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Name:
reini68.blogspot.at Top 100 Rezensent
Ort:
Kottingbrunn, Niederösterreich
Rezensionen:
414 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 312

nicht hilfreich: 141

Rang:
55

reini68.blogspot.ats Rezensionen

30

04.01.2007

„Mankell liefert üblicherweise Besseres”

Henning Mankell kann es besser als er es in diesem Werk vermuten lässt. Die Story in diesem Buch ist an sich sehr gut. Ein toter Anwalt und noch ein toter Anwalt und dann geht es bald richtig zur Sache. Hinter all dem steckt der "Mann der lächelt", ein gevifter und mächtiger Geschäftsmann, der praktisch unantastbar erscheint.

Verglichen mit "Die weiße Löwin" und "Mittsommermord" ist jedoch die Erzählung sehr flach. Das Buch hat sich auch ein besseres Ende verdient - viel zu stark will Mankell hier die Spannung auf die Spitze treiben. Die Handlungsweise von Kurt Wallander widerspricht nicht nur den Vorschriften (das kommt ja praktisch in jedem Wallander-Roman vor), sondern sein Handeln ist bar jeder Vernunft. Und das alles nur um die Spannung anzuheizen.

Vergleichsweise flache Sprache, wenig Einblicke in die handelnden Personen, guter Plot und ein schlecht geschriebener Schluss. Alles in allem nur Mittelmaß - wenn jemand die komplette Wallanderreihe lesen möchte, sollte er natürlich dieses Buch nicht auslassen, wenn jemand einen guten Mankell sucht sind "Die weiße Löwin" oder "Mitsommermord" jedenfalls besser.

1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Spielräume

Tom DeMarco

EUR 19,90 *
auf Merkliste

50

04.01.2007

„Große Wahrheit abseits der üblichen Theorie”

Tom DeMarco beschreibt in diesem Buch Erkenntnisse die so kaum den Eingang in die Organisationstheorie finden werden. Umso mehr müssen diese Einsichten in die betriebliche Realität einziehen.

Er beschreibt wie die (Projekt-)Organisation aufgrund des Bestrebens immer effizienter zu werden die Effektivität verliert. Er zeigt Auswege aus dem Schlamassel und fordert mehr Freiräume für die Wissensarbeiter. Immer wieder (selbst bei Beratern) trifft man viele Personen, die glauben mit tayloristischen Methoden die Wissensarbeit regulieren zu können. DeMarco macht es klar: "Schmeissen Sie diese Leute raus, oder wenn es ein(e) Vorgesetzte(r) ist, suchen Sie sich einen neuen Job."

In seinen Beschreibungen kann man ganz deutlich Erkennen wie viel Erfahrung er in dem von ihm bearbeiteten Bereich hat. Einfach geschrieben, von jedem unnötigen theoretischen Ballast befreit regt er zum Denken an. Er fordert die Änderung desjenigen der das Buch liest. Und er fordert dass es sich um keine Lippenbekenntnisse handeln darf.

Für Menschen die bereit sind sich zu ändern ein "must" - für Menschen die glauben, sie könnten alles kontrollieren ein "must-not" - dabei sollten gerade Letztere es lesen :)

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Die Orks 01

Stan Nicholls

EUR 15,00 *
auf Merkliste

20

04.01.2007

„Nicht berauschend”

Nicholls will in diesem Buch Phantasie aus der Sicht der sonst so niederträchtigen, dummen und hässlichen Orks darstellen. Dabei greift er gewaltig daneben. Die von ihm dargestellten Orks sind nicht mehr mit dem vergleichbar, was sonst in Phantasiewerken dargestellt wird. Sie sind menschlich, intelligent, gehen zwar keinem Kampf aus dem Wege - sind aber dennoch gutherzig.

Wer kein Problem damit hat, dass ein Ork das Wort "defätistisch" in den Mund nimmt, sollte vielleicht doch überlegen, das Werk zu lesen. Es ist ein langer und eigentlich recht spannend geschriebener Roman. Sprachlich allerdings lässt das Werk sehr zu wünschen übrig. Die Sprache entstammt teilweise eher einem Groschenroman, denn einem Meisterwerk der Phantasieliteratur. Leider ergänzt Nicholls diese dürftige Sprache noch mit Darstellungen von Szenen wie sie einem Splatterfilm entstiegen sein könnten. Die hierbei verwendete Sprache ist brutal und würde ganz sicher bei der FSK durchfallen.

Zurück zum Inhalt:
Hier kommen dann die Pluspunkte ins Spiel. Die Idee für den Roman, die zugrundeliegende Story und die technische Umsetzung sind durchaus als gelungen zu bezeichnen. Der Vielfraße genannte Orktrupp versaut einen Auftrag, weil sie - mit "Kristall" (einem Rauschmittel) total zugedröhnt - sich das ergatterte Artefakt abjagen lassen. Schuldbewusst machen sie sich sofort auf die Jagd nach dem Objekt, aber ihre ungeduldige Herrscherin erklärt sie zu Deserteuren und schickt bereits Truppen aus um den Trupp zu erledigen.

Auf der Jagd nach dem Artefakt erfahren die Vielfraße, dass es insgesamt fünf gleichartige Artefakte gibt, die wenn sie zusammengehören ungeheure Macht versprechen. Wie sich diese Macht ausdrücken wird, können sie allerdings nicht in Erfahrung bringen. Da sie nun sowieso nichts mehr zu verlieren haben, machen sie sich also auf die Suche nach den anderen vier Gegenständen.

Der Mittelteil der Trilogie ist zwar etwas langatmig geschrieben, aber sonst ist die Story nicht schlecht gemacht. Da dem Autor die unterschiedlichen Rassen mit denen sich die Orks anlegen könnten ausgehen, führt er auch gleich neue Rassen in die Phantasyliteratur ein (bzw. entlehnt diese aus der Mythologie). Ebenso seltsam mutet er an, dass er es nicht schafft die Mythologie seiner Welt von der jüdisch-christlichen zu trennen. Insgesamt fühlt man sich durch den Erzählstil über lange Strecken eher in ein Phantasyrollenspiel versetzt, als in einem Roman. Insbesondere der Ablauf der Kämpfe erinnert einen sehr stark daran, es fehlen bloß noch die Würfelresultate - wobei offenbar der verwendete Würfel gezinkt war - denn die Erfolgsquote des Orktrupps ist phänomenal.

Abschließend muss man noch auf den Schluss eingehen, schließlich wartet man ja 700 Seiten lang darauf. Und hierzu ist zu sagen: nicht überzeugend. Natürlich ein großer Showdown, aber lieblos erzählt; eine Aufklärung darüber was diese Artefakte können, aber weit weg von dem was man in einem Phantasywerk erwarten würde.

Insgesamt also eine Menge Minuspunkte. Eine Empfehlung nur für jene die Phantasy einmal ganz anders erleben möchten und keinen Anspruch auf gut geschriebene Literatur legen. Ansonsten sind die 800 Seiten besser in andere Werke investiert.

2 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.