Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Buechermaxe Top 100 Rezensent
Ort:
München
Rezensionen:
416 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 293

nicht hilfreich: 156

Rang:
59
Über mich:

habe beruflich mit dem Thema Buch zu tun ... und lese sehr viel und gern. Ich freue mich auch auf eine Email, gerne mit Anregungen, Hinweisen, Kritik usw.

Buechermaxes Rezensionen

40

06.11.2007

„Der Beginn der Katastrophe im nächsten Schritt – oder: Vom Nutzen und Nachteil der Literatur für das wirkliche Leben.”

Der Roman von Doris Lessing beschreibt das Scheitern einer Familie an einem Kind, das Scheitern am fünften, während bis zum vierten alles viel eher noch einem Idyll und der Erfüllung aller Wünsche entsprochen hatte.

Der Roman zeigt die ganze Angst einer Zeit, ihrer Menschen, die des Vollkasko-Zeitgenossen vor der eigenen Courage, weil diese Geschichte – symbolisch gesehen – zeigt, dass schon der nächste Schritt der falsche sein kann, jener, der in die persönliche Katastrophe führen muss: dass man schon allein der Zahl nach vor einer Großfamilie mit vielen Kindern zurückschrecken muß, nich anders kann, weil ja die Familie mi vielen Kindern etwas schrecklich Unnormales, ewas Unsoziales sein müsse – und nichs anderes. Doris Lessing führt in diesem Roman daher beispielhaft vor, mit welchen Albträumen eine Zeit und Gesellschaft geplagt sein kann, der Zwangsjacke einer verdrängten Kindersehnsucht, der albtraumhaften Angst vor dem vielköpfigen, trauten Heim, das für diese nur mehr die romantische Idylle irgendeiner grauen Vorzeit zu sein scheint.

Daher halte ich Doris Lessings Buch für ein großes Werk; weil es die tiefer liegenden Ängste einer Gesellschaft aufzeigt, die Angst vor dem Mut, der nächste noch ersehnte Schritt könnte schon der falsche sein, einer, mit dem die persönliche Lebenskatastrophe und der ganze persönliche Abstieg beginnt. Daher für mich ein überaus beeindruckendes, schauerlich schönes, deprimierendes Buch, das starken appellativen Charakter besitzt.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

30

22.10.2007

„Von der Sicht aus der DDR auf die eigene Literatur – eine eigene Perspektive auf einen Teil der deutschen Literatur im 20. Jahrhundert”

Wolfgang Emmerichs Buch ist eine wichtige Geschichte zur DDR-Literatur von der Gründung des zweiten deutschen Staates bis zu seinem Ende. In erzählerischer Form gibt er wichtige Einblicke in die wichtigsten Entwicklungen dieser Geschichte und schildert die Literaturen und Autoren, die in der DDR lebten und arbeiteten wie auch solche, die nur über das Leben in der DDR geschrieben haben. Dazu benennt er wichtige Details zum Zensurverfahren der DDR und Stasi-Verwicklungen namhafter Autoren.
Auch für jemanden, der nicht selbst in der DDR gelebt hat, sondern die Literatur der DDR „von außen“ miterlebt hat, zum Beispiel aus der damaligen Bundesrepublik, bietet dieses Werk eine wichtige zusätzliche Perspektive. Denn dieses Buch, das erstmals 1981 erschienen ist, war in der DDR verboten. Aber es bietet damit eine wichtige kritische Sichtweise aus dem Inneren der damaligen DDR. Und gehört daher für uns heute es zu den wichtigen Standardwerken zur Literaturgeschichte der DDR.