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Kerstin Stutzke aus Berlin Top 100 Bewerter

Gesamte Bewertungen 631 (ansehen)


Meine Bewertungen

Werwölfe in Europa

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 05.02.2016

Niccolo Viviani ist ein wohlbehüteter Sohn einer wohlhabenden Familie aus der Toskana. Neben seinen Eltern macht seine jüngere Schwester die Familie komplett. Bisher hat er nur die Sonnenseite des Lebens kennengelernt und führte ein unbeschwertes Leben in seiner Heimat. Sein Vater drängt den jungen Mann aber nunmehr immer mehr, sich in das Familiengeschäft mit einzubringen, etwas, wonach Niccolos Sinn nicht wirklich steht. Ihm ist eher nach der Gesellschafterin seiner Schwester, in die er sich verliebt hat, doch er ist so schüchtern, dass er ihre sich einfach nicht offenbaren kann.

Um den gesellschaftlichen Pflichten noch etwas zu entkommen, entschließt er sich zu einer Grand Tour durch Teile Europas, um seine Freiheit noch etwas zu genießen, bevor er sich schlussendlich seinem Schicksal fügen wird. Während dieser Tour begegnet er niemand anderem als Lord Byron und seiner illustren Dichtergesellschaft. Trotz aller Warnungen zieht es den jungen Mann in diese Kreise, erhofft er sich doch von den Herren Hilfe, um seine Liebste endlich zu erobern. Eines Nachts beobachtet er jedoch ein Ritual, welches von Lord Byron durchgeführt wird und das ihn fast zu Tode erschreckt. Tatsächlich handelt es sich um eine Erweckungszeremonie eines Werwolfes, denn genau das ist Lord Byron: ein Werwolf.

Obwohl zu Tode erschrocken, ist Niccolo fasziniert und entschließt sich, eben jenes Ritual ebenfalls zu durchlaufen, doch es kann nicht vollendet werden, denn sie werden gestört. Schlussendlich gelingt ihm die Flucht, doch was ist er nun - Mensch oder doch Werwolf? In einer Nacht, in der er Opfer eines Angriffs wird, offenbart sich ihm sein wahres Wesen und er weiß: es wird nichts mehr so schein, wie es bisher war ...


Werwölfe in Europa! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie hier historische Persönlichkeiten in Kombination mit mystischen Wesen eingearbeitet wurden, sodass es sich mit nichten um einen "normalen" historischen Roman handelt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, was ich von der Figur des Niccolo halten soll. Sicherlich, er ist behütet aufgewachsen, aber dass er nicht mal in der Lage ist, wirklich mit Frauen zu kommunizieren empfinde ich doch als etwas verstörend, gehörte das doch zu den Tugenden einen Gentleman, die Damen der Gesellschaft zu bezirzen. Schlussendlich muss ich sagen, dass ich die Entwicklung, die er in der in dem Buch durchlaufen hat, ausgesprochen positiv fand, sodass der Leser regelrecht miterleben konnte, wie er zu einem Mann heranreift. Den Schreibstil empfand ich als sehr bildhaft erarbeitet, sodass ich mir die jeweiligen Szenen jederzeit bildlich vorstellen konnte, was gerade in den Passagen, in denen Werwölfe und Vampire vorkamen, schön schauderhaft war.

Die Werwölfe
von Christoph Hardebusch
(8)
Buch 14,00

Das Leben der Schwester

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 05.02.2016

Eva hatte es bisher nicht leicht in ihrem Leben, stand sie doch immer im Schatten ihrer perfekten jüngeren eineiigen Zwillingsschwester Marlene. Wo Marlene schon in Kindertagen glänzte, schlug sich Eva mehr oder weniger passabel durch. Nur Musik, das war etwas, das Eva allein gehörte und sie hatte Talent. Während Marlene sich für ein bürgerliches Leben entschied, früh heiratete und ihr Medizinstudium unterbrach und in einem Buchladen arbeitete, um eine Familie zu gründen, war Eva der Freigeist, der wechselnde Männerbekanntschaften hatte und ansonsten ihr Singleleben in vollen Zügen genoss, zumindest bis vor drei Jahren, denn vor drei Jahren kam Marlene ums Leben. Ob es ein Unfall oder gar Suizid war, konnte nicht abschließend geklärt werden, diese Frage blieb offen.

Durch den Verlust von Marlene veränderte sich Evas Leben von einem Tag auf den anderen. Erstaunlicherweise war es Tobias, Marlenes Mann, der ihr den meisten Trost spendete und die beiden kamen sich näher und heirateten. Evas Freigeist war durch diesen Verlust gebrochen und sie entschied sich, Marlenes Leben an ihrer statt zu führen und tatsächlich wurde sie, im Gegensatz zu ihrer Schwester, schwanger und erwartete mit ihrem Ehemann einen Sohn. Doch dieser verstarb noch im Mutterleib und wurde tot geboren - und Evas Welt brach erneut zusammen.

Hatte sie nicht alles getan, um Marlenes Leben gerecht zu werden? Hatte sie nicht, trotz der damit einhergehenden Widerstände, deren Mann geheiratete, ihre Musik aufgegeben und in genau demselben Buchladen angefangen zu arbeiten, wie einst Marlene, hatte sie nicht Marlenes Traum von einer Familie erfüllen wollen? Warum nur gelang es ihr nicht, das Leben zu führen, dass ihre Schwester sich immer gewünscht hatte? Dann jedoch betritt ein Eva unbekannter Mann den Buchladen und verwechselt sie mit ihrer Schwester und Eva weiß sofort, dass diesen Mann und ihre Schwester etwas verband, wovon bisher niemand etwas ahnte. Weiß er womöglich, was vor drei Jahren mit Marlene passiert ist und warum erscheint ihr Marlene jetzt, drei Jahre nach ihrem Tod?


Das Leben der Schwester! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, ein bisschen freaky fand ich die Stellen schon, an denen Eva ihre tote Schwester Marlene sieht, allerdings muss ich gestehen, dass ich Marlenes Reaktionen innerhalb der Interaktion mit ihrer lebenden Schwester ausgesprochen erfrischend fand - von wegen "brave" Marlene - im Tod zumindest nicht. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich mir zeitweise nicht sicher war, was ich von der Figur der Eva halten sollte, denn was ist das für ein Mensch, der sein eigenes Leben aufgibt, um das Leben seiner verstorbenen Zwillingsschwester zu führen? Doch dies klärte sich nach und nach und es wurde immer ersichtlicher, warum Eva so gehandelt hat. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch aufreibende Lesestunden bereitet hat.

Allerliebste Schwester
von Wiebke Lorenz
(7)
Buch 8,99

saisonale Rezepte durch den heimischen Obst- und Gemüsegarten

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 05.02.2016

Vorweg ist zu sagen: ich lebe selbst vegan und war doch schon etwas irritiert, als in den letzten Jahren in Kochbüchern immer wieder Fleischersatzprodukte entdeckte, doch dieses Buch ist anders und kommt ganz ohne industrielle Ersatzprodukte aus.

Unterteilt ist das Buch in die Abschnitte

- Frühstück
- Mittagstisch
- Kaffeezeit und
- Abendbrot

Kaum hatte ich das Buch in den Händen, wurden auch gleich die Klebezettel gezückt, um zu markieren, was ich unbedingt nachkochen bzw. nachbacken wollte. Positiv überrascht war ich, dass ebenfalls die Zubereitung bestimmter Basics wie zum Beispiel Reis- oder Mandelmilch aufgeführt sind, die man zwar heute in fast jedem Laden kaufen kann, diese jedoch teils chemische Zusätze aufweisen, die natürlich in den im Buch benannten nicht vorkommen, ganz einfach, weil es diese zu den Zeiten einfach noch nicht gab.

Die Rezepte gehen einmal quer durch den heimischen Obst- und Gemüsegarten, was ich sehr angenehm fand, da hier ein saisonales Kochen möglich ist. Ich zum Beispiel habe das Buch im Frühwinter bekommen und natürlich gleich die Gunst der Stunde genutzt und ein Rezept mit Maronen gemacht, welches es zu dieser Zeit gab und mit denen ich sowieso schon immer was machen wollte.

Saisonale Rezepte durch den heimischen Obst- und Gemüsegarten! Abschließend kann ich sagen, dass es sich um ein sehr breit gefächertes und saisonales Koch- und Backbuch handelt, welches einem die Möglichkeit gibt, fast vergessene Gerichte aus alter Zeit nachzukochen bzw. -backen. Leider muss ich an dieser Stelle anmerken, dass ich einige Gerichte schon ziemlich (zeit)aufwendig in der Zubereitung fand, was ich im heutigen (doch eher hektischen) Alltag als schwer händelbar fand, sodass ich einige Sachen erst nachkochen bzw. nachbacken konnte, als ich Urlaub hatte.

Das vegane Kochbuch meiner Oma
von Kirsten M. Mulach
(2)
Buch 16,99

Limbach-Oberfrohna meets London

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 05.02.2016

Mimi Balu lebt in London und hat den großen Traum ein Star zu werden. Sicherlich haben diesen Traum mehrere Londoner, doch Mimi nutzt jede Chance, die sich ihr bietet, denn eigentlich ist ihr Durchbruch in der Musikwelt schon lange überfällig. Nun ja, Mimi weiß, dass die Zeit langsam drängt, wird sie doch nicht jünger, ja schlimmer noch, in wenigen Tagen wird sie 40 Jahre alt und kann noch nicht wirklich was in ihrem Leben vorweisen. Aber immerhin lebt sie in London, ihrer Traumstadt, auch wenn sie sich lediglich ein Zimmer in einer WG in einer schäbigen Wohnung leisten kann.

Anlässlich dieses 40. Geburtstages kehrt Mimi Balu wieder in ihren Heimatort und zu ihrer Familie zurück, denn es ist Ehrensache (und wird von ihr auch erwartet), dass ein solches Fest familiär gefeiert wird. Nun ja, Mimi ist wenig begeistert, doch sie fügt sich und kehrt für ein paar Tage nach Limbach-Oberfrohna zu ihrer Familie zurück, auch wenn sie dort nicht mehr Mimi Balu ist, sondern Michaela Balutzke, die Tochter des örtlichen Bäckers. Mimi selbst hat in der Bäckerei ihrer Eltern ihre Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin absolviert und nach bestandener Prüfung fast umgehend die Flucht nach London angetreten.

Wie immer ist Mimi alias Michaela in Limbach-Oberfrohna eine Erscheinung, denn in der Ortschaft mit eher dörflichem Charakter sticht sie einfach heraus, aber für ein paar Tage wird es schon gehen. Doch ehe Mimi es sich versieht, bekommt sie den Anruf, auf den sie all die Jahre gewartet hat - sie kann mit ihrer Band "Girls Club" einen Auftritt als Vorband einer angesagten Gruppe absolvieren. Selbstverständlich kehrt Mimi, angesichts der Möglichkeit, endlich ihrem Durchbruch einen Schritt näher zu kommen, nach London zurück und lässt ihren Geburtstag im Kreise ihrer Lieben sausen, denn der Tag des Auftritts fällt genau auf ihren Geburtstag. Doch an anstelle eines ruhigen Tages ihr zu Ehren, wartet ihre geliebte Oma Trude mit einer ganz besonderen Überraschung auf - sie besucht ihre Enkelin spontan in London und Mimi gerät ganz schön ins Straucheln, hat sie doch hier und da schon ziemlich übertrieben, was ihr Leben in London betrifft ...


Limbach-Oberfrohna meets London! Der Plot wurde sehr abwechslungsreich und teils herrlich skurril erarbeitet. Ganz ehrlich, ich konnte mir das ein oder anderen Grinsen einfach nicht verkneifen, denn die Protagonistin brachte sich (auch wider besseres Wissen) in die unmöglichsten Situationen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei mein Herz hier jedoch unbedingt für Protagonistin Mimi schlug, denn diese empfand ich mit ihren fast 40 Jahren noch teils als sehr unreif, sondern für deren Oma Trude, die ihr Herz auf den rechten Fleck hat und ihre Enkeltochter auch bei den verrücktesten Aktionen und Plänen unterstützt. Wer weiß, wo Mimi gelandet wäre, wenn sie ihre Oma Trude nicht habt hätte, die einfach eine Seele von Mensch ist. Den Schreibstil empfand ich als herrlich erfrischend und kurzweilig erarbeitet, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

Die große weite Welt der Mimi Balu
von Kati Naumann
(5)
Buch 8,99

Em und Dex, Dex und Em

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 05.02.2016

Der 15. Juli 1988 ist der Tag, der das Leben von Emma Morley und Dexter Mayhew für immer verändern wird. Es ist der Tag ihres Collegeabschlusses und es ist der Tag, an dem sich die beiden erstmalig bewusst wahrnehmen. Sie könnten nicht gegensätzlicher sein - Dexter ist ein Frauenheld, wie er im Buche steht und Emma das, was man allgemein hin als Streberin kennt. Dennoch landen sie betrunken in ihrer WG und alles sie so aus, als wäre es ein One-Night-Stand, doch tatsächlich wird mehr daraus. Nicht mehr im Sinne von "sie verliebten sich unsterblich ineinander und verbrachten den Rest ihres Lebens glücklich und zufrieden", sondern mehr im Sinne einer Jahrzehnte anhaltenden Freundschaft.

Nach diesem denkwürdigen Tag trennen sich die Wege der beiden und dennoch, ihre Freundschaft mag sich vielleicht nicht dadurch auszeichnen, dass sie einander permanent sehen, nein tatsächlich ist es so, dass sie in den nächsten Jahren tatsächlich nicht allzu oft aufeinander treffen, doch jedes dieser Treffen hat seine ganz eigene Intensität. Während Dexter nach dem College erst einmal die Welt bereist (er kommt aus einem guten Elternhaus und kann es sich leisten, eine "Auszeit" zu nehmen), versucht Emma in den folgenden Jahren, ihren Weg zu finden, wobei sie sich hier mehr oder weniger mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser hält, denn ihre Familie ist alles andere als wohlhabend und auch ihr überragender Notendurchschnitt zu Collegezeiten macht ihr das berufliche Leben nicht wirklich leichter, denn noch weiß sie nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen will.

Im Laufe der Jahre reift Emma tatsächlich zu einer ausgesprochen interessanten Persönlichkeit heran, die nach und nach ihren Weg geht, sicherlich mit dem ein oder anderen Rückschlag, doch sie entwickelt sich als Persönlichkeit immer weiter, während aus Dexter erst ein gefeierter Star wird, der dann unweigerlich abstürzt. Doch so sehr sich ihre Leben auch voneinander zu unterscheiden vermögen, eines bleibt ihnen gemein - sie können nicht ohne die Freundschaft des anderen sein. Doch was wäre, wenn aus ihnen tatsächlich eines Tages ein Liebespaar werden würde?


Em und Dex, Dex und Em! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie der Leser mitverfolgen konnte, wie sich das Leben der beiden Protagonisten entwickelte, auch wenn es grundsätzlich den Anschein hatte, dass sie sich immer in gegensätzliche Richtungen entwickelt haben. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei ich gestehen muss, dass mir die Figur des Dexter etwas mehr ans Herz gewachsen ist, als die der Emma, denn ich fand es faszinierend zu erleben, wie ein Mann, der die besten Voraussetzungen in seinem Leben hatte, tatsächlich erst sehr erfolgreich war und dann mit jedem neuen Schicksalsschlag strauchelte und immer tiefer abstürzte, wohingegen mir die Figur der Emma, gerade ab etwa der Mitte des Buches, dann doch etwas zu gradlinig war, irgendwie ging es mir hier zu glatt. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, doch so richtig packen konnte mich das Buch leider nicht, hat mir jedoch schöne Lesestunden bereitet.

Zwei an einem Tag
von David Nicholls
(65)
Buch 9,99

Erschreckender Ökothriller

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 05.02.2016

In allzu naher Zukunft unterscheidet sich die Welt nicht wirklich von der heutigen. Mavie Heller ist Klimaforscherin und für die junge Frau geht ein Traum in Erfüllung, als ihr ein Job bei IICO angeboten wird. Bisher war diese Forschungseinrichtung nur ein Gerücht in der Welt der Klimaforscher, es solle sich um das führende Institut zur Klimaforschung handeln, doch ob dieses wirklich existierte, dass konnte niemand sagen. Es war sozusagen ein moderner Mythos in der Klimaforschung und Mavie hat die Möglichkeit, dort, natürlich unter strengster Geheimhaltung, zu arbeiten. Die anfängliche Euphorie verfliegt jedoch schnell, als Mavie erkennt, dass die ihr vor Ort zugeteilten Aufgaben sie bei weitem unterfordern - sie analysiert den ganzen Tag lang nur Daten, doch wirklich forschen kann sie nicht.

Aus Neugierde loggt sich Mavie mit den Zugangsdaten eines Kollegen, die sie heimlich in Erfahrung gebracht hat, in das Datensystem Prometheus ein und muss mit Schrecken feststellen, dass die Klimaforschung wohl doch schon weiter ist, als man ihr bisher glauben gemacht hat, denn was sie an Hand der Daten entdeckt, offenbart ihr Unfassbares. Wie es aussieht, steht die Menschheit kurz vor einer gewaltigen Klimakatastrophe, die das Leben von Millionen von Menschen fordern wird. Mavie, die unsicher ist, wie sie reagieren soll, da sie diese Informationen nicht rechtmäßig erhalten hat, bittet ihre Freundin Helen, eine Journalistin, in dieser Angelegenheit Nachforschungen anzustellen, um sicher zu gehen, dass sie keinem Irrtum oder einer Simulation aufgelaufen ist.

Doch Mavies Nachforschungen bleiben nicht unbemerkt. Bereits am nächsten Tag wird sie fristlos gefeuert und muss umgehend die Rückreise nach Deutschland antreten. In letzter Minute ist es ihr jedoch noch gelungen, einen Datenchip, welchen sie am Körper trug, zu sichern und diesen mit sich nach Deutschland zu nehmen. Wieder in Deutschland muss Mavie erfahren, dass Helen kurz zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, doch wirklich an einen Unfall mag sie nicht glauben. Ebenso wenig Philipp, Helens Bruder, der auch davon ausgeht, dass seine Schwester auf Grund der Recherche, die sie für Mavie tätigte, umgebracht wurde. Die Beiden beschließen, der Sache gemeinsam auf den Grund zu gehen, doch ehe sie es sich verdenken, werden sie selbst zu Gejagten ...


Erschreckender Ökothriller! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Erschreckend empfand, dass das hier dargestellte Szenario tatsächlich eines Tages so eintreffen könnte, wenn die Menschheit sich nicht langsam darauf besinnt, dass wir auf dieser Erde nur zur Gast sind und diese nicht uns gehört bzw. durch uns ausgebeutet gehört. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Besonders ins Herz geschlossen habe ich die Figur des extrovertierten Philipp, der bereit ist, ganz neue Wege zu beschreiten, um hinter das Geheimnis des Todes seiner Schwester zu kommen. Die Figur der Mavie empfand ich zwischendrin als etwas naiv, gerade angesichts der Situation, in welcher Gefahr sie sich auf Grund ihres widerrechtlich angeeigneten Wissens befand. Den Schreibstil empfand ich als fesselnd und sehr bildhaft erarbeitet, ich konnte mir die Szenen jederzeit vor Augen führen. Abschließend kann ich sagen: Obwohl Ökothriller allgemein eher nicht zu meiner bevorzugten Lektüre gehören, muss ich sagen, dass mich dieses Buch durchaus schockiert zurückgelassen hat.

Prophezeiung
von Sven Böttcher
(7)
Buch 9,99

29. Band der Eve-Dallas-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 17.01.2016

Es ist Juni 2060 und in New York ist internationaler Friedenstag, ein Feiertag, der vierzig Jahre nach Beendigung der Innerstädtischen Revolten ins Leben gerufen wurde. Eigentlich ein Tag, um den Frieden zu feiern - so planen es zumindest Lieutenant Eve Dalles und ihr Mann Roarke. Auch wenn sich Eve nicht völlig entspannen kann, steht doch in einer Woche die Hochzeit von Charles und Louise in ihrem gemeinsamen Heim an und Eve ist ja alles, nur keine "freiwillige" Trauzeugin. Aber sie hat sich bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen und da muss sie jetzt, wenn auch zähneknirschend, durch. Noch während Roarke versucht, seine Frau zu eine, Kurztrip auf die Caymaninseln zu überreden, erreicht sie die Meldung eines aufgefundenen Mordopfers.


Eigentlich hätte Eve frei, doch bei dem Opfer handelt es sich um die 16-jährige Deena MacMasters, die Tochter von Captain Jonah MacMasters, dem Chef der Drogenfahndung der New Yorker Polizei und sie wurde extra, auf Grund ihres guten Rufes, angefordert. Natürlich lässt Eve sich nicht bitten und übernimmt, zusammen mit ihrer Partnerin Detective Delia Peabody, die Ermittlungen. Vor Ort stellt Eve schnell fest, dass die junge Frau über Stunden hinweg mehrfach misshandelt und vergewaltigt wurde, bevor sie schlussendlich ermordet worden ist. Im Laufe der Ermittlungen findet Eve heraus, dass Deena einen "heimlichen" Freund hatte, mit dem sie sich am Feiertagswochenende treffen wollte, während ihre Eltern auf einem Kurzurlaub außerhalb der Stadt waren. Deenas Freundin weiß lediglich, dass der "Freund" David hieß und Student an der Columbia Universität war.


Die Hilfsbereitschaft unter den Polizisten ist enorm, immerhin hat es ein Kind aus ihren eigenen Reihen getroffen, doch der Täter war schlau und hat kaum Spuren hinterlassen. Sie ermitteln auf Hochdruck, ahnt Eve doch, dass dieser Mord mit einem Fall in der Vergangenheit MacMasters zu tun haben muss, aber welcher der viele könnte es gewesen sein, der solch einen Racheakt auslöste? Kurz darauf wird die Leiche einer weiteren jungen Frau gefunden, ebenfalls misshandelt, vergewaltigt und ermordet und Eve weiß - es handelt sich um den gleichen Killer. Wie es aussieht, ist er gerade erst am Anfang seines Rachefeldzuges. Wird Eve es schaffen, ihn zur Strecke zu bringen, bevor er sich seinem nächsten Opfer nähern kann?



Der 29. Band der Eve-Dallas-Reihe beginnt nur wenige Tage nach Ende des 28. Bandes "Tödliche Verehrung". Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders faszinierend empfand ich, wie es Eve mit ihrem messerscharfen Verstand schaffte, nach und nach herauszukristallisieren, wer als Täter in Frage kommt, wobei sie hier Jahre in die Vergangenheit zurückgehen musste, um den Täter einzukreisen, denn dass dieser in Verbindung mit einem alten Fall stehen muss, ist offensichtlich, doch derer gab es viele. Die Figuren wurden wieder authentisch erarbeitet. Beeindruckt hat mich hier vor allem wieder die Figur der Eve Dallas, die es auch in brenzligen Situationen schaffte, bei ihren Ermittlungen einen klaren Kopf zu behalten, jedoch im Privaten, was ich immer wieder amüsant finde, leicht in Panik verfällt, wenn von ihr soziale Interaktion gefordert ist. Den Schreibstil empfand ich wieder als sehr spannend zu lesen, sodass ich mich gar nicht von dem Buch trennen konnte und es am Stück lesen musste. Jetzt ist meinerseits wieder Geduld gefragt, denn er nächste Band der Reihe "Sündiges Spiel" erscheint erst im Mai.

Süßer Ruf des Todes
von J. D. Robb
(1)
Buch 9,99

Ein würdiger Abschluss

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 17.01.2016

Es ist Winter im kleinen Örtchen Whistling Wings in Kanada und langsam aber sicher nähert sich der 18. Geburtstag von Indie. Noch etwas mehr als ein halbes Jahr ist es bis dahin, doch die Zeit will gut genutzt sein, ist dieser 1. August doch der Tag, an dem sich entscheidet. Bereits seit mehreren Monaten leben die Schwestern, zusammen mit ihrer leicht durchgeknallten Mutter, auf der Farm ihrer verstorbenen Großmutter, doch sie sind nicht mehr alleine. Zu ihnen haben sich u. a. Kat und Miss Anderson gesellt, die die Ausbildung der beiden Mädchen überwachen, denn obwohl sie nicht im Orden sind, sind sie doch Hüterinnen, denen eine schwere Aufgabe bevorstehen wird.


Doch sie sind auch ganz normale Teenager, die zum ersten Mal in ihrem Leben richtig verliebt sind. Die bereits 18-jährige Dawna liebt den Zigeuner Miley und das, obwohl beide wissen, dass diese Beziehung niemals gutgeheißen würde, sollte sie ans Licht kommen, denn obwohl das Volk der Zigeuner den Spencers verpflichtet ist, so ist dies doch ein erzwungener Pakt. Indies Herz indes schlägt für Gabe, den gefallenen Engel, der in den Reihen ihrer Gegner kämpfen muss und somit gegen sie, doch ihre Gefühle für einander sind stark.


Die Prophezeiung sagt, dass der finale Kampf gegen das Böse an Indies 18. Geburtstag stattfinden wird. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Mädchen mehr oder weniger "geschützt" vor den Engeln, was nicht bedeutet, dass die beiden Seiten nicht doch aneinander rasseln und sich bekämpfen, nur wissen beide Seiten, dass das Leben der Mädchen bis zu diesem Tag nicht beendet werden darf, denn nur sie können und müssen die Macht entbannen. Dawna und Indie kommen sich in diesen Monaten des Lernens und Wachsens immer näher, denn beiden ist bewusst: auch wenn sie verschieden sind, sie können nur gemeinsam siegen, so sehr die Chancen auch gegen sie stehen - doch werden sie es schaffen, die Prophezeiung zu erfüllen oder muss eine von ihnen, wie vorhergesagt, ihre Seele und ihr Leben opfern?



Ein würdiger Abschluss! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich bearbeitet. Begeistert war ich, dass dieses Buch Band 3 und 4 der Tetralogie enthält, sodass das lange Warten auf den Abschlussband entfiel. Die Figuren wurden authentisch und realistisch erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich die Figuren der Dawna und Indie weiterentwickeln und nach und nach zu einer Einheit zusammenwachsen, die so leicht nichts auseinanderbringen kann, wissen sie doch, dass sie aufeinander angewiesen sind und wichtiger, sie akzeptieren diesen Umstand, dass sie nur zusammen zu großem fähig sein werden. Den Schreibstil empfand ich sehr bildhaft erarbeitet, ich konnte mir die (teils düsteren) Szenen jederzeit vor Augen führen.

Dark Angels' Winter. Die Erfüllung
von Susanne Hanika
(4)
Buch 19,99

20 Jahre später ...

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 17.01.2016

Das Leben der Familie Finch in Maycomb, Alabama, hat sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert. Atticus Finch arbeitet noch immer als Anwalt, doch sonst ist nichts mehr, wie es einst war. Jem, sein einziger Sohn, starb mit knapp 30 Jahren an Herzversagen, wie schon seine Mutter und aus der kleinen, rebellischen Scout wurde Jean Louise Finch. Diese hat Maycomb verlassen und lebt in New York. Zwar kehrt sie regelmäßig nach Hause zurück, doch Zuhause ist sie in Maycomb nicht mehr.


Es sind die 1950er und auch in diesem Sommer wird die 26-jährige Jean Louise wieder in ihre alte Heimat zurückkehren und dort einige Zeit verbringen. Ihr Vater ist mittlerweile über 70 Jahre alt und von Krankheiten gezeichnet, so zum Beispiel Arthritis, die es ihm schwer macht, den Alltag zu bewältigen. Ihm zur Hand geht seine Schwester Alexandra, die bereits seit einigen Jahren bei ihrem Bruder wohnt und ihm den Haushalt führt und ihm zur Hand geht. Eigentlich ist alles wie immer und doch wird sich alles ändern.

Während einer Bürgerversammlung, welche natürlich nur Männer besuchen, entdeckt Jean Louise, die sich heimlich hineingeschlichen hat, was hinter der Fassade der Bürger von Maycomb County steckt - sowohl Atticus, wie auch Henry, Atticus Vize nach Jems Tod und Jean Louises Verehrer, sind Mitglieder im KKK und noch dazu lassen sie Aufrührer gegen die farbige Bevölkerung vor ihrem Rat sprechen. Sind denn alle Menschen in Maycomb, alle, die sie ihr Leben lang kannte, in Wirklichkeit ganz anders, als sie sie bisher gesehen hat? Kann es sein, dass der Rassismus im County noch immer tief verwurzelt ist und sich nun seinen Weg in die Öffentlichkeit bahnt?


20 Jahre später ... Der Plot des Buches wurde anschaulich und abwechslungsreich erarbeitet, wobei ich gestehen muss, dass ich hier eindeutig sehr irritiert war. Wie bereits in der "Nachtigall" übernimmt Jean Louise den Erzählerpart und lässt uns hier an Erinnerungen aus ihrer Kindheit (zu Zeiten der Nachtigall und auch danach) teilhaben und was soll ich sagen - diese stimmen teilweise überhaupt nicht mit der Nachtigall überein, obwohl sie genau in diesem Zeitrahmen spielen und in der Nachtigall Erwähnung fanden. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, haben allerdings in meinen Augen, gerade auf Grund er Veränderungen, die sie durchlaufen haben, etwas an ihrem Reiz verloren. Wo ist der strahlende Anwalt geblieben, der in der Nachtigall so verbissen für seinen Mandanten kämpfte und Gerechtigkeit predigte? Wo das kleine Mädchen, dass immer ihrem Herzen folgte, ohne auf die Konsequenzen zu achten? Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch konnte dieses Buch nicht an die Nachtigall heranreichen, ja schlimmer noch, ich hatte das Gefühl, dass dieses Buch von jemand ganz anderem geschrieben wurde. Kann es sein, dass die Autorin tatsächlich, wie bereits gemutmaßt, die Nachtigall nicht alleine schrieb und warum hat sie nicht wenigstens die Nachtigall nochmals gelesen, damit wenigstens dieser Nachfolger stimmig mit der Nachtigall ist? Ich hatte mir hier, gerade nach der Nachtigall, so viel erhofft und bleibe doch enttäuscht zurück.

Gehe hin, stelle einen Wächter
von Harper Lee
(4)
Buch 19,99

Ein wundervoller Klassiker

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 17.01.2016

Das Leben in Maycomb, Alabama, ist eher ruhig und gediegen. In diesem County gibt es viele Farmer und wenig Wirtschaft, doch die meisten haben ein bescheidenes Einkommen und ziehen in diesem fast ländlichen Idyll ihre Kinder groß. Eines dieser Kinder ist die 8-jährige Jean-Louise "Scout" Finch. Sie ist die Tochter des örtlichen Anwalts Atticus Finch, dessen Familie von jeher einen guten Ruf in Maycomb hat. Komplettiert wird die Familie von Scouts vier Jahre älterem Bruder Jem. Die Mutter der Beiden starb, als die kleine Scout zwei Jahre alt war - seitdem zieht ihr Vater, zusammen mit der Haushälterin, seine Kinder alleine groß. Atticus lässt seinen Kindern eher freie Hand, ist er doch selbst nicht mehr der jüngste und an sich sind seine beide Kinder, gerade im Bezug auf ihr Alter, bereits recht reif.


Scout ist ein sehr intelligentes und aufgewecktes Mädchen, hat jedoch in der Schule so ihre lieben Nöte, da sie, sehr zum Leidwesen ihrer Lehrerin, bereits lesen kann und auch nicht auf den Kopf bzw. Mund gefallen ist - was jedoch leider öfter damit endet, dass sie in der Ecke stehen muss. So hatte sie sich das mit der Schule auf jeden Fall nicht vorgestellt und dabei hatte sie sich so drauf gefreut. Doch das gute an der Schule sind auf jeden Fall die Ferien, denn in den Ferien kommt immer Dill (der Neffe einer Nachbarin der Finchs) nach Maycomb und zusammen stellen die drei so einiges an. Ein absolutes Mysterium in Scouts und Jems Augen hingegen ist ihr Nachbar Boo Radley, um den sich einige Gerüchte ranken - doch gesehen haben ihn die Kinder noch nie, denn er verlässt niemals das Haus.


Das behütete Leben der Finch-Kinder ist jedoch alsbald zu Ende, als ein Farbiger der Vergewaltigung einer weißen Frau beschuldigt wird. Dass der Farbige, Thomas Robinson, einen sehr guten Ruf genießt, die Familie der weißen Frau hingegen nicht, ist bei diesem Fall nicht von Belang, denn in den 1930ern ist das Recht noch immer auf der Seite der weißen Bevölkerung. Trotz geringer Erfolgsaussichten übernimmt Atticus die Verteidigung von Thomas und er weiß, dass auf ihn und seine Familie schwere Zeiten zukommen werden, denn immerhin verteitigt er, als angesehener Anwalt einen Farbigen, noch dazu, wo das Urteil eigentlich schon im Vorfeld feststeht. Doch wird es Atticus gelingen, seine Mitmenschen zum Umdenken zu bringen?



Ein wundervoller Klassiker! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, ich kannte den Film bereits, der auf dem Buch beruht und ging daher mit hohen Erwartungen an dieses Buch heran und was soll ich sagen - ich wurde nicht enttäuscht. Die Figuren wurden authentisch und abwechslungsreich erarbeitet, wobei mir hier besonders die Figuren des Atticus und der kleinen Scout, welche die Erzählerrolle des Buches innehat, ans Herz gewachsen sind. Ich glaube, solch einen integren Mann wie Atticus Finch hätten wir alle gerne in unserem Bekanntenkreis und ein aufgewecktes kleines Mädchen wie Scout, bei ihr weiß man einfach, dass sie ihren Weg gehen wird. Den Schreibstil empfand ich als packend und sehr bildgewaltig erarbeitet, ich konnte mir die Szenen jederzeit vor Augen führen. Abschließend kann ich sagen: Auch wenn man bereits die Verfilmung des Buches kennt, sollte man nicht auf die Lektüre des Buches verzichten!

Wer die Nachtigall stört ...
von Harper Lee
(5)
Buch 19,95