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Name:
Xirxe Top 100 Rezensent
Ort:
Hannover
Rezensionen:
499 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 59

nicht hilfreich: 25

Rang:
54
Über mich:

lese und lese und lese....und trotzdem gibt es noch immer zu viele Bücher die ich nicht gelesen habe.

Xirxes Rezensionen

123
auf Merkliste

40

28.10.2014

„Ein Unglück? Oder nicht?”

Um ehrlich zu sein, bin ich schon etwas erstaunt über all die schlechten Kritiken anderswo zu diesem Buch. Klar, es ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn, denn Ermittlungsarbeit findet kaum statt, da es zum Leidwesen der Polizei nur wenig zu ermitteln gibt. Ein kleiner Junge ertrinkt in einem See und nichts deutet auf ein Gewaltverbrechen hin. Auch als bei der Obduktion eine Unstimmigkeit auftaucht, kann diese von der Mutter sofort einleuchtend erklärt werden - mehr oder weniger zum Bedauern Hauptkommissar Sejers, denn seine Intuition sagt ihm, dass etwas nicht stimmt. Doch ohne Beweise und Zeugen sind weitere Ermittlungen -gelinde gesagt- schwierig und Sejers fügt sich in sein Schicksal.
Das Buch konzentriert sich in erster Linie auf das Innenleben der beiden Hauptfiguren, die Eltern des kleinen Jungen. Während der Vater vor Kummer fast umkommt, scheint die Mutter ihr bisheriges Leben unbekümmert fortzuführen. Auch wenn die Verdachtslage klar erscheint, es gibt keinerlei Beweise für ein Verbrechen und so schwankt man beim Lesen bis zum Ende ständig hin und her: War's nun ein Unglück? Oder doch nicht? Auch der Kommissar ist hin- und hergerissen und diese Unsicherheit wird bis zum Schluss bemerkenswert gut aufrechterhalten. Lediglich das Ende war, nun ja, doch sehr vom Zufall dominiert. Natürlich darf die Polizei auch mal Glück haben um an die Wahrheit zu gelangen ;-) aber sooo?
Ein ruhiger, eher verhaltener Krimi ohne Blutvergießen und Gewaltexzesse, der fast schon als Psychogramm daherkommt - mir hat's gefallen.

buch

Drei auf Reisen

David Nicholls

EUR 22,90 *
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50

22.10.2014

„Unterwegs in Europa”

Gegensätzlicher kann ein Paar wohl kaum sein als Conny und Douglas. Sie lebensfroh, chaotisch und Künstlerin. Er sehr zurückhaltend, Wissenschaftler und klar strukturiert. Doch wider Erwarten scheint es eine harmonische Beziehung zu sein bis nach mehr als 20 Jahren Conny ihrem Mann plötzlich eröffnet, dass sie sich von ihm trennen möchte. Douglas ist völlig unvorbereitet, denn sie hatten gemeinsam mit ihrem Sohn Albie eine große Tour durch Europa geplant, bevor dieser auszieht um ins College zu gehen. Doch die Reise soll stattfinden und Douglas plant, seine Frau wiederzugewinnen und seinem Sohn endlich näherzukommen.
Erzählt wird die Geschichte von Douglas, der abwechselnd von ihrer Fahrt berichtet und wie sich das Verhältnis von Conny und ihm im Laufe der Zeit entwickelt hat. Wie sie sich kennenlernten, zusammenzogen, eine Familie gründeten undundund. Während zu Beginn ihrer Liebe ihre Verschiedenartigkeit ihr beider Leben bereicherte, scheint es im Laufe der Zeit eher zur Belastung geworden zu sein, was sich während ihres Unterwegsseins in Europa recht deutlich zeigt. Doch ist das wirklich der Grund für die Entfremdung?
Auf den ersten Blick scheint dieser Roman auf amüsante Art die typischen Probleme einer Ehe zu erzählen, in der beide Partner zu verschieden sind. Doch tatsächlich geht es meiner Meinung nach darum, welche Prioritäten man sich in seinem Leben setzt und ob man hinter dem, was man liebt und tut, voll und ganz steht. Sicherheit und materieller Reichtum sind nicht das Wichtigste, häufig kosten sie ein glückliches Leben.
Douglas hat auf dieser Reise, die völlig anders verläuft als geplant, eine Reihe ungewöhnlicher Erlebnisse, die ihn veranlassen, manche Dinge anders zu betrachten. Er erzählt dies alles, die Reise wie auch die Vergangenheit, ohne jedes Selbstmitleid, eher in einem trockenen Ton, der mich immer wieder grinsen ließ. Erwähnt werden sollten auch die ausgiebigen Beschreibungen der Städte und Museen, die er mit und ohne Conny aufsucht - manchem/r könnte das fast zuviel sein ;-)
Eine richtig schöne Lektüre!

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40

12.10.2014

„Ein Sniper geht um”

Scheinbar wahllos werden kurz vor Weihnachten Menschen erschossen ohne jeden Hinweis auf einen möglichen Täter (Sniper sind doch immer männlich, oder ;-) ?). Pia Kirchhoff, die seit Jahren endlich mal wieder einen längeren Urlaub machen wollte, verzichtet spontan darauf um ihren Chef Oliver von Bodenstein zu unterstützen und befindet sich unversehens im schlimmsten Fall ihres Lebens. Zwar scheint sich nach und nach ein Motiv für die Taten des Snipers abzuzeichnen, doch der Polizei gelingt es nicht, mögliche Opfer zu identifizieren. Und so gibt es weitere Tote...
Obwohl schon nach weniger als einem Drittel des Buches klar wird, in welchem Umfeld der Täter zu finden ist und die mögliche Zahl sich auf vier begrenzt, gelingt es Nele Neuhaus, die Spannung bis zum Schluss beizubehalten. Was mich im vorherigen Band noch störte (zu viele Handlungsstränge, die meiner Meinung nach überflüssige Längen verursachten), taucht in der neuen Folge kaum noch auf. Gut, ja, auf einen Todesfall hätte man verzichten können - den empfand ich doch als etwas sehr weit hergeholt. Doch ansonsten konzentriert sich die Geschichte auf die Aufklärung der Tat, wobei die privaten Verhältnisse der beiden Kommissare dennoch nicht unerwähnt bleiben. Auch hätte ich mir etwas mehr Informationen zur Thematik der Organtransplantationen gewünscht, die in diesem Buch zwar eine wichtige Rolle spielen, doch letzten Endes lediglich als Hintergrund für die Taten des Snipers dienen.
Es ist der siebte Fall um Pia Kirchhoff und ihren Chef Oliver von Bodenstein, doch man kann problemlos mit diesem Band in die Serie einsteigen. Zurückliegende Geschehnisse und Beziehungen werden ausreichend erklärt, sodass sich 'neue' LeserInnen ohne Schwierigkeiten zurechtfinden werden. Ein spannender Krimi, der mir nur einige (wenige) Male etwas zu 'gefühlig' war.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Licht

Christoph Meckel

EUR 6,95 *
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40

06.10.2014

„Poetisch, traurig, schön”

Das kleine Büchlein beginnt mit einem wunderbaren Liebesbrief, geschrieben von Dole, der Geliebten des Ich-Erzählers Gil - doch leider ist er nicht an ihn, sondern an einen anderen Mann gerichtet. Gil entdeckt dieses Schreiben im Laub auf der Terrasse, wo es offenbar verloren gegangen ist, behält diesen Fund aber für sich. Stattdessen wird er zum Misstrauenden und zum Beobachter Doles: 'Und nachdem ich es (das Vertrauen) verloren habe, jetzt, dieses unerbittliche Hinsehn, kalt, scharf, skrupellos und genau.....Unabwendbarer, unablässiger Blick. Unruhe, Zweifel und instinktive Beschuldigung. Dole kann jetzt sagen was sie will - nichts mehr ist glaubhaft.' Doch gleichzeitig blickt er auf ihre gemeinsame Zeit zurück, ihre Reisen, ihr Leben in der Stadt, ihre Vorlieben und Abneigungen.
Es ist keine Geschichte mit Spannungsbögen oder einer Handlung die auf einen Höhepunkt zusteuert, die hier erzählt wird. Gil schildert stattdessen in einer sehr poetischen Sprache in eher kurzen Episoden seine Erinnerungen an die glückliche Zeit mit Dole, wie auch sein Empfinden nach der Entdeckung des Briefes. So lebt das Buch mehr von der Atmosphäre als von der tatsächlichen Geschichte.

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40

04.10.2014

„Was für's Herz :-)”

Teddy Overman hat das große Glück, sich in einer Arbeit verwirklichen zu können, die sie über alles liebt: Sie restauriert alte Möbel und es gelingt ihr auch mit Erfolg, diese in ihrem eigenen kleinen Geschäft zu verkaufen. Wie es trotz mancher Widrigkeiten dazu kam, wie ihr Leben überhaupt verlaufen ist, welchen Menschen sie begegnete, die ihr halfen und zur Seite standen - das wie auch die Geschichte ihrer Familie wird in diesem Roman von Teddy selbst erzählt. Es sind schöne wie auch schlimme Dinge von denen sie berichtet. Doch das Gute überwiegt mehr als deutlich, denn beinahe alle Seiten dieser Lektüre strahlen eine Liebe zum Leben, zu Menschen und Tieren aus, dass es einem ganz warm ums Herz wird ;-)
Wie könnte das Leben schön sein, wenn es in der Realität nur ein bisschen mehr so wäre wie in diesem Buch ;-) Im Ernst: Diese Geschichte quillt über vor gutherzigen, rechtschaffenen und wahrhaften Personen - und die wenigen Bösen werden auch recht schnell ihrer gerechten Strafe zugeführt. Zugegeben, das klingt nun sehr nach rosarotem Kitsch und Wölkchen. Und irgendwie ist es das auch, aber trotzdem liest es sich meiner Meinung nach deutlich besser als das 'Zeug' von Hedwig Courths-Mahler oder Rosamunde Pilcher. Auf irgendeine Art und Weise gelingt es der Autorin, all ihren ProtagonistInnen soviel Liebenswertes und Aufrichtiges einzuhauchen, dass man sich mit ihnen freut und fürchtet. Für fünf Sterne ist es mir ein bisschen zu viel heile Welt (auch wenn das Böse oder Schlimme durchaus existiert), aber vier Sterne für eine herzerwärmende Wohlfühllektüre hat sich das Buch schon verdient :-)

buch

Der Schwimmer

Joakim Zander

EUR 14,99 *
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50

29.09.2014

„Überaus spannend und nah an der Realität(?)”

Dass der Krieg ein schmutziges Geschäft ist, dürfte allgemein bekannt sein. Aber sooo schmutzig? Joakim Zander stellt in seinem Erstling eine Seite der privatisierten Kriegsmaschinerie dar, von der man nur hoffen kann dass sie der Phantasie des Autors entspringt. Da dieser jedoch aus dem Milieu kommt in dem sich große Teile der Geschichte abspielen, ist wohl eher das Gegenteil zu befürchten.
Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven: Da ist zum Einen der amerikanische Agent, der vor rund 30 Jahren selbst nur knapp einem Attentat entgangen ist, aber dabei seine Freundin und Mutter ihres gemeinsamen erst vor kurzem geborenen Kindes verloren hat. Dann gibt es Klara, eine junge schwedische Juristin, die in Brüssel Karriere macht. Mahmoud, der Mann den Klara während ihres Studiums über alles liebte und der sie scheinbar grundlos verließ. George, für den Geld und Karriere alles zu sein scheint. Und diverse weitere Personen, die mehr oder weniger wichtiger für den Fortgang der Geschichte sind. Dreh- und Angelpunkt von Allen wird Klara, an die Mahmoud sich wendet, als er unverschuldet in einen Mord verwickelt wird und an Unterlagen gerät, die höchste Regierungskreise und Geheimdienste in die Hände bekommen möchten und dabei vor nichts zurückschrecken. Klara hilft ihm, findet sich selbst plötzlich als Ziel diverser Mordanschläge wieder und macht die Feststellung, dass sie nichts und niemandem mehr trauen kann.
Bis auf die Geschichte des Amerikaners spielt sich beinahe alles in nicht einmal einer Woche ab, das Tempo ist überaus rasant. Schnelle Wechsel der Örtlichkeiten, verschiedene Perspektiven folgen rasch aufeinander - man sieht den Film geradezu schon vor sich. Ich vermute, er wird nicht lange auf sich warten lassen ;-) Doch bis dahin ist das Buch in jedem Fall zu empfehlen. Ein spannender Thriller, der vermutlich (befürchte ich) nicht so weit von der Realität entfernt ist, wie es zu wünschen wäre.

buch

Italien vegetarisch

Claudio Del Principe

EUR 34,90 *
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50

24.09.2014

„Herrlich!!!”

Italienische Küche finde ich einfach köstlich, egal ob mit oder ohne Fleisch. Aber da ich versuche, meinen Fleischkonsum zu reduzieren, kommt dieses Kochbuch natürlich gerade recht. 150 aromatische und sehr unterschiedliche Gerichte gibt es, die nach Jahreszeiten und der Kategorie Jederzeit eingeteilt sind. Darunter befinden sich jeweils die Rubriken Antipasti - Pane & Pizza, Suppen, Salate & Gemüse, Pasta-Polenta & Reis sowie Süsses. Was sofort ins Auge fällt, sind die eher kleinen Zutatenlisten: zumeist sind es nur ein oder zwei Hauptzutaten, daneben noch Gewürze und Dinge wie das obligatorische Olivenöl und der unverzichtbare Knoblauch (sieht man mal von den süssen Sachen ab ;-)). Den meisten Gerichten werden zwei Seiten gewidmet: auf einer ist ein Bild zu sehen, die andere zeigt die Zutaten und das Rezept. Die Zubereitung der Speisen ist recht einfach gehalten, bei den bisher von mir gekochten Gerichten (Rigatoni mit Mangold, Zucchiniauflauf, geschmorte Paprika und Tropeazwiebeln in Essig) war das Einmachglas wohl das Komplizierteste ;-) Im Gegensatz zu anderen Kochbüchern dieses Preisniveaus wirkt dieses eher schlicht: Das Papier ist zwar von wirklich guter Qualität, doch wurde auf Glanzpapier verzichtet, was ich persönlich nicht als Nachteil empfinde - es senkt die Hemmschwelle, das gute Stück auch tatsächlich in der Küche zu benutzen ;-) Alles in allem: Ein Kochbuch, das bereits seinen festen Platz in meiner Küche besitzt!

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40

24.09.2014

„Schöner Schmöker”

Mal wieder so richtig versinken in einem Buch, mitfürchten, -leiden, -freuen und was sonst noch alles mit der Heldin der Geschichte - ja, das gelingt mit dieser Lektüre schon ganz gut, wenn auch nicht perfekt. Aber was ist schon vollkommen im Leben ;-) ?
Tooly steht im Mittelpunkt dieser knapp 500 Seiten und man begleitet sie auf drei verschiedenen Abschnitten ihres Lebens, die nach und nach die Rätsel ihrer Vergangenheit offenbaren. Mit 10 Jahren kommt sie mit ihrem Vater nach Bangkok, wo sie die Menschen kennenlernt, die in der folgenden Zeit maßgeblich ihr Leben beeinflussen werden. Ungefähr 10 Jahre später in New York City, kurz vor ihrer Volljährigkeit, führt sie eine halbherzige Liebesbeziehung in einer WG, bevor sie mit einem radikalen Schritt all ihre Verbindungen löst. Und 2011, Tooly ist mittlerweile Anfang 30, lebt als Besitzerin eines nicht sehr gut gehenden Antiquariats in Wales, erreicht sie eine Nachricht aus ihrer Vergangenheit, die für sie noch immer mehr Unbekanntes als Bekanntes birgt. So macht sich Tooly wieder auf die Reise...
Es ist schon ein recht illustres und chaotisches Leben, das in einer sehr genauen und bildhaften Sprache von Tom Rachman hier beschrieben wird, wie beispielsweise gleich der erste Satz zeigt: 'Sein Bleistift schwebte über dem Verkaufsbuch, stieß, wenn Fogg einer Behauptung Nachdruck verleihen wollte, zum Blatt hinab, bis die Bleistifspitze auf's Papier traf, stieg gleich darauf wie ein Kunstflieger auf, um dann, wenn er wieder etwas betonte, erneut im Sturzflug niederzugehen, wodurch der immer stumpfer werdende Stift ein Sternenbild von Punkten rund um jenen einsamen Eintrag dieses Morgens hinterließ, der den Verkauf eines gebrauchten Exemplars von 'Landschnecken in Großbritannien' von A.G. Brunt-Coppell (Preis: 3,50 £) festhielt.' So versinkt man regelrecht in Toolys Leben, das immer konfuser zu verlaufen scheint - was mir irgendwann angesichts der merkwürdigen Personen, die nach und nach in ihr Leben treten, etwas zu viel des Guten wurde. Auch mit dem 'Fast-Ende' hadere ich etwas, in dem nach dieser doch sehr drastischen Enthüllung einfach - NICHTS passiert. Zumindest habe ich es so empfunden. Trotzdem: Es ist ein Schmöker mit einer bezaubernden Heldin und einer schönen Sprache, der die langen Herbstabende garantiert recht kurz werden lässt.
PS: Ist der Titel eine Anlehnung an das 1987 erschiene Buch von Paul M. Kennedy? Mit dem Motto '...dass eine imperiale Überdehnung eine Großmacht zum Niedergang führt.' (Quelle:wikipedia)?

buch

Unsere Namen

Dinaw Mengestu

EUR 22,90 *
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40

17.09.2014

„Die Kraft der Liebe”

Zwei Erzählstränge umfasst dieses Buch, von denen einer sich langsam dem anderen annähert. Es ist Anfang der 70er in den USA, die Rassegesetze sind gerade einige Jahre zuvor aufgehoben worden, als die Sozialarbeiterin Helen den Auftrag erhält, sich um den afrikanischen Austauschstudenten Isaac zu kümmern. Es gibt nur wenige Informationen über seine Person und Helen beschleicht das Gefühl, dass er ein, wenn nicht mehrere Geheimnisse hat. Dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) verliebt sie sich in ihn, eine Liebe, die ihr bisheriges Leben völlig durcheinanderwürfelt.
Der zweite Erzählstrang berichtet von Isaacs Leben in Uganda und wie er zu dem Menschen wurde, den Helen kennenlernt. Es ist die Geschichte eines armen Dorfjungen, der in der Hauptstadt eher zufällig in Unruhen und die Anfänge einer Revolution gerät und Zeuge wird, wie aus Liebe Entsetzen und Terror entstehen können.
Mir gefiel die Geschichte dieser zwei Menschen, die einerseits so viel gemeinsam haben, andererseits aber unglaublich viel trennt. Bei Beiden löst die Liebe erhebliche Veränderungen aus, doch die Erfahrungen die Isaac macht, bleiben Helen in dieser Grausamkeit glücklicherweise erspart. Dennoch wird auch ihr Leben schwieriger, denn die Liebe zu einem Afrikaner in jenen Zeiten ist alles andere als erwünscht. Leider werden die gesellschaftlichen Hintergründe nur grob umrissen - mehr Details hätten das Buch sicherlich um einige 100 Seiten anwachsen lassen können, was ich jedoch nicht als Nachteil empfunden hätte.
So bleibt es bei einer, nein zwei Liebesgeschichten vor dem Hintergrund der 70er Jahre in Uganda und den USA.

Hörbuch

Galveston

Nic Pizzolatto

EUR 19,99 *
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40

16.09.2014

„Es ist zwar kein Krimi, aber trotzdem gut”

Roy Cady hat gerade keinen guten Lauf. Erst erklärt ihm der Arzt, dass er Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium habe; dann erteilt ihm sein Boss einen Auftrag, allerdings mit der Absicht ihn dabei umbringen zu lassen. Doch der Plan geht schief und Cody gelingt es zu flüchten. Mit dabei ist die junge Rocky, der er das Leben rettete sowie einige brisante Unterlagen, die seinen nunmehr Exboss derbe Schwierigkeiten machen könnten. Auf ihrer Flucht nehmen sie noch (gegen den Willen Roys) Rockys kleine Schwester Tiffany mit und mieten sich in Galveston an der texanischen Küste in einem schäbigen Motel ein.
Angekündigt wird diese Geschichte als Krimi bzw. Krimi Noir. Doch wer nun einen spannenden Reißer mit actionreichen Verfolgungsjagden oder ähnlichem erwartet, wird wohl enttäuscht sein. Sieht man von der Rahmenhandlung ab, einem überaus blutigen und gewalttätigen Beginn und (Fast)Ende, kann man das Ganze wohl eher als Introspektion eines Gangsters bezeichnen, der angesichts seines nahestehenden Todes eine Art Bilanz seines Lebens zieht, die nicht gerade berauschend ausfällt. Doch bevor er resigniert den Whiskyflaschen verfällt, entdeckt er eine weitere Seite an sich: Gegen seinen Willen beginnt er, sich für Rocky und ihre kleine Schwester verantwortlich zu fühlen...
Auch wenn die üblichen Action- bzw. Spannungselemente fehlen, mich hat diese Ich-Erzählung des Syndikat-Killers Roy Cady in seinen Bann gezogen, nicht zuletzt auch aufgrund der genialen Lesung Walter Kreyes. Seine leicht raue Stimme und sein lakonischer Tonfall geben die Person Roys überzeugend wieder - nichts wirkte aufgesetzt oder gekünstelt. Eine gute Geschichte in typischer Südstaatenmanier mit einem ebenso guten Vorleser!

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