Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Wird nicht angezeigt
Rezensionen:
156 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 27

nicht hilfreich: 4

Rang:
209

Rezensionen

50

24.05.2013

„Ein letztes Bacchanal - und dann weg”

Gabriel Brockell ist zwar erst Mitte zwanzig, aber er hat genug vom Leben und beschließt, sich umzubringen. Aber einmal noch will er ein großes Fest feiern, einmal noch den Rausch des Lebens mit allen Sinnen – und mit allen möglichen Drogen – auskosten, und dann Schluss.

Er flieht aus einer Drogenentzugsklinik und fliegt nach Japan, um den einzigen Jugendfreund zu besuchen. Dieser ist ein genialer Koch, und Gabriel erzählt ihm die Idee von einem ultimativen Bacchanal, einem Abend, exquisit und einzigartig. Doch bei Smuts geht einiges schief, und er landet im Gefängnis. Gabriel kommt nach Berlin, und tatsächlich scheint sich etwas zu entwickeln in Sachen besonderes Fest…

DBC (dirty but clean) Pierre ist ein toller Autor: die Dialoge, das ganze Setting dieses Buches ist irgendwie surreal, total grotesk. Gabriel ist eigentlich ein totales Kotzbrocken, selbstmitleidig und nur auf den ultimativen Kick aus. Und doch fiebert, leidet man mit ihm und begleitet ihn auf seinem Weg zum großen Finale. Wie geht’s aus? Selber lesen, es lohnt sich!

50

29.04.2013

„Ein sympathischer Bankräuber”

Es ist 1969, und Willie Sutton wird nach 17 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Er hat mit einer Zeitung einen Exklusivvertrag, und so fährt er mit einem Fotografen und einem Reporter die wichtigen Plätze seines Lebens ab, um sich zu erinnern. Und Willie erzählt, wie er aufwuchs in dem armen irischen Viertel, er erzählt von ersten Überfällen und von den vielen Banküberfällen, die ihn zu einer Berühmtheit gemacht haben. Die Banken waren schon damals nicht gut angeschrieben bei der Bevölkerung, das macht den Roman ziemlich aktuell, und Willie spaziert in verschiedenen Verkleidungen hinein und holt sich das Geld heraus. Durch seine spezielle Vorgehensweise – Verkleidung und Vermeidung von Blutvergießen – wird er bald „Willie the Actor“ genannt und genießt in der Bevölkerung hohe Sympathie.

Moehringer erzählt diese wahre Geschichte eines Bankräubers mit viel Empathie für diesen Gauner. Willie ist im Grunde ein großer Romantiker, der sich nach seiner Bess sehnt. Aber stimmt die Geschichte wirklich so, wie er sie erzählt? Für den Leser eigentlich egal, ich habe mich sehr gut unterhalten!

50

29.04.2013

„Ein sympathischer Bankräuber”

Es ist 1969, und Willie Sutton wird nach 17 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Er hat mit einer Zeitung einen Exklusivvertrag, und so fährt er mit einem Fotografen und einem Reporter die wichtigen Plätze seines Lebens ab, um sich zu erinnern. Und Willie erzählt, wie er aufwuchs in dem armen irischen Viertel, er erzählt von ersten Überfällen und von den vielen Banküberfällen, die ihn zu einer Berühmtheit gemacht haben. Die Banken waren schon damals nicht gut angeschrieben bei der Bevölkerung, das macht den Roman ziemlich aktuell, und Willie spaziert in verschiedenen Verkleidungen hinein und holt sich das Geld heraus. Durch seine spezielle Vorgehensweise – Verkleidung und Vermeidung von Blutvergießen – wird er bald „Willie the Actor“ genannt und genießt in der Bevölkerung hohe Sympathie.

Moehringer erzählt diese wahre Geschichte eines Bankräubers mit viel Empathie für diesen Gauner. Willie ist im Grunde ein großer Romantiker, der sich nach seiner Bess sehnt. Aber stimmt die Geschichte wirklich so, wie er sie erzählt? Für den Leser eigentlich egal, ich habe mich sehr gut unterhalten!

ebooks

Bonita Avenue

Peter Buwalda

EUR 21,99 *
auf Merkliste

50

29.04.2013

„Eine Familie implodiert”

Das ist die Geschichte der Familie Sigerius, vor allem die Geschichte des Familienoberhaupts, Siem Sigerius. Siem ist eine schillernde Persönlichkeit, ein weltweit anerkannter Mathematiker und Rektor einer Universität, und er wird es bis zum Minister bringen. Jetzt ist er aber nicht der vergeistigte Nerd, als den sich viele Leute Mathematiker normalerweise vorstellen. Nein, Sigerius ist ziemlich körperlich präsent: er war in seiner Jugend ein sehr erfolgreicher Judoka, nur eine schwere Verletzung hinderte ihn an einer Teilnahme an den Olympischen Spielen. Seine zweite Frau, die ihn indirekt zur Mathematik brachte (sie gab ihm als Ablenkung in seiner Zeit im Krankenbett Hefte mit mathematischen Rätseln, die Siems Talent offenbarten) bringt zwei Mädchen mit in die Ehe, Joni und Janis. Siem hat aus seiner ersten Ehe einen ziemlich missratenen Sohn, der wegen Totschlags im Gefängnis gesessen hat.

Trotz der Nähe zwischen den Mädchen und Siem gibt es doch Geheimnisse, und diese werden gelüftet, sodass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt…

Ein großartig geschriebenes Buch voller Tempo, fad wird’s jedenfalls nie. Alles kommt vor: Sex, Verrat, Verzweiflung, Liebe, Vertrauen, die großen Themen, die uns alle berühren.

Ich bin restlos begeistert, für mich bis jetzt das Buch des Jahres!

buch

Bonita Avenue

Peter Buwalda

EUR 24,95 *
auf Merkliste

50

29.04.2013

„Eine Familie implodiert”

Das ist die Geschichte der Familie Sigerius, vor allem die Geschichte des Familienoberhaupts, Siem Sigerius. Siem ist eine schillernde Persönlichkeit, ein weltweit anerkannter Mathematiker und Rektor einer Universität, und er wird es bis zum Minister bringen. Jetzt ist er aber nicht der vergeistigte Nerd, als den sich viele Leute Mathematiker normalerweise vorstellen. Nein, Sigerius ist ziemlich körperlich präsent: er war in seiner Jugend ein sehr erfolgreicher Judoka, nur eine schwere Verletzung hinderte ihn an einer Teilnahme an den Olympischen Spielen. Seine zweite Frau, die ihn indirekt zur Mathematik brachte (sie gab ihm als Ablenkung in seiner Zeit im Krankenbett Hefte mit mathematischen Rätseln, die Siems Talent offenbarten) bringt zwei Mädchen mit in die Ehe, Joni und Janis. Siem hat aus seiner ersten Ehe einen ziemlich missratenen Sohn, der wegen Totschlags im Gefängnis gesessen hat.

Trotz der Nähe zwischen den Mädchen und Siem gibt es doch Geheimnisse, und diese werden gelüftet, sodass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt…

Ein großartig geschriebenes Buch voller Tempo, fad wird’s jedenfalls nie. Alles kommt vor: Sex, Verrat, Verzweiflung, Liebe, Vertrauen, die großen Themen, die uns alle berühren.

Ich bin restlos begeistert, für mich bis jetzt das Buch des Jahres!

50

29.04.2013

„Die Globalisierung schlägt zu”

Alan Clay steht unter Druck. Er will unbedingt seine letzte Chance auf beruflichen Erfolg nutzen, dazu muss er erfolgreich beim Einfädeln eines Geschäfts einer amerikanischen IT-Firma mit dem saudischen König sein. Doch seine Gesprächspartner lassen ihn und sein Team auf einer Baustelle mitten in der Wüste warten. So hat Alan Zeit, über sein bisheriges Leben zu resümieren.

Einst war er ein relativ erfolgreicher Verkäufer und arbeitete bei einer amerikanischen Radfirma. Die verlegte irgendwann ihre Produktion aus Kostengründen ins Ausland, bald darauf war es dann vorbei mit den Rädern „Made in America“ und auch Alan verlor den Job. Aus einer selbständigen Tätigkeit hat Alan Schulden, deshalb braucht er jetzt den Erfolg beim Abschluss mit den Saudis. Eine neue Hologrammtechnologie, die für Videokonferenzen genutzt werden kann, soll er mit seinem Team präsentieren. Aber wie gesagt: warten.

Die Hitze und die ständige Ungewissheit macht Alan zu schaffen, und er irgendwann fällt er aus seiner Rolle als Businessman.

Dave Eggers schafft es, die Globalisierungsproblematik herunterzubrechen auf das Schicksal eines kleinen Mannes, der verzweifelt kämpft, aber eigentlich hilflos ist. Ich war beeindruckt.

50

27.03.2013

„Die Globalisierung schlägt zu”

Alan Clay steht unter Druck. Er will unbedingt seine letzte Chance auf beruflichen Erfolg nutzen, dazu muss er erfolgreich beim Einfädeln eines Geschäfts einer amerikanischen IT-Firma mit dem saudischen König sein. Doch seine Gesprächspartner lassen ihn und sein Team auf einer Baustelle mitten in der Wüste warten. So hat Alan Zeit, über sein bisheriges Leben zu resümieren.

Einst war er ein relativ erfolgreicher Verkäufer und arbeitete bei einer amerikanischen Radfirma. Die verlegte irgendwann ihre Produktion aus Kostengründen ins Ausland, bald darauf war es dann vorbei mit den Rädern „Made in America“ und auch Alan verlor den Job. Aus einer selbständigen Tätigkeit hat Alan Schulden, deshalb braucht er jetzt den Erfolg beim Abschluss mit den Saudis. Eine neue Hologrammtechnologie, die für Videokonferenzen genutzt werden kann, soll er mit seinem Team präsentieren. Aber wie gesagt: warten.

Die Hitze und die ständige Ungewissheit macht Alan zu schaffen, und er irgendwann fällt er aus seiner Rolle als Businessman.

Dave Eggers schafft es, die Globalisierungsproblematik herunterzubrechen auf das Schicksal eines kleinen Mannes, der verzweifelt kämpft, aber eigentlich hilflos ist. Ich war beeindruckt.

buch

Sterben

Karl Ove Knausgård

EUR 10,99 *
auf Merkliste

50

27.03.2013

„Vater und Sohn, das schwierigste Verhältnis”

Karl Ove Knausgards Vater hat sich zu Tode getrunken. Die beiden Söhne entrümpeln gemeinsam die völlig zugemüllte Wohnung, und Karl Ove erinnert sich an seinen Vater: welch beherrschende Figur er war, erbarmungslos streng, kaum einmal war ein Lächeln auf seinen Lippen zu sehen.

Der junge Karl Ove litt sehr unter dem unnahbaren Mann, den er doch so verzweifelt liebt und dem er nahe sein wollte. Erst als er die Stadt verlässt, schafft er es, sich auch mental etwas von ihm zu lösen. Trotzdem möchte er von seinem Vater akzeptiert werden, das bleibt ihm aber verwehrt, dieser Stachel bleibt und schmerzt.

Karl Ove Knausgard entwickelt in diesem ersten Band einer auf sechs Bände angelegten autobiographischen Romanreihe ein beeindruckendes Bild einer Familie, deren Mitglieder verzweifelt voneinander loszukommen versuchen, aber doch für immer zusammen gehören. Sehr beeindruckend, ich freue mich schon auf „Liebe“, den zweiten Band!

50

27.02.2013

„Niemand kennt Ilka wirklich”

Tabor Süden wird kontaktiert, weil Ilka Senner, eine tüchtige Kellnerin, die den Betrieb von ihrem Chef übernehmen sollte, nicht auffindbar ist. Da die eigene Familie nicht wirklich an Aufklärung interessiert ist, scheint es, als ob Süden hier nicht weiterkommt. Doch durch einen Bekannten der Vermissten findet er doch eine Spur. Er findet Ilka und erfährt ihr Geheimnis…

Wieder gelingt es Friedrich Ani, auf wenig mehr als 120 Seiten ein Drama von existenzieller Wucht zu erzählen. Und dazu noch die sprachlichen Fundstücke, auf die ich immer schon warte! Diesmal: „entsext“. Großartig, nicht? In welchem Zusammenhang dieses Wort verwendet wird und was es genau bedeutet, müssen Sie selbst herausfinden. Viel Vergnügen!

40

27.02.2013

„Amerikanische Provinz, erlebt als 17-jähriger Austauschschüler”

Joachim Meyerhoff schickt seinen Ich-Erzähler für ein Jahr nach Amerika, und das ist ziemlich witzig. Schon das Auswahlverfahren ist komisch, und auch in Amerika reiht sich eine skurrile Episode an die andere. Manchmal war mir das Ganze zu sehr auf lustig getrimmt, insgesamt habe ich mich aber doch sehr amüsiert, vor allem weil Meyerhoff ein gerüttelt Maß an Selbstironie in seine Erzählungen bringt.