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Kerstin Stutzke aus Berlin Top 100 Bewerter

Gesamte Bewertungen 569 (ansehen)


Meine Bewertungen

1. Band der Lia-und-Coel-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Die 17-jährige Lia Raven hat im letzten Jahr furchtbares durchgemacht. Vor neun Monaten, an ihrem 17. Geburtstag, war ihre Welt noch in Ordnung. Früh hatte sie ihre Mutter verloren, aber sie hatte einen Vater, der sie liebte und sie in ihren Wünschen unterstützte, so auch in dem Wunsch, die Flugprüfung abzulegen. Ihr Vater selbst hatte seine bereits und er gab seiner Tochter Stunden. Doch an jenem schicksalshaftem Tag vor etwas über einem halben Jahr wollte er ihr beibringen, bei Sturm zu agieren - die Maschine stürzte ab, ihr Vater starb sofort und Lia wurde schwer verletzt. Seit diesem Vorfall hat sie ihre Sprache und ihr Augenlicht verloren. Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, lebt sie auf der Ranch ihrer Großeltern väterlicherseits. Hier unterstützt ihre Familie sie im Alltag und ihre Tante Fala, die als Ärztin im nahen Reservat arbeitet, denn Lias Vater war indianischer Abstammung. Doch die Zeit bei ihrer Familie ist vorbei. Laut letzten Willen ihres Vaters soll Lia die Zeit bis zu ihrer Volljährigkeit, bei ihren Großeltern mütterlicherseits in Wales verbringen.


Lia ist nicht ganz wohl bei der Sache, denn diesen Teil der Familie hat sie noch nie kennen gelernt und der Gedanke, in ein Flugzeug zu steigen und nach Wales zu fliegen, behagt ihr gar nicht. Zwar wird ihr Cousin Delsin sie begleiten, doch auch er ist fremd in diesem Land und in der keltischen Kultur, denn ihre Großeltern, Ida und Bran, sind stolz auf ihre keltische Abstammung. Doch anstelle von Ida und Bran, ist Bran in Begleitung eines jungen Mannes namens Coel erschienen, um sie abzuholen und an diesem ist irgendetwas merkwürdig, denn sobald Coel sie berührt, kann sie sehen und gedanklich mit ihm kommunizieren und ganz ehrlich, was sie sieht, gefällt ihr außerordentlich gut.


Tatsächlich gelingt es Lia, mit Hilfe von Coel und Bran heil in Wales anzukommen, doch bereits beim ersten Zusammentreffen mit ihrer Großmutter Ida steht fest: die beiden werden keine Freunde werden und Coel bestätigt ihre Befürchtungen, ja schlimmer noch, er hegt den Verdacht, dass Ida die beiden trennen will und tatsächlich gibt es in dem Haus nur eine Regel: Lia und Coel dürfen einander nicht berühren - mit anderen Worten: Lia wird blind und stumm sein und weiterhin auf die Hilfe von Delsin oder gar ihrer Großeltern angewiesen sein. Doch Lia, die zwar diese Regel akzeptieren muss, gibt sich nicht geschlagen - zum ersten Mal seit einem dreiviertel Jahr gibt es so etwas wie Hoffnung in ihrem Leben, Hoffnung auf ein Leben mit einem Mann, der sie so annimmt, wie sie ist, trotz ihrer Sprachverlustes, trotz ihrer Blindheit, trotz ihres mit Narben entstellten Körpers und nichts und niemand wird ihr diese Hoffnung nehmen! Doch auch Coel hat ein Geheimnis ...



Der 1. Band der Lia-und-Coel-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie auf das Leben der Protagonistin, deren Leben in den letzten Monaten alles andere als einfach war, nunmehr noch neue Menschen und eine ganz neue Kultur einwirken und alle irgendwelche Geheimnisse vor ihr zu haben scheinen, aber niemand willens oder in der Lage ist, ihr die Situation, in der sie als Stumme und Blinde hineingeraten ist, zu erklären. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Protagonistin Lia ist mir hier besonders ans Herz gewachsen, denn obwohl ihr Körper gebrochen war und noch immer Narben und Defekte (Stummheit und Blindheit) aufweist, ist sie fest entschlossen, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu kämpfen, um das zu wahren, was ihr geschenkt wurde - die Liebe eines jungen Mannes, auch wenn die ganze Welt gegen sie beide zu sein scheint, sie weiß, er ist der richtige, er ist der, der sie so nimmt, wie sie ist und sie wird alles tun, um ihn in ihrem Leben zu halten. Den Schreibstil empfand ich als geradezu fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und es in einem Rutsch durchlesen musste. Jetzt hoffe ich sehr, dass die Fortsetzung der Reihe nicht allzu lange auf sich warten lässt - es gibt so einen genial-bösen Cliffhanger am Ende!

Wings of Silence

Wings of Silence

von Aubrey Cardigan

13,90

Enttäuschend

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Rhett Butler wurde als ältester Sohn des Reisplantagenbesitzers Langston Butler geboren und sein Vater machte ihm schon früh klar, was er von seinem Erstgeborenen erwartet. Doch Rhett war schon immer ein Rebell, sodass er alles tat, jedoch nicht nach der Pfeife seines Vaters tanzte. Früh schloss er Freundschaft mit Farbigen und wurde von seinem Vater mit harter Feldarbeit bestraft, doch Rhett ließ sich nicht brechen. Auch die Militärakademie war nicht in der Lage, den jungen Mann zu brechen, sodass er es schaffte, der Akademie verstoßen zu werden. Als er sich jedoch auf ein Duell mit einem Untergebenen seines Vaters einlässt, ist das Maß voll und Rhett wird von seinem Vater verstoßen.

Doch Rhett ist nicht dumm und er hat einen guten Riecher für geschäftliches, sodass er innerhalb weniger Jahre ein vermögender Mann ist. Zwar bringt ihm das seine Familie nicht zurück, aber er kann mehr oder weniger tun und lassen, wonach ihm beliebt und durch Zufall wird er auf ein Plantagenfest eingeladen und trifft dort auf die Frau, die sein Leben für immer verändern sollte: Scarlett O'Hara. Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick, denn er erkennt, dass sie genauso ist wie er - unbeugsam und sie weiß, was sie will. Doch die Freude der Bekanntschaft ist nicht auf Scarletts Seite, denn ausgerechnet in einem schwachen Moment ihrerseits tritt Rhett in ihr Leben.

Zwei Ehemänner wird Scarlett "verschleißen" und ein Bürgerkrieg ins Land ziehen, ehe die Beiden das werden, wofür sie von Anfang an bestimmt waren: ein Paar. Während Rhett alles tut, um seiner Frau jeden Wunsch zu erfüllen, sehnt diese sich weiterhin nur nach Ashley. Als Krönung ihrer "Liebe" wird die gemeinsame Tochter Bonnie Blue geboren, kann jedoch die Ehe ihrer Eltern nicht retten. Dann verstirbt Bonnie auf Grund eines Unfalls und Rhett bleibt als gebrochener Mann zurück ...

Enttäuschend! Der Plot wurde sehr bildgewaltig erarbeitet, doch ganz ehrlich, ich wurde enttäuscht. Sicherlich hatte ich in dem Buch nicht wirklich neues erwartet, sondern vielmehr eine der berühmtesten literarischen Liebesgeschichten der Welt aus der Sicht von Rhett Butler, doch meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Zwar werden in diesem Buch Aspekte aus Rhetts Leben aufgezeigt, die bisher unbekannt waren, doch das ganze Buch ist weder mit "Vom Winde verweht", noch mit der Fortsetzung "Scarlett" stimmig. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, jedoch fehlte es ihnen etwas an Reiz. Waren die vorherigen Bücher dieser Liebesgeschichte einfühlsam und authentisch in Szene gesetzt, so muss ich sagen, dass ich hier eindeutig gemerkt habe, dass ihr ein Mann am Schreiben war. Hat er sich überhaupt mit den anderen Büchern beschäftigt? Hier hege ich großen Zweifel, denn beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass er von völlig anderen Personen schreiben würde, als die mir bekannten. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch konnte der Schreibstil nicht über die übrigen Enttäuschungen des Buches hinwegtrösten.

Rhett

Rhett

von Donald McCaig

9,95

Illegale Klone berühmter Persönlichkeiten

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Der 50-jährige Tycho Mercier lebt ein ruhiges und bescheidenes Leben in einem Pariser Vorort. Er arbeitet als Dozent für Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts an der Universität und ist mit seinem Leben recht zufrieden. Die Ehe mit seiner Frau Phoebé zerbrach vor einigen Jahren und der gemeinsame 10-jährige Sohn Bruno lebt nach wie vor beim Vater, wobei er alle zwei Wochenenden bei seiner Mutter verbringt. Phoebé ist zwischenzeitlich wieder anders liiert und leitet ihr eigenes Fitnessstudio, eine Tätigkeit, die voll und ganz ihrem Naturell entspricht. Wobei es in Tychos Leben doch etwas gibt, das in ihm Begehren weckt - Marilyn, jedoch nicht das Original, denn die ist ja schon einige Jahrzehnte tot, sondern die Marilyn von Bassompierre, einem Notar im Ruhestand, der einen Marilyn-Klon besitzt.


Doch mit der Ruhe im Haushalt Mercier ist es vorbei, als ein Gewinn die beiden erreicht. Vor kurzem hatte Phoebé im Beisein ihres Sohnes an einem Gewinnspiel im Supermarkt teilgenommen und für den Fall eines Gewinns die Adresse ihres Sohnes angegeben. Tatsächlich hat gerade dieses Los den Hauptgewinn eingebracht - einen Klon. Doch nicht irgendeinen Klon, es ist ein Klon von Adolf Hitler, eine Klonreihe, die erst kürzlich verboten wurde. Nun hat Tycho ein Problem, denn selbst der Besitz eines solchen Klons ist verboten. Ein Dutzend davon wurden gezüchtet und wurden auch wieder zurück gerufen. Wie dieser ausgerechnet bei ihm landen konnte, ist Tycho nicht ganz klar. Als jedoch Tycho in Phoebés Beisein am nächsten Tag versucht, den Klon im Supermarkt zurückzugeben, wird dieser nicht zurückgenommen. Frustriert nimmt er Nr. 6 (von 12) wieder mit nach Hause, sehr zur Freude von Bruno, der in Dolfi bereits einen Freund gefunden hat.


Tatsächlich stellt sich heraus, dass es sich bei Dolfi um ein sehr friedliches Exemplar handelt, sodass er vorerst (zähneknirschend seitens Tycho) bei den Merciers bleiben und sich im Haushalt nützlich machen darf. Doch es kommt noch schlimmer. Plötzlich steht eine völlig verzweifelte Marilyn bei Tycho in der Tür. Ihr Besitzer hatte einen Schlaganfall und man einigt sich darauf, dass besagte Marilyn so lange bleiben darf, bis Bassompierre wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird. Als dieser jedoch kurz darauf verstirbt, ist guter Rat teuer, denn zwischenzeitlich hat Tycho mitbekommen, dass es sich bei Marilyn nicht um einen legalen Klon handelt, sondern um eine illegale Raubkopie. Als dann auch noch die Polizei vor der Tür steht, ergreifen die beiden ungleichen Klone die Flucht ...



Illegale Klone berühmter Persönlichkeiten! Der Plot wurde futuristisch-real und abwechslungsreich erarbeitet. Mag man auch von der Idee des Klonens generell halten, was man will, aber wenn das Klonen von Menschen eines Tages tatsächlich möglich sein sollte, wo ist die Grenze? Wer darf wie oft geklont werden? Ist das die moderne Sklaverei der Zukunft, denn Klone sind ja keine vollwertigen Menschen? Auf jeden Fall bietet dieses Buch interessante Denkansätze in diese Richtung. Die Figuren wurden durchaus facettenreich erarbeitet, wobei ich hier eindeutig sagen muss, dass in meinen Augen die meiste Persönlichkeit ausgerechnet der Klon Marilyn hatte. Selbst Tycho, als Protagonist, blieb etwas blass neben dieser schillernden Persönlichkeit, von dem anderen, sehr zurückhaltenden Klon mal nicht zu sprechen. Der Schreibstil empfand als sehr angenehm zu lesen, ich hatte keinerlei Probleme, hier voll in das Buch einzutauchen.

Dolfi und Marilyn

Dolfi und Marilyn

von François Sainto…

14,99

1. Band der Aurora-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Alexandra "Sasha" Lawson ist eigentlich ein ganz normaler 16-jähriger Teenager. Ihre Eltern sind früh bei einem Unfall verstorben, doch bei ihrem Großvater, einem Doktor der Physik, hat sie ein liebevolles Heim gefunden. Die beiden Leben in Chicago und Sasha besucht die 10. Klasse der Highschool, während ihr Großvater wieder an der Universität unterrichtet. Eigentlich war er schon im Ruhestand, aber um das Leben von sich und seiner Enkeltochter zu finanzieren, ist er wieder arbeiten gegangen, wobei Sasha den Verdacht nicht loswird, dass es sich hierbei nur um eine Ausrede handelt, denn Zuhause ist ihrem Großvater die Decke auf den Kopf gefallen. Doch etwas hat sich verändert in letzter Zeit. Es scheint glatt so, als würde sich Grant Davis, einer ihrer Mitschüler, für Sasha interessieren. Als er sie zum Abschlussball einlädt, scheint ihr Glück vollkommen.


Doch der Abend endet anders, als geplant. Die Beiden wollen noch dem Ball noch etwas allein sein und ziehen sich etwas zurück. Als Grant ihr auch noch einen Armreif schenkt, meint Sasha, auf Wolke Sieben zu schweben, bis sie das Bewusstsein verliert. Als sie wieder zu sich kommt, geht es ihr hundeelend, ihr ist schwindlig und schlecht und ihr tut jeder Knochen im Leib weh. Aber Grant ist da, also ist doch wohl alles in Ordnung - oder auch nicht, denn Grant offenbart ihr, dass er nicht Grant wäre, sondern sein Analog aus der Parallelwelt Aurora und dass auch Sasha sich jetzt in dieser Welt befände. Sasha ist mehr als verwirrt, doch bevor die Männer sie endgültig aus Chicago verschleppen können, gelingt ihr die Flucht. Auf ihrer Flucht durch Chicago muss sie feststellen, dass dies nicht mehr die Stadt ist, die sie kennt und in der sie aufgewachsen ist, ja schlimmer noch, irgendetwas scheint mit ihrem Gesicht zu sein, was die Leute gegen sie aufbringt.


In letzter Sekunde kann Thomas (ehemals Grant) Sasha aus ihrer misslichen Lage befreien, doch damit ist sie wieder da, wo sie vorher schon war. Grant bringt sie in einen Palast (ja, es herrscht Monarchie in Aurora) und stellt sie dem General vor. Dieser klärt sie darüber auf, das sie als Analog der Prinzessin des Vereinigten Staatenbundes von Columbia und rechtmäßige Thronfolgerin fungieren muss, bis die entführte Prinzessin Juliana wieder gefunden wurde. Dies muss binnen sechs Tagen geschehen, denn in genau einer Woche muss Prinzessin Juliana einen Prinzen aus dem verfeindeten Farnham heiraten, um endgültig Frieden zwischen den Völkern zu stiften. Sasha ist entsetzt, muss sich schlussendlich aber fügen, da sie sonst nie wieder nach Hause zurückkehren kann. Tatsächlich meistert Juliana ihre Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit, denn was niemand ahnt: Seit ihrer Kindheit träumt Sasha von eben jener Prinzessin Juliana, die im Traum immer ihr eigenes Gesicht hatte. Waren das gar keine Träume und wer hat Juliana verschleppt? Wird man sie rechtzeitig finden und zurückbringen können oder muss Sasha womöglich noch diesen fremden Prinzen heiraten?



Der 1. Band der Aurora-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich für Sasha nach und nach die Geschichte erklärt, denn auch wenn sie in Aurora ist, ist der Kontakt zu eben jener Juliana noch nicht abgerissen, auch jetzt sieht sie in ihren Träumen immer noch, was sie tut und wo sie sich befindet und nach und nach offenbart sich Sasha die Wahrheit, was wirklich hinter der Entführung der Prinzessin steckt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei hier meine Sympathie eindeutig auf Seiten von Sasha liegt, denn diese junge Frau, die ohne Vorwarnung in ein fremdes Leben katapultiert wird, schlägt sich ausgesprochen wacker und lässt sich nicht unterkriegen. Aber auch die Figur des Thomas empfand ich als sehr gelungen erarbeitet, vor allem, was seinen Gewissenskonflikt zwischen seiner Pflichterfüllung und seinen Gefühlen gegenüber Juliana/Sascha betrifft. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, muss jedoch gestehen, dass ich mir zwischendrin doch etwas mehr Dramatik erhofft hatte. Abschließend kann ich nur sagen, dass es sich um einen faszinierenden Reihenauftakt mit einem interessanten Plot, sehr charakterstarken Figuren und einem angenehmen Schreibstil handelt und ich schon sehr auf die Fortsetzung gespannt bin.

Das Licht von Aurora

Das Licht von Aurora

von Anna Jarzab

12,99

Was wäre, wenn dein Kind noch leben würde?

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Vor acht Jahren musste Geniver das schlimmste durchmachen, was einer werdenden Mutter nur passieren kann. Ihr Kind starb kurz vor der Geburt im Mutterleib, per Notkaiserschnitt wurde sie entbunden und Beth ist nichts als eine ferne Erinnerung. Wie sehr hatte sie sich auf das Kind gefreut. Zusammen mit ihrem Mann Art, einem erfolgreichen Geschäftsmann, wollte sie mit ihrer kleinen Familie glücklich werden. Seitdem ist Gen nie wieder schwanger geworden. Art, der sich so sehr ein eigenes Kind wünscht, hatte Gen immer wieder überreden können, es mit künstlicher Befruchtung zu versuchen, doch auch dies schlug jedes Mal fehl. Vor einem Jahr hatten sie es letztmalig versucht. Nun drängt Art auf einen erneuten Versuch, doch Gen weiß, dass sie dafür nicht bereit ist, noch immer hat sie den Verlust ihrer geliebten Beth nicht verkraften können.

Dann taucht eines morgens eine ihr unbekannte Frau vor ihrer Tür auf und behauptet, dass ihr Kind noch leben würde. Gen ist fassungslos - wie dreist können Menschen sein, um an Geld zu kommen, denn ja, sie und Art sind vermögend, aber aus solch einem tragischen Schicksal Geld herauszuschlagen? Doch irgendwas lässt Gen keine Ruhe und sie trifft sich mit der Frau. Diese berichtet ihr, dass ihre Schwester vor einem Jahr an Krebs verstarb und sie auf dem Sterbebett ein Geheimnis offenbarte. Gens Kind wurde lebend geboren, die Schwester der Frau war als Krankenschwester mit im OP, ihr Kind wurde direkt nach der Geburt weggeschafft und es wurde ein falscher Totenschein ausgestellt. Gen ist unschlüssig, ob sie der Frau glauben soll, zumal sie später nicht mehr erreichbar für sie ist, doch was wäre wenn? Was wäre, wenn ihre geliebte kleine Beth noch am Leben wäre?

Ihr Mann und ihre Freunde tun das Ganze als eine Masche ab, um an Geld von ihnen zu kommen. Gen ist schon fast gewillt, ihnen zu glauben, bis sie in der Zeitung auf einen Artikel stößt, der über den Tod einer noch unbekannten Frau berichtet. Anhand des Fotos kann Gen die Frau eindeutig identifizieren - es ist die Frau, die sich mit ihr getroffen hat und jetzt ist sie tot, verstorben bei einem Unfall mit Fahrerflucht. Zufall? Wohl eher nicht. Gen beschließt, die Sache weiter zu verfolgen, denn es scheint doch zu auffällig, dass diese Frau ausgerechnet so kurz nach einem Treffen mit ihr tödlich verunglückt. Als Gen versucht, den Arzt ausfindig zu machen, der sie damals entbunden hat, muss sie feststellen, dass dieser nicht mehr in der Geburtsklinik arbeitet und auch sonst scheint niemand zu wissen, wo er sich aufhält. Doch Gen ahnt, dass mit ihr ein abgekartetes Spiel gespielt wird und beschließt, nicht eher zu ruhen, bis sie herausbekommen hat, was damals wirklich mit ihrer kleinen Beth geschah ...

Was wäre, wenn dein Kind noch leben würde? Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich die Wahrheit erst nach und nach enthüllte und erst ganz zum Schluss herauskommt, was wirklich gespielt wurde. Allerdings muss ich sagen, auch ich wäre an Stelle der Protagonistin mehr als alarmiert gewesen, wenn meine Nachforschungen ergeben hätten, dass die Leute, die bei der Geburt dabei waren, entweder verstorben sind oder unbekannt verzogen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei mir die Figur des Lorcan am besten gefallen hat, denn dieser wirkt anfänglich eher abschreckend und doch umgibt ihn etwas Geheimnisvolles, das sich schwer in Worte fassen lässt. Auch die Tatsache, dass er sich nach und nach gegenüber Gen öffnet, änderte nichts an meiner Faszination für ihn. Die Protagonistin Gen empfand ich leider nicht ganz so als gelungen. Irgendwie wirkt sie sehr schwach auf mich und sie erweckt teils einen so hilflosen Eindruck, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass sie die ganzen Recherchen ohne einen "starken Mann an ihrer Seite" gepackt hätte. Die Sprecherin, Britta Steffenhagen, hat es durchaus geschafft, die beklemmende Stimmung des Buches einzufangen, doch empfand ich die Sprechweise zwischendrin als etwas monoton, so als wäre sie nicht mit dem Herzen dabei gewesen.

Seit du tot bist

Seit du tot bist

von Sophie McKenzie

19,99

Kind, Karriere, Mann und Leben - gar nicht so einfach unter einen Hut zu bringen

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Kind, Karriere, Mann und Freundinnen unter einen Hut bringen? Kein Problem laut Alice Goldmann. Die junge Lektorin schrieb sogar zu diesem Thema ein Buch (Das Leben ist kein Kindergeburtstag) und dabei hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Kind. Tja, wie die Zeiten sich ändern - kaum zwei Jahre später ist Clara der Mittelpunkt von Alice Welt. Noch ist Alice in Elternzeit (obwohl sie bereits wieder Teilzeit arbeitet), ihr Mann Sebastian arbeitet in einer Klinik als Assistenzarzt und auch sie gedenkt, auf absehbare Zeit wieder voll beruflich einzusteigen. Bereits bei der Entstehung ihres Buches half für Drillingsmutter Eve Hoffmann in das Mamiversum zu schauen und nun ist Alice mittendrin. Eve ist ihr nach wie vor eine große Hilfe, passt sie doch einmal wöchentlich auf Clara auf, während Alice im Verlag arbeiten geht.


Doch ganz so einfach, wie Alice sich das alles vorgestellt hatte, ist es dann wohl doch nicht, obwohl sie das niemals zugeben würde. Ihre beste Freundin (kinderlos) ist sauer, dass Alice, wenn sie denn schon mal Zeit für sie hat, immer Clara im Schlepptau hat, ihr Chef ist angesäuert, weil er immer noch nicht den Bescheid von der Kita gesehen hat, welcher belegt, dass Alice demnächst wieder Vollzeit arbeiten gehen kann und nun ja, Alice ist etwas angesäuert, dass so viel an ihr hängen bleibt. Ist sie denn nicht etwa verheiratet? Gibt es keine Gleichberechtigung mehr?


Nachbarin und Drillingsmama Eve Hoffmann hingegen will ihr Leben ändern. Sicherlich war es schön, Zuhause zu sein, während ihre drei noch so klein waren, aber nunmehr gehen sie in die Schule und Eve sehnt sich nach einer neuen Herausforderung im Leben. Tatsächlich hat sie eine Idee, die sich durchaus geschäftlich umsetzen ließe, nur braucht sie hierbei definitiv Hilfe. Aber mit wem könnte sie sich besser beratschlagen als mit Alice, die voll im Leben steht, trotz Kind und Mann? Tja, alles wäre so einfach, aber irgendwas ist doch immer, z. B. die Absage der Kita, dass Clara keinen Platz bekommt, dass Eve plötzlich einen geheimen Verehrer hat und und und ...



Kind, Karriere, Mann und Leben - gar nicht so einfach unter einen Hut zu bringen! Der Plot wurde abwechslungsreich und humoristisch erarbeitet. Ich muss gestehen, ich habe mich köstlich amüsiert, als das Kartenhaus, dass sich Alice gebaut hatte, immer wieder ins Kippen gekommen ist, denn ganz so einfach, wie sich das die junge Frau gedacht hat, ist das Leben mit Kind, Mann und Karriere dann wohl doch nicht. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei mir hier die Figur der Eve ganz besonders gefallen hat, denn diese steht mitten im Leben bzw. in der Realität und weiß, dass das Leben mit Familie nicht immer einfach ist und dennoch setzt sie alles daran, selbst wieder ein eigenständiges Leben außerhalb ihrer Familie zu führen. Den Schreibstil empfand ich sehr angenehm zu lesen und ich muss zugeben, ein paar Mal musste ich auch schmunzeln, denn bestimmte Einstellungen von Alice zum Leben fand ich einfach urkomisch.

Irgendwas ist doch immer!

Irgendwas ist doch immer!

von Daniela Nagel

8,99

Ein beeindruckendes Buch

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Der 16-jährige Connor ist ein intelligenter Schüler, beliebt und eigentlich ein Mustersohn, jedoch nicht in den Augen seiner Eltern. Ehe er es sich versieht, findet er sich gefesselt auf dem Rücksitz eines Autos wieder. Er wurde entführt, jedoch mit Einverständnis seiner Eltern. Seine Entführer, auch "Transporteure" genannt, bringen ihn nach Lake Harmony. Dass es sich dabei nicht um ein Ferienlager handelt, ist schnell klar - Connor landet auf Wunsch seiner Eltern in einem Boot Camp, in dem er umerzogen werden soll.


Sein Vergehen war es, sich in eine Frau zu verlieben, die zehn Jahre älter ist als er. Ein Vergehen, das nicht vergeben werden kann, laut Meinung seiner Eltern. Nachdem sie sich kundig gemacht habe, entschlossen sie sich, ihren Sohn in die Obhut des Erziehungscamps zu geben - die werden ihm die Flausen schon austreiben.


Der hochintelligente Connor durchschaut schnell das System in Lake Harmony und doch stößt er dort immer wieder an seine Grenzen, sei es, dass er nicht mit ansehen kann, wie ein schwächerer Insasse schikaniert und gedemütigt wird, sei es, weil er selbst nicht der Meinung ist, einen Fehler begangen zu haben, in dem er eine Beziehung mit einer älteren Frau einging. Connor ist bereit, soweit es geht, nach den dortigen Regeln zu spielen, doch brechen, brechen werden sie ihn dort nicht! Auf Grund dieser Einstellung landet er immer wieder in der IS (IsolierStation), wo er teils gefesselt stunden- oder gar tagelang auf dem Boden liegen muss. Connor weiß, dass seine Chancen, das Camp als er selbst überhaupt zu überleben, gering sind und so reift ein Gedanke heran: Flucht aus Lake Harmony - und er ist nicht allein ...



Ein beeindruckendes Buch! Der Plot wurde spannend und realistisch erarbeitet. Besonders faszinierend empfand ich die Darstellung, welche gesellschaftlichen Strukturen in diesem Camp aufgebaut wurden, welche Verhaltensregeln es dort unbedingt zu befolgen gilt und welche Konsequenzen auf diejenigen warten, die diesen Regeln nicht gehorchen. Das alles mag in erdachter Buchform noch angehen, doch wissen wir, dass es solche Camps auch im realen Leben gibt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Beeindruckt war ich vor allem von der Figur des Connor, dem von Anfang an klar ist, warum ihn seine Eltern in dieses Camp stecken und der dennoch die Hoffnung nie aufgibt, dass es ein Leben nach dem Camp gibt, das er wieder aufnehmen kann. Er weiß, dass sie dort alles versuchen werden, um ihn zu brechen, doch er weiß auch, dass er alles tun wird, um seine Menschlichkeit zu erhalten. Der Sprecher, Tim Niebuhr, vermochte es mit einer sehr eindringlichen und fesselnden Interpretation, mich dermaßen in seinen Bann zu schlagen, dass ich, als ich dieses Hörbuch hörte, alles andere förmlich stehen und liegen gelassen habe, denn ich musste einfach wissen, wie das Buch ausgeht.

Rhue, M: Boot Camp/3 CDs

Rhue, M: Boot Camp/3 CDs

von Morton Rhue

13,99