufopfert. Doch gleichzeitig bereitet er sie auf eine besondere Aufgabe vor, die ihr Familienerbe ist und vermittelt ihnen unter anderem auch sehr viel Verantwortungsbewusstsein. Dies hat Raven sehr geprägt und bestimmt schon lange sein Handeln. Esmés Auftauchen wirft ihn daher aus seiner vorherbestimmten Bahn, weshalb er lange mit seinen Gefühlen hadert.

Letztendlich war ich nicht nur von den Charakteren begeistert, sondern auch von dem wundervollen Gerüst, dass die Autorin um sie herumgezaubert hat. Ich denke, Avalon ist wahrscheinlich fast jedem ein Begriff und ich habe es sehr genossen, wie stimmig die Autorin die Mystik, die sich darum rankt, in ihre Geschichte miteingearbeitet hat. Ihre bildhaften Beschreibungen haben mich an ferne Orte entführt und mit das Gefühl gegeben, gemeinsam mit den Charakteren im magischen Land Amaduria zu sein.

Fazit:

"Die Wächter von Avalon - Die Prophezeiung" ist der Auftakt einer Fantasyreihe von Amanda Koch. Viel zu schnell war ich am Ende angelangt; dabei hätte ich zu gerne noch viel mehr von den gut gezeichneten Charakteren erfahren. Ich wurde verzaubert von einer fantastischen Geschichte, die immer noch in mir nachhallt und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit den liebgewonnen Charakteren und dem magischen Amaduria.

40

12.05.2013

„actiongeladener Jugendabenteuerroman”

Als die Familie Walker eine wunderschöne, alte Villa zu einem Spottpreis angeboten bekommt, können sie ihr Glück gar nicht fassen und greifen sofort zu. Doch hinter diesem Haus verbirgt sich viel mehr als sie ahnen. Einst gehörte es dem eher erfolglosen Autor Denver Kristoff und es strahlt etwas Unheimliches aus. Schnell stoßen die Kinder nicht nur auf die Werke des ehemaligen Hausbesitzers, sondern haben auch draußen im Garten eine merkwürdige Erscheinung, die sie zunächst für eine Sinnestäuschung halten.

Dann taucht plötzlich ihre seltsame Nachbarin bei ihnen auf und entpuppt sich als ein magisches und tollwütiges Wesen, das eine Spur der Vernichtung hinterlässt und die Familie Walker attackiert. Als die Kinder Brendan, Cordelia und Eleanor nach dem Angriff wieder zu sich kommen, sind ihre Eltern verschwunden und vor ihrer Haustür breitet sich ein gefährlicher Urwald mit bedrohlichen Bewohnern aus. Entschlossen begeben sich die Kinder auf die Suche nach ihren Eltern und müssen dabei gleichzeitig einen magisches Buch finden, hinter dem die furchtbare Nachbarin her ist. Werden sie es rechtzeitig schaffen?

Meine Meinung:

Man merkt gleich beim Lesen, dass das Autorenduo sehr viel Erfahrung im Fernseh- und Kinosektor hat. Die Erzählung ist sehr actionreich und bildhaft beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, der Roman liefe einem Film gleich in meinem Kopf ab. Und ein Film war es auch, den ich zuerst mit dem Geschehen assoziiert habe, denn als die Kinder sich unvermittelt in einem gefährlichen Urwald wiederfinden, kam mir gleich "Jumanji" in den Sinn. Doch im weiteren Verlauf zeigte sich, dass die Erzählung weit darüber hinausging, aber nichtsdestotrotz mit seinen außergewöhnlichen Settings und Figuren auch gleichzeitig eine geniale Filmvorlage ist.

Die Walkerkinder sind - wie bei Geschwistern oft üblich - sehr unterschiedlich in ihrem Wesen und Verhalten. Cordelia ist ein überaus intelligentes, junges Mädchen, das ausgesprochen vielbelesen ist und Bücher geradezu inhaliert. Währenddessen Brendan ein außergewöhnliches Gedächtnis besitzt, seine Zeit aber lieber mit seiner Konsole oder seinem Lacrosse-Team verbringt. Seine freche Zunge hat mir ganz besonders gefallen und hat mir das ein oder andere Mal ein Grinsen aufs Gesicht gezaubert. Das Nesthäkchen Eleanor ist ebenfalls sehr gewitzt, leidet aber an einer Lese-Rechtschreibschwäche, die ihr oft sehr zusetzt.

Trotz üblicher Kabbeleien unter Geschwistern zeigen die Kinder jedoch, dass sie zusammengehören und füreinander da sind. Sie alle sind Versuchungen ausgesetzt und treffen bei ihrem Abenteuer auf die verrücktesten Figuren, die sie in große Gefahr bringen. Hier beweisen sie nicht nur, dass sie sehr mutig sind, sondern auch wie erfindungsreich. Sie wachsen förmlich über sich hinaus und lernen dabei sehr viel über sich selbst und ihre Geschwister.

Fazit:

"House of secrets - Der Fluch des Denver Kristoff" ist ein actiongeladener Jugendabenteuerroman von Chris Columbus und Ned Vizzini und der Autakt einer neuen Reihe. In einem atemberaubenden Tempo fliegt man als Leser durch den Roman, in dem Themen wie Vertrauen, Loyalität und Liebe aufgegriffen werden. Gerne habe ich die sympathischen Geschwister auf ihr Abenteuer begleitet und mit ihnen gelacht, gebangt und gehofft. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

buch

Bitterzart

Gabrielle Zevin

EUR 16,99 *
auf Merkliste

40

07.05.2013

„Schokolade - die Droge der Zukunft”

Der Titel des Buches allein suggerierte einer Schokoladenliebhaberin wie mir schon direkt, dass dieses Buch unbedingt mein Eigen werden musste. Und auch inhaltlich befasst sich der Roman mit einer der größten Versuchungen, die es kulinarisch für mich gibt.

Gabrielle Zevin hat diesen Roman aus der Sicht von Anya verfasst, die, einem persönlichen Rückblick gleich, ihre Geschichte dem Leser erzählt und ihn zwischendurch auch immer wieder unvermittelt anspricht. Normalerweise ist dieser Schreibstil eigentlich nicht mein Geschmack, doch hier schien er mir genau die richtige Wahl zu sein.

Die Idee des Buches fand ich sehr reizvoll und hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Was wäre, wenn in unserer Welt die Schokolade verboten wäre? Immerhin ist sie ein Genussmittel, das bei übermäßigem Verzehr durchaus gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann. Insofern ist der Gedankengang gar nicht so absurd, wie er mir zunächst vorkam, allerdings wenn man berücksichtigt, dass der Alkohol in der Geschichte wiederum legal ist, dann erkennt man doch schnell die Willkür der dortigen Legislative.

Die Welt der Zukunft in "Bitterzart" hat sich verändert und ist stellenweise sehr grausam. Rohstoffe, insbesondere Wasser, sind sehr knapp und die zahlreichen Verbote führen zu hoher Kriminalität und beleben den Schwarzmarkt. Mittendrin die Familie Balanchine, die der Inbegriff für qualitativ hochwertige Schokolade ist und zu den fünf mächtigsten Schokoladen-Dynastien gehört.

Anya Balanchine ist mit all dem aufgewachsen und hat in ihrem jungen Leben schon viel Leid erfahren. Der Verlust der Mutter und der Mord an ihrem Vater haben ihr Leben als Kind einer Verbrecherfamilie geprägt. Die Verantwortung, die sie für ihre kleine Schwester und ihren geistig etwas einfach gestrickten Bruder tragen muss, drohen sie manchmal zu überwältigen, doch sie versucht stets ihre Familie aus allen Problemen herauszuhalten. Ihre Entscheidungen sind pragmatisch und immer auf das Wohl ihrer Geschwister ausgerichtet, doch die Liebe zu Win stellt sie auf eine harte Probe, zumal sein Vater als zweiter Oberstaatsanwalt ein sehr mächtiger Mann ist, der von der Beziehung nicht sehr angetan ist. Es war sehr interessant, Anyas persönliche Entwicklung zu beobachten, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr zu einer erwachsenen und selbstbewussten Frau wandelt.

Aber auch die zahlreichen Nebencharaktere machen hier eine gute Figur, obwohl sie neben Anya nicht ganz so präsent sind. Angefangen bei ihrer treuen Freundin Scarlet, die stets hunderprozentig loyal ist, bis zu ihrem liebenswerten Bruder Leo, der intelligenten Schwester Natty und Wil, dem Jungen, der Anyas Herz erobert und, der immer freundlich ist und an Anya glaubt. Er ist nicht der typische starke Held der Protagonistin, sondern hinterlässt eher einen etwas soften Eindruck, obwohl er ohne zu zögern für seine Liebe eintritt. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung, da ich vermute, dass auch Win noch eine ordentliche Entwicklung durchmachen wird.

Fazit:

"Bitterzart" ist der Auftakt einer neuen dystopieähnlichen Reihe von Gabrielle Zevin, in dem eine tolle Idee wirklich gut umgesetzt ist. Der angenehme Schreibstil hat mich an diesen Roman, der wichtige Themen wie Liebe, Freundschaft, Macht und Loyalität als Grundlage hat, gefesselt und in freudiger Erwartung auf die Fortsetzung "Zartherb" zurückgelassen.

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