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Die normannische Braut. Blanvalet Taschenbücher, Band 36015

Roman. Deutsche Erstausgabe

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Artikeldetails zu Die normannische Braut. Blanvalet Taschenbücher,...

AutorElizabeth Chadwick

Untertitel Roman. Deutsche Erstausgabe

Abbildungsvermerk 18,5 cm

  • ISBN-103-442-36015-3
  • ISBN-139783442360154
  • Verlag Blanvalet
  • ReiheBlanvalet Taschenbücher
  • ÜbersetzerGabriele Zelisko
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten604
  • Veröffentlicht01.04.2004
  • GenreRoman
  • Gewicht465g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelThe Winter Mantle

Leseprobe aus Die normannische Braut. Blanvalet Taschenbücher,...

Festung von Rouen, Normandie, Fastenzeit 1067


"Wie die Engländer wohl sind?", fragte Sybille nachdenklich, während sie das Band am bestickten Leinenunterhemd ihrer Herrin schnürte.
"Sie haben mehr Haare und Bart als eine Herde wilder Ziegenböcke, wenn man nach denen urteilt, die wir bisher getroffen haben", entgegnete Judith geringschätzig ihrer Magd. Als Nichte des Herzogs Wilhelm der Normandie, nun König von England, war sie sich ihres Ranges nur ach zu bewusst. "Bei unseren Männern sieht man wenigstens sofort, was sich in ihnen verbirgt, und man kann die Läuse leichter in Schach halten." Sie warf einen Blick zum Fenster, wo der Jubel der Menge durch die offenen Läden wehte wie ein Sommerwind durch die Blätter eines Baumes. Am Fuße der hoch aufragenden Festungsmauern drängte sich die gesamte Einwohnerschaft von Rouen in den Straßen. Keiner wollte die triumphale Rückkehr des Herzogs verpassen, der in England den Thronräuber Harold Godwinsson bezwungen hatte.
Das Interesse ihrer Magd an den Engländern - und ihr eigenes, um die Wahrheit zu bekennen - rührte daher, dass ihr Onkel Wilhelm nicht nur schwer beladen mit angelsächsischer Beute in sein Herzogtum zurückkehrte, sondern auch in Begleitung hochgeborener Geiseln - englische Lords, denen er nicht traute und sie deshalb nicht aus den Augen lassen wollte.
"Aber es ist schön, einem Mann mit den Fingern durch den Bart zu fahren, findet Ihr nicht auch?", fuhr Sybille mit funkelnden Augen fort. "Ganz besonders, wenn er jung ist und gut aussieht."
Judith zog missbilligend die Stirn in Falten. "Nicht dass ich wüsste", antwortete sie abschätzig.
Nicht im Geringsten eingeschüchtert warf die Magd übermütig den Kopf in den Nacken. "Dann habt Ihr ja nun Gelegenheit, es herauszufinden." Sie holte das Kleid aus blutrotem Tuch, das Judith so gut stand, aus der Truhe, wo es zwischen Schichten getrockneter Rosenblüten und Zimtrinden aufbewahrt war, und half ihr hinein.
Judith ließ voller Wohlgefallen die Handflächen über das prächtige, weiche Tuch gleiten. Aus den Augenwinkeln verfolgte sie, wie sich ihre Mutter an ihrer Schwester Adelaide zu schaffen machte und an ihr zupfte und zerrte, um jede Kleiderfalte einzeln in Form zu bringen.
"Gott behüte, dass auch nur ein Haar nicht an seinem Ort ist", murmelte Sybille und bekreuzigte sich zum Spaß.
Als ihre Mutter auf sie zukam, stieß Judith einen Seufzer aus. Sybille machte einen sittsamen Knicks vor der älteren Frau und vertiefte sich mit Eifer darin, Judiths Haar zu zwei festen, glänzenden Zöpfen zu flechten. Dann legte sie ihr einen seidenen Schleier um, der von Nadeln aus geschmiedetem Gold gehalten wurde.
Adelaide, Gräfin von Aumale, begutachtete das Werk der Magd mit Augen so hart und schneidend wie Scherben braunen Glases. "Das genügt", sagte sie barsch zu Judith. "Wo ist dein Umhang?"
"Hier, Mutter." Judith nahm das Gewand von ihrem Kleiderständer. Das dunkelgrüne Tuch war mit Biberpelz gefüttert und mit Zobel eingefasst, wie es ihrem Rang gebührte. Adelaide beugte sich vor, um die mit Granaten besetzte goldene Schließe zurechtzurücken und zupfte einen nicht vorhandenen Fussel von dem angerauten Gewebe.
Judith widerstand dem Drang, die Hand ihrer Mutter abzuwehren, doch Adelaide hatte es wohl gespürt, denn sie warf ihrer Tochter einen frostigen Blick zu. "Wir sind Frauen aus dem herzoglichen Haus", sagte sie. "Und es steht uns an, das zu zeigen."
"Das weiß ich, Mutter." Judith war klug genug, ihre Gereiztheit nicht zu zeigen, doch hinter ihrer pflichtbewussten Fassade kochte sie vor Wut. Sie war mit fünfzehn Jahren im heiratsfähigen Alter, besaß die Rundungen einer Frau und bekam ihre monatlichen Blutungen, doch noch immer behandelte ihre Mutter sie wie ein Kind.
"Dann ist es ja gut." Adelaide sah einschüchternd über ihre lange, spitze Nase hinab. Mit einem Nicken, das an ihre Töchter gerichtet war, rauschte sie davon, um sich den anderen Frauen aus dem Gefolge von Herzogin Matilda anzuschließen, die sich bereitmachten, sich zu der Menge zu begeben und ihre heimkehrenden Männer zu begrüßen. Adelaides Gemahl befand sich allerdings nicht unter ihnen. Er gehörte jener normannischen Streitkraft an, die zurückgeblieben war, um die Interessen des neuen Königs in England während seiner Abwesenheit zu wahren. Judith konnte sich vorstellen, dass ihre Mutter darüber nicht gerade unglücklich, vielleicht sogar erleichtert war. Ihr selbst war es egal. Er war ihr Stiefvater, und sie kannte ihn kaum, denn auch als er noch zu Hause gewesen war, hatte er selten die Frauen in ihren Gemächern besucht und sich lieber im großen Saal und bei den Wachleuten aufgehalten.
Ein stürmischer Märzwind fegte über den Burghof, fuhr respektlos in die Schleier und machte die peinlich genauen Vorbereitungen wie zum Hohn zunichte. Leuchtende Seidenbanner knallten wie Peitschen gegen die Turmzinnen, und darüber flogen die Wolken so schnell über den blauen Himmel, dass Judith vom Zusehen ganz schwindlig wurde.
Während sie im Windschatten einer Mauer Schutz suchte, fragte sie sich, wie lange es wohl noch dauern würde. Ihre Vettern Richard, Robert und Wilhelm, die Söhne des Herzogs, waren losgeritten, um ihren Vater in der Stadt zu empfangen. Nur zu gerne wäre sie mit ihnen gekommen, doch das hätte sich nicht geschickt, und die Form zu wahren stand, wie ihre Mutter sagte, für ein wichtiges Mitglied des höchsten Hauses im Lande an allererster Stelle.
Die Rufe der Menge hatten sich zu einem regelrechten Beifallssturm gesteigert. Judiths Herz schwoll vor Stolz an. Das war ihr Geschlecht, dem sie zujubelten, ihr Onkel, der nun durch Gottes Gnaden und seine eigene Entschlossenheit König geworden war.
Unter den Fanfarenstößen der Trompeten erreichten die ersten Reiter des Zuges den Burghof. Ihre Helme und Kettenhemden blitzten in der Sonne auf, Seidenfähnchen flatterten an den polierten Heften ihrer Lanzen. Unter den wogenden Farben des päpstlichen Banners kam ihr Onkel Wilhelm auf einem spanischen Hengst geritten, dessen Fell tiefschwarz glänzte. Er trug keine Rüstung, und seine mächtige Gestalt erstrahlte in einem karmesinroten Wollumhang, der von Goldstickereien überzogen war. Der Wind wehte ihm das dunkle Haar in die Stirn, und dass er die Augen zum Schutz vor dem Wind zusammenkniff, unterstrich noch das Adlerhafte seines Gesichts. Ein Knappe rannte los, um ihm die Zügel abzunehmen. Wilhelm sprang sicher vom Pferd und wandte sich dann den wartenden Frauen zu.

Kurzbeschreibung zu Die normannische Braut. Blanvalet Taschenbücher,...

Als Wilhelm der Eroberer nach seinem Sieg bei Hastings in die Normandie zurückkehrt, begleiten ihn englische Edelmänner, denen er nicht traut. Einer davon, Waltheof of Huntingdon, sinnt jedoch nicht auf Rebellion - er hat sich unsterblich in Wilhelms zauberhafte Nichte verliebt. Weil Wilhelm den beiden eine Heirat nicht gestattet, beteiligt sich Waltheof doch an einem Aufstand. Nun billigt Wilhelm die Ehe - um Waltheofs Treue zu erzwingen. Die Brautleute sind überglücklich, doch das intrigante Leben am normannischen Hof stellt ihre Liebe auf eine harte Probe ...




Autorenportrait zu Die normannische Braut. Blanvalet Taschenbücher,...

Elizabeth Chadwick lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Nottingham. Sie hat inzwischen 15 historische Romane geschrieben, die allesamt im Mittelalter spielen. Vieles von ihrem Wissen über diese Epoche resultiert aus ihren Recherchen als Mitglied

Portrait

Elizabeth Chadwick:
Elizabeth Chadwick lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Nottingham. Sie hat historische Romane geschrieben, die allesamt im Mittelalter spielen. Vieles von ihrem Wissen über diese Epoche resultiert aus ihren Recherchen als Mitglied von Regia Anglorum, einem Verein, der das Leben und Wirken der Menschen im frühen Mittelalter nachspielt und so Geschichte lebendig werden lässt. Elizabeth Chadwick wurde u. a. mit dem Betty Trask Award ausgezeichnet, und ihre Romane gelangten immer wieder auf der Auswahlliste des Romantic Novelists Award.

Autorenportrait

Elizabeth Chadwick lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Nottingham. Sie hat inzwischen 15 historische Romane geschrieben, die allesamt im Mittelalter spielen. Vieles von ihrem Wissen über diese Epoche resultiert aus ihren Recherchen als Mitglied

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30

02.02.2010

„ein netter Schmöker für kalte Tage”

von Tina
Ich habe mit großer Erwartung dieses Buch gelesen und bin etwas enttäuscht. Nicht von den historisch recherchierten Fakten, so aber vom Schreib-/Erzählstil von Elisabeth Chadwick enttäuschen mich etwas. Jedoch mag dies wiederum den historischen Fakten geschuldet sein. Alles in allem kein schlechtes Buch, aber auch keines das ich zu meinen Favoriten zählen würde. Eine nette Unterhaltung für kalte, dunkle Wintertage.

50

11.02.2008

„Schönes Buch”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Mecklenburg-Vorpommern
Ein schöner Roman über Liebe, Habgier und Vergebung. Es geht um die Eroberung Englands und um Kreuzzüge. Das Buch ist sehr detailreich beschrieben und man kann nicht mehr aufhören zu lesen.

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Diese Artikel haben mir auch gefallen: Das zweite Königreich, Gablé

50

31.07.2005

„Spannend, lehrreich, großartig!!!”

von Simone Knauß aus Rudersberg
Durch dieses Buch lernt man noch mehr aus der Zeit Wilhelm des Eroberers.. Es ist so, als ob man hinter den "Kulissen" steht, weil man erfährt, was sonst noch so alles in dieser Zeit passiert. Wer "Das zweite Königreich" gelesen hat, ist bei diesem Buch genau richtig!

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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