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Name:
Buechermaxe Top 100 Rezensent
Ort:
München
Rezensionen:
416 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 293

nicht hilfreich: 156

Rang:
61
Über mich:

habe beruflich mit dem Thema Buch zu tun ... und lese sehr viel und gern. Ich freue mich auch auf eine Email, gerne mit Anregungen, Hinweisen, Kritik usw.

Buechermaxes Rezensionen

40

02.08.2007

„Geisers Notprogramm zur Rettung der Menschheit”

Herr Geiser, ein alter Mann, abgeschieden in einem Tessiner Tal lebend, spürt, dass sein Lebensstern im Sinken begriffen ist. Er spürt, dass der Tod nahen könnte, dass dieser durch absinkendes Erinnern bis in die Gedächtnislosigkeit allmählich vom Kopf her über ihn hereinzubrechen droht. Geiser projiziert in geklebten Zettelchen und Seiten die letzten Zeichen seines Ichseins an die Wände seines Wohnraums. Er versucht in der Flut der Vermerke den Raum des Erinnerns zu erweitern und festzuhalten. Gegen jenen, der alles nimmt.

Aber was ihm die Zeit, das Altern, nicht mehr gibt, kann ihm der zu seinem Wohnraum vergrößerte Gedächtnisraum nicht mehr verschaffen. Die enzyklopädischen Zettel und Seiten des menschlichen Wissens hängen bald übereinander, sie schließen sich aus und fallen von der Wand. Im vergrößerten Erinnernungsraum entsteht ein Bewusstseinschaos von herabgefallenen Merkern. Ohne das Erinnern, ohne die gebotene Hirnleistung fällt alles dem Verfall anheim. Selbst das Wissen.

Geiser verfällt wie seine Welt zerfällt, wie das Gewohnte und Gewusste ihm selbst zum Sonderbaren und Unnachdenklichen wird. Und fragt sich, ob es Dasein ohne Vergangenheit, Gott ohne Gedächtnis und Erinnerung überhaupt geben kann.

Frischs Buch ist – wie viele seiner Bücher – die Suche nach der eigenen Identität in der modernen Zeit aus beweisbarer Wissenschafts- und Faktengläubigkeit. Aber Frischs Diagnose fällt nicht immer vollkommen positiv aus – warum? Weil im Angesicht des Todes, des Verlustes einer Menschheitsgeschichte im Holozän alles möglich scheint, selbst der Verlust der Identität. Weil die Geschichte, die Identität schafft, selbst noch Erinnern verlangt. Und Verantwortung vor dem Menschsein.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

30

02.08.2007

„Praxiswörterbuch Internationale Küche – für jedermann.”

Dem Begleittext zu diesem Buch möchte ich ganz deutlich widersprechen: Das Buch eignet sich nach meinem Verständnis nicht nur für Fachleute der Gastronomie, also für professionelle Nutzer in der Berufsausbildung und der Praxis. Das Buch versammelt verschiedene Glossare und Lexikateile mit hoch aktuellen Fachbegriffen der Gastronomie in fünf Sprachen (Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch und Spanisch). Dazu werden die wichtigsten Gerichte, Zutaten und das ganze Drumherum aus Küche, Speise- und Esssaal, aus Bar und Feinschmeckerrestaurant alphabetisch dargeboten.

Das Buch ist für mich ein Begleiter auf allen Reisen. Gleichgültig, wo man in Europa oder in anderen Kontinenten aufhält; man weiss stets, was auf der Speisekarte vom einfachen Gericht bis zur Spezialität steht. Daher ist das Buch besonders geeignet für Gourmets und alle Arten von Touristen: für die, die vorher wissen wollen, was sie nachher bekommen. Daher fehlt auch nicht eine Auflistung der jeweiligen regionalen Spezialitätengerichte. Und über den Index in den fünf genannten Sprachen können die 7000 Fachwörter sehr schnell aufgesucht werden. Ich kann dieses Buch für den Reisenden, egal ob geschäftlich oder touristisch, nur empfehlen!

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

30

02.08.2007

„Die geheimnisvollen Wege der Shirley MacLaine”

Shirley MacLaine verfasste mit diesem (Hör-)Buch über den Jakobsweg und über ihre Wanderung nach Santiago de Compostela eine geheimnisvoll-mysteriöse Reise in die Vergangenheit der Menschheit. Die Geschichte, die sie erzählt, hat intuitiv Verständliches und zugleich wissenschaftlich Abstruses. Und man fragt sich bei der Lektüre, ob man über ihr Auflebenlassen alter menschlicher Mythen nicht ins Phantastische abirrt, oder ob ihr Buch tiefste menschheitliche Wahrheiten bewegt.

Denn zum Eigentümlichsten ihres (Hör-)Buches gehört, welche Geister und Personen sie erscheinen lässt, mit welchem neuzeitlich zeitgeistlichen Denken sie als absolutem Wissen hausieren geht. Denn man kommt – als ein Beispiel – bei der Lektüre schnell zu der Frage, ob unser heutiges genetisches Wissen mit künstlicher Genveränderung und DNA-Analyse sich tatsächlich als der Schlussstein des Wissens mit Platons Schilderung des ungeteilten, androgynen Menschen im paradiesischen Zeitalter überein zu bringen ist. So als wäre unsere Zeit auf dem Gipfel schöpferischer Weisheit angelangt. Wohl doch eher nur eine Vermessenheit dieser Zeit! Wie viele vor uns, die glaubten, am Ende des Wissenkönnens angelangt zu sein.

Insofern muss man bei diesem (Hör-)Buch sicherlich einige Einschränkungen in der Glaubwürdigkeit machen, zumal die Schilderungen nicht wissenschaftlich nachprüfbar sind, sondern allenfalls als Mythen der Menschheit der intuitiven Wahrnehmung und Plausibilität des einzelnen anheim gestellt bleiben müssen.

Dennoch kann man das (Hör-)Buch mit einem gewissen Gewinn lesen, zumal als Zeugnis einer menschlichen Fantasie, die die Welt mythisch auflädt und sich in Geschichten und Gesichten der Weltgeschichte wohl fühlen will – und sich gerne dort einrichtet: weil in allem ein unwahrscheinliches, unwahrscheinlich anregendes Buch, das einen erstaunt und zum Nachdenken bringt.

buch

Der Jakobsweg

Shirley MacLaine

EUR 8,95 *
auf Merkliste

30

02.08.2007

„Die geheimnisvollen Wege der Shirley MacLaine”

Shirley MacLaine verfasste mit diesem Buch über den Jakobsweg und über ihre Wanderung nach Santiago de Compostela eine geheimnisvoll-mysteriöse Reise in die Vergangenheit der Menschheit. Die Geschichte, die sie erzählt, hat intuitiv Verständliches und zugleich wissenschaftlich Abstruses. Und man fragt sich bei der Lektüre, ob man über ihr Auflebenlassen alter menschlicher Mythen nicht ins Phantastische abirrt, oder ob ihr Buch tiefste menschheitliche Wahrheiten bewegt.

Denn zum Eigentümlichsten ihres Buches gehört, welche Geister und Personen sie erscheinen lässt, mit welchem neuzeitlich zeitgeistlichen Denken sie als absolutem Wissen hausieren geht. Denn man kommt – als ein Beispiel – bei der Lektüre schnell zu der Frage, ob unser heutiges genetisches Wissen mit künstlicher Genveränderung und DNA-Analyse sich tatsächlich als der Schlussstein des Wissens mit Platons Schilderung des ungeteilten, androgynen Menschen im paradiesischen Zeitalter überein zu bringen ist. So als wäre unsere Zeit auf dem Gipfel schöpferischer Weisheit angelangt. Wohl doch eher nur eine Vermessenheit dieser Zeit! Wie viele vor uns, die glaubten, am Ende des Wissenkönnens angelangt zu sein.

Insofern muss man bei diesem Buch sicherlich einige Einschränkungen in der Glaubwürdigkeit machen, zumal die Schilderungen nicht wissenschaftlich nachprüfbar sind, sondern allenfalls als Mythen der Menschheit der intuitiven Wahrnehmung und Plausibilität des einzelnen anheim gestellt bleiben müssen.

Dennoch kann man das Buch mit einem gewissen Gewinn lesen, zumal als Zeugnis einer menschlichen Fantasie, die die Welt mythisch auflädt und sich in Geschichten und Gesichten der Weltgeschichte wohl fühlen will – und sich gerne dort einrichtet: weil in allem ein unwahrscheinliches, unwahrscheinlich anregendes Buch, das einen erstaunt und zum Nachdenken bringt.