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Name:
Melanie Enns
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L.
Rezensionen:
103 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 5

nicht hilfreich: 1

Rang:
364

Melanie Ennss Rezensionen

50

26.03.2013

„Moor Mörder”

Ich habe es gewagt und den siebten Fall der Kommissarin Ann Kathrin Klaasen gelesen. Da der Fall in sich abgeschlossen ist, ist es auch kein Problem, obwohl ich denke, das man viele der Protagonisten näher kennengelernt hätte und sie vielleicht mehr wertschätzen und verstehen würde, wenn man noch mehr Hintergründe über ihr Leben kennen würde. Wer darauf wert legt, der sollte natürlich auch die sechs Krimis davor lesen. Ich bin bei Nele Neuhaus auch mit dem letzten Krimi angefangen und fühlte mich dennoch nicht verloren, denn wer 1 + 1 zusammenzählen kann, wird auch den Sinn und die Geschichte hinter den einzelnen Personen erkennen.

Ann Kathrin und ihr Freund Weller, auch Komissar leben zusammen, beide geschieden und mit Kindern gesegnet, halten ihre Beziehung nicht unbedingt geheim, lassen aber ihr Privatleben außen vor, sobald ein neuer Fall zulösen ist. Ein neuer Fall findet sich auch rasch und zwar wird durch Zufall nenne ich es mal eine Kinderleiche im Moor geborgen und dabei bleibt es dann leider nicht und die Komissare aus Ostfriesland bekommen eine Menge zu tun und zu überdenken. Der Fall ist so schaurig und teilweise wirklich widerlich, welch kranke Seele, das ich eine echte Gänsehaut bekam.

Für mich als Leserin dauerte es mir fast zu lange, bis ich dahinterblicken konnte wieso, weshalb, warum. Damit will ich nicht sagen, das ich mich 520 Seiten lang gelangweilt habe, sondern in dieser Zeit Land und Leute sehr gut kennenlernen konnte und doch nicht dahinter kam, wer der / die Entführer/in ist und was sie /er damit bezweckt eine Familie zu zerstören. Interessant hierbei ist, das man direkt in ihre / seine Gedanken eintauchen kann und der Wahnsinn aus diesen Gedanken uns förmlich entgegenspringt. Es gab einige Stellen da gefror mir tatsächlich das Blut in den Adern und ich vermute es lag schon alleine daran, das ich selber Kinder habe, diese aber zum Glück keine Zwillinge sind, dennoch hat es mich bewegt und ich wäre vor Angst wahnsinnig geworden, wenn man mir meine Kinder entführt hätte.

Lucy die Schwester der Zwillinge, ist mir mit ihren 14 Jahren wirklich als sehr unreif vorgekommen und scheinbar auch völlig blind vor Liebe. Ich vermute aber stark, das sie einfach auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit war, die ihre Mutter ihr durch die Geburt der Zwillinge Ina und Tina (Müller) nicht geben konnte, da sie selbst überlastet war und Hilfe benötigt hätte. Die Story wird teilweise echt rasant und zwischendurch plätschert es auch ganz gemütlich dahin, denn es wird alles aufgerollt und haarklein beschrieben und ganz langsam nähern wir uns dem Showdown, dem großen Finale.

Ich fand den Spannungsbogen wirklich genial und war am Ende wirklich erstaunt über des Rätsels Lösung. Ich, die ich vor einer ganzen Weile noch Krimis und Thriller inhaliert habe, wurde komplett verwirrt und konnte mich tatsächlich komplett überraschen lassen, ohne nur einen Moment den richtigen Riecher auf die Täter/in zu haben. Echter Wahnsinn begegnet uns und mir läuft jetzt noch ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich nur darüber nachdenke.

buch

Der Sarg

Arno Strobel

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

16.02.2013

„Arno Strobel - Meister meiner Alpträume”

Leider wird es sich dieses Mal nicht vermeiden lassen ohne Spoiler zu schreiben, denn es gibt einige Dinge derer Arno Strobel sich bedient, die kann ich nicht totschweigen, die muss ich präsentieren, sonst frisst es mich auf und zwar geht es um sexuellen Missbrauch und extremer Gewalt gegenüber Kindern und da wird mir nicht nur mächtig übel, da werde ich auch regelrecht wütend. Wütend auf Mütter + Väter! Wütend auf Krankenhäuser die nicht eingeschritten sind und wütend auch auf Haushälterinnen die zwar Wunden verbinden, aber nicht einschreiten, obwohl sie sehen wie sehr die Kinder leiden müssen. Ein Job ist wichtiger wie ein Kinderleben? Rechtfertigt es das diese Geschichte schon 30 Jahre her ist? Wie kann man denn seine Augen und Ohren verschließen? Unfassbar! Ich hatte während des Lesens einen dicken Klumpen Zorn in mir und es war schwer ihn hinunterzuschlucken. Es ist ja nicht nur eine Geschichte, sondern Fakt das solche Gräueltaten an Kindern tatsächlich geschehen sind und es auch immer noch sind. Wie viel kann ein Mensch ertragen?
Eva, die Hauptprotagonistin in diesem Buch träumt sehr realistisch davon, das sie in einem Sarg liegt, droht zu ersticken und sich nicht befreien kann. Wie kann so etwas geschehen? Wie kann man im nächsten Moment erwachen und denken es ist ein Traum, wenn doch die Schmerzen am und im Körper, die blauen Flecken eine ganz andere Sprache sprechen? Es ist verwirrend und bis zum Schluss lässt Arno Strobel uns im Dunklen tappen und macht es dabei sehr gut. Eine Gänsehaut nach der Nächsten überfiel mich und das ist es auch was ich von einem wirklich guten Thriller erwarte, mich da zu packen, das ich nicht mehr aufhören möchte zu lesen,regelrecht süchtig werde nachdem was mich beim lesen erwartet. Für mich war die Handlung keineswegs vorhersehbar, daher war ich beim großen Showdown am Ende doch sehr überrascht, denn ich hatte etwas ganz anderes erwartet. Letztendlich hatte ich sehr großes Mitleid mit Eva und ich hoffe und bete für alle Kinder diese Welt, das sie diese schlimmen Geschehnisse nicht selbst erleben müssen. Was zurück bleibt ist ein wirklich schaler Geschmack und der Wunsch die Welt und alle Kinder darin retten zu können.

Ich bin leider schon durch mit dem Buch und zurück bleibt eine Leseprobe auf das nächste Buch von Arno Strobel, welches wahrscheinlich im Frühjahr 2014 erscheinen wird. Es trägt noch keinen Titel, aber ich tippe mal fast auf "Das Spiel" oder etwas ähnliches, denn die Titel der anderen Bücher:

Der Trakt
Das Wesen
Das Skript

und nun "Der Sarg" sind auch alle kurz und knackig. Die Bücher aneinandergereiht im Regal sehen wirklich Klasse aus, denn sie unterscheiden sich nur in der Farbe des Schriftzuges voneinander. "Der Sarg" ist dabei blutrot und auf dem Cover ist es erhöht dargestellt, das es fühlbar ist.

Nele Neuhaus sagt: "Hochspannung Pur" und das kann ich mich wirklich anschließen. Bisher das Beste Buch von Arno Strobel und daher ist es kein Wunder, das "Der Sarg" auf Anhieb die Spiegel Bestsellerlisten erstürmt hat!


buch

Dicke Hose

Mia Morgowski

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

26.12.2012

„Frauen tragen Prada / Männer dicke Hose ”

Man nehme also einen Volltrottel (Sorry Alex, aber hin und wieder hast du dich leider wie einer benommen!), ganz viel Naivität, jede Menge Handtaschen und Modenamen (vor allem die, die ich mir niemals werde leisten können!), faustdicke Lügen, einen schwulen Kollegen, Joan Collins und jede Menge andere Personen, die ihre Rolle perfekt auf das Buch abstimmen.
Äh, bevor ich hier weiterschreibe eine kleine Frage und zwar? Was machen denn die Kaninchen auf dem Cover oben wo der Name der Autorin steht? Bilde ich mir das jetzt nur ein oder machen die da ganz öffentlich Kaninchenbabys? Unglaublich, ich sehe es erst jetzt, da könnt ihr mal sehen, das mein Blick tatsächlich komplett auf den Kanienvogel vorne im Bild fokussiert war. Unglaublich! Sex ist im Buch eher Nebensache. Kommt vor, sprengt aber nicht den Rahmen. Im Prinzip dreht sich tatsächlich alles um Alex, der sich hier auch ein klein wenig selbst finden muss und zwischendurch handelt er natürlich auch völlig kopflos, das ich wirklich kurz davor die Hände über den Kopf zusammen zu schlagen. Für mich war offensichtlich, das Florian die Pfeife, nur jemanden braucht, der den Karren wieder aus dem Dreck zieht. Warum also nicht einen Freund dazu benutzen und ihn mal so gründlich auflaufen lassen und mal so richtig ausnutzen. Mich interessiert, denn das wurde nicht aufgedeckt ob Alex seine Anzahlung für den Skiurlaub zurückerstattet bekommen hat oder hat Natasha sich auf Alex Kosten gründlich amüsiert. Von wegen Privatklinik! Pfffffff! Schon die Apres - Ski - Hits im Hintergrund haben mich stutzig gemacht. Florian ist so ein Typ den ich nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Arrogant und faul eine Kombination, die wirklich abstoßend ist in meinen Augen. Gut, das auch er letztendlich so mächtig auf die Nase fällt.
Interessanterweise würde ich es auch nicht aufgrund des lila Hintergrundes des Covers als einen Frauenroman einstufen, sondern könnte mir das Buch auch in Händen eines Mannes vorstellen. Ich denke Mann und Frau würden auch tatsächlich über dieselben Szenen lachen können.
Von mir eine Leseempfehlung!

50

26.11.2012

„Übersinnlich”

Mein erster Eindruck als ich anfing zu lesen war sehr positiv, denn von Anfang an lernen wir Rebecka näher kennen und bekommen nach und nach Einblicke in ihr Leben und ihre Gefühlslage. Die Frage nach dem Warum? verstärkt sich mehr und mehr und ist auch am Ende des Romans nicht ganz schlüssig, obwohl ich vermute das der Schlüssel in ihrer Kindheit zu finden ist. Das Verlassen werden in der Kindheit, eine depressive Mutter .......... etwas was zu großen Verlustängsten führt. Ist dies eine Entschuldigung dafür sich das Leben zu nehmen? Im Buch kommt ganz klar hervor, das Rebecka einen großen Fehler gemacht hat indem sie ihr Leben einfach weggeschmissen hat ohne sich um die Folgen zu kümmern. Wollte sie ihrem Mann zuvorkommen indem sie diejenige ist, die den ersten Schritt der Trennung wagt? Einige Fragen bleiben unbeantwortet, dennoch kann das Buch wirklich glänzen- Echte Leseempfehlung!

buch

Geheime Tochter

Shilpi Somaya Gowda

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

27.09.2012

„Mein Name ist Asha ...... ”

Gleich zu Anfang bekommen wir einen Einblick auf das Leben in Indien. Ein Indien anders als uns Bollywoodfilme vorgaukeln, denn wir befinden uns in einem Dorf, in dem die Armut herrscht und die Geburt einer Tochter Unglück über die Familie bringt. Einer jungen Mutter wird ihr Kind direkt nach der Entbindung aus den Armen gerissen und sie wird es nie wiedersehen und sie wird auch nie wissen, was mit ihrer Tochter geschehen ist. Es tut weh und da dies eine Tatsache ist un nicht ausgedacht, bekommt dieses zu lesen einen noch bitteren Nachgeschmack. Ich weiß um die Zustände in Indien, es aber erneut zu lesen bringt mich ins Nachdenken und führt dazu, das ich noch dankbarer für meine beiden wunderbaren Töchter bin. Denn ich darf sie großziehen und sie zur Schule schicken, da wir in einem Land wohnen, wo Mädchen und Jungen doch in etwa gleich behandelt werden. Kavita wird wieder schwanger und auch dieses Mal entbindet sie ein Mädchen. was für eine Schande! Sie bringt das Kind heimlich in ein Waisenhaus, da sie hofft das ihrer Tochter, die sie Usha (Morgendämmerung) nennt um ihr zu einem besseres Leben zu verhelfen. Ihr die Chance zu geben zu überleben. Erzählt wird die Geschichte der beiden Familien, die durch die Geburt von Usha miteinander verknüpft sind und das passiert sehr warmherzig und authentisch. Wir lernen alle beteiligten Personen gut kennen und beginnen nach und nach ihre Handlungen zu verstehen. Somer und Krishnan, die keine Kinder bekommen können und Jasu und Kavita, die Kinder bekommen, es sich aber nicht leisten können ein Mädchen groß zuziehen, da sie die Mitgift von 20.000 Rupien nicht aufbringen können. Kavita trauert jeden Tag um ihre verlorene Tochter und betet für sie. Es tut mir weh, das sie so leiden muss, aber letztendlich erkennt sie und auch später Asha (die von ihrer Mutter Usha genannt wurde) das dieser Weg gut war, auch wenn es erst sehr weh gehtan hat und es immer noch tut. Ich fand das Buch sehr bewegend und Dinge wie Brautverbrennung oder die hohen Zahlen getöteter Mädchen in Indien hinterlassen mich sprachlos und vertört. Auch Kavita lässt in der 3. Schwangerschaft eine Ultraschalluntersuchung machen um festzustellen ob das Baby was sie austrägt endlich der ersehnte Junge ist. Es ist natürlich von der Regierung verboten, aber dennoch wird es so gehandhabt und wenn der Fötus ein Mädchen ist, wird abgetrieben. Ich musste schwer schlucken und es hat ein völlig neues Bild in mir entstehen lassen. Eine echte Leseempfehlung!

50

26.07.2012

„Wie man in die Wurst beißt, so beißt man auch ins Gras”

Auch wenn ich am Anfang doch eher pikiert von Moritz Lebensstil war, zeigt sich, das auch in ihm jede Menge Potential steckt, was ihn liebenswert erscheinen lässt. Er braucht einfach den einen oder anderen Anstoß um zu sich selbst zu finden. Ich war entrüstet von seiner eher Scheißegaleinstellung und hätte ihn an Julias Stelle auch aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen, denn wer will als Frau schon dauernd hinter das Licht geführt werden? Anstatt in der Uni zu sitzen bräunt sich der Kerl seinen Hintern? Moritz erschien mir als Loser, als Mensch der nichts mit sich anzufangen weiß, kein Ziel hat und mit solchen Menschen kann ich auch im echten Leben nichts anfangen. Ich würde sie am liebsten schütteln, denn einfach nur in den Tag leben kann auch nicht das wahre sein. Ich gab Moritz eine Chance und er hat mich positiv überrascht. Dank Karl dem Metzger, der einige Weisheiten auch für mich parat hat, entwickelt sich Moritz weiter und bleibt nicht da stehen, wo er stand, bevor er Karl traf. Zum Metzger taugt er nicht, auch nicht wirklich zum Rikschafahrer, Kellner auf dem Oktoberfest oder auch Pilzverkäufer, aber auch für Moritz wird es etwas geben, was er kann und was seinen Begabungen und Fähigkeiten entspricht. Mittlerweile glaube ich an ihn und hoffe tatsächlich, das es einen Folgeband geben wird, der mehr von Karl und Moritz berichten wird, da das Ende eher offen ist und wir uns die Fortsetzung selbst zusammenspinnen können.

Ein witziges Buch, was man nicht immer ernst nehmen kann, aber dennoch steckt die eine oder andere Weisheit hinter den Zeilen. Am Anfang tat ich mich schwer hineinzufinden, aber je mehr ich las um so angenehmer und leicht wurde es. Es zeigt mir, das ältere Menschen oft eine Menge Potential haben, die auf uns als jüngere wirklich abfärben können. "Hey Jude" hat mich einen ganzen Nachmittag regelrecht verfolgt und mich immer wieder schmunzeln lassen.

Das Cover fand ich persönlich eher ungewohnt und ehrlich gesagt nicht wirklich ansprechend. Hier zeigt sich aber, das man nichts auf die Verpackung geben sollte, bzw. seinem ersten Eindruck nicht nachgeben, sondern auf das achten, was hinter der Verpackung steckt. Interessanterweise hatte Karl durch den Metzger vorne ein Gesicht für mich und er ist tatsächlich mein Lieblingscharakter in dem Roman. Ich habe ihn regelrecht ins Herz geschlossen. Seine Weisheiten und das was er an Moritz weitergibt ist wirklich mehr als leibenswert.

Auch die bayrische Mundart liest sich nach einer Weile recht flüssig und hinterher fühlt man sich tatsächlich auch in München zuhause.

Am Anfang eher oberflächlich, was aber eher an der Person Moritz lag und hinterher zwar amüsant, aber auch mit einer gewissen Tiefe und Tragik. Mir hat es gefallen, daher empfehle ich das Buch "Sülze hilft gegen alles ........" sehr gern weiter und vergebe auch alle 5 Sterne!

40

26.07.2012

„Wenn der Sommer endet .......”

....... wird nichts bleiben wie es war, denn es ist eine Zeit der Veränderungen. Diesen Sprung zu schaffen fällt nicht leicht, aber vielleicht ist es das Beste Dinge ruhen zu lassen oder eben auch zu bereinigen? Manchmal ist es für alle Beteiligten das Beste das Kartenhaus aus Lügen nicht aufrecht zu erhalten, sondern offen darüber zu reden? Jedes der Pärchen, die sich regelmäßig im Ferienhaus in der Normandie treffen haben ihr Päckchen zu tragen. Der eine mehr, der andere weniger. Nach und nach wird dieses und jenes aufgedeckt und macht die Hauptprotagonisten dadurch menschlicher. Zwischendurch musste ich den Anfang eines Kapitels erneut lesen, da mich verwirrt hat, wie schnell die Autorin von einem zum nächsten Problem springt.

Insgesamt gesehen fand ich das Buch gelungen, obwohl mich der Schreibstil nicht komplett fesseln konnte. Es ist ein ganz ruhiges Buch mit ganz sanften und leisen Tönen, was es dadurch zeitweilig fast ein wenig langweilig macht. Ein klein wenig mehr Spannung hätte das Buch doch vertragen können. An einem ruhigen Sommertag, indem man sich an den Strand träumen kann, die Seele baumeln lassen kann, ist das Buch unbedingt geeignet. Im Winter gelesen kann ich es mir nicht vorstellen, da der ganze Hintergrunde und auch die farbigen Beschreibungen des Landes, die Meeresluft die um die Nase weht einfach nicht passend erscheint in der doch etwas düsteren Jahreszeit gelesen zu werden. Es ist eindeutig ein Sommerbuch, in das man sich fallen lassen kann oder eben auch auch nicht. Man braucht Ruhe und Besonnenheit um auch das was zwischen den Zeilen geschrieben steht verstehen zu können.

50

26.07.2012

„Jedem sein Schicksal ”

Erwartet habe ich durch den Klappentext und eine recht kurze Leseprobe einen Liebesroman, welches zwischendurch wirklich erfrischend sein kann. Bekommen habe ich ein Buch, welches mich von Anfang an nicht mehr losgelassen hat. Ich war sofort mitten in der Handlung und habe es nicht geschafft das Buch zur Seite zu legen, denn es hat mich wirklich fasziniert. Fasziniert dadurch, das es eben alles anders wurde als erwartet.

Wir lernen die beiden Hauptprotagonisten komplett kennen. Wir erleben ihren Schmerz, ihre Trauer und ihre Gedanken. Durch den Tausch der Handys auf dem Flughafen erfahren die beiden die Lebensgeschichte des anderen. Ihre Flucht vor der Vergangenheit und ihren Neuanfang, dennoch brodelt es in beiden und nach und nach kommen Dinge ans Licht, die uns als Leser erschüttern und und uns immer wieder hoffen lassen, das sich doch noch alles zum Guten wendet.

Manchmal kann man sich nicht verstecken und in dem Fall von Madeline und Jonathan ist es sogar sehr hilfreich für beider Leben sich dem zu stellen was bedrückt und sogar bereinigt werden muss. Das beide dabei eine wichtige Rolle für den jeweils anderen übernehmen ist einfach zwingend notwendig. Sich ineinander zu verlieben ist schon vorprogrammiert, zumindest war es meine Hoffnung und vielleicht ist es auch genauso geschehen?

Ich bin wirklich ganz begeistert von der Story, die doch so ganz anders war wie ich vermutet habe. Das Cover zeigt zwei Menschen, die auf eine Stadt blicken. Ich habe irgendwie so etwas wie "Schlaflos in Seattle" erwartet und etwas ganz anderes, aber auch sehr großartiges bekommen, denn wer vermutet hinter dem Klappentext einen Krimi? Einen Krimi den das Leben schreibt? Manchmal ist es schwer mit Verlusten fertigzuwerden und manchmal ist es auch notwendig seinen ersten Eindruck über eine Person zu revidieren. Zu erkennen das man sich irrt und es sich nicht um eine arrogante Frau handelt, mit der man am Flughafen zusammenstößt, sondern das sich hinter jedem Menschen eine Geschichte verbirgt und manchmal ist man sogar Seelenverwandt.

Besonders gut hat mir gefallen, das jedes neues Kapitel mit einem Zitat beginnt, welches sich auf das was wir lesen werden bezieht.

"Es gibt Menschen, deren Bestimmung es ist, einander zu begegnen. Wo sie auch sind. Wohin sie auch gehen. Eines Tages treffen sie sich!" Claudie Galley, Seule Venise

Eine echte Leseempfehlung!

buch

Blutsommer

Rainer Löffler

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

26.07.2012

„Blut, Blutiger, am Blutigsten”

Der Titel des Buches passt wie die Faust aufs Auge, denn es wird blutig, wenn nicht sogar sehr viel blutiger als erwartet.

Es beginnt gleich spannend, indem eine Familie auf einem Ausflug auf eine Leiche stösst. Hierbei fehlt mir ein klein wenig der Hinweis, was mit dem Mädchen passiert ist, nachdem sie ins Krankenhaus gebracht worden ist, denn durch den Schock hat sie vergessen zu atmen. Das war doch sehr oberflächlich behandelt und ich hätte mir einen oder auch mehrere Sätze gewünscht die Aufschluss darüber geben, wie die Familie den Fund weggesteckt hat.

Ich muss sagen, das ich ja doch echt hartgesotten bin, aber einige Passagen mir wirklich den Ekel ins Gesicht geschrieben hat. Ganz schön widerlich. Ich sag nur Frikadellen und diejenigen, die das Buch auch gelesen haben, werden wissen was ich meine. Mir war echt schlecht und auch jetzt, wo ich hier sitze und schreibe, habe ich ein ungemütliches Gefühl im Magen. Hier wurden Phantasien ausgelebt, die wirklich krass sind und mich echt schockiert haben.

"Blutsommer" sagt ja schon aus, was uns erwartet, ein blutiges Spektakel, denn der Herr der Puppen ist unterwegs und lässt dich im wahrsten Sinne des Wortes bluten. Sein Motiv? Schlechte Erafhrungen in der Kindheit, was auch sonst? Nichts Neues, aber sehr gut insziniert.

Auch, wenn es teilweise widerlich und widerwärtig war zu lesen, was Menschen Menschen antun können. Wie sie morden ohne schlechtes Gewissen und sich dabei so sicher sind niemals dabei erwischt zu werden oder straffrei davon zu kommen überrascht mich immer wieder aufs Neue. Auch die beiden Hauptprotagonisten Martin Abel und Hannah Christen sind wirklich ein tolles Team. Außergewöhnlich und sehr robust. Wobei ich am Anfang an echt erwartet hatte, das Abel wieder nur ein zugedröhnter Bulle ist, wird er von Seite zu Seite immer symphatischer und authentisch.

Mir hat das Debüt von Rainer Löffler wirklich gefallen. Klar, kleine Schwächen gibt es hier und da, aber das Buch ist nicht eine Seite lang unspannend, da der Autor es versteht uns immer wieder auf falsche Fährten zu locken und das mag ich, dieses Kribbeln vor Spannung, wer denn nun tatsächlich der Mörder ist.

Natürlich eine Leseempfehlung!

50

25.07.2012

„Der Zauber Afrikas”

Dieser Roman ist zwar von Anfang bis Ende sehr vorhersehbar, aber dennoch sind seine Figuren so liebenswert, das dieses das, was stören könnte aufwiegt. Afrika in seiner ganzen Pracht wird wunderbar beschrieben. Wir lernen aber auch die Gefahren kennen und eine Gefahr davon wird Angel zum Verhängnis, denn durch einen Schlangenbiss wird ihre Mutter getötet und sie ist von einem Augenblick auf den anderen eine Waise.
Angel, Daniel und auch Emma sind die 3 Hauptprotagonisten die uns durch den Roman führen. Es gibt auch noch eine ganz wichtige andere Figur, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte, da sie zu gewaltig, zu bombastisch ist und in mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, das ich nur ihren Namen nennen möchte und dieser ist Moyo. Ich bin immer noch ganz verzaubert und hätte die Erfahrung, die Angel mit ihr macht auch gerne geteilt.

Die Autorin hat es geschafft mich von Anfang an zu packen. Der Anfang war in meinen Augen sehr, sehr krass und ich hätte Angel am liebsten in den Arm genommen und getröstet als ihre Mutter stirbt und sie in dem Augenblick so viel Stärke zeigt, die man einem Kind in dem Alter nicht zutrauen würde. Welches Kind deckt die Mutter mit Steinen zu, damit die Geier sie nicht fressen? Woher kommt diese Stärke? Liegt es daran, das Angel nichts anderes kennt als Afrika? Das Land in dem sie groß geworden ist? Da wo sie bleiben möchte? Ihr Zuhause mit ihren Kamelen und den manyattas?Angel ist dickköpfig und weiß genau, was sie will und was sie eben nicht will. Das was dann folgt, hat mich oft den Atem anhalten lassen, da es mir unmöglich erschien, dennoch war ich von Anfang an komplett verzaubert und habe das Lesen genossen.
Ehrlich gesagt hatte ich immer schon eine Vermutung, was letztendlich mit Angel passieren wird, wie sie das Leben in Afrika ohne ihre Mutter bestreiten wird, denn es war schon sehr vorhersehbar, daher hat mich das Ende nicht wirklich überrascht. Letztendlich gewinnt auch hier die Liebe, die im Buch die ganze Zeit knistert und zum Schluss einfach ein gutes Ende nehmen muss. Alles andere hätte ich auch nicht akzeptiert und wäre sehr unzufrieden gewesen. So konnte ich das Buch mit einem Lächeln im Gesicht beenden und mich für Angel freuen.

Natürlich könnte ich jetzt die Handlung komplett auseinander nehmen und genauer beschreiben, was geschieht, aber ich finde dieses Buch so wunderbar, das ich mir wünschen würde, das es noch viel mehr Leser und Leserinnen begeistert wie mich. Die Weite der Steppe, die wunderbaren Tiere, das Abenteuer, die Wilderer, die Liebe, die wirklich nicht zu kurz kommt, das Ungewisse und auch das, was im Detail liegt und auch das, was zwischen den Zeilen zu lesen ist. Ich konnte mich fallen lassen und diese unglaubliche Geschichte auf mich wirken lassen, die wie gesagt nicht sehr schön beginnt, aber ein wunderbares Ende hat. Hier und da ist es schon ein wenig kitschig, aber manchmal braucht man das als Frau einfach.