Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Michelle Rößner
Ort:
Göttingen
Rezensionen:
105 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 15

nicht hilfreich: 0

Rang:
354

Michelle Rößners Rezensionen

buch

Gute Geister

Kathryn Stockett

EUR 21,99 *
auf Merkliste

50

16.03.2011

„Brillante Südstaaten-Tragigkomödie”

„Dieses Buch hat alles: Mutige Frauen, eine fesselnde Handlung, ein Hauch von Geschichte“ urteilt die New York Times über dieses brillante Debüt und trifft damit den Nagel auf den Kopf!
Mississippi Anfang der 60er Jahre: erzählt wird die Geschichte mehrerer Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und unterschiedlicher Herkunft. Während die einen, den Konventionen folgend, jung heiraten und früh Kinder bekommen, um anschließend ihr Dasein überwiegend mit Kaffeekränzchen und Vorurteilen zu verbringen, sind die anderen genau diesen Vorurteilen ausgesetzt und arbeiten als farbige Nannys, gleichfalls den Konventionen folgend, für eben diese reichen, jung verheirateten, weißen Frauen.
Stockett erzählt eine packende, teilbiografische Geschichte über Vorteile, verstaubte Rollenverständnisse und den Mut dreier starker Frauen, dagegen anzukämpfen. Besser kann man nicht erzählen und unterhalten!

ebooks

Splitter

Sebastian Fitzek

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

24.10.2010

„Perfektes Verwirrspiel”

Was ist real und was nicht? Marc Lucas, engagierter Streetworker in Berlin, ist nach dem von ihm verursachten Unfalltod seiner schwangeren Freundin völlig aus der Bahn geworfen. Derart traumatisiert, nutzt er die Chance, die sich ihm durch ein Zeitungsinserat eröffnet: eine psychatrische Klinik sucht Teilnehmer für einen Feldversuch, bei dem unter medizinischer Aufsicht eine künstliche Teilamnesie erzeugt wird. Traumatisierte Personen sollen auf diese Weise ihre negativen Erinnerungen vergessen und nur die positiven Erinnerungen behalten. Klingt verrückt? Ist es auch! Denn was zunächst wie ein verlockendes Angebot klingt, entpuppt sich jedoch schnell als Alptraum. Marc Lucas' Leben zerplittert im wahrsten Sinne des Wortes: seine gesamte Existenz scheint gelöscht und er kann kaum noch zwischen Realität und Wahnsinn unterscheiden. "Splitter" ist ein typischer Fitzek-Thriller: spannend bis zum Schluss, erfährt der Leser die gleiche Verwirrung wie der Protaginist des Romans. Der Horror hier ist subtiler als beispielsweise in "Der Seelenbrecher" - aber am Ende erwartet den Leser auch hier wieder eine große Überraschung...

ebooks

Aus die Maus

Matthias Nöllke

EUR 7,49 *
auf Merkliste

50

24.10.2010

„Für Freunde des bösen Humors”

Sie sind sensibel und haben nichts übrig für Zyniker und bösen Sarkasmus? Dann Finger weg von diesem Buch! Für alle anderen: Man kann sich kaum vorstellen, was manche Angehörige für Zeit, Energie und Kosten aufwenden, um ihren verstorbenen Angehörigen einen oftmals bösen Nachruf zu schicken. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Kurios, oft zum Schmunzeln und manchmal einfach zum Schießen lustig! Fortsetzung folgt.

40

24.10.2010

„Drei Generationen und ihre Geheimnisse”

Nach ihrem Tod vererbt Bertha ihrer Enkeltochter Iris das alteingesessene Familienhaus in der norddeutschen Tiefebene. Iris, die ihr Leben eigentlich im süddeutschen Freiburg eingerichtet hat, reist zur Beerdigung ihrer Großmutter in den Norden und wohnt für eine Woche in dem Haus, von dem sie zunächst noch nicht weiß, ob sie es behalten oder verkaufen soll. Doch gemeinsam mit dem Haus hat Iris auch alle Erinnerungen vererbt bekommen. Nicht nur ihre eigenen Kindheitserlebnisse kommen wieder zu Tage – Iris erfährt auch die Geheimnisse und Geschichten der anderen Bewohner vor ihr: die Geschichte ihrer Großmutter und ihres Großvaters genau so wie die Erlebnisse ihrer Muttern und deren Schwestern. Alle verbindet mit dem Haus eine besondere Liebesgeschichte – und auch Iris verliebt sich hier unerwartet in einen Freund aus der Vergangenheit.
"Der Geschmack von Apfelkernen" ist ein typischer Drei-Generationen-Roman. Aber anders als die ansonsten eher emotional erzählten Familiensagen, wirkt Hagenas Schreibstil eher (typisch Norddeutsch?) kühl und distanziert. Aus der Perspektive Iris’, die die Geschichte ihrer Familie nahezu journalistisch recherchiert, kommt der Leser dem eigentlichen Familiengeheimnis auf die Spur. Lesenswert!

50

24.10.2010

„Generationenroman aus dem "anderen Deutschland"”

Maxim Leo macht mit seiner großartig erzählten Familienbiografie deutsche Geschichte begreifbar. Geboren 1971, gehört er der sogenannten Enkelgeneration an – aufgewachsen in der ehemaligen DDR. Er erzählt nachvollziehbar, wie sein Großvater, beeinflusst von Krieg und Nazideutschland, bewusst den neuen sozialistischen Staat mit aufbaut und uneingeschränkt glaubt, das Richtige zu tun. Doch bereits die nächste Generation wird damit konfrontiert, was es heißt, in einem totalitärem Regime aufzuwachsen und zu leben. Die Enkelgeneration schließlich kann schon vieles gar nicht mehr nachvollziehen und profitiert sowohl beruflich als auch privat nach der Wende von der neu gewonnen Freiheit.
Im selben Jahr geboren wie ich, unterscheidet sich die Lebensgeschichte von Maxim Leo doch immens. Alles, was in seiner Familie passiert, ist politisch und nimmt damit einen ganz anderen Einfluss. Das Leben in der DDR und die Ideen der Gründergeneration, auch wenn sie sich als nicht durchführbar erwiesen haben, werden durch den Bezug auf den privaten Mikrokosmos nachvollziehbar und machen diese Biografie besser als jede Geschichtsstunde.

50

24.10.2010

„Dem Tod ein Schnippchen schlagen”

Wie es einem Mädchen gelingt, durch ihre Zuneigung zur Literatur, in einer grausigen Zeit dem Tod beständig auszuweichen, davon handelt Zusaks „Die Bücherdiebin“.
Als ihr jüngerer Bruder 1939 auf dem Weg zu den Pflegeeltern stirbt, findet Liesel ihr erstes Buch. Mit Hilfe ihres Pflegevaters lernt das Mädchen lesen und stielt fortan immer wieder Bücher, mit deren Hilfe sie aus der Realität fliehen kann und die ihr nicht nur Hoffnung, sondern auch das Leben schenken. Als die Pflegefamilie in dem kleinen Vorort von München einen Juden versteckt und der Krieg mit seinen Bombennächten immer näher kommt, werden die Bücher immer wichtiger....
Erzählt wird die Geschichte der Bücherdiebin vom Tod höchstselbst, der den Anblick von Überlebenden nach eigenen Angaben nicht ertragen kann; der aber Liesel derart ins Herz geschlossen hat, dass er sie mehrfach entkommen lässt.
Zeitdokument und Überlebensgeschichte – toll und spannend, dabei mit leichter Ironie erzählt. Kriegt 5 Sterne – ich würde auch zehn geben, wenn ich könnte!

ebooks

Cowboysommer

Hansjörg Schertenleib

EUR 7,99 *
auf Merkliste

40

24.10.2010

„Vom Abschied der Jugend”

Hanspeters Leben in der Schweiz Mitte der 70er Jahre ähnelt dem vieler Teenager: er fühlt sich eingeengt zwischen Familie und Lehre, ist auf der Suche nach Freiheit und nach sich selbst – kann aber nicht aus seiner Haut. Großer Protest ist seine Sache nicht. Stattdessen hinterlässt er an irgendwelchen Orten heimlich Sätze aus Liedern seiner Zeit und freundet sich schließlich mit dem weitaus charismatischeren und offensiveren Boyroth an. Fortan bestimmen Motorräder, Musik und die Liebe zu Boyroths Schwester sein Leben. Doch nicht nur ein Unglück sondern auch Hanspeters Entdeckung der eigenen Stärken stellen diese Freundschaft irgendwann in Frage.
Schertenleib erzählt von der Jugend und Entwicklung seines Protagonisten nahezu emotionslos und distanziert. Der Roman spielt auf zwei Ebenen – einmal auf der Ebene der Erinnerung an die Jugend und schließlich in der Gegenwart, in der Hanspeter als Autor erfolgreich ist und auf einer Lesereise Boyroth wieder einmal begegnet... Eine solide erzählte Geschichte über Freundschaft, Verlust und Identität.

50

24.10.2010

„Über schwierige Lebensvoraussetzungen und die Liebe zum Buch”

Wer hätte je gedacht, dass der so einfältig wirkende Germain plötzlich die Liebe zur Literatur entdeckt? Schuld daran ist eine überraschende Begegnung im Park, die in eine ungewöhnliche Freundschaft mündet: die äußerst belesene und bereits recht betagte Margueritte führt Germain in den Bann der Bücher und bringt ihn so dazu, sein bisheriges Leben besser zu reflektieren. Eine zauberhafte kleine Erzählung mit liebenswerten Protagonisten, die ganz beiläufig die Freude am Lesen weckt.