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Der Friedhof in Prag

Roman

(22)
Der Italiener Simon Simonini lebt in Paris, und er erlebt aus nächster Nähe eine dunkle Geschichte: geheime Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an die deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden, Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre - und am Ende tauchen zum ersten Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes „Dokument“ für die „jüdische Weltverschwörung“, das dann fatale Folgen haben wird. Umberto Eco, der Meister des historischen Romans, erzählt die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts, in der wir jedoch unser eigenes wiedererkennen können.
Portrait
Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria, lebte zuletzt in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet eer Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den "Premio Strega" (1981) und wurde u. a.1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.
Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane "Der Name der Rose" und "Das Foucaultsche Pendel" sind Welterfolge geworden.
2011 wurde Umberto Eco mit dem "Premio Pavese" ausgezeichnet und 2014 erhielt er den "Gutenberg-Preis" der Landeshauptstadt Mainz und der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft. Er verstarb 2016.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 519
Erscheinungsdatum 08.10.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-23736-0
Verlag Hanser
Maße (L/B/H) 247/246/39 mm
Gewicht 772
Originaltitel IL CIMITERO DI PRAGA
Abbildungen mit zahlreichen Abbildungen
Auflage 8
Buch (gebundene Ausgabe)
26,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
22 Bewertungen
Übersicht
12
6
0
3
1

Eine Historie im falschen Kleid des Romans
von peter marnet aus Duisburg am 09.10.2011

Gegenstand des Buches ist das ausgehende 19. Jahrhunderts. In diese Zeit des geistigen und politischen Umbruchs versetzt Umberto Eco seinen Hauptmann Simonini. Diesen lässt er die Jahrzehnte um 1870 als Spion in diversen Geheimdiensten erleben, auf Reisen, die von Italien bis nach Russland führen. Er lässt ihn Rückschau halten... Gegenstand des Buches ist das ausgehende 19. Jahrhunderts. In diese Zeit des geistigen und politischen Umbruchs versetzt Umberto Eco seinen Hauptmann Simonini. Diesen lässt er die Jahrzehnte um 1870 als Spion in diversen Geheimdiensten erleben, auf Reisen, die von Italien bis nach Russland führen. Er lässt ihn Rückschau halten auf seine Kindheit im Haus des Onkels, der ihn im Hass auf Juden, Jesuiten, Freimauer und Nationalisten erzogen hat. Wir begleiten ihn als Fälscher, Spion und Intigrant auf seinem Weg durch die vorrevolutionären Unruhen und die verschiedenen Kriegshandlungen. Er zettelt Verschwörungen an, kompromittiert einflussreiche Politiker und spielt in jedem undurchsichtigen Spiel eine undurchsichtige Rolle. Fälschungen aller Art sichern ihm, dem Genießer der lokalen Gourmetfreuden, einen oppulenten Lebensstil. In allem versucht er seine feiste Haut zu retten, schreckt auch vor Mord nicht zurück. Er versucht Beobachter zu bleiben und muss doch ständig um sein Leben kämpfen. Das Buch liest sich flüssig, ist reich bestückt mit Bildern und Eindrücken der beschriebenen Zeit. Es fällt uns leicht, Simonini in sein Leben und seine Zeit zu folgen. Detaillreich und kundig breitet Umberto Eco die Zeit vor uns aus. Alte Graphiken unterstreichen den Eindruck, ein Buch zu lesen, das zeitauthentisch ist. Um Simonini herum wechseln die Gegen- und Zuspieler, sodass wir jedem unmittelbar (wie Freud) und mittelbar (wie Marx) begegnen können, der in dieser Zeit eine historische Rolle gespielt hat. Umberto Eco ist ein guter Fabulierer, der seine historischen Kenntnisse unterhaltsam und fesselnd zu vermitteln weiß. Hauptmann Simonini bleibt dabei seltsam blass und durchscheinend. Allein dann kommt er zum Leben, wenn er schmaust und trinkt. Nun meinen wir Umberto Eco selbst zu sehen, der sich nach einer Lesung über die lokale Küche hermacht. Aus zwei Perspektiven wird der Roman erzählt. Simonini blickt auf seine Zeit. Ein hinter ihm Stehender blickt auf Simonini. Nötig ist die zweite Ebene nicht, eigentlich trägt sie nur zur Verwirrung bei. Eine zweite Persönlichkeit, die sich selbst als abgespalten in Frage stellt, soll den Roman vermutlich auf eine philosophische Ebene heben. Als wolle der Autor mit unserer Leserperspektive spielen. Darin überschätzt er sich maßlos. Eigentlich erzählt Umberto Eco nur die Biographie eines mäßig interessanten Lebemannes vor aufregendem geschichtlichem Hintergrund nach. Um den Leser zu verunsichern wird die Handlung mal aus der Nähe, mal mit Abstand erzählt. Dies ist nicht virtuos gelöst, sondern ein schlichter Kunstgriff, denn die Handlung ist alles andere als komplex. So tritt der Roman literarisch, ja philosophisch auf, obwohl er sich eng an die historischen Quellen anlehnt. Es ließe sich berechtigt die Frage stellen, ob dieses Buch überhaupt ein literarisches Werk ist und nicht eher ein historisches Sachbuch um einen fiktiven Spion. Als Historie hat das Buch alle Vorzüge, als Roman ist es gründlich misslungen. Ein Leser, der einen Roman wie 'Im Namen der Rose' erwartet - spannend und lebendig vor einen historischen Hintergrund gestellt - wird enttäuscht sein. Mehr als kundige Einblicke in eine aufregende Zeit vermag Umberto Eco in diesem Buch nicht zu bieten.

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4 0
Gemischte Gefühle
von einer Kundin/einem Kunden am 17.11.2011

Ein echter Eco, was die Qualität der Recherche betrifft, teilweise ein echter Eco in Sachen Spannung und Fabulierkunst. Die Schaffung eines Unsympathlers von großen Gnaden als Hauptfigur, wirklich gelungen. Bei der Schilderung der Fresstempel von Paris anno dazumal, nimmt man schon beim Lesen zu. Das Urthema des Buches jedoch,... Ein echter Eco, was die Qualität der Recherche betrifft, teilweise ein echter Eco in Sachen Spannung und Fabulierkunst. Die Schaffung eines Unsympathlers von großen Gnaden als Hauptfigur, wirklich gelungen. Bei der Schilderung der Fresstempel von Paris anno dazumal, nimmt man schon beim Lesen zu. Das Urthema des Buches jedoch, was Fälschung an sich bewirken kann, kommt etwas zäh daher. Die Wiederholung der abgewandelten antisemitischen Elaborate machen müde, wiewohl sie wichtiger Bestandteil des Buches sind, und zur Entstehung der "Protokolle der Weisen von Zion" führen. Es steht halt zu befürchten, dass die Leser, welche das Werk lesen sollten, a) es nicht verstehen, b) falsch interpretieren, und c) eh nicht danach greifen.

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3 0
Vorsicht Fälschung!
von einer Kundin/einem Kunden am 07.02.2012

Nach langen Jahren wieder ein großer historischer Roman von Umberto Eco. Doch anders als in seinen Vorgängerwerken wählt der Autor hier die Form einer Schauergeschichte. Denn wahrhaft schauerlich ist auch der Gegenstand des Romans. Es geht um die "Protokolle der Weisen von Zion", ein gefälschtes antisemitisches Dokument, das die... Nach langen Jahren wieder ein großer historischer Roman von Umberto Eco. Doch anders als in seinen Vorgängerwerken wählt der Autor hier die Form einer Schauergeschichte. Denn wahrhaft schauerlich ist auch der Gegenstand des Romans. Es geht um die "Protokolle der Weisen von Zion", ein gefälschtes antisemitisches Dokument, das die Weltherrschaftsansprüche der Juden beweisen soll, entstanden Ende des 19. Jahrhunderts, das unter anderem auch von den Nationalsozialisten in der Propaganda eingesetzt wurde. Der Ich-Erzähler, ein widerlicher päderastischer Menschenfeind und Hochstapler, ist es schließlich, der das Dokument in unseliger Zusammenarbeit mit antisemitischen französischen Intellektuellen und der russischen Geheimpolizei verfasst. Er hat in seinem Leben so viel gefälscht, dass er nicht mehr weiß, was echt ist, so viel gelogen, dass er die Wahrheit nicht mehr erkennt, so viele Identitäten angenommen, dass er nicht mehr weiß, wer er ist, und sein Hass auf sich selbst, die Geringschätzung des eigenen Lebens, bringen ihn dazu, bedenkenlos zu morden. Die enorme Sprachgewalt und das profunde historische Wissen von Umberto Eco beschwören das Paris der Belle Epoque herauf, eine brodelnde fiebrige Stadt, in der Geheimbünde, Verschwörer, Verräter, Spione, Anarchisten und Meuchelmörder einen dunklen Tanz aufführen. Wie immer bei Eco ist auch dieser Roman als beredtes Plädoyer für Vernunft und Toleranz zu begreifen und sowieso: ein reines Lesevergnügen!

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2 0
Geistreiche Unterhaltung
von einer Kundin/einem Kunden am 09.10.2011

Der neue Roman von Umberto Eco entführt den Leser ins Europa des 19. Jahrhunderts. Ich finde, das Genre "Historischer Roman" wird diesem Werk nicht gerecht. Rebecca Gablé oder Sabine Ebert schreiben wunderbare historische Romane. Umberto Eco hebt sich insofern von dieser "Massenware", was ich nicht abwertend meine, ab als dass... Der neue Roman von Umberto Eco entführt den Leser ins Europa des 19. Jahrhunderts. Ich finde, das Genre "Historischer Roman" wird diesem Werk nicht gerecht. Rebecca Gablé oder Sabine Ebert schreiben wunderbare historische Romane. Umberto Eco hebt sich insofern von dieser "Massenware", was ich nicht abwertend meine, ab als dass sein Schreibstil ungemein geschliffen ist. Jeder Satz ist ein Feuerwerk von Fakten. Lateinische, italienische und französische Phrasen werden ganz selbstverständlich eingeflochten (natürlich ohne Übersetzung), was dem Verständnis der Handlung aber keinen Abbruch tut. Ohne ein Fünkchen Allgemeinbildung ist dieser Roman nur der halbe Genuss. Wer sich darauf einlässt, dem beschert er eine Erweiterung des geistigen Horizonts und macht Lust, mal wieder im Brockhaus zu blättern.

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1 0
Altmeister Umberto Eco entführt uns ins 19. Jahrhundert - wie entstanden Verschwörungstheorien und vermeintliche Konspirationen?
von einer Kundin/einem Kunden am 09.10.2011

Der große Romancier Umberto Eco zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass er zu den ganz großen Romanciers unserer Zeit gehört und zaubert einen neuen, großen historischen Roman aus dem Köcher: opulent und erzähltechnisch äußerst raffiniert beschreibt er die Stimmung, in der sich im 19.Jahrhundert vermeintliche Konspirationen gebildet haben. Wie kam... Der große Romancier Umberto Eco zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass er zu den ganz großen Romanciers unserer Zeit gehört und zaubert einen neuen, großen historischen Roman aus dem Köcher: opulent und erzähltechnisch äußerst raffiniert beschreibt er die Stimmung, in der sich im 19.Jahrhundert vermeintliche Konspirationen gebildet haben. Wie kam es dazu, dass gerade das so genannte "Weltjudentum" an einer gigantischen Verschwörung basteln soll? Welche Gedankengänge führten zu solchen massiven Anschuldigungen und grausamen antisemitischen Hetzschriften wie den "Protokollen der Weisen von Zion"? Ein Roman, der einen nicht kalt lässt - sicher einer der ganz großen für den neuen literarischen Herbst! Eine echte Empfehlung!

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Ein zeitpolitisches Zeugnis, spannend wie ein Spionage-Thriller
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"Der Friedhof von Prag" ist tatsächlich jener berühmte alte jüdische Friedhof, in dem die Grabsteine kunterbunt durcheinanderwachsen wie ein Urwald, ein romantisches, fast surreales Ensemble, das schon immer mythische und mystische Assoziationen freisetzte. Eco verwendet ihn als Leitmotiv im Schaffen seiner Hauptfigur Simon Simonini. Dieser erfundene Meisterspion, Urkundenfälscher und... "Der Friedhof von Prag" ist tatsächlich jener berühmte alte jüdische Friedhof, in dem die Grabsteine kunterbunt durcheinanderwachsen wie ein Urwald, ein romantisches, fast surreales Ensemble, das schon immer mythische und mystische Assoziationen freisetzte. Eco verwendet ihn als Leitmotiv im Schaffen seiner Hauptfigur Simon Simonini. Dieser erfundene Meisterspion, Urkundenfälscher und Zyniker durchläuft wesentliche Abschnitte des 19. Jahrhunderts an entscheidender politischer Stelle: Er greift in die italienische Nationwerdung ein, verkleidet sich im Auftag des Königreichs Piemont als Anhänger des Nationalhelden Garibaldi und wechselt virtuos die Fronten, wenn es darauf ankommt. Er emigriert nach Paris, als die Luft in Italien für ihn zu dünn zu werden droht und leistet dann seine Dienste für die dort Regierenden - die theatralische Umwandlung der Republik durch Napoleon III., die Pariser Kommune, die dritte Republik mit der Dreyfus-Affäre prägt er im Auftrag verschiedenster Geheimdienste mit. Seine Obsession ist, vermittelt durch seinen Großvater, das Judentum: Auf die Juden richten sich alle Aggressionen derer, die sich zu kurz gekommen wähnen. Geprägt wird er gleichzeitig durch die katholische Kirche. Die Jesuiten und die Freimaurer beschäftigen ihn gleichermaßen - ein altes Thema Umberto Ecos -, und im Lauf der Zeit präzisieren sich Simoninis antijüdische Aktivitäten und Schriftsätze in einem Text, der auf verschlungenen Wegen in Russland unter dem berühmten Namen "Die Protokolle der Weisen von Zion" erscheinen wird. Dieses berühmteste antisemitische Pamphlet der Geschichte wird von Eco in einen gespenstischen fiktionalen Zusammenhang gestellt. Dabei sind ständige Verweise auf die aktuelle Medienpolitik Silvio Berlusconis und dessen Ausnutzung der Massendemokratie eingebaut. Literarisch knirschen die Scharniere in diesem Buch des öfteren gewaltig, man merkt das Konstruierte und Gewollte.

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Die Geduld des Lesers strapazierend
von Helga Ebenkofler am 07.10.2011

Umberto Eco ist zweifellos ein sehr kluger Mann und er schafft es spielend das Faszinierende der Semiotik in Romane und Geschichten zu verweben – das hat er schon bewiesen. Ob er allerdings seinem Ruf als Romancier mit diesem Buch gerecht wird, das sei angezweifelt. Angesiedelt ist die Handlung in der... Umberto Eco ist zweifellos ein sehr kluger Mann und er schafft es spielend das Faszinierende der Semiotik in Romane und Geschichten zu verweben – das hat er schon bewiesen. Ob er allerdings seinem Ruf als Romancier mit diesem Buch gerecht wird, das sei angezweifelt. Angesiedelt ist die Handlung in der Belle Epoque, einer Zeit die übervoll war an neuen Ideen, an Aufbrüchen, wegweisenden Innovationen und fatalen Verschwörungstheorien. Eco kennt sich natürlich in all dem bestens aus. Alles was er uns erzählt beruht auf Fakten – mit Ausnahme der Hauptfigur des Buches, nämlich Simon Simonini, ein schon älterer, von Hass auf alles und jedes zerfressener Mann, der wohl als Archetyp für jede Zeitepoche stehen kann. Daher ist er auch die ideale Figur, gänzlich amoralisch für die diversesten Auftraggeber zu arbeiten. Er ist Spion, Mörder, Dealer, Fälscher und – Ecos Vergnügen an Vieldeutigkeit und semantischem Spiel geschuldet - eine doppelte Persönlichkeit. Das Thema „Was ist echt, was ist falsch“ zieht sich als roter Faden durch das Buch, festgemacht in erster Linie an den berüchtigten Protokollen der Weisen von Zion, die es ja, als Fälschung tatsächlich gegeben hat. „Traue immer nur der Theorie, die du selbst gefälscht hast, traue immer nur dir selbst und dem, was du selbst tust“ könnte der Leitsatz Simoninis sein, wenn da nicht plötzlich ein bestimmter Abbe Dalla Piccola sich in sein Leben drängen würde. Was spannend und interessant klingt, erfüllt leider die Erwartungen nicht. Zu viel von allem wird uns da geboten, zu viele Details, zu viele Nichtigkeiten, die den Fluss der Erzählung brechen, die den Leser irgendwann nur noch langweilen. Es ist, als ob der Autor noch zu sehr im Buch „Die unendliche Liste“ verhaftet gewesen wäre, als er an diesem Roman gearbeitet hat. Was letztlich bleibt, ist ein Gefühl von Geschwätzigkeit und die Frage, ob es sinnvoll war, seine Zeit mit diesem Text zu verbringen.

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Tiefgründig
von Jonas am 08.02.2012

Dieses Buch zeigt auf eindrückliche Art und Weise, die Entstehung von Legenden, welche dann zur Bildung von Vorurteilen beitragen, die zu dementieren kaum mehr möglich ist, nicht einmal wenn sie als Fälschungen bestätigt wurden. Aus Profitgier und Bauchgefühl werden Dokumente erstellt, Lügen erzählt, und die Masse aufs Übelste als Weg... Dieses Buch zeigt auf eindrückliche Art und Weise, die Entstehung von Legenden, welche dann zur Bildung von Vorurteilen beitragen, die zu dementieren kaum mehr möglich ist, nicht einmal wenn sie als Fälschungen bestätigt wurden. Aus Profitgier und Bauchgefühl werden Dokumente erstellt, Lügen erzählt, und die Masse aufs Übelste als Weg zur Macht missbraucht. Geld und Macht sind alles was zählt, auch wenn ganze Völker sterben müssen. Das paradoxe daran ist, dass es niemandem was einbringt. Die durch Intrigen aufgebaute Macht hält nie lange, und wenn doch (so wie bei der Hauptperson, Simonini), so bringt sie nichts als Misstrauen, Angst, Einsamkeit und Persönlichkeitsstörungen hervor. Ein wahnsininiges Buch, welches dies so schön wie kein zweites Werk zeigt. Wenn man nicht wüsste, wie gut Eco sich in die Rollen seiner Charakter einbringen könnte, so müsste man annehmen er selbst vertrete diese Meinungen. Genial recherchiert und in einen Roman umgesetzt. Einzig die Sprache ist manchmal schwierig, zudem muss man ein gewisses Interessen für geschichtliche Zusammenhänge und Ereignisse aufbringen können. Mein Kompliment ist Eco jedenfalls sicher (auch wenn ihm dies egal sein dürfte ;) )

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Würze jede Fälschung mit einem Fünkchen Wahrheit
von einer Kundin/einem Kunden am 05.02.2012

Eco´s neuer Roman ist zweifellos genial, aber er ist, wie immer, keine leichte Lektüre. Eco gelingt eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, wo es von Spionen und Falschinformationen nur so wimmelt. Eigentlich geht es um die Entstehung der Protokolle der Weisen von Zion, die schließlich den Antisemitismus späterer Zeit sehr... Eco´s neuer Roman ist zweifellos genial, aber er ist, wie immer, keine leichte Lektüre. Eco gelingt eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, wo es von Spionen und Falschinformationen nur so wimmelt. Eigentlich geht es um die Entstehung der Protokolle der Weisen von Zion, die schließlich den Antisemitismus späterer Zeit sehr begünstigt haben. Aber Eco packt diese Fälschung in eine so geniale Geschichte, das man immer nur staunen kann. Ein ganz großer Roman, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Großartig!

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Faszinierende Geschichte
von slowfood aus Wachtendonk am 29.01.2012

Ein wenig Kenntnis in europäischer Geschichte schadet nicht, ist aber keine Grundbedingung, da das meiste erklärt wird. Wer Eco beginnt, weiß zumeist vorher, dass es keine leichte Lektüre wird. Wer "Der Name der Rose" nur gesehen, aber nicht gelesen hat, wird da in die Irre geführt. Ein bittere Hintergrundgeschichte in... Ein wenig Kenntnis in europäischer Geschichte schadet nicht, ist aber keine Grundbedingung, da das meiste erklärt wird. Wer Eco beginnt, weiß zumeist vorher, dass es keine leichte Lektüre wird. Wer "Der Name der Rose" nur gesehen, aber nicht gelesen hat, wird da in die Irre geführt. Ein bittere Hintergrundgeschichte in Antisemitismus und der Entsteheung einer einflußreichen Fälschung. Trotz der sehr verwobenen Erzählstränge ein Eco, der letztlich bewältigbar, sprich zu ende lesbar ist. Bei einigen vorherigen steht mir das noch bevor.

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Langweilig? nein, einfach anspruchsvoll!
von einer Kundin/einem Kunden am 06.01.2012

In seinem neuen Roman nähert sich Umberto Eco mehreren spannenden Themenkreisen der Geschichte, die bis heute wichtige kulturelle Rollen spielen. Einerseits bekommen wir tiefen Einblick in die Entwicklung der Psychologie, indem er u.a. Sigmund Freud zu einer Nebenfigur des Romanes macht, der den dazwischenstehenden (fiktiven) Simone Simonini mit dessen... In seinem neuen Roman nähert sich Umberto Eco mehreren spannenden Themenkreisen der Geschichte, die bis heute wichtige kulturelle Rollen spielen. Einerseits bekommen wir tiefen Einblick in die Entwicklung der Psychologie, indem er u.a. Sigmund Freud zu einer Nebenfigur des Romanes macht, der den dazwischenstehenden (fiktiven) Simone Simonini mit dessen ausgeprägtem Antisemitismus verknüpft. Der äusserst abstossende Hauptprotagonist fasziniert auf unheimliche Weise: Der Berufsfälscher (der durch seine Tätigkeit seine eigene Person gefälscht hat) ist hochgebildet, sehr kultiviert und monströs intelligent. Gleichzeitig leidet er unter einer Persönlichkeitsspaltung, der er selbst auf den Grund geht, ist ein fanatischer Juden- und Frauenhasser. Überzeugt davon, dass eine riesige jüdische Weltverschwörung ihren Lauf nimmt, verzettelt er sich immer tiefer in die bis zum Schluss immer teuflischer werdende Handlung, die auch dem Leser viel abfordert. Wie jeder Eco-Roman ist auch der "Friedhof in Prag" ein Buch, dass man nicht mal eben zum Abschalten liest. Es setzt Interesse an kulturhistorischen Zusammenhängen voraus, belohnt aber aufmerksame Leser mit ungeheuer viel Diskussionsstoff und - natürlich - exorbitant viel interdisziplinärem Fachwissen, das nur Eco zueigen ist. Und wie er das einmal mehr in ein einziges Buch packt, ist kaum in Worte zu fassen!

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Verwirrend Genial
von einer Kundin/einem Kunden am 01.11.2011

Eines vorneweg, Umberto Ecos neues Werk ist nicht einfach zu lesen. Wer aber die Mühe nicht scheut, wird mit einem Meisterwerk belohnt. Die Hauptperson Simonini ist ein Menschenfeind durch und durch. Neben Deutschen, Frauen und Freimaurern hasst er ganz besonders die Juden. Seiner Meinung nach streben die Juden nach der... Eines vorneweg, Umberto Ecos neues Werk ist nicht einfach zu lesen. Wer aber die Mühe nicht scheut, wird mit einem Meisterwerk belohnt. Die Hauptperson Simonini ist ein Menschenfeind durch und durch. Neben Deutschen, Frauen und Freimaurern hasst er ganz besonders die Juden. Seiner Meinung nach streben die Juden nach der Weltherrschaft, da er dafür keine Beweise hat, produziert er die Beweise. Typisch für Verschwörungstheoretiker. Auch wenn das ganze an den Haaren herbei gezogen klingt, hat die Geschichte aber eine reelle Vorlage. Was Eco hier als Roman beschreibt ist die Enstehungsgeschichte der "Protokolle der Weisen von Zion", eine Fälschung des russischen Geheimdienstes. Tauchen Sie ein in das Paris des 19. Jahrhunderts.

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Finster, aber gut!
von Helga Rom aus Innsbruck am 31.10.2011

Endlich liefert er wieder ab, der Großmeister der Erzählkunst! Und wie er abliefert - Eco zieht die Leserin wieder ganz hinein, in eine düstere Welt voller Verbrechen, Intrigen, Verschwörungen. Das können andere auch, sagen Sie? Ja klar, aber kein anderer Autor brilliert derart mit seiner Kenntnis der Geschichte. Die... Endlich liefert er wieder ab, der Großmeister der Erzählkunst! Und wie er abliefert - Eco zieht die Leserin wieder ganz hinein, in eine düstere Welt voller Verbrechen, Intrigen, Verschwörungen. Das können andere auch, sagen Sie? Ja klar, aber kein anderer Autor brilliert derart mit seiner Kenntnis der Geschichte. Die Leserinnen dieses Romans genießen Geschichtsunterricht auf höchstem Niveau, verwoben mit einer fiktiven Geschichte, die sich so oder ähnlich zugetragen haben könnte. Ein wunderbares Buch, das mir auch durch seine sinnliche Sprache im Gedächtnis bleiben wird!

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Umberto Eco ist ein Genie!
von einer Kundin/einem Kunden am 25.10.2011

Seit dem Erscheinen dieses Buches ist es schon viel diskutiert worden. Es gibt Leser, die es ein Meisterwerk finden. Andere finden es viel zu weitläufig und meinen, dass der Autor seine Leser mit so viel Geschichte überfordert. Alle sind sich aber einig, dass Umberto Eco ein fabelhafter Erzähler ist,... Seit dem Erscheinen dieses Buches ist es schon viel diskutiert worden. Es gibt Leser, die es ein Meisterwerk finden. Andere finden es viel zu weitläufig und meinen, dass der Autor seine Leser mit so viel Geschichte überfordert. Alle sind sich aber einig, dass Umberto Eco ein fabelhafter Erzähler ist, der wie wenig andere die Sprache so meisterhaft beherrscht. Mir hat Umberto Ecos neue Buch sehr gut gefallen. Natürlich auch wegen seines wunderbaren Erzählstils, der jeden Satz zu einem Lesegenuss macht. Aber auch die Geschichte finde ich gut. Ich habe mich mit Kapitän Simonini und Abt Dalla Piccola köstlich amüsiert. Herrlich, wie sie die Geschichte manipulieren, auf Wunsch sämtlicher Geheimdienste. Wer jetzt noch glauben sollte, dass Politiker auch nur irgendwas zu bestimmen haben, muss wohl sehr gutgläubig sein!

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Unterhaltung auf hohem Level
von einer Kundin/einem Kunden am 22.10.2011

Dieser Roman von Umberto Eco ist nicht für Schnelleser. Viel französisch und italienisch. Die Aufarbeitung der Verschwörungstheorien des 19. Jahrhunderts finde ich ungemein spannend.

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Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts und wie eine Fälschung die Geschichte beeinflußt hat
von einer Kundin/einem Kunden aus Trier am 24.01.2012

Umberto Ecos neuer Roman ist vielleicht auch sein schwerster.Auf 500 Seiten überflutet er den Leser mit historischem Wissen und einem Handlungsstrang der sich erst nach und nach entwirrt .Das heist Geduld haben und weiter lesen.Doch es lohnt sich!Noch nie hatte Eco einen unausstehlicheren erzähler ein Misanthrop, der alles und... Umberto Ecos neuer Roman ist vielleicht auch sein schwerster.Auf 500 Seiten überflutet er den Leser mit historischem Wissen und einem Handlungsstrang der sich erst nach und nach entwirrt .Das heist Geduld haben und weiter lesen.Doch es lohnt sich!Noch nie hatte Eco einen unausstehlicheren erzähler ein Misanthrop, der alles und jeden haßt (vor allem Juden),ein Opportunist und Fälscher (wenn es keine Beweise für eine Behauptung gibt muß man sie eben selbst schaffen) ohne Skrupel.Die ganzen Geschehnisse in die Simonini verwickelt ist (er ist die einzige fiktive Hauptperson in diesem Roman) führen alle zur Enstehung der Protokolle der Weisen von Zion.Gefälschte Protokolle, auf denen im weiteren verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts die Saat des Antisemitismus wachsen konnte.Eco versucht zu erklären wie diese Verschwörungstheorie entstehen konnte und welche zeitgeschichtlichen Zusammenhänge bestanden.

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Schönes, aber nicht einfaches Buch
von Daniel Keck aus Karlsruhe am 17.11.2011

Umberto Ecos neuestes Werk ist alleine optisch schon ein Prachtstück. Die Welt geheimer jüdischer Verschwörungen und freimaurerischer Geheimbünde erfordert aber auf jeden Fall ein nicht zu knappes geschichtliches Hintergrundwissen vom Leser. Für die einen geniale Literatur, für die anderen ein undurchsichtiges Wirrwar. An diesem Buch werden sich sicherlich die... Umberto Ecos neuestes Werk ist alleine optisch schon ein Prachtstück. Die Welt geheimer jüdischer Verschwörungen und freimaurerischer Geheimbünde erfordert aber auf jeden Fall ein nicht zu knappes geschichtliches Hintergrundwissen vom Leser. Für die einen geniale Literatur, für die anderen ein undurchsichtiges Wirrwar. An diesem Buch werden sich sicherlich die Geister scheiden. Für alle Fans okkulter Verschwörungstheorien und Leser mit geschichtlichem Wissen dennoch ein großartiger Roman und ein tolles Geschenk.

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Verschwörungstherien und Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 02.11.2011

Simonini ist ein begnadeter Fälscher und ein Menschenfeind. Er fälscht im Aufrage verschiedensten Dienstherren alles auch mehrmals immer wieder anders. In diesem Buch ist er eine der wenigen nicht verbürgten Figuren. Eco fabuliert hier genial und mischt aufs Angenehmste Geschichte und Fiktion. Während man liest erwacht das 19. Jahrhundert... Simonini ist ein begnadeter Fälscher und ein Menschenfeind. Er fälscht im Aufrage verschiedensten Dienstherren alles auch mehrmals immer wieder anders. In diesem Buch ist er eine der wenigen nicht verbürgten Figuren. Eco fabuliert hier genial und mischt aufs Angenehmste Geschichte und Fiktion. Während man liest erwacht das 19. Jahrhundert in Paris zu neuem Leben. Ich habe öfter mal nachgeschlagen und gestaunt wie gebildet Eco sich hier mal wieder zeigt. Großartig und mit Humor erzählt!

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Eintauchen in unsere Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 15.10.2011

Umberto Eco liefert mit seinem Roman "Der Friedhof in Prag" nicht nur gute Literatur, sondern eine regelrechte Geschichtschronik ab. Der Autor entführt in die mysteriösen Verschwörungen des 19. Jahrhunderts. Eco fordert seinen Leser - ohne ein ausgeprägtes Interesse an unserer Historie ist dieses Werk kaum zu bewältigen. Für den interessierten Leser aber... Umberto Eco liefert mit seinem Roman "Der Friedhof in Prag" nicht nur gute Literatur, sondern eine regelrechte Geschichtschronik ab. Der Autor entführt in die mysteriösen Verschwörungen des 19. Jahrhunderts. Eco fordert seinen Leser - ohne ein ausgeprägtes Interesse an unserer Historie ist dieses Werk kaum zu bewältigen. Für den interessierten Leser aber ein Hochgenuss!

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unübersichtlich - nicht nachprüfbar
von rschimmi aus wendland am 25.01.2012

die unterschiedlichen erzählstränge werden durch den schrifttyp deutlich gemacht, erleichtern aber nicht wirklich. wer kennt sich schon in der geschichte italiens gut aus? wer kann so gut französich, italienisch, latein? hier wären fußnoten oder register im anhang hilfreich. - wahrscheinlich sehr gut recherchiert, leider nicht nachprüfbar. - wer's mag... die unterschiedlichen erzählstränge werden durch den schrifttyp deutlich gemacht, erleichtern aber nicht wirklich. wer kennt sich schon in der geschichte italiens gut aus? wer kann so gut französich, italienisch, latein? hier wären fußnoten oder register im anhang hilfreich. - wahrscheinlich sehr gut recherchiert, leider nicht nachprüfbar. - wer's mag - mag's mögen.

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