Erweiterte Suche

Die Tränen der Königin. Goldmanns Taschenbücher, Band 46774

Roman. Deutsche Erstveröffentlichung

buch
EUR 8,95 *
auf Merkliste

versandkostenfrei

Sofort lieferbar

Artikel weiterempfehlen

Wird oft zusammen gekauft

Zusammen jetzt für
18,94

jetzt beide kaufen

Artikeldetails zu Die Tränen der Königin. Goldmanns Taschenbücher,...

AutorChristopher W. Gortner

Untertitel Roman. Deutsche Erstveröffentlichung

Abbildungsvermerk 19 cm

  • ISBN-103-442-46774-8
  • ISBN-139783442467747
  • Verlag Goldmann Taschenbuch
  • ReiheGoldmanns Taschenbücher
  • ÜbersetzerPeter Pfaffinger
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten541
  • Veröffentlicht09.03.2009
  • GenreRoman
  • Gewicht435g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelThe Last Queen

Leseprobe aus Die Tränen der Königin. Goldmanns Taschenbücher,...

TORDESILLAS, 1550


Mitternacht ist meine Lieblingsstunde geworden.
Die Geräusche der Nacht sind weniger aufdringlich, die Schatten gleichen einer vertrauten Umarmung. Im Licht einer einzigen Kerze wirkt meine Welt viel größer, als sie ist, nämlich so groß, wie sie es früher war. Ich nehme an, es liegt am zersetzenden Gift der Sterblichkeit, wenn man erleben muss, wie sich die Zeit verengt und zusammenzieht, wenn man sich dessen bewusst wird, dass nichts jemals wieder so groß, so offen und so unerreichbar wirken wird, wie es uns in unserer Jugend erschien.
Wenige haben so viel Anlass gehabt wie ich, über das Verstreichen der Jahre zu sinnieren. Aber erst jetzt, in dieser stillen Stunde, in der sich alle um mich herum dem Schlaf ergeben haben, kann ich wirklich klar sehen. Sie ist ein Trost, und das Wissen, das ich ihr verdanke, ein Geschenk, das ich nicht für Beschuldigungen oder nutzloses Bedauern vergeuden will. Die Geschichte mag vielleicht nicht vergeben, aber ich muss es tun.
Darum dieses leere Blatt, die gespitzte Feder und das Tintenfass. Meine Hand zittert nicht zu sehr; die Schmerzen in meinen Beinen sind nicht so schlimm, dass ich nicht in diesem mächtigen, wenn auch etwas abgewetzten Stuhlsitzen könnte. Heute Nacht sind meine Erinnerungen lebendig und alles andere als flüchtig. Sie beschwören Bilder herauf, Bilder, die mich locken, nicht quälen. Wenn ich die Augen schließe, rieche ich den Rauch und den Jasmin, das Feuer und die Rose, sehe die zinnoberroten Mauern meines geliebten Palastes, wie sie sich in den Augen eines Kindes spiegeln. Und mit diesen Eindrücken begann es, begann alles, als Granada fiel.
So werde ich heute Nacht von der Vergangenheit Zeugnis ablegen.


Alles werde ich festhalten, was ich erlebt und beobachtet habe, alles, was ich getan habe, jedes Geheimnis, das ich verborgen habe. Ich werde mich erinnern, weil eine Königin nie vergessen kann.


1492-1500
INFANTIN


"Prinzen heiraten nicht aus Liebe" Gattinara


Ich war dreizehn Jahre alt, als meine Eltern Granada eroberten. Das geschah 1492, im Jahr der Wunder, als dreihundert Jahre maurischer Herrschaft der Macht unserer Armeen erlagen und die zerschlagenen Königreiche Spaniens endlich wieder vereinigt wurden.
Seit meiner Geburt war ich auf Kreuzzug gewesen. Oft war mir erzählt worden, wie die Geburtswehen meine Mutter ausgerechnet in dem Moment niederwarfen, als sie sich anschickte, mit ihrer Streitmacht zu den Belagerungstruppen meines Vaters zu stoßen, und sie aufs Kindbett zwangen - eine Störung, die ihr überhaupt nicht behagte. Schon binnen weniger Stunden vertraute sie mich einem Kindermädchen an, damit sie sich aufs Neue in ihre Schlachten stürzen konnte. Zusammen mit meinem Bruder Johann und meinen vier Schwestern hatte ich von Anfang an nur das Chaos eines umherziehenden Königshofs gekannt, der sich in allem nach den Erfordernissen der Rückeroberung, des Kreuzzugs gegen die Mauren, gerichtet hatte. Eingeschlafen und aufgewacht war ich stets bei ohrenbetäubendem Getöse, veranstaltet von Tausenden Seelen in Rüstung; von Lasttieren, die Katapulte, Belagerungstürme und primitive Kanonen schleppten; von endlosen Wagenkolonnen, beladen mit Kleidern, Ausrüstungsgegenständen, Vorräten und Werkzeugen. Selten hatte ich Marmor unter den Füßen oder ein Dach über dem Kopf genießen dürfen. Das Leben bestand aus einer Serie von Pavillons, errichtet auf steinigem Gelände, und aus ängstlichen Lehrern, die beim Herunterleiern ihrer Lektionen zusammenzuckten, sobald brennende Pfeile über sie hinwegzischten oder Steingeschosse in der Ferne eine Festung zertrümmerten.
Mit der Eroberung von Granada änderte sich alles - für mich und für Spanien. Die hochbegehrte Bergzitadelle war das prächtigste Juwel in der versinkenden Welt der Mauren, und meine Eltern, Isabella und Ferdinand, Ihre Katholischen Majestäten von Kastilien und Aragonien, schworen, sie eher bis auf die Grundmauern niederzureißen, bevor sie sich noch länger den Trotz der Frevler bieten ließen.
Ich habe das Bild noch vor Augen, als stünde ich im Eingang zu unserem Pavillon: längs der Wegesränder die Reihen von Soldaten, in deren zerbeulten Brustharnischen und Lanzen die Wintersonne glitzerte. Sie warteten, die eingefallenen Gesichter vorgereckt, als hätten sie Not und Elend nie kennengelernt und die zahllosen Entbehrungen und Toten in zehn langen, von Schlachten geprägten Jahren in diesem Moment völlig vergessen.
Mich durchlief ein Schauer. Von der sicheren Hügelkuppe aus, auf der unsere Zelte standen, hatte ich beobachtet, wie Granada fiel. Ich verfolgte die Flugbahn der brennenden Steine, die in Pech getränkt, angezündet und gegen die Stadtmauern katapultiert worden waren, und sah, wie Gräben ausgehoben und mit vergiftetem Wasser gefüllt wurden, damit niemand sie durchqueren konnte. Wenn der Wind aus der richtigen Richtung wehte, vernahm ich bisweilen sogar das Stöhnen der Verwundeten und Sterbenden. Solange die Stadt schwelte, flackerte in der Nacht auf den Stoffplanen unseres Zelts ein gespenstisches Wechselspiel aus Licht und Schatten, und jeden Morgen waren unsere Gesichter und sämtliche Kissen von Asche bedeckt, wie auch unsere Teller und überhaupt alles, was wir aßen oder anfassten.
Ich konnte kaum glauben, dass es wirklich vorbei war. Ich kehrte ins Zelt zurück und stellte verdrießlich fest, dass meine Schwestern sich immer noch mit ihren Kleidern abmühten. Ich war als Erste aufgewacht und hatte sogleich meinen neuen karmesinroten Brokatumhang angelegt, nachdem meine Mutter für jede von uns einen angefordert hatte. Ungeduldig mit den Füßen stampfend, schaute ich zu, wie unsere Kinderfrau Doña Ana die mit Spitzen besetzten Schleier ausschüttelte, die wir immer in der Öffentlichkeit tragen mussten.
"Dieser verfluchte Staub!", stöhnte sie. "Er ist sogar in die schöne weiße Bettwäsche eingedrungen! Ach, ich kann die Stunde gar nicht erwarten, in der dieser Krieg zu Ende ist!"
"Diese Stunde ist da!" Ich lachte. "Heute übergibt Boabdil den Schlüssel für die Stadt. Mama wartet schon im Feld auf uns und ..." Ich unterbrach mich. "Bei allen Heiligen! Isabella, du hast doch nicht vor, von allen Tagen ausgerechnet heute Trauer zu tragen?"
Unter der schwarzen Haube flammten die blauen Augen meiner älteren Schwester auf. "Was weißt du, ein Kind, denn schon von meinem Kummer? Einen Ehemann zu verlieren ist die schlimmste Tragödie, die einer Frau zustoßen kann. Ich werde nie aufhören, um meinen geliebten Alfonso zu trauern."

Rezensionen der Redaktion zu Die Tränen der Königin. Goldmanns Taschenbücher,...

"Leidenschaft, Intrigen und Betrug - ein außergewöhnliches Leseereignis!" (The Historical Novels Review)

Kurzbeschreibung zu Die Tränen der Königin. Goldmanns Taschenbücher,...

Opulent und ergreifend: ein Roman über Johanna, die letzte Königin Spaniens


Mit 13 Jahren erlebt Johanna von Kastilien die Vereinigung des Königreichs Spaniens unter ihren Eltern Isabella und Fernando mit. Intelligent, schön, und stolz auf ihre Herkunft kämpft Johanna gegen ihr Schicksal an, als sie als zukünftige Braut des Habsburgers Philip des Schönen auserwählt wird. Aber als sie in Flandern dem attraktiven und sympathischen Prinzen gegenübersteht schlagen ihre Gefühle um. Doch weiß sie noch nicht, dass dieser Mann, nicht nur die größte Liebe ihres Lebens sein wird, sondern auch ihre bitterste Enttäuschung ...


Autorenportrait zu Die Tränen der Königin. Goldmanns Taschenbücher,...

Bevor C.W. Gortner zum Schreiben kam, arbeitete er als Redakteur für Geschichtsfachzeitschriften und engagierte sich beruflich zwölf Jahre für Aidskranke. Nach einem Studium der Literatur und Geschichte begann er mit der Recherche für »Die Tränen der Königin«, seinem ersten historischen Roman. Gortner lebt und arbeitet in Nordkalifornien.

Portrait

Christopher W. Gortner:
C.W. Gortner hat die ersten sechs Jahre seines Lebens in Südspanien verbracht und wurde von seiner spanischen Mutter und seinem amerikanischem Vater bilingual erzogen. §Bevor er zum Schreiben kam arbeitete Gortner als Redakteur für Geschichts-Fachzeitschriften und engagierte sich beruflich zwölf Jahre für Aidskranke.

Autorenportrait

Bevor C.W. Gortner zum Schreiben kam, arbeitete er als Redakteur für Geschichtsfachzeitschriften und engagierte sich beruflich zwölf Jahre für Aidskranke. Nach einem Studium der Literatur und Geschichte begann er mit der Recherche für »Die Tränen der Königin«, seinem ersten historischen Roman. Gortner lebt und arbeitet in Nordkalifornien.

Bewertung unserer Kunden zu Die Tränen der Königin. Goldmanns Taschenbücher,...

Wie ist Ihre Meinung zu „Die Tränen der Königin. Goldmanns Taschenbücher,...”?

Geben Sie Ihre Bewertung ab.

50

25.06.2011

„Grandioses Buch!!”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Köln
Dieses Buch muss man gelesen haben. Einfach unglaublich, wie Christopher W. Gortner das Leben der letzten Königin Spaniens beschreibt. Sehr traurig ist allerdings der Schluss.
Trotzdem, ein wunderbares und lesenswertes Buch. Ich kann das nur weiterempfehlen für alle, die historische Bücher mögen.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

Diese Artikel haben mir auch gefallen: Die Artus - Chroniken von Bernard Cornwell ISBN: 978-3-499-24624-1 Der Lilienpakt von Corina Bomann ISBN: 978-3-8000-5601-9

50

27.08.2009

„Ein sehr packender historischer Roman!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Die Tränen der Königin von Christopher W. Gortner ist ein ergreifender Roman über Johanna, die letzte Königin von Spanien. Mit eindrucksvollen Bilder wird die Geschichte einer tapferen Königin erzählt, die gegen ihr Schicksal ankämpft und für ihr Königreich alles tut. Sie heiratet einen Mann, der sie betrügt, muss ihre Kinder in der Obhut anderer lassen, wird betrogen und belogen. Die Politik der Königshäuser wird genausogut beschrieben, wie die Zeit, in der Frauen gegen ihr Schicksal und für die Liebe kämpfen müssen.
Ein außergewöhnlicher Lesegenuss!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

Diese Artikel haben mir auch gefallen: Die Päpstin Straße der Sterne die Sünderin von Siena

50

07.07.2009

„Glanz und Elend einer Königin”

von einer Kundin oder einem Kunden
C. W. Gortner hat hier einen wunderbaren Roman über eine starke und außergewöhnliche Persönlichkeit geschrieben. Selten hat mich ein Buch so berührt und hat so viele Emotionen in mir ausgelöst. Der Autor wählt die Ich-Form, lässt also Johanna selbst ihre Geschichte erzählen. Für mich die richtige Entscheidung, dadurch hat die Geschichte noch an Tiefe gewonnen. Viele geschichtliche Fakten hat der Autor hier mit seiner eigenen Version über die damaligen Ereignisse verwoben. Sehr glaubhaft, ich hatte immer das Gefühl, genau so könnte es damals gewesen sein. Die größte Überraschung für mich war, wie ungemein einfühlsam als Mann, Gortner diese Geschichte erzählt. Da merkt man in jeder Zeile, dass er wohl viel Zeit in Recherchearbeiten investiert hat (6 Jahre, wie in einem Nachwort erwähnt wird), sonst wäre es ihm sicherlich nicht möglich gewesen, sich dermaßen gut in diese Frau hinein zu versetzen.

"La Loca d'amor" - die Wahnsinnige aus Liebe - nennt der spanische Volksmund die rechtmäßige Königin von Kastilien. Bis heute sind sich wohl die Historiker noch nicht einig, ob sie diesen Titel zu Recht erhalten hat. Ich persönlich habe hier ziemlich viele Vorbehalte und schließe mich da eher der Version des Autors an. Man müsste zudem noch wissen, wie damals der Begriff Wahnsinn überhaupt definiert wurde.
Es stand für ihre Gegner einfach zuviel auf dem Spiel und diente daher sicherlich als Vorwand, ihr nicht nur die rechtmäßige Herrschaft vorzuenthalten, sondern auch, sie von der Welt zu isolieren. Es ist einfach unglaublich was diese Frau für Nackenschläge wegstecken musste. Johanna hat sich trotzdem nicht verbiegen lassen, durch ihre Standhaftigkeit konnte schließlich ihr Sohn Karl ein Weltreich errichten. Aber wie hat man es ihr gedankt! Ganz tragisch finde ich, dass sie ausgerechnet von den Menschen verraten und missbraucht wird, die ihr besonders nahe stehen. Daher würde es mich nicht wundern, wenn sie irgendwann später von Depressionen heimgesucht wurde.

Ansonsten scheinen die Kindern von Isabella und Ferdinand, nicht gerade vom Glück begünstigt gewesen zu sein. Entweder sie starben frühzeitig oder hatten jede Menge Leid zu ertragen. Ich denke da auch an Johannas jüngere Schwester, Katharina von Aragon, die ja eine gewisse Berühmtheit durch ihre Ehe mit Heinrich VIII erlangt hat. Sie findet auch in dieser Geschichte Erwähnung.

In einem Nachwort gibt es noch Erläuterungen von C. W. Gortner, er erklärt auch warum und weshalb er sich an einigen Stellen nicht ganz korrekt an geschichtlichen Daten gehalten hat.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

Diese Artikel haben mir auch gefallen: Wüstentochter v. Sarah Bryant

50

21.05.2009

„EIN ATEMBERAUBENDES BUCH !!”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Celle
Dieses Buch ist der Hammer! Es ist zwar im Endeffekt echt traurig, aber ein Hochgenuss es zu lesen!! Es ist voll von Spannung und unerwarteter Wendungen. Dieses Buch führt einem vor Augen wie Machtgier einen Menschen verändern kann und zu was er dann fähig ist.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es ist eines der besten historischen Romane die ich jeh gelesen habe. ABSOLUT GENIAL !!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

Häufig gestellte Fragen

  • Wie viele PAYBACK Punkte kann ich für ein Produkt sammeln?

    Für jeden vollen Euro Warenwert erhalten Sie 1 PAYBACK Punkt.
  • Wo sehe ich, wie viel PAYBACK Punkte ich für ein Produkt sammeln kann?

    Die für ein Produkt zu sammelnden Punkte finden Sie unter dem Warenwert auf der Artikeldetailseite, ebenso im Warenkorb und in der Bestellübersicht.
  • Wie kann ich bei bol.de bezahlen?

    Wählen Sie im Bestellprozess oder unter "Mein Konto" im Punkt "Zahlungsart" Ihre gewünschte Zahlungsweise aus. Näheres erfahren Sie in unserer Hilfe.

BonusprogrammHilfe

Payback

8 Punkte sammeln

--> --> -->