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Name:
Kerstin Stutzke Top 100 Rezensent
Ort:
Berlin
Rezensionen:
526 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 58

nicht hilfreich: 7

Rang:
29

Kerstin Stutzkes Rezensionen

123

buch

Das Küstengrab

Eric Berg

EUR 14,99 *
auf Merkliste

40

26.04.2015

„Geheimnisse auf Poel”

Der 21. Mai 2013 ist der Tag, an dem sich das Leben der 41-jährigen Lea Mahler für immer veränderte. Erstmalig seit 23 Jahren war sie wieder auf Poel, traf auf ihre sechs Jahre ältere Schwester Sabina und hatte einen schweren Autounfall, bei dem sie selbst schwer verletzt wurde und ihre Schwester noch an der Unfallstelle verstarb. Jetzt, vier Monate später, ist sie körperlich wieder genesen, doch seit dem Unfall leidet sie an Amnesie. Diese betrifft nicht ihre gesamte Vergangenheit, aber sie kann sich nicht an den Tag des Unfalls erinnern und auch Erinnerungen von vor 23 Jahren sind verschwunden.


Nach ihrem Weggang aus Poel mit ihrem zukünftigen Mann Carlos Hérnandez, von dem sie zwischenzeitlich geschieden wurde, lebte sie fast ein Vierteljahrhundert in Buenos Aires und arbeitete erfolgreich als Fotografin. Warum nur war sie nach Poel zurückgekehrt? Am 3. September 2013 beschließt sie, nochmals nach Poel zu reisen. Vielleicht gelingt es ihr vor Ort herauszufinden, was sie vor vier Monaten dort wollte. Wer weiß, vielleicht trifft sie ja auf ihre alte Clique (Mike, Jacqueline, Margrethe, Harry oder Pierre) und einer von ihnen kann ihr helfen, ihre Erinnerungen wieder zu erwecken. Einst gehörte auch Julian zur Clique, doch er verschwand einfach eines Tages. Er hatte schon immer eine Weltreise geplant und diese wohl angetreten.


Doch kaum auf Poel angekommen, wird sie lediglich von Pierre Feldt, der mittlerweile der ortsansässige Arzt ist, mit offenen Armen aufgenommen. Obwohl Pierre ihr in dieser Zeit immer zur Seite steht, scheint zwischen ihm und dem Rest der ehemaligen Clique irgendwas vorgefallen zu sein. Es ist fast so, als hätten sie alle ein Geheimnis vor ihr, aber etwas wirklich Greifbares, womit sie das belegen kann, findet Lea nicht. Was ist es, dass ihre ehemaligen Freunde ihr gegenüber so reserviert machen? Warum scheint nicht einer von ihnen zufrieden oder gar glücklich mit seinem Leben zu sein? Wieso redet niemand offen mit ihr? Lea weiß nicht, ob es ihr gelingen wird herauszufinden, was ihre ehemalige Clique vor ihr verheimlicht, aber zumindest will und muss sie herausfinden, warum sie vor vier Monaten schon einmal auf Poel war. Doch was ist, wenn ihr Gedächtnisverlust sie vor einer zu traumatischen Erinnerung schützen will?



Geheimnisse auf Poel! Der Plot wurde abwechslungsreich und durchaus spannend erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie die Figuren, die einst vor langer Zeit eng befreundet waren, jetzt doch recht distanziert miteinander agieren und wie sich nach und nach herauskristallisiert, warum sie dies tun. Allerdings empfand ich die Geschichte doch recht vorhersehbar, was etwas die Würze an der Story genommen hat. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Hier muss ich allerdings gestehen, dass mir die Figur der Lea nicht unbedingt sympathisch war. Irgendwas war an ihr, dass mich immer wieder irritiert hat, ohne dass ich es genau benennen kann. Die Figur des Pierre hingegen empfand ich entzückend erarbeitet, wobei mich hier das Gefühl beschlich, dass es solche Männer wohl wirklich nur in der Literatur gibt. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, hätte mir jedoch in einigen Szenen etwas mehr Dramatik gewünscht, die mich mitreißt. Alles in allem kann ich jedoch sagen, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

buch

Zerrspiegel

Katja Montejano

EUR 12,00 *
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50

19.04.2015

„Nichts für schwache Nerven!!!”

Die 19-jährige Jazz Sanders hat zeit ihres Lebens kein leichtes Leben. Während ihrer Zwillingsschwester Danika alles in ihrem Leben zu gelingen scheint, lebt Jazz nach wie vor in Kellerwald-Edersee, einem kleinen Dorf ca. 50 km von Kassel entfernt, bei ihrer Mutter Verena. Diese ist eine trockene Alkoholikerin und das Geld ist und war eigentlich schon immer knapp. Zwar hat Georg Freitag, der Lebensgefährte von Jazz Mum, ihr Startkapital für einen eigenen Friseursalon vorgestreckt, doch aus dieser wirft nicht wirklich was ab. Komplettiert wird die kleine Patchwork-Familie durch den 17-jährigen Nico, Georgs Sohn, wobei beide Familien in getrennten Häusern wohnen, denn obwohl Georg und Verena bereits seit drei Jahren ein Paar sind, den Schritt des Zusammenziehens haben die Familien noch nicht gewagt. Jazz selbst hat eine leichte Form des Asperger-Syndroms, sodass ihr das "normale" Leben in der Gesellschaft alles andere als leicht fällt. Jazz hegte von jeher den Verdacht, dass ihre Mutter seinerzeit in den Alkohol abgestürzt ist, weil sie sich mit ihr, einem "Problemkind" herumschlagen musste.


Dann verschwinden an einem Tag Danika und Verena und Jazz wird in ihrem Haus überfallen. Es gelingt ihr, vor dem Täter zu fliehen. Die Ermittlungen zu diesem Angriff übernehmen Max Krause und sein Kollege Joshua Manser. Jazz selbst kann sich den Überfall auf sich nicht erklären, weiß aber, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt, da sowohl ihre Mutter, wie auch ihre Schwester verschwunden sind. Bevor Jazz jedoch zur Ruhe kommen kann, erhält sie einen Anruf, der sie auffordert, um Mitternacht an dem Grab ihrer Großeltern zu erscheinen. Zwar soll sie niemandem ein Wort darüber verraten, dennoch weiht sie Joshua Manser, dem sie vertraut ein. Jedoch bekommt der Täter Wind davon und lässt an diesem Abend Jazz davonkommen.


Wenig später machen Jazz und Joshua, die einander immer näher kommen, eine erschreckende Entdeckung. Sie finden eindeutige Beweise dafür, dass Danika entführt und ermordet wurde und nunmehr dieser Täter, der wohl identisch mit dem ist, der Jazz überfallen hat, Verena in seiner Gewalt hat. Nicht nur das, um ihr zu beweisen, wie mächtig er ist, nimmt er ihr nach und nach immer mehr Menschen aus ihrem Umfeld, denn er kann es nicht ertragen, dass ausgerechnet ein Mädchen wie Jazz augenscheinlich keine Angst vor ihm hat und ihm entkommen ist. Doch Jazz weiß, dass das Maß voll ist und will sich dem Täter stellen ...



Nichts für schwache Nerven!!! Der Plot wurde sehr spannend und durchaus blutig erarbeitet. Faszinierend empfand ich, dass ich als Leser, ebenso wie die Protagonistin, sehr lange im Dunkeln gelassen wurde, wohin sich die Geschichte entwickelt und das, obwohl uns die Autorin Einblicke in das Seelenleben und in die Taten des Täters gewährt hat. Die Figuren empfand ich als realistisch und höchst faszinierend erarbeitet, wobei hier besonders Protagonistin Jazz hervorgestochen ist, die sich mit dieser unerwarteten Situation auseinandersetzen muss und gerade auf Grund ihres Krankheitsbildes sind unerwartete Situationen alles andere als leicht zu bewältigen für diese junge Frau. Interessant empfand ich auch Joshua Manser erarbeitet, der nur auf den ersten Blick ein typischer Ermittler ist und in dem sich nach und nach Abgründe offenbaren, die ihm ein Leben in der Gesellschaft auch nicht immer leicht machen. Den Schreibstil empfand ich als mitreißend zu lesen, sodass ich mich von dem Buch überhaupt nicht mehr lösen konnte, ich musste es einfach am Stück lesen, weil ich unbedingt erfahren musste, wie sich alles auflöst. Abschließend kann ich sagen, dass es sich um einen ausgesprochen gelungenen Thriller handelt, der sowohl mit einem packenden Plot, faszinierenden Figuren und einem fesselnden Schreibstil punkten kann. Solche Bücher würde ich sehr gerne viel öfter lesen.

buch

Vendetta

Katja Montejano

EUR 12,99 *
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50

19.04.2015

„"Ich werde ihn bis an mein Lebensende jagen ..." (S. 25)”

Die 33-jährige Anna Pizzo hatte es in den letzten Jahren nicht leicht. Ihr Vater, ein mächtiger Mafiaboss, wollte sie als Zwanzigjährige mit seinem Patensohn verheiraten, eine Ehe, die Anna auf keinen Fall eingehen wollte und lieber in die Schweiz zu einem Studium "floh". Lange Zeit hatte sie auf Grund dieser Tatsache ein angespanntes Verhältnis zu ihrer Familie, doch irgendwann näherten sie sich wieder an. Nach erfolgreichem Studium ließ sie sich endgültig in Aarau nieder und begann eine Tätigkeit bei der Soffex AG mit der Hauptaufgabe Computersicherheit. Anna ist Synästhetikerin, ein Umstand, der ihr von jeher geholfen hat, sehr gut mit Zahlen umzugehen und so bereitet ihr auch das Hacken von Websites keine Probleme. Dann lernte sie Malik Brenner kennen und eigentlich hätte alles so schön werden können. Auch wenn es immer mal wieder kriselte in der Beziehung, Anna war verliebt und als sie ungeplant schwanger wurde, entschied sie sich für ihr Kind. Der Kindsvater hingegen wollte jedoch schlussendlich weder was mit Anna, noch mit deren ungeborenen Kind zu tun haben. Bei einer Auseinandersetzung verletzte er Anna so schwer, dass diese ihren Sohn Flavio verlor. Nachdem Anna sich von den schweren Verletzungen erholt hat, sinnt sie nach Rache, Rache an dem Mann, den sie einst geliebt hat und der ihr das wichtigste in ihrem Leben genommen hat. Im Zuge dessen hat Anna ihre Anstellung gekündigt, um sich voll ihrer Rache widmen zu können.


An ihrem letzten Arbeitstag, als sie eigentlich nur in die Firma fährt, um ihren Schreibtisch zu räumen, als plötzlich und unerwartet ihr Vorgesetzter, Daniel Rohrer, Amok läuft. Er tötet alle Angestellten der Soffex AG mit Ausnahme von einer Auszubildenden und Anna selbst. Diesen Amoklauf kann sich weder Anna, noch die hinzugerufene Polizei erklären. Derweil werden in Italien Mafiabosse und deren Familien/Nachfolger ermordet. Vito Pizzo, der weiß, dass nicht nur ihm, sondern auch seinen Kindern Gefahr droht, schickt James Stark zu seiner Tochter, um diese zu schützen, bis er einen sicheren Transport nach Italien für sie organisiert hat, denn Vito weiß, dass Anna nur im Schutz der Familie sicher ist.


Tatsächlich entkommt Anna nur knapp einem Mordanschlag, indem sie den Angreifer in Notwehr tötet. James Stark kann ihr zur Flucht verhelfen und stellt ihr gleich noch ein Mitglied seines Teams, eine ehemalige Mossad-Agentin Chavah als Leibwächterin zur Seite. Ferner erklärt sich James bereit, Anna bei der Suche nach Malik zu unterstützen, wenn sie sich im Gegenzug in die Finanzdatenbank der Schweiz einhackt. James macht keinen Hehl daraus, dass er Anna sehr gerne für sein Team gewinnen würde, doch in allererster Linie muss er sie aus der Schusslinie und sicher nach Italien zu ihrer Familie bringen. Stark ist klar, dass in der Organisation von Vito einen Maulwurf geben muss, doch wer dieser ist, ist noch unklar, sodass er niemandem traut und auch Anna dazu anhält, nur sich selbst und seinem Team zu vertrauen. Anna ist nicht gewillt, ihre Rache an Malik aufzugeben, doch weiß sie, dass sie erst zu ihrer Familie muss, da dort ihre Hilfe gebraucht wird. Doch allein die Reise nach Italien birgt Gefahren und noch immer steht nicht fest, wer der Maulwurf in der Pizzo-Familie ist ...



"Ich werde ihn bis an mein Lebensende jagen ..." (S. 25) Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Was ich besonders gelungen fand, war die Tatsache, wie die Autorin es geschafft hat, so viele Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen und dennoch für mich als Leser dafür so sorgen, dass ich nicht den Faden verloren habe. Ganz ehrlich, mit solch einer gelungen Ausführung hatte ich, gerade auf Grund der vielen Handlungsstränge, nicht gerechnet, doch immer wenn ich dachte "jetzt könnte es kompliziert werden", verknüpfte sie die einzelnen Geschichten so gekonnt miteinander, dass ich nur bei mir dachte "jetzt ist alles klar". Die Figuren empfand ich als sehr authentisch und facettenreich erarbeitet, sodass ich fast bis zum Schluss nicht dahinter gekommen bin, wer jetzt eigentlich der/die "Böse" ist. Den Schreibstil empfand ich als sehr fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Abschließend kann ich sagen: Ich hätte nicht gedacht, dass sich eine solch faszinierend-fesselnde Story in diesen 220 Seiten versteckt.

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50

12.04.2015

„3. Band der Frau-Maier-Reihe”

Frau Maier hatte es in letzter Zeit nun wirklich nicht leicht. Ständig und gefühlt überall stolperte die rüstige alte Dame über Leichen und mehr als einmal hatte man versucht, sie in eine solche zu verwandeln. Doch diese Ereignisse haben auch dazu geführt, dass Frau Maier sich gegenüber ihrer Umwelt geöffnet und endlich begonnen hat, Freundschaften zu schließen. Einer dieser Freunde ist nach wie vor Dr. Frank Schön, der Polizeipsychologe, der an Frau Maier irgendwie einen Narren gefressen hat, zumal sie die einzige Frau zu sein scheint, mit der er klar kommt, denn der verquere Herr Doktor hat mit dem holden Geschlecht, speziell seiner Freundin, so einige Probleme. Frau Maier jedoch weiß Rat für den jungen Mann, auch wenn sie selbst derzeit Zuspruch gebrauchen könnte, denn schon am nächsten Tag tritt sie ihre neue Arbeitsstelle als Reinigungskraft im Schloss auf der Insel an. Ihre alte Putzstelle im Kurhotel hatte sie aufgegeben, denn da gab es ja den Hape, einen überaus freundlichen Koch, der jedoch mehr von Frau Maier wollte, als ein kollegiales Verhältnis, eine Situation, mit der die alte Dame, die erst einmal in ihrem Leben einen anderen Mann auf diese Art geliebt hat, nicht zurechtkam.


An ihrem neuen Arbeitsplatz wird Frau Maier sehr freundlich aufgenommen, angefangen bei Oliver Schachner, ihrem neuen Chef bis hin zu Veronika "Vroni" Mittermaier, einer Touristenführerin des Schlosses. Vroni ist es auch, die ihr alles zeigt und ihr hilft, sich an ihrem neuen Arbeitsplatz zurechtzufinden. Etwas irritiert bzw. verängstigt ist Frau Maier jedoch, als sie eine Gestalt in einem Königsmantel durch die Räume huschen sieht. Vroni kann ihr den Schrecken nehmen, denn bei diesem "Exzentriker" handelt es sich um Konrad Freiberger, den Gärtner des Schlosses, der mehr als nur eine Schwäche für Ludwig II hat und nach seiner gescheiterten Ehe immer häufiger in diese Traumwelt flüchtet.


Doch bereits an ihrem zweiten Arbeitstag passiert Frau Maier das, was ihr in letzter Zeit häufiger widerfährt - sie findet eine Leiche. Es handelt sich um eben jenen Konrad Freiberger, der noch im blauen Königsmantel mit einem schweren Kerzenleuchter erschlagen wurde. Frau Maier ist schon leicht panisch, dass sie schon wieder eine Leiche gefunden hat und was wird die Polizei wohl wieder denken? Immerhin hat sie ja schon mehr als eine negative Erfahrung mit Kommissar Brandner gemacht, doch Glück im Unglück, die hinzugerufene Polizei wird durch Kommissar Ralf Förster vertreten. Auf Bitte ihrer Freundin Elfriede Gruber verspricht Frau Maier, sich aus den Ermittlungen herauszuhalten, jedoch will und soll sie (auf Anfrage von Kommissar Förster) die Augen und Ohren offen halten, vielleicht findet sich so der entscheidende Hinweis. Natürlich kann es Frau Maier nicht lassen und forscht doch wieder auf eigene Faust nach und kommt dem Täter dabei gefährlich nahe ...



Der 3. Band der Frau-Maier-Reihe! Der Plot wurde realistisch und spannend erarbeitet. Besonders gut hat mir in diesem Band gefallen, dass Frau Maier hier gleich mehrere "Baustellen" hat, die ihr das Leben nicht unbedingt einfacher machen. Sicherlich ist der Mord etwas, dass sie sehr neugierig zurücklässt und wo sie unbedingt erfahren will, warum ein armer Gärtner sterben musste, doch auch private Probleme machen ihr das Leben nicht unbedingt leichter. Die Figuren wurden wieder authentisch erarbeitet, wobei hier Frau Maier sich erstmalig ernsthaft mit einem Teil ihrer Vergangenheit und ihrer persönlichen Einstellung bzw. auch ihren ureigenen Ängsten auseinandersetzen muss, was ich ausgesprochen faszinierend fand, denn Frau Maier macht auf den ersten Blick den Eindruck, als hätte sie vor nichts Angst. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich förmlich in einen Rausch verfallen bin und das Buch erst wieder nach Beendigung desselben aus der Hand legen konnte. Nun hoffe ich natürlich, dass es baldmöglichst einen weiteren Band um die "Putzfrau aus Leidenschaft" geben wird.

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50

12.04.2015

„Der Tod ist erst der Anfang”

Pea Horsley ist von Beruf und aus Berufung Tierkommunikatorin. Zu ihrer eigenen Familie gehört Kater Texas und Mischling (halb Beagle, halb Jack Russel mit einem Schuss Labrador) Morgan. Pea, die vorher noch keinen Hund hatte, entdeckt Morgan auf einer Decke im Londoner Tierheim Mayhew Animal Hope. Morgen war ein sehr eigener Hund, bevor er in das Londoner Tierheim kam, war er zuvor in der Todeszelle eines anderen Tierheims und obwohl er gerettet wurde, wohl fühlte er sich im "normalen Tierheimbetrieb" nicht. Doch Pea sah ihn und es war eine Seelenverwandschaft vorhanden und nach einer positiven Vorkontrolle durfte Morgan bei ihr und ihrer Partnerin einziehen.


Die beiden waren ein tolles Gespann. Morgan war zwar recht eigen in einigen Dingen, doch coachte er auch zusammen mit Pea Seminarteilnehmer, die Tierkommunkation erlernen wollten. Als Morgan bei Pea einzog, war er schon nicht mehr ganz jung und nach einigen Jahren kamen sie dann doch, die Alterserscheinungen. Erstmalig musste sich Pea mit Morgans Tod nach einem Schlaganfall auseinandersetzen, den er sehr gut überstanden hat, aber es war knapp. Von diesem Zeitpunkt an wusste Pea, dass ihre gemeinsame Zeit langsam aber stetig ablief. Schon häufiger hatte sie auf Bitten von Klienten Kontakt mit deren verstorbenen Tieren aufgenommen, doch auch das Wissen, dass es den Tieren (teils nach schwerer langer Krankheit) nach ihrem Tod besser geht, macht den eigenen Verlust nicht weniger schmerzhaft. Morgen instruierte Pea, ein Buch über dieses Thema zu schreiben, ein Buch über den Abschied von einem geliebten Familienmitglied.


Doch Pea beschreibt in diesem Buch nicht nur ihr Leben mit Morgan und seinen "Aufstieg", auch andere Fallbeispiele aus ihrer beruflichen Praxis finden Gehör und was sie beschreibt, klingt fast unglaublich, denn diese verstorbenen Tiere konnten Angaben zu ihren Besitzern und dem Leben mit ihnen machen, das konnte ein Außenstehender einfach nicht wissen und auch wenn in all diesen Erzählungen der Tod eine Rolle spielt, so bleibt zum Schluss dennoch eines: Hoffnung, Hoffnung auf ein Wiedersehen mit diesem verstorbenen Familienmitglied.



Der Tod ist erst der Anfang! In diesem wundervoll und sehr einfühlsam erarbeiteten Buch berichtet die Autorin aus ihrer Praxis als Tierkommunikatorin, wie die Tiere einiger ihrer Klienten ihren "Aufstieg" erlebt haben, was sie fühlten und wie es ihnen jetzt ergeht. Teils habe ich fast mit Unglauben gelesen, was diese Tiere ihr mitteilten, was sie und ihre Menschen erlebt hatten, als das Tier noch am Leben war. Besonders beeindruckt hat mich, mit wie viel Wärme und Liebe diese Erlebnisse wiedergegeben wurden, sodass ich mehr als einmal in Tränen aufgelöst dasaß und nicht weiterlesen konnte, bis ich mich wieder etwas gefangen hatte. Dieses Buch ist der Kategorie "Sachbuch" einzuordnen, aber ist es das wirklich, ein Sachbuch, wenn doch so viel Gefühl und so viele Emotionen mit im Spiel sind? Abschließend kann ich sagen, dass mir dieses Buch sehr viel Hoffnung gemacht hat, denn auch ich habe eine tierische Familie, die ich alle überleben werde und ich weiß, wenn diese Zeit kommen wird, wird es mir das Herz brechen, doch ich werde dann versuchen im Sinne meiner "tierischen" Familie zu handeln und die Hoffnung nie aufgeben, sie nach ihrem "Aufstieg" (der hoffentlich noch sehr viele Jahre auf sich warten lässt) erneut wiederzusehen.

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40

29.03.2015

„"Ein Leben für ein Leben"”

Die 17-jährige Heather Simms hat eine stressige Woche hinter sich. Sie ist, trotz ihres jungen Alters, Schauspielerin in einer Daily Soap namens "Westside Blvd." und freut sich jetzt auf ein drehfreies Wochenende, dass sie mit ihrem Freund Peter am Meer verbringen will. Doch jemand hat andere Pläne mit ihr. Auf dem Weg vom Studio nach Hause wird sie betäubt und entführt.

Als Heather wieder zu sich kommt, weiß sie, dass sie in ernsten Schwierigkeiten steckt, denn sie ist augenscheinlich nicht zu Hause. Warum sie entführt wurde, ist ihr nicht ganz klar, denn weder sie noch ihre Eltern verfügen über Reichtümer, sodass sich eine Erpressung nicht lohnen würde. Was will der Mann von ihr? Sie muss ihren Vater anrufen und der Entführer gibt die Forderung durch: Er muss ein Geständnis ablegen, ansonsten stirbt seine Tochter. Heather ist verwirrt, denn sie kennt niemanden, der biederer und gesetzestreuer ist, als ihr Vater.

Derweil wurde Lieutenant Steve Delaney mit der Aufklärung der Entführung beauftragt. Delaney ist seit über 20 Jahren bei der Polizei und beim Major Case Squad tätig. Ihm zur Seite bei den Ermittlungen steht ihm sein Partner Marc Turner. Auch die Polizisten können sich nicht wirklich einen Reim aus der Entführung und vor allem der Forderung des Kidnappers machen, denn dieser verlangt, dass John Simms die Vergewaltigung und Ermordung einer Jenny gesteht. Zwar können sie einen ungeklärten Mordfall mit einer Jennifer ausfindig machen, der ins Profil passt, doch ist John Simms definitiv nicht der Täter. Bei einem weiteren Anruf des Entführers wird klar, um welchen Fall es ihm genau geht, doch dies stellt die Ermittler vor ungeahnte Probleme: Nicht Paul Simms soll ein Verbrechen gestehen, sondern Heathers Vater in der Daily Soap, denn der Entführer ist der festen Überzeugung, eben jenen Mord beobachtet zu haben und nun für Gerechtigkeit sorgen zu müssen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn wenn eben jenes Verbrechen nicht gestanden und abgeurteilt wird, wird die junge Frau sterben ...

"Ein Leben für ein Leben"! Der Plot des Buches wurde detailliert und abwechslungsreich erarbeitet. Kapitelweise kann man (hauptsächlich aus Sicht von Heater und Steve) der Verlauf der Geschichte verfolgen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei ich jedoch nicht ganz von der Figur der Heater überzeugt war. Für eine 17-jährige war sie mir teilweise dann doch etwas zu beherrscht und reif. Sicherlich mag sie, auf Grund ihres Berufes, einen höheren Reifegrad als eine gewöhnliche 17-jährige haben, doch ich hatte zwischenzeitlich eher das Gefühl, dass sie bereits Mitte 20 wäre und nicht ein Teenager, der sie ja eigentlich ist. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch sehr angenehme Lesestunden bereitet hat.

buch

Cináed

Tanja Höfliger

EUR 14,95 *
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50

29.03.2015

„1. Band der Cináed-Trilogie”

Der 15-jährige Daniel Destin Frayne führt das Leben eines ganz normalen Teenagers in Swansea, Wales. Er treibt in seiner Freizeit gerne Sport, hier vor allem das Surfen und ist geschlagen mit drei älteren Schwestern, zu denen er allerdings ein sehr gutes Verhältnis hat. In wenigen Tagen wird Daniel 16 und auf das bevorstehende Ereignis freut er sich schon sehr, da seine Eltern ihm ein ganz besonderes Geschenk angekündigt haben. Die Enttäuschung allerdings ist groß, als sich jenes Geschenk als ganz gewöhnlicher Stift mit roter Mine entpuppt. Was soll er denn davon halten?

Damit jedoch nicht genug. Knall auf Fall und ohne wirklich gefragt zu werden, wird Daniel auch noch auf ein Internat verfrachtet und dabei hat er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Sir Edmund, ein Freund seiner Eltern, ist der Leiter der Conwy-Akademie nahe London und hier soll Daniel nunmehr seine Schulausbildung beenden. An sich wirkt das Internat sehr exklusiv, doch etwas merkwürdig ist es schon, denn neben der normalen Schulbildung werden die Schüler noch in speziellen Gruppen ausgebildet: den Kämpfern, den Helfern, den Findern, den Mützenträgern und den Erben. Was genau es damit auf sich hat, ist Daniel noch nicht ganz klar, zumal bei der Zuordnung ein kleines Problem auftritt: Erst hat er bei seiner Ankunft als einziger keinen sogenannten Paten, der ein Schüler des Internats ist, der bereits länger vor Ort ist und den Neulingen den Einstieg erleichtert und dann kann er keinen Ausbildungszweig zugeordnet werden. Durch eine List gelingt es ihm, Levi, einen Schüler und Mützenträger, den er gleich bei seiner Ankunft kennengelernt hat und der ihn freundlich aufgenommen hat, als seinen Paten zu gewinnen und in den Zweig der Erben aufgenommen zu werden, doch wirklich schlau wird er aus dem ganzen System nicht.

Es dauert jedoch nicht lange, bis er herausbekommt, dass sich alles um zwei Stifte dreht, einen roten und einen grünen, denen große Macht innewohnt und die zu finden Aufgabe der Schüler ist - bisher versagten Generationen. Schnell ist ihm jedoch auch klar, dass es sich bei dem roten Stift um eben jenen handelt, den er von seinen Eltern zum Geburtstag bekommen hat. Dieser Stift ist nicht bloß ein normaler Stift, denn er kann Verbindung mit Daniel aufnehmen und hilft ihm in so manch misslicher Lage. Schnell entsteht eine Art "Freundschaft" zwischen Daniel und dem Stift, dem er den Namen "Cináed" gibt. Daniel selbst ist also ein "Auserwählter" und "Stiftträger", doch er ist nicht der erste seiner Familie. Im Internat findet er heraus, dass sein Onkel ebenfalls einer war und auf Grund eines Unfalls mit Cináed vor Jahren ums Leben kam, als er in seinem Alter war. Noch ist ihm nicht ganz klar, warum Sir Edmund dem Stift habhaft werden will, doch er weiß, dass er in Gefahr schwebt, wenn er als Stiftträger identifiziert wird. Es ist nicht leicht, dieses Geheimnis zu wahren, nur Levi und Daniels Familie wissen davon, doch bevor er sich offenbart, muss er erst herausfinden, welches Geheimnis sich hinter den Stift verbirgt.

Der 1. Band der Cináed-Trilogie! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich mit einem Hauch Mystik erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich Protagonist Daniel mit immer neuen, für ihn unbekannten Situationen auseinandersetzen muss und wie er es, dank seiner Verbindung zu Cináed schafft, diese zu meistern, für einen 16-jährigen, der plötzlich entwurzelt wird, sicherlich keine einfachen Situationen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders sticht hier natürlich Protagonist Daniel ins Auge. Ich fand es faszinierend zu erleben, wie dieser auf den ersten Blick gewöhnliche, sportverrückte Teenager, über sich hinauswächst und seinen überaus wachen Verstand, natürlich auch mit Hilfe von Cináed und Levi, zu nutzen vermag und so immer wieder in verzwickten Situationen besteht. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch einen faszinierenden Auftakt einer vielversprechenden Trilogie darstellt, die ich mit Spannung verfolgen werde.

buch

Postdoc

Gottfried Schatz

EUR 19,99 *
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50

22.03.2015

„"Warum sprächen wir so gerne mit den Toten und sind so stumm vor den Lebenden?" (S. 58)”

"Postdocs" werden sie genannt, sind aber eigentlich Postdoktoranden. Dr. Antal von Némethy ist ein solcher Postdoc. Der aus Österreich stammende Antal macht sein Postdoktorand im renommierten "Baruch and Hannah Levinson Cancer Center" in New York. Im Frühling des Jahres 1975 zog der 29-jährige in die Metropole, aber heimisch, heimisch ist er in dieser Stadt nicht, wobei er sich noch nirgendwo, weder in Österreich, noch in Frankreich, jemals "heimisch" gefühlt hat. Doch er ist zufrieden mit seinem Leben, auch wenn er noch nicht wirklich weiß, wohin es ihn führt, aber er hat ein Ziel vor Augen: Ein Heilmittel gegen Krebs entwickeln, dessen Forschung ihn schon einige Jahre beschäftigt.

An einem Junimorgen ändert sich jedoch alles für Antal. Ihm wird der Zugang zum Institut von der Polizei verwehrt, denn es wurde in einem der Laboratorien eine Leiche gefunden. Es handelt sich um Ilona Kováčová, wobei noch nicht klar ist, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelt. Sicherlich keine schöne Situation, wenn ein Kollege tot aufgefunden wird, doch für Antal war Ilona mehr als eine Kollegin - sie war seine Geliebte. Es war kein Geheimnis, dass sie kein gutes Verhältnis zum Leiter des Institutes, Dr. Cherascu, hatte, doch hatte dieser Umstand etwas mit ihrem Tod zu tun?

Als Antal wenige Tage nach Ilonas Tod einen Brief von ihr erhält, klärt sich einiges auf, doch hinterlässt dieser Brief mehr Fragen, als er beantwortet. Durch Zufall stößt Antal auf eine Spur in die Vergangenheit Ilonas und beschließt, dieser zu folgen. Privat muss er kurzfristig zurück in seine österreichische Heimat und dort begegnet er Ilonas Vergangenheit in Form von Ildikó, Ilonas Zwillingsschwester. Doch dies ist erst der Beginn einer Reise in die Vergangenheit ...

"Warum sprächen wir so gerne mit den Toten und sind so stumm vor den Lebenden?" (S. 58) Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass bis zum Schluss nicht feststand, wo genau das Buch den Leser hinführt und wie die Geschichte für Antal enden wird. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Mein Herz habe ich im Besonderen an die Figur des Antal verloren, denn dieser ist, egal wo er lebt, nicht heimisch, doch dies hat wenig mit den Orten zu tun, an denen er lebt, nein, vielmehr mit seiner Abstammung, sodass diese Unruhe, diese Nicht-Ankommen, ihn schon sein Leben lang begleitet. Den Schreibstil empfand ich als packend zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Obwohl dieses Buch nicht durch Action besticht, hat die Geschichte etwas, dass mich als Leser in ihren Bann gezogen hat und mir keine Ruhe ließ, bis ich wusste, wo Antals Reise enden wird und ich muss sagen, dieses Buch hat mich auf Grund seines Plots, seiner Figuren und des Schreibstils förmlich berauscht zurückgelassen.

buch

Karnische Hochzeit

Reinhard M. Czar

EUR 14,99 *
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40

22.03.2015

„Doppelhochzeit in Gefahr”

Die Arta Terme in Friaul ist bekannt in Italien. Bereits zu Zeiten des römischen Reiches war dies ein beliebter Kurort und ist es noch heute. Dieses Idyll soll der Ort sein, an dem Commissario Claudio Camilieri seine Lydia Brenner heiratet. Doch Camilieri ist nicht allein zu seiner Hochzeit angereist. Sein Kollege Giuseppe Forza ist vor Ort, allerdings um im Zuge von Camilieris Hochzeit seine Freundin Eleonora zu heiraten - sprich: Eine Doppelhochzeit steht an.

Alles könnte so schön sein, na gut, die Bräute sind etwas nervös, aber es sieht alles so aus, als würde die Doppelhochzeit nach Plan verlaufen, zumindest so lange, bis in der Arta Terme eine Leiche gefunden wird. Friaul an sich verfügt über keine eigene Polizei, aber da gerade zwei Kriminalbeamte (wenn auch wegen ihrer Hochzeiten) vor Ort sind, werden diese kurzfristig über den Leichenfund informiert. Schnell stellt sich heraus, der Tote in der Terme wurde ermordet und der Spürsinn von Camilieri erwacht. Obwohl die Hochzeiten kurz bevorstehen, machen sich die beiden Kriminalbeamten an die Ermittlungen.

Noch ist unklar, um wen es sich bei dem Opfer handelt und auch Spuren sind nur rar gesät, doch Camilieri ahnt sofort, dass hinter dem Mord mehr steckt, als es den Anschein hat und sein Verdacht soll sich bestätigen, als der Nachtwächter der Terme, der die Leiche gefunden hat, nur wenige Stunden später ebenfalls ermordet wird. Camilieri ist förmlich vom Jagdfieber gepackt und er beschließt, trotz der immer näher rückenden Hochzeit, weiter zu ermitteln, denn ihm ist klar, dass nur er und Forza in der Lage sind, dieses Rätsel zu lösen. Um das Chaos perfekt zu machen, erscheint auch noch die angesäuerte Mutter von Forza in Friaul, die als Bräutigammutter nicht damit einverstanden ist, nicht in die Hochzeitsplanung mit eingebunden zu sein. Das dies erst der Beginn der sich kurzfristig überschlagenden Ereignisse ahnt zu diesem Zeitpunkt noch keiner der Beteiligten ...

Doppelhochzeit in Gefahr! Der Plot des Buches wurde realistisch und mit überraschenden Wendungen erarbeitet. Bis zum Schluss war nicht ganz klar, ob die Doppelhochzeit nun stattfinden würde oder nicht. Etwas gestört haben mich diese kleinen Nebensätze, die immer wieder mehr von der Geschichte verraten haben, als der Leser zu diesem Zeitpunkt wissen konnte. Dadurch ging leider etwas Spannung verloren, denn als Leser wusste ich dadurch, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Mein Herz habe ich besonders an Guiseppe Forza verloren, denn dieser Mann scheint auf den ersten Blick nicht der schlaueste zu sein, überraschte mich jedoch immer wieder durch sein Handeln. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir dieses Buch angenehme Lesestunden bereitet hat.

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50

22.03.2015

„Tutanchamun - seine Geschichte und Schätze”

Ägypten, ein Land, mit einer schier unglaublichen Geschichte die Jahrtausende zurückreicht und noch heute die Menschen fasziniert. Auch ich bin das, was man einen Ägypten-Freak nennt. Schon von Kindheitsbeinen an war ich fasziniert, wenn die ägyptische Kultur vergangener Zeiten zur Sprache kam und besonders natürlich die Pharaonen weckten meine Neugierde, doch keiner vermochte mich so zu fesseln wie Tutanchamun, der Kindkönig dieses einst so mächtigen Weltreiches. Als ich als Kind erstmalig ein Foto der Totenmaske des Tutanchamun sah, wusste ich: diese muss ich einmal im Original sehen. Dies ist zwischenzeitlich geschehen und dennoch, die Faszination für dieses Land, seine Kultur und seine Pharaonen blieb und ist bis heute ungebrochen. Über die Jahre hinweg begleitete mich (Fach)Literatur über dieses einstige Weltreich und auch dieses Buch konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Dieses Buch ist etwas besonders, denn es umfasst nicht nur die Geschichte des "alten Ägypten" und die Entdeckung der Grabkammern des Tutanchamun, sondern berichtet weiter, was seit der Entdeckung im Jahr 1922 mit den Grabschätzen und der Mumie selbst geschehen ist. Das Buch ist unterteilt in die Abschnitte

- Das goldene Zeitalter Ägyptens: Die 18. Dynastie
- Religion und das Leben im Jenseits
- Grabräuber im Tal der Könige
- Das Grab und seine Schätze
- Die Mumie Tutanchamuns
- Die Entdeckung der Familie des Tutanchamun
- Das Tal der Könige und die Funde nach der Entdeckung des Grabes des Tutanchamuns
- Der Fluch des Tutanchamun
- Tutmanie

und mit sehr vielen Bildern und entsprechenden Erklärungen ausgestattet. Hier ist definitiv auch für einen Laien ein volles Verständnis gewährleistet.

Mir persönlich hat es sehr viel Freude bereitet, in das Ägypten vergangener Zeiten einzutauchen und mitzuerleben, wie das Leben im "damaligen" Ägypten war, an der Seite Carters die Grabkammer des Tutanchamun zu entdecken und mir vor Augen führen zu lassen, was für wundervolle Schätze diese beinhaltete und was mit ihnen nach ihrer Entdeckung geschah.

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