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Die Bibel nach Biff

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Artikeldetails zu Die Bibel nach Biff

  • ISBN-103-89480-996-5
  • EAN9783894809966
  • Veröffentlicht11.03.2009
  • Goldmann
  • EinbandartEPUB
  • OriginaltitelLamb: The Gospel According to Biff, Christ's Childhood Pal

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Leseprobe aus Die Bibel nach Biff

Der Engel war gerade dabei, seine Schränke zu entstauben, als ihn der Ruf ereilte. Heiligenscheine und Mondstrahlen waren nach Helligkeit sortiert, Zornesbeutel und Lichtschwerter hingen an Haken und wollten poliert werden. Ein Weinschlauch voll Glorien in der Ecke hatte geleckt, und der Engel tupfte mit einem zusammengeknüllten Tuch daran herum. Jedes Mal, wenn er das Tuch wendete, erklang aus dem Schrank ein dumpfer Chor, als hätte er den Deckel auf ein Weckglas voller Hallelujahs geschraubt.
»Raziel, was um Himmels willen treibst du da?«
Der Erzengel Stephan ragte über ihm auf, schwenkte eine Schriftrolle, als drohte er einem pinkelnden Welpen mit zusammengerollter Zeitung.
»Ein Marschbefehl?«, fragte der Engel.
»Erdenpfuhl.«
»Da war ich doch gerade erst.« »Vor zwei Millennien.«
»Ehrlich?« Raziel sah auf seine Uhr, tippte an das Glas. »Bist du sicher?«
»Was glaubst du?« Stephan hielt ihm die Schriftrolle hin, damit Raziel das Siegel mit dem brennenden Busch erkennen konnte.
»Wann soll ich los? Ich bin hier fast fertig.« »Unverzüglich. Pack die Gabe der Zungen und ein paar kleinere Wunder ein. Keine Waffen, es ist kein Rachejob. Du arbeitest undercover. Ausgesprochen low profile, aber von entscheidender Bedeutung. Steht alles im Marschbefehl.« Stephan reichte ihm die Schriftrolle. »Wieso ich?«
»Das habe ich auch gefragt.« »Und?«
»Man hat mich daran erinnert, weshalb manch anderer Engel verstoßen wurde.« »Oha! So brisant?«
Stephan hüstelte, was affektiert wirkte, denn Engel atmen nicht. »Ich bin mir nicht sicher, ob ich es eigentlich wissen sollte, aber Gerüchten nach dürfte es um ein neues Buch gehen.«
»Das soll wohl ein Witz sein. Eine Fortsetzung? Die Offenbarung Zweiter Teil, wo man eben noch dachte, man könne unbehelligt sündigen?«
»Es ist ein Evangelium.«
»Ein Evangelium, nach so langer Zeit? Wer?«
»Levi, den man Biff nennt.«
Raziel ließ seinen Lappen fallen und stand auf. »Das muss ein Missverständnis sein.«
»Es kommt direkt vom Sohn.«
»Aus gutem Grund wird Biff in den anderen Büchern nicht erwähnt. Er ist ein absolutes...« »Sag es nicht.«
»Aber er ist so ein Arschloch.«
»Da redest du und wunderst dich, dass du Pfuhldienst schiebst.«
»Wieso jetzt, nach so langer Zeit? Vier Evangelien haben doch bis jetzt genügt, und wieso er?«
»Weil es nach Erdbewohnerzeit eine Art Jubiläum der Geburt des Sohnes gibt, und er das Gefühl hat, es sei an der Zeit, die ganze Geschichte zu erzählen.«
Raziel ließ den Kopf hängen. »Ich sollte packen.«
»Die Gabe der Zungen«, mahnte Stephan.
»Unbedingt. Damit ich mir den Schwachsinn in tausend Sprachen anhören kann.«
»Immer auch die guten Seiten sehen, Raziel. Und bring mir etwas Schokolade mit.«
»Schokolade?«
»Ein Erdensnack. Du wirst sie mögen. Satan hat sie erfunden.« »Teufelsfraß?«
»Man kann nicht immer nur Oblaten knabbern, mein Freund.«
Mitternacht. Der Engel stand auf einem kahlen Hügel am Rande der heiligen Stadt Jerusalem. Er hob die Arme in die Höhe, und trockener Wind ließ seine weiße Robe flattern.
»Erhebe dich, Levi, den man Biff nennt.«
Ein Wirbelwind baute sich vor ihm auf, sammelte am Hang Staub zu einer Säule, die menschliche Gestalt annahm.
»Erhebe dich, Biff. Deine Zeit ist gekommen.«
Wütend peitschte der Wind, und der Engel hob den Ärmel seiner Robe vors Gesicht.
»Erhebe dich, Biff, und wandle unter den Lebenden.«
Langsam ließ der Wirbel nach, bis nur noch eine Staubsäule in Menschengestalt am Hang aufragte. Augenblicklich war es auf dem Hügel wieder still. Der Engel zog ein Gefäß mit Gold aus seinem Beutel und streute dessen Inhalt über die Säule. Der Staub wurde fortgespült, und ein schlammbespritzter, nackter Mann stand prustend und spuckend im Licht der Sterne.
»Willkommen unter den Lebenden«, sagte der Engel.
Der Mann zwinkerte, dann hielt er sich die Hand vor Augen, als erwartete er, hindurchsehen zu können.
»Ich lebe«, sagte er in einer Sprache, die er nie zuvor gehört hatte.
»Ja«, sagte der Engel.
»Was sind diese Laute, diese Worte?«
»Man hat dir die Gabe der Zungen gewährt.«
»Die Gabe der Zungen hatte ich schon immer. Da kannst du alle Mädchen fragen, mit denen ich zusammen war. Was sind das für Worte?«
»Sprachen. Man hat dir die Gabe der Sprachen gewährt, wie allen Aposteln.«
»Dann ist Sein Reich gekommen.«
»Ja.«
»Und wann?«
»Vor zweitausend Jahren.«
»Du nichtsnutzige Pfeife von einem Blindgänger«, sagte Levi, den man Biff nannte, und schlug dem Engel ins Gesicht. »Du bist spät dran.«
Der Engel kam wieder auf die Beine und tastete vorsichtig an seiner Lippe herum. »Spricht man so mit dem Boten des Herrn?«
»Ist mir eben gegeben«, sagte Biff.
Der Junge
Gott ist ein Komödiant, der vor einem Publikum spielt, das sich nicht zu lachen traut.
VOLTAIRE
Ihr glaubt, ihr wisst, wie die Geschichte endet, aber das stimmt nicht. Vertraut mir, ich war dabei. Ich weiß Bescheid.
Als ich dem Mann, der die Welt retten würde, zum ersten Mal begegnete, saß er am großen Brunnen in Nazareth, und eine Eidechse hing aus seinem Mund. Nur Schwanz und Hinterbeine waren noch zu sehen, Kopf und Vorderbeine steckten halb in seinem Rachen. Er war sechs, wie ich, und sein Bart noch nicht ganz ausgebildet, so dass er den Bildern, die ihr von ihm kennt, nicht eben ähnlich sah. Seine Augen waren wie dunkler Honig, und sie lächelten unter einer Mähne blauschwarzer Locken hervor, von denen sein Gesicht umrahmt war. Ein Licht - älter als Moses - sprach aus diesen Augen.
»Unrein! Unrein!«, rief ich und deutete auf den Jungen, damit meine Mutter wusste, dass ich das Gesetz kannte, doch weder sie noch die anderen Mütter, die ihre Krüge am Brunnen füllten, beachteten mich.
Der Junge nahm das Tier aus dem Mund und gab es seinem jüngeren Bruder, der neben ihm im Sand saß. Der Kleine spielte eine Weile mit der Echse, ärgerte sie, bis sie ihren kleinen Kopf reckte, als wollte sie beißen, dann hob er einen Stein auf und schlug dem Tier den Schädel ein. Ungläubig stieß er das tote Ding im Sand herum, und als er sicher war, dass es sich nicht mehr vom Fleck rühren würde, hob er es auf und gab es seinem älteren Bruder zurück.

Kurzbeschreibung zu Die Bibel nach Biff

Im Buch der Bücher fehlen einige Kapitel: Unter den wachsamen Augen von Engel Raziel soll Biff diese Lücke füllen und alles über die Kindheit und die turbulente Jugend von Jesus Christus berichten. Biff ist der einzige glaubwürdige Zeuge dieser Zeit, schließlich ist er in all den Jahren Jesus' bester Freund gewesen und stand ihm schon zur Seite, als dieser noch versuchte, vertrocknete Eidechsen zum Leben zu erwecken ...

Beschreibung der Redaktion zu Die Bibel nach Biff

Im Buch der Bücher fehlen einige Kapitel: Grund genug, einen Mann namens Levi bar Alphaeus, kurz Biff, aus seinem nun schon fast 2000 Jahre währenden Todessschlaf zu wecken. Unter den wachsenden Augen von Engel Raziel soll Biff alles über die turbulente Jugend von Josua, auch unter dem Namen Jesus H. Christus bekannt, berichten. Denn Biff ist der einzige glaubenswürdige Zeuge dieser Zeit. Er stand dem jungen Messias schon zur Seite, als dieser noch versuchte, vertrocknete Eidechsen zum Leben zu erwecken....

Portrait

Jörn Aus dem Englischen Ingwersen:
Jörn Ingwersen, geboren 1957, ist ein Allroundtalent. Er hat sich als Musiker, Übersetzer und Autor einen Namen gemacht.
Christopher Moore:
Der ehemalige Journalist Christopher Moore arbeitete als Dachdecker, Kellner, Fotograf und Versicherungsvertreter, bevor er anfing, Romane zu schreiben. Seine Bücher haben in Amerika längst Kultstatus, und auch im deutschsprachigen Raum wächst die Fangemeinde beständig. Christopher Moore liebt - nach eigenen Angaben - den Ozean, Elefanten-Polo, Käsecracker, Acid Jazz und das Kraulen von Fischottern. Er mag aber weder Salmonellen noch Autoverkehr und erst recht nicht gemeine Menschen. Der Autor lebt in San Francisco, Kalifornien.

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40

22.01.2012

„Lachanfälle sind vorprogrammiert”

von einer Kundin oder einem Kunden
Die Bibel nach Biff erzählt die Kinder- und Jugendjahre von Jesus aus der Sicht seines besten Freundes Levi, genannt Biff. Dabei wird kein Detail ausgelassen und durch die humorvolle Erzählung bleibt beim Leser mit Sicherheit kein Auge trocken. Klasse!

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50

20.02.2011

„Die Bibel nach Biff”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Sie meinen, Sie hätten schon alles über Jesus gelesen/ gehört und wären vollends im Bilde über sein Leben? Eher nicht, wenn Sie dieses Buch noch nicht kennen. Mit tief schwarzem und knochentrockenem Humor kommt diese "Biographie" über Jesus´ Jugendzeit daher. Da bleibt einfach kein Auge trocken. Wenn ich könnte, würde ich für dieses Buch glatte 10 Sterne verteilen!!

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50

19.11.2010

„Lange nicht mehr so viel gelacht!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Jeder von uns kennt natürlich die Geschichten von Jesus, seine Geburt und sein Leben als erwachsener Mann. Was seine "Teeniejahre" angeht, darüber wird in der Bibel geschwiegen.Deshalb wird Erzengel Raziel auf die Erde geschickt um Jesus´ besten und zugleich geheim gehaltenen Freund Biff zum Leben zu erwecken. Dieser wird von Raziel im Hotelzimmer eingeschlossen um die Jugendjahre des Messias aufschreiben. Schnell wird klar warum Jesus´peinlicher Freund von der Bibel ausgeschlossen wurde...Und während Biff seine Geschichte zu Papier bringt, genießt sein Aufpasser Raziel das amerikanische Fernsehprogramm sowie die Vorteile des Pizzaservice.
Witzig von der ersten Seite an. Für Gläubige, Nichtgläubige und Fans von "Das Leben des Brian".

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50

13.11.2010

„Die Bibel nach Biff”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Über keinen Menschen der letzten 2000 Jahre wurde soviel geschrieben und gesprochen wie über Jesus von Nazareth, aber was wissen wir eigentlich über ihn und sein Leben? Nicht wirklich viel, denn im "Buch der Bücher" fehlen einige Kapitel. Das fällt auch dem Allerhöchsten auf: er schickt einen Engel auf die Erde, der den Mann von den Toten erwecken soll, der die fehlenden Kapitel liefern kann: Levi (genannt Biff), Jesus besten Freund aus Jugendtagen. Und Biff erzählt...was dabei raus kommt ist so witzig und abgedreht das ich manchmal Tränen lachten musste! Herrlich unkonventionell erzählt Christopher Moore seine Interpretation von Jesus "wilden Jugendjahren". Einfach göttlich!

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50

03.11.2010

„Die Bibel mit anderen Augen sehen!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Biff ist der beste Freund von Jesus und erzählt nun, 2000 Jahre später, die Geschichte ihrer beider Jugend. Und es war eben nicht alles so, wie es in den Büchern steht!
Mit 12 stellt sich für Jesus plötzlich die Frage, was man eigentlich so macht, wenn man Messias werden will. Diese Frage sollen ihm die heiligen drei Könige beantworten, und so beginnt eine Odyssee quer durch Asien, auf die sein teuerer Freund Biff ihn natürlich begleitet. Man trifft viele alte Bekannte, aber auch neue, unterhaltsame Gestalten!
Die Bibel nach Biff ist ein großartiger Roman für alle, die es mit der Religion nicht allzu ernst nehmen!


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