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Rezensionen:
223 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 8

nicht hilfreich: 4

Rang:
135

Rezensionen

50

06.03.2011

„Die Geschichte Prags für Kinder”

Jantel und Rochele, zwei Geschwister aus Morina, werden in Prag von ihrem Onkel, dem berühmten Rabbi Löw, aufgenommen, da ihre Tante sich nicht mehr um die Beiden kümmern kann und ihr Vater von einer Reise nicht mehr zurückkehrt ist.
Rochele, das jüngere Mädchen, kommt zunächst in eine verwandte Pflegefamilie und Jantel, der ältere Junge, muss sich als Bäckergehilfe verdingen. Dort lernt Jantel Schmulik, den Geschichtenerzähler, kennen. Die Beiden werden beste Freunde. Schmulik ist auch derjenige, der Jantel erzählt, was es mit dem merkwürdigen Mitbewohner Josef in Rabbi Löws Haus auf sich hat. Josef ist gar kein Mensch, sondern ein Golem, der die Judenstadt vor Übergriffen der Christen schützen soll. Kurz nach dieser Erkenntnis brechen die ersten Unruhen in Prag aus und es geschieht ein Drama, das seinesgleichen sucht....

Im Wechsel zwischen auktorialem und Ich- Erzähler beschreibt Miriam Pressler eine
bewegende Geschichte über Freundschaft und Verlust. Diese Geschichte ist sehr anrührend und macht nachdenklich.

50

13.02.2011

„Uuuuaaahhh”

In dieser Geschichte geht es um ein sooo müdes Kaninchen, dass es sich einen Schlafplaftz für ein Nickerchen suchen muss. Doch dummerweise wird es permanent von Freunden und Bekannten beim Schlafen gestört.
Wieder einmal ganz, ganz toll gemacht. Besonders toll ist, dass das Buch mit Klappen versehen ist und zum Mitmachen, Entdecken und Suchen animiert. Und noch viel besser; ich leide mit diesem gepeinigten Kaninchen mit, weil ich das alles so gut nachvollziehen kann, so wie wahrscheinlich viele schlafgestörte Eltern kleiner Kinder beim Vorlesen dieser Geschichte. Klasse Gute-Nacht-Geschichte für alle vor'm Einschlafen!

40

09.02.2011

„Einäugige Schleimer und Monster in Menschengestalt”

„Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass mein Vater den Doktor mit einer Innigkeit liebte, die an Götzenverehrung grenzte, ebenso wie es nicht übertrieben ist zu behaupten, dass eben diese Liebe ihn letzten Endes dazu führte, das höchste Opfer zu bringen: Mein Vater starb für Pellionore Warthrop. Seine Liebe zum Doktor kostete meinem Vater das Leben.“

Und nun ist es an Will Henry das schwere Erbe seines Vaters anzutreten und für den Doktor als Assistent arbeiten. Eine Art väterliche Liebe bleibt Henry verwehrt, stattdessen wird der Junge immer, je nach Laune des Doktors, mitten in der Nacht aus dem Bett geholt und bekommt eklige Monster auf den Untersuchungstisch geknallt, die er sich genauestens ansehen muss. Eines Tages kommt eine sehr sonderbare Lieferung und das verhängnisvolle Abenteuer beginnt...
Ganz gut gemacht. Teilweise merkt man doch, dass man nicht ganz so abgebrüht ist, wie man glaubt, und findet das eine oder doch irgendwie eklich, spannend und gruselig. Überraschend gut gelungener Grusel, allerdings nichts für Kinder.

50

25.01.2011

„Herrlich unverblümt”

Schade, dass dieses Pappbilderbuch „anderswo“ so schlechte Rezensionen kassiert hat. Für mich völlig unverständlich, zu mal ich nicht nachvollziehen kann, das Eltern Angst haben, ihre Kinder könnten durch diese kleine Klohilfe auf dumme Gedanken kommen. Was sind das für Eltern?! Kinder schaffen das auch ohne Bücher!
Jedenfalls ist das Buch ganz, ganz toll illustriert, macht Spaß und muss nicht unbedingt als DER Nachfolger von „Antons ganze Welt“ zu verstehen sein. Mehr davon!!

buch

Nichts

Janne Teller

EUR 12,90 *
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50

10.11.2010

„Ein außergewöhnlicher Roman”

Janne Tellers Jugendroman wurde in den dänischen Schulen, nach Erscheinen im Jahre 2000, zunächst verboten und heftig diskutiert. Inzwischen ist das Buch in 13 Sprachen übersetzt worden und ein internationaler Bestseller. Dass dieses Buch für Kontroversen sorgt, ist nachzuvollziehen, denn der Inhalt ist brisant. Es lässt sich auch durchaus darüber streiten, ob der Roman schon ab vierzehn Jahren geeignet ist, da er zum Teil ziemlich barbarisch ist.
Es beginnt damit, dass Pierre Anthon die Schule schmeißt und seinen Klassenkameraden von einem Pflaumenbaum die Sinnlosigkeit des Lebens verkündet.
„Nichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich seit Langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendwetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“
Die Schüler fühlen sich provoziert und wollen ihm nun beweisen, dass es durchaus Dinge gibt, die etwas bedeuten. Sie beginnen nun, persönliche Dinge mit Bedeutung zu sammeln. Am Anfang ist das Ganze noch ziemlich harmlos. Zuerst sind es nur Dinge, die -schmerzhaft abgegeben- auf dem Berg der Bedeutung landen, dann soll es die Geburtsurkunde, denn der geliebte Hamster und schließlich der tote Bruder eines Mädchens sein. Und es wird noch viel weiter getrieben. Das führt zu gewaltätigen Auseinandersetzungen zwischen den Kindern und artet schließlich aus.
Diese außergewöhnliche Geschichte ist sehr lebendig und stark erzählt. Sie fesselt von Anfang an und schon früh wird klar, dass hier was im Argen liegt. Dieser Roman ist gewiss nicht nur Schullektüre.
Einziger Negativpunkt: Der Klappentext enthält zu viele Details, so dass drei Viertel des Buches hier leider schon vorab verraten werden. Erschreckend, zermürbend, brutal und doch muss man dieses Buch gelesen haben!

buch

Ruhm

Daniel Kehlmann

EUR 8,99 *
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50

10.11.2010

„Mit Ruhm bekleckert”

In jeder der Geschichten ist ein Detail versteckt, das auf eine der anderen Geschichten verweist. Zunächst, doch im Laufe des Romans greifen die Kurzgeschichten, mehr oder weniger, ineinander über.
Da ist zum Beispiel ein Filmstar, der immer wieder auftaucht, aber sein Darstellerleben irgendwie gründlich satt hat. Dann haben wir eine Kriminalautorin, die vertretungsweise eine Reportagereise nach Zentralasien unternimmt und es gibt eine alte Frau namens Rosalie, die sterben soll. Und in genau dieser Geschichte finde ich -ganz besonders- den Dialog zwischen dem Autor und seiner erfundenen Figur Rosalie ganz außergewöhnlich und bemerkenswert. Sie bettelt ihren Schöpfer an, er möge ihr doch das Leben lassen. Das Spiel zwischen Realität und Fiktion ist grandios. Und das ist auch der Punkt, der Daniel Kehlmanns Werk so einzigartig macht. Diesen Roman muss man gelesen haben!

buch

Mäuse

Alexandra Beisswenger

EUR 7,99 *
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50

10.11.2010

„Professionelle Beratung”

Warum gerade Mäuse? Ganz einfach; Mäuse sind sehr gesellige Tiere. Mit diesem Argument startet Alexandra Beisswenger ihren Mäuseratgeber aus der Reihe GU Tierratgeber. Von Mäusearten, über Eingewöhnung und Futter, bis hin zu den häufigsten Krankheiten ist alles drin, was ein Mäuseliebhaber wissen muss. Die Strukturierung der Themen ist übersichtlich und die rotunterlegten Kästen geben noch mal einen kurzen Gesamtüberblick zum Thema. Alexandra Beisswenger ist Tierärztin und beschäftigt sich seit frühester Kindheit mit Kleintieren. Dieses Wissen teilt sie in diesem Ratgeber mit anderen Mäusebesitzern und überzeugt mit vielen Insider-Tipps. Wenn es Mäuse werden sollen, dann ist dieser Ratgeber ein Muss!

50

10.11.2010

„Ein besonderer Hase”

„Der Hase mit der roten Nase“ kann man ruhig als Klassiker unter den Pappbilderbüchern bezeichnen. Es enthält ein schönes, kurz und knapp verfasstes Gedicht auf ein paar Seiten verteilt, welches natürlich auch eine Botschaft vermittelt. Nichts Neues, aber doch liebevoll in Reimkunst verwebt und vom Autor selbst toll illustriert. Sehr niedlich und witzig!

50

08.11.2010

„Nichts für Antifleischlinge”

Für die, die schon mal in Namibia waren und die, die die nambibischen Spezialitäten nicht missen möchten, ist dieses Kochbuch eine Offenbarung. Es enthält über 200 Rezepte aus der Namibischen Küche. Außerdem beeinhaltet es Infos über die landestypischen, kulinarischen Bräuche, Infos über Namibia und seine Bewohner selbst, ein Glossar in dem Begriffe wie Braaivlei (Grillen) oder Omajova (Pilze) erklärt werden. Nebenbei erfährt man, dass auch in Namibia ein Oktoberfest stattfindet. Tolle Rezepte von Vorspeisen und Suppen, über Fleisch- und Fischgerichte, bis hin zu Desserts und Süßspeisen. Guten Appetit!

buch

3096 Tage

Natascha Kampusch

EUR 7,99 *
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50

07.11.2010

„Unfassbares Geschehen”

„Ich fühlte mich wie ein geprügelter Hund, der die Hand, die ihn schlägt, trotzdem nicht beißen darf, weil es die gleiche ist, die ihn füttert.“

3096 Tage. Genauso lange dauerte Natascha Kampuschs Martyrium an. Natascha Kampusch will durch dieses Buch die Tat verarbeiten und Klarheit schaffen. Das gelingt ihr allemal. Der Leser erfährt, dass sie sich vor ihrer Entführung schon mit Gewalttaten an Kindern auseinandergesetzt hat, da diese um das Jahr 1996 gehäuft auftraten. In ihrem Buch steht eine Liste mit Kindesentführungfällen, die alle mit Vergewaltigung und dem Tod der Kinder endeten. Beim Lesen dieser Liste ist es kaum auszuhalten und es läfut einem eiskalt den Rücken runter. Bei ihrer Entführung war sich Natascha Kampusch also durchaus im Klaren darüber, was ihr widerfahren könnte. Wie schrecklich muss es sein zu wissen, dass man genau in der Situation ist, in der sich auch all die anderen Kinder vor ihrem Tod befanden!
Ein packendes Portrait über die Entführung Natascha Kampuschs, die schon vor der Tat ein Stück ihrer Kindheit verlor. Erschütternd, ungeschönt und kaum zu glauben. Ein Muss für jeden!!