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Favola
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Favolas Rezensionen

12

buch

Halo

Alexandra Adornetto

EUR 17,95 *
auf Merkliste

30

19.07.2012

„mehr Kitsch & Klischees als Spannung und Bedrihung”

Alexandra Adornetto lässt und die Geschichte aus Bethany`s Sicht erleben. Sie ist die jüngste der drei himmlischen Geschwistern, die eines Abends in menschlicher Gestalt auf der Erde landen. Zuerst erzählt sie uns ausgiebig, wie sie und ihre Geschwister sich auf der Erde einleben und man erfährt einiges aus ihrem eigentlichen Leben als Engel. Schon da merkte ich, dass dies nun die Engel waren, die nicht so meinen Geschmack trafen, nämlich die perfekten, himmlischen Boten.

Aber auch sonst treffen wir in "Halo" auf jede Menge Klischees: Neben den perfekten Engeln stossen wir auf einen toll aussehenden, perfekten jungen Mann, wir erleben die Liebe auf den ersten Blick, eine kitschige Liebesgeschichte und lernen einen durch und durch gemeinen Bösewicht kennen. Ich hatte das Gefühl, in "Halo" gibt es nur Schwarz und Weiss und keine Graustufen.

Bethany ist mir von den Engeln noch am sympathischsten, denn da sie noch jung und unerfahren ist, macht sie doch den einen oder anderen Fehler.

Der grösste Fehler, der Bethany unterläuft, ist, dass sie sich Hals über Kopf in den atraktiven Schulsprecher Xavier verliebt. Sie sollte nämlich nicht so etwas wie menschliche Gefühle entwickeln, sondern die Menschen nur verstehen lernen und ihnen helfen. Doch Bethany ist von Anfang an viel mehr von der menschlichen Umwelt fasziniert als ihre grösseren Geschwister, viel mehr als dass es gut für sie ist. Diese Liebesgeschichte füllt dann auch einen grossen Teil des Buches und ist wirklich ziemlich kitschig.

Erst als dann Jack Thorn gegen Ende des Buches neu auf der Schule erscheint, bekommt die Geschichte etwas Fahrt, doch für mich war die Story einfach zu vorhersehbar. Zudem ist die Bedrohung für mich nie wirklich spürbar gewesen. Die Autorin konnte mich nicht davon überzeugen, dass Beth, Venus Cove oder sogar die ganze Erde in Gefahr schwebt. Von mir aus gesehen, hätte hier der Schwerpunkt des Buches liegen sollen. Neben der Liebesgeschichte ist diese Bedrohung etwas zu sehr in den Hintergrund geraten.

Trotz der recht vielen negativen Punkte hat mir das Buch ein paar unterhaltsame Stunden beschert und ich habe es gerne gelesen. Alexandra Adornetta hat einen leichten und jugendlichen Schreibstil, so dass sich das Buch sehr flüssig lesen lässt. Doch leider war es nicht mehr, denn es hat mich nie so fesseln können, dass ich mitgefiebert hätte oder ich zum Nachdenken angeregt wurde.
Die Autorin selber ist ja auch noch sehr jung und ich finde, dass man das diesem Buch anmerkt. Von daher bin ich gespannt, wie sie sich weiterentwickelt.

So muss ich für einmal sagen, dass ich, obwohl ich ja sehr viele Jugendbücher lese, wohl doch zu alt für dieses Buch bin. Ich denke, dass Teenager damit besser bedient sind als ich äteres Semester.

Fazit:
"Halo" besticht mit einer wirklich tollen Aufmachung, einer flüssigen Sprache und einer schenkt einem ein paar Stunden Unterhaltung. Wer aber etwas gegen Klischees und kitschige Liebesgeschichten hat, sollte eher einen Bogen um das Buch machen. Von mir aus gesehen, ist dieses Jugendbuch für einmal wirklich für das vorgesehene Alter und nicht für Erwachsene.

buch

Will & Will

David Levithan

EUR 14,99 *
auf Merkliste

40

04.07.2012

„himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt . . . ”

Zwei Autoren, zwei Perspektiven, zwei Will Graysons . . .

Will 1 lebt nach seinen eigenen Regeln: 1.) Lass nichts zu nah an dich ran und 2.) Maul halten. So lebt er im Schatten seines einzigen wirklichen Freundes Tiny Cooper, der alles andere als "tiny" ist. Im Gegenteil: Er ist riesig, laut, emotional, immer gut gelaunt und schwul. Und dann sind da auch noch die plötzlich aufkeimenden Gefühle für Jane, die er sich gar nicht erklären kann, denn eigentlich möchte er das doch gar nicht.

Will 2 nimmt Tabletten gegen Depressionen und lebt alleine mit seiner Mutter zusammen. Er fühlt sich im Internet wohler als im wirklichen Leben und hält sich sehr oft im Chat auf. Da hat er sich in Isaac verliebt und die beiden planen ein erstes Treffen.

Die beiden Will Graysons kennen sich zu Beginn des Buches nicht. Sie wohnen beide in Chicago und treffen per Zufall aufeinander. Obwohl sie total unterschiedliche Charakteren sind, plagen die zwei ähnliche Probleme. Nach dem Treffen gehen sie wieder auseinander und sehen sich eigentlich nicht mehr. Und trotzdem beeinflussen sie sich gegenseitig und sie beginnen anders über ihr Leben nachzudenken.

Die Autoren Green und Levithan erzählen abwechselnd von "ihrem" Will. Auch stilistisch sind die Kapitel der beiden klar getrennt. Die Kapitel von Will 2 sind wie im Chat - also alles klein - geschrieben.

Zu Beginn hatte ich ein bisschen Mühe in die Geschichte reinzukommen, mich in die männlichen Jugendlichen einzufühlen. Dazu beigetragen hat wohl auch die recht flapsige Jugendsprache, die so wohl nur von männlichen Teenagern verwendet wird.Es dauerte aber nicht lange, bis ich an dieser Geschichte um Freundschaft, erste Liebe, Vertrauensbruch und weitere typische Teenie-Probleme grossen Gefallen fand. Das Buch lebt ganz klar von den Charakteren und der direkten Erzählweise der beiden Autoren. Sie schaffen es, diese ernsten Themen emotional mitreissend, einfühlsam und mit viel Wortwitz rüberzubringen. Beim Lesen kam mir mehrfach ein Begriff in den Sinn: himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt . . . So habe ich mit Will & Will Höhen und Tiefen durchlebt, wollte lachen und gleichzeitig weinen.

Die Charakteren haben Stärken und vor allem auch Schwächen. Genau diese heben sie von den meist heldenhaften und perfekten Protagonisten, in anderen Jugendbüchern ab und macht sie sehr authentisch. So konnte ich gut mit ihnen mitfühlen, denn nichts mag ich weniger als perfekte Protagonisten. Will und Will sind beide sehr vielschichtig. Sie kämpfen mit dem Erwachsen werden und versuchen herauszufinden, was sie wirklich im Leben wollen.

Ein grosses Thema in "Will & Will" ist die Homosexualität, denn Tiny und auch Will 2 sind schwul. Und ich muss wirklich sagen, dass Green und Levithan dieses heikle Thema sehr einfühlsam und ganz ohne Vorurteile angehen und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen.

Fazit:
Ein Jugendbuch mit viel Tiefgang, facettenreichen, interessanten Charakteren und trotz oftmals bedrückender Atmosphäre viel Wortwitz. "Will & Will" hebt sich von der Masse ab und ist ein eindrückliches Leseerlebnis.

buch

Dark Canopy

Jennifer Benkau

EUR 18,95 *
auf Merkliste

50

02.07.2012

„eine Dystopie, die unter die Haut geht”

Die Welt sieht nach dem dritten Weltkrieg alles andere als rosig für die Menschen aus. Die von ihnen eigens künstlich erschaffenen Percents sind als Sieger aus dem Krieg hervorgegegangen und beherrschen seitdem die Welt. Diese Krieger sind stark, furchtlos und sie hassen die Menschen. Doch auch sie haben trotz all ihrer Stärken eine Schwäche: Ihre Haut ist so sensibel, dass sie nicht ans Sonnenlicht gehen können. Damit dieses Problem kein Nachteil ist, wurde "Dark Canopy" erschaffen. Diese Maschine schleudert Staub in den Himmel, der die Sonne verdunkelt.

In dieser düsteren Atmosphäre spielt die Geschichte von Joy. Sie wächst in einem Rebellenclan ausserhalb der Stadt auf und lernt dort von Kindesbeinen an, sich gegen die verhassten Percents zu wehren. Doch eines Tages gerät sie in eine Falle und ihr Leben verändert sich auf drastische Weise: Die freiheitsliebende Joy wird von ihren Todfeinden gefangen genommen und soll von einem von ihnen zur Soldatin ausgebildet werden.

Die Geschichte ist mehrheitlich aus der Perspektive der Hauptprotagonistin Joy geschrieben, einzelne Kapitel zeigen uns durch Matthial`s Augen, wie es nach der Gefangennahme von Joy im Rebellenlager weitergeht.

Die Charakteren sind sehr facettenreich und interessant gezeichnet. Vor allem Joy hat mir sehr gut gefallen. Das Leben in dieser düsteren Welt und im Rebellenlager hat sie stark und kämpferisch gemacht. So will sie sich mit ihre Lage nicht einfach abfinden, obwohl sie auswegslos scheint. Mit allen Mitteln kämpft sie so für ihre Freiheit und auch ihre Wortgefechte mit dem Percent Neél sind nicht ohne. Jennifer Benkau hat ihre Gefühlswelt sehr schön beschrieben. Toll finde ich es auch, wie sich die Hauptprotagonistin ihre Gedanken macht, einiges hinterfragt und wie sie sich als Person weiterentwickelt. Schon nach kurzer Zeit kann man sich sehr gut in sie hineinversetzen und fühlt mit ihr mit.

Daneben ist Neél, der Percent, der Joy zum Soldaten ausbilden soll. Joy ist überzeugt, er ist wie alle Percents: bedrohlich, egoistisch, brutalt, halt einfach unmenschlich. Als Leser merkt man bald, dass an ihm etwas anders ist. Er weiss dies aber gut vor seinen Kollegen zu verstecken. Sein Charakter hat mich überrascht, überzeugt und war ein Lichtblick in Joys düsteren Welt.

Jennifer Benkau hat mir mit "Dark Canopy" ein weiteres Lesehighlight in diesem Jahr beschert. Das Lesen ihres Erstlingswerks hat mich in einen Rausch versetzt und hat mich aufgewühlt: Eine grosse Liebesgeschichte in einer düsteren Zukunft, die einen wieder einmal die eigene Gesellschaft überdenken lässt. Ein Buch, das nachdenklich macht und überrascht.

Die Autorin schreibt sehr spannend, klar und verständlich. Sie benutzt beim Erzählen viele Metapher und so bekommt man ein tolles Leseerlebnis und ihr Schreibstil hebt sich von der grossen Masse ab, hat Wiedererkennungswert. Sie schafft es, für ihre Geschichte eine passend düstere, emotionsgeladene und aussergewöhnliche Welt zu erschaffen.

Das Ende ist wirklich grausam. Und das nicht nur wegen dem fiesen Cliffhanger, so dass man kaum den zweiten Teil erwarten kann. Dieser soll im Frühling 2013 erscheinen.

40

03.04.2012

„Thriller meets Fantasy”

Engelsfors ins Schweden.

Am örtlichen Gymnasium gibt es einen Todesfall, der Aussenseiter Elias wird nach einem Gespräch mit der Direktorin tot in einer Toilette aufgefunden. Alles deutet auf einen Suicid hin. Mit diesem Ereignis ist man gleich mitten in der Geschichte von “Zirkel”.

Danach werden nach und nach die sechs Mädchen vorgestellt. Das fand ich zu Beginn recht viel auf einmal und ich hatte Mühe, den Überblick über die Protagonisten und ihre Charakterzüge zu behalten. Dem Autorenduo ist es gelungen, sechs total unterschiedliche Teenager zu entwerfen, die alle authentisch wirken und deren Hintergrund in den verschiedenen Erzählperspektiven beleuchtet wird: Die kluge Minoo, die für ihren Lehrer schwärmt, die einfühlsame Rebecka, die insgeheim Essprobleme hat, die gemobbte Anna-Karin, die mit ihrer depressiven Mutter und ihrem Grossvater auf einem Bauernhof lebt, die kühle Ida, die sich gerne zu Lasten anderer amüsiert, die gutaussenhende Vanessa, die mit ihrem Stiefvater nicht klarkommt und die exzentrische Linnéa, die ihr Leben alleine auf die Reihen bringen muss.

Diese sechs unterschiedlichen Mädchen erfahren in einer Nacht, dass sie Auserwählte sind, dass jede von ihnen eine Begabung hat, dass sie gemeinsam als Zirkel gegen das Böse kämpfen müssen, um Engelsfors zu retten. So kreuzt Fantasy den Thriller und Hexen der verschiedenen Elemente müssen gegen das Böse ankämpfen und den Todesfall von Elias aufklären. Die Mädchen unterschätzen die Warnung und arbeiten nur zögerlich zusammen. Erst als sie feststellen, dass die Gefahr doch grösser ist, in der sie sich befinden, beginnen sie, ihre Kräfte zu trainieren. Zudem versuchen sie herauszufinden, wer oder was das Böse ist und wem in ihrem Umfeld sie wirklich vertrauen können.

Mir hat es ausgezeichnet gefallen, dass die Mädchen das ganze Buch hindurch Probleme miteinander hatten und nicht, wie es oft in anderen Büchern passiert, von einem Tag auf den andern allerbeste Freundinnen sind.

“Zirkel” ist ein jugendlicher Thriller mit vielen fantastischen Aspekten. Nachdem ich mich mit den Protagonisten auskannte, hat mich das Buch gepackt und ich konnte es kaum mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil ist sehr klar und wartet mit einer etwas düsteren, dichten Atmosphäre auf, die wirklich gut zum Inhalt passt.

Etwas schade fand ich, das der Showdown am Ende sehr knapp bemessen war. Das Buch umfasst 608 Seiten, da wäre es um ein paar mehr auch nicht draufan gekommen. So stimmte für mich das Verhätnis Einstieg – Hauptteil – Ende nicht wirklich. Der Einstieg mit dem Kennenlernen der sechs Mädchen ist sehr lang und der Schluss extrem kurz.

“Zirkel” ist der Auftakt zu einer Trilogie und ich bin schon gespannt, wie es im zweiten Band mit den Mädchen weitergehen wird. Wann der zweite Band herauskommen wird, ist noch unbekannt. Das schwedische Original soll aber noch in diesem Jahr erscheinen.

buch

Ark Malikum

Andrew Peters

EUR 16,95 *
auf Merkliste

20

07.03.2012

„langatmige Handlung in einer tollen Baumwelt”

Hoch über dem Boden hat Andrew Peters seine eigene Welt erschaffen, in der die Geschichte rund um Ark Malikum spielt.Die Dendraner fürchten den Boden, da er verseucht sei. Es gibt noch ein paar weitere Anspielungen auf die Vergangenheit Arboriums, die Welt, in der Ark lebt, und so kommt es einem als Leser vor, als dass es eine mögliche Zukuntsvision der Erde ist: Die Menschheit hat die Erde verseucht und zieht sich auf die Bäume zurück, Arborium als letzter heiler Platz einer zerstörter Umwelt. Diese Schilderungen von Arborium, sei es nun hoch oben in den Bäumen, im Rabenwald oder ganz unten bei den Wurzelschützen hat mir sehr gut gefallen, denn Andrew Peters hat sie bildhaft und fantasievoll beschrieben.

Ark Malikum als Hauptprotagonist macht eine riesige Wandlung durch. Aus dem ängstlichen Klemptnergesellen wird ein einfallsreicher, mutiger Anführer, der dem Tod meiner Meinung nach das eine oder andere Male zu oft von der Schippe springen konnte. Ich finde es immer toll, wenn sich Charakteren innerhalb eines Buches weiterentwickeln, doch die Veränderung, die Ark durchmacht, ist mir fast ein bisschen zu extrem. Ihm zur Seite wird sein Arbeitskollege Mucum gestellt,, der körperlich wie auch geistig einen Gegenpol bildet. Er war mir bei der Lektüre sympathischer als Ark, denn er hat viel mehr Ecken und Kanten und ich konnte ihn mir mehr als Person vorstellen.

Aber es kommen natürlich auch viele Bösewichte im Buch vor. Es wimmelt nur so von Verrätern, Strolchen, Mitläufern, Gaunern und gewaltbereiten Wachen. In diesem Buch haben wir wirklich die klassische Aufteilung in gut und böse. Und Petronio ist der Inbegriff des Bösen. Obwohl er etwa gleich jung wie Ark ist, ist er durch und durch gemein, brutal und extrem egoistisch. Im Allgemeinen finde ich, dass in “Ark Malikum; Kampf gegen die Verschwörer” zu viel Gewalt vorkommt, vor allem auch, weil sich das Buch ja an ein eher jüngeres Publikum richtet.

Der Einstieg ins Buch zeigte sich für mich recht harzig. Ob das nun nur an der Geschichte lag oder an der etwas fehlenden Zeit, kann ihc nicht ganz sicher sagen, aber auch am Abend legte ich das Buch relativ schnell wieder zur Seite, weil es mich nicht richtig zu fesseln vermochte. Auch zwischendrin hat es einige Längen und obwohl in der Geschichte auch viel Action, fantastische Elemente und auch Witz steckt, musste ich mich ein wenig durch die 464 Seiten durchkämpfen. Ich bin bei der Geschichte ein bisschen hin- und hergerissen. Auf der einen Seite muste ich mich recht durchs Buch kämpfen und auf der anderen Seite hat mir das Buch stellenweise wirklich gut gefallen. Doch der Funke ist einfach nicht übergesprungen. Ich denke, dass ich schlicht und einfach nicht zum Zielpublikum dieses Buches gehöre. Die Sprache und auch die relativ häufig vorkommenden Fäkalien entsprechen wohl doch eher Jungs so ab elf Jahren. Aus diesem Grund bin ich sehr gespannt, ob es bei den jugendlichen Lesern in unserer Bibliothek ankommen wird.

40

23.01.2012

„griechische Mythologie meets amerikanische Highschool”

Am Anfang des Buches bekommt der Leser einen Einblick in die Nährung im Ewigseits. Nachdem Nikki 100 Jahre die Nährquelle für Cole war, bietet er ihr an, auch eine Ewigliche zu werden, doch sie hatte während der ganzen Zeit ein Bild, ein Gesicht vor Augen und möchte aus diesem Grund an die Oberwelt zurückkehren. Es gibt also keine lange Einleitung, sondern man startet gleich mitten in der Geschichte.

Die Kapitel sind in das “Jetzt* und “Letzte Jahre” eingeteilt. Zudem erfährt man in der Kapitelüberschrift auch, wie viel Zeit Nikki noch auf der Erde verbleibt oder wie lange das Geschehnis vor der Nährung stattfand.

Geschrieben ist “Ewiglich, die Sehnsucht” aus der Ich-Perspektive von Nikki. So erlebt man ihre Gefühle hautnah.

Am Anfang ist Nikki sehr traurig und man erfährt als Leser, dass sie eigentlich Jack liebt – und das so sehr, dass ihre Erinnerung sogar die 100-jährige Nährung übersteht, was sehr aussergewöhnlich ist. Für mich als Leser hat sich dann schnell die Frage gestellt, warum sie sich dann auf Cole eingelassen hat. Nach und nach erfahren wir in den Kapiteln “Letztes Jahr” ihre Gründe dafür, während wir im “Jetzt” eine sehr vorsichtige und zögerliche Annäherung zwischen Nikki und Jack verfolgen können. Ich finde es sehr gut, dass für einmal nicht alles einfach und ohne Probleme von sich geht, sondern wirklich auch Hindernisse überwunden werden müssen, denn beide, Nikki und Jack, sind sehr verletzt und vor allem Jack hat Angst, dass Nikki ein zwietes Mal ohne ein Wort verschwindet.

Ich denke, das Buch zielt darauf ab, dass sich der Leser zwischen Cole und Jack hin- und hergezogen fühlt und dann für einen Partei ergreifen soll. Doch obwohl Cole schöne, geheimnisvoll und mysteriös ist – und vielleicht sogar echte Gefühle für Nikki hegt – ist er für mich der Bösewicht, der egoistisch gehandelt und sogar andere manipuliert hat. Je länger das Buch dauerte, deso sympathischer wurde mir Jack, denn er wirkt mit seinen Ängsten sehr authentisch.

Brdoi Ashton hat eine brisante, hochdramatische Liebesgeschichte der besonderen Art geschaffen. Sie verbindet die Realität mit Fiktion und bindet Elemente der griechischen Mythologie in eine moderne Highschool mit ein. So spielen zum Beispiel Orpheus und Euridike eine wichtige Rolle. Ich finde es sehr spannend, wenn alte Mythologien in moderne Geschichten eingewoben werden. So bekommt man neben einer spannenden Liebesgeschichte auch noch eine Geschichtslektion geboten. Brodi Ashton ist diese Mischung wirklich sehr gut gelungen. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu lesen, ohne oberflächlich zu wirken und so habe ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen.

In diesem Buch ist einiges vorhersehbar. Trotzdem ist es eine wunderschöne Geschichte um Liebe und die griechsichen Mythen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, auf die wir aber leider bis Anfang 2013 warten müssen.



Fazit:

“Ewiglich; die Sehnsucht” ist eine brisante, hochdramatische Liebesgeschichte, in der Elemente der griechischen Mythologie in eine moderne Highschool-Geschichte eingewoben wurden.

40

23.01.2012

„nicht nur für Science-Fiction-Fans”

Beth Revis steigt gleich mit einem extremen Szenario in ihr Buch ein. Amys Eltern lassen sich lebendig einfrieren, um dann 300 Jahre später beim Aufbau einer neuen Gesellschaft auf einem fremden Planeten zu helfen. Mir ist die Vorstellung, eingefroren zu werden, gar nicht geheuer und so geht es auch Amy. Sie erlebt mit, wie ihre Eltern die unangenehme Prozedur über sich ergehen lassen und steht dann alleine mit der Frage da, was sie mit ihrer Zukunft anfangen möchte. Soll sie ihren Eltern auf die Godspeed folgen oder bei ihren Verwandten auf der Erde bleiben? Eine sehr schwierige Entscheidung für eine 17-jährige, die sie auch noch in sehr kurzer Zeit fällen muss. Und auch wenn mir vor der Vorstellung graut, eingefroren zu werden, kann ich ihre Entscheidung, bei ihren Eltern zu bleiben, gut nachvollziehen.

Die Kapitel in “Godspeed” sind abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Amy und Junior geschrieben. Dieser häufige Wechsel der Blickwinkel macht die Geschichte sehr abwechslungsreich und der Leser erhält so gute Einblicke in die Gefühlswelten der beiden Teenager. Es ist spannend, ihre Denkweisen besser kennenzulernen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Amy, die sich an viele Freiheiten und Individualität gewöhnt ist und Junior, der nur die Gleichartigkeit und die diktatorisch organisierte Gesellschaft an Bord der Godspeed kennt.

Die beiden lernen sich besser kennen und währrend die Bewohner der Godspeed und der Älteste Amy wegen ihrer Andersartigkeit verabscheuen und fürchten, fühlt sich Junior gerade deshalb zu ihr hingezogen.

Als an Bord des Kyrodecks immer mehr Kühlkästen ausgeschaltet werden, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, während dem Amy und Junior immer mehr Geheimnisse und erschreckende Lügen aufdecken.

Die Charakteren von Amy, Junior und auch dem Ältesten finde ich sehr schön ausgearbeitet und überzeugen als Persönlichkeiten. Sonst lernt man nicht sehr viele Menschen kennen und die, die man trifft, werden nur kurz gestreift. Auch der Doktor und und Harley, ein Freund von Junior, konnten mich nicht ganz überzeugen. Zudem hätte ich es schön gefunden, wenn das eine oder andere Detail des Lebens auf dem Raumschiff noch genauer beschrieben worden wäre. So bleiben auch “die Versorger” im Hintergrund und etwas blass.

Die Story von Beth Revis ist neu und zur Zeit einzigartig auf dem Buchmarkt, was mich sehr fasziniert hat. Endlich mal wieder eine Autorin, die nicht einfach auf das Vampir-Trittbrett aufspringt oder dem allgemeinen Dystopien-Run folgt.

Ich empfand die Geschichte als sehr interessant und das beklemmende Gefühl von Amy hat mich auch als Leser erreicht. Obwohl die Geschichte bis auf den kurzen Einstieg “nur” an Bord eines Raumschiffes spielt, ist der Plot so spannend umgesetzt, dass bei der Lektüre nie Langeweile aufkam. Im Gegenteil: Das Buch entwickelte einen Sog, der mich regelrecht mit sich zog. Zuerst durch Amys und Juniors Geschichten, dann aber auch durch den kriminalistischen Teil mit der Suche nach der Peson, die die Kühlkästen abstellt.

Nur gegen Ende ging mir alles ein bisschen zu schnell und zu einfach. Da hätte ich mir noch etwas mehr erwartet.

50

23.01.2012

„düstere Fortsetzung einer super Reihe”

Der zweite Band “City of Ashes” schliesst direkt an seinen Vorgängerband an, was ich als sehr positiv empfand, denn ich mag lange Rückblicke nicht. Zum Teil wirken diese sehr gekünstelt und machen den Einstieg in ein Buch langatmig. Aber das ist hier überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil: Man findet sich gleich wieder mittten in der Geschichte.

Die Protagonisten finde ich nach wie vor toll. Jeder hat seinen eigenen schön ausgearbeiteten Charakter und mit einigen durchleben wir die eine oder andere überraschende Wendung. Von Clary und Jace war ich schon im ersten Band ein grosser Fan. Ihr Gefühlschaos wird in “City of Ashes” sehr schön aufgezeigt und so deutlich beschrieben, dass man als Leser richtiggehend mitleidet. Es ist spannend mitzuverfolgen, wie die beiden mit der Situation unterschiedlich umgehen.

Aber auch die Nebencharakteren konnten mich sehr begeistern - allen voran Luke. Er hat eine sehr wichtige Rolle in Clarys Leben übernommen und ist sehr einfühlsam. Auch der erst etwas farblose Simon zeigt nun Ecken und Kanten. So lernt man die Protagonisten aus dem ersten Band noch besser kennen und es kommt die eine oder andere interessante Person noch dazu. Vor allem die Inquisitatorin bringt Jace in die eine oder andere brenzlige Situation.

Im zweiten Teil der Chroniken der Unterwelt werden noch mehr Gefühle gezeigt - und auch unterdrückt - doch die Geschichte ist auch um einiges düsterer und bedrückender als der Vorgänger. Das Gefühl, dass eine ständige Bedrohung über New York liegt, ebbt nie ab. Zudem sind einige Szenen recht brutal und auch die Guten kommen nicht nur mit einem Kratzer davon. Die Dämonen sind wirklich böse und kämpfen mit fiesen Waffen: Gift, Stacheln, Fangarmen und sogar mit den persönlichen Ängsten des Gegners.

Ich bewundere den Ideenreichtum von Cassandra Clare und bin von ihrem rasanten, abwechslungsreichen, aber auch gefühlvollen Schreibstil begeistert. Auch im zweiten Teil hat sie es geschafft, dass ich mich mit dem Buch total von der Aussenwelt abgeschottet habe und Seite an Seite mit Clary und Jace versucht habe, Valentin zu bekämpfen.

Wurde die Geschichte im 1. Band von der Ich-Erzählerin Clary geschildert, werden dieses Mal die turbulenten Geschehnisse abwechselnd aus der personalen Erzählperspektive von Clary, Jace, Simon und dem Werwolfmädchen Maia erzählt. Dadurch wird die Story abwechslungsreicher gestaltet und vor allem Clarys innere Zerrissenheit ist deutlich zu spüren.

Das Ende ist sehr emotional und für mich als Leserin alles andere als erfreulich. Ich habe sehr mit Clary mitgelitten und muss nun gleich “City of Glass” lesen, um zu sehen, ob sich ihre verzwickte Situation noch zum Guten wendet . . . . und dann wäre da auch noch die eine nicht ganz vollständige Aussage der Inquisitatorin, die ich verfolgen muss.

Fazit:

“City of Ashes” konnte mich mit geballter Spannung, facettenreichen Charakteren, tiefschürenden Gefühlen und der einen oder anderen Überraschung begeistern. Es gibt nur wenige Bücher, in denen ich so mitgefiebert udn mitgefühlt habe.

40

23.01.2012

„gelungene Fortsetzung”

Grace hat Daniel aus den Fängen des Werwolfes befreit, doch nun läuft sie selber Gefahr von ihm eingeholt zu werden. Um den Wolf in ihr in den Griff zu bekommen, trainiert sie mit Daniel ihre übermenschlichen Kräfte kontrollieren und gezielt nutzen zu können. Doch dann kommt ein Anruf von Jude, der sie total verunsichert und sie macht sich daran, ihren Bruder zu suchen.

Während der Zeit ihrer Suche entfremden sich Daniel und Grace immer mehr. Daniel will sie plötzlich nicht mehr trainieren und zieht sich total zurück und Grace trifft den mysteriösen Talbot, der ihr bei der Suche nach ihrem Bruder helfen und sie zudem härter und spezifischer trainieren will.

Der Schreibstil von Bree Despain fand ich sehr spannend und rasant und so hatte ich das Buch auch wirklich schnell ausgelesen. Bildhaft und mit düsterer Atmosphäre ist es ihr gelungen, mich mit dem zweiten Band von “Urbat” zu packen.

Doch ich hatte so meine liebe Mühe mit einigen Protagonisten. Grace ist für mich ein bisschen gar naiv und gutgläubig. Sie läuft dem ersten gutaussehenden Typen, der ihr helfen will, ohne igrend etwas zu hinterfragen nach und stellt Daniel ins Abseits. Daniel macht das Ganze mit seiner Geheimniskrämerei und seinem Rückzug nur noch schlimmer. Manchmal hätte ich die beiden am liebsten geschüttelt und ihnen gesagt, sie sollen doch endlich einmal miteinander reden. Da liest man immer von der grossen Liebe zwischen den beiden, die Daniels Rettung erst möglich gemacht hatte, und dann besteht der zweite Band eigentlich nur aus Geheimnissen, die die beiden voreinander haben. In “Urbat; der verlorne Bruder” ist die Liebesgeschichte recht in den Hintergrund gerückt und Grace`s Suche nach Jude, ihr Zusammentreffen mit Talbot und seinen Trainingsvorstellungen sind in den Vordergrund gerückt. Dass nun auch noch diverse Dämonen ihr Unwesen treiben und von Grace und Talbot vernichtet werden müssen, ist mir fast ein bisschen zu viel gewesen.

Dafür fand ich die Szenen rund um die Geschichte der Werwölfe und das Auftauchen von Gabriel eine grosse Bereicherung des Buches.

April empfand ich als etwas sehr nervig. Zwar ist es für Grace schön, wieder eine Freundin zu haben, doch ich war etwas erstaunt, wie schnell die beiden wieder zueinander gefunden haben. Talbot ist zwar eine spannende Figur, aber ein bisschen zu schnell zu durchschauen. Zu gutaussehende, zu nett, zu hilfsbereit und immer zur rechten Zeit am richtigen Ort, da kann doch etwas nicht ganz stimmen. Die einzige Figur, die ich nicht wirklich einschätzen konnte, war Jude. Das Hin und Her, ob er nun Grace helfen möchte oder es auf sie abgesehen hat, macht die Geschichte vor allem im letzten Drittel sehr spannend.

Das Ende des Buches hält einige Überraschungen bereit, ist zudem sehr offen und hinterlässt den Leser mit gemischten Gefühlen. Da müssen wir uns wohl noch ein bisschen Gedulden bis wir erfahren, wie es mit Daniel und Grace weitergeht.

Da das Buch aber so packend geschrieben ist, kann ich ihm trotz den schwächelnden Protagonisten nicht mehr als einen Punkt abziehen.

40

23.01.2012

„fantasievolle Dämonen”

Ich habe mich riesig gefreut, als ich “Die Dämonenfängerin” vom Fischer Verlag zugeschickt bekommen hatte und da mich das Cover sehr angesprochen hat, habe ich es dann auch gleich in die Hand genommen und gelesen.

“Aller Anfang ist Hölle” ist der Auftakt zu Jana Olivers neuer Jugendbuchreihe “Die Dämonenfängerin”. Ich habe mich auch gefreut, dass es einmal ein Jugend-Fantasybuch mit anderer Thematik ist: Dämonen. Riley Blackthorne ist die Tochter des legendären Dämonenfängers Paul Blackthorne und möchte in seine Fussstapfen treten. Dass diese Ausbildung als einzige weibliche Dämonenfänger-Anwärterin kein Zuckerschlecken ist, muss sie sehr schnell feststellen.

Die 17-jährige ist die Hauptprotagonistin und der grosse Teil des Buches ist aus ihrer Sicht geschrieben. Sie ist meiner Meinung nach sehr pubertierend, launisch und undankbar. Zu einem Teil kann ich das Mädchen auch verstehen, doch dass sie sich Denver Beck gegenüber, für den sie früher einmal geschwärmt hat, so undankbar zeigt, finde ich doch ein bisschen zu viel der Unfreundlichkeit. So konnte ich mich mit Riley stellenweise überhaupt nicht identifieziren oder anfreunden.

Sowieso fand ich einige Charakteren fast zu überspitzt dargestellt. Denver Beck ist mir zu sehr der rauhe Kauz und zum Teil hatte ich auch etwas Mühe mit seiner Ausdrucksweise.

Nach einem erneuten Schicksalsschlag fühlt er sich für Riley verantwortlich, doch die will davon überhaupt nichts wissen.

Simon, ein Azubikollege von Riley und ihr späterer Freund, ist fast ein Heiliger. Er ist streng religiös und würde alles für seine Familie und auch für Riley tun. Und ich bin mir irgendwie nicht sicher, dass die beiden wirklich zusammen passen. Und dann ist da noch Peter, total der gute Kumpel für Riley, mit dem man Pferde stehlen könnte. Gut auch, dass er sich so super mit Computern auskennt und ihr so das eine oder andere Mal aus der Patsche helfen kann. .

Der Schreibstil von Jana Oliver ist sehr flüssig und wie mit einem Beispiel oben gezeigt ist die Sprache sehr auf das Jugendpublikum ausgerichtet. Mir fast ein bisschen zu sehr - oder ich werde einfach alt . . .

Die verschiedenen Dämonenarten fand ich sehr witzig und muss da die Fantasie von Jana Oliver bewundern. Mir als Hobby-Bibliothekarin hat es natürlich vor allem der Biblio-Dämon angetan.


Fazit:

Trotz Manko bei den Charakteren und teilweise bei der Sprache habe ich das Buch gerne gelesen und habe recht schnell die letzte Seite umgeblättert. Die Geschichte ist abwechslungsreich, spannend, fantastisch, zum Teil lustig, aber auch traurig erzählt.

12