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10

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123
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40

27.01.2015

„Was ist in Hattusa passiert?”

Vor nicht so langer Zeit hatte ich Ihnen versprochen, dass ich Ihnen das Buch „Die Stadt der schweigenden Berge“ vorstellen will, da Carmen Lobato das 3. Pseudonym der von mir sehr verehrten Autorin Charlotte Roth/Charlotte Lyne ist. Da dies das 1. Buch ist, welches ich unter diesem Namen von ihr gelesen habe, kann ich das Genre noch nicht ganz erkennen, für das dieser Autorenname steht.

Carmen Lobato erzählt die Geschichte der jungen Studentin Amarna, deren Fächer Altorientalistik und Archäologie sind. Die Geschichte beginnt 1930 in Berlin. In dieser Zeit war es noch etwas Ungewöhnliches, dass Frauen studieren durften. Und so hat Amarna auch sehr zu kämpfen. Sie sitzt gerade über ihrer Magisterarbeit über das Gilgamesch-Epos, wobei es ihr besonders die hethitische Version, die sich deutlich von den babylonischen unterscheidet, angetan hat. Sie beschließt, dass sie unbedingt nach Hattusa reisen muss, wo diese Version Anfang des 20. Jahrhunderts gefunden wurde. Ihr Vater Tilmann Brandstätter und sein Freund und Amarnas Pate Merten Schobert, beides ebenfalls Altorientalisten, verbieten es ihr ohne weitere Erklärungen. Doch es kommt ganz anders als geplant. Und so macht sich Amarna mit ihrem Freund Paul, ebenfalls ein Student ihrer Fakultät, auf den Weg in die Türkei. Erst später erfährt sie, wer ihr diese Reise ermöglicht hat. In Istanbul lernt sie Amarn kennen. Amarn ist ein sehr attraktiver junger Mann, der ganz offensichtlich etwas weiß, was für sie wichtig ist. Doch was ist es? Und kann sie ihm trauen? Es beginnt eine abenteuerliche Reise, die am Ende tatsächlich nach Hattusa führt. Und dort werden sich endlich alle Fragen klären.

Das Buch ist in fünf Teile gegliedert. Am Ende jedes Teils erzählt die Autorin die Geschichte von Puduhepa, der Tochter eines Priesters, die Hattusili, den Bruder und Heerführer des Königs Urhi-Tesub, aus dem Land Hatti, heiratet. Doch die Liebe dieser Personen aus dem 13. Jahrhundert vor Chr. nimmt kein gutes Ende. Warum sind die Stadt Hattusa und das Land der Hethiter untergegangen? Und was hat diese Geschichte mit der Geschichte von Amarna zu tun?

Herausgekommen ist ein ausgesprochen spannender Roman, der sich teilweise wie ein Krimi liest, denn auf der Reise von Amarna passieren einige ungereimte Dinge, die durchaus Leben kosten können. Die Autorin hat einige wichtige Aspekte der Geschichte der damaligen Zeit in ihren Roman eingebettet. So stellt sie indirekt die Frage, wer das Recht auf archäologische Fundstücke hat? Auch spricht sie einen ganz wichtigen Teil der Geschichte der Türkei an. Doch ich will Ihnen nicht zu viel verraten. Lassen Sie sich einfach selbst in diesen Roman hineinziehen und lösen sie das Rätsel. Und lassen Sie sich nicht von den etwas gewöhnungsbedürftigen Namen abschrecken.

auf Merkliste

50

27.01.2015

„Herrlich abgedreht und verrückt”

Ein witziges Cover, ein ansprechender Klappentext und eine vielversprechende Autoren-Biografie – das hat mich dazu veranlasst, zu diesem Buch zu greifen. Und obwohl es sich als ganz anders, als von mir gedacht, entpuppt hat, hat es sich gelohnt!

Die Inhaltsangabe stimmt schon, wirklich falsch ist sie nicht, aber … Das Buch beginnt damit, dass Bee, die sympathische knapp 15jährige Tochter von Bernadette, sich darüber aufregt, dass ihr Vater Elgie ihr keine richtige Antwort darauf gibt, wo ihre Mutter abgeblieben sei. Sie wird von ihm damit abgespeist, dass es nichts mit ihr zu tun habe, und dass kein Mensch je alles über einen anderen Menschen wissen könne. Und dann beginnt die eigentliche Geschichte, die aus verschiedensten Schnipseln besteht. Es folgt eine Beschreibung von Bees Schule, der wunderbaren Galer Street School, in welcher die Kinder optimal gefördert werden, es keine schlechten Schulnoten gibt, und die Eltern ganz viel Eigeninitiative zeigen sollten. Und nun will die Schule hoch hinaus. Es sollen die sogenannten Mercedes-Eltern gewonnen werden. dazu soll es einen Brunch bei Bees direkten Nachbarn; den Griffins, geben. Da Bees Familie überhaupt nicht in dieses Szenario hineinpasst, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Und irgendwann in der Mitte des Buches verschwindet Bernadette.

Es ist ein herrlich abgedrehtes Buch. Die Handlung baut sich aus verschiedensten E-Mails, Zetteln, Zeitungsartikeln und anderen Notizen auf. Immer wieder tauchen dazwischen Kommentare von Bee auf, die dem ganzen einen Zusammenhalt geben. Durch den Anfang wissen wir, dass Bernadette verschwunden ist. Dann erfahren wir peu á peu die Geschichte, wie es überhaupt zu dem Drama kommen konnte. Und wir lernen die Hauptpersonen kennen.

- Bernadette, Bees Mutter, die etwas anders ist. Anscheinend mag sie keinen persönlichen Kontakt zu anderen Menschen und lässt deshalb alles von einem indischen Onlinedienst erledigen.
- Elgie, Bernadettes Ehemann, der ein hohes Tier bei Microsoft in der Entwicklung ist.
- Audrey, die perfekte Seattle-Mum, ist die direkte Nachbarin von Bee, Bernadette und Elgie. Bernadette kann sie und die anderen Mütter nicht ausstehen und nennt sie Gnitzen.
- Soo-Lin Lee-Segal, ebenfalls eine Gnitze und gleichzeitig die neue Sekretärin von Elgie.

Alles läuft auf eine große Katastrophe zu. Und als Elgie seine Frau endlich damit konfrontiert, verschwindet sie. Wo ist Bernadette? Ist ihr etwas zugestoßen? Alle gehen davon aus. Alle, außer Bee!

Eine verrückte Handlung, die die Leser immer mal wieder in eine falsche Richtung lockt. Total überdreht und doch in sich geschlossen. Es macht Spaß, diese ganzen Schnipsel zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Und am Ende versteht man auch, wie es zu dieser Form der Geschichte kommen konnte.

Ich kann dieses Buch ganz schlecht mit anderen vergleichen, denn es ist schon sehr einzigartig. Vom Humor hat es mich ein wenig an Mark Childress „Verrückt in Alabama“ und Jonas Jonasson „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ erinnert. Und wenn Sie diese beiden Bücher kennen, dann Ein witziges Cover, ein ansprechender Klappentext und eine vielversprechende Autoren-Biografie – das hat mich dazu veranlasst, zu diesem Buch zu greifen. Und obwohl es sich als ganz anders, als von mir gedacht, entpuppt hat, hat es sich gelohnt!

Die Inhaltsangabe stimmt schon, wirklich falsch ist sie nicht, aber … Das Buch beginnt damit, dass Bee, die sympathische knapp 15jährige Tochter von Bernadette, sich darüber aufregt, dass ihr Vater Elgie ihr keine richtige Antwort darauf gibt, wo ihre Mutter abgeblieben sei. Sie wird von ihm damit abgespeist, dass es nichts mit ihr zu tun habe, und dass kein Mensch je alles über einen anderen Menschen wissen könne. Und dann beginnt die eigentliche Geschichte, die aus verschiedensten Schnipseln besteht. Es folgt eine Beschreibung von Bees Schule, der wunderbaren Galer Street School, in welcher die Kinder optimal gefördert werden, es keine schlechten Schulnoten gibt, und die Eltern ganz viel Eigeninitiative zeigen sollten. Und nun will die Schule hoch hinaus. Es sollen die sogenannten Mercedes-Eltern gewonnen werden. dazu soll es einen Brunch bei Bees direkten Nachbarn; den Griffins, geben. Da Bees Familie überhaupt nicht in dieses Szenario hineinpasst, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Und irgendwann in der Mitte des Buches verschwindet Bernadette.

Es ist ein herrlich abgedrehtes Buch. Die Handlung baut sich aus verschiedensten E-Mails, Zetteln, Zeitungsartikeln und anderen Notizen auf. Immer wieder tauchen dazwischen Kommentare von Bee auf, die dem ganzen einen Zusammenhalt geben. Durch den Anfang wissen wir, dass Bernadette verschwunden ist. Dann erfahren wir peu á peu die Geschichte, wie es überhaupt zu dem Drama kommen konnte. Und wir lernen die Hauptpersonen kennen.

- Bernadette, Bees Mutter, die etwas anders ist. Anscheinend mag sie keinen persönlichen Kontakt zu anderen Menschen und lässt deshalb alles von einem indischen Onlinedienst erledigen.
- Elgie, Bernadettes Ehemann, der ein hohes Tier bei Microsoft in der Entwicklung ist.
- Audrey, die perfekte Seattle-Mum, ist die direkte Nachbarin von Bee, Bernadette und Elgie. Bernadette kann sie und die anderen Mütter nicht ausstehen und nennt sie Gnitzen.
- Soo-Lin Lee-Segal, ebenfalls eine Gnitze und gleichzeitig die neue Sekretärin von Elgie.

Alles läuft auf eine große Katastrophe zu. Und als Elgie seine Frau endlich damit konfrontiert, verschwindet sie. Wo ist Bernadette? Ist ihr etwas zugestoßen? Alle gehen davon aus. Alle, außer Bee!

Eine verrückte Handlung, die die Leser immer mal wieder in eine falsche Richtung lockt. Total überdreht und doch in sich geschlossen. Es macht Spaß, diese ganzen Schnipsel zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Und am Ende versteht man auch, wie es zu dieser Form der Geschichte kommen konnte.

Ich kann dieses Buch ganz schlecht mit anderen vergleichen, denn es ist schon sehr einzigartig. Vom Humor hat es mich ein wenig an Mark Childress „Verrückt in Alabama“ und Jonas Jonasson „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ erinnert. Und wenn Sie diese beiden Bücher kennen, dann können Sie schon erkennen, in was für eine eigenwillige Richtung das Buch geht. Lassen Sie sich überraschen!
können Sie schon erkennen, in was für eine eigenwillige Richtung das Buch geht. Lassen Sie sich überraschen!

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40

27.01.2015

„Was ist in Hattusa passiert?”

Vor nicht so langer Zeit hatte ich Ihnen versprochen, dass ich Ihnen das Buch „Die Stadt der schweigenden Berge“ vorstellen will, da Carmen Lobato das 3. Pseudonym der von mir sehr verehrten Autorin Charlotte Roth/Charlotte Lyne ist. Da dies das 1. Buch ist, welches ich unter diesem Namen von ihr gelesen habe, kann ich das Genre noch nicht ganz erkennen, für das dieser Autorenname steht.

Carmen Lobato erzählt die Geschichte der jungen Studentin Amarna, deren Fächer Altorientalistik und Archäologie sind. Die Geschichte beginnt 1930 in Berlin. In dieser Zeit war es noch etwas Ungewöhnliches, dass Frauen studieren durften. Und so hat Amarna auch sehr zu kämpfen. Sie sitzt gerade über ihrer Magisterarbeit über das Gilgamesch-Epos, wobei es ihr besonders die hethitische Version, die sich deutlich von den babylonischen unterscheidet, angetan hat. Sie beschließt, dass sie unbedingt nach Hattusa reisen muss, wo diese Version Anfang des 20. Jahrhunderts gefunden wurde. Ihr Vater Tilmann Brandstätter und sein Freund und Amarnas Pate Merten Schobert, beides ebenfalls Altorientalisten, verbieten es ihr ohne weitere Erklärungen. Doch es kommt ganz anders als geplant. Und so macht sich Amarna mit ihrem Freund Paul, ebenfalls ein Student ihrer Fakultät, auf den Weg in die Türkei. Erst später erfährt sie, wer ihr diese Reise ermöglicht hat. In Istanbul lernt sie Amarn kennen. Amarn ist ein sehr attraktiver junger Mann, der ganz offensichtlich etwas weiß, was für sie wichtig ist. Doch was ist es? Und kann sie ihm trauen? Es beginnt eine abenteuerliche Reise, die am Ende tatsächlich nach Hattusa führt. Und dort werden sich endlich alle Fragen klären.

Das Buch ist in fünf Teile gegliedert. Am Ende jedes Teils erzählt die Autorin die Geschichte von Puduhepa, der Tochter eines Priesters, die Hattusili, den Bruder und Heerführer des Königs Urhi-Tesub, aus dem Land Hatti, heiratet. Doch die Liebe dieser Personen aus dem 13. Jahrhundert vor Chr. nimmt kein gutes Ende. Warum sind die Stadt Hattusa und das Land der Hethiter untergegangen? Und was hat diese Geschichte mit der Geschichte von Amarna zu tun?

Herausgekommen ist ein ausgesprochen spannender Roman, der sich teilweise wie ein Krimi liest, denn auf der Reise von Amarna passieren einige ungereimte Dinge, die durchaus Leben kosten können. Die Autorin hat einige wichtige Aspekte der Geschichte der damaligen Zeit in ihren Roman eingebettet. So stellt sie indirekt die Frage, wer das Recht auf archäologische Fundstücke hat? Auch spricht sie einen ganz wichtigen Teil der Geschichte der Türkei an. Doch ich will Ihnen nicht zu viel verraten. Lassen Sie sich einfach selbst in diesen Roman hineinziehen und lösen sie das Rätsel. Und lassen Sie sich nicht von den etwas gewöhnungsbedürftigen Namen abschrecken.

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50

27.01.2015

„Herrlich abgedreht und verrückt”

Ein witziges Cover, ein ansprechender Klappentext und eine vielversprechende Autoren-Biografie – das hat mich dazu veranlasst, zu diesem Buch zu greifen. Und obwohl es sich als ganz anders, als von mir gedacht, entpuppt hat, hat es sich gelohnt!

Die Inhaltsangabe stimmt schon, wirklich falsch ist sie nicht, aber … Das Buch beginnt damit, dass Bee, die sympathische knapp 15jährige Tochter von Bernadette, sich darüber aufregt, dass ihr Vater Elgie ihr keine richtige Antwort darauf gibt, wo ihre Mutter abgeblieben sei. Sie wird von ihm damit abgespeist, dass es nichts mit ihr zu tun habe, und dass kein Mensch je alles über einen anderen Menschen wissen könne. Und dann beginnt die eigentliche Geschichte, die aus verschiedensten Schnipseln besteht. Es folgt eine Beschreibung von Bees Schule, der wunderbaren Galer Street School, in welcher die Kinder optimal gefördert werden, es keine schlechten Schulnoten gibt, und die Eltern ganz viel Eigeninitiative zeigen sollten. Und nun will die Schule hoch hinaus. Es sollen die sogenannten Mercedes-Eltern gewonnen werden. dazu soll es einen Brunch bei Bees direkten Nachbarn; den Griffins, geben. Da Bees Familie überhaupt nicht in dieses Szenario hineinpasst, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Und irgendwann in der Mitte des Buches verschwindet Bernadette.

Es ist ein herrlich abgedrehtes Buch. Die Handlung baut sich aus verschiedensten E-Mails, Zetteln, Zeitungsartikeln und anderen Notizen auf. Immer wieder tauchen dazwischen Kommentare von Bee auf, die dem ganzen einen Zusammenhalt geben. Durch den Anfang wissen wir, dass Bernadette verschwunden ist. Dann erfahren wir peu á peu die Geschichte, wie es überhaupt zu dem Drama kommen konnte. Und wir lernen die Hauptpersonen kennen.

- Bernadette, Bees Mutter, die etwas anders ist. Anscheinend mag sie keinen persönlichen Kontakt zu anderen Menschen und lässt deshalb alles von einem indischen Onlinedienst erledigen.
- Elgie, Bernadettes Ehemann, der ein hohes Tier bei Microsoft in der Entwicklung ist.
- Audrey, die perfekte Seattle-Mum, ist die direkte Nachbarin von Bee, Bernadette und Elgie. Bernadette kann sie und die anderen Mütter nicht ausstehen und nennt sie Gnitzen.
- Soo-Lin Lee-Segal, ebenfalls eine Gnitze und gleichzeitig die neue Sekretärin von Elgie.

Alles läuft auf eine große Katastrophe zu. Und als Elgie seine Frau endlich damit konfrontiert, verschwindet sie. Wo ist Bernadette? Ist ihr etwas zugestoßen? Alle gehen davon aus. Alle, außer Bee!

Eine verrückte Handlung, die die Leser immer mal wieder in eine falsche Richtung lockt. Total überdreht und doch in sich geschlossen. Es macht Spaß, diese ganzen Schnipsel zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Und am Ende versteht man auch, wie es zu dieser Form der Geschichte kommen konnte.

Ich kann dieses Buch ganz schlecht mit anderen vergleichen, denn es ist schon sehr einzigartig. Vom Humor hat es mich ein wenig an Mark Childress „Verrückt in Alabama“ und Jonas Jonasson „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ erinnert. Und wenn Sie diese beiden Bücher kennen, dann können Sie schon erkennen, in was für eine eigenwillige Richtung das Buch geht. Lassen Sie sich überraschen!

auf Merkliste

50

16.01.2015

„Zwei Königskinder können zusammen nicht kommen …”

Wer sich dieses Titelbild anschaut und sich ein wenig auskennt, den erinnert das Cover von „Über uns die Nacht“ von Anat Talshir an das Buch „Während die Welt schlief von Susan Abulhawa. Und das hat der Diana Verlag mit Sicherheit auch ganz bewusst so gewählt, denn beide Bücher eint, dass sie etwas mit Israel und Palästina zu tun haben und in der Zeit von 1947 bis heute spielen. Beide eint allerdings auch, dass die Cover in eine ganz falsche Richtung weisen, denn beide Bücher sind keine seichten Schmonzetten. Aber dann hört die Gemeinsamkeit auch schon auf! Während Susan Abulhawa eine tragische Familiengeschichte aus der Sicht der Palästinenser erzählt, beschreibt Anat Talshir eine unmögliche Liebe zwischen einer jungen Jüdin und einem jungen, christlichen Araber.

Anat Talshir ist eine angesehene Investigativ-Journalistin, Moderatorin und unterrichtet Creative Writing. Sie wurde bereits mit dem angesehenen Sokolov-Preis ausgezeichnet. Sie wurde in Jerusalem geboren.

Der Roman „Über uns die Nacht“ beginnt 2006 im Krankenhaus in Jerusalem. Elias, ein alter Mann von 86 Jahren, liegt dort und bittet Nomi, eine junge Frau, ihm zu helfen, selbstbestimmt aus dem Leben scheiden zu dürfen. Denn seitdem seine große Liebe Lila gestorben ist, möchte er nicht mehr weiterleben. Dann geht die Geschichte zurück in das Jahr 1947, wo sich Lila, eine junge, alleinstehende Jüdin, und Elias, ein junger, erfolgreicher arabischer Teehändler auf einem Fest der Briten kennenlernen. Die beiden sind voneinander fasziniert, verlieren sich aber wieder aus den Augen. Doch dann treffen sie sich unvermutet wieder und daraus erwächst langsam aber sicher eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Sie verleben heimlich eine schöne Zeit miteinander, doch dann wird der Staat Israel offiziell gegründet und sie können einander nicht mehr treffen. Und so wandert die Geschichte zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. Wir erleben eine große, tragische Liebe eingebettet in die schwierige Situation der Staatsgründung Israels. Sie finden zeitweise sogar noch Möglichkeiten, einander zu sehen, oder sich wenigstens Botschaften zukommen zu lassen. Doch dann ist für 19 Jahre nichts mehr möglich. Wie gehen die beiden damit um? Hat ihre Liebe noch eine Chance?

Irgendwann lernen wir dann in der Geschichte auch noch die Familie von Margo und Menasche kennen. Margo ist eine Freundin von Lila und Nomi ihre Tochter. Und Nomi wird in der Liebesgeschichte von Elias und Lila noch eine große Rolle spielen. Deshalb bittet er auch ausgerechnet sie, ihm im Alter zu helfen.

„Über uns die Nacht“ ist ein wunderschön und sehr sensibel erzählter Liebesroman. Eingebettet in diese tragische Liebesgeschichte ist die ebenfalls tragische Geschichte der Menschen in dem ehemaligen Mandatsgebiet der Briten und speziell die der Menschen in Jerusalem. Anders als Susan Abulhawa wertet Anat Talshir nicht. Und trotzdem bekommt man ganz viel von dieser sehr speziellen Situation mit. Auf beiden Seiten werden Fehler gemacht und die Menschen reagieren zum Teil über. Im Anschluss an den Roman gibt die Autorin noch einen kurzen Überblick über die Geschichte von 1897 bis 2006.

Ein wunderbarer Liebesroman eingebettet in die tragische Geschichte des Staates Israel und all der darin beteiligten Menschen.

buch

Apfelrosenzeit

Anneke Mohn

EUR 9,99 *
auf Merkliste

40

16.01.2015

„Vier Freundinnen und ein großer Neuanfang”

Erinnern Sie sich noch an den Überraschungserfolg „Kirschsommer“? Dieses humorvolle und warmherzige Buch ist von der Autorin Anneke Mohn. Und nun ist endlich ein zweites Buch dieser Autorin erschienen. Wieder hat es ein ausgesprochen schönes Cover bekommen. Aber „Apfelrosenzeit“ ist ganz anders als “Kirschsommer“! Doch lassen Sie sich überraschen.

Anneke Mohn erzählt dieses Mal von 4 Freundinnen, die nach dem Tod einer weiteren Freundin deren Haus in Kiel für den Verkauf vorbereiten sollen. Alle fünf Frauen haben in einer WG in diesem Haus zusammengelebt. Danach haben sie noch Kontakt zueinander gehalten. Jetzt sind sie um die vierzig Jahre alt und das WG-Leben ist 15 Jahre her. Die vier Freundinnen sind:

- Sanne, verheiratet mit Robert und Mutter zweier Kinder im Teenager-Alter, ist Hausfrau und Mutter. Als das erste Kind kam, haben sie und Robert geheiratet und Sanne hat das Studium abgebrochen.
- Mona arbeitet für eine Kochshow im Fernsehen, obwohl sie so gar keine Hausfrau und Köchin ist. Sie liebt ihr ungebundenes Leben. Zur Zeit ist sie mit dem verheirateten Schauspieler Peter liiert,
- Kirsten ist mit Bernd verheiratet. Sie ist Lehrerin und spielt in einem Orchester Violine. Sie war immer diejenige in der WG, die für Frieden und Ordnung sorgte.
- Fritzi ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Mädchens und arbeitet als Fotografin.

Jetzt treffen sie sich zum ersten Mal wieder nach dem Tod ihrer Freundin Isa, die bei einem Autounfall tragisch ums Leben gekommen ist. Die Frauen fangen an das Haus zu entrümpeln. Und an den Abenden reden sie über die Vergangenheit und die Gegenwart. Schnell zeigt sich, dass es bei allen vier Geheimnisse gibt, von denen sie gar nicht möchten, dass sie ans Tageslicht kommen. An einem Abend im Dezember eskaliert die Situation endgültig. Und ein Jahr später ist nichts mehr so, wie es am Anfang war. Doch um zu wissen, was in diesem einen Jahr alles passiert, sollten Sie den Roman lesen.

Anneke Mohn hat wieder einen wunderbaren, warmherzigen Frauenroman geschrieben. Sie erzählt liebevoll von ihren vier Frauen, die alle durchaus nachvollziehbare Probleme unserer Zeit haben. Zum Glück treten diese Probleme zumeist nicht so geballt im wirklichen Leben auf, aber zu so einem Roman gehört das natürlich dazu. Herausgekommen ist ein schöner Roman über die Freundschaft, bei dem die Freundinnen zusammenhalten und mit den Schwierigkeiten des Lebens fertigwerden. Dieses Mal ist der Roman ernster als der erste. Für den Humor war nicht so der Platz. Aber ich habe ihn wieder mit viel Freude gelesen und war teilweise überrascht, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt hat. Es ist eine gelungene Mischung aus ernsten Problemen, die mit leichter Hand dargestellt werden. Einfach eine leichte Lektüre, um abzuschalten.

Gute Unterhaltung für Leserinnen von Romanen von Gabriella Engelmann.

ebooks

Kindeswohl

Ian McEwan

EUR 19,99 *
auf Merkliste

50

16.01.2015

„Schwierige Entscheidungen”

Ian McEwan ist für sie alle kein unbekannter Autor mehr. Und er ist ein Garant für sehr gute Romane, die sich mit ganz unterschiedlichen Themen beschäftigen. Gerade jetzt ist im Diogenes Verlag sein neues Buch erschienen. Auf den ersten Blick mag man enttäuscht sein, denn das Buch „Kindeswohl“ ist sehr dünn. Aber die Lektüre lohnt sich.

Der Autor erzählt dieses Mal die Geschichte einer Richterin für Familienrecht am High Court in London. Fiona Maye ist Ende fünfzig und seit 30 Jahren glücklich mit ihrem Mann Jack, der an der Universität Alte Geschichte doziert, verheiratet. Doch eines Abends bricht ihre wohlgeordnete Welt zusammen. Ihr Mann kommt nämlich mit einer sehr ungewöhnlichen Bitte auf sie zu. Er sagt ihr ganz offen, dass er sie liebt, aber sie nur noch wie Geschwister miteinander leben würden. Die Erotik ist auf der Strecke geblieben. Und deshalb bittet er sie um Erlaubnis, eine Affäre beginnen zu dürfen. Für Fiona bricht eine Welt zusammen. Und sie stellt ihn vor die Wahl, dass er sich entscheiden müsse. Beides gehe nicht. Er verlässt das Haus mit einem Koffer in der Hand. Ausgerechnet an diesem Abend bekommt Fiona noch einen neuen Fall, der sehr schnell entschieden werden muss. Es geht um einen Jungen (knapp 18 Jahre alt), der schwer an Leukämie erkrankt ist. Er benötigt dringend Bluttransfusionen. Doch das lehnen seine Eltern und auch er selbst ab, denn sie sind Zeugen Jehovas. Zu welcher Entscheidung kommt Fiona? Und wie wird ihre private Situation sie beeinflussen? Kann sie sich ganz auf ihre richterlichen Aufgaben besinnen?

Dieser Roman ist mit seinen 224 Seiten zwar nur ein dünnes Buch, aber es enthält davor sehr viel Stoff zum Nachdenken. Ian McEwan hat es in diesem Roman geschafft, einige Fälle von Kindesrecht einzubauen, die extrem unter die Haut gehen. Wer kann wirklich für das Kindeswohl entscheiden? Und was ist das Kindeswohl überhaupt. Es geht in diesem Roman vielfach um den Glauben, der die Möglichkeiten der Entwicklung der Kinder einschränkt (orthodoxe Juden, Zeugen Jehovas). Es geht aber auch um Leben oder Tod (Siamesische Zwillinge und Zeugen Jehovas). Wie soll ein Richter da die richtigen Entscheidungen treffen? Ian McEwan hat diese schwierigen Situationen in seinem Buch sehr gut beschrieben. Ich war sehr erstaunt, welche Entscheidung Fiona in dem Fall des knapp 18jährigen Adam gefällt hat. Diese Entscheidung verändert das Leben von Menschen von Grund auf. Und sie beeinflusst auch ihr eigenes Leben.

Der Roman wechselt zwischen der privaten Situation von Fiona und Jack und er beruflichen hin und her. Fiona verliert sich immer wieder in Gedanken in ihre früheren Fälle. Ist sie zu sehr mit ihrem Beruf verheiratet? Hat sie deshalb ihren Mann verloren? Und gerade diese Fälle zum Thema Kindeswohl machen diesen Roman besonders lesenswert. Wer hat das Recht zu entscheiden, wie und wo Kinder sich entwickeln dürfen? Wer hat das Recht über Leben und Tod entscheiden zu dürfen? Und was steht höher? Der Glauben oder das Leben?

Herausgekommen ist ein sehr intensives Buch. Ian McEwan bietet viel Stoff zum Nachdenken und Philosophieren. Er erzählt in einem knappen, prägnanten Stil, aber psychologisch sehr einfühlsam. Besonders beeindruckt hat mich das Gespräch zwischen der Richterin und dem knapp 18jährigen Jungen über das Leben, den Tod und den Glauben.






buch

Tanz auf Glas

Ka Hancock

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

16.01.2015

„Für Fans von „Ein ganzes halbes Jahr“”

„Tanz auf Glas“ ist der erste Roman der Amerikanerin Ka Hancock. Sie hat als Krankenschwester gearbeitet und sich dabei auf den Bereich der Psychiatrie spezialisiert.

Ka Hancock erzählt eine große, sehr dramatische Liebesgeschichte, in der sie zwei wichtige Themen aufgreift. Und dies hat sie sehr schön und zutiefst emotional gemacht. Es ist die Liebesgeschichte von Lu und Mickey, die trotz großer Hindernisse heiraten. Lu und ihre beiden älteren Schwestern Priss und Lilly haben ihre Eltern schon sehr früh verloren. Die Mutter ist an Krebs gestorben, und Lu hat sie dabei begleitet. Mickeys Mutter war stark depressiv und er selbst ist bipolar (manisch-depressiv). Als die beiden sich an Lus einundzwanzigstem Geburtstag kennenlernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Sie heiraten gegen den Willen von Lus Schwestern. In den ersten Jahren der Ehe erkrankt Lu an Krebs, überwindet diesen aber. Und Mickey hat meistens gute, aber immer auch mal wieder schlechte Phasen, in denen er in die Psychiatrie eingewiesen werden muss. Deshalb beschließen die beiden, dass sie keine Kinder bekommen dürfen. Doch es kommt anders. Lus Ärztin Charlotte entdeckt bei einer Routine-Kontrolle, dass Lu schwanger ist. Dürfen die beiden auf das Glück hoffen, ein gesundes Kind zu bekommen? Und wird Lus Körper eine Schwangerschaft unbeschadet überstehen?

Die Autorin erzählt die Geschichte sehr geschickt. Am Anfang eines Kapitels werden in kursiver Schrift die Gedanken Mickeys dargestellt, dann erzählt Lu die Geschichte. Sie berichtet, wie sie sich kennengelernt haben und wie sich die Krankheit Mickeys in der Beziehung bemerkbar macht. Man merkt hier schon, dass die Autorin sich als Krankenschwester mit dem Fachgebiet Psychiatrie, bei beiden Krankheitsbildern sehr gut auskennt. Herausgekommen ist eine wunderbare Liebesgeschichte, bei der man beim Lesen mit den Hauptpersonen mitzittert. Ich habe mit diesem Buch viel über diese beiden Krankheiten gelernt. Und dieses Buch regt ähnlich wie „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes zum Nachdenken und diskutieren an. Worüber verrate ich Ihnen an dieser Stelle nicht, denn Sie sollen das Buch ja noch lesen!

Mein Tipp für Sie: Wenn Sie ein sehr emotionaler Mensch sind, lesen Sie dieses Buch nicht in der Öffentlichkeit! Ich habe sehr weinen müssen!

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50

16.01.2015

„Zwei Königskinder können zusammen nicht kommen …”

Wer sich dieses Titelbild anschaut und sich ein wenig auskennt, den erinnert das Cover von „Über uns die Nacht“ von Anat Talshir an das Buch „Während die Welt schlief von Susan Abulhawa. Und das hat der Diana Verlag mit Sicherheit auch ganz bewusst so gewählt, denn beide Bücher eint, dass sie etwas mit Israel und Palästina zu tun haben und in der Zeit von 1947 bis heute spielen. Beide eint allerdings auch, dass die Cover in eine ganz falsche Richtung weisen, denn beide Bücher sind keine seichten Schmonzetten. Aber dann hört die Gemeinsamkeit auch schon auf! Während Susan Abulhawa eine tragische Familiengeschichte aus der Sicht der Palästinenser erzählt, beschreibt Anat Talshir eine unmögliche Liebe zwischen einer jungen Jüdin und einem jungen, christlichen Araber.

Anat Talshir ist eine angesehene Investigativ-Journalistin, Moderatorin und unterrichtet Creative Writing. Sie wurde bereits mit dem angesehenen Sokolov-Preis ausgezeichnet. Sie wurde in Jerusalem geboren.

Der Roman „Über uns die Nacht“ beginnt 2006 im Krankenhaus in Jerusalem. Elias, ein alter Mann von 86 Jahren, liegt dort und bittet Nomi, eine junge Frau, ihm zu helfen, selbstbestimmt aus dem Leben scheiden zu dürfen. Denn seitdem seine große Liebe Lila gestorben ist, möchte er nicht mehr weiterleben. Dann geht die Geschichte zurück in das Jahr 1947, wo sich Lila, eine junge, alleinstehende Jüdin, und Elias, ein junger, erfolgreicher arabischer Teehändler auf einem Fest der Briten kennenlernen. Die beiden sind voneinander fasziniert, verlieren sich aber wieder aus den Augen. Doch dann treffen sie sich unvermutet wieder und daraus erwächst langsam aber sicher eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Sie verleben heimlich eine schöne Zeit miteinander, doch dann wird der Staat Israel offiziell gegründet und sie können einander nicht mehr treffen. Und so wandert die Geschichte zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. Wir erleben eine große, tragische Liebe eingebettet in die schwierige Situation der Staatsgründung Israels. Sie finden zeitweise sogar noch Möglichkeiten, einander zu sehen, oder sich wenigstens Botschaften zukommen zu lassen. Doch dann ist für 19 Jahre nichts mehr möglich. Wie gehen die beiden damit um? Hat ihre Liebe noch eine Chance?

Irgendwann lernen wir dann in der Geschichte auch noch die Familie von Margo und Menasche kennen. Margo ist eine Freundin von Lila und Nomi ihre Tochter. Und Nomi wird in der Liebesgeschichte von Elias und Lila noch eine große Rolle spielen. Deshalb bittet er auch ausgerechnet sie, ihm im Alter zu helfen.

„Über uns die Nacht“ ist ein wunderschön und sehr sensibel erzählter Liebesroman. Eingebettet in diese tragische Liebesgeschichte ist die ebenfalls tragische Geschichte der Menschen in dem ehemaligen Mandatsgebiet der Briten und speziell die der Menschen in Jerusalem. Anders als Susan Abulhawa wertet Anat Talshir nicht. Und trotzdem bekommt man ganz viel von dieser sehr speziellen Situation mit. Auf beiden Seiten werden Fehler gemacht und die Menschen reagieren zum Teil über. Im Anschluss an den Roman gibt die Autorin noch einen kurzen Überblick über die Geschichte von 1897 bis 2006.

Ein wunderbarer Liebesroman eingebettet in die tragische Geschichte des Staates Israel und all der darin beteiligten Menschen.

ebooks

Apfelrosenzeit

Anneke Mohn

EUR 9,99 *
auf Merkliste

40

16.01.2015

„Vier Freundinnen und ein großer Neuanfang”

Erinnern Sie sich noch an den Überraschungserfolg „Kirschsommer“? Dieses humorvolle und warmherzige Buch ist von der Autorin Anneke Mohn. Und nun ist endlich ein zweites Buch dieser Autorin erschienen. Wieder hat es ein ausgesprochen schönes Cover bekommen. Aber „Apfelrosenzeit“ ist ganz anders als “Kirschsommer“! Doch lassen Sie sich überraschen.

Anneke Mohn erzählt dieses Mal von 4 Freundinnen, die nach dem Tod einer weiteren Freundin deren Haus in Kiel für den Verkauf vorbereiten sollen. Alle fünf Frauen haben in einer WG in diesem Haus zusammengelebt. Danach haben sie noch Kontakt zueinander gehalten. Jetzt sind sie um die vierzig Jahre alt und das WG-Leben ist 15 Jahre her. Die vier Freundinnen sind:

- Sanne, verheiratet mit Robert und Mutter zweier Kinder im Teenager-Alter, ist Hausfrau und Mutter. Als das erste Kind kam, haben sie und Robert geheiratet und Sanne hat das Studium abgebrochen.
- Mona arbeitet für eine Kochshow im Fernsehen, obwohl sie so gar keine Hausfrau und Köchin ist. Sie liebt ihr ungebundenes Leben. Zur Zeit ist sie mit dem verheirateten Schauspieler Peter liiert,
- Kirsten ist mit Bernd verheiratet. Sie ist Lehrerin und spielt in einem Orchester Violine. Sie war immer diejenige in der WG, die für Frieden und Ordnung sorgte.
- Fritzi ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Mädchens und arbeitet als Fotografin.

Jetzt treffen sie sich zum ersten Mal wieder nach dem Tod ihrer Freundin Isa, die bei einem Autounfall tragisch ums Leben gekommen ist. Die Frauen fangen an das Haus zu entrümpeln. Und an den Abenden reden sie über die Vergangenheit und die Gegenwart. Schnell zeigt sich, dass es bei allen vier Geheimnisse gibt, von denen sie gar nicht möchten, dass sie ans Tageslicht kommen. An einem Abend im Dezember eskaliert die Situation endgültig. Und ein Jahr später ist nichts mehr so, wie es am Anfang war. Doch um zu wissen, was in diesem einen Jahr alles passiert, sollten Sie den Roman lesen.

Anneke Mohn hat wieder einen wunderbaren, warmherzigen Frauenroman geschrieben. Sie erzählt liebevoll von ihren vier Frauen, die alle durchaus nachvollziehbare Probleme unserer Zeit haben. Zum Glück treten diese Probleme zumeist nicht so geballt im wirklichen Leben auf, aber zu so einem Roman gehört das natürlich dazu. Herausgekommen ist ein schöner Roman über die Freundschaft, bei dem die Freundinnen zusammenhalten und mit den Schwierigkeiten des Lebens fertigwerden. Dieses Mal ist der Roman ernster als der erste. Für den Humor war nicht so der Platz. Aber ich habe ihn wieder mit viel Freude gelesen und war teilweise überrascht, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt hat. Es ist eine gelungene Mischung aus ernsten Problemen, die mit leichter Hand dargestellt werden. Einfach eine leichte Lektüre, um abzuschalten.

Gute Unterhaltung für Leserinnen von Romanen von Gabriella Engelmann.

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