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Perfekte Männer gibt es nicht

Roman. Deutsche Erstveröffentlichung

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Artikeldetails zu Perfekte Männer gibt es nicht

AutorMeg Cabot

Untertitel Roman. Deutsche Erstveröffentlichung

Abbildungsvermerk 18 cm

  • ISBN-103-442-37200-3
  • ISBN-139783442372003
  • Verlag Blanvalet
  • ReiheBlanvalet Taschenbücher
  • ÜbersetzerEva Malsch
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten413
  • Veröffentlicht10.08.2009
  • GenreRoman
  • Gewicht324g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelShe went all the Way

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Leseprobe aus Perfekte Männer gibt es nicht

»Hey!«
Officer Nick Calabrese starrte die Titelseite der New York Post an. Die Post, Mann. Diese verdammte Katastrophe hatte es bis in die Post geschafft. Schlimmer noch, aufs Titelblatt der Post. »Hey, ich brauch hier mal deine Hilfe.« Nick inspizierte die anderen Zeitungen auf dem Ständer. Auch die Daily News brachte die Story auf der ersten Seite. Newsday. Sogar USA Today. Nur auf der ersten Seite der New York Times fehlte die Sensation. Aber Nick nahm an, er würde sie im Innern der Zeitung binden. Wahrscheinlich im Lokalteil.
Jesus!
»Hey, Calabrese«, fauchte Officer Gerard »G.« West, während er mit einem Junkie kämpfte, der sich keine Handschellen anlegen lassen wollte. »Willst du hier rumstehen und amüsante Geschichten lesen - oder hilfst du mir, diesen widerspenstigen Typen dingfest zu machen?«
Nick ergriff die Post und schlenderte zu seinem Partner, zeigte auf das Titelfoto des attraktiven Paars und hielt die Zeitung so, dass auch der widerspenstige Gefangene das Bild sehen konnte. »Schau mal, der Kerl im Smoking - das ist der Freund meiner Schwester. Oder er war es zumindest.«
Die Augen zusammengekniffen, musterte der Junkie das Foto und schien nicht zu merken, dass G. die momentane Ablenkung nutzte und die Handschellen zuschnappen ließ. »Davon träumen Sie doch«, meinte er.
»Nein«, erwiderte Nick, »wirklich.«
Sogar G., der den Arm des Mannes festhielt, schaute skeptisch drein. »Klar«, ätzte er sarkastisch, »und meine Schwester geht jeden Abend mit Denzel Washington aus. Komm schon, Nick, ich will Bratkartoffeln im D. essen. Und du weißt, die werden nach halb elf nicht mehr serviert.«
»Wenn ich's dir doch sage!« Nick hielt die Post hoch, damit auch der Besitzer des Zeitungskiosks, der interessiert zuhörte, das Foto sah. »Das ist der Freund meiner Schwester. Bis vor ein paar Monaten haben sie zusammengelebt. Und dann hat diese Ratte die Fliege gemacht und eine andere geheiratet. Ist das zu fassen?«
»Nein, Sir«, antwortete der Zeitungsverkäufer mit einem kaum verständlichen Bangladesch-Akzent, »nicht zu fassen.«
»Für diesen Film hat sie das Drehbuch geschrieben, wissen Sie. Meine Schwester. Also war sie es, die diese zwei da berühmt gemacht hat.«
»Jetzt halten Sie mich zum Narren, Sir«, meinte der Zeitungsverkäufer höflich.
»Nein, ich schwöre es. Lou hat es geschrieben, als - wie nennt man das doch gleich? - als Starthilfe für seine Karriere. Für Barry.«
»Wer ist Barry?«, wollte der Zeitungsverkäufer wissen.
»Dieser Kerl da.« Nick zeigte auf die Post. »Bruno di Blase. Natürlich ist das nicht sein richtiger Name, sondern sein Künstlername. In Wirklichkeit heißt er Barry Kimmel. Er ist in unserer Gegend draußen auf der Insel aufgewachsen. Damals habe ich ihn immer gezwungen, Insekten zu fressen.« Als er den missbilligenden Blick seines Partners bemerkte, zuckte er die Schultern. »Da waren wir noch Kinder.«
»Ach ja, Barry«, grunzte G., der den Junkie immer noch festhielt. »Das hatte ich ganz vergessen. Sicher war es ein harter Schlag für Lou. Wenn Sie nicht aufhören, so blöd rumzuhampeln, dann schwöre ich bei Gott
Dem Junkie fiel es sichtlich schwer, seine Aufregung zu zügeln. »Hey, ist das wirklich wahr?«, fragte er Nick. »Ihre Schwester hat's tatsächlich mit diesem Typen aus Hindenburg getrieben?«
»Nehmen Sie sich bloß in Acht!«, knurrte Nick. »Meine Schwester hat's noch nie mit irgendwem getrieben.«
»Jetzt tut sie es ohnehin nicht mehr«, sagte G. »Ich meine, seit der Kerl verheiratet ist mit dieser
»Und du pass auch auf!« Nick schaute seinen Partner drohend an, über den Kopf des Kleinkriminellen hinweg. Dann holte er ein paar Münzen aus seiner Hosentasche, um die Post zu bezahlen, die er unter seinen Arm geklemmt hatte.
»O nein, Sir«, protestierte der Besitzer des Zeitungskiosks. »Das geht aufs Haus. Halten Sie die Straßen schön sauber, für gesetzestreue Bürger.« Erfreut steckte Nick das Geld wieder ein. »Danke.« »Und richten Sie bitte Ihrer Schwester aus, ihr Film Hindenburg hat mir sehr gut gefallen. Meiner Frau auch. Das war ein bewegender Triumph des menschlichen Geistes.«
»Klar, ich sag's ihr.« Nick folgte seinem Partner und dem Junkie zum Streifenwagen. »Jesus, ich glaub's immer noch nicht. Barry hat sie sitzen lassen. Armes Kind
HOCHZEITSFEST IM GLANZ ZAHLREICHER STARS
Es geschah im Trump Casino in Las Vegas im eben erst eingerichteten Hindenburg-Salon, der sich mit Souvenirs aus dem gleichnamigen Film schmückt. Hier schlossen die Hindenburg-Stars Bruno di Blase und Greta Woolston den Bund fürs Leben, nur wenige Tage nach Miss Wools- tons medienwirksamer Trennung von ihrem langjährigen Freund, dem Actionfilmstar Jack Towns- end.
Seinen Ruhm verdankt Townsend der Rolle des mürrischen Dr. Paul Rourke in der Krankenhausserie STAT, die vier Jahre lang im Fernsehen lief. Später spielte er den unkonventionellen Detective Pete Logan in den bekannten Copkiller-Filmen. Allem Anschein nach hat er die Heirat seiner Exfreundin nicht besonders gut verkraftet.
»Großer Gott!« Eleanor Townsend starrte die Zeitung an, die ordentlich gefaltet auf dem Silbertablett lag. »Was ist denn das, Richards?«
Der Butler räusperte sich. »Nun, Madam, als ich heute Morgen mit Alessandro spazieren ging, war ich so frei, ein Exemplar der Post zu kaufen. Wie Sie sehen, wurde auf der Titelseite ein Bericht veröffentlicht, der Sie vielleicht interessiert.«
Halb gnädig, halb vorwurfsvoll musterte sie den Butler, der ihr seit dreißig Jahren diente. Dann griff sie über den Yorkshireterrier auf ihrem Schoß hinweg und nahm die Zeitung vom Tablett, setzte ihre Brille auf und studierte das Titelblatt.
»Ach ja«, sagte sie, nachdem sie den Artikel unter dem Farbfoto überflogen hatte, »ich verstehe. Wie bedauerlich ^>Einer Informationsquelle im Anchorage Four Seasons Hotel zufolge, wo Townsend während der Dreharbeiten zu Copkiller IV wohnt, hörte man in der Suite des Stars Glas klirren, als die Hochzeit in den TV-Abendnachrichten bekannt gegeben wurdeAls die Sicherheitsbeamten des Hotels in der Suite eintrafen, war die Glastür zum Balkon zertrümmert, in den Wänden klafften faustgroße Löcher, und ein Sofa brannte. »Ob man Master Jack verhaftet hat, wird nicht erwähnt«, bemerkte Richards.
»Nein Eleanors Blick suchte die Reportage noch einmal ab. »Offenbar nicht. Faustgroße Löcher in den Wänden, also wirklich! Und ein brennendes Sofa? Solche Dummheiten würde Jack niemals machen. Außerdem kann ihm Miss Woolston nicht allzu viel bedeutet haben. Diese Frau ist so furchtbar ^ gewöhnlich. Aber das merkt man bei Leuten, die mit britischem Akzent sprechen, ja oft nicht sofort.«
Richards füllte Eleanors zierliche Porzellantasse nach. »Vielleicht hat Master Jack sich gar nicht so sehr darüber geärgert, dass Miss Woolston unmittelbar nach der Trennung geheiratet hat, sondern eher darüber, wen sie geheiratet hat.«
»Ja.« Mit gerunzelter Stirn betrachtete sie das Foto auf der Titelseite. »Bruno di Blase. Spielte er nicht den Helden in diesem Film, über den letztes Jahr alle Welt sprach? In dem Film über einen^ wie heißt es doch gleich? Ach ja. Zeppelin?«
»In der Tat, Madam. Hindenburg. Wie man mir erzählt hat, ging es in diesem Film um den Triumph des menschlichen Geistes.«
»Du lieber Gott Eleanor hob eine sorgsam gezupfte Augenbraue. »Di Blase ^ Ob er zu den di Blases aus der Toskana gehört? Daran erinnern Sie sich doch, diese reizende Familie, die ich letzten Frühling in Florenz kennengelernt habe?«
Der Butler räusperte sich wieder. »Madam, ich glaube, di Blase ist ein Künstlername.«
Schaudernd legte sie die Zeitung beiseite. »O Richards, wie grässlich! Dass eine Frau sich von Jack wegen eines Mannes mit einem Künstlernamen trennt
»Schon immer hegte ich den Verdacht«, begann Richards in ruhigem Ton, »auch Miss Woolston könnte ihren Namen ^ gewissermaßen verbessert haben.«
Eleanor nahm die Brille von der Nase. »Nein!«, rief sie entsetzt. »Aber möglicherweise haben Sie recht. Ihr richtiger Name muss ganz grauenhaft sein ^ Doris Mudge oder Vivian Sloth. Oder etwas Ähnliches.«
»Um genau zu sein«, entgegnete Richards vorsichtig, »Allegra Mooch.«
Eleanor erschauerte noch heftiger. »Stop! Nicht Alle- gra! Nicht vor dem Frühstück!«
»Verzeihen Sie mir, Madam. Sollen wir versuchen, Master Jack zu erreichen, und fragen, ob wir ihm irgendwie helfen können?«
Nach einem kurzen Blick auf ihre elegante goldene Armbanduhr schüttelte sie den Kopf. »Das wäre sinnlos, weil er fast nie zu erreichen ist. Schon gar nicht während seiner Dreharbeiten. Und wenn was Schreckliches passiert ist, geht er ohnehin nicht ans Telefon. O Richards!« Aus ihrer Kehle drang ein abgrundtiefer Seufzer. »Allmählich sieht es so aus, als müsste ich noch sehr lange auf Enkelkinder warten, nicht wahr?«
PROMINENTES EHEPAAR IM KREUZFEUER DER KRITIK
Bis jetzt hat Jack Townsend noch keinen öffentlichen Kommentar über die plötzliche Flucht seiner Exfreundin Greta Woolston mit Bruno di
Blase, ihrem Partner aus Hindenburg, abgegeben. Aber die Hochzeit scheint Familienmitglieder, Freunde und Fans zu schockieren. Auch die Hindenburg-Drehbuchautorin und Oscar-Preisträgerin Lou Calabrese, die viele Jahre die Freundin des Bräutigams war, hat sich noch nicht geäußert.
»Verdammt richtig, dass wir den Mund halten!«, fauchte Beverly Tennant die Zeitung an und schleuderte sie wütend durch ihr Büro in die ungefähre Richtung des vergoldeten Papierkorbs. »Chloe!«, kreischte sie. »Chloe!«
Eine sichtlich gestresste junge Frau stürmte ins Büro. Offenbar war sie eben erst angekommen, ihre Ohrenschützer immer noch auf dem Kopf, den Mantel noch nicht aufgeknöpft, zwei dampfende Kaffeebecher in der Hand.
»Oh.« Beverly bemerkte die dampfenden Becher. »Für mich?«
Chloe nickte und rang nach Luft. »Auf dem Weg hierher sah ich die Schlagzeilen. Und da dachte ich vielleicht brauchen Sie die doppelte Ration. Mit fettarmem Milchschaum
»Wunderbar, Sie retten mir das Leben.« Beverly klopfte mit einem sorgsam manikürten Fingernagel auf ihren Schreibtisch. »Stellen Sie die Becher da hin. Vorerst keine Telefongespräche. Ich will versuchen, sie zu erreichen.«
»Oh Hastig deponierte Chloe die dampfenden Becher an der Stelle, auf die ihre Chefin gezeigt hatte. »Würden Sie Lou liebe Grüße von mir ausrichten? Sagen Sie ihr, es tut mir leid. Und falls sie Trost braucht, erklären Sie ihr, keiner von uns ^ ich meine, hier in der Agentur ^ findet Bruno di Blase so wahnsinnig toll, wie alle Leute behaupten. Ich meine ^ wir repräsentieren ihn doch nicht, oder?«
Die Finger über den Telefontasten, warf Beverly ihrer Assistentin einen vernichtenden Blick zu. »Ganz sicher nicht. Okay, ich sag's ihr. Das wird sie riesig freuen.«
Verlegen rannte Chloe aus dem Büro und schloss sorgfältig die Tür hinter sich.
Sobald Beverly wieder allein war, streifte sie ihre Manolo Blahniks von den Füßen, lehnte sich zurück und stemmte die Fersen gegen die Schreibtischkante. Dann nahm sie den Deckel von einem der Cappuccinobecher und wählte die Nummer ihrer Klientin in Los Angeles. »Geh bitte ran«, murmelte sie beim ersten Läuten. »Geh ran, geh ran, geh ran
Lous Anrufbeantworter klickte. »Hi. Im Augenblick sind wir nicht zu erreichen. Wenn Sie nach dem Piepston eine Nachricht hinterlassen, werden wir uns demnächst melden
Als Beverly das Wort »wir« hörte, stöhnte sie. Aber in ihrer Stimme schwang echtes Mitgefühl mit. »Lou, Schätzchen, hier ist Bev. Wenn du da bist, geh ans Telefon. Ja, ich weiß, bei euch Sie schaute auf ihre exquisite mit Diamantsplittern besetzte Armbanduhr und rechnete rasch nach. »Bei euch ist es sechs Uhr morgens. O Gott, wie hältst du das nur aus? Aber hör mir zu, Süße, ich sage dir, was Besseres konnte dir gar nicht passieren. Glaub mir, ich hab das auch schon hinter mir, ich weiß es. Der Mann ist ganz mieser Abschaum. Noch schlimmer ^ der Abschaum, der sich auf anderem ganz miesem Abschaum bildet Zufrieden mit dieser Beschreibung fuhr sie fort. »Und sie ist eine Proletenbraut. Die beiden verdienen einander. Wo steckst du eigentlich? Sag bloß nicht, du machst einen auf Westküste und bist beim Joggen oder beim Yoga oder so was Grässliches
Beverly nahm die Füße vom Tisch. Abrupt richtete sie sich in ihrem Drehstuhl auf, als wäre sie von einer plötzlichen Eingebung erleuchtet worden.
»O mein Gott, natürlich! Heute solltest du doch zu den Dreharbeiten fahren, nicht wahr, Tim Lord die Szene mit dem gesprengten Berg ausreden, damit sich all diese Umweltaktivisten nicht ins Hemd machen. Du meine Güte, wie blöd ich bin! Da sitze ich und quassle deinen Anrufbeantworter voll, während du dich in der Wildnis von Alaska herumplagst. Tut mir so leid. Ausgerechnet Alaska! Allein schon beim Gedanken daran friere ich Beverly schüttelte sich. »Nein, Moment, das ist gut, Lou. Alaska wird dich ablenken. Oder doch nicht, schließlich ist ja Jack Towns- end auch dort, nicht wahr? Und ich weiß ja, was du von ihm hältst. Wie auch immer, ruf mich an, wenn du wieder da bist, Schätzchen. Und dann gehen wir zusammen Mittagessen.« Beverly legte auf. Missmutig starrte sie in ihren Cappuccino. »O Gott«, flüsterte sie. »Arme Lou. Wahrscheinlich wünscht sie sich, sie hätte dieses verdammte Drehbuch nie geschrieben.« »O Gott.« Lou ließ ihren Kopf auf die klebrige Tischplatte in der Wartehalle des Flughafens fallen. »Warum habe ich dieses verdammte Drehbuch jemals geschrieben?«
Vicky Lord saß ihr gegenüber. Mit einem kummervollen Ausdruck im sorgsam geschminkten Gesicht musterte sie ihre Freundin. »Lou, Schätzchen, du schmierst Ketchup in dein Haar.«
»Was für eine Rolle spielt das schon?« Ketchup hin, Ketchup her - die Tischplatte fühlte sich angenehm kühl auf Lous Stirn an. »Wenn ich ihm Starthilfe verschaffen wollte ^ warum habe ich ihm dann keinen Porsche gekauft?«
»Nimm den Kopf hoch, Schätzchen. Du weißt nicht, was die Leute auf diesem Tisch schon alles gemacht haben.«
»Aber dann wäre er sicher genauso schnell davongerast«, fügte Lou unglücklich hinzu und ließ den Kopf liegen, wo er war. »Wenigstens wüsste dann nicht die ganze westliche Welt, was passiert war. Und CNN hätte die Story nicht breitgetreten.«
»Moment mal, Lou Vicky öffnete ihre Prada-Handtasche, die sie auf den Schoß gestellt hatte, um sie vor Flecken zu schützen. »In der westlichen Welt weiß nicht jeder über Barry und Greta Bescheid. Sicher gibt es in Montana einige Einsiedler - die mit den Bomben - , die nichts von den beiden gehört haben.«
»Großer Gott!«, jammerte Lou. »Warum habe ich keine romantische Komödie geschrieben? Dann wären sie sich am Set niemals nähergekommen. Es wäre zu vorhersehbar gewesen. So was hätten die PR-Typen nie erlaubt.«
»Moment mal, Lou«, wiederholte Vicky und wühlte im Inhalt ihrer Handtasche. »Du darfst diesem Hindenburg-Film nicht an allem die Schuld geben. Wenn ich mich recht entsinne, hattest du schon vorher Probleme mit Barry.«
Ohne den Kopf vom Tisch zu heben, blinzelte Lou ihre Freundin an. Durch die Fenster strömte der Morgensonnenschein herein, und ein rosiger Strahl streifte Vicky, die im sanften Licht wie ein Engel aussah.
Aber Vicky Lord sah immer wie ein Engel aus. Sie hatte es nicht allein ihrem makellosen Teint zu verdanken, dass sie nun schon das fünfte Jahr in Folge als Noxema-Mädchen gebucht wurde. Sie leuchtete auch von innen heraus. So würde Lou, die zu viel Zeit am Computer verbrachte, niemals leuchten können. Weder von innen noch von außen.
»Ja, sicher hatten wir Probleme«, gab Lou zu. »Wir waren ^ wie lange zusammen? Zehn Jahre? Und nach zehn Jahren wollte sich der Kerl noch immer nicht binden. Das war unser Problem.«
Warum sie das Bedürfnis empfand, der engelsgleichen Erscheinung auf der anderen Seite des Tisches so intime Dinge anzuvertrauen, wusste sie nicht. So etwas würde sie nie verstehen. Denn Vicky - Model, Schauspielerin und das aktuelle It-Girl Hollywoods - bekam immer alles, was sie wollte.
Nun, das stimmte nicht ganz. Einmal hatte es etwas gegeben, das sie gewollt und nicht gekriegt hatte, einen Typen, nach dem sie verrückt gewesen war. So wie Lou hatte sie eines Tages von einer festen, dauerhaften Bindung gesprochen und ihn damit in die Flucht geschlagen. Gewiss, das lag einige Jahre zurück. Jetzt war Vicky glücklich verheiratet - mit einem Mann, der sie dermaßen vergötterte, dass die beiden immer wieder als Hollywoods Vorzeigepaar bezeichnet wurden. Aber vielleicht - nur vielleicht - verstand sie trotzdem, was Lou gerade durchmachte.
»Barry hat behauptet, er könne mich unmöglich heiraten, weil er mir eine Ehe mit einem arbeitslosen Schauspieler nicht zumuten wolle«, erklärte Lou. »Also habe ich dieses Drehbuch geschrieben und gehofft, er würde eine Rolle in dem Film bekommen.«
Endlich fand Vicky, was sie in ihrer Handtasche gesucht hatte - ihre Christian-Dior-Puderdose. Sie öffnete sie und inspizierte im Spiegel ihre neuen mit Collagen aufgepolsterten Lippen. »Schätzchen ^ du hast nicht nur ein Drehbuch mit einer Rolle für Barry geschrieben, sondern einen Mr. Nobody praktisch über Nacht zum Megastar gemacht. Und wie hat er's dir gedankt?« Sie blickte von der Puderdose auf und fixierte Lou mit der vollen Strahlkraft ihrer azurblauen Augen. »Indem er mit diesem eiskalten blonden Biest weggerannt ist! Aber ich begreife gar nicht, warum dich das so schockiert. Er ist doch schon vorher ausgezogen. Wann war das noch mal?«
»Vor ein paar Wochen«, seufzte Lou. »Aber er hat nicht gesagt, er hätte sich in eine andere verliebt. Nur dass er keine feste Bindung wollte.«
»Offensichtlich meinte er damit, er wollte sich nicht an dich binden. Schätzchen, so was habe ich auch hinter mir. Damals hat Jack mich aus dem gleichen Grund abserviert. Erinnerst du dich? Nur hat er Miss Right noch immer nicht gefunden. Vielleicht, weil es für ihn gar nicht die Richtige gibt.« Vicky schüttelte den Kopf. Da fiel ihr Blick im Spiegel auf die Kaffeetheke. »Kannst du das fassen? Hier kriegt man nicht einmal einen Espresso. Klar, Anchorage ist nicht L.A., aber trotzdem Amerika, oder?«
»Ach Gott«, stöhnte Lou und hob den Kopf von der Tischplatte, stützte aber ihre Stirn in beide Hände. »Wenn ich mir vorstelle, was ich alles für ihn getan habe! Glaub mir, dieses blöde Drehbuch war der schlimmste Fehler meines Lebens.«
Anscheinend zufrieden mit dem Erfolg ihres Lipliners, klappte Vicky die Puderdose zu und steckte sie in die Handtasche. »Dein schlimmster Fehler war deine Liaison mit Barry - aber das Drehbuch für Hindenburg war ein Geniestreich. Mensch, Lou, es ist schon jetzt ein amerikanischer Kultfilm.«
»Kultmist«, konterte Lou verbittert.
»Ja, stimmt, nicht besonders viel Tiefgang.« Vicky zuckte die Schultern. »Aber die Action ^ einsame Spitze. Und die Liebesszenen zwischen Barry und Gret Sie sah, wie Lou unsanft aus ihren Gedanken gerissen wurde, biss sich auf die Lippen und verdarb damit den Effekt des Lipliners. »O Gott, tut mir leid, Schätzchen«, entschuldigte sie sich zerknirscht.
»Schon gut.« Lou sank auf ihrem harten Plastikstuhl zusammen. »Das verkrafte ich. So eine Riesenüberraschung war es nun auch wieder nicht. Ich hatte den
Verdacht schon länger. Im Gegensatz zu anderen Leuten.«
»Falls du Jack meinst Vicky hob die Brauen. »Der wusste es.«
»Unsinn, Vicky«, erwiderte Lou und lachte bitter, »er hatte keine Ahnung.«
»Was Barry und Greta angeht?« Vicky schüttelte ihre Bobfrisur. »Natürlich wusste er es. So dumm, wie du immer glaubst, ist er nicht.«
»Immerhin hat er dich sitzen lassen, oder?«, betonte Lou. »Und wenn das nicht das Dümmste war, was ein Mann machen konnte, dann weiß ich auch nicht
»Wie süß von dir!« Vicky schenkte ihr ein Engelslächeln.
»Aber ich schwöre dir, Schätzchen, er hat sein Hotelzimmer nicht wegen Greta demoliert. Ich meine, wenn er ihretwegen so durchgedreht wäre, hätte sie ihm etwas bedeuten müssen.«
»Und da er kein Herz besitzt, ist das eine biologische Unmöglichkeit.«
Was Vicky - eines der vielen Starlets, die Jack Towns- end auf seinem Lebensweg hinter sich gelassen hatte - bestätigen müsste. In Hollywood hatte nur ein einziger Mann noch mehr Affären angefangen und beendet, nämlich Tim Lord, der Regisseur von Hindenburg und der neuen Copkiller-Folge.
Wenigstens erwies Jack seinen Eroberungen den Gefallen und heiratete sie nicht, und so zerrte er sie auch nicht vor diverse Scheidungsgerichte, so wie Tim Lord das regelmäßig tat. Vicky war Tims dritte Ehefrau. Unglücklicherweise neigte der Mann dazu, seine Hauptdarstellerinnen zu heiraten, in Hollywood eine weitverbreitete Tendenz. Und obwohl Vicky in Hindenburg nur eine kleine Rolle gespielt hatte (die Ehefrau des bedauernswerten Piloten), war es ihr gelungen, die Herzen des Publikums und des Regisseurs zu erobern.
Mit dem Wechsel von Jack zu Tim hatte Vicky einen guten Tausch gemacht. Sie vergötterte ihren neuen Ehemann, der sie offensichtlich auch anbetete, während Jack.
Nun, wenn der Tag käme, an dem Jack irgendwen wichtig nahm, der nicht Jack Townsend hieß, würde Lou am Pool des Beverly Hills Hotels erscheinen, nur mit einem Tanga bekleidet.
»Schau mal!« Vickys Miene erhellte sich. »Da kommt jemand, der kompetent aussieht. Vielleicht kann er uns erklären, warum sich unser Flug verzögert.«
Der kompetente Gentleman war tatsächlich ein Mitglied der Crew, überraschenderweise der Pilot. Höflich erläuterte das kräftig gebaute Individuum, das eine Wollmütze trug: »Wir warten nur noch auf Mr. Townsend. Dann starten wir.«
Lou traute ihren Ohren nicht. »Mr. Townsend?«, wiederholte sie heiser und riss die Augen auf. »Heißt das, wir warten auf Jack Townsend?«
Nur mühsam konnte der Pilot seinen Blick von der faszinierenden Vicky abwenden, aber er schaffte es schließlich. »So ist es, Ma'am«, bestätigte er, zu Lou gewandt, bevor er widerstrebend davonstapfte - so wie alle Männer fühlte er sich zu Vicky Lords ätherischer Schönheit hingezogen wie eine Motte zum Licht .
»O mein Gott!« Mit bebenden Fingern umklammerte Lou die Tischkante und starrte Vicky an, die ihr Handy hervorkramte. »Hast du begann sie zögernd. »Vick, hast du gehört, was der Mann soeben sagte?«
»Was er sagte?« Angeekelt verzog Vicky das Gesicht. »Was er anhatte, war viel schlimmer. Hast du jemals an einem Kerl, der kein Statist in Braveheart war, so viel kariertes Zeug gesehen?«
Ungläubig blinzelte Lou ihre Freundin an. Vicky musste doch mitgekriegt haben, dass sich der Mann, dem sie ein gebrochenes Herz verdankte, auf dem Weg zu diesem Flughafen befand. Trotzdem galt ihre einzige Sorge den Outfits der Einheimischen?
Aber so war sie nun einmal. Und das gehörte zu den Gründen, warum Lous Freundschaft mit ihr schon so lange hielt. Manchmal konnte Vicky furchtbar oberflächlich sein. Sie war unfähig, an einem Designerschuhladen vorbeizugehen, ohne etwas zu kaufen. Andererseits aber hatte sie eine genauso ausgeprägte Schwäche für Unterprivilegierte. Sobald sie einen Obdachlosen entdeckte, drückte sie ihm hundert Dollar in die Hand.
»Hör mal, Vicky, Jack wird in unserem Flieger sitzen«, erklärte Lou, weil sie sicher war, dass Vicky das nicht verstanden hatte. »Jack Townsend.«
»Ja, natürlich«, murmelte Vicky geistesabwesend, »warum sollte ich an diesem Tag auch nur ein kleines bisschen Glück haben? Wahrscheinlich hat er seinen früheren Flug verpasst, wegen dieses Ausrasters im Hotel. Wieso funktioniert sein Handy nicht? Was ist eigentlich los mit diesem gottverlassenen Nest? Erst kein Espresso! Und jetzt das!«
»Vicky«, zischte Lou.

Rezensionen der Redaktion zu Perfekte Männer gibt es nicht

"Meg Cabot ist die Meisterin ihres Genres!" Publishers Weekly"Meg Cabots Bücher bieten alles, was Mädchen lieben: eine chaotische aber liebenswerte Heldin, Liebeswirren und ein bisschen Glamour aus der Welt der Stars." Aachener Nachrichten

Kurzbeschreibung zu Perfekte Männer gibt es nicht

Es kann nicht schlimmer kommen - oder doch?


Ein Tag, an dem sie gemeinsam mit Jack Townsend, dem Star ihrer TV-Serie, in einem Helikopter sitzt, ist für Drehbuchautorin Lou Calabrese definitiv kein guter Tag. Aber als der Hubschrauber auf halbem Weg zum Drehort in der Arktis abstürzt, wird Lou klar, dass der Tag geradezu wunderbar angefangen hatte. Während Familie und Freunde um sie bangen, sucht Lou einen Weg durch die Wildnis, mit nichts als dem Inhalt ihrer Handtasche, dem Wissen aus Survival-Filmen und dem TV-Liebling aller Frauen im Schlepptau ...


Autorenportrait zu Perfekte Männer gibt es nicht

Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana, und lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Katzen in New York City und Key West. Nach dem Studium hoffte sie auf eine Karriere als Designerin in New York und arbeitete währenddessen u. a. als Hausmeisterin in einem Studentenwohnheim. Mit großem Erfolg, denn immerhin ließ dieser Job ihr genügend Zeit, ihr erstes Buch zu schreiben. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst und ist eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre Plötzlich-Prinzessin-Romane wurden von Hollywood verfilmt.

Portrait

Meg Cabot:
Meggin Cabot, geboren in Bloomington, Indiana, war schon früh eine Leseratte. Ihre Lieblingsautoren waren Jane Austen, Judy Blume und Barbara Cartland. Nach dem Studium zog sie nach New York City, wo sie zunächst auch als Illustratorin arbeitete, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Unter Pseudonym (Patricia Cabot) hat sie auch einige historische Frauenromane verfasst. Ihre Jugendbücher erscheinen unter den Namen Meg Cabot und Jenny Carroll. Meggin Cabot lebt mit ihrem Mann und ihrer einäugigen Katze Henrietta in New York City.

Autorenportrait

Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana, und lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Katzen in New York City und Key West. Nach dem Studium hoffte sie auf eine Karriere als Designerin in New York und arbeitete währenddessen u. a. als Hausmeisterin in einem Studentenwohnheim. Mit großem Erfolg, denn immerhin ließ dieser Job ihr genügend Zeit, ihr erstes Buch zu schreiben. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst und ist eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre Plötzlich-Prinzessin-Romane wurden von Hollywood verfilmt.

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10

06.05.2013

„Sie kann es besser”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ich war von diesem Buch eigentlich eher enttäuscht, da ich von Meg Cabot besseres gewohnt bin.
Die Storyline ist im Vergleich zu ihren anderen Büchern eher platt und das meiste kommt einem doch sehr bekannt vor. Die Figuren haben nicht wirklich Tiefgang und es gibt nichts, das einen wirklich fesselt und dazu bringt, das Buch unbedingt bis zum Ende durchzulesen. Nachdem ich fertig war, hab ich mir gewünscht, die Zeit anderweitig genützt zu haben, was eigentlich schade ist.
Den einzigen Pluspunkt bekommt dieses Buch für die neue Location, in Alaska, aber das war's dann auch schon.
Ich war, wie gesagt, sehr enttäuscht von diesem Buch und würde euch von Meg Cabot andere Bücher ans Herz legen.

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50

27.03.2011

„Wie wahr :)”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ein supertolles Buch für alle Fans von Rachel Gibson und Susan Andersen.. Super lustig und mit ganz viel Herz. Wenn man einmal anfängt es zu lesen , kann man gar nicht mehr aufhören es zu lesen..

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