Der Friedhof in Prag

Roman

(35)
Der Italiener Simon Simonini lebt in Paris, und er erlebt aus nächster Nähe eine dunkle Geschichte: geheime Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an die deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden, Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre - und am Ende tauchen zum ersten Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes „Dokument“ für die „jüdische Weltverschwörung“, das dann fatale Folgen haben wird. Umberto Eco, der Meister des historischen Romans, erzählt die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts, in der wir jedoch unser eigenes wiedererkennen können.
Portrait
Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria, lebte zuletzt in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet eer Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den "Premio Strega" (1981) und wurde u. a.1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.
Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane "Der Name der Rose" und "Das Foucaultsche Pendel" sind Welterfolge geworden.
2011 wurde Umberto Eco mit dem "Premio Pavese" ausgezeichnet und 2014 erhielt er den "Gutenberg-Preis" der Landeshauptstadt Mainz und der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft. Er verstarb 2016.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 519
Erscheinungsdatum 08.10.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-23736-0
Verlag Hanser
Maße (L/B/H) 247/246/39 mm
Gewicht 772
Originaltitel Il cimitero di Praga
Abbildungen mit zahlreichen Abbildungen
Auflage 8
Buch (gebundene Ausgabe)
26,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
35 Bewertungen
Übersicht
21
10
0
3
1

Eine Historie im falschen Kleid des Romans
von peter marnet aus Duisburg am 09.10.2011

Gegenstand des Buches ist das ausgehende 19. Jahrhunderts. In diese Zeit des geistigen und politischen Umbruchs versetzt Umberto Eco seinen Hauptmann Simonini. Diesen lässt er die Jahrzehnte um 1870 als Spion in diversen Geheimdiensten erleben, auf Reisen, die von Italien bis nach Russland führen. Er lässt ihn Rückschau halten... Gegenstand des Buches ist das ausgehende 19. Jahrhunderts. In diese Zeit des geistigen und politischen Umbruchs versetzt Umberto Eco seinen Hauptmann Simonini. Diesen lässt er die Jahrzehnte um 1870 als Spion in diversen Geheimdiensten erleben, auf Reisen, die von Italien bis nach Russland führen. Er lässt ihn Rückschau halten auf seine Kindheit im Haus des Onkels, der ihn im Hass auf Juden, Jesuiten, Freimauer und Nationalisten erzogen hat. Wir begleiten ihn als Fälscher, Spion und Intigrant auf seinem Weg durch die vorrevolutionären Unruhen und die verschiedenen Kriegshandlungen. Er zettelt Verschwörungen an, kompromittiert einflussreiche Politiker und spielt in jedem undurchsichtigen Spiel eine undurchsichtige Rolle. Fälschungen aller Art sichern ihm, dem Genießer der lokalen Gourmetfreuden, einen oppulenten Lebensstil. In allem versucht er seine feiste Haut zu retten, schreckt auch vor Mord nicht zurück. Er versucht Beobachter zu bleiben und muss doch ständig um sein Leben kämpfen. Das Buch liest sich flüssig, ist reich bestückt mit Bildern und Eindrücken der beschriebenen Zeit. Es fällt uns leicht, Simonini in sein Leben und seine Zeit zu folgen. Detaillreich und kundig breitet Umberto Eco die Zeit vor uns aus. Alte Graphiken unterstreichen den Eindruck, ein Buch zu lesen, das zeitauthentisch ist. Um Simonini herum wechseln die Gegen- und Zuspieler, sodass wir jedem unmittelbar (wie Freud) und mittelbar (wie Marx) begegnen können, der in dieser Zeit eine historische Rolle gespielt hat. Umberto Eco ist ein guter Fabulierer, der seine historischen Kenntnisse unterhaltsam und fesselnd zu vermitteln weiß. Hauptmann Simonini bleibt dabei seltsam blass und durchscheinend. Allein dann kommt er zum Leben, wenn er schmaust und trinkt. Nun meinen wir Umberto Eco selbst zu sehen, der sich nach einer Lesung über die lokale Küche hermacht. Aus zwei Perspektiven wird der Roman erzählt. Simonini blickt auf seine Zeit. Ein hinter ihm Stehender blickt auf Simonini. Nötig ist die zweite Ebene nicht, eigentlich trägt sie nur zur Verwirrung bei. Eine zweite Persönlichkeit, die sich selbst als abgespalten in Frage stellt, soll den Roman vermutlich auf eine philosophische Ebene heben. Als wolle der Autor mit unserer Leserperspektive spielen. Darin überschätzt er sich maßlos. Eigentlich erzählt Umberto Eco nur die Biographie eines mäßig interessanten Lebemannes vor aufregendem geschichtlichem Hintergrund nach. Um den Leser zu verunsichern wird die Handlung mal aus der Nähe, mal mit Abstand erzählt. Dies ist nicht virtuos gelöst, sondern ein schlichter Kunstgriff, denn die Handlung ist alles andere als komplex. So tritt der Roman literarisch, ja philosophisch auf, obwohl er sich eng an die historischen Quellen anlehnt. Es ließe sich berechtigt die Frage stellen, ob dieses Buch überhaupt ein literarisches Werk ist und nicht eher ein historisches Sachbuch um einen fiktiven Spion. Als Historie hat das Buch alle Vorzüge, als Roman ist es gründlich misslungen. Ein Leser, der einen Roman wie 'Im Namen der Rose' erwartet - spannend und lebendig vor einen historischen Hintergrund gestellt - wird enttäuscht sein. Mehr als kundige Einblicke in eine aufregende Zeit vermag Umberto Eco in diesem Buch nicht zu bieten.

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4 0
Gemischte Gefühle
von einer Kundin/einem Kunden am 17.11.2011

Ein echter Eco, was die Qualität der Recherche betrifft, teilweise ein echter Eco in Sachen Spannung und Fabulierkunst. Die Schaffung eines Unsympathlers von großen Gnaden als Hauptfigur, wirklich gelungen. Bei der Schilderung der Fresstempel von Paris anno dazumal, nimmt man schon beim Lesen zu. Das Urthema des Buches jedoch,... Ein echter Eco, was die Qualität der Recherche betrifft, teilweise ein echter Eco in Sachen Spannung und Fabulierkunst. Die Schaffung eines Unsympathlers von großen Gnaden als Hauptfigur, wirklich gelungen. Bei der Schilderung der Fresstempel von Paris anno dazumal, nimmt man schon beim Lesen zu. Das Urthema des Buches jedoch, was Fälschung an sich bewirken kann, kommt etwas zäh daher. Die Wiederholung der abgewandelten antisemitischen Elaborate machen müde, wiewohl sie wichtiger Bestandteil des Buches sind, und zur Entstehung der "Protokolle der Weisen von Zion" führen. Es steht halt zu befürchten, dass die Leser, welche das Werk lesen sollten, a) es nicht verstehen, b) falsch interpretieren, und c) eh nicht danach greifen.

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3 0
Vorsicht Fälschung!
von einer Kundin/einem Kunden am 07.02.2012

Nach langen Jahren wieder ein großer historischer Roman von Umberto Eco. Doch anders als in seinen Vorgängerwerken wählt der Autor hier die Form einer Schauergeschichte. Denn wahrhaft schauerlich ist auch der Gegenstand des Romans. Es geht um die "Protokolle der Weisen von Zion", ein gefälschtes antisemitisches Dokument, das die... Nach langen Jahren wieder ein großer historischer Roman von Umberto Eco. Doch anders als in seinen Vorgängerwerken wählt der Autor hier die Form einer Schauergeschichte. Denn wahrhaft schauerlich ist auch der Gegenstand des Romans. Es geht um die "Protokolle der Weisen von Zion", ein gefälschtes antisemitisches Dokument, das die Weltherrschaftsansprüche der Juden beweisen soll, entstanden Ende des 19. Jahrhunderts, das unter anderem auch von den Nationalsozialisten in der Propaganda eingesetzt wurde. Der Ich-Erzähler, ein widerlicher päderastischer Menschenfeind und Hochstapler, ist es schließlich, der das Dokument in unseliger Zusammenarbeit mit antisemitischen französischen Intellektuellen und der russischen Geheimpolizei verfasst. Er hat in seinem Leben so viel gefälscht, dass er nicht mehr weiß, was echt ist, so viel gelogen, dass er die Wahrheit nicht mehr erkennt, so viele Identitäten angenommen, dass er nicht mehr weiß, wer er ist, und sein Hass auf sich selbst, die Geringschätzung des eigenen Lebens, bringen ihn dazu, bedenkenlos zu morden. Die enorme Sprachgewalt und das profunde historische Wissen von Umberto Eco beschwören das Paris der Belle Epoque herauf, eine brodelnde fiebrige Stadt, in der Geheimbünde, Verschwörer, Verräter, Spione, Anarchisten und Meuchelmörder einen dunklen Tanz aufführen. Wie immer bei Eco ist auch dieser Roman als beredtes Plädoyer für Vernunft und Toleranz zu begreifen und sowieso: ein reines Lesevergnügen!

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