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Rohypnol

Roman. Deutsche Erstausgabe

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Artikeldetails zu Rohypnol

AutorAndrew Hutchinson

Untertitel Roman. Deutsche Erstausgabe

Abbildungsvermerk 19 cm

  • ISBN-103-453-67567-3
  • ISBN-139783453675674
  • Verlag Heyne Taschenbuch
  • ReiheHeyne-Bücher...
  • ÜbersetzerSimone Salitter, Gunter Blank
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten287
  • Veröffentlicht02.06.2009
  • GenreRoman
  • Gewicht269g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelRohypnol

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Leseprobe aus Rohypnol

Iroy hat's versaut. Er hat die Regeln missachtet und kauert jetzt neben mir auf dem Beifahrersitz. Sein gewaltiger, mit Steroiden befeuerter Torso h?t ?ber dem Armaturenbrett. Die Spitzen seiner wei?gef?ten Haare sind schwei?erklebt. Seine Kiefer mahlen, unaufh?rlich und schnell.
Wir sitzen in Thorleys rotem Sportcoupe und starren auf die ausgestorbene Stra?. Auf die H?er, die sie s?en. Ziegelm?rchen und Briefk?en, h?bsch gehegte Vorg?en mit gr?nem Rasen und Kieselpfaden. Bl?er, die in der fr?hmorgendlichen Brise durch die Luft wirbeln wie papierne Schneeflocken. Ein wohlhabendes Viertel, ausschlie?ich kleine Villen mit hohen Bogenfenstern, Balkonen und Doppelgaragen samt automatischen T?ren. Fr?her w? ich vielleicht gerne hier aufgewachsen.
Troy ist panisch, er presst wie besessen seine Handfl?en aneinander und schluckt h?iger, als ihm guttut.
"Ich kann nicht in den Knast gehen", sagt er. Er klingt kurzatmig, als w?rde er gleich anfangen zu heulen. "Du musst mir helfen."
Troys Muskeln sind zu gro? Er hat seine Anabolikadosis erh?ht und seinen Testosteronspiegel hochgeputscht. Seine Adern winden sich als pralle blaue Linien direkt unter der Hautoberfl?e. Er dopt sich seit mittlerweile zwei Jahren und hat sich von einem H?ling in ein Monster verwandelt. Ich wollte ihn immer mal fragen, ob die Steroide seine Eier haben schrumpeln lassen, aber manche Sachen l?t man besser bleiben. Vor allem bei Anabolikajunkies, die deinen Sch?l zerquetschen k?nnen wie eine Coladose. Erw? Troy gegen?ber, dass du irgendwo hast warten m?ssen, und er erz?t dir, wie viele Kilo er stemmen kann.
"Was denkst du?", fragt er.
"Halt die Klappe."
Troy hat die Regeln missachtet; mich um vier Uhr morgens angerufen und mir erz?t, er schmecke Blut, das nicht von ihm sei. In seinem Zimmer sei alles damit verschmiert. Er hat aus dem Club ein M?hen mit nach Hause genommen. Hat sie zugetextet und ihren Nacken gek?sst. H?chen gehalten, w?end sie mit ihren Freundinnen Cocktails schl?rfte. Sie dann mit zu sich genommen. Aber Troy hat's versaut, weil er die Clique kannte. Und sie ihn. Sie k?nnen ihn identifizieren. Gro? Igelfrisur, gebleichte Haare. Muskeln wie der Unglaubliche Hulk. Deshalb beobachten wir jetzt die H?er. Wir warten darauf, dass eine ihrer Freundinnen rauskommt, um zur Schule zu gehen. Damit wir ihr klarmachen k?nnen, sie solle die Klappe halten.
Tatsache ist: Wenn sie quatscht, sind wir am Arsch.
"Ich habe nichts ... Wir haben blo?rumgemacht."
Troy redet zu schnell. Erz?t mir Storys, die er ?ber den Knast geh?rt hat. Von H?lingen, die ihre Mitgefangenen mit abgebrochenen Besenstielen vergewaltigen. Von denen, die einem Mitgefangenen schwere Hanteln in den Scho?fallen lassen. Von einer Gang, die einem Vergewaltiger kochendes Wasser ?ber den Schwanz gie?, bis alles zusammenschmilzt.
"Das war nicht geplant." Troy sieht mich mit tr?nverhangenen Augen treuherzig an. "Ich meine ..."
"Halt die Klappe. Du hast die gottverdammten Regeln missachtet. Sehn wir zu, dass wir die Schei? hinter uns bringen."
In meiner Magengrube ballt sich die kranke schwarze Panik zusammen. Ich muss an Szenen im Gerichtssaal denken, die ich im Fernsehen gesehen habe, an Polizeiverh?re. Troy kneift die Augen zu und vergr? sein Gesicht in den H?en. Ich denke an meine Eltern, die mich verachten. Den Versager.
"Wo steckt dieses M?hen? Wei? du ?berhaupt noch, wie sie aussieht?"
"Ja." Troy nimmt die H?e vom Gesicht, als er antwortet. Er klingt niedergeschlagen.
"Wie hie?sie?"
"Ich hab den Schei?amen vergessen. Sie wohnt hier irgendwo."
"Woher wei? du, dass sie hier wohnt?" Ich br?lle und starre ihn an.
"Weil wir sie hier mit dem Taxi abgesetzt haben." Troy br?llt zur?ck, er atmet schwer. Sein gewaltiger Brustkorb hebt und senkt sich. "Glaub ich wenigstens."
"Glaubst du?"
"Ich wei?nicht mehr genau." Troy blinzelt. Er legt die H?e aufs Armaturenbrett, sein Blick schweift ab, er starrt durch die Windschutzscheibe. "Warte mal", sagt er und fuchtelt mit dem Finger. "Warte mal, das ist sie."
Das M?hen betritt drei H?er weiter den Gehweg. Sie macht einen kleinen H?pfer, um einem Riss im Asphalt auszuweichen und entfernt sich in die uns entgegengesetzte Richtung. Sie hat ihre Schuluniform an, mit wei?n Kniestr?mpfen. Ihr dunkles Haar, in dem hellblonde Str?chen leuchten, ist zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Die Tasche hat sie mit dem Riemen ?ber die Brust umgeh?t.
"Fuck", sagt Troy mehr zu sich als zu mir.
Ich lasse den Motor an und gebe Gas, bis ich sie ?berholt habe. Ich fahre an den Bordstein, st?tze mich mit dem Ellbogen auf dem Lenkrad ab und schaue Troy an.
"Das muss jetzt schnell gehen, kapiert? Direkt auf sie zu, kein langes Gequatsche, wir ziehen sie ins Auto und sind weg."
Troy nickt. Er hat die Unterlippe eingesaugt und die Augen fest geschlossen.
"Mach die Augen auf", herrsche ich ihn an und halte ihm den Finger unter die Nase. "Kein Gequatsche jetzt!", wiederhole ich und sto? die T?r auf.
Dann sind wir beide drau?n, hinter uns knallen die Wagent?ren, und wir r?cken ihr auf dem Gehweg auf die Pelle. Das M?hen blickt auf, um mir in die Augen zu sehen. Sie schaut zu Troy, dann wieder zu mir. Sie l?elt mit geschlossenem Mund, den Kopf ein wenig schr? Sie hei? Aleesa Desca. Als sie mich erkennt, verengen sich ihre Augen zu schmalen Schlitzen.
Dieses kranke Schei?ef?hl, als erstickte ich von innen.
Troy sieht mich an, wei?nicht, was er sagen soll.
"Wir m?ssen reden", sage ich zu ihr.
"Wor?ber sollten wir reden m?ssen?" Sie steht aufrecht da, l?t sich nicht einsch?chtern. Wippt mit dem Fu?
"Steig einfach kurz ein."
"Und du", ihre Augen fixieren Troy. "Du bist mit April abgezogen."
Troy schweigt; die Augen schreckgeweitet, sieht er mich an.
"Und? Wie war sie?"
Da packt Troy sie unvermittelt am Arm, brutal genug, um sie zusammenzucken zu lassen, w?end er sie zum Auto st??.
"Was soll das? Was zieht ihr hier f?r eine Schei? ab?", zischt Aleesa Troy ins Ohr.
Er zwingt sie auf den R?cksitz, wir steigen ein, knallen die T?ren zu, ich gebe Gas.

Rezensionen der Redaktion zu Rohypnol

»Ein phänomenaler Roman über eine amorale Gesellschaft. Kein Wort zuviel, absolut großartig!« Christos Tsiolkas

Kurzbeschreibung zu Rohypnol

Schlechte Menschen tun böse Dinge


Nimm dir, was du kriegen kannst. Im Zeitalter des maßlosen Konsums fallen auf der Suche nach dem nächsten schnellen Kick alle Hemmungen. Schuld, Moral oder Verantwortung sind den jungen Protagonisten in Rohypnol fremd. Sie begeben sich auf Trips voller Zerstörungswut und kaltblütiger Gewalt - ohne Gewissen, ohne Gnade. Andrew Hutchinsons preisgekrönter Debütroman ist das gnadenlos realistische Porträt eines selbst ernannten Monsters.


. Ein schonungslos provokanter Roman in der Tradition von Clockwork Orange, Fight Club
und Trainspotting
. Hugh Jackman (X-Men) hat sich die Filmrechte gesichert
. Ein schockierender und wichtiger Roman zum Thema Jugendgewalt


Autorenportrait zu Rohypnol

Andrew Hutchinson ist neunundzwanzig Jahre alt und lebt in Canberra, Australien. 2006 gewann er für Rohypnol den Victorian Literary Award für den besten unveröffentlichten Roman und wurde für den Kathleen Mitchell Award vorgeschlagen. Gegenwärtig arbeitet er an seinem zweiten Roman. Hugh Jackmans Produktionsfirma Seed hat sich die Filmrechte an Rohypnol gesichtert, Andrew Hutchinson schreibt am Drehbuch. Weitere Infos zum Autor unter www.myspace.com/hutchinsona

Portrait

Andrew Hutchinson:
Andrew Hutchinson ist neunundzwanzig Jahre alt und lebt in Canberra, Australien. 2006 gewann er für Rohypnol den Victorian Literary Award für den besten unveröffentlichten Roman und wurde für den Kathleen Mitchell Award vorgeschlagen.

Autorenportrait

Andrew Hutchinson ist neunundzwanzig Jahre alt und lebt in Canberra, Australien. 2006 gewann er für Rohypnol den Victorian Literary Award für den besten unveröffentlichten Roman und wurde für den Kathleen Mitchell Award vorgeschlagen. Gegenwärtig arbeitet er an seinem zweiten Roman. Hugh Jackmans Produktionsfirma Seed hat sich die Filmrechte an Rohypnol gesichtert, Andrew Hutchinson schreibt am Drehbuch. Weitere Infos zum Autor unter www.myspace.com/hutchinsona

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50

23.02.2010

„Rohypnol”

von einer Kundin oder einem Kunden
Schlechte Menschen tun böse Dinge. So auch Troy und seine Gang. Sie wollen alles, und sie wollen es jetzt. Auf der ständigen Suche nach dem nächsten Kick, zieht diese Gruppe junger Männer nachts durch die Clubs und betäubt junge Frauen mit den sogenannten K.O. Tropfen - "Rohypnol". Erzählt wird die Geschichte gewöhnlicher Menschen, die in einer scheinbar heilen Welt von Gefühlskälte und Hemmungslosigkeit beherrscht werden.
Andrew Hutchinson beschreibt in seinem Roman die dunkle Seite der heutigen Zeit des maßlosen Konsums und extemer Gewalt. So beängstigend dies ist, es ist die Realität. Denn es passiert.

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40

27.06.2009

„schonungslos brutal”

von Sophie Bergmann aus St.Johann
Dieses Werk beschreibt mit einer schonungslosen Härte die Gedanken und Taten der bestialischen Protagonisten, die mit der Droge Roypnol junge Mädchen in diversen Discos und Bars gefügig machen, in dem sie dieses Teufelszeug, welches Körper und Geist lähmt, ihrem Getränk beifügen. Selbst sind sie noch keine 18 Jahre alt, aber treiben völlig skrupellos und ohne jegliche Vorstellung von Moral durch die Welt und nötigen Ihre Opfer. Diese Brutalität treibt den Leser oft zur Verzweiflung, da wir aufgrund einer gewissen Positivität und einer gesunden Humanität nicht glauben möchten, dass sich der Autor hierbei auf Tatsachen bezieht. Es gibt sie wirklich diese gewissenlosen Monster! Es soll dem Rezipienten wohl ein wenig die Augen öffnen... die Welt verbirgt Grausamkeiten, die Menschen begehen unvorstellbare Gräueltaten.....

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