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10

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123

buch

Hexenliebe

Marita Spang

EUR 9,99 *
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50

30.09.2014

„Welch grausame Zeit”

Bisher hatte ich mich immer erfolgreich um historische Romane zum Thema Hexen gedrückt. Doch bei diesem konnte ich einfach nicht wiederstehen. Die Autorin Marita Spang ist keine gelernte Historikerin, doch Geschichte ist ihre Leidenschaft. Und dies merkt man ihrem ersten Roman auch an.

Die Geschichte spielt 1613 in dem kleinen beschaulichen Ort Neuerburg, welcher in der Nähe von Trier liegt. Oben auf der Burg leben der Landgraf Wilhelm von Leuchtenberg mit seiner Familie, sowie seinen beiden Nichten Claudia von Leuchtenberg und Adela von Manderscheidt-Kail. Claudia von Leuchtenberg, die als Bastard gilt, weil ihre Mutter nicht standesgemäß geheiratet hat, ist mit der Bürgerstochter Barbara Dietz befreundet. Und Barbara Dietz hat eine sehr enge Bindung an ihre ehemalige Amme Magdalena, die jetzt als Wäscherin und Kräuterfrau ihr Geld verdient. Während oben auf der Burg die Verlobung der jungen Elisabeth von Leuchtenberg mit Ernst von der Marck vorbereitet wird, grassiert unten in der Stadt bei den armen Menschen ein Fieber, welches schon einige Menschen hinweggerafft hat. Schnell kommt der Verdacht auf, dass daran Hexenwerk Schuld sei. Die ersten Verfolgungen beginnen. Als dann auf der Burg auch noch ein schreckliches Unglück passiert, drängt der Landgraf darauf, dass die Hexen und Zauberer allesamt gefasst und verbrannt werden. Er holt den berühmt-berüchtigten Hexenkommissar Maximin Pergener aus Trier. Zu den Opfern gehört auch Magdalena. Claudia von Leuchtenberg, die nicht an Hexen glaubt, versucht mit ihrer Freundin Barbara und deren Verlobten Sebastian de la Val die Unschuld ihrer gemeinsamen Freundin zu beweisen. Dadurch machen sie sich auch selbst verdächtig. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Das 17. Jahrhundert ist die Zeit des Barocks. Martin Luther hat bereits zur Spaltung der Kirche beigetragen. Doch in den katholischen Gegenden werden viele unschuldige Menschen auf den Scheiterhaufen verbrannt. Martina Spang zeigt sehr deutlich auf, dass gar nicht unbedingt die Kirche das ausführende Organ war, sondern dass es oftmals vom Volk ausging. Schlechtwetterperioden, die zu Ernteausfällen führten, Epidemien und andere Katastrophen führten dazu, dass die Menschen Schuldige suchten. Und das waren die Hexen. Zusätzlich wurde sich bei der Verfolgung zum Teil auch noch bereichert, oder man wurde unliebsame Menschen los. Durch grausame Foltermethoden bekamen die Verantwortlichen jede Antwort, die sie hören wollten. Dies alles beschreibt die Autorin in ihrem Roman ausgesprochen spannend und gleichzeitig so, dass man viel aus diesem Roman lernen kann. Im Angang erläutert sie, welche Personen historisch belegbar sind und wie sie sie für ihren Roman verwendet hat. Ein ausführliches Quellenverzeichnis und ein Glossar runden dieses Buch ab.

Für mich ist dies ein hervorragender historischer Roman, der sich ausgesprochen spannend liest und gleichzeitig viel Wissenswertes vermittelt. Ich hoffe, dass wir von dieser Autorin noch einiges lesen werden können.

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50

30.09.2014

„Tolle Ermittler, viel Lokalkolorit und ganz viel Spannung”

Jean Bagnol – das sind die erfolgreichen Autoren Nina George und ihr Ehemann Jo Kramer, die unter den verschiedensten Pseudonymen bereits diverse Bücher zu den unterschiedlichsten Themen veröffentlicht haben. Nina George hat neben ihren derzeit sehr erfolgreichen Romanen „Die Mondspielerin“ und „Das Lavendelzimmer“ auch diverse Sachbücher zu den Themen Liebe, Sexualität und Erotik unter einem Pseudonym veröffentlicht. Und ihr Mann schreibt ebenfalls unter verschiedenen Namen romantische Komödien und witzige Krimis aus der norddeutschen Provinz. Die Idee für diesen Krimi ist ihnen übrigens direkt vor Ort während eines gemeinsamen Urlaubs gekommen.

Die Ingredienzien in diesem Krimi sind:
- eine toughe junge Ermittlerin mit algerischen Wurzeln, die aus Marseille in das kleine beschauliche Dorf Mazan im Departement Vaucluse zwangsversetzt wurde
- ein kleiner, streunender Kater
- ein vornehmes Hotel, welches früher dem berühmt-berüchtigten Marquis des Sade gehörte
- vier einflussreiche Anhänger des Marquis, die regelmäßig aus Paris anreisen und in diesem Hotel absteigen, um ihren sexuellen Neigungen zu frönen
- eine naive junge Frau, die noch Träume hat
- ein unbewohntes Haus mit Rattengift im Garten
- eine kunstvoll inszenierte Frauenleiche
- und einige tote Katzen

Wie hängt dies alles zusammen? Folgen Sie den Ermittlungen von Zadira Mateo, der ehemaligen Drogenfahnderin, der es nichts ausmacht, anzuecken, denn Sie musste schon sehr früh auf die harte Tour lernen, für ihre Rechte zu kämpfen. Doch stößt sie in diesem Fall ganz schnell an ihre Grenzen. Denn es gibt offensichtlich jemanden, der nicht will, dass sie die Wahrheit herausfindet. Zeitgleich zu Zadira, die davon nichts weiß, ermittelt auch der kleine Streuner. Und dann läuft alles auf ein ganz großes Finale hinaus.

Herausgekommen ist aus diesen Zutaten ein sehr spannender Krimi mit viel Lokalkolorit, einer gehörigen Portion Erotik und Humor. Aber auch wenn Katzen in diesem Krimi eine große Rolle spielen, ist dies kein klassischer Katzenkrimi. Denn die Autoren haben diese Tiere sehr gut beobachtet und dementsprechend ihre Eigenarten und Stärken in diesen Krimi eingeflochten.

Was mich an diesem Krimi so begeistert hat, ist diese permanent unterschwellig gehaltene Spannung. Man kennt den Mörder schon sehr früh, aber man kommt einfach nicht dahinter, wer er ist. Ich musste einfach immer weiterlesen! Und wahrscheinlich wird in 2015 ein neuer Krimi aus dieser Reihe erscheinen. Ich bin schon sehr gespannt darauf und hoffe, dass auch in diesem Fall neben Commissaire Mazan, Zadira Mateo, Jules Parceval und seinem Hund Atos wieder dabei sein werden.

buch

Traumsammler

Khaled Hosseini

EUR 9,99 *
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40

30.09.2014

„Khaled Hosseini einmal ganz anders”

Endlich gibt es ein neues Buch von Khaled Hosseini („Drachenläufer“ und „Tausend strahlende Sonnen“). Wenn man bei dem neuen Buch den Klappentext liest, vermutet man wieder einen typisch-traurigen Afghanistan-Roman. Wenn Sie aber so an das Buch herangehen, werden Sie davon enttäuscht werden! Denn Khaled Hosseinis Roman „Traumsammler“ ist dieses Mals anders als sonst – viel ruhiger!

Die in der Inhaltsangabe beschriebenen Geschwister Abdullah und Pari sind zwar der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, aber in dem Roman geht es nicht nur um sie. Khaled Hosseini beginnt sein Buch mit der Geschichte, dass Abdullah seinen Vater und seine innig geliebte Schwester Pari 1952 zu Fuß auf einer Reise nach Kabul begleitet. Was die beiden Geschwister nicht wissen, ist, dass Pari bei dem reichen Ehepaar Wahdati bleiben soll. Dann springt die Geschichte zurück in das Jahr 1949. Plötzlich ist Parwana, die Stiefmutter der Geschwister, die Hauptperson. Im nächsten Kapitel ist es Nabi, der Bruder von Parwana, der als Chauffeur und Koch bei dem Ehepaar Wahdati arbeitet. Und so geht es weiter. In jedem Kapitel lernt man neue Menschen kennen. Immer ist ein Bezug zum Ganzen gegeben, der sich aber erst nach und nach erschließt. Dadurch entwickelt sich ein sehr intensiver Episoden-Roman, der viele verschiedene Facetten über das Leben in Afghanistan innerhalb der letzten fünfzig Jahre aufzeigt. Wir erfahren, wie unterschiedlich das Leben auf dem kargen Land und im reichen Kabul war. Wir sehen den immensen Reichtum, den einigen Afghanen vor dem Sturz ihres Shahs hatten, den aber auch jetzt einige wenige wieder durch Drogengeschäfte aufgebaut haben. Wir lernen Exil-Afghanen kennen. Wir folgen Pari und Abdullah hinaus in die Welt, und wir lernen den griechischen Arzt Marcos kennen, der irgendwann als plastischer Chirurg in Afghanistan geblieben ist. Und im letzten Kapitel schließt sich endlich der Kreis, und uns wird klar, warum dies Buch „Traumsammler“ heißt.

Mich hat dieses Buch ein wenig verwirrt zurückgelassen. Ich habe einfach gedacht, es wird wieder so wie die beiden vorherigen Bücher. Ich habe eine ganz klare Linie vermisst – was will uns der Autor damit sagen? Vielleicht will er einfach mit jedem Kapitel zeigen, dass das Leben Verlust ist? Auf jeden Fall ist dies eben kein typischer Afghanistan-Roman. Wir lernen unwahrscheinlich viele Menschen kennen, die sehr interessante Schicksale haben, und die sehr gut beschrieben werden, aber wir verlieren sie schon nach einem einzigen Kapitel wieder. Ich hätte diese Menschen und ihr Schicksal gerne weiter verfolgt. Außerdem habe ich zwischenzeitlich Abdullah vermisst. Er leidet in dem ersten Kapitel so ungemein, und dann trifft man ihn erst ganz am Schluss wieder.

Es ist ein sehr emotionales Buch, was auf die unterschiedlichen Leser sehr verschieden wirken wird. Das habe ich schon in meiner eigenen Familie gemerkt. Ein Teil ist ratlos zurückgeblieben, der andere absolut begeistert und emotional zutiefst ergriffen. Da der Autor aber wunderbar erzählen kann, habe ich mich bei diesem Buch trotz meiner Kritikpunkte nicht gelangweilt, sondern weitergefiebert. Ich war in diesem Fall eindeutig ein Opfer meiner eigenen Erwartungen. Lesen Sie es und bilden Sie sich eine eigene Meinung. Und vielleicht teilen Sie uns diese ja mit einer eigenen Bewertung des Buches mit!?


buch

Leben

David Wagner

EUR 9,99 *
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40

30.09.2014

„Gewinner des Leipziger Buchpreis 2013”

David Wagner ist ein mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichneter Autor und Journalist, der zeitweise für die „FAZ“ und „Die Zeit“ geschrieben hat. Er leidet unter einer Autoimmunhepatitis und war deshalb auf eine Lebertransplantation angewiesen. Diese Erfahrung hat er in seinem Roman „Leben“ verarbeitet.

Dieser Roman besteht aus 277 Schnipseln, die die unterschiedlichsten Themen behandeln. Er beginnt mit der Zeit, als er ins Krankenhaus kommt, weil er innerlich zu verbluten droht. Er beschreibt seine Krankheit, die bei ihm schon als Kind festgestellt wurde, seine Empfindungen. Und er erinnert sich zurück an seine Kindheit und Jugend. Als er gesundheitlich wieder einigermaßen stabil ist, wird er aus dem Krankenhaus entlassen. Nachdem endlich ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht, geht er wieder für lange Zeit ins Krankenhaus und danach in die Reha. Was sich hier so einfach anhört, ist es natürlich nicht. Der Autor ist zeitweise extrem geschwächt, kann nicht wirklich etwas machen. Nach der Transplantation muss er extrem vorsichtig sein, damit das neue Organ nicht wieder abgestoßen wird. Und natürlich macht er sich Gedanken darüber, wo dieses Organ herkommt. Denn schließlich musste dafür ein Mensch sterben. Wer war dieser Mensch? Wie ist er zu Tode gekommen? Und übernimmt man mit einem Organ auch etwas von der Psyche des Menschen?

Das Buch ist sprachlich gut geschrieben, es war interessant zu lesen und ich habe viel zum Thema Organtransplantation gelernt. Es ist ein sehr persönliches Buch, aber trotzdem hat es mich nie wirklich berührt. Irgendwie hat es mich aber trotzdem kalt gelassen. Vielleicht liegt der Fehler darin, dass es als Roman bezeichnet wird. Es liest sich nämlich nicht wie ein Roman, sondern als sehr persönlichen und gleichzeitig philosophischen Erfahrungsberichts eines unmittelbar Betroffenen.

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Hexenliebe

Marita Spang

EUR 9,99 *
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50

30.09.2014

„Welch grausame Zeit”

Bisher hatte ich mich immer erfolgreich um historische Romane zum Thema Hexen gedrückt. Doch bei diesem konnte ich einfach nicht wiederstehen. Die Autorin Marita Spang ist keine gelernte Historikerin, doch Geschichte ist ihre Leidenschaft. Und dies merkt man ihrem ersten Roman auch an.

Die Geschichte spielt 1613 in dem kleinen beschaulichen Ort Neuerburg, welcher in der Nähe von Trier liegt. Oben auf der Burg leben der Landgraf Wilhelm von Leuchtenberg mit seiner Familie, sowie seinen beiden Nichten Claudia von Leuchtenberg und Adela von Manderscheidt-Kail. Claudia von Leuchtenberg, die als Bastard gilt, weil ihre Mutter nicht standesgemäß geheiratet hat, ist mit der Bürgerstochter Barbara Dietz befreundet. Und Barbara Dietz hat eine sehr enge Bindung an ihre ehemalige Amme Magdalena, die jetzt als Wäscherin und Kräuterfrau ihr Geld verdient. Während oben auf der Burg die Verlobung der jungen Elisabeth von Leuchtenberg mit Ernst von der Marck vorbereitet wird, grassiert unten in der Stadt bei den armen Menschen ein Fieber, welches schon einige Menschen hinweggerafft hat. Schnell kommt der Verdacht auf, dass daran Hexenwerk Schuld sei. Die ersten Verfolgungen beginnen. Als dann auf der Burg auch noch ein schreckliches Unglück passiert, drängt der Landgraf darauf, dass die Hexen und Zauberer allesamt gefasst und verbrannt werden. Er holt den berühmt-berüchtigten Hexenkommissar Maximin Pergener aus Trier. Zu den Opfern gehört auch Magdalena. Claudia von Leuchtenberg, die nicht an Hexen glaubt, versucht mit ihrer Freundin Barbara und deren Verlobten Sebastian de la Val die Unschuld ihrer gemeinsamen Freundin zu beweisen. Dadurch machen sie sich auch selbst verdächtig. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Das 17. Jahrhundert ist die Zeit des Barocks. Martin Luther hat bereits zur Spaltung der Kirche beigetragen. Doch in den katholischen Gegenden werden viele unschuldige Menschen auf den Scheiterhaufen verbrannt. Martina Spang zeigt sehr deutlich auf, dass gar nicht unbedingt die Kirche das ausführende Organ war, sondern dass es oftmals vom Volk ausging. Schlechtwetterperioden, die zu Ernteausfällen führten, Epidemien und andere Katastrophen führten dazu, dass die Menschen Schuldige suchten. Und das waren die Hexen. Zusätzlich wurde sich bei der Verfolgung zum Teil auch noch bereichert, oder man wurde unliebsame Menschen los. Durch grausame Foltermethoden bekamen die Verantwortlichen jede Antwort, die sie hören wollten. Dies alles beschreibt die Autorin in ihrem Roman ausgesprochen spannend und gleichzeitig so, dass man viel aus diesem Roman lernen kann. Im Angang erläutert sie, welche Personen historisch belegbar sind und wie sie sie für ihren Roman verwendet hat. Ein ausführliches Quellenverzeichnis und ein Glossar runden dieses Buch ab.

Für mich ist dies ein hervorragender historischer Roman, der sich ausgesprochen spannend liest und gleichzeitig viel Wissenswertes vermittelt. Ich hoffe, dass wir von dieser Autorin noch einiges lesen werden können.

Wer sich nicht gleich an das komplett e-book heranwagen möchte, kann es auch in 6 Einzelteilen herunterladen. Jeder Teil kostet dann EUR 1,99. Wenn sie aber klug sind, kaufen Sie sich gleich die komplette Ausgabe und sparen somit knapp EUR 2,00. Sie können aber auch die ersten 4 Kapitel kostenlos als Leseprobe herunterladen.

buch

Welt in Flammen

Benjamin Monferat

EUR 22,95 *
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40

22.09.2014

„Die letzte Fahrt des Simplon Orient Express”

Am 25. Mai 1940 bricht der Simplon Orient Express zu seiner letzten Fahrt nach Istanbul auf. An Bord des legendären Zuges befindet sich eine Reihe von Reisenden, die etwas anderes sind als sie erscheinen. Und auch der Zug selbst birgt ein Geheimnis, welches für die Reisenden eine Gefahr ist, von der sie zu Beginn der Reise nichts ahnen. Und so verfolgen wir als Leser diese 2 Tage dauernde Reise fast minutiös. Eingeschlossen sind einige Zwischenspiele, die weitere Informationen zum Geheimnis preisgeben. Doch wer sind die geheimnisvollen Gäste?

- Eva Heilmann, eine junge, deutsche Jüdin, die mit dem König im Exil Carol von Carpathien liiert war
- Lieutenant-colonel Claude Lourdan, der mit zwei Mitarbeitern einen ganz speziellen Wagon beschützen muss
- Gaston Thuillet, der Vertreter der Eisenbahngesellschaft, dem die Pünktlichkeit des Zuges oberstes Gebot ist
- Ingolf Helmbrecht, der unter dem Namen Ludvig Mueller vorgibt ein Amerikaner zu, aber ein deutscher Agent ist
- Raoul und George, die beiden Kabinenstewards
- Die Familie um den Großfürsten Constantin Romanow, bestehend aus seiner Frau Katharina Nikolajewna, dem Sohn Alexej und den Töchtern Xenia und Elena
- Der König im Exil Carol von Carpathien und sein Stab
- Der Selfmade-Öl-Millionär Paul Richards und seine blutjunge Ehefrau Vera
- Boris Petrowitsch Kadynow, ein Agent der Sowjetunion
- Betty Marshall, eine Hollywood-Diva, die ihre großen Zeiten als Stummfilmstar hatte
- Basil Algernoon Fitz-Edwards, fast schon eine Karikatur eines typisch Tweed-gewandeten Engländers
- Monsignore Pedro de la Rosa, ein Botschafter des Papstes

All diese Menschen treffen auf dieser Reise aufeinander. Sie beäugen sich skeptisch, denn jeder, der selbst Agent ist, ahnt, dass auch andere etwas anderes sind, als sie vorgeben. Aber alle Agenten verfolgen ganz unterschiedliche Ziele, die einander eigentlich gar nicht in die Quere kommen müssen. Und was planen der russische Großfürst und der carpathische König miteinander? Natürlich kommt zu dieser ausgesprochen spannenden Spionagegeschichte auch noch ein Hauch von Liebe, Leidenschaft und Verrat hinzu.

Aus dieser ganzen abenteuerlichen Mischung ergibt sich ein sehr spannender Spionageroman, der auf ein fulminantes Finale hinausläuft. Er enthält ein wenig Agatha Christie und ein wenig Ken Follett. Am Anfang ist es nicht ganz so einfach sich zwischen diesen vielen Personen zurechtzufinden, aber wenn man das erst einmal geschafft hat, stellt man schnell eigene Vermutungen an.

Am Ende des Buches befinden sich zum Glück eine Skizze zu den drei für die Handlung wichtigen Wagen und ein Personenverzeichnis, welches gerade am Anfang für die Leser durchaus wichtig sein kann.

Benjamin Monferat ist übrigens ein geschlossenes Pseudonym eines erfolgreichen deutschen Autors und Historikers.


buch

Warte auf mich

Miriam Bach

EUR 9,99 *
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50

22.09.2014

„Sie lieben „Gut gegen Nordwind“?”

Dann lesen Sie „Warte auf mich“! Jetzt ist diese ganz ungewöhnliche Liebesgeschichte als Taschenbuch beim Piper Verlag erschienen. Und wenn Sie sie gelesen haben, werden Sie sich fragen: Wer sind die beiden Autoren? Ist es eine wahre Geschichte und sind die Namen Pseudonyme? Oder ist es ein einfach unglaublich geschickt gemachter Roman?

Doch zum Inhalt: Eines Tages findet ein Verleger, der schon lange selbst nichts mehr mit Manuskripten zu tun hat, ein ominöses Päckchen auf seinem Schreibtisch. Darin ist ein Manuskript. Ein Teil wirkt wie ein auseinandergenommenes Buch, der andere ist ein Computerausdruck. Durch den ganz kurzen Begleitbrief wird er tatsächlich neugierig und beginnt zu lesen. Und er entdeckt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die wechselweise aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Die weibliche Hauptperson heißt Miriam Bach. Sie ist Autorin und lernt auf einer Verlagsveranstaltung den Autoren Philipp Andersen kennen. Es ist eine unglaubliche Anziehung auf den ersten Blick. Doch eigentlich hat diese Liebe keine Chance. Denn Miriam ist Ende Dreißig und lebt in Hamburg, während Philipp 55 Jahre alt ist, in Freiburg/Breisgau lebt und seit über Dreißig Jahren glücklich verheiratet ist. Doch sie können nicht voneinander lassen. Es beginnt eine unheimlich intensive Liebesgeschichte, bei der sie die heute möglichen Kommunikationsplattformen wie Facebook, What’s App und Handy voll ausnutzen. Am Anfang schreiben sie sich nur. Doch die Anziehung und Sehnsucht wird immer größer. Dabei ist von vorneherein klar, dass er seine Frau niemals verlassen wird. Wie wird diese Geschichte ausgehen? Und wie kommt das Manuskript in die Hände des Verlegers?

Mich hat diese Geschichte in der Art und Weise ein wenig an „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer erinnert. Die beiden Hauptpersonen leben eine große Liebe, aber in wie weit kennen sie sich wirklich. Das Ende des Buches überrascht, ist aber sehr stimmig. Und wenn man die Auflösung des Buches kennt und es noch einmal von vorne unter anderen Gesichtspunkten beginnt, funktioniert es auch! Nur eins wurmt mich – wer sind die Autoren wirklich???

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50

22.09.2014

„Ein trauriges Buch”

Die deutsche Autorin Gina Mayer habe ich Ihnen bereits mehrfach an dieser Stelle ans Herz gelegt. Der neue Roman spielt 1945 in dem zerstörten Düsseldorf. Die Hauptpersonen sind Käthe Mertens, Lilo Hambach und Schimanek. Käthe Mertens ist Ende Vierzig und Hebamme. Sie lebt allein in einer kalten Dachwohnung in einem Haus, das jederzeit zusammenzubrechen droht. Sie wartet auf ihren Ehemann, der in russischer Kriegsgefangenschaft ist. Eines Tages wird sie von einer jungen Frau gebeten, ihr zu helfen. Sie ist ungewollt schwanger. Käthe soll das ungewollte Kind abtreiben. Als Lohn dafür soll sie einen Pelzmantel bekommen, der auf dem Schwarzmarkt viel Wert ist. Da Käthe schon seit Tagen nichts vernünftiges mehr zu essen bekommen hat, willigt sie schweren Herzens ein. Einmal ist keinmal denkt sie. Doch es spricht sich herum und immer mehr Frauen kommen zu ihr. Lilo ist eine ehemalige Kollegin, die früh den Gynäkologen Dr. Hambach geheiratet hat. Da ihr Mann der Familie nicht mehr helfen kann, nutzt sie die Bekanntschaft zu einem britischen Offizier aus, um die Familie durchzubekommen. Was hat ihr Mann während des 3. Reiches gemacht? Und was ist mit ihm in der englischen Gefangenschaft passiert? Warum zittern seine Hände so stark, dass er überhaupt nicht mehr fähig ist irgendetwas Sinnvolles zu tun? Lilo erkennt, was Käthe gemacht hat und tut sich mit ihr zusammen. Sie eröffnen in einem Keller eine illegale Abtreibungspraxis. Schimanek ist ein Überlebender des Holocaust, dessen Familie ursprünglich aus Polen kam. Er wusste gar nicht, dass seine Familie ursprünglich jüdisch war. Ein neidischer Kollege hat es herausgefunden und ihn bei den Nazis denunziert. Jetzt hat er sein eigenes kleines Transportunternehmen. Er hilft Käthe und Lilo und stellt ihnen den Keller zur Verfügung. Doch kann dies gutgehen? Und welche Rolle spielt der britische Offizier? Hat er wirklich keine bösen Hintergedanken, wenn er Lilo hilft?

Gina Mayer hat ein sehr realistisches Bild der Zeit direkt nach dem 2. Weltkrieg gezeichnet. Ich habe Ihnen an dieser Stelle bereits öfter Bücher aus dieser Zeit vorgestellt, doch keins hat mich so sehr beschäftig wie dieses. Bei den anderen Büchern hörte die Zeit sich immer noch lebenswert und wie ein großes Abenteuer an. Alles war möglich. Die Personen der anderen Bücher waren Helden, die unschuldig waren an dem, was passiert ist. Gina Mayer beschreibt aber sehr deutlich, dass jeder einzelne eine gewisse Schuld auf sich geladen hat. Und sie beschreibt sehr gut, was für ein Leben die Menschen verloren haben. Sie stehen wirklich wieder ganz am Anfang. Es ist fast wie in der Steinzeit. Die Menschen haben nichts mehr, aber sie haben Hunger. Und um diesen zu stillen, sind sie bereit fast alles zu tun. Sie können sich noch überhaupt nicht vorstellen, dass das Leben jemals wieder schön und lebenswert wird. Ein sehr trauriges und nachdenklich stimmendes Buch, das den Menschen dieser Zeit, die den Wiederaufbau geschafft haben, ein Denkmal setzt. Aber dieses Buch zeigt auch deutlich auf, wie schön man seine Vergangenheit reinwaschen konnte.

ebooks

Welt in Flammen

Benjamin Monferat

EUR 19,99 *
auf Merkliste

40

22.09.2014

„Die letzte Fahrt des Simplon Orient Express”

Am 25. Mai 1940 bricht der Simplon Orient Express zu seiner letzten Fahrt nach Istanbul auf. An Bord des legendären Zuges befindet sich eine Reihe von Reisenden, die etwas anderes sind als sie erscheinen. Und auch der Zug selbst birgt ein Geheimnis, welches für die Reisenden eine Gefahr ist, von der sie zu Beginn der Reise nichts ahnen. Und so verfolgen wir als Leser diese 2 Tage dauernde Reise fast minutiös. Eingeschlossen sind einige Zwischenspiele, die weitere Informationen zum Geheimnis preisgeben. Doch wer sind die geheimnisvollen Gäste?

- Eva Heilmann, eine junge, deutsche Jüdin, die mit dem König im Exil Carol von Carpathien liiert war
- Lieutenant-colonel Claude Lourdan, der mit zwei Mitarbeitern einen ganz speziellen Wagon beschützen muss
- Gaston Thuillet, der Vertreter der Eisenbahngesellschaft, dem die Pünktlichkeit des Zuges oberstes Gebot ist
- Ingolf Helmbrecht, der unter dem Namen Ludvig Mueller vorgibt ein Amerikaner zu, aber ein deutscher Agent ist
- Raoul und George, die beiden Kabinenstewards
- Die Familie um den Großfürsten Constantin Romanow, bestehend aus seiner Frau Katharina Nikolajewna, dem Sohn Alexej und den Töchtern Xenia und Elena
- Der König im Exil Carol von Carpathien und sein Stab
- Der Selfmade-Öl-Millionär Paul Richards und seine blutjunge Ehefrau Vera
- Boris Petrowitsch Kadynow, ein Agent der Sowjetunion
- Betty Marshall, eine Hollywood-Diva, die ihre großen Zeiten als Stummfilmstar hatte
- Basil Algernoon Fitz-Edwards, fast schon eine Karikatur eines typisch Tweed-gewandeten Engländers
- Monsignore Pedro de la Rosa, ein Botschafter des Papstes

All diese Menschen treffen auf dieser Reise aufeinander. Sie beäugen sich skeptisch, denn jeder, der selbst Agent ist, ahnt, dass auch andere etwas anderes sind, als sie vorgeben. Aber alle Agenten verfolgen ganz unterschiedliche Ziele, die einander eigentlich gar nicht in die Quere kommen müssen. Und was planen der russische Großfürst und der carpathische König miteinander? Natürlich kommt zu dieser ausgesprochen spannenden Spionagegeschichte auch noch ein Hauch von Liebe, Leidenschaft und Verrat hinzu.

Aus dieser ganzen abenteuerlichen Mischung ergibt sich ein sehr spannender Spionageroman, der auf ein fulminantes Finale hinausläuft. Er enthält ein wenig Agatha Christie und ein wenig Ken Follett. Am Anfang ist es nicht ganz so einfach sich zwischen diesen vielen Personen zurechtzufinden, aber wenn man das erst einmal geschafft hat, stellt man schnell eigene Vermutungen an.

Am Ende des Buches befinden sich zum Glück eine Skizze zu den drei für die Handlung wichtigen Wagen und ein Personenverzeichnis, welches gerade am Anfang für die Leser durchaus wichtig sein kann.

Benjamin Monferat ist übrigens ein geschlossenes Pseudonym eines erfolgreichen deutschen Autors und Historikers.


1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

07.09.2014

„Ein wunderbares Buch über eine Liebe, die nicht sein darf”

Bethan Roberts ist eine junge britische Autorin, die sich mit ihren beiden früheren Romanen „Stille Wasser“ (Antje Kunstmann) und „Köchin für einen Sommer“ (Diana Taschenbuch) bereits einen Namen gemacht hat. Sie hat das Geschick, immer wieder völlig verschiedene Geschichten aus unterschiedlichen Zeiten zu erzählen.

Dieses Mal erzählt sie die Geschichte einer ungeplanten Dreiecksbeziehung aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. 1957 - Marion und Patrick verlieben sich beide in den gleichen Mann – Tom. Doch Marion ahnt nicht, dass sie für Tom nicht die große Liebe ist wie sie denkt, obwohl ihre beste Freundin und Toms Schwester sie gewarnt hat. Denn Tom hat sich in den Kurator des Museums Patrick verliebt. Als Tom ihr endlich einen Heiratsantrag macht, ist sie überglücklich. Nach und nach merkt allerdings auch Marion, dass etwas an der Freundschaft zwischen Tom und Patrick nicht stimmt. Die Situation eskaliert und zerstört damit drei Leben.

Die Autorin hat ein schwieriges Thema mutig und sehr einfühlsam aufgegriffen. Homosexualität war in England in den fünfziger Jahren noch strafbar. Die Männer und Frauen haben sich im Geheimen getroffen und häufig ein Scheinleben aufgebaut. Sie wurden sie immer von der Angst beherrscht, entdeckt und denunziert zu werden. Bethan Roberts schreibt diese Geschichte aus zwei Perspektiven. Zum einen schreibt Marion ihre Sicht der Geschichte 1999 auf. Sie will sie Patrick, der inzwischen durch einen Schlaganfall ein Pflegefall geworden ist, vorlesen. Die zweite Perspektive ist ein Tagebuch, das Patrick 1957 begonnen hat, als er sich in Tom, seinen Polizisten verliebt hat. Diese beiden Geschichten wechseln sich ab und laufen so auf das große, tragische Finale zu.

„Der Liebhaber meines Mannes“ ist ein wundervoller Roman, der für Toleranz wirbt. Die Autorin verurteilt aber auch Marion nicht, die einfach in der damaligen Zeit mit der Situation überfordert war. Was bin ich glücklich, dass ich nicht damals gelebt habe. Denn heute sind wir zum Glück soweit, dass Homosexualität in großen Teilen von der Gesellschaft toleriert wird.

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