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Rezensionen:
115 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 21

nicht hilfreich: 1

Rang:
307

Rezensionen

50

30.08.2011

„Von der gemeinen Distel zur Rose”

Ein wundervolles Buch mit einem nichtssagenden Cover gestraft. Ohne den Zufall und meine Affinität zu Pflanzen hätte ich es nie gelesen.
Die Geschichte ist zeitlos und hat die Größe von Klassikern.
Es geht um tiefe Verletzungen, lähmende Scham und Schuld.
Man spürt die heilende Kraft von Vertrauen, das Geschenk einer besonderen Begabung und die Gnade der Vergebung.
Das hört sich jetzt unglaublich pathetisch und geschwollen an, kommt im Buch aber ganz leise und einfühlsam daher.

Eine Warnung noch, das Buch ist nicht nur fesselnd, es ist auch ansteckend. Wenn man nicht zunehmen will, möge man den Kühlschrank verriegeln. Victorias Hunger überträgt sich.

40

30.08.2011

„Pflicht kontra Chaos”

Lydia und Franka, die als Kinder ein sehr enges Verhältnis hatten, entwickeln sich in ihrer Jugend in entgegengesetzte Richtungen.
Franka lernt eifrig, ist diszipliniert und pflichtbewußt. Lydia, von ständig wechselnden Ideen inspiriert, hält nie durch, wenn es schwierig wird, sie wird drogensüchtig.
Lydia reist durch die Welt, auf der Suche nach dem Mann und dem Ort, der ihre Sehnsucht befriedigen kann.
Franka baut sich in Hamburg ihre kleine gut bürgerliche Insel auf.
Plötzlich wird die Insel belagert von Lydia und ihrer kleinen Tochter Merle. Die Emotionen kochen hoch, alte Narben brechen auf.
Merle ist die Einzige, die die Schwestern wieder versöhnen kann.
Der Kontrast zwischen Pflicht und überbordender Emotion ist in den Schwestern sehr gut verkörpert.

30

29.08.2011

„Wer ist wer?”

Eins muß man dem Autor lassen, die gängigen Erfolgsmuster werden nicht beliehen. Es ist wie bei Fitzek. Eine bedrückende Ausgangssituation wird weitergesponnen und so lange verstrickt, bis der entscheidende Hieb kommt und den gordonschen Knoten zerteilt.

50

29.08.2011

„Ein Genuss für Vielleser”

Ein Autor der Extraklasse! Im ersten Roman von Mähr gab keine Entsorgungsprobleme mit den Toten, im Gegenteil. In diesem schon! Im Keller stapeln sich die Kühltruhen. Hier ist kein Serienmörder am Werk, eher unglückliche Zufälle.
Das Buch besticht durch skurile Personen ungewöhnliche Wendungen und schwarzen Humor.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

29.08.2011

„Auszeit für eine Nacht”

Begeisterung steckt an. Ich habe mir das Buch von meiner Kollegin ausgeborgt und am nächsten Tag zurückgegeben. Nicht weil es mir nicht gefallen hat, ich hatte es ausgelesen.
Atemberaubende Spannung, die einen packt und die Uhrzeit vergessen läßt.
Die Zutaten sind die Üblichen, ein angeknackster Kommissar, eine schöne, sehr blonde Psychologin, ein abartiger Serienmörder, die Bedrohung im Hintergrund.
Leichte Kost für Krimiliebhaber, leider falsch verpackt. Auf dem durchaus gelungenen Titelbild ist ein Rotkehlchen und kein Dompfaff.

buch

Die Insassen

Katharina Münk

EUR 8,95 *
auf Merkliste

40

28.08.2011

„Dr. Löhring kanns nicht lassen”

Der Finanzvorstand Dr. Wilhelm Löhring muss weg. Die Bank und die Kollegen können es nicht länger verkraften. Aber wie? Frau Löhring hat den rettenden Einfall. Die Einweisung in die Nervenklinik Sankt Ägidius, wird ihm als neue lohnenswerte Aufgabe präsentiert. Ihm wird erklärt, er sei der Direktor und könne hier einen neuen, ertragreichen Wirtschaftszweig aus der Taufe heben. Immer mehr Manager haben Probleme und brauchen Hilfe. Die Gesellschaft ist krank.
Ist Löhring erstmal weg, ist alles wieder gut.
Doch keiner hat mit der subversiven Kraft eines verrückten Strippenziehers gerechnet.

Frau Münk mag ihre Protagonisten nicht, Sympathiepunkte werden spärlich verteilt. Die Distanz zur Handlung ist unverkennbar, doch die Situationskomik köstlich.
Doch sie wird sich noch steigern. Wenn die Eisläuferin kommt, unbedingt lesen, sie werden wieder Spaß an Nachrichten und Regierungserklärungen haben.

30

28.08.2011

„Niemand will eine Mauer errichten! W. Ulbricht”

1961, die Landung in der Schweinebucht endet mit einem Fiasko der Invasoren. Zweifel an der Führungskraft John F. Kennedys machen sich breit.
In Washington geben sich die CIA und Mr. President Macht- und Muskelspielchen. JFK ist der Boss, doch Mr. Dulles, der Direktor der CIA, glaubt ihn durch Intrigen zu Entscheidungen, die seinen Vorstellungen entsprechen, zwingen zu können.
1961 Berlin, Tom Sydow wird mit Ermittlungen überhäuft, die ihm gar nichht gelegen kommen. Er möchte mit seiner Frau feiern und ausspannen, was längst fällig ist.
Seine Kollegen holen ihn in den Arbeitsalltag zurück. Er kann sie nicht im Stich lassen, denn sie stehen bedingungslos zu ihm.
Klausner versucht in Berlin mit temporeichen Handlungen Spannung zu erzeugen, was auch gelingt, wenn man sich an persilgereinigten Charakteren nicht stört. Der Turbo ist Juri Andrejewitsch Kuragin, der Gentlemenspion, stets mit mehr Assen im Ärmel, als ein Romeespiel hat.
Die Schilderungen von JFKs Befindlichkeiten und Problemen entschleunigen alles wieder. Doch ist der Eindruck historisch korrekt und authentisch und mit Zitaten unterlegt.
Alles ist akribisch mit Orten, Zeitangaben und Namen unterlegt.
Wenn auch der Einband schwarz, weiß, grau ist, so fehlt in Inhalt ein wenig grau. Alles ist schön auf Strich gekämmt.

50

28.08.2011

„Das gefährlichste Organ des Menschen ist der Kopf! A. Döblin”

Eine Serie von Morden in Berlin. Die Toten sind seltsam kostümiert und zur Schau gestellt.
Der junge Kommissaranwärter, Edmund Engel, ist irritiert. Raubmord oder Beziehungstat schließt er aus. Der Mörder will etwas mitteilen, aber was und zu welchem Zweck?
Engels Vermutung kommt beim Polizeipräsidenten von Jagow nicht gut an.
Engel ist ein kleiens Licht. Er wird gern als eifriger Protokollant eingesetzt, aber ermitteln dürfen nur die Kommissare. Einen Serienmörder braucht man schon gar nicht. Der Kaiser will keine Aufregung in der Bevölkerung und schnelle Erfolge. Eilig werden Verhaftungen vorgenommen, doch Engel glaubt nicht an deren Schuld.
Als er einen lästigen Verehrer von Fritzi Massary fern halten soll, verfolgt er die Revue "Berliner Nacht" im Metropol-Theater. Er glaubt seinen Augen nicht trauen, die Mordinszenierungen entsprechen den einzelnen Bühnenbildern.
In diesem Roman verbindet alles aufs Beste.
Ein gut recherchierter Hintergrund, eine brodelnde Stimmung, Glitzer und Schatten, Namen die heute noch Klang haben und gut konturierte Figuren.

buch

Bluttaufe

Michael Koglin

EUR 8,95 *
auf Merkliste

30

27.08.2011

„Verstrickt”

Morde, bestialisch, grausam - ein Täter, der berühmt berüchtigte amerikanische Serienkiller nachahmt. Welch neue Idee!
Vor einer Woche bei Osborn "Töte mich" ebenso wenig genossen. Wenigstens die erwählten Vorbilder sind andere.
Die ausführliche Schilderung des Tathergangs opfert die Opfer nochmals dem blutrünstigen Leser. Immerhin, dafür gibt es einen Markt.
So tröpfelt und spritzt die Story so vor sich hin, mit einem Ermittlerteam, das durch Unglaubliches überrascht.
Kommissar Mangold erscheint am Tatort mit einem Journalisten, zunächst ohne den Segen seiner Vorgesetzten. Das ist eine neue launige Idee, die einem Mangold leider nicht näher bringt. Sein Kollege Tannen jobt nachts nebenbei als Türsteher in einer Disco, weil seine superschicke Freundin es so will. In diesem Polizeikommissariat regiert ein von privaten Befindlichkeiten dominiertes Chaos, unangetatstet von Vorschriten. In Deutschland, wirklich erstaunlich!
Der dritte im Bunde ist Weitz, unsympatisch, schnoddrig, unsensibel, aber mit Biss. Wenigsten eine Figur mit klaren Konturen.
Ich will es nicht unerwähnt lassen, ein Klischee gesellt sich noch dazu - Kaja Winterstein, eigentlich von Winterstein, die hinzugezogene Psychologin, der Engel, das Lamm.
Nachdem ich, nur von ironischem Interesse getrieben, mehr als die Hälfte des Buches gelesen hatte, passiert das Unerwartete.
Die Geschichte bekommt Spannung. Der platte Plott bekommt mit dem Inselbegabten Peter etwas Farbe und Besonderes. Von diesem Lichtblick getragen, kommt man mühelos zu dem nicht überraschenden Höhepunkt am Ende.

buch

Töte mich

Jon Osborne

EUR 14,99 *
auf Merkliste

30

27.08.2011

„Schlachteplatte”

Mord als Ausdrucksmittel, Überbringer der Botschaft sind aufgeschlitzte Mädchen, in deren verunstaltetem Körper ein Buchstabe steckt.
Die Spannung wird durch den blutigen Dialog zwischen Täter und Verfolger erzeugt. Der Kreis schließt sich, wenn klar wird, der Verfolger ist das eigentliche Ziel.
Das ist mindestens so krank, wie Cody McFadyen und auch nur diesem Leserkreis zu empfehlen.