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Themistokeles aus Neustadt

Gesamte Bewertungen 30 (ansehen)


Meine Bewertungen

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Themistokeles aus Neustadt , am 04.03.2015

Dieses Buch ist eindeutig anders. Nicht nur, weil es in Briefform geschrieben ist und auch noch in einer solchen, wo keine Korrespondenzen entstehen, sondern die Briefe eigentlich ins Leere gehen, sondern vor allen Dingen auch durch seine Handlung und viele andere Kleinigkeiten im Stil und den Persönlichkeiten der Charaktere.

Für mich einfach sehr auffällig war, wie viel die Autorin mit Wortspielen hantiert, wo die junge Phoebe, deren Briefe an ihre Schwester man unter anderem liest, auf die Herleitung diverser zusammengesetzter Worte auf ihre eigene kindliche, aber teils bewundernswert treffende Weise eingeht, bei der ich so manches Mal mehr als überrascht war, auf welche interessanten Wegen man zu mancher Bedeutung kommen oder sich auch zusätzliche und treffende Bedeutungen zu manchem Begriff ausdenken kann. Das Buch ist eindeutig sehr wortgewaltig. Zudem ist Phoebe, wenn sie mir auch manches Mal etwas seltsam vorkam, ein sehr herziges Mädchen, das man einfach sympathisch finden muss beim Lesen. Es ist zwar so, dass sie mir manchmal für ihr Alter etwas zu erwachsen wirkte, dafür, dass sie kurz darauf wieder sehr kindlich wurde. Jedoch kommen ihre Emotionen gegenüber der Welt, ihren Eltern und ihrer Schwester in ihren Gedankengängen sehr gut durch. Man hat wirklich das Gefühl diese Emotionen zu fühlen und im allgemein ist es ein sehr emotionales Buch, das teils sogar damit auskommt, dass ein einzelner kleiner, sehr unschuldig wirkender Satz beim Leser große Emotionen auslösen kann. Für mich war es aber auch ehrlich teilweise etwas schwer Phoebe und April wirklich zu verstehen, waren sie doch sehr speziellen in ihrer Art, anders war es bei ihren Eltern, deren Art ich gar nicht nachvollziehen konnte, aber die auch sehr gekonnt dargestellt ist, auch wenn ich über diese beiden immer wieder den Kopf schütteln musste, vor lauter Unverständnis auf beiden Seiten, meiner und der der Eltern.

Ein wenig seltsam war es für mich, dass das Buch in Berlin spielt, jedoch alle Charaktere durchweg englischsprachige Namen, die teilweise nicht einmal sehr geläufig sind, haben. Wäre nicht ab und an erwähnt worden, dass man in Deutschland ist, mein Kopf hätte die Geschichte in ein anderes Land, die USA oder Großbritannien gesteckt. Auch die Darstellung von Aprils Krankheit, der Magersucht, war für mich, gerade weil versucht wurde, sie durch die Bezeichnung Ana zu personalisieren, nicht ganz so angenehm, wollte es in meinen Augen einfach nicht richtig passen, obwohl das die meisten sicherlich anders sehen.

Man muss bei diesem Buch einfach mitfühlen und auch, wenn ich ein paar Dinge für mich einfach nicht zur Gänze stimmig empfand, ist es ein Buch, das ich nur empfehlen kann, wohl auch, weil es einen Hauch autobiographisch ist, was vielleicht das erschreckendste an dieser Geschichte ist, wenn man sie gelesen hat.

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

von Lilly Lindner

9,99

Atlantia

Themistokeles aus Neustadt , am 04.03.2015

Allein der Titel war es wohl, der mich bei diesem Buch neugierig gemacht hat, da er mich so sehr an Atlantis erinnerte, was sicherlich auch eine Anspielung sein soll, geht es schließlich um eine Stadt, welche unter Wasser liegt. Zudem fand ich die erste Reihe der Autorin gar nicht mal so schlecht, so dass ich neugierig war, wie ihr neustes Werk wohl so ein dürfte.

Allgemein muss ich sagen, ich finde die Idee von Atlantia, warum die Stadt entstanden ist, welche Wahl die Einwohner haben, welche Religion sich bei ihnen ausgebildet hat, wie ihre Weltsicht ist etc. sehr interessant geschildert, auch wenn ich an gewissen Punkten zu gerne noch ein bisschen mehr erfahren hätte. Vor allen Dingen auch, wie es wohl wirklich funktioniert hat diese Stadt zu erschaffen. Vieles bei den Beschreibungen dieser Unterwasserwelt finde ich auch sehr gelungen, in anderen Punkten hatte ich aber durchaus auch meine Schwierigkeiten, mit das Beschriebene auch wirklich bildlich vorzustellen, vor allen Dingen Atlantias Form habe ich nicht ganz nachvollziehen können, auch wenn ich anteilig das Bild einer anderen Unterwasserstadt vor Augen hatte. Diesen Teil der Geschichte fand ich daher schon sehr gelungen, auch wenn es noch besser hätte sein können, ein wenig anders, sieht es da jedoch bei der Handlung aus.

Rio als Protagonistin ist mir durchaus sympathisch, auch wenn ich manchmal nicht verstehe, warum sie teilweise so unüberlegt scheint, obwohl sie ständig über alles nachgrübelt. Auch merkt man einfach, dass sie schon sehr von der Weltsicht, wie sie in Atlantia gelebt wird, geprägt ist. Ihre besonderen Fähigkeiten finde ich dabei nur leider etwas zu wenig beachtet, denn auch wenn immer wieder von den Sirenen gesprochen wird, man über Maire sehr viel über sie erfährt, fand ich bleibt dieser Aspekt ab und an ein wenig im Dunklen. Auch wenn ich die Idee, was die Sirenen so können, sehr interessant finde und es doch ein bisschen anders wirkt, als ich es bisher kannte. Vor allem True gehörte zu den Charakteren, die ich sehr gern mochte, auch wenn von Gefühl her eh nur True, Rio und Maire wirklich wichtig sind. Alle anderen sind reine Nebenrollen. Was mir jedoch, neben der Beschreibung der Charaktere und dem, was Rio nach und nach über Atlantia und sich selbst herausfindet, einfach etwas fehlt, ist die Handlung.

Ja, Rio lernt viel, man erfährt viel, aber eigentlich, bis auf das man Rio bei ihrem Bestreben zu ihrer Schwester zu gelangen verfolgt, was durchaus nicht uninteressant ist, passiert jedoch lange nur sehr wenig, bis gar nichts. Erst gegen Ende nimmt das Buch dann etwas mehr Fahrt auf, aber das dann auch wieder so schnell, auf so wenig Seiten, dass es irgendwie gehetzt wirkt, alles viel zu schnell abgehandelt ist. Das ist leider auch der Größte Kritikpunkt an diesem Buch, denn die Beschreibungen am Anfang sind schon toll, hätten fast noch mehr sein dürfen, aber dadurch, dass es sich nur um einen Einzelband handelt, fehlt daher einfach Raum für eine richtige Handlung. Sehr schade.

Ein kurzweiliges Buch mit einer tollen Unterwasserwelt, das besser hätte sein können, das aber leider nicht schafft, da ihm Handlung fehlt. Für zwischendrin aber auf jeden Fall nicht zu verachten.

Atlantia

Atlantia

von Ally Condie

16,99

Der Verrat

Themistokeles aus Neustadt , am 04.10.2013

Mein zweites Buch von Val McDermid, und ich muss gestehen, dass es eine gute Entscheidung war der Autorin noch eine zweite Chance zu geben, nachdem mir das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe, einfach zu extrem auf die Homosexualität der Protagonistin fokussiert war, was mich irgendwann beim Lesen ehrlich irre gemacht hat, weil es für die Handlung nicht so relevant war, dass man es ständig erwähnen musste.

Von solchen Ausbrechern ist bei diesem Roman aber rein gar nichts zu merken. Er ist sogar eigentlich sehr interessant, wenn auch, in meinen Augen, nicht so spannend, dass ich ihn wirklich als Thriller sehen kann. Es gibt einfach über lange Zeiträume zu wenig psychologische oder ekelhafte Dinge, die mir dieses Buch wie einen Psychothriller oder normalen Thriller wirken lassen. Grundsätzlich hat es eher etwas von einem simplen Roman und in manchen Punkten etwas von einem Krimi, aber wirklich an Thriller erinnernde Elemente habe ich nur ganz zu Beginn ein wenig erkennen können, sowie wieder ganz zum Ende hin.

Dabei liegt einfach ein sehr großer Fokus auf den Charakteren. Vor allen Dingen auf Stephanie, der Protagonistin, ihrem ehemaligen Lebensgefährten Pete und auf der Mutter von dem entführten Jimmy, Scarlett. Und es ist ehrlich interessant, was man von der Vergangenheit dieser Charaktere erfährt. Wie sie zusammengekommen sind, was sie voneinander hielten, wie sich eine Freundschaft zwischen den doch sehr unterschiedlichen Frauen Scarlett und Stephanie auf einem Job heraus entwickelte und wie wenig Pete zum Beispiel davon hielt. Auch einfach die Sicht der Medien, wie sie auf die Menschen wirkt und wie man versuchten kann damit umzugehen und zu leben, ist einfach irre interessant. Dabei merkt man auch sehr, welche Stärken und Schwächen die Charaktere haben und beginnt sich immer mehr zu fragen, wieso wurde der kleine Junge bloß entführt und wer könnte dahinter stecken.

Da diese Frage jedoch fast die gesamte Zeit eher im Hintergrund schwebt, da man so viel von der Vergangenheit erfährt, hatte das Buch auf mich eher den Eindruck eines Dramas gemacht und wirkte weniger so, als würde er mir einen Thriller erzählen wollen, auch wenn man natürlich daran zu denken beginnt, wer es wohl gewesen sein könnte.

Die Auflösung am Ende hat mich ab einem gewissen Punkt nur noch in Teilen überrascht. Manches davon hatte ich mittlerweile vermutet, wenn auch nicht ganz so, wie es dann aufgeklärt wurde. Gewisse Dinge am Ende hätte ich so ganz eindeutig nicht erwartet und ich fand es auch fast schon noch ein wenig überzogen. Wobei es mir insgesamt ein dann etwas zu abruptes Ende war.

Allgemein war der Roman aber deutlich besser, als meine letzte Erfahrung mit der Autorin und für Freunde von einer Handlung, die eher einem Drama gleicht, die aber kriminalistische und Thrillerelemente aufweist, ist der Roman sicherlich sehr gut geeignet, wenn man sich mit dem Ende anfreunden kann!

Der Verrat

Der Verrat

von Val McDermid

19,99

Ein ganzes halbes Jahr

Themistokeles aus Neustadt , am 27.04.2013

Die Art dieser Geschichte ist genau die, die ich selbst am seltensten lese, weil sie einfach eine der ist, die ich am wenigstens gern mag, von daher war ich ehrlich gespannt, wie dieses Buch wohl auf mich wirken würde und ich muss gestehen, dass ich ehrlich positiv beeindruckt bin.

Zunächst hatte ich beim Lesen ehrlich noch Bedenken, dass sich das Buch zu sehr in die Richtung von »Ziemlich beste Freunde« entwickelt, da mich der Anfang so extrem an den Film erinnert hat, ich verdammt viele Parallelen sehen konnte und ich einfach dadurch gehofft habe, dass es anders wäre, da es so schade ist, wenn sich zwei Geschichten zu sehr gleichen, mögen sie auch in vollkommen anderen Gegenden, ganz unabhängig entwickelt worden sein. Jedoch konnte man schon bald erkennen, dass sich das Buch gänzlich anders entwickeln würde, was schon der erste Punkt war, der es mir sympathisch gemacht hat.
Zudem lebt dieser Roman einfach so extrem von den Charakteren und ihren Emotionen, bei denen es der Autorin oft mit nur sehr wenigen Worten gelingt, dass sie so starke Gefühle in einem wach ruft und einen so mit den Personen mitfühlen lässt, dass ich das einfach nur bewundern kann, da ich das selten so erlebt habe. Außerdem hat sie mir Will und Lou sehr starke und sympathische Persönlichkeiten geschaffen, die man einfach gern haben muss und bei denen man in beiden Fällen ihre Meinungen auch so gut verstehen und nachvollziehen kann, was einen selbst als Leser in einen starken Zwiespalt bringt, was man für ein Ende erhoffen soll.

Interessant gemacht fand ich es, dass die Geschichte zwar vor allen Dingen aus der Perspektive von Lou erzählt wird, man aber auch ab und an diese mal wechselt und von anderen, eher Nebencharakteren, deren Emotionen und auch Meinungen, wie Gedankengänge nähergebracht bekommt, was einem der Geschichte nur noch näher bringt und einem auch teilweise diese zunächst unverständlich oder blass wirkenden Personen verständlich macht.

Ich war ehrlich enorm überrascht, wie sehr man jede Seite verstehen konnte und vor allen Dingen, wie sehr man sich selbst von seinen Gedanken beeinflussen lässt, sich eine Meinung zu jemandem bildet, wenn man ihn nicht richtig kennt und daher seine Handlungen nicht nachvollziehen kann und etwas falsches hinein interpretiert.

Gerade das hat mich an dem Buch sehr beeindruckt, auch wenn ich mir vielleicht noch ein bisschen mehr gewünscht hätte, dass die Nebencharaktere weniger passiv aufgetreten wären und nicht das Ganze einfach so hätten laufen lassen, denn leider wurden manche Aspekte des Plans des kontrollierten Selbstmords so für mich zu wenig beleuchtet, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass alle so ruhig die Zeit abgewertet hätten, wie es die Charaktere in diesem Roman machen.

Und trotzdem ist es einfach nur ein tolles Buch, das einem eine sehr emotionale, tragische und in vielen Punkten auch traurige Geschichte übermittelt, die aber durchgehend voller Hoffnung ist! Ein Buch, das ich jedem empfehlen kann, der auch mal etwas ernstes lesen möchte, das durch seine Leichtigkeit im Stil und seinen Inhalt, etwas Besonderes ist.

Ein ganzes halbes Jahr

Ein ganzes halbes Jahr

von Jojo Moyes

14,99

Der Sarg

Themistokeles aus Neustadt , am 07.03.2013

Von den vier Romanen von Arno Strobel kenne ich mit diesem Buch nun genau zwei Stück und eins kann ich mit Sicherheit über diese zwei Bücher sagen, nämlich das sie ausgesprochen gut geschrieben sind und man einfach, allein schon durch ihren Stil, gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören möchte!

Irgendwie war es bei mir beim Lesen einfach so, dass mich schon allein der Schreibstil dazu gebracht hat, dass ich ziemlich vorangetrieben wurde beim Lesen und auch nicht das Bedürfnis hatte irgendwelche Unterbrechungen zu machen. In meinen Augen ein echtes Talent, das nur wenige Schriftsteller in diesem Maß haben, denn es ging mir bei beiden Büchern von ihm so. Und das lag nicht allein am Inhalt der Romane, sondern auch an ihrem Aufbau und dem Schreibstil.

Denn inhaltlich gesehen, war dieser Roman für mich leider ein wenig zu durchschaubar. Viele von den Hinweisen, die möglicherweise auch von vielen einfach überlesen werden, sprangen mir einfach zu deutlich ins Gesicht. Es mag daran liegen, dass ich selbst einfach extrem viele Krimis, Thriller, Psychothriller etc. lese, aber auch daran, dass ich mich mit so manchem Phänomen einfach recht gut auskenne. Auf jeden Fall war mir schon nach wenigen Seiten klar, wie sich der Großteil der Geschichte vermutlich darlegen wird und ein kleines bisschen muss ich auch gestehen, war es leider so! Ich freue mich zwar immer mächtig, wenn ich eine Geschichte durchschaue und in ähnlichem Tempo wie die Ermittler selbst auf die Lösung komme, aber wenn ich sie schon Seiten vorher habe, dann hilft nimmt es ein wenig den Spaß.

Selbst Dinge, die für die Ermittler am Ende eher durch Zufall und zufällige Erwähnungen vorher noch zu Tage treten, hatte ich die ganze Zeit im Hinterkopf und habe mich ehrlich gefragt, wie man so etwas relevantes vergessen kann. Von daher war es ein wenig schade, dass der Fall so schnell gelöst werden kann, wenn man bei manchem vielleicht einfach zu viel Hintergrundwissen hat. Gleichzeitig finde ich es immer noch bewundernswert, wie sehr mich das Buch trotzdem mitgenommen hat, da ich zwar schon irgendwie das Ende kannte, aber trotzdem weiter meinen Spaß beim Lesen hatte.

Vor allen Dingen finde ich auch, dass der Charakter der Eva ziemlich gelungen ist, besonders in der Darstellung ihrer Probleme, wodurch ich sie ehrlich auch sehr interessant fand, wenn auch durchweg ein bisschen seltsam, was aber wohl auch kaum zu vermeiden war. Insgesamt war das Ganze von den Personen her eh sehr interessant gestaltet, auch wenn ich den Kommissar noch nicht so recht greifen konnte, was aber vielleicht auch daran lag, dass es zu ihm in den anderen Büchern, die ich nicht kenne, noch weitere Informationen gibt, die ihn mir näher gebracht hätten.

Auf jeden Fall ein toller Roman, der mir ehrlich gefallen hat, auch wenn der Fall für mich viel zu leicht war und der mich daher nicht ganz so sehr begeistern konnte, wie Strobels Erstlingswerk »Der Trakt«, aber jedem Krimi- und Thrillerliebhaber bestimmt gefallen wird.

Der Sarg

Der Sarg

von Arno Strobel

9,99

Der Himmel so fern

Themistokeles aus Neustadt , am 30.11.2012

Irgendwie kann ich nach diesem Buch gar nicht wirklich sagen, was ich von ihm halte, da es viele verschiedene Meinungen in mir wachgerufen hat. Zum einen muss ich gestehen, fand ich die Idee hinter dem Roman, dass man eine Person begleitet, die Selbstmord begangen hat und jetzt damit in ihrem Tod umgehen muss, wie die Welt weiterläuft, ohne sie und wie die Menschen aus ihrem ehemaligen Leben sich damit arrangieren, einfach nur interessant.

Ich konnte einige ihrer Gefühle in diesem Zusammenhang nur allzu gut verstehen und vor allen Dingen auch, der Schmerz, den ich anderen damit zufügen würde, würde mich in jedem Fall von einer solchen Tat abhalten, denn mein Leben könnte wohl noch so schlimm sein, ich würde nie das Leben eines anderen zerstören wollen, nur weil ich egoistisch bin. An diesem Punkt hätte ich zu viele Skrupel und ich finde es interessant zu sehen, wie sie nach ihrem Tod denkt. Was sich auch in ihr und ihrer Meinung ein wenig verändert.

Ansonsten muss ich aber auch sagen, waren mir Rebecka und ihre Meinung, ihr Grund zu tun was sie tat und einfach ihre Persönlichkeit ein Gräuel. Sie war einer dieser Menschen, die ich immer verabscheut habe. Karrieregeil, vollkommen auf sich selbst fixiert und hat nie an andere gedacht, denn es ging irgendwie immer nur um sie und ihre Meinung. Was die anderen denken etc. war ihr nur als Nebensache wichtig, wenn überhaupt. Und zwar dann, wenn die anderen nicht mehr taten, was sie von ihnen erwartete, was sie wollte, dass sie tun. In meinen Augen ein extrem mieser Charakter und irgendwie, tat es mir um Rebecka nie Leid. ich konnte nicht mit ihr fühlen, weil sie mir so unsympathisch und fremd war. Denn genau solche Menschen, wie sie es sind, will ich in meinem Leben nicht haben, denn sie können einem, auch wenn sie keinen Selbstmord begehen, wenn man sie zu nah an sich ran lässt, sehr weh tun, allein ihres Charakters wegen.

Auf jeden Fall konnte einem das Buch, aber trotz dem ich Rebecka wirklich nicht verstehen konnte, leicht zeigen, dass man nicht jeden Menschen einfach vorverurteilen sollte, wenn man seine genauen Gründe für seine Taten, seinen Hintergrund und vieles anderes über ihn nicht kennt, dann damit kann man manchmal verdammt viel kaputt machen.

Ein interessantes Buch, wenn auch wahrlich keins, bei dem ich den Hauptcharakter auch nur in Ansätzen sympathisch fand, was aber durchaus nichts mit der Qualität der Charakterdarstellung zu tun hatte. Wen diese Selbstmordthematik interessiert, der kann hier eindeutig ein Buch finden, dass das ganze mal auf eine andere Weise behandelt, wie man sie so noch nicht unbedingt gesehen hat.

Der Himmel so fern

Der Himmel so fern

von Kajsa Ingemarss…

12,00

Der Himmel über der Heide

Themistokeles aus Neustadt , am 27.08.2012

Bei diesem Roman war es so, dass fast genau das auf mich zugekommen ist, was ich durch das Cover und den Klappentext erwartet hatte. Denn irgendwie entspricht das ganze einer Lektüre mit einer sommerlichen Atmosphäre, die jedoch von Schatten der Vergangenheit geprägt ist und überdeckt wird. Zusammen mit den tollen Beschreibungen der Lüneburger Heide macht das Buch damit und in diesem Rahmen gesehen schon einen sehr lesenswerten Eindruck, da beides ehrlich gelungen ist, sowohl die Atmosphäre, als auch die Landschaftsbeschreibungen, die mir geradezu Lust auf einen Spaziergang gemacht haben. Von der weiteren Handlung her ist der Roman jedoch eine typische Familientragödie mit dem irgendwie immer dazugehörenden romantischen Anteil in sich. Viel Neues und in diesem Bereich Unbekanntes liefert der Roman allerdings damit nicht und vieles ist halt auch einfach sehr vorhersehbar. Vor allen Dingen, da mich der Roman doch sehr, allein schon durch Setting und Handlung, an die Romanzen und Familiendramen aus dem ZDF erinnerte, für welche er bestimmt auch sehr gut als Vorlage dienen würde. Jedoch fand ich ihn trotz diesem schon sehr bekannten Ablauf einfach von seiner gesamten Zusammensetzung sehr stimmig, da diese ihn einfach locker, leicht und gut zu lesen machte. Auch die Charaktere fand ich im allgemeinen schon sehr gut, auch wenn sie in vielem recht stereotypisch für diese Art von Romanen und Filmen waren und daher einige Kleinigkeiten in ihrem Verhalten sehr vorhersehbar waren, da sie einfach immer so handeln, wenn sie diese Rolle spielen. Das hängt jedoch wohl auch einfach wieder mit dieser Art von Roman zusammen und ich muss zugeben, dass ich es mir schwer anders vorstellen könnte, was ja aber auch alles wieder Prägung ist. Vor allen Dingen Kathrin war jedoch in ihren Reaktionen für mich manches Mal weniger vorhersehbar, da sie ab und an sehr heftig reagierte, was ich selbst schon etwas zu sehr überzogen fand, auch wenn es in ihrer Situation vom Typus der Reaktion sehr passte, nur wäre vielleicht ein bisschen weniger intensiv besser gewesen. Abgesehen davon fand ich sie vom Charakter her aber dann doch noch recht sympathisch. Von einer Sache war ich dann doch auch noch sehr überrascht, denn auch wenn es sich nicht um eine Romanze handelte, war ich doch verwundert, wie gering doch entgegengesetzt zu meiner Erwartung der romantische Anteil dieses Buches war. Er trat oft sehr versteckt auf und war daher gar nicht so extrem präsent, auch wenn ich zugeben muss, dass mich das eher weniger gestört hat, obwohl ich dieses Thema raumgreifender erwartet hätte. Toll finde ich übrigens die Idee, dass die ortstypischen Speisen, die im Roman erwähnt werden im Anschluss an den Roman als Rezepte noch im Buch aufgeführt sind. Ausprobieren werde ich wohl noch manches dieser Rezepte, vor allen Dingen die Süßspeisen und ich bin schon echt gespannt, wie die Ergebnisse wohl schmecken werden. Von daher ein echt schöner Roman zum Entspannen und für Zwischendurch, da man einfach sofort schon weiß, wie die Geschichte vermutlich laufen wird, der aber eine echt tolle Atmosphäre hat, durch welche das Lesen ehrlich Spaß macht.

Der Himmel über der Heide

Der Himmel über der Heide

von Sofie Cramer

9,99

Das Herz einer Löwin

Themistokeles aus Neustadt , am 30.07.2012

Selten habe ich ein Buch gelesen, das mir ein land und vor allen Dingen seine Atmosphäre so viel näher gebracht hat, wie es dieser Roman geschafft hat. In jeder einzelnen Seite und jeder Beschreibung kommt man diesem Land, diesem Kontinent, Afrika, so nah und spürt es geradezu, als wäre man selbst dort. Allein schon diese Tatsache hat das Buch für mich zu einem richtig tollen Leseerlebnis gemacht.

Dazu kam dann noch, dass die Charaktere in dem Roman einfach nur toll waren und ganz besonders hat mir von ihnen die kleine Angel gefallen, die mit ihren sieben Jahren ganz eindeutig das Herz einer Löwin hat und dann noch daneben die Löwin mit dem großen Herzen Moyo. Insgesamt haben die Charaktere, in diesem Fall vor allem die menschlichen, alle etwas sehr sympathisches und auch etwas so reales, wenn man einfach auch ihr Verhalten betrachtet.

Davon abgesehen, kann ich nur noch wiederholt sagen, wie gut mir einfach die Atmosphäre gefallen hat, in der man auch die Liebe zu diesem Land so eindringlich gespürt hat, sowie sich auch das Gespür der Autorin dafür zeigt, wie sich vollkommen Fremde in diesem Land fühlen können. Emmas Verhalten ist einfach so treffend geschildert, denn ich wette, dass sich die meisten in Städten Lebenden so verhalten würden. Allein schon durch die Unterschiede bei den Hygieneverhältnissen, beim Essen oder ähnlichem, verhält sich Emma genau, wie ich es von jemand aus den "westlichen" Ländern erwartet hätte, denn die Verhältnisse in Afrika ist man ja gar nicht gewohnt und gerade diese Angst vor dem Unbekannten kommt einfach durch schon die kleinsten Beschreibungen beim Leser an.

Neben den vielen tollen Charakteren und der schönen Darstellung Afrikas war ebenso faszinierend, wie einem das Buch die Löwen präsentiert und nähergebracht hat. Sie wurden durch das Buch und seine Beschreibungen eindeutig zu einem sehr majestätischen und gleichzeitig sehr sensiblen Lebewesen und für mich während des Lesens einfach einen Aspekt erhalten haben, den ich vorher so nicht an ihnen gesehen habe. Grundsätzlich bin ich nicht gerade jemand, der Raubtiere bewundernswert findet, jedoch muss ich zugeben, dass sie es in diesem Roman auf jeden Fall sind und sogar noch mehr als das.

Insgesamt hat mir das Buch einfach gut gefallen, auch wenn es von der Story her nichts wirklich vollkommen besonderes war, hatte es eine Atmosphäre, die einen zu bezaubern geschafft hat, was sogar noch eine schönere Wirkung haben kann, als die innovativste Geschichte. Es ist einfach ein Buch voller faszinierender Erkenntnisse über ein faszinierendes Land, dass ich nur jedem empfehlen kann.

Das Herz einer Löwin

Das Herz einer Löwin

von Katherine Schol…

9,99

Sieben Tage OHNE

Themistokeles aus Neustadt , am 26.06.2012

Den Vorgängerroman »Die Dienstagsfrauen« kenne ich bisher leider noch nicht vollständig, sondern nur seinen Anfang durch eine Leseprobe, was jedoch Gott sei Dank bei diesem zweiten Teil kein Problem beim Verständnis darstellte.

Zu Beginn werden einem nämlich noch mal alle Dienstagsfrauen vorgestellt und das so, dass man sie sich klasse vorstellen kann, wenn man sie noch nicht kennt, es aber ach nicht zu ausführlich ist, für diejenigen, die schon Zeit mit den fünf Freundinnen verbracht haben.

Insgesamt nehme ich für mich aus dem Roman auf jeden Fall mit, dass Heilfasten eine anstrengende und keine leichte Sache ist, denn allein die Probleme mit dem Hunger, den man unweigerlich bekommt fand ich nur zu grausig und anschaulich, wie auch das Glaubern auf mich äußerst abschreckend wirkte.

Ansonsten jedoch war der Roman ehrlich klasse, da er eine richtig schöne lockere Unterhaltung bietet, die gleichzeitig ruhig und turbulent ist. Die einzelnen Frauen sind auch in vielem sehr unterschiedlich in ihren Persönlichkeiten, so dass alle einzigartig sind. Vor allen Dingen haben mir die so schön sarkastischen oder ironischen Aussagen von Estelle gefallen, die mir dadurch angenehm sympathisch geworden ist. Insgesamt haben aber alle fünf einige positive und sympathische Eigenschaften, die sie auf ihre Weise liebenswert machen.

Klasse fand ich auch die anderen Charaktere, auf die sie beim Fasten treffen, wie die Eisermanns, die bei allem noch einen guten Tipp zu verteilen haben und grundsätzlich alles besser wissen und ehrlich: Mir wären die beiden tierisch auf die Nerven gegangen, wenn ich mit denen 7 Tage aushalten müsste!

Die kleineren und größeren Probleme, die sich den Frauen während ihrer Fastenkur, von innen und außen in den Weg stellen, fand ich auch herrlich dargestellt, da sie einfach sehr lebensnah waren und sich wirklich so zugetragen könnten im realen Leben. Außerdem haben sich daraus auch einige sehr amüsante Momente ergeben, denn zum Schmunzeln hat mich das Buch öfter gebracht.

Von daher, auf jeden Fall ein klasse Buch, wenn man beim Lesen einfach entspannen möchte und das auch vortrefflich als Urlaubslektüre geeignet ist, auch wenn seine Atmosphäre nicht immer nur sonnig ist!

Sieben Tage ohne

Sieben Tage ohne

von Monika Peetz

9,99

Zorn - Tod und Regen

Themistokeles aus Neustadt , am 16.05.2012

Eine Stadt irgendwo in Deutschland. Ihre größten Probleme: Ein extrem brutaler und blutiger Mord und vor allen Dingen der Regen, der seit Tagen fällt.

Da man gegen den Regen nichts machen kann, soll das erste der beiden Probleme wenigstens gelöst werden, nämlich von Claudius Zorn, seines Zeichens gelangweilter, lustloser und grummeliger Hauptkommissar. Zusammen mit seinem Kollegen dem dicken Schröder, hinter dessen pummeliger Figur extrem viel mehr steckt, als je jemand vermuten würde.

Und gerade diese beiden Persönlichkeiten sind es, die die Geschichte besonders machen, denn beide sind extrem gut gestaltet und überraschen einen, haben realitätsnahe Macken und Fähigkeiten und vor allen Dingen merkt man ihnen an, wie sie sich im Laufe des Falls immer mehr entwickeln und sich auch verändern.

Zorn sticht dabei am deutlichsten heraus, da er zu Anfang eine extrem deutliche Leck-Mich-Am-Arsch-Haltung zeigt, die sich langsam aber sich in Wohlgefallen auflöst und etwas anderem, positivern, Platz macht. Zudem gibt er meist den harten Kerl, Schürzenjäger und einsamen Wolf, jedoch bemerkt man auch sensible Seiten an ihm, so kann er unter anderem keine Leichen sehen und es gibt auch manche Frau, bei der er plötzlich sehr ratlos wirkt.

Ohne Schröder jedoch wäre Zorn auch nicht der Charakter der er ist und Stephan Ludwig hat Zorn mit ihm einen sehr ergänzenden Charakter an die Seite gestellt, den ich beim Lesen immer lieber gewonnen habe, denn in meinen Augen ist Schröder der heimliche Held des Romans, der mich immer wieder überraschen konnte und für extrem viele amüsante Szenen sorgte.

Obwohl für mich die beiden Charaktere im Vordergrund standen, war bis auf manche Kleinigkeit auch die Handlung sehr gelungen. Besonders wie lange man beim Täter am Grübeln war und immer wieder neue Vermutungen, der aktuellen Faktenlage entsprechend, anstellen konnte.

Zudem gefielen mir viele der atmosphärischen Beschreibungen sehr gut, meist den Regen betreffend, der allgegenwärtig, dem Roman eine düstere und irgendwie leicht unangenehme Stimmung verpasste, denn wer möchte schon gerne ständig nass werden.

Insgesamt ein richtig guter Krimi, bei dem zwar die Charaktere im Zentrum standen, der aber trotzdem extrem spannend in der Handlung war und nach dem ich mich auch schon auf ein Wiedersehen mit Zorn und Schröder freue.

Zorn - Tod und Regen

Zorn - Tod und Regen

von Stephan Ludwig

9,99