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Name:
Kerstin Stutzke Top 100 Rezensent
Ort:
Berlin
Rezensionen:
701 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 78

nicht hilfreich: 7

Rang:
33

Kerstin Stutzkes Rezensionen

123
auf Merkliste

40

01.03.2015

„1. Band der Darkmouth-Reihe”

In Darkmouth, Irland, ist man entweder geboren oder falsch abgebogen. Wenn ersteres der Fall ist, zieht man nach Möglichkeit so schnell wie möglich weg von diesem Ort, bei letzterem korrigiert man seinen Weg und begibt sich wieder auf den richtigen Weg, denn Darkmouth, ein Ort, der auf keiner Karte (wenn überhaupt), richtig eingetragen ist, ist ein besonderer Ort. Zwar ist das Städtchen recht hübsch anzuschauen, doch birgt es auch gefahren, denn Darkmouth ist der einzige Ort auf der Erde, an dem es noch Legenden gibt. Legenden sind Wesen, welche in Mythen und Fabeln vorkommen, zum Beispiel Minotauren, Hogboons und ähnliches.

Der 12-jährige Finn gehört zu denjenigen, die in Darkmouth geboren wurde, doch ihm steht nicht die Wahl zu, diesen Ort zu verlassen, denn er ist der einzige Sohn des Legendenjägers Hugo und dieser Familie obliegt es, die Bürger von Darkmouth vor den Legenden zu schützen. Darkmouth ist der einzige Ort auf der Welt, in dem sich noch Tore zur "Verseuchten Seite" öffnen, dem Ort, an den die Legenden verdammt wurden. Durch diese Tore jedoch gelangen sie in die Menschenwelt, genauer gesagt nach Darkmouth. Finn mag der letzte seiner Familie sein, doch er ist nicht unbedingt das, was man einen geborenen Legendenjäger nennt. Zu seinem 13. Geburtstag soll er vollenden, sprich, als vollwertiger Jäger anerkannt werden, doch bis dahin muss er mindestens drei erfolgreiche Jagden auf Legenden hinter sich bringen und bisher hat er in dieser Beziehung nur Fehlschläge vorzuweisen. Noch dazu ist er sich gar nicht sicher, ob er das wirklich will, denn eigentlich möchte er viel lieber Tierarzt werden, doch gegen diese Tradition wird er nicht ankommen, dass weiß er. Zwar kennt sich Finn in der Theorie der Legendenjagd sehr gut aus, doch mit der Praxis hapert es immer wieder.

Auf Grund der besonderen Stellung der Jägerfamilie in der Gemeinschaft war Finn schon immer ein Außenseiter. Er hat keine Freunde und von daher ist der tägliche Schulbesuch eher ein Spießrutenlauf. Doch das ändert sich, als erstmalig eine neue Schülerin in seiner Klasse ist. Sein ganzes Leben lang kam es noch nicht vor, dass ein neuer Schüler auftauchte, denn es zieht nie, NIEMALS jemand nach Darkmouth, eher ziehen die Leute von dort weg. Doch Emmie ist die Neue und wie es scheint, lässt sie sich von dem ganzen Gerede um Finn nicht abschrecken, denn, so ungewohnt es für Finn auch ist, sie sucht seine Nähe. Was er davon halten soll, weiß er nicht wirklich, denn da er noch nie Freunde hatte, kann er mit dieser Situation nicht wirklich umgehend, zumal Emmie ja auch noch ein Mädchen ist. Was Finn zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, ein Hogboon namens Broonie ist auf dem Weg nach Darkmouth und mit dessen Ankunft soll sich alles verändern, was jemals war ...

1. Band der Darkmouth-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir die Idee der eigentlich idyllischen Kleinstadt Darkmouth gefallen, die ab und an von Legenden heimgesucht wird und eine örtliche Jägerfamilie hat, die seit 42 Generationen gegen diese Legenden kämpft, wobei die Bewohner von Darkmouth nicht immer auf Seiten der Jäger stehen. Leider empfand ich es etwas zu offensichtlich, wer sich mit den Legenden verbündet hat, um deren Plan zu erfüllen, aber das war auch das einzige kleine Manko. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir die Figur des Finn gefallen, der bereits sein ganzes Leben lang mit seinem ihm vorherbestimmten Schicksal hadert und dennoch im Laufe dieser Geschichte reift und merkt, was wirklich in ihm steckt. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und spannend zu lesen, sodass ich das Buch am Stück gelesen habe. Ab Ende gab es einen tollen Cliffhanger, sodass ich definitiv gespannt bin, wie es mit Finn und den Legenden weitergeht.

buch

Müllmänner

Andreas Renoldner

EUR 14,99 *
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20

01.03.2015

„Welch kranker Geist”

Leo ist ein sehr eigener Mensch. Der arbeitslose Lagerist ist ein leidenschaftlicher Sammler - er sammelt wirklich alles, was ihm auf seinen Touren durch die Stadt über den Weg läuft, sogar ein abgetrennter Taubenflügel ist nicht vor ihm sicher. Ansonsten bestreitet er seinen Lebensunterhalt mit kleineren Diebstählen, aber was ist schon Geld? In einem Park wird er von Annabell angesprochen. Schlussendlich geht sie mit Leo - welcher sie tötet. Die Entsorgung ist recht einfach - wozu gibt es immerhin Müllmänner?

Knifflig wird die ganze Sache, als Leos Freund Peter ihm von einer Frau erzählt, die er ebenfalls kennengelernt hat und von der er hin und weg ist. Leo wird schnell klar, dass es sich bei der Frau, die Peter kennengelernt hat und bei seiner Annabell um ein und dieselbe handelt. Peter, dem seine Frau vor zwei Jahren davongerannt ist (wegen des Geldes natürlich), glaubt fest daran, in dieser neuen die Frau für sein Leben gefunden zu haben - und Leo lässt ihn in dem Glauben.

Als Irene, eine Angestellte eines Bestattungsinstitutes, ihre Freundin und Kollegin Isabella als vermisst meldet, interessiert das den Kripobeamten Edwin erst einmal wenig, denn es ist Montag und da machen doch viele blau. Diese Einstellung ändert sich allerdings, als auf der Mülldeponie die Leiche eben jener Isabella gefunden wird - in Einzelteilen. Vorbei ist es nun mit einem pünktlichen Feierabend für den Kripobeamten, jetzt muss er tun, was von ihm verlangt wird und wofür er angestellt wurde - ermitteln und den Mörder schnappen und tatsächlich kommt er diesem durch Zufall recht schnell auf die Spur. Nur wird es ihm gelingen, diesen auch zu überführen?

Welch kranker Geist! Ich muss gestehen, ich bin mit dem Plot des Buches nicht wirklich warm geworden. Sicherlich finde ich die Grundidee an sich nicht schlecht, doch die Ausführung entsprach leider so gar nicht meinen Erwartungen. Die Handlung war ziemlich vorhersehbar und gefühlt hätten ein paar Figuren mehr in dem Buch nicht geschadet. Die Figuren an sich konnten bei mir in keiner Weise Sympathien wecken. Die Figur des Leo empfand ich als ausgesprochen verwirrend mit seiner Sammelwut und Fischphobie, ebenso mit seinen Wochentagsgefühlen und Goldfischratten. Auch der Kripobeamte konnte meine Sympathien nicht erringen, denn dieser hat meines Erachtens wenig Lust, sich um seine Arbeit in vollem Umfang zu kümmern und würde lieber eine ruhige Kugel schieben. Den Schreibstil empfand ich als nicht ganz einfach zu lesen, wobei dies jedoch mehr der eher ungewöhnlichen Wortwahl des Protagonisten Leo zu verdanken war. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch leider meinen Erwartungen an ein Psychoduell zwischen Täter und Ermittler ala "Wer zuerst zwinkert verliert" nicht erfüllen.

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40

01.03.2015

„Den Tod vor Augen”

Natalie Dean ist tot, überrollt von einem Zug, als sie eine Abkürzung über die Bahngleise auf dem Weg zu ihrer Freundin nehmen wollte. Für ihre beste Freundin, die 17-jährige Charley Shepard, ist eine Welt zusammen gebrochen, denn mit Natalie hat sie nicht nur ihre einzige Freundin verloren, sondern auch ihre Vertraute. Charley ist anders, als andere Mädchen ihres Alters. Ihre Mutter beging vor elf Jahren Selbstmord, seitdem lebt sie mit ihrem Vater allein, der das Geld für beide als Taxifahrer verdient. Doch das ist nicht das, war Charley "anders" macht - seit dem Tod ihrer Mutter, seit nunmehr elf Jahren, hat sie Blitzerscheinungen. Während dieser "Anfälle" sieht sie Bilder von Sterbenden vor ihren Augen und erlebt deren Tod mit. Einher gehen diese "Anfälle" mit extremen Kopfschmerzen, die sie teilweise das Bewusstsein verlieren lassen.

Trotzdem Charley diese Anfälle bereits den Großteil ihres Lebens hat, werden sie in letzter Zeit immer heftiger und immer intensiver. Kurz nach der Beerdigung von Natalie hat sie erneut eine Blitzerscheinung. Sie sieht ein Mädchen, etwa in ihrem Alter, dass gegen ihren Willen festgehalten und schlussendlich bewusstlos auf die Bahngleise gelegt wird. Ihr Name ist Kerry und ihr letzter Wunsch ist es, mit ihrer Mutter zu telefonieren. Während dieses Anfalls verliert Charley das Bewusstsein und wird kurz darauf von ihrem Vater gefunden. Dieser weiß, dass irgendwas mit seiner Tochter nicht stimmt, aber an ihre Blitzerscheinungen glaubt er nicht. Charley weiß nicht, ob das, was sie während der Anfälle sieht, gerade geschieht, bereits geschehen ist oder noch geschehen wird, aber eines weiß sie: es ist real!

Tatsächlich stirbt in jener Nacht die 18-jährige Kerry Underwood auf den Bahngleisen. Zwar sieht alles nach einem Unfall aus, doch irgendwer ist misstrauisch, ob es sich tatsächlich um einen solchen handelt und schaltet die Kriminalpolizei ein. Mit vor Ort ist Police Constable Tom Henson. Dieser ist erst seit einer Woche in Marsh Bay und hat unter seinen Kollegen auf Grund des Berufes seines Vaters (erfolgreicher und bekannter Anwalt) und auf Grund seines Alters (erst 20 Jahre alt), einen eher schweren Stand als "Fischling". In der Nähe des Fundortes von Kerrys Leiche trifft Tom am nächsten Tag auf Charley. Diese ist auf der Suche nach Spuren, denn sie meint, den Ort aus ihrer Blitzvision erkannt zu haben, um zu beweisen, dass das, was sie sieht, wahr ist. Tom ahnt, dass Charley nicht grundlos vor Ort ist und beschließt, der jungen Frau etwas auf den Zahn zu fühlen und in der Tat, irgendetwas sagt Charley, dass sie Tom vertrauen kann und sie erzählt ihm, von ihren Visionen. Zwar mag er ihr anfänglich nicht voll und ganz glauben, doch Charley weiß Details, die sie nur wissen kann, wenn sie vor Ort gewesen wäre und das schließt Tom aus. Tom beschließt, dem, was er von Charley erfahren hat, nachzugehen und in der Tat gibt es Ungereimtheiten beim Todesfall von Kerry Underwood. Tom weiß, dass er den Fall mit Charleys Hilfe lösen kann - doch nicht nur die Visionen der jungen Frau interessieren ihn, irgendwie fasziniert ihn die ganze Person Charley Shepard ...

Den Tod vor Augen! Der Plot wurde mysteriös und spannend erarbeitet. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass Protagonistin Charley in ihren Visionen dem Mörder immer Stück für Stück näher kommt und sich erst relativ spät im Buch herauskristallisiert, wer nun für den Tod der jungen Frau verantwortlich war und vor allem, warum. Die Figuren wurden facettenreich und realistisch erarbeitet. Besonders gut hat mir die Figur der Charley gefallen, die, obwohl sie ihr Leben lang Ablehnung erfahren hat, gewillt ist, alle Risiken einzugehen, um zu beweisen, dass ihre Visionen wahr sind. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Gefühlsentwicklung zwischen Charley und Tom dann doch teils etwas zu schnell von statten ging, hier fehlte mir doch ein Teil "Realität", zumal Charley ja bisher Zeit ihres Lebens auf der Hut war, wem sie vertraut und wem nicht. Den Schreibstil empfand ich als sehr spannend und angenehm zu lesen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch sehr schöne Lesestunden bereitet hat und die Geschichte mich definitiv in ihren Bann gezogen hat.

buch

Engelsgleich

Martin Krist

EUR 9,99 *
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50

28.02.2015

„4. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe”

Juliane "Juli" Kluge ist mit der Welt zufrieden und sie ist glücklich. Zusammen mit ihrer Lebenspartnerin Yvonne, einer studierten Gartenbau-Ingenieurin, lebt sie in einem eigenen Haus und bereichert wird die Familie selbst durch Kater Chuck und ihre drei Pflegekinder. Zwar ist das Verhältnis zu ihren Eltern nach ihrem Coming-Out sehr angespannt, aber in ihrer eigenen Familie ist alles in Ordnung. Yvonne hat eine eigene Firma mit sechs Angestellten, wohingegen Juli als Teilzeit-Lektorin in einem kleinen Verlag arbeitet. Kurz gesagt: Alles läuft bestens bei Familie Kluge, auch finanziell gibt es keine Sorgen. Doch dann verschwindet ihre 15-jährige Pflegetochter Merle Schwarz spurlos. Sie wollte den Abend bei einer Freundin, nur wenige Straßen entfernt, verbringen - kam dort jedoch niemals an. Für Juli bricht eine Welt zusammen. Zwar liebt sie alle ihre Pflegekinder, doch Merle hat einen besonderen Platz in ihrem Herzen, gerade weil sie "anders" ist als die Norm. Von diesem Tag an beherrscht Juli nur noch ein Gedanke: Sie muss Merle finden, koste es, was es wolle.

Markus Kühn hingegen hat ganz andere Sorgen und zwar krimineller Natur. Er hat es im Leben nicht wirklich zu was gebracht und hält sich mit kriminellen Gelegenheitsjobs über Wasser. Derzeit vertickt er Drogen, hauptsächlich Meth, für Zorkan Zorkanowicz. Dort hat er sich bereits bewährt, doch Markus, der nicht auf den Kopf gefallen ist, will mehr, er will höher hinaus. Sein Ziel ist es, endlich so weit in der Drogenorganisation aufzusteigen, dass er keine finanziellen Sorgen mehr fürchten muss. Doch dann lernt er Ilanka kennen und mit ihr sind plötzlich alle seine Pläne in Gefahr.

Auch Kriminalkommissar Paul Kalkbrenner kommt nicht zur Ruhe in seinem Leben. Erst muss er Knall auf Fall erfahren, dass seine Tochter Jessy schwanger ist und das Kind, trotz geplantem Auslandsstipendium, behalten will und das obwohl ihr Freund Leif sie auf Grund des Kindes verlassen hat und dann wird er auch noch zu einem Fabrikgebäude gerufen, in dem eine Leiche gefunden wird. Bei der Toten handelt es sich um eine junge Frau, die augenscheinlich vor Ort erschossen wurde - von einem Täter oder Motiv fehlt jede Spur, ja es steht noch nicht einmal fest, wer die junge Frau überhaupt ist, denn sie hatte keine Papiere bei sich. Dann wird auf dem Gelände der Firma Albidus, auf dem bereits die Leiche der jungen Frau gefunden wurde, eine weitere schreckliche Entdeckung gemacht. In Güllegruben auf dem Gelände werden weitere Leichen gefunden - allesamt Kinder und Jugendliche, elf Stück an der Zahl, drei Mädchen und acht Jungen, alle augenscheinlich ermordet, auf grausame und bestialische Art. Auf Grund seines letzten Falles weiß Kalkbrenner, dass in einer Stadt wie Berlin auch das Undenkbare möglich ist und beginnt mit den Ermittlungen. Fest steht, die Leichen lagen nicht erst seit gestern in den Gruben, doch niemand, wirklich NIEMAND vermisst auch nur eines dieser Kinder. Wie soll er die Mörder finden, wenn er noch nicht einmal weiß, um wen es sich bei den Opfern handelt?


Der 4. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe! Der Plot wurde wieder packend und dramatisch erarbeitet. In diesem Band hat mir besonders gut gefallen, dass die Geschichte aus drei Gesichtspunkten erzählt wird, die augenscheinlich wenig miteinander zu tun haben und erst ganz zum Ende löst sich alles auf und ergibt es klares Bild, mit anderen Worten, ich war wie im Rausch, ich war regelrecht angefixt, wie sich das Ganze auflösen würde und ehrlich, ich wäre von allein nur zu Teilen zu einem richtigen Ergebnis gekommen. Die Figuren wurden wieder authentisch und facettenreich erarbeitet. Besonders gut hat mir hier die Figur der Juli gefallen, die bereit ist, alles zu opfern, um die Wahrheit über das Verschwinden ihrer Tochter zu erfahren. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich hätte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt - ich war regelrecht im Rausch. Nun heißt es leider warten, bis ein neuer Band rund um Kommissar Paul Kalkbrenner erscheint, wobei ich an dieser Stelle hoffe, dass der nicht allzu lange auf sich warten lässt.

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Trieb

Martin Krist

EUR 6,99 *
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50

28.02.2015

„3. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe”

Drei Monate sind vergangen, seit Kriminalhauptkommissar Paul Kalkbrenner den Mord an einem Hauptschullehrer aufklären konnte. Viel hat sich in der Zeit getan. Die Scheidung von seiner Frau Ellen ist just am Tage seines Umzuges in seine Junggesellenwohnung gültig, doch zur Ruhe kommen bzw. „ankommen“ im Singleleben kann er nicht, denn im Berliner Nobelhotel „Adler“ wird die Leiche von Peter Friedrichs aufgefunden. Der Geschäftsmann hatte vor Ort einen Termin und hatte auch gleich ein Zimmer in dem Hotel genommen, in welchem er kurz darauf erschossen aufgefunden wurde. Schnell stehen Ungereimtheiten fest: Anscheinend hatte das Opfer, bevor er erschossen wurde, eine Handgreiflichkeit mit jemanden und vor allem: Peter Friedrichs ist nicht Peter Friedrichs, denn einen solchen, auch unter seiner im Hotel angegebenen Adresse in Potsdam, gibt es nicht. Wer ist also der Tote?

Reporter Harald „Hardy“ Sackowitz ermittelt derweil für eine Skandal-Reportage zum Thema „Gammelfleisch“, so denkt er zumindest. Vor kurzem starb Staatssekretär Jan-Sönken Schulze durch einen Schlaganfall – nur das ihm ein Informant mitgeteilt hat, dass Schulze nicht durch einen Schlaganfall, sondern durch Selbstmord starb. Als Polizeireporter hat er natürlich von dem Toten im „Adler“ gehört, doch erstaunt muss er feststellen, dass es anscheinend eine Verbindung zwischen Schulze und dem Unbekannten, dessen Identität sich jedoch relativ schnell herausstellt, besteht. Hardy wühlt weiter, trotz und gegen die Anweisung seines Chefs, denn sein Bauchgefühl sagt ihm, dass es ich um einen riesigen Skandal handeln muss, immerhin ist bereits jemand dafür ermordet worden. Was weiß Magda Michels, die ehemalige Bürovorsteherin von Schulze über die ganze Angelegenheit? Hardy ahnt nicht, in welche Gefahr er sich durch seine Recherchen begibt.

Derweil landet der kleine Tabori aus einem Dorf in Albanien am Berliner Hauptbahnhof. Der 10-jährige Junge ist von Zuhause weggelaufen, um in Deutschland, wie sein Cousin Ryon, Geld zu verdienen, denn in Deutschland liegt die „Arbeit auf der Straße“ und die Verdienstmöglichkeiten sind hier, auch für ein Kind, deutlich besser, als in seiner Heimat. Schnell muss er jedoch feststellen, dass es sich nicht ganz so einfach verhält, zumal Tabori kaum ein Wort Deutsch spricht. Durch Zufall lernt er Aidan kennen. Dieser ist ein Ausreißer und hält sich mit dem Putzen von Autoscheiben über Wasser. Aidan, der nicht länger allein den Gefahren auf der Straße trotzen will, nimmt sich Taboris an und die beiden werden Freunde. Doch dann werden sie getrennt und Tabori ist auf sich allein gestellt. Wir er es schaffen, in dieser großen Stadt zu überleben?


Der 3. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe! Der Plot wurde wieder authentisch und spannend erarbeitet. Besonders gut haben mir die Passagen mit dem kleinen Tabori gefallen, denn durch ihn war es mir möglich, meine Heimatstadt nochmals mit ganz anderen Augen zu sehen, was zwar nicht immer besonders angenehm oder schön sein mag, aber dennoch die Realität. Die Figuren wurden wieder facettenreich und realistisch erarbeitet. In diesem Band hat der kleine Tabori, der eine größere Nebenrolle in dem Buch einnimmt, mein Herz erobert. Ich fand es wundervoll dargestellt, wie dieser kleine Junge mit den Herausforderungen und Wagnissen der Großstadt zurechtkommt, gerade weil er auf einem kleinen Dorf stammt, war dies ausgesprochen faszinierend zu beobachten und auch wenn er nicht sonderlich gebildet sein mag, dieser kleine Junge hat einen gesunden Menschenverstand und ganz ehrlich, man muss ihn einfach gern haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der das Buch gelesen hat und nicht mit Tabori fühlte. Den Schreibstil kann ich nur zum wiederholten Male als fesselnd beschreiben, mich hat das Buch und natürlich die Geschichte um Tabori, Hardy und Paul einfach nicht mehr losgelassen und bereits freue ich mich sehr auf die Lektüre des Nachfolgebandes.

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Gier

Martin Krist

EUR 6,99 *
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50

22.02.2015

„2. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe”

Nur wenige Wochen sind vergangen, seit Kriminalhauptkommissar Paul Kalkbrenner unter dramatischen Umständen den Mordserie rund um die Obdachlosen im Berliner Untergrund aufklären konnte. Auf Grund dieser Umstände wurden ihm acht Wochen Urlaub verordnet, die er an der Ostsee verbringen will. Bereits fünf Wochen ist er vor Ort und er merkt, wie er langsam wieder zur "Normalität" zurückkehrt und endlich abschließen kann. Doch ein Anruf seines Vorgesetzten beendet nach fünf Wochen diesen Urlaub abrupt.

Matthias Brodbeck, Lehrer an der Berthold-Hauptschule in Berlin-Neukölln, wurde in seinem eigenen Klassenzimmer erschossen. Eine Zeugin sah den 15-jährigen Lukaz Vurikovici und den 17-jährigen Asim Kapkin vom Tatort fliehen. Beide waren Schüler Brodbecks und hatten einige Dispute mit ihm, doch reicht dieser Zwist als Mordmotiv aus? Paul Kalkbrenner wird zusammen mit seinem neuen Kollegen Kriminalhauptkommissar Sebastian Berger auf den Fall angesetzt. Gerade im Hinblick auf die in wenigen Tagen stattfindenden Senatswahlen werden diese Ermittlungen mit Argusaugen beobachtet.

Schnell steht für Kalkbrenner fest, dass die beiden Jungen, die vom Tatort flohen, nicht die Täter sind, denn noch eine weitere Person war vor Ort. Doch wo sind die Jungen abgeblieben? Trotz intensiver Recherche gelingt es Kalkbrenner nicht, ihrer habhaft zu werden, es scheint, als wären sie vom Erdboden verschwunden. Derweil macht Kalkbrenner eine schockierende Entdeckung: Die Ehefrau des Opfers ist niemand anderes als seine Jugendliebe Judith. Zwar hat sich Kalkbrenners Verhältnis zu seiner Tochter deutlich verbessert und auch eine Annäherung an seine Frau findet wieder statt, doch die Nähe zu Judith lässt alte Gefühle aufwallen, von denen Paul nicht einmal ahnte, dass diese noch in ihm stecken. Auch bei den Ermittlungen kommt er nicht wirklich weiter. Wer hatte einen Grund, einen einfachen Hauptschullehrer zu töten? Was wusste der Mann? War er in irgendwelche kriminellen Machenschaften verwickelt? Dieser Verdacht liegt nahe, denn aus dem Mord an dem Lehrer wird alsbald eine Mordserie im Rotlichtmilieu und Kalbrenner und Berger haben bald mehr Mordopfer und ungeklärte Motive, als ihnen lieb ist. Was steckt hinter all diesen Morden, was ist der gemeinsame Nenner? Erst wenn Paul diesen findet, kommt er dem Täter auf der Spur, doch dieser scheint von mächtigen Freunden geschützt zu werden ...

Der 2. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe! Der Plot wurde wieder spannend und realistisch erarbeitet. Besonders gut hat mir in diesem Buch die Darstellung der Verbindung zwischen Politik und organisiertem Verbrechen gefallen, wobei ich mich hier ernsthaft frage: wie viel davon ist wirklich nur erdacht? Die Figuren wurden wieder authentisch erarbeitet, wobei ich allerdings gestehen muss, dass Protagonist Paul Kalkbrenner noch immer nicht voll und ganz meine Sympathie genießt. Ich bin gespannt, ob sich das im Laufe der nächsten Bände ändern wird. Als absolut sympathisch empfinde ich allerdings die Figur der Jessy Kalkbrenner erarbeitet, mit der jungen Frau kann ich mich sofort identifizieren, denn sie ist ein echtes Berliner Mädel. Den Schreibstil empfand ich als fesselnd erarbeitet, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte, denn ich musste einfach wissen, wie es sich auflöst. Nun bin ich aber gespannt, was der Autor mit Paul Kalkbrenner noch so für mich bereithält.

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Wut

Martin Krist

EUR 6,99 *
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50

22.02.2015

„1. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe”

Paul Kalkbrenner ist Anfang 40 und lebt in Berlin. Er ist Kriminalhauptkommissar im Kriminalkommissariat Berlin-Mitte und sein Job geht ihm über alles, was in den letzten Jahren sehr zur Entfremdung von seiner Familie geführt hat. Zu seiner 21-jährigen Tochter Jessica "Jessy" hat er kein besonders gutes Verhältnis mehr, was jedoch hauptsächlich daran liegt, dass er einfach nie da ist und auch seine 22-jährige Ehe ist an seinem Beruf gescheitert. Die Trennung von seiner Frau Ellen fand vor einigen Wochen statt und eine Scheidung scheint unausweichlich. Doch anstatt für seine Familie zu kämpfen, stürzt sich Kalkbrenner weiterhin in seine Arbeit.

Tatsächlich lässt sein nächster Fall nicht lange auf sich warten. Eine Prostituierte und ihr Zuhälter sind in einem Berliner U-Bahn-Tunnel gestorben. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass die Frau vor ihrem Tod schwer misshandelt wurde, aber tatsächlich an den Folgen des Zusammenpralls mit der U-Bahn starb, wo hingegen ihr Zuhälter tödlich zusammengeschlagen wurde und bereits tot war, bevor die U-Bahn ihn erreichte. Für Kalkbrenner ist dies eine eher ungewöhnliche Situation, sind es doch gewöhnlich die Prosituierten, die sterben, doch hier scheint es sich bei dem Tod der jungen Frau tatsächlich um eine Art "Unfall" zu handeln, während der Tod des Zuhälters beabsichtigt war. Erschwerend kommt hinzu, dass am nächsten Tag die Leiche eines Bauarbeiters gefunden wird, der ebenso tödlich zusammengeschlagen wurde, wie der Zuhälter. Was hat das zu bedeuten, was haben die drei Personen miteinander zu tun? Paul Kalkbrenner nimmt zusammen mit seinem Assistenten Hans-Hermann Hängo die Ermittlungen auf.

Derweil hat BWL-Student Leif Nehring ganz andere Probleme. Auf Grund von Drogenbesitz wurde er zu 60 Sozialstunden verurteilt, welche er in der Sozialstation "Obdachlose e. V." ableisten muss. Am meisten wurmt den jungen Mann, dass das im eigentlichen Sinne noch nicht mal seine Drogen waren, mit denen er erwischt wurde. Als er bei der Ableistung seiner Sozialstunden zufällig auf den Dealer trifft, dem er sein ganzes "Unglück" zu verdanken hat, folgt er diesem und wird Zeuge dessen Ermordung. Leif kann in letzter Sekunde fliehen, doch eines ist gewiss - der Killer hat ihn gesehen, auch wenn er höchstwahrscheinlich nicht weiß, wer Leif ist - zumindest noch nicht. Als wenig später die Leiche des Dealers gefunden wird, werden auch Fingerabdrücke von Leif am Tatort gefunden - und nun sind beide Seiten hinter ihm her, der Killer und die Polizei. Leif, der mit Garantie kein Unschuldslamm ist, weiß weder ein noch aus, denn er hat niemanden, an den er sich wenden kann. Wer wird ihn zuerst finden, der Killer oder die Polizei und wird es ihm gelingen, seine Unschuld zu beweisen?





Der 1. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe! Der Plot wurde ausgesprochen spannend und bildgewaltig erarbeitet. Was ich besonders faszinierend fand war die Tatsache, dass viele der Szenen im Berliner Untergrund und Obdachlosenmilieu spielten und ich mir hier diese Szenen jederzeit bildhaft vor Augen führen konnte. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet und obwohl weder Paul Kalbrenner, noch Leif Nehring anfangs große Sympathieträger sind, haben sie es doch geschafft, dass ich sie in mein Herz geschlossen habe und mit ihnen gebibbert habe, wie sich die ganze Geschichte auflösen wird. Den Schreibstil kann ich nur als ausgesprochen fesselnd beschreiben, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und ich es am Stück gelesen habe. Als abschließendes Fazit kann ich nur sagen, dass mir das Buch wundervolle Lesestunden bereitet hat und ich von Paul Kalkbrenner noch so einiges erwarten darf.

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50

22.02.2015

„2. Band der Commissario-Pavarotti-Reihe”

Etwa drei Monate sind vergangen, seit Commissario Luciano Pavarotti und die Deutsche Lissie von Spiegel einander kennenlernten und eine Mordserie aufklären konnten. Seitdem hat sich viel getan. Lissie ging zurück nach Frankfurt, um zu versuchen, aus dem Scherbenhaufen, der in Deutschland nun ihr Leben darstellte, wieder etwas Sinnvolles zu machen und vor allem, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Luciano ist weiterhin Commissario in Meran und hat mittlerweile den jungen Justus aufgenommen, doch das Leben mit einem Teenager hat auch so seine Tücken, wie der Commissario ein ums andere Mal feststellen muss. Sorge macht ihm jedoch auch, dass er seit Lissies Rückkehr nach Deutschland nicht mehr von ihr gehört hat. Ist sie überhaupt in Frankfurt angekommen oder ist ihr etwas zugestoßen?

Obwohl Meran eigentlich ein recht beschaulicher Ort ist, der hauptsächlich von den Touristen lebt, kehrt für Pavarotti dort einfach keine Ruhe in seinem Leben ein, denn schon wieder hat es einen Mord gegeben. In einer Privatklinik für psychische Störungen wurde der Patient Michael Cabruni in der Nacht im Garten erstochen. Der Leiter der Klinik, Anselm Matern, kann sich diesen Mord überhaupt nicht erklären, denn keiner seiner Patienten ist wegen Gewalttätigkeiten in Behandlung und überhaupt ist Michael Cabruni erst kürzlich in die Klinik gekommen. Bei ersten Ermittlungen stellt sich heraus, dass Michael Cabruni keinerlei Familie und Freunde/Bekannte vor Ort hatte - wer hatte also ein Motiv, ihn umzubringen? Da sich kurz darauf jedoch herausstellt, dass Michael Cabruni nicht Michael Cabruni war, ist wieder alles offen. Wer war der Tote? Pavarotti kann sich nicht wirklich einen Reim darauf machen, doch sein Bauchgefühl sagt ihm, dass irgendwas Merkwürdiges in der Klinik vorgeht, nur was? Oder ist es eher seine Befangenheit gegen über psychisch Kranken, die ihm dieses Bauchgefühl verschafft?

Pavarotti findet heraus, dass der Tote als Michael Cabruni als Chefingenieur auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet hat, bevor es auf diesem zu einer Katastrophe kam. Er weiß, wenn er herausbekommen will, wer Michael Cabruni wirklich war, muss er dort ansetzen, doch das ihm das selbst nicht möglich ist, ist ihm schnell klar. Doch er kennt genau die Person, die dieser Aufgabe gewachsen ist: Lissie von Spiegel. Mit einem Trick lockt er sie nach Meran zurück und tatsächlich erklärt sie sich bereit, ihm bei den Ermittlungen zu helfen. Doch Lissie ist nicht nur der Ermittlungen wegen nach Meran zurückgekehrt. Neben dem Mordmotiv will sie auch endlich klären, was sie und Luciano für einander sind. Sind sie Bekannte, Freunde, Liebende am Beginn einer Beziehung? Fest steht nur, sie mögen und respektieren einander, doch ist das alles? Noch ehe Lissie bzw. Luciano eine Antwort auf diese Fragen bekommen, überschlagen sich die Ereignisse ...

Der 2. Band der Commissario-Pavarotti-Reihe! Der Plot wurde wieder detailliert und spannend erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass lange Zeit nicht wirklich klar ist, wer das Mordopfer jetzt wirklich ist und ohne dessen wahre Identität ist es natürlich fast unmöglich, ein Mordmotiv zu ermitteln. Die Figuren wurden sehr authentisch und facettenreich erarbeitet, wobei ich hier mein Herz definitiv an den Commissario verloren habe, der auf mich manches Mal, trotz seines scharfen Verstandes, wie ein unsicherer Mann wirkte, gerade was das Zwischenmenschliche betrifft. Ich finde es einfach erfrischend, dass Pavarotti, der ja nun schon äußerlich nicht unbedingt einem Idealbild entspricht, diese wunderbare Unvollkommenheit auch in seinem Inneren aufweist. Den Schreibstil empfand ich als angenehm und bildhaft zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch sogar besser gefallen hat als der erste Band und mir wundervolle Lesestunden bereitet hat. Dank dem bösen (und genialen) Cliffhanger am Ende, bin ich nun mehr als gespannt, wie es mit dem Commissario weiter geht und ich hoffe, der Nachfolgeband erscheint bald.

buch

Katzendämmerung

Arthur Gordon Wolf

EUR 16,95 *
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40

15.02.2015

„Göttin des alten Ägypten”

Am 18. April 1906 erschütterte ein Erdbeben die Küste Nordkaliforniens, zerstörte große Teile von San Francisco und forderte mehrere tausend Menschenleben. Doch nicht nur das Erdbeben erschütterte San Francisco. In jenen Tagen wurde mehrmals eine junge Frau gesichtet. An sich nichts ungewöhnliches, doch diese Frau stand in Flammen und wo immer sie auftauchte, entfachten sich neue Glutnester und Feuersbrünste waren die Folge. In der Presse wurde sie als "Flammende Jenny" bekannt, doch so plötzlich wie sie auftauchte, verschwand sie auch wieder. In solch einer katastrophalen Zeit, wo es eigentlich angebracht wäre, seinem Nächsten zu helfen, treiben aber auch solche ihr Unwesen, die diese chaotischen Zustände ausnutzen, um sich selbst zu profilieren. Es bleibt zu hoffen, dass diese ihrer gerechten Strafe nicht entgehen.

Im Jahr 1989 lernt Fotograf Thomas Trait bei einem Fotoshooting die attraktive Natascha kennen. Diese ist keines seiner Models, sondern steht nur am Rande bei den Aufnahmen dabei und beobachtet das Shooting. Dieses Zusammentreffen ist recht ungewöhnlich, denn das Fotoshooting für Pelzmode findet in einem Zoo mitten am Tag statt und dennoch, Thomas hat die junge Frau gesehen und weiß, dass er näher kennenlernen möchte. Sie hat etwas an sich, eine Ausstrahlung, die ihn in ihren Bann zieht und nicht mehr loslässt.

Tatsächlich beruht diese Anziehung auf Gegenseitigkeit und sehr schnell werden die Beiden ein Paar. Thomas ist so hingerissen von Natascha, die als Übersetzerin alter (ägyptischer) Texte arbeitet, dass er sehr schnell bei ihr einzieht. Der Sex mit ihr ist geradezu animalisch, doch irgendwie scheint sich die Beziehung im Laufe der Zeit zu verändern, ohne dass Thomas genau benennen kann, was es ist. Natascha verschwindet immer mal wieder und er kann sich nicht erklären, wo sie gewesen ist und auch sie erklärt sich ihm gegenüber nicht. Darum beschließt er, ihr zu folgen. Nicht, weil er ihr ein Verhältnis unterstellen würde, er will einfach nur wissen, was die Frau, die er mehr liebt als sein Leben, mit ihrer Zeit anfängt, wenn sie nicht mit ihm zusammen ist. Sehr schnell macht sich Ernüchterung bei Thomas breit, als er erkennen muss, was Natascha hinter seinem Rücken treibt, doch diese Entdeckung hat tödliche Folgen für sie. Doch ihr Tod ist er der Anfang, der Anfang von Vorgängen die ins Rollen gekommen sind und die anscheinend niemand aufzuhalten vermag ...

Göttin des alten Ägypten! Der Plot des Buches wurde detailliert und abwechslungsreich erarbeitet. Der Leser erlebt die Geschichte um Thomas und seine große Liebe Natascha, die mehr ist, als es auf den ersten Blick erscheint, aus der Sicht von Thomas. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass hier auch "Reiseberichte" aus dem 19. Jahrhundert zu Wort kommen, die mir das Gefühl vermittelten, dass ich diese Berichte wirklich aus erster Hand lesen würde. Hierdurch gewann der Plot aus meiner Sicht sehr an Authentizität. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Faszinierend fand ich die Figur der Natascha, gerade was das Geheimnisvolle anging, das sie ausstrahlte und bis zum Schluss nicht wirklich abgelegt hat. Die Figur des Thomas empfand ich teils recht naiv gehalten, womit ich teilweise schon einige Probleme hatte, denn eigentlich stellte Thomas eine Figur dar, die mitten im Leben steht. An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich keine der beiden Figuren besonders sympathisch fand, was jedoch zum Glück für den Lesegenuss des Buches auch nicht besonders entscheidend war. Reizvoll hingegen fand ich diverse Nebencharaktere erarbeitet. Gerade die Figur der "Ach" hat es mir sehr angetan, denn sobald diese auftauchte, wusste ich, ich darf mit allem rechnen, nur nicht mit dem Vorhersehbaren und ganz ehrlich, vor der Figur würde ich mich sehr in Acht nehmen, sollte sie mir im realen Leben mal begegnen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm, ja geradezu bildhaft zu lesen, sodass ich die Szenen oftmals direkt vor Augen hatte. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch wirklich gut gefallen hat, gerade was den Schreibstil und die Mythologie des alten Ägypten angeht, wovon ich von jeher ein sehr großer Fan bin.

auf Merkliste

50

08.02.2015

„1. Band der Johanne-deJunker-Reihe”

1877 wurde Wilhelmstadt offiziell von Kaiser Wilhelm gegründet. Acht herausragende Ingenieure waren an der Gründung dieser aufstrebenden Stadt beteiligt, die Herren deJonker, Oppenhoff, Vandenvries, von Eyth, Barabas, Motte, Pilow und Hessen. 22 Jahre später, im Jahr 1899, ist Wilhelmstadt die modernste Stadt des Kaiserreiches. Der alte Kaiser ist nicht mehr, doch die Stadt wächst und gedeiht weiter, in ihr werden Erfindungen gemacht, die die Welt noch nicht gesehen hat. Nicht alle Ingenieure sind weiterhin aktiv an der Weiterentwicklung der Stadt beteiligt. Einige sind bankrottgegangen oder es ereilte sie an anderes Unglück.

Bis vor kurzem war Julius deJunker jedoch nach wie vor ein erfolgreicher Ingenieur, doch dann geschah ein Unglück. Bei einem Experiment auf dem Schiff Juggernauth ging dieses unter - nur Julius überlebte schwer verletzt. Er liegt seitdem im Koma. Doch das war noch nicht einmal das schlimmste an der Tragödie. Mit an Bord der Juggernauth befand sich Carl Anton von Sachsen-Meiningen, der Lieblingsneffe des Kaisers. Auch dieser kam ums Leben, doch seine Leiche wurde bisher nicht geborgen. Auf Grund dieses Unglücks verlor die Familie deJunker alles, ihr gesamtes Hab und Gut, ihre Titel, ihr Vermögen, ihre Würde. Auguste deJunker ertrug diesen Ruin nicht und starb an gebrochenem Herzen. Die einzige Tochter des Ehepaares, Johanne, befand sich zum Zeitpunkt der Tragödie außer Landes - nach ihrer Rückkehr muss sie nun in dieser für sie völlig neuen Welt zurechtkommen. Hilfe erhält sie vom Grafen von Eyth, einem der Mitbegründer von Wilhelmstadt, engstem Freund ihres Vaters und Johannes Patenonkels. Auch dieser kann sie nicht vor dem sozialen Abstieg bewahren, doch dank seiner Hilfe haben sie und ihr Gefolge, bestehend aus Josef, dessen Frau Marianne und Johannes Leibwächterin Miao, wenigstens ein Dach über dem Kopf.

Für Johanne steht fest, dass ihr Vater keinesfalls Schuld an diesem Unglück haben kann, zu genau war er in seinen Planungen und Durchführungen. Es muss einen anderen Grund gegeben haben, warum die Juggernauth unterging. Ihr einziges Lebensziel ist von nun an: Rache und Gerechtigkeit für ihre Familie. Zwar kann sie erste Indizien für eine Verschwörung sammeln, doch echte Beweise hat das nicht. Nur ihr Vater könnte alles aufklären, doch dieser liegt im Koma und ist nicht ansprechbar. Dann erfährt Johanne durch Zufall von Saladin Sansibar, der die Gedanken von Menschen offenbaren kann. Johanne weiß sofort, dass dies die einzige Möglichkeit ist, an die Erinnerungen ihres Vaters zu kommen. Tatsächlich willigt Saladin Sansibar ein, der jungen Frau zu helfen, doch was sich dann offenbart, wirft mehr Rätsel auf, als Johanne jemals vermutet hätte. Wird sie jemals den guten Namen ihrer Familie wieder herstellen und Rache nehmen können?

Der 1. Band der Johanne-deJunker-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Immer wieder fasziniert bin ich davon, wie der Autor die Symbiose zwischen Historie und SciFi geschafft hat, denn so wie er diese in seinem Roman geschildert hat, wirkt diese so wirklichkeitsnah, dass man sich unwillkürlich fragt: warum hatten die Menschen früher nicht solche Erfindungen? Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei natürlich die Figur der Protagonistin Johanne deutlich hervorsticht. Diese ist, entgegen der damaligen gesellschaftlichen Normen, nicht unbedingt das, was man als folgsames Töchterchen kennt, sondern hat ihren eigenen Kopf und sie ist auch bereit, diesen zu riskieren, wenn sie der Meinung ist, dass die Sache es wert ist. Den Schreibstil empfand ich als sehr spannend erarbeitet, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und es am Stück gelesen habe. Nun bin ich sehr gespannt, wie es mit Johanne weitergeht, aber ich denke, von der jungen Frau dürfen wir noch einiges erwarten.

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