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Hagen
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269

Rezensionen

buch

Inselsommer

Heike Fröhling

EUR 8,99 *
auf Merkliste

40

14.05.2013

„Ein herrlischer Sommer-Roman”

Karin möchte mit ihren Kindern ein paar beschauliche Tage auf Borkum verbringen, doch sie hat die Rechnung ohne ihren Vater gemacht. Ihr Vater Walter, eigentlich putzmunter und immer sehr agil, macht auf einmal auf krank und möchte nicht alleine zurückgelassen werden. Karin wird weich und nimmt ihren Vater schliesslich mit. Ob das so eine gute Idee gewesen ist? Ihr Vater hält sie fast mehr auf Trab wie ihre beiden Jungs. Eigentlich möchte Karin während der Ferien mit ihrem neuen Buchprojekt beginnen, doch so recht will sich kein Anfang finden lassen. Wenn es darum geht, in ihrem Tagebuch zu schreiben, hat sie keinerlei Probleme. Das geht wie von selbst. Licht, Sonne, gute Luft - das ist Entspannung pur. Als man denkt, Karin wird endlich lockerer, spielt Leon plötzlich auf den Gleisen und wird noch rechtzeitig gerettet, bevor die Inselbahn angefahren kommt. Immer wieder trifft sie auf Kommissar Wegner, dem attraktiven Insel-Polizist4en. Andreas Wegner verwirrt sie. Ist sie etwa dabei, sich in ihn zu verlieben? Dabei möchte Karin doch gar keine neue Beziehung eingehen. Sie kann sich irgendwie nicht richtig auf Andreas einlassen. Karin will zu perfekt sein. Sie will alles auf einmal. Walter hingegen sieht alles locker und nimmt das Leben wie es kommt. Langsam scheint sich zwischen Karin und Andreas etwas anzubahnen, doch Karin wird nicht richtig schlau aus ihm. Will er nun oder doch nicht? Mit ihrem Buchprojekt klappt es auch am Ende der Ferien noch immer nicht, doch plötzlich hat sie eine Idee. Jonas verbringt den Rest der Ferien in einem Zeltlager in Frankreich und blüht regelrecht auf. Leon hat einen Freund auf der Insel gefunden. Walter macht einen Surfkurs und lässt sich von älteren Damen bewundern und Karin... Ja, und Karin hat auf einmal die Idee zu einem anderen Buchprojeket und kommt auch endlich ihrem Andreas ein Stückchen näher.

"Inselsommer" ist ein herrlich erfrischender Sommer-Roman. Ein Roman, der kurzweilig ist und den man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Die Personen sind mir schnell ans Herz gewachsen. Besonders hat es mir Walter angetan, der Opa, der gar kein typischer Opa ist, sondern ein älterer Herr mit einem ewig verschmitzten Lächeln im Gesicht. Neben sehr turbulenten Szenen kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Und nicht zu vergessen, die schönen Beschreibungen der Insel, die Lust machen, selbst einmal hinzufahren, wenn man wie ich noch nie da war.

50

10.05.2013

„Ganz grosses Buchkino!”

Melinda lebt im Nachkriegsberlin und schlägt sich so durchs Leben. Eines Tages erhält sie ein Paket, ein Paket ohne Absender. Der Inhalt: Bilder einer geheimnisvollen Landschaft in Südengland und eine rote Schachfigur. Was hat das zu bedeuten? Wer hat ihr diese Dinge geschickt? Und warum? Melindas Neugier ist geweckt. Der Zufall will es, dass die Zeitung, bei der sie sich gerade als Journalistin beworben hat, eine Fortbildung ausgeschrieben hat, die in London stattfindet. Melinda darf an der Fortbildung teilnehmen und macht sich auf den Weg nach England. An den Wochenenden hat sie frei und was liegt da näher, als sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Ort zu machen, der auf den Bildern dargestellt ist? Zudem kommt ihr die Idee, eine Story zu schreiben über die Mythen und Legenden im Dartmoor, denn dort hat ihre Reise sie hingebracht. Man begegnet ihr dort aber nicht nur mit Wohlwollen. Melinda wird von einigen Personen angefeindet. Sie wird sogar angegriffen. Für Melinda wird die Angelegenheit immer mysteriöser. Und welche Rolle spielt überhaupt George Clifford? Der Mann, dem sie schon einmal kurz in Berlin begegnet ist und in den sie sich jetzt auch noch verliebt hat. Nach und nach kann Melinda das geheimnisvolle Rätzel lösen und stösst so auch auf die Geschichte der Sherwood-Schwestern.
Cathleen und Amalia, die beiden Schwestern. Unzertrennlich wie sie sind, teilen sie einfach alles miteinander. Doch Amalia wird krank und verliert ihr Gehör. Für die ehrgeizige Mutter Elisabeth ist sie nun praktisch nichts mehr wert. Elisabeth und ihr Mann haben sich hoch gearbeitet. Sie sind reich, doch in der feinen Gesellschaft sind sie noch immer nicht anerkannt. Eine taube Tochter stört auf dem Weg dorthin. So soll Cathleen mit Lord Edward Hampton verheiratet werden. Doch Edward liebt eine andere. Er liebt Amalia. Amalia, der blonde Engel, die er im Moor beim Malen kennen- und liebengelernt hat. Eine Liebe, die nicht sein darf. Als Amalia plötzlich verschwindet, fügt er sich den Umständen und heiratet schliesslich Cathleen, doch lieben tut er immer noch Amalia.

Ein grossartiger historischer Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Einmal bei Melinda im Nachkriegsberlin und einmal Ende des 19. Jahrhunderts in Südengland bei Cathleen und Amalia.

Claire Winter nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. Sie versteht es zwei Geschichten so miteinander zu verweben, dass schliesslich zum Ende eine Geschichte daraus wird, die Geschichte einer grossen Liebe. "Die Schwestern von Sherwood" ist eines dieser Wohlfühl-Romane, die man nicht mehr aus der Land legen möchte. Man möchte immerzu nur lesen, lesen, lesen. Claire Winter schreibt sehr bildhaft. Man ist beim Lesen dabei. Man fühlt mit Amalia mit. Amalia, die leidet, weil sie plötzlich taub ist, weil sie plötzlich als dumm gilt, nur, weil sie nicht mehr sprechen kann. Amalias Leid, Cathleen, die von ihrem Mann nicht geliebt wird. Und schliesslich Melinda, die dem Geheimnis der Schwestern auf der Spur ist.

Ein wunderschöner historischer Roman - ganz grosses Buchkino!

buch

Wünsche

Judith Kuckart

EUR 19,99 *
auf Merkliste

40

05.05.2013

„Ein leiser Wunsch”

Vera sollte eigentlich ihren 46. Geburtstag feiern. Feiern wie jedes Jahr im Kreis ihrer Familie und ihrer Freunde. Immer dieselben Leute, immer derselbe Film, der zu Beginn der Feier angesehen wird. Vera geht schwimmen und Vera kehrt nicht nach Hause zurück zu ihrer Feier. Vera hat Wünsche und Vera lässt sich im Schwimmbad den Schrank einer anderen Frau aufschliessen, einer Frau, die ihr sehr ähnlich sieht. Sie nimmt deren Ausweis an sich und fährt nach London. London, Veras grosser Wunsch. Schon einmal war war sie dort vor vielen, vielen Jahren und immer war es ihr Wunsch, noch einmal zurückzukommen. Vera hat schnell kein Geld mehr, nimmt einen schlecht bezahlten Job an. Ob sie in London ihr Glück findet? Ob sie hier ihre geheimen Wünsche verwirklichen kann?
Zeitgleich eröffnet Friedrich Wünsche Zuhause sein Kaufhaus Wünsche. Er möchte die Wünsche seiner Kunden verwirklichen. Die Kunden sollen wieder König sein. Herr Wünsche hat geerbt und erfüllt sich mit der Wiedereröffnung des Kaufhauses einen Wunsch.

Ist ein anderes, ein besseres Leben möglich? Veras Sehnsucht ist spürbar. Sie möchte, nein, sie muss dem Einerlei ihres Alltags Zuhause entfliehen. Ihr Sohn ist gross, er wird es verstehen. Ihr Mann, ja, ihr Mann führt irgendwie auch sein eigenes Leben.

Ein leiser Roman. Ein Roman über Träume, über Wünsche, über Sehnsüchte, aber auch ein Roman über das Älterwerden und die Frage, ob man noch einmal neu beginnen kann, neu beginnen sollte. Ein Roman, der nachdenklich stimmt und doch leicht daher kommt.

50

04.05.2013

„Sehr berührend”

Mark Fife verlor vor sieben Jahren auf tragische Weise seinen kleinen Sohn. Brendan sollte sein Zimmer aufräumen, weigerte sich jedoch und sollte sein Zimmer nicht eher verlassen dürfen, bis er seine Aufgabe erledigt hatte. Brendan packte seinen Rucksack und wollte sich davonschleichen. Er stolperte, fiel die Treppe hinunter und starb. Mark und seine Frau Chloe haben sich nie von dieser Tragödie erholt. Ihre Ehe zerbrach. Das Haus wurde verkauft. Inzwischen hat sich Mark ein neues Leben aufgebaut, ein Leben mit Allison. Allison, mit der er sich verlobt hat und die er bald heiraten möchte.
Dann steht plötzlich eine fremde Frau vor Mark und behauptet mit ihrem Sohn in Marks früherem Haus zu wohnen. In dem Haus würden seltsame Dinge geschehen. Ein Geist würde umhergehen, den ihr Sohn sogar gesehen hat. Ob es Brendans Geist sei?
Als Chloe von der Geschichte erfährt, fährt sie sofort zum Haus. Später erzählt sie Mark ihre Erlebnisse. Auch sie will Brendan gespürt haben. Mark, der eigentlich nicht an Geister glaubt, gerät ins Wanken. Sollte es doch wahr sein? Können er und Chloe tatsächlich Kontakt zu ihrem Sohn aufnehmen? Und was bedeutet das für die Zukunft?
Mark steigert sich so in diese Hoffnung hinein, dass er seine Beziehung zu Allison gefährdet. Er fängt wieder an zu trinken, obwohl er dem Alkohol vor Jahren abgeschworen hatte. Und er entdeckt, dass er noch immer Gefühle für Chloe empfindet, doch was ist mit Allison?

Ein wunderschöner Roman, der mich von Anfang an gefesselt hat. Ein Roman über Zweifel und Verzweiflung, über Hoffnung und Liebe über den Tod hinaus. Christopher Coake versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Man spürt beim Lesen, wie verzweifelt Mark Fife ist. Mark Fife, der eigentlich nicht an Geister glaubt und doch nach diesem letzten Strohhalm greift, um noch einmal ein "Lebenszeichen" seines Sohnes zu erhalten. Marks schlechtes Gewissen, wieso er nicht öfter nach seinem Sohn geguckt hat, anstatt sich ein Spiel im Fernsehen anzusehen. Das schlechte Gewissen, die Trauer und schließlich die Hoffnung. Christopher Coake ist es gelungen, einen Roman zu schreiben, der traurig ist, der schön ist, der einen sich fragen lässt, ob man nicht auch bereit wäre, plötzlich an die Existenz von Geistern zu glauben, wenn man in so eine Situation geraten würde.

Erschienen im Goldmann-Verlag.

www.goldmann-verlag.de
www.facebook.com/goldmannverlag

50

23.04.2013

„Zwei Berlinerinnen in Franken”

Nina zieht mit ihrer Gothic-Tochter Marie von Berlin nach Wiestal, einem Dörfchen in Franken. Nina hat Onkel Huberts Gasthof geerbt und will sich dort nun häuslich niederlassen. Bevor Nina sich jedoch ihren neuen Aufgaben widmen kann, muss sie den alten Gasthof erst einmal auf Vordermann zu bringen. Anstatt einen gemütlichen Gasthof entgegen nehmen zu können, stehen die beiden vor einer ziemlich renovierungsbedürftigen Bruchbude. Nina ist hoch motiviert, greift zum Hörer und will sämtliche Wiestaler Handwerker mobilisieren. Das Abenteuer Renovieren lässt sich allerdings nicht so leicht in die Tat umsetzen, wie Nina kurze Zeit später erfahren muss. Kein Handwerker hat Zeit. Ob da die zickigen Dorffrauen dahinter stecken? Diese spazieren immer mal wieder an Ninas Grundstück und Gasthof vorbei, aber reden will keine mit ihr. Einzig Nachbarin Gundi ist für sie da und steht ihr mit Rat und Tat zur Seite. Und dann ist da noch Christian, der Schreiner. Er hilft nicht nur schnell, sondern sieht auch noch verdammt gut aus. Um den Garten hat Christian sich jedoch nicht gekümmert und auch die Holzscheite hat er nicht im Schuppen gestapelt, doch wer war es dann? Hat Nina etwa einen heimmlichen Verehrer? Nina, eine Frau in den Wechseljahren, lässt sich nicht unterkriegen. Wie sie es dann auf einmal doch schafft, mit den "Schnepfen" freundschaftlich verbandelt zu sein, das wird hier nicht verraten. Unbedingt selbst lesen!

"Garantiert wechselhaft" ist ein Roman, eine Komödie. Beim Lesen sah ich die "Schnepfen" regelrecht über die Hecke schauen und musste jedesmal lachen. Herrlich auch die Stimmungsvorhersagen jeweils zum Kapitelanfang! Und nicht zu vergessen, den fränkischen Dialekt, den das Autorenteam Wagner/Birk immer wieder mit einfliessen lässt. Dieser Roman ist voller Lebensgefühl und Esprit. Er sprüht regelrecht. Man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Es hat unheimlich viel Spass gemacht, diesen Roman zu lesen.

50

21.04.2013

„Ein Karussel der Gefühle”

Drei Schwestern, ein Dichter, das Meer. Da ist Roberta, die älteste der drei Schwestern. Roberta, die Perfekte. Roberta, die Ärztin wird und die Alessandro Lang, den Dichter, liebt. Alessandro, mit dem sie zusammen ist und dann wieder nicht. Ihre große Liebe und dennoch finden sie nicht richtig zusammen. Roberta zieht in die Staaten, lernt dort Bradley kennen, heiratet ihn und leidet darunter, keine Kinder bekommen zu können. Hat sie Alessandro je vergessen können?
Dann ist da Lucia, die Männer verschlingende Bankerin. Keinen Mann lässt sie aus. Sie kann nicht von Fabio lassen, auch nach Jahren nicht. Fabio, der inzwischen verheiratet ist und zwei Kinder hat. Doch Lucia liebt auch Alessandro, den sie bei einer seiner Lesungen kennen gelernt hat.
Und schliesslich ist da die dritte Schwester, Nannina, die in München lebt und ein Kind von einem verheirateten Mann hat. Nannina ist Übersetzerin, sehr erfolgreich zudem. Alessandro überredet sie eines Tages, richtig zu schreiben. Und so schreibt Nannina ihre Geschichte, eine Novelle. Und Nannina liebt Alessandro.
Wer ist dieser Alessandro, der eine nach der anderen Schwester liebt? Der Mann, der dafür sorgt, dass sich die drei Schwestern entzweien. Dass sie sich zeitweise sogar hassen. Sie gehen nicht mehr ehrlich miteinander um. Es kommt zum Bruch. Roberta, die an ihrer Kinderlosigkeit leidet, erkrankt schwer, so schwer, dass sie noch nicht einmal zur Beerdigung ihres geliebten Vaters kommen kann. Doch eines haben sie gemeinsam. Sie kehren immer wieder zurück. Zurück ans Meer. Zurück an ihr Meer, wo sie gemeinsam glückliche Stunden verbracht haben. Zum Schluss heiratet Alessandro eine der drei Schwestern, doch welche das ist, das wird hier natürlich nicht verraten.

Ein wunderschöner Roman über das Glücklich- und das Unglücklichsein. Ein Roman über Familie und Freundschaft, über Wut und Trauer. Eine Geschichte in der Gegenwart, in der aber auch immer wieder zurückgeblickt wird. Glücksmomente. Trauermomente. Natasa Dragnic versteht es, den Leser mitzunehmen auf dem Karussel der Gefühle. Man fühlt intensiv mit den einzelnen Personen mit. Man spürt die glücklichen Momente, ebenso wie die ganz traurigen. Und immer bleibt die Spannung, welche der drei Schwestern der Dichter Alessandro schließlich zum Traualtar führt. Eine Spannung, die sich durch das ganze Buch zieht. Eine Spannung, dass man diese wunderschöne Geschichte nicht mehr aus der Hand legen möchte.

50

14.04.2013

„Das Geheimnis der Rosengeige”

Das Geheimnis der Rosengeige

Lilly ist Antiquitätenhändlerin in Berlin und sie liebt ihren kleinen Laden über alles. Eines Tages kommt ein älterer Herr und übergibt ihr eine Geige. Es sei ihre Geige. Noch bevor sie weiter nachfragen kann, ist der Mann allerdings schon wieder verschwunden. Lilly weiss nicht, was sie davon halten soll. Wieso soll ihr die Geige gehören? Sie weiht ihre beste Freundin Ellen ein, die in London lebt. Kurzerhand übergibt Lilly ihren Laden einer Studentin und fliegt nach London. Gemeinsam mit Ellen macht sie sich daran, das Rätzel der geheimnisvollen Geige zu erkunden, einer Geige, in die eine Rose eingraviert ist. In London lernt Lilly auch den charmanten Gabriel kennen. Gabriel, der eine Musikschule leitet, gefällt Lilly auf Anhieb sehr gut, doch sie muss immer wieder an Peter denken. Peter, mit dem sie glücklich verheiratet war und den sie durch eine schlimme Krebserkrankung verloren hat. Gabriel bekommt heraus, das die seltsame Geige den einst berühmten Violinistinnen Rose Gallway und später Helen Casrter gehört hat. Lilly lässt die Geschichte um Rose nicht mehr los. Zusammen mit Ellen fährt sie nach Italien, wo sich weitere Puzzlestückchen der Geschichte finden lassen. Schliesslich fliegt Lilly auch nach Indonesien, dem Ort, an dem Rose einst aufgewachsen war. Hier kommt sie dem Geheimnis um Rose und deren Geige ein ganzes Stückchen näher. Zurück in London, finden Gabriel und Lilly auch endlich richtig zueinander. Lilly ist sich sicher, dass die geheimnisvolle Geige ihr geholfen hat, sich wieder einer neuen Liebe zu öffnen. Irgendwann muss Lilly jedoch auch wieder zurück nach Berlin. Kaum dort, fährt sie weiter nach Hamburg zu ihren Eltern. Lilly muss ihre Mutter unbedingt fragen, ob sie den unbekannten Mann aus ihrem Laden, der ihr die Geige übergeben hat, evtl. kennt. Überraschende Neuigkeiten kommen zu Tage.

"Der Mondscheingarten" ist ein wunderbares Buch um eine geheimnisvolle Geige und deren einstige Besitzerinnen. Ein schönes Buch, eine schöne Geschichte. Corina Bomann versteht es, den Leser mitzunehmen auf eine geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit. Vergangenheit, Gegenwart, die Schicksale verschiedener Frauen - was will man mehr, um ein paar schöne Stunden mit einem guten Buch zu verbringen? Besonders fand ich an dem Buch auch den Buchschnitt, verziert mit Magnolien.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

05.04.2013

„Mitreissend und spannend”

Frankreich im 16. Jahrhundert. Madeleine wächst zunächst behütet bei ihrer Mutter auf, der Mutter, die einst aus Deutschland kam. Wieso Madeleines Mutter aus Deutschland weggezogen ist, erfährt sie jedoch erst viel, viel später. Eines Tages wird Madeleine von einer Vision heimgesucht. Sie kann in die nahe Zukunft schauen, doch ihre Mutter verbietet ihr, darüber zu reden. Sie redet ihr sogar ein, dass sie sich das nur einbilden würde. Als die Mutter einer Krankheit erliegt, wird Madeleine in ein nahe gelegenes Kloster gebracht, wo sie von Stund an leben wird.
Im Land herrscht große Unruhe. Die Katholiken versuchen mit aller Macht, den aufstrebenden Protestantismus zu bekämpfen. Es herrscht ständig Krieg zwischen den beiden Glaubensparteien.
Als Madeleine im Auftrag einer der Nonnen ins Dorf geht, überkommt sie wieder eine Vision und kann somit dem Hugenottenanführer Coligny vor einem Anschlag warnen und retten. Die Katholiken nehmen ihr dies äußerst übel. Auch im Koster ist sie nicht mehr sicher. Madeleine muss schließlich fliehen. Allein auf sich gestellt, versucht sie in das Lager der Hugenotten zu kommen. Es gelingt ihr. Sie wird warmherzig aufgenommen und sie verliebt sich in Nicolas de Vardes. Madeleine glaubt dort sicher zu sein, doch die Katholiken haben auch im Lager der Protestanten ihre Spitzel postiert. Es gelingt ihnen, Madeleine zu entführen. Der Hass des Herzogs de Guise ist so gross, dass er die junge Frau in den Kerker schmeißen lässt und an ihr seine ganze Wut in Form von Peitschenhieben auslässt. Madeleine jedoch überlebt. Ihre Retterin ist Catherine de Medici, die Königinmutter, die mächtigste Frau im Land. Die Frau, die sich mit Astrologie und Zwergen umgibt. Sie erhofft sich von Madeleine regelmäßige Wahrsagungen, doch diese kann ihre Visionen nicht steuern. So wird sie schnell uninteressant für die Medici, doch die hat eine andere Verwendung für sie. Madeleine wird als Spionin ausgebildet und wird zurück ins Lager der Hugenonotten gebracht. Hier sieht sie Nicolas wieder, ihre große Liebe. Sie ist hin- und hergerissen von dem Gedanken ihm von ihrer wahren Identität zu erzählen, doch sie wurde auch gewarnt es auf alle Fälle zu unterlassen. Hat diese Liebe zwischen einer Katholikin und einem Protestanten überhaupt eine Chance? Und wie kommt die junge Frau mit ihrer Spionagetätigkeit zurecht?

Mit "Das Mädchen mit dem zweiten Gesicht" ist der Autorin ein Roman gelungen, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Farbenprächtige Schilderungen der Schlösser, der Feste, der Personen, aber auch grausame Details aus dem Kriegsgeschehen. Man hat das Gefühl, an der Seite Madeleines zu sein, die Geschichte hautnah zu erleben, mit ihr in ihrer Vision durch Paris zu laufen. Wunderbar geschrieben, spannend, fesselnd und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Ein historischer Roman, der unbedingt gelesen werden sollte. Ich freue mich auf weitere spannende Romane der Autorin!

40

31.03.2013

„Das Güte-Laune-Buch”

Was passiert, wenn die Tochter ein wohlgeordnetes Leben führt, ein Stipendium für ein Auslandsstudium in Schweden erhält, die Mutter jedoch eine chaotische Lebefrau ist? Lilly Mann freut sich riesig über die Chance im Ausland studieren zu können, doch wer passt in dieser Zeit auf ihre Mutter Eva auf? Eva, liebenswert chaotisch, flattert von Mann zu Mann und nimmt das Leben und ihre häufig wechselnden Männerbeziehungen nicht allzu ernst. Lilly ist das genaue Gegenteil ihrer Mutter. Sie liebt es wohlgeordnet. Ihr Leben verläuft in gewohnten und berechenbaren Bahnen. Nichts, aber auch gar nichts überlässt Lilly dem Zufall.
Damit Eva nicht untergeht, engagiert Lilly ihr eigenes Überwachungs- und Lebenshlfe-Personal. Da ist zum einen Marlene, die Sprechstundenhilfe und Freundin ihrer Mutter. Zum anderen ist da Simon, Lillys Freund, mit dem sie schon lange zusammen ist. Als dritten Bewacher engagiert Lilly den Taxifahrer Hermann. Hermann, der vor vielen Jahren mit Eva zusammen studiert hat, sein Studium jedoch schon nach einem Semester abgebrochen hat und seitdem als Taxifahrer durchs Leben fährt. Doch Hermann muss erst noch geformt werden. Noch ist er nicht fit genug für Eva.
Doch auch Eva ist nicht untätig. Sie findet, dass Simon sich zu sehr von ihrer Tochter gängeln lässt. Sie unterweist ihn, wie er wieder ein richtiger Mann wird.
Es dürfte spätestens jetzt klar sein, dass das große Chaos nicht mehr lange auf sich warten lässt. Simon zieht auf einmal mit seinen alten Kumpels los. Lilly sitzt allein Zuhaus und Eva verliebt sich in Hermann, obwohl Lilly mit Hermanns Unterweisung noch längst nicht fertig ist.

Ein herrlich witziger und kurzweiliger Roman, den ich in einem Rutsch gelesen habe! Eine Geschichte, die Spaß macht, die unterhält, die spritzig ist.

50

27.03.2013

„Einfach genial”

"Grimms Märchen ohne Worte" - Ich könnte die Rezension abkürzen und einfach nur "Genial" schreiben! Genial umschreibt komplett dieses einmalige Märchenbuch. Bis auf die Titel der ausgesuchten Märchen kommt dieses Buch tatsächlich ohne Worte aus. Herrlich, die modern gezeichneten Figuren, die mittels gängiger Piktogramme miteinander kommunizieren. Einfache Zeichnungen - teilweise urkomisch und auch überspitzt dargesstellt - machen dieses Märchenbuch zu einem "Lese-Erlebnis" der besonderen Art. Ein Märchenbuch für Erwachsene, das einfach rundum Spaß macht. So ganz einfach zu lesen ist es dann allerdings doch nicht. Große Bilder, kleine Bilder, die Pfeile mal hier hin, mal dort hin, man muss schon aufpassen.

Alte Märchen in moderner Form daher gebracht und mit neuem Ende - nicht nur für Märchenliebhaber ein absolutes Must Have!