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Kirchardt
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Rezensionen

123

50

02.09.2012

„Wanda goes Australien”

Die ehemalige Teeladen Besitzerin Wanda, hat sich auch nach einem Monat noch nicht an ihr neues Dasein im Ruhestand gewöhnt. Da hilft auch nicht ein Salsakurs mit Freundin Biggi noch der Streuselkuchen von Freundin Waltraud zum Trösten.
Wie es scheint, gibt es für Wanda (noch) keine kultivierte Freizeitgestaltung geschweige denn, das passende männliche Gegenstück dazu. Als Wanda ihren alten Stammkunden Bertram trifft, scheint sich das Blatt zuwenden. Den er plant eine Australienreise, die bereits in 3 Wochen beginnt und zu der er Wanda einlädt.Begeistert sagt Wanda zu, und stürzt sich in die Reisevorbereitungen. Als sie der unheildrohende Anruf ihres Sohnes Stefan erreicht, der nach einem Snowboardunfall im Krankenhaus liegt, und Wanda bitte in seiner „Muckibude“ nach dem Rechten zu schauen. Wanda ist in Anbetracht ihrer bevorstehenden Australientrips davon herzlich wenig begeistert. Leider erfährt sie dann noch das die Muckibude kurz vor der Pleite steht. So bleibt ihr natürlich nichts anderes übrig, und bei ihrer ersten Besichtigung von Sohnemanns heruntergekommenen Muckibude wird ihr auch sehr schnell klar, wenn Sie den Laden wieder auf Vordermann bringen will, hat Wanda noch eine Menge Arbeit vor sich. Zum Glück hat sie ihre Freundinnen, die ihr helfen, und auch die eine oder andere männliche Hilfe taucht schon bald am Horizont auf.
Der Roman ist flott und erfrischend lebendig geschrieben. Die Autorin schildert die Charaktere der Figuren sehr liebevoll und sympathisch, sodass sich jeder darin wiederfinden kann, und Wanda einem ans Herz wächst. Die witzigen Humorvollen und spritzen Dialoge tun ihr übriges um aus diesem Roman eine Lustige und tränen lachende Geschichte entstehen zu lassen. Aber auch etwas Tiefgang fehlt hier nicht. Denn Rentner gehören beileibe nicht zum alten Eisen. Oder wie es Otto so schön auf den Punkt gebracht hat: Sixty is the new sexy.
Ich kann diese wunderbare Romankomödie jedem empfehlen, der gerne etwas Witziges und Humorvolles lesen möchte und als Sommerlektüre für den Urlaub sowieso

50

03.06.2012

„Sex and the City 1950”

Die 20 jährige Caroline will nach der Trennung von ihrem Verlobten ein neues Leben in New York beginnen, und findet einen Job als Sekretärin im renommierten Verlag Fabian Publications. An ihrem ersten Arbeitstag lernt Caroline die anderen jungen Schreibkräfte des Verlages Mary Agnes und April kennen, die ebenso wie sie selbst ihr privates oder berufliches Glück in New York suchen.

Der Leser begleitet die fünf jungen Frauen (April, Caroline, Barbara, Mary Agnes und Gregg) durch die Höhen und Tiefen auf ihrer Suche 3 Jahre lang hindurch. Bis am Ende (fast) jede der Fünf das erreicht hat, was sie sich gewünscht haben.

Durch die sehr gefühlvoll gezeichneten Figuren und ihren liebevoll und stimmigen Charakteren, die sich im Verlauf des Romanes weiterentwickeln und dadurch noch mehr an Profil und Sympathie gewinnen, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Die Autorin entfaltet mit ihrem zurückhaltendem Erzählstil eine gewisse poetische Kraft und Sensibilität, die durch die kristallklare Schlichtheit der Sprache beim Lesen eine Sogwirkung entwickelt, die man sich als Leser schwer entziehen kann. Dies ist der Übersetzerin Susanne Höbel wunderbar geglückt.

Wer einen sehr gut gelungenen Roman mit Stil und Gefühl sucht und ein Fan von Sex and the City ist, trifft hier Vorgängerinnen.:-)) ein klasse Buch.

50

15.04.2012

„Monsieur Le Commissaire am Ende der Welt”

Le Commissaire Georges Dupin lebt und arbeitet seit 3 Jahren eher „unfreiwillig“ von Paris zwangsversetzt in der Bretagne. Er hat sich ganz gut in Concarneau eingelebt. So fällt ihm schon Freitags morgens ein Mord pünktlich zum Croissantfrühstück in seinen Kaffee. Der 91jährige Hotelier Pierre-Louise Pennec liegt tot in seinem Hotel in Port Aven. Der Schock über den Tod des Kunstliebhabers und Mäzens des örtlichen Kunstmuseums sitzt bei den Dorfbewohnern tief.
Dupin´s Suche nach dem Motiv führen ihn deshalb auch in die Welt von selbsternannten eitlen Kunstkennern die Dupins Arbeit nicht gerade leichter machen, da er bald feststellen muss, dass in diesem Fall viele ihr ganz eigenes „Süppchen“ kochen.

Der Autor erzählt diesen sehr soliden und bodenständigen Krimi mit viel Liebe zur Bretagne und seinen Bewohnern, die er in wunderschönen Landschaftsbildern festhält, dass aber nie in Kitschigkeit abdriftet.
Die Figur des Georges Dupin hat Profil und durch seine kantige spröde Art wird er sehr sympathisch und menschlich.

Der Schreibstil ist modern und in unaufgeregter Sprache kommt dieser Krimi ohne großes Blutvergießen aus und kann trotzdem den Spannungsbogen halten, was mir sehr gut gefallen hat. In einer Zeit, in der es soviel Krimis und Thriller gibt, bei denen auf jeder Seite das Blut nur so herausläuft, ist dieses Buch eine angenehme Ausnahme, und für Krimileser, die gerne auch mal eine gediegene sehr gut geschriebene Krimikost mit viel liebevoll geschildertem Lokalkolorit lesen, möchten eine echte Alternative. Ich jedenfalls werde gerne mit Commissaire Dupin weiter ermitteln.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

40

22.01.2012

„Eine WG mit Geist”

Die junge und bisher behütete Eve aus Ohio möchte sich ihren Traum vom Leben in New York genauso wie ihre verstorbene Mutter Penelope verwirklichen. Ihr kleines finanziell erschwingliches Appartment in Greenwich Village hat nur einen kleinen Schönheitsfehler. Sein Name ist Donald Bellows, seines Zeichens verkannter Dichter und Schriftsteller und er ist tot.
Das „WG-Leben“ mit diesem meist schlechtgelaunten Geist gestaltet sich für Eve zunehmend anstrengend und seine gewollten und ungewollten Ratschläge wie Eve in New York Fuß fassen kann, bereiten ihr immer mehr Probleme. Als Sie einen Job als Autor in der TV Morningshow „Smell the coffee“ findet, bekommt Eves Leben in New York ganz neue Möglichkeiten und Sie beginnt erwachsen zu werden.
Die Autorin schildert diese „Wohngemeinschaft“ und die Entwicklung von Eve mit Sprachwitz und frischem Blick auf ihre Figuren. Der Schreibstil ist flüssig und leicht.
Wer jetzt allerdings eine lustige und heitere Komödie erwartet, der sollte zu anderen Büchern greifen. Denn die Geschichte bekommt zunehmend Tiefgang und mit leiser Poesie werden alte Schuldgefühle und verpasste Lebenschancen aufgearbeitet, was für die Figuren mit Traurigkeit und Schmerz verbunden ist.
Trotzdem hat mir das Buch alles in allem gut gefallen, und wenn man angefangen hat zu lesen, konnte man nur schwer wieder aufhören.

50

30.10.2011

„Eine (herzlose)Leiche”

Eine (herzlose) Leiche: Hjorth& Rosenfeldt: Der Mann, der kein Mörder war.



Der 16jährige Schüler eines Eliteinternates in Västeras Roger Eriksson kommt nach dem Besuch seiner Freundin nicht mehr nachhause zurück.
Durch eine Polizeipanne wird erst Tage später mit der Suche nach Roger begonnen. In deren Verlauf wird die Leiche von Roger in einem Waldtümpel gefunden. Bei der Obduktion wird die leitende Kommissarin Kerstin Hanser mit dem schaurigen Detail konfrontiert, das der Mörder Rogers Herz entfernt hat. Deshalb schaltet Kerstin Hanser das Team der Reichskriminalpolizei um Torkel Höglund in die Ermittlungen ein.
Zeitgleich reist der Psychologe Sebastian Bergman nach Västeras um den Verkauf seines Elternhauses abzuwickeln. Bergman, der schwer traumatisiert aus seinem bisherigem Leben als Polizeipsychologe geworfen wurde, und seitdem als sexbesessener Egozentriker seine Zeit verbringt, stolpert direkt in Torkels Ermittlungen hinein. Als Bergman eine für sein weiteres Leben wichtige Information braucht, und er nur über Torkel und Team an diese Information herankommt, überredet er seinen alten „Freund“ ihn an den Ermittlungen mitarbeiten zulassen. Über diese Neuigkeit ist zuerst keiner in Torkels Team begeistert. Doch bald wird Sebastians psychologisches Fachwissen für den Fall unentbehrlich.

Das Autorenduo entwickelt geradlinig und ohne viel umschweife ein komplexes Szenario, in dem sich ein ruhiger subtiler unaufgeregter Krimi entwickelt. In dem auch den vielen menschlichen und psychologischen Entwicklungen der verschiedenen Charaktere Raum gegeben wird. Trotzdem wird die Geschichte nie langweilig, ganz im Gegenteil, erst dadurch entwickelt sich ein richtig guter psychologischer Krimi, der ohne viel Blutvergießen auskommt.

Ich freue mich schon auf die nächsten Fälle mit Sebastian Bergman und Torkel Höglund.

50

11.09.2011

„Ungewollter aber überraschender Urlaub mit Tantchen”

Die 4 köpfige urlaubsreife Familie Thieme, die sich auf dem Weg in ihren 2 wöchigen Schottland Urlaub befindet, will sich nur noch kurz von Erbtante Martha verabschieden. Tante Martha steht aber bereits komplett reisefertig in der Tür und will mit nach Schottland, da Sie dort "noch etwas zu erledigen" haben.
Nichte Karen willigt zögerlich ein, da Tante Martha ihr Mal wieder unter die Nase reibt, das Sie ja schließlich ihr Vermögen erben würde. Bereits auf der Fahrt nach Schottland, lernt die Familie ihre Tante von einer ganz anderen Seite kennen, und das Tantchen weit weniger plemplem, alt oder senil ist, wird der Familie mit jedem weiteren gemeinsamen Urlaubstag bewusst. Sie schließen die witzige und einem guten Pokerspiel nicht abgeneigte rüstige lebenskluge Martha immer mehr in ihre Herzen.
Nur was hat Tantchen so dringendes in Glen Manor zu erledigen, das keinen Aufschub duldet? Welche Geheimnisse hat Tante Martha noch?
Die Familie kommt jedenfalls aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Die Autorin schildert die Charaktere der Figuren sehr detailgetreu und liebevoll sympathisch. Das Buch läßt sich durch die sprachliche Leichtigkeit sehr gut lesen, trotzdem hat es Tiefgang und legt die Gedankenwelt der jungen Generation offen, die erst lernen muss, dass alte Leute auch mal jung waren, und diese auch ein Leben vor dem „Altenheim" hatten. Dieser lern und Umdenkprozess der Familie wird in diesem Roman wunderbar humorvoll und mit Augenzwinkern erzählt. Ein wunderbares Buch.

buch

Dogma

Raymond Khoury

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

19.06.2011

„Die geheimnisvollen Truhen der Templer”

Im Prolog lernt der Leser einen kleinen Trupp Tempelritter kennen, die in den beginnenden Wirren um die Eroberung Konstantinopels im Jahre des Herren 1203 unter Lebensgefahr heimlich mehrerer
Geheimnisvolle Holztruhen aus der Stadt schaffen. In einem entlegenen Bergkloster finden die Templer einen grausamen Tod, nachdem die Klosterbrüder das Geheimnis der Truhen entdeckt haben.
Nun wechselt der Autor in die Jetztzeit von 2010. Der iranische Archäologieprofessor Beschrankt Sharafi wird von einem geheimnisvollen Unbekannten brutal dazugezwungen, einen Brief den er im
Rahmen seiner Forschungen über den Mönchsorden der Templer entdeckt hat, und in dem von einem Schatz berichtet wird, für ihn zu finden. Dem äußerst brutal vorgehenden Unbekannten sind alle Mittel Recht an sein Ziel zukommen. Auch die Archäologin und Schriftstellerin Tess gerät in die Fänge des Unbekannten. Dies wiederum ruft FBI Agent Reilly zu ihrer Rettung auf den Plan.
Nun beginnt eine mörderische Hetzjagd durch halb Europa und von Kontinent zu Kontinent, um das Geheimnis des Templerschatzes zu lüften, und auch zu bewahren.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und durch die packende bildreiche Sprache des Autors, wird der Spannungsbogen kontinuierlich hochgehalten, was beim Lesen eine starke Sogwirkung hat und die Spannung zum Greifen nahe ist. Man hat ständig das Gefühl den Protagonisten über die Schulter zu blicken, so nahe ist man im Geschehen dabei.

40

08.05.2011

„Türkischer Don Camillo triftt auf weiblichen deutschen Peppone”

Nur Hodscha wird als neuer Iman nach Deutschland geschickt. Bereits bei seiner Ankunft gibt er dem etwas schmierigen Lokalreporter ein Zeitungsinterview mit durchaus politischer Sprengkraft, in dem er eine neue und größere Moschee für seine Gemeinde fordert.

Das ruft am nächsten Tag die amtierende Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter sofort auf den Plan. Wie kann dieser Hodscha es sich erlauben in "ihrer" Stadt den Bau einer Moschee zu fordern.?? Besonders so kurz vor den OB Wahlen, die Sie unbedingt wieder gewinnen will. Das geht entschieden zu weit...

Nun beginnt ein fröhlicher intelligenter und gewitzter Schlagabtausch zwischen den beiden Kontrahenden die sich an Schlauchheit und Raffinesse bei der Durchsetzung ihrer Ziele absolut ebenbürdig sind.

Der Autor Birand Bingül schreibt mit Charme und Witz. Sein Schreibstil ist erfrischend lebendig und dazu noch sehr komisch. Wer Guareschi´s Don Camillo und Peppone gern gelesen hat, wird an diesem Buch ein ebenso großes Lesevergnügen haben.

50

30.03.2011

„Elli auf nach Capri”

Mit Leidenschaft für gute Filme betreibt die 60jähre Witwe Elli mehr chlecht als recht ihren kleinen Laden für DVD Verleih in Rosenheim. Als wieder eine Freundin des Kegelclubs stirbt, beginnt Elli mehr und mehr über ihr eigenes recht einsamem Leben nachzudenken und wie es mit ihr wenn alle Freunde weg sind weitergehen wird.  Als ihre Bank wegen der zu geringen Einkünfte ihres Ladens auf Ende des Monats ihren Kredit kündigt, ist Elli zunächst geschockt. Als sie in der gleichen Post, einen Brief ihres alten Jugendfreundes Fabrizio aus Capri findet, der ihr von einer Erbschaft schreibt, die wie er glaubt ihr zusteht, beginnt sich das Blatt zu wenden.
Elli fackelt nicht lange und packt ihren alten VW Käfer und bricht nach Capri auf. Als ihr VW Käfer mit Motorschaden liegen bleibt, erbarmt sich Aussteiger Heinz und bringt Elli mit seinem Wohnmobil bis zur Fähre nach Neapel. Das Abenteuer beginnt als Elli auf der Fähre ihre Schwester Doro wiederbegegnet, die sie seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Den Fabrizio hat auch Elli´s Schwester nach Capri eingeladen.
Nun entbrennt ein schwesterlicher Kampf nicht nur um das Erbe und Männer sondern auch alte Rivalitäten aus Kindertagen kommen bei den beiden Schwestern wieder hoch.
Die Autorin Tessa Hennig schildert  die alltäglichen Sorgen in humorvoller und hintersinniger nachdenklicher Poesie verpackt. Mit Charme,Witz, Tempo und sprachlicher Leichtigkeit wachsen einem die unterschiedlichen Charaktere und Elli mit ihrer warmherzigen Art ans Herz.
Ein leichter und humorvoller Roman den ich als kurzweilige Urlaubslektüre empfehlen würde.

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