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Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Roman

buch
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Artikeldetails zu Die Stunde, in der ich zu glauben begann

AutorWally Lamb

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 22 cm

  • ISBN-103-86612-206-3
  • ISBN-139783866122062
  • Verlag Pendo
  • ÜbersetzerNorbert Möllemann, Charlotte Breuer
  • Einbandartgebunden
  • Seiten749
  • Auflage2. Auflage
  • VeröffentlichtJuli 2009
  • GenreRoman
  • Gewicht984g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelThe Hour I First Believed

Rezensionen der Redaktion zu Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de: 10 Jahre nach seinem großen Bestseller "Die Musik der Wale" kehrt Wally Lamb mit diesem Meisterwerk auf die literarische Bühne zurück. Es ist sein drittes ergreifendes Werk. Ein dramatischer Roman über das wirkliche Leben, der atemberaubend spannend erzählt ist. Wally Lamb blickt ganz tief in die Seele seiner Figuren und er hat eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe. Ein glänzender Familien- und Generationsroman! Dieses Buch ist wie ein Fels in der Brandung des Lebens. Eine ähnliche Wohltat, solch ein Leseereignis erleben zu dürfen, hatte ich auch bei John Irvings Meisterwerk "Gottes Werk und Teufels Beitrag".

Kurzbeschreibung zu Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Erst vor Kurzem sind Caelum und seine Frau Maureen nach Colorado gezogen. Doch was ein Neubeginn für ihre Ehe sein soll, findet durch den Amoklauf an der Columbine Highschool ein abruptes Ende. Mitten in dem blutigen Massaker: Maureen, die den Anschlag versteckt in einem Wandschrank überlebt. Traumatisiert flüchtet sie in eine eigene Welt - und zwingt so auch Caelum, sich seinen Ängsten zu stellen und jenes dunkle Rätsel seiner Herkunft zu lösen, vor dem seine Tante ihn zu schützen versuchte. Eine Tour de force durch die Abgründe der menschlichen Seele, mit der Wally Lamb sein erzählerisches Können und sein Gespür für die großen Themen des Lebens unter Beweis stellt.

Portrait

Wally Lamb:
Wally Lamb, geboren 1950; lange Zeit als Englischlehrer an einer Highschool an der Ostküste der USA tätig, gibt Lamb seit einigen Jahren in einem Frauengefängnis Kurse in Creative Writing und setzt sich auch politisch für eine Verbesserung der Bedingungen der Gefangenen ein.

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123

50

18.03.2010

„Von Opfern und Tätern”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Köln
Mein erster Eindruck zu "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" war, dass es sich hier um ein religiös motiviertes Buch rund um die Auswirkungen des Columbine Massakers handelt. Ich wurde jedoch sehr positiv überrascht von einem themenübergreifenden Roman, mit Tiefgang und Gefühl, der sich auf aktuelle Ereignisse des Weltgeschehens bezieht. Wally Lamb hat mit Caelum eine Figur geschaffen, mit der ich als Leser mitfühlen konnte.
Mir persönlich haben dabei die Kapitel, die sich Caelums eigener Vergangenheitsbewältigung widmen, am besten gefallen. Wie die Teile eines Puzzles ergaben die Details immer mehr die ganze Geschichte und so ist "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" nicht nur Caelums Geschichte, sondern auch die der amerikanischen Frauenvollzugsanstalten und der Frauen, die diesen mit begründet haben.
Wally Lamb hat es geschafft, dass mir das Buch nie zu langatmig wurde und ich immer wieder gespannt war, wie es nun weiter geht. Bei einem über einen Kilo schweren Schmöker ist das schon eine Kunst. Doch wie schon bei "Früh am Morgen beginnt die Nacht" ist es gerade die Komplexität, und das Augenmerk auf Details, dass mich hier fasziniert hat. Wer schon eins der anderen Bücher von Wally Lamb gelesen und gemocht hat, der wird auch von diesem Buch begeistert sein!

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50

08.01.2010

„Die Stunde in der ich zu glauben begann”

von einer Kundin oder einem Kunden
Wally Lamb beschreibt, wie Maureen Quirk, die erst vor kurzem mit ihrem Ehemann Caelum nach Colorado gezogen ist, den Amoklauf an der Columbine Highschool miterlebt und Zeuge des blutigen Massakers wird. Traumatisiert versuchen beide, auch Caelum, der auf der Suche nach seiner Vergangenheit ist, mit der Situation fertig zu werden.
Super spannend und anschaulich mit vielen Hintergrundinformationen zum Amoklauf in Littleton und zum 11. September, schreibt der Autor seinen Roman, in dem er auch viele Gedanken von sich selbst mit einbezogen hat.

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50

05.01.2010

„Einfach grandios erzählt”

von einer Kundin oder einem Kunden
Der Buchtitel hatte mich eine religiöse Geschichte erwarten lassen, dem ist aber nicht so. Das Thema, dem sich Wally Lamb vordergründig widmet ist ein Amoklauf in einer Highschool in Colorado, den es 1999 wirklich gegeben hat. Hauptperson ist der Highschool Lehrer Caelum, aus dessen Sicht wird die komplette Geschichte erzählt. Neben dieser Haupthandlung bringt Lamb die aktuellen Geschehnisse der letzten Jahre mit ein, so u.a. die Themen Rassismus, Frauenunterdrückun, Naturkatastrophen und den 11.September. Wer denkt, dass sind zu viele Themen, um zwischen 2 Buchdeckel zu passen, der irrt. Wally Lamb schafft es diese ganzen Geschichten so geschickt miteinander zu verbinden, dass man nie den Faden verliert und einfach nur weiter lesen möchte, um zu erfahren wie es mit den einzelnen Figuren in seinem Werk weitergeht. Was die Zukunft für diese Charaktere noch alles bereit hält. Lamb ist ein grandioser Erzähler u. man kann sich dem Sog diesen Buches einfach nicht entziehen.

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50

30.12.2009

„Die ewige Suche”

von einer Kundin oder einem Kunden
Caelum Quirk und seine Frau Maureen arbeiten beide an der Columbine Highschool in Littleton, Colorado. Als Caelum ans Krankenbett seiner Tante nach Connecticut gerufen wird, bleibt Maureen in Littleton und erlebt den Amoklauf zweier Schüler mit, bei dem zwölf Menschen getötet werden.
Schwer traumatisiert versucht sie mit Caelums Hilfe ins normale Leben zurückzufinden. Um Abstand zu gewinnen ziehen die beiden auf die Farm der inzwischen verstorbenen Tante.
Wally Lamb hat einen sehr emotionalen Familienroman geschrieben, der tiefe Einblicke in die menschliche Seele gewährt. Seine Figuren befinden sich alle auf einer Suche - nicht unbedingt nach einem Gott, aber nach Auswegen, nach Hoffnungsschimmern, nach etwas, woran sie sich festhalten können und was sie durchhalten lässt. Sehr zu empfehlen!

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40

26.10.2009

„Wenn aus Opfern Täter werden”

von einer Kundin oder einem Kunden
Der Autor erzählt uns die Geschichte des amerikanischen Ehepaars Quirk, die versuchen mit den Folgen eines Amoklaufes an einer Schule fertig zu werden. Die Frage der Schuldzuweisung, wenn aus Opfern Täter werden, wird gestellt. Ein Buch mit einem hochaktuellen Hintergrund, wenn wir uns die Vorfälle an deutschen Schulen ansehen.

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40

27.09.2009

„Amerikanische Familiensaga mit aktuellem Bezug”

von goldfisch
"Die Stunde, in der ich zu glauben began" wird vom Ich-Erzähler Caelum Quirk erzählt. Er ist Lehrer, seine Frau Maureen Krankenschwester. Beide wuchsen in mehr oder minder kaputten Familien auf und führen eine problematische Ehe. Um ihre Ehe zu retten und näher bei Maureens Vater zu wohnen, ziehen sie von Connecticut nach Colorado. Dort arbeiten beiden an der Columbine Highschool. Als Caelums Tante schwer erkrankt, fliegt er nach Connecticut. Maureen bleibt in Colorado und erlebt das Massaker mit. Sie überlebt zwar, schafft es aber nicht mehr, ein normales Leben zu führen. Es beginnt eine Odyssee, auf der Caelum und Maureen um Maureens Gesundheit und ihre gemeinsame Zukunft kämpfen und auf der Caelum mehr über seine Familie erfährt, als er je wissen wollte.

Der neuste Roman von Wally Lamb ist ein Porträt der amerikanischen Bevölkerung in den letzten zehn Jahren, sowie eine Familiensaga, die sich über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren erstreckt. Caelum und Maureen sind beide Opfer der beiden jugendlichen Attentäter an der Columbine Highschool, auch wenn diese Opfer in den Medien zunächst nicht als solche gesehen wurden. Immerhin hat Maureen überlebt und Caelum war am Tag des Massakers nicht in der Schule. Und doch gehören sie zu denen, die unmittelbar und langfristig von der Gewalt betroffen sind. Die Schilderungen des Massakers und der Situation vor Ort in den Tagen und Wochen danach ist sehr beeindruckend. Anders als bei "Wir müssen über Kevin reden" von Lionel Shriver oder "Neunzehn Minuten" von Jodi Picoult wird hier aus der Perspektive der Betroffenen erzählt. Dies geschieht auf eine unerwartet undramatische Art und Weise, die mich vielleicht gerade deshalb so mitnahm. Durch Caelum übt Wally Lamb auch Kritik an den Medien und kirchlichen Organisationen, die versuchten Profit aus den Ereignissen zu schlagen, statt tatsächlich zu helfen teilweise noch mehr Schaden bei den Opfern anrichteten. Maureen bekommt kaum echte Hilfe, muss auf eigene Kosten von Arzt zu Arzt pilgern und wird letztendlich abhängig von den Medikamenten, die ihr von den hilflosen Medizinern verschrieben werden. Genauso hilflos ist Caelum, der immer wieder versucht, ihr zu helfen, aber fast ohnmächtig dabei zuschauen muss, wie sie immer tiefer abrutscht und ihm fremd wird.

Im zweiten Erzählstrang wird die Geschichte von Caelums Familie erzählt, von dem Ort an dem Caelum aufwuchs und an dem er jetzt wieder lebt. Die Schilderung der Gründung des Frauengefängnisses und der Gesellschaft vor über einhundert Jahren war flüssig zu lesen.
"Die Stunde, in der ich zu glauben begann" ist ein ehrgeiziges Projekt, in dem es um Liebe, Hoffnung, Familie, Gewalt und deren Folgen geht. Ein Buch, das mich in seinen Bann zog und trotz der 752 Seiten innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Dem Leser wird vor Augen geführt, dass die Geschichte sich wiederholt, im Großen wie im Kleinen, aber dass man nie die Hoffnung und vor allem sich selbst aufgeben sollte.

Trotz des sehr ernsten Themas ein letztendlich positives Buch, mit einem ansprechenden Cover und eher unpassendem Titel, das ich gerne weiterempfehlen werden - auch wenn ein paar Kürzungen nicht geschadet hätten.

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40

22.08.2009

„Familientragödien”

von einer Kundin oder einem Kunden
Die Ehe von Caelum und seiner Frau Maureen ist in eine Krise geraten. Nun wollen sie einen Neuanfang machen und ziehen nach Colorado. Caelum erzählt aus seiner Vergangenheit und wie seine Frau fremdgegangen ist, und er darauf sehr aggressiv reagiert hat. Dann geschieht ein Alptraum. Caelum, Lehrer an der Columbine Highschool, befindet sich außerhalb und erfährt, dass zwei Schüler an seiner Schule ein Massaker ausgelöst haben. Voller Angst und Panik fliegt er nach Hause, um zu erfahren, was mit seiner Frau Maureen geschehen ist, die an der Columbine Highschool als Krankenschwester arbeitet. Völlig unter Schock stehend findet er Maureen, die sich während des Geschehens in einem Schrank versteckt hatte. Maureen überlebt und starb doch an diesem Tag. Sie leidet unter Angstzuständen und wird tablettensüchtig. Caelum versucht ihr zu helfen, doch er kommt nicht richtig an sie heran, sie entgleitet ihm. Als es ihr etwas besser geht, beginnt Maureen in einem Pflegeheim zu arbeiten. Dann geschieht ein Zwischenfall und sie kommt wieder mit Tabletten in Berührung. Unter den Medikamenteneinfluss verursacht sie einen Verkehrsunfall, bei dem ein junger Mann getötet wird und Maureen muss ins Gefängnis und landet in jenem Gefängnis, das Caelums Großmutter vor hundert Jahren als erstes Frauengefängnis gegründet hat. Caelum besucht sie unregelmäßig. Er quält sich mit der Frage, was er hätte anders machen können, damit dieses alles nicht geschehen wäre.
Zu Beginn hat mich der Titel des Buches etwas abgeschreckt, da ich dachte es soll einem zum richtigen Glauben führen. Doch von der ersten Seite fühlt man sich tief in das Geschehen hineingezogen, die emotional geschriebene Geschichte lässt einen nicht so schnell wieder los und stimmt einen am Ende sehr nachdenklich. Man sollte sich etwas Zeit für diesen Roman nehmen. Für mich ein lesenswertes Buch, das man nicht so schnell vergisst.

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30

12.07.2009

„Zuviel hineingepackt und kein Schreibstil, der mich ansprach”

von stjerneskud
Caelum Quirk zieht mit seiner Frau Maureen nach Colorado, um ihre Ehe zu retten, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und noch einmal von vorne beginnen zu können. Anfangs klappt alles wie gedacht, aber das Massaker an der Columbine Highschool, das Maureen versteckt in einem Schrank miterlebt, wirft sie komplett aus der Bahn und bestimmt ihr zukünftiges Leben. Mit dem Umzug auf die Farm in Connecticut, die Caelum von seiner Tante Lolly geerbt hat, wollen sie den Abstand zu den immer wiederkehrenden Erinnerungen gewinnen, aber vor den Geistern der Vergangenheit kann man nicht davon laufen.

Das war ein ganz schön dicker Brocken & ich bin sehr froh, dass ich jetzt endlich den Schlusspunkt erreicht habe und das Buch damit aus den Händen legen kann. Mittendrin wollte ich nicht abbrechen, obwohl ich mich ganz schön durch das Buch durchquälen musste und oftmals kein Anlaß bestand weiterzulesen. Ich weiß zwar nicht, was ich mir genau von dem Roman versprochen hatte, aber das was ich zu lesen bekam auf jeden Fall nicht und meines Erachtens stopfte Wally Lamb viel zu viel in die 738 Seiten hinein. Aus der Themenmenge hätten gleich mehrere Bücher gemacht werden können.

So wie das Buch geschrieben ist, war es überhaupt nichts für mich. Es konnte mich weder fesseln, noch mitreißen und mir viel zu wenige Gefühle entlocken. Caelum, Maureen und Velvet gingen mir oftmals total auf die Nerven, obwohl man ja eigentlich mit ihnen mitfühlen und mitleiden sollte und ohnehin wurde mir Caelum nie richtig sympathisch. Manches war einfach zu viel, wie z.B. das Hin- & Herspringen zwischen verschiedenen Zeitpunkten, die Ausflüge in die tief zurückliegende Vergangenheit, Caelums gescheiterte Ehen, zu viele Details, die nicht hätten sein müssen und immer wieder mussten noch weitere neue Figuren eingeführt werden. Auch die Wahl der Ich-Form empfand ich als wenig geglückt und dass die Geschichte aus Caelums Sicht heraus erzählt wird. Dadurch kommt nicht richtig rüber was Maureen miterleben musste, bzw. warum Velvet sehr viel weniger Blessuren von dem Amoklauf davonträgt, obwohl sie ihn ebenfalls hautnah miterlebte.

Am allerbesten gefiel mir die Stelle, in der Lydia von dem Abend in Mark Twains Haus berichtet. Es war das erste Mal, dass mich in diesem Buch etwas richtig in seinen Bann zog und ich gefesselt in der Geschichte versank. Davon hätte ich gerne mehr gelesen.

Weiterempfehlen würde ich das Buch nicht. Abschnittsweise liest es sich großartig, aber die Stellen muss man ja erst einmal finden.

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30

12.07.2009

„Zuviel hineingepackt und kein Schreibstil, der mich ansprach”

von stjerneskud aus Stuttgart
Caelum Quirk zieht mit seiner Frau Maureen nach Colorado, um ihre Ehe zu retten, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und noch einmal von vorne beginnen zu können. Anfangs klappt alles wie gedacht, aber das Massaker an der Columbine Highschool, das Maureen versteckt in einem Schrank miterlebt, wirft sie komplett aus der Bahn und bestimmt ihr zukünftiges Leben. Mit dem Umzug auf die Farm in Connecticut, die Caelum von seiner Tante Lolly geerbt hat, wollen sie den Abstand zu den immer wiederkehrenden Erinnerungen gewinnen, aber vor den Geistern der Vergangenheit kann man nicht davon laufen.

Das war ein ganz schön dicker Brocken & ich bin sehr froh, dass ich jetzt endlich den Schlusspunkt erreicht habe und das Buch damit aus den Händen legen kann. Mittendrin wollte ich nicht abbrechen, obwohl ich mich ganz schön durch das Buch durchquälen musste und oftmals kein Anlaß bestand weiterzulesen. Ich weiß zwar nicht, was ich mir genau von dem Roman versprochen hatte, aber das was ich zu lesen bekam auf jeden Fall nicht und meines Erachtens stopfte Wally Lamb viel zu viel in die 738 Seiten hinein. Aus der Themenmenge hätten gleich mehrere Bücher gemacht werden können.

So wie das Buch geschrieben ist, war es überhaupt nichts für mich. Es konnte mich weder fesseln, noch mitreißen und mir viel zu wenige Gefühle entlocken. Caelum, Maureen und Velvet gingen mir oftmals total auf die Nerven, obwohl man ja eigentlich mit ihnen mitfühlen und mitleiden sollte und ohnehin wurde mir Caelum nie richtig sympathisch. Manches war einfach zu viel, wie z.B. das Hin- & Herspringen zwischen verschiedenen Zeitpunkten, die Ausflüge in die tief zurückliegende Vergangenheit, Caelums gescheiterte Ehen, zu viele Details, die nicht hätten sein müssen und immer wieder mussten noch weitere neue Figuren eingeführt werden. Auch die Wahl der Ich-Form empfand ich als wenig geglückt und dass die Geschichte aus Caelums Sicht heraus erzählt wird. Dadurch kommt nicht richtig rüber was Maureen miterleben musste, bzw. warum Velvet sehr viel weniger Blessuren von dem Amoklauf davonträgt, obwohl sie ihn ebenfalls hautnah miterlebte.

Am allerbesten gefiel mir die Stelle, in der Lydia von dem Abend in Mark Twains Haus berichtet. Es war das erste Mal, dass mich in diesem Buch etwas richtig in seinen Bann zog und ich gefesselt in der Geschichte versank. Davon hätte ich gerne mehr gelesen.

Weiterempfehlen würde ich das Buch nicht. Abschnittsweise liest es sich großartig, aber die Stellen muss man ja erst einmal finden.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

30

12.07.2009

„Zuviel hineingepackt und kein Schreibstil, der mich ansprach”

von stjerneskud aus Stuttgart
Caelum Quirk zieht mit seiner Frau Maureen nach Colorado, um ihre Ehe zu retten, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und noch einmal von vorne beginnen zu können. Anfangs klappt alles wie gedacht, aber das Massaker an der Columbine Highschool, das Maureen versteckt in einem Schrank miterlebt, wirft sie komplett aus der Bahn und bestimmt ihr zukünftiges Leben. Mit dem Umzug auf die Farm in Connecticut, die Caelum von seiner Tante Lolly geerbt hat, wollen sie den Abstand zu den immer wiederkehrenden Erinnerungen gewinnen, aber vor den Geistern der Vergangenheit kann man nicht davon laufen.

Das war ein ganz schön dicker Brocken & ich bin sehr froh, dass ich jetzt endlich den Schlusspunkt erreicht habe und das Buch damit aus den Händen legen kann. Mittendrin wollte ich nicht abbrechen, obwohl ich mich ganz schön durch das Buch durchquälen musste und oftmals kein Anlaß bestand weiterzulesen. Ich weiß zwar nicht, was ich mir genau von dem Roman versprochen hatte, aber das was ich zu lesen bekam auf jeden Fall nicht und meines Erachtens stopfte Wally Lamb viel zu viel in die 738 Seiten hinein. Aus der Themenmenge hätten gleich mehrere Bücher gemacht werden können.

So wie das Buch geschrieben ist, war es überhaupt nichts für mich. Es konnte mich weder fesseln, noch mitreißen und mir viel zu wenige Gefühle entlocken. Caelum, Maureen und Velvet gingen mir oftmals total auf die Nerven, obwohl man ja eigentlich mit ihnen mitfühlen und mitleiden sollte und ohnehin wurde mir Caelum nie richtig sympathisch. Manches war einfach zu viel, wie z.B. das Hin- & Herspringen zwischen verschiedenen Zeitpunkten, die Ausflüge in die tief zurückliegende Vergangenheit, Caelums gescheiterte Ehen, zu viele Details, die nicht hätten sein müssen und immer wieder mussten noch weitere neue Figuren eingeführt werden. Auch die Wahl der Ich-Form empfand ich als wenig geglückt und dass die Geschichte aus Caelums Sicht heraus erzählt wird. Dadurch kommt nicht richtig rüber was Maureen miterleben musste, bzw. warum Velvet sehr viel weniger Blessuren von dem Amoklauf davonträgt, obwohl sie ihn ebenfalls hautnah miterlebte.

Am allerbesten gefiel mir die Stelle, in der Lydia von dem Abend in Mark Twains Haus berichtet. Es war das erste Mal, dass mich in diesem Buch etwas richtig in seinen Bann zog und ich gefesselt in der Geschichte versank. Davon hätte ich gerne mehr gelesen.

Weiterempfehlen würde ich das Buch nicht. Abschnittsweise liest es sich großartig, aber die Stellen muss man ja erst einmal finden.

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50

06.07.2009

„Trauer und Hoffnung”

von einer Kundin oder einem Kunden
Caelum und Maureen kämpfen sich durch Alltags- und Eheprobleme, als sich ihre Welt von einem Tag auf den anderen für immer verändert: Maureen wird Zeugin des Amoklaufs von Columbine. Danach ist sie schwer traumatisiert und droht, immer weiter abzurutschen. Auf sich allein gestellt, beginnt Caelum, sich mit der Geschichte seiner Familie zu befassen. Dabei erfährt er schmerzhafte Dinge, die aber letztlich für seinen und Maureens Heilungsprozeß von großer Bedeutung sind.
Wie in seinen früheren Romanen stellt der Autor gekonnt Verbindungen zwischen verschiedenen Personen, Zeiträumen und Schauplätzen her, und wie seine bisherigen Bücher ist auch dieses trotz aller Tragik voller skuriler Situationen, Humor und Hoffnung.

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30

15.05.2009

„Sehr schwere Kost!”

von Dominik Forner
Wally Lambs Versuch, das Columbine Massaker mit einer Familiengeschichte zu umrahmen, entpuppt sich leider als ziemlich zähe und langwierige Geschichte.
Aufgrund der langen ereignislosen Passagen, kann die Spannung bzw. Dramatik nicht aufrecht erhalten werden.
An sich ist das Stilmittel der Zeitsprünge, welches Lamb verwendet, treffend gewählt, jedoch schafft er es nicht, den Leser an das Buch zu fesseln.

Der Streit mit Velvet, einer von Caelums Schülerinnen, ist meiner Meinung nach zu oberflächlich und nicht detailliert genug beschrieben.
Dieses Kapitel des Buches wirkt eher informativ, nicht emotional und beziehungsentscheidend.
Man hat das Gefühl, Velvet spielt nur eine Nebenrolle. Trotzdem wird die Situation ziemlich lang ausgedehnt und ist mühsam zu lesen.

So zieht sich das Buch durch die Kindheit Caelums bis zum Massaker an der Columbine.
Der Schicksalsschlag an sich, wird nicht ausreichend genug beleuchtet.

Für mich persönlich zu langwierig.
Ich bin eher davon ausgegangen, dass das Massaker, nicht die Familienstory die Hauptrolle spielt.
Daher hat das Buch meine Erwartungen leider nicht erfüllt!

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50

06.04.2009

„Wally Lamb”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Siegen
„Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ ist aufgrund seines zum Teil historischen Hintergrundes ein nicht sehr einfaches Buch. Hier vermischt der Autor Realität und Fiktion. Er verbindet beides so gut, dass man als Leser nicht unterscheiden kann was nun der Wirklichkeit angehört. Im ersten Teil schildert er den Attentat an der Highschool, der einem sehr unter die Haut geht, parallel dazu baut er die Geschichte einer Lehrerin auf, die den Attentat life erlebt und schildert deren Sorgen. Er zeigt auf, wie der ganz normale Alltag durch einen schweren Schicksalsschlag komplett auf den Kopf gestellt wird und dadurch aus einem friedlichen Menschen ein feindseliger deprimierter abhängiger Mensch werden kann. Diese Momente beschreibt er aus der Sicht von Caeleum so real, dass sich der Leser direkt in die Situation hineinversetzen kann obwohl er diese nie erlebt hat. Zum Teil verzettelt er sich ein bisschen in dem Alltagsgeschehen und man empfindet manche Passagen als etwas zu langatmig. Nach ca. der Hälfte des Buches erstaunt man als Leser denn es kommt zu einer komplette Wendung, man könnte fast schon von einer Geschichte in einer Geschichte sprechen denn hier beschäftigt sich der Autor nun mit der dunklen und geheimnisvollen Herkunft Caelums einer Geschichte vor der der Hauptcharakter eigentlich nie erfahren sollte. Eine zuerst etwas verwirrende herüberleitung durch diverse alter Briefe die sich aber im letzten Teil entschlüsseln. Ein spannendes tiefgründiges Buch indem der Autor seine persönlichen Interessen genauso hineingepackt hat wie die erschreckenden Ereignisse die uns in der heutigen Zeit in den Nachrichten begegnen.
Ein Buch das eine Bereicherung für jeden Leser darstellt obwohl ihm eine Kürzung nicht geschadet hätte.

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50

06.04.2009

„Wally Lamb”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Siegen
„Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ ist aufgrund seines zum Teil historischen Hintergrundes ein nicht sehr einfaches Buch. Hier vermischt der Autor Realität und Fiktion. Er verbindet beides so gut, dass man als Leser nicht unterscheiden kann was nun der Wirklichkeit angehört. Im ersten Teil schildert er den Attentat an der Highschool, der einem sehr unter die Haut geht, parallel dazu baut er die Geschichte einer Lehrerin auf, die den Attentat life erlebt und schildert deren Sorgen. Er zeigt auf, wie der ganz normale Alltag durch einen schweren Schicksalsschlag komplett auf den Kopf gestellt wird und dadurch aus einem friedlichen Menschen ein feindseliger deprimierter abhängiger Mensch werden kann. Diese Momente beschreibt er aus der Sicht von Caeleum so real, dass sich der Leser direkt in die Situation hineinversetzen kann obwohl er diese nie erlebt hat. Zum Teil verzettelt er sich ein bisschen in dem Alltagsgeschehen und man empfindet manche Passagen als etwas zu langatmig. Nach ca. der Hälfte des Buches erstaunt man als Leser denn es kommt zu einer komplette Wendung, man könnte fast schon von einer Geschichte in einer Geschichte sprechen denn hier beschäftigt sich der Autor nun mit der dunklen und geheimnisvollen Herkunft Caelums einer Geschichte vor der der Hauptcharakter eigentlich nie erfahren sollte. Eine zuerst etwas verwirrende herüberleitung durch diverse alter Briefe die sich aber im letzten Teil entschlüsseln. Ein spannendes tiefgründiges Buch indem der Autor seine persönlichen Interessen genauso hineingepackt hat wie die erschreckenden Ereignisse die uns in der heutigen Zeit in den Nachrichten begegnen.
Ein Buch das eine Bereicherung für jeden Leser darstellt obwohl ihm eine Kürzung nicht geschadet hätte.

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50

06.04.2009

„Herzergreifend, realistisch und mit viel Gefühl”

von Silke Schröder aus Hannover (silke.schroeder@hallo-buch.de) Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Wally Lamb ist ein Meister der fabulösen Erzählkunst. Kaum jemand schafft es, eine so opulent ausgeschmückte und dramatische Geschichte zu erzählen, in die noch jede Menge weitere Geschichten und Anekdoten eingeflochten sind. In einem einfühlsamen und anspruchsvollen, aber dennoch leicht lesbaren „Schmökerstil“ beschreibt er das Leben eines Ehepaars, das trotz schwerer Schicksalsschläge seinen Weg geht. Ausgehend von den Ereignissen an der Columbine High School, die sich gerade zum zehnten Mal jähren, setzt sich Lamb mit der lang anhaltenden Wirkung von traumatischen Erinnerungen bei den Opfern solcher Verbrechen auseinander.

Nicht der Amoklauf selbst steht dabei im Mittelpunkt, sondern die Geschichte eines Mannes, der durch seine Erlebnisse am Ende etwas kennenlernt, an das er glauben kann. Dabei geht es dem Autor nicht um religiöse Glaubensbekenntnisse, sondern um die Frage, ob im Leben ein „göttliches Schicksal“ oder doch eher die Chaostheorie das Sein bestimmt.

Auch wenn die mehr als 700 Seiten des Wälzers vielleicht erst einmal etwas abschreckend wirken, versinkt man schnell in der faszinierenden Geschichte – nicht nur, weil „Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ durch den Amoklauf von Winnigen im März 2009 eine neue, grausame Aktualität gewonnen hat. Wer John Irving mag, sollte an Wally Lamb auf keinen Fall vorbeigehen. Herzergreifend, realistisch und mit viel Gefühl.

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40

10.03.2009

„Warum?”

von villawiebke
Warum werden Menschen schikaniert, gedemütigt, ausgegrenzt?
Warum werden Schüler erschossen, während andere Leben dürfen?
Warum ist die Mutter, die das Kind großzog, nicht die richtige?
Warum fällt uns dabei der Glaube an Gott so schwer?

Dieses Buch stellt viele Fragen und stellt vieles infrage.

Falls der Leser glaubt, mit Wally Lamb´s Buch "Die Stunde, in der ich zu Glauben begann", einen unterhaltsamen entspannenden Roman gefunden zu haben, irrt er. Dieses Buch ist keine Gute Nacht Lektüre. Es rüttelt den Leser auf, macht ihn wach, verursacht Albträume.

Wally Lamb erzählt in seinem Buch die Lebensgeschichte des Lehrers Caelum Quirk, der nach einer schwierigen Kindheit und zwei gescheiterten Ehen, seine dritte Frau Maureen schätzen und lieben lernt. Aber auch das Leben mit ihr ist nicht einfach. Nach einigen Eheproblemen, die Caelum auf seine eigene Art und Weise zu lösen versucht, geschieht das Unfaßbare. Maureen wird Augenzeuge des Schulmassakers in Littleton. Versteckt in einem Wandschrank muss sie voller Ohnmacht mit ansehen, wie zwei Jugendliche 12 ihrer Mitschüler und einen Lehrer erschießen, ehe sie sich selbst richten. Durch diese Erlebnisse stark traumatisiert, schafft sie es von nun an nicht mehr, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Caelum leidet stark unter dieser Situation und findet keinen Weg, seiner Frau zu helfen. Im Gegenteil, unaufgearbeitete Familiengeheimnisse machen ihm schwer zu schaffen und stellen den Sinn seines Lebens auf den Kopf.

Wally Lamb hat in seinem Buch "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" authentische Geschehnisse und Personen eingebunden und es dadurch geschafft, dass sein Buch wirklichkeitsnah dem Leser gegenübertritt. Fragen nach der Würde des Menschen stehen genauso im Mittelpunkt der Geschichte wie der Umgang mit dem Glauben. In seinem Buch arbeitet der Autor auf, welchen mittelbaren und unmittelbaren Folgen grausame Geschehnisse wie das Massaker von Littleton oder der Irakkrieg auf die Menschen haben. Wie Opfer solcher Greueltaten versuchen mit ihrer Angst umzugehen und leider, oftmals daran scheitern. Ergreifend und sehr gefühlvoll erzählt Wally Lamb seine Geschichte, klagt an, setzt sich mit Vorurteilen auseinander, versucht zu helfen.

Es ist ein wunderbares Buch, das der Autor geschrieben hat, ein Buch, das den Leser bis ins Innerste bewegt und ihn nachdenklich werden lässt. Und trotzdem ist ein wenig Kritik an dieser Stelle angebracht. Obwohl Wally Lamb es verstanden hat, seine Geschichte emotional ausgereift und spannend zu erzählen, hat diese einige Längen, die nicht sein müssten. Geschehnisse, wie beispielsweise die Erlebnisse aus der Schulzeit von Caelum, wurden zu ausschweifend behandelt und sind in diesem Umfang nicht notwendig für das Verständnis des Lesers. Aber eines muss man dem Autor lassen, er hat in seinem Buch nicht nur eine ergreifende und teilweise authentische Beschreibung der damals stattgefundenen Geschehnisse präsentiert, sondern dem Leser ein Stück amerikanischer Geschichte und Lebensphilosophie nahegebracht.

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40

06.03.2009

„Warum?”

von villawiebke
Warum werden Menschen schikaniert, gedemütigt, ausgegrenzt?
Warum werden Schüler erschossen, während andere Leben dürfen?
Warum ist die Mutter, die das Kind großzog, nicht die richtige?
Warum fällt uns dabei der Glaube an Gott so schwer?

Dieses Buch stellt viele Fragen und stellt vieles infrage.

Falls der Leser glaubt, mit Wally Lamb´s Buch "Die Stunde, in der ich zu Glauben begann", einen unterhaltsamen entspannenden Roman gefunden zu haben, irrt er. Dieses Buch ist keine Gute Nacht Lektüre. Es rüttelt den Leser auf, macht ihn wach, verursacht Albträume.

Wally Lamb erzählt in seinem Buch die Lebensgeschichte des Lehrers Caelum Quirk, der nach einer schwierigen Kindheit und zwei gescheiterten Ehen, seine dritte Frau Maureen schätzen und lieben lernt. Aber auch das Leben mit ihr ist nicht einfach. Nach einigen Eheproblemen, die Caelum auf seine eigene Art und Weise zu lösen versucht, geschieht das Unfaßbare. Maureen wird Augenzeuge des Schulmassakers in Littleton. Versteckt in einem Wandschrank muss sie voller Ohnmacht mit ansehen, wie zwei Jugendliche 12 ihrer Mitschüler und einen Lehrer erschießen, ehe sie sich selbst richten. Durch diese Erlebnisse stark traumatisiert, schafft sie es von nun an nicht mehr, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Caelum leidet stark unter dieser Situation und findet keinen Weg, seiner Frau zu helfen. Im Gegenteil, unaufgearbeitete Familiengeheimnisse machen ihm schwer zu schaffen und stellen den Sinn seines Lebens auf den Kopf.

Wally Lamb hat in seinem Buch "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" authentische Geschehnisse und Personen eingebunden und es dadurch geschafft, dass sein Buch wirklichkeitsnah dem Leser gegenübertritt. Fragen nach der Würde des Menschen stehen genauso im Mittelpunkt der Geschichte wie der Umgang mit dem Glauben. In seinem Buch arbeitet der Autor auf, welchen mittelbaren und unmittelbaren Folgen grausame Geschehnisse wie das Massaker von Littleton oder der Irakkrieg auf die Menschen haben. Wie Opfer solcher Greueltaten versuchen mit ihrer Angst umzugehen und leider, oftmals daran scheitern. Ergreifend und sehr gefühlvoll erzählt Wally Lamb seine Geschichte, klagt an, setzt sich mit Vorurteilen auseinander, versucht zu helfen.

Es ist ein wunderbares Buch, das der Autor geschrieben hat, ein Buch, das den Leser bis ins Innerste bewegt und ihn nachdenklich werden lässt. Und trotzdem ist ein wenig Kritik an dieser Stelle angebracht. Obwohl Wally Lamb es verstanden hat, seine Geschichte emotional ausgereift und spannend zu erzählen, hat diese einige Längen, die nicht sein müssten. Geschehnisse, wie beispielsweise die Erlebnisse aus der Schulzeit von Caelum, wurden zu ausschweifend behandelt und sind in diesem Umfang nicht notwendig für das Verständnis des Lesers. Aber eines muss man dem Autor lassen, er hat in seinem Buch nicht nur eine ergreifende und teilweise authentische Beschreibung der damals stattgefundenen Geschehnisse präsentiert, sondern dem Leser ein Stück amerikanischer Geschichte und Lebensphilosophie nahegebracht.

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50

24.02.2009

„Glauben – Woran, das bleibt dem Leser überlassen.”

von Al
In seinem neuesten Roman, an dem Wally Lamb neun (!) Jahre lang gearbeitet hat, wird dem Leser eine hochkomplexe Familiengeschichte, um nicht zu sagen Tragödie, präsentiert.
Die Erlebnisse und Gedanken der Hauptperson Caelum Quirk werden über einen Zeitraum von den 90ern bis heute begleitet. Dieser große Handlungsstrang ist durchsetzt mit Erinnerungen aus der Kindheit Caelums, Briefen seiner Urgroßmutter und Urururgroßmutter, einem Vortrag seiner späteren Untermieterin und Studentin der „Women’s studies“, Janis, einigen Zeitungsartikeln und dem E-Mail-Verkehr mit seinem besten Freund Alphonse.
Caelums Tante, die wie eine Mutter für ihn war, stirbt und seine Frau Maureen wird als Schulkrankenschwester zum gleichen Zeitpunkt Zeugin des Amoklaufs an der Columbine-Highschool. Sie trägt starke psychische Schäden davon, die ihr beider (Ehe-) Leben prägen werden. Caelum versucht nach diesen Ereignissen ein normales Leben zu führen, macht sich jedoch bald auf die Suche nach der eigenen Vergangenheit und der seiner Vorfahren.

Komplexität ist ein großes Manko des Romans. Es sind dermaßen viele Mütter – leibliche und gesetzliche –, Großmütter und Urgroßmütter vertreten, dass der Überblick bisweilen recht schwer fällt.
Sehr gut gefällt die Sprache, die nie gekünstelt und immer ehrlich ist. Der Schreibstil in denen die Briefe der Urgroßmutter und ihrer Großmutter verfasst sind, wirken authentisch.
Lamb versteht es ausgezeichnet die Figuren und ihre Gefühle klar zu zeichnen, die Beweggründe für das Handeln zu vermitteln und den Leser daran teilhaben zu lassen.
Auch die stärksten Gemüter sollten sich darauf gefasst machen, dass bei ihnen die eine oder andere Träne fließen wird, selbst wenn man zu Beginn des Romans nicht damit rechnet.

Einband und Titel sollten nicht unerwähnt bleiben, da sie leicht irreführen können:
Auf den ersten Blick mag man dem auf einem Zaun sitzenden Jungen/Mann einen Amish identifizieren, da für jene die abgebildete Art der Kleidung durchaus typisch ist. Mit dem Inhalt hat das allerdings überhaupt nichts zu tun. Die einzige für europäische Standards „ungewöhnliche“ Religionsgemeinschaft, die erwähnt wird, sind die Quäker, zu denen einige Vorfahren von Caelum zählen, deren Lebensweise, Ansichten etc. aber nicht dargestellt werden.
Der Titel suggeriert ein „Erleuchtungserlebnis“ oder ein Konvertieren zu einer bestimmten Glaubensform - dem ist nicht so. Während der Lektüre mag sich der Leser immer wieder fragen, wann denn nun diese entscheidende Stunde im Leben des Caelum Quirk kommen mag. Auf eine Antwort auf diese Frage muss er sehr lange warten. Der Glaube, der schließlich laut Caelums Aussage in sein Leben tritt, ist nicht explizit definiert.

Fazit:
Das Buch ist für Jedermann und -frau empfehlenswert, da es dem Autor mitnichten darum geht dem Leser eine bestimmte Glaubensrichtung näher zu bringen. Im Gegenteil werden verschiedene Ausprägungen des Glaubens durch die Hauptperson sehr kritisch betrachtet, jedoch wiederum ohne dadurch anderen Sichtweisen den Vorzug zu geben.
„Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ ist eine faszinierende Geschichte, die reale Geschehnisse und Personen in beeindruckender Form mit fiktiven verbindet und so dem Leser eine bis zum Schluss mitreißende Lektüre beschert.

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50

16.02.2009

„Ein wunderbares Buch”

von hrafnaklukka aus Rüthen
Lange Zeit mußte ich warten, denn nach „Die Musik der Wale“ und „Früh am morgen beginnt die Nacht“ ist „Die Stunde, in der ich zu glauben begann“, der nächste Roman aus der Feder eines genialen Autors. Neun Jahre hat Wally Lamb gebraucht und erneut ein Meisterwerk erschaffen.



Der erste Teil des Buches spielt 1999, Caelum Quirk und seine Frau Maureen „Mo“ arbeiten als Lehrer bzw. Krankenschwester in Littleton an der Columbine Highschool. Die beiden führen ein – mehr oder weniger- ereignisloses Leben, als Cae's Tante Lolly stirbt und damit eine Reihe von dramatischen Ereignissen beginnt, die ihn in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft führen werden. Während Caes in die Heimat fährt, um sich um die Beerdigung seiner Tante zu kümmern, laufen 2 Jugendliche in der Columbine Highschool Amok. Maureen überlebt versteckt in einem Schrank, aber danach ist für die beiden trotzdem nichts mehr, wie es mal war.

Am Ende des ersten Teils verlassen die beiden Littleton, da Mo die ständige Erinnerung an den Amoklauf nicht mehr aushält.

Es gefällt mir besonders gut, das der Autor geschickt verschiedene Ereignisse / Katastrophen aus unterschiedlichen Stationen in Cae's Leben miteinander verknüpft und doch jeder gerecht wird. Zum schmunzeln brachte mich ein kurzes Wiedersehen mit „alten Bekannten“ (Dominick und Thomas Birdsey), denn der Roman spielt teilweise in Wequonnoc, wo Cal aufgewachsen und einen großen Teil seines Lebens verbracht hat.

Der zweite Teil des Buches, betitelt mit „Gottesanbeterin“, zeigt das es doch noch schlimmer kommen kann als man denkt. Mo, stark traumatisiert durch den Amoklauf und den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater, schafft es nicht, mit ihrem Leben fertig zu werden. Unter Tabletteneinfluss hat sie einen Unfall und muß ins Gefängnis, ironischer Weise in die Anstalt, die von Caelums Urgroßmutter gegründet wurde. Auch in diesem Teil des Buches werden vergangene Ereignisse nahtlos mit der Gegenwart verknüpft, was im wesentlichen den Charme des Buches ausmacht. Caelum wird neben Mo und ihren Problemen zum Nebendarsteller in ihrem gemeinsamen Leben degradiert, und doch hat er genauso unter den Ereignissen zu leiden wie sie.



„Wenn man sich auf die Suche nachdem macht, was man sich wünscht, begegnet man dem, was man braucht.“



Es geht in diesem Buch nicht nur um Columbine, doch trotzdem hängt alles damit zusammen. Wally Lamb befasst sich in „Die Stunde in der ich zu glauben begann“ nur wenig mit dem unmittelbaren Ereignissen, sondern vielmehr mit den direkten und indirekten Opfern und Folgen. Der Roman an sich ist zwar rein fiktiv, die Handlung vermischt sich aber mit realen Ereignissen und Personen. Selten habe ich einen Roman gelesen, in dem die einzelnen Figuren, egal ob Haupt– oder Nebendarsteller, so genau und liebevoll gezeichnet waren. Die Geschichte ist mitreißend, witzig, traurig und interessant. Eben ein wunderbares Buch!

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40

15.02.2009

„Wer sucht was er wünscht, findet das, was er braucht”

von Keksigirl82 aus Bad Aibling
Die Covergestaltung des Romanes ist auf den ersten Blick wenig aussagekräftig, doch nach dem Lesen passt sie bestens zum Inhalt. Wie der Mann auf dem Cover dreht Caelum seiner Vergangenheit den Rücken zu und wirkt desinteressiert und gleichgültig. Doch je mehr er über seine Familie erfährt, desto interessierter und faszinierter wird er.

Wer denkt, dass es nur um den Amoklauf an der Columbine High geht, liegt völlig falsch. Auch die Religion hat immer nur wieder kurze Auftritte und bestimmt das Buch keineswegs.
Das Buch enthält die Geschichte eines starken Mannes, der durch Freundschaft, Liebe, Religion - aber auch Angst, Unverständnis und Hass, etwas findet, an das er glauben kann.

Das Geschehen wird aus Sicht von Caelum in der Ich-Form geschildert.
Die Sprache ist ehrlich, offen, modern und vorantreibend, aber situationsbedingt auch mal derb, mitfühlend und emotional.
Sie zieht den Leser ins Geschehen und wirkt sehr natürlich und angepasst.

Die Protagonisten sind sympathisch und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Ihre Vergangenheit ist eng mit ihren jetzigen Handlungsweisen verknüpft. Ihr Gefühlsleben ist glaubhaft und nachvollziehbar, ihr Handeln so durchaus verständlich.

Die Handlung allerdings ist leicht überladen, irgendwie wirkt es doch etwas zweifelhaft, das ein und dieselbe Person so viele negative Erlebnisse haben kann.
Allerdings enthält der Roman auch 750 Seiten in denen natürlich etwas passieren muss, um den Roman nicht langweilig oder langatmig werden zu lassen. Viele Rückblenden, Zeitungsartikel, Tagebuchauszüge & Briefe aus dem 19. Jahrhundert... sorgen immer wieder für den nötigen Schwung und für Abwechslung im Verlauf der Geschichte.
Teils ist es zwar etwas schwer die Zusammenhänge zu erkennen, aber kurz darauf wird auch alles wieder aufgeklärt und am Ende hat man ein fertiges Puzzle, in dem jedes Teil bestens passt.
Der Roman umfasst einen Zeitraum von mehreren Jahren, so dass die Entwicklung der Protagonisten genau verfolgt werden kann.

Ein überzeugender Roman, der sicherlich auch ohne den ein oder anderen Schicksalsschlag ausgekommen wäre.
Ein Buch, dem es weder an Spannung, noch an Gefühl fehlt und das Mut macht und zeigt, dass jeder Rückschlag nur noch mehr Kraft gibt, um das zu suchen (und zu finden), was man wirklich braucht.

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