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Gesellschaftsspiele

Gesellschaftsspiele

Roman

buch
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Artikeldetails zu Gesellschaftsspiele

AutorLouise Jacobs

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 20,5 cm

  • ISBN-103-940813-17-6
  • ISBN-139783940813176
  • Verlag Fahrenheit Verlag
  • Einbandartgebunden
  • Seiten256
  • VeröffentlichtMai 2009
  • GenreRomane
  • Gewicht451g
  • SpracheDeutsch

Kurzbeschreibung zu Gesellschaftsspiele

Wen der Kunstbetrieb einmal in seinen Klauen hat, den lässt er so schnell nicht wieder los. Um sich voll und ganz auf seine Malerei konzentrieren zu können, zieht sich Leo Becker in sein Atelier im Ruppiner Land zurück. Allein mit sich und seiner Kunst, bereitet er sich auf die Chance seines Lebens vor - eine Ausstellung im Metropolitan Museum von New York. Doch die Berliner Kunstszene und ihre Verlockungen lassen sich nicht auf Dauer fernhalten. Und auch in der Liebe findet Leo keinen Halt. Denn Rahel, seine Frau, hat nicht nur eine Affäre, sondern droht Leo endgültig an den Kunstmarkt zu verkaufen. Verzweifelt wendet sich Leo seiner ehemaligen Geliebten zu. Doch wie soll sich das einst so abrupt zerbrochene Verhältnis wieder herstellen lassen? Zerrissen zwischen den beiden Frauen, zwischen seiner Kunst und den Verheißungen des Ruhms wird Leo zum gehetzten Wild einer Gesellschaft, die keine Gnade kennt. Und die einen Menschen genauso schnell fallen lässt, wie sie ihn zu ihrem Gott erklärt hat ...

Portrait

Louise Jacobs:
Louise Jacobs, geboren 1982, ist Enkeltochter von Walther Jacobs, der nach dem 2. Weltkrieg das Unternehmen Jacobs zum Synonym für Kaffeekultur in Deutschland machte. Sie lebt in der Schweiz und in Berlin.

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30

18.07.2010

„Von Promis und Promiskuität”

von Jost Weiss aus Dinslaken (jost.weiss@freenet.de)
In der Welt Leo Beckers ist es durchaus üblich, der Toilettenfrau einen Zweihunderteuroschein in das wartende Schälchen flattern zu lassen, sich mit Ecstasy in 50-Milligramm-Dosen abzuschießen, um dann unter Zuhilfenahme von Valium wieder sicher zu landen.

In der Welt Leo Beckers ist es ebenso Usus, zu Promi-Meetings am Spreeufer gleich mit fünf Frauen zu erscheinen ("Love potions number one through five") und die "stöckelnde Encourage" (O-Ton Jacobs) großzügig der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Will sagen: ein orgiastisches Tête-à-tête zu siebt (fünf Weiblein und zwei Männlein) in die Wege zu leiten.

Kurzum: In der Welt Leo Beckers herrscht anscheinend Überfluss bis zum Abwinken. Doch der (An-) Schein trügt: Der siebenundreissigjährige Maler Leo Becker befindet sich - trotz aller äusserlichen Attribute - in einer tiefen Schaffens-, Sinn- und Lebenskrise.

Louise Jacobs malt - mal mit feinen Pinselstrichen, mal in orgiastischen Farben - das Portrait einer Gesellschaft, die ihren Überdruss mit Überfluss zu kompensieren versucht. Die Autorin entwirft ein Bild voller leerer Oberflächen und blanker Fassaden. Dabei bedient sie sich zunächst einer knappen und lakonischen Sprache, die im Verlauf der ersten Hälfte des Buches satirische Höhen erklimmt.

Allerdings habe ich ein paarmal mein Großwörterbuch Englisch zu Rate gezogen - um dann schallend zu lachen.

Indes: Der Autorin scheint auf halbem Wege die "Puste" auszugehen. Ein Plot, der vielversprechend beginnt, ufert aus und verläuft letztendlich im Sande. Die anfängliche Euphorie, die der Leser empfunden haben mag, schlägt um in tierische Langeweile. Und so kommt es, dass von den Gesellschaftsspielen nur noch ein müdes "Mensch-ärgere-dich-nicht" übrig bleibt.
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20

07.10.2009

„Künstlerleben”

von Nuigurumi
Louise Jacobs Buch "Gesellschaftsspiele" beginnt mit dem Ende, nämlich mit der Beerdigung von Leo Becker. Und auch auf dem Cover steht schon "Wer hat Leo Becker getötet?". Das hat mich sehr gestört, weil sein Tod am Ende nicht direkt auf irgendetwas zurückzuführen ist, was im Laufe des Romans geschehen ist und weil der Leser von Anfang an weiß, dass es keine "Auflösung" geben wird.

Leo Becker ist ein Maler, der unter starkem Erfolgsdruck steht, da er termingenau für eine Ausstellung in New York mehrere Bilder fertigstellen muss. Gleichzeitig merkt er, wie er und seine Frau Rahel sich immer weiter entfremden und denkt plötzlich immer öfter an seine ehemalige Geliebte Ebba. Aus der Sicht dieser drei Personen wird dann die Zeit vor und während der New Yorker Ausstellung beschrieben, wobei sich alle drei auch an Vergangenes erinnern.

Louise Jacobs schreibt wunderschön - vielleicht zu schön, denn ich habe mich oft nach zwei, drei Seiten dabei ertappt, dass ich überhaupt nicht auf den Inhalt geachtet habe, sondern mich von der Melodie ihrer Sätze habe tragen lassen. Dann habe ich zurückgeblättert und beim Lesen auf den Inhalt geachtet, der mich aber leider etwas gelangweilt hat, wenn die drei Hauptpersonen über ihr Leben und ihre Beziehungen sinniert haben.

Ich habe wenig mit Kunst zu tun und fand die Einblicke in die Kunstszene, die dieses Buch gegeben hat, interessant, aber es war kein Buch, das ich ohne Pause von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen konnte. Oft habe ich angefangen mich zu langweilen und habe das Buch für eine Weile weggelegt. Meine Ausdauer, das Buch bis zum Ende zu lesen, wurde dann auch nicht belohnt, da das Ende, wie oben erwähnt, sehr unbefriedigend war.

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40

30.08.2009

„Der Künstler als Produkt seiner Szene”

von anushka aus Berlin
Leo Becker hat großes Glück. Er ist erfolgreich, begehrt und darf seine Werke im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellen. Doch Leo kann sich nicht freuen. Für ihn bedeutet dieser Auftrag, in neun Monaten zwölf exklusive Bilder produzieren zu müssen; in einer Zeit voller Selbstzweifel, Freiheitsdrang und Ehekrise. Bis zuletzt arbeitet er zwischen Parties, Vernissagen, Alkohol- und Drogenexzessen fieberhaft. Doch scheint es so, als könne er die bestellten Bilder nicht rechtzeitig fertig stellen. Gleichzeitig verabscheut er seinen Galeristen für den Druck, unter den dieser ihn setzt, und seine eigene Ehefrau, von der er sich entfremdet hat und die bei anderen Männern nach Liebe sucht. Immer mehr obsessiert er über die verlorene große Liebe aus früheren Zeiten.

Louise Jacobs hat sich laut Klappentext für ihre Recherchen selbst ein Jahr lang in der Kunstszene bewegt und dieses Hintergrundwissen merkt man dem Roman an und macht ihn authentisch. Man hat nicht das Gefühl, da würde jemand über etwas schreiben, von dem er keine Ahnung hat. Möglicherweise sind die Fachkenntnisse jedoch teilweise überfrachtend und fordern dem Leser entweder einiges an Geduld oder einiges an Interesse und Vorwissen ab. Dies hilft jedoch, sich auf die Geschichte und die Rahmenbedingungen einzulassen. Jacobs scheint sich zudem intensive Gedanken über die Motive von Leos Bildern gemacht zu haben, sodass von diesen nicht abstrakt berichtet wird, sondern sogar winzige Details beschrieben werden. Teilweise distanziert schildert Jacobs die Geschichten und Sichtweisen der einzelnen Charaktere und dieser Stil wirkt wie eine Studie der einzelnen Personen; so wie auch Leo seine Objekte studiert, bevor er sie malt.
Jacobs schildert sehr überzeugend eine an der Oberfläche verhaftete Gesellschaft, die den Künstler nicht mehr als ihr Mitglied, sondern nur noch als ihr Objekt betrachtet, das einen Tag in den Himmel gelobt und den nächsten Tag zu Fall gebracht werden kann, das jahrelang keine weiteren Bilder malen darf, um den Wert der vorangegangen nicht zu schmälern. Leo verkommt zu einem Auftragsmaler, der sich selbst verliert und dies an seiner Umwelt auslässt.
Für den ein oder anderen Leser mag Jacobs Roman zu klischeelastig sein. Ich fand ihn jedoch interessant und eine gelungene (Einzelfall-!)Studie der verschiedenen heutigen Szenen (Kunstszene, Filmszene, Partyszene, etc.) und dem, was sie den Menschen in ihnen antun und was diese nach dem ersten Rausch zu vermissen beginnen. Denn das alles scheint nicht echt zu sein. Dabei muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Jacobs einen Einzelfall schildert und nicht über die gesamte Kunst verallgemeinert. Hätte sie sich zum Anspruch gemacht, ein wahres Bild der heutigen Kunstszenen mit und ohne seine Extremfälle zu schreiben, hätte die Autorin ein Sachbuch geschrieben.
Ich persönlich finde "Gesellschaftsspiele" gut gelungen und konnte - so deprimierend es manchmal war - Leos Leere sehr gut nachfühlen, da der Schreibstil der Autorin sehr eingängig und detailverliebt ist. Zudem bietet die Autorin keine unrealistische Auflösung der Geschichte. Für mich hat sich das Lesen also durchaus gelohnt, wenngleich dieses Buch keines ist, dass sich einfach mal schnell "wegliest".

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30

06.08.2009

„Über einen Künstler, die Kunst und Künstliches”

von Leserin aus Deutschland
Nach der Familienbiographie "Café Heimat" widmet sich Louise Jacobs einem ganz anderen Thema: der Welt der Kunst. Dazu hat sie selbst längere Zeit recherchiert und will ein authentisches Bild vom Leben moderner Künstler vermitteln.
Das Buch beginnt mit der Beerdigung des Künstlers. Dann folgt ein Rückblick auf sein Leben. Leo Becker steht am Zenit seines Künstlerlebens. Eine Bilderserie von ihm soll im Metropolitan Museum in New York ausgestellt werden, gefolgt von einer fünfjährige Schaffenspause, um den Wert seiner Werke zu steigern. Das Verhältnis zu seiner Ehefrau Rahel ist schon lange abgekühlt. Und dann ist das noch Ebba, seine alte Liebe aus längst vergangenen Tagen, an die Leo allzu oft denken muss…

„Das ist alles ein großes Missverständnis, ich bin Maler, kein Geschäftsmann, der nebenbei Kunst macht.“ sagt Leo auf Seite 46.

Die absurde Idee der „künstlichen Verknappung“, die totale Kommerzialisierung macht ihm schwer zu schaffen, er fühlt sich fremdbestimmt. Hinzu kommen Eheprobleme, gelegentliche Drogenexzesse und sein Jähzorn. Statt seinen Erfolg zu genießen, versinkt er in Depressionen, fühlt sich einsam und unverstanden. Deshalb sucht er die Nähe zu Ebba, die für die Freiheit vor seinem Ruhm steht. Doch Ebba hat sich längst ein Leben ohne ihn aufgebaut. Außerdem genießt Leo seinen Ruhm und das Geld auch. Rahel, seine Ehefrau ist auch einsam und unglücklich, fürchtet das Ende des Ehe und sehnt es gleichzeitig herbei. Über dem ganzen Buch hängt eine dunkelgraue Wolke der Melancholie. Die Handlung plätschert undramatisch dahin, das Ende ist aus dem Untertitel und ersten Kapitel schon bekannt.

Auf der einen Seite fand ich den Einblick in eine sehr kommerzielle Welt der Kunst interessant. Auf der anderen Seite wirkte vieles konstruiert und künstlich. Die Machtspiele waren nicht "subtil", wie es der Klappentext ankündigte, sondern offensichtlich und nervig. Mag sein, dass Drogen in bestimmten Kreisen dazugehören, doch mit den seitenlangen Beschreibungen von Leos Drogenexzessen konnte ich nichts anfangen. Auch die kursiv gesetzten Einschübe störten mich eher. Nur wenige dieser Gedanken wirkten leicht und philosophisch, die meisten aufgesetzt und künstlich. Künstlich fand ich auch die Gestaltung von Rahel und Ebba, die allzu gegensätzliche Typen darstellen sollen, die beide nach der Liebe Leos streb(t)en.

Weder Titel noch Untertitel passen zum Inhalt. Leo und jene, die Geld mit ihm verdienen wollen, nehmen die ganze Sache sehr ernst. Ermordet wurde er auch nicht, weder von „der Gesellschaft“, noch von seinem eigenen Streben nach Ruhm oder sonst irgend jemand.

Ein interessantes Buch, das trotz der nur 249 Seiten gewisse Längen hat.

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40

15.06.2009

„Zweifelnder Künstler in Nöten...”

von Penelopia aus Koblenz
Leo Becker, der erfolgreiche Maler, sucht seinen Platz in der Welt der Kunst. Obwohl er alles hat - Erfolg, Anerkennung, Geld, fragt er sich, welchen Sinn die Malerei für ihn hat. Ihm geht es nur darum, sich über die Kunst auszudrücken. Er fühlt sich unverstanden und merkt, daß es inzwischen gar nicht mehr um seine Bilder, sondern um seinen Namen, seine „Marke“ geht. Immer mehr gerät er unter Druck: einerseits ist da der Auftrag für die so wichtige Ausstellung im Met-Museum in New-York, andererseits die Beziehung zu seiner Frau Rahel, die ihn betrügt. Außerdem geht ihm seine ehemalige Lebensgefährtin Ebba nicht aus dem Sinn, die „seine Sprache“ spricht.
Extra für diesen Auftrag hat er sich aus der Großstadt Berlin aufs Land zurückgezogen und versucht dort, Abstand und die nötige Ruhe zu gewinnen, um die bestellten Bilder zu malen, zu „produzieren“, die ihm inzwischen mehr Frust als Freude bereiten.
Wie soll es weitergehen – will er weiterhin mit seiner Frau zusammenbleiben, deren Portrait er nicht fertigstellen kann, da ihm der Bezug zu ihr und ihrem Seelenleben verlorengegangen ist, oder will er die Beziehung zu seiner ehemaligen Lebensgefährtin Ebba wieder aufleben lassen? Fragen, die Leo schier überwältigen, überfordern. Sie machen ihn fast handlungsunfähig, seine Kunst stockt, seine Selbstzweifel werden immer größer. Er fühlt sich wie „eine goldene Spinne, Teil des Netzes und doch darin gefangen“. Gleichzeitig muss er feststellen, daß nicht er alleine die Fäden seiner Zukunft in der Hand hält, denn schließlich muss er sich den Gesellschaftszwängen unterwerfen, sich Interviews stellen, Ausstellungen besuchen, allzeit gute Mine (zum bösen Spiel?) machen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich es schade fand, den Ausgang des Buches bereits am Anfang im Prolog zu erfahren – das hätte ich mir doch gerne als große Überraschung bis zum Schluss aufgehoben... Obwohl es keine wirklichen Höhen und Tiefen vorweisen kann, lässt es sich flüssig lesen und vermittelt einen Eindruck, wie es in der Welt der Kunst zugeht... Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen, Einiges über die Welt und Nöte eines Künstlers erfahren und bin für die Lesedauer ein wenig in die Welt der Malerei eingetaucht...

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40

21.05.2009

„Teufelskreis”

von Toschi3 aus Königswinter
Das Buch beschreibt das Leben eines Künstlers und zweier mit ihm verbundenen Frauen. Nach den Angaben im Umschlag hat die Autorin lange in der Künstlerszene recherchiert. Ich kann zwar nicht beurteilen, ob die Darstellungen im Buch dieser Szene entsprechen, kann es mir aber sehr gut vorstellen.
Leo und die beiden Frauen befinden sich in einem Teufelskreis. Sie sind nicht mehr sie selbst, werden durch andere zu dem gemacht, was sie nie werden wollten, und kommen doch nicht mehr aus der Situation heraus.
Das Buch ist spannend geschrieben, aus den jeweiligen Blickwinkeln der 3 Hauptpersonen. Die Sprachwahl ist flüssig und sehr gut zu lesen, tatsächlich bin ich am Ende des Buches erstaunt, wie schnell es vorbei war. Das Buch lässt nicht mehr los, es treibt voran und hält die Spannung aufrecht.

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40

21.05.2009

„Die Gesetze der Kunstwelt”

von stjerneskud aus Stuttgart
Leo Becker steht unmittelbar vor dem Höhepunkt seiner Karriere. Für eine Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum soll er 12 neue Bilder malen. Dafür stehen im 9 Monate zur Verfügung und er zieht sich in sein Atelier im Ruppiner Land zurück um fristgerecht liefern zu können. Dem Druck und den Anforderungen kann er kaum Stand halten und Leo fühlt sich mehr denn je in seinem künstlerischen Schaffen eingeschränkt. Von seiner Frau Rahel entfernt er sich immer mehr und sie ist schließlich nur noch dafür da ihm den Rücken frei zu halten, seine Termine zu koordinieren und das Geschäftliche abzuwickeln. Ist Leo stark genug sich von den Ketten zu befreien und sein Leben nach seinen Wünschen zu leben?

Es ist der erste Roman, den ich von Louise Jacobs gelesen habe und ich tue mich schwer damit ein eindeutiges Urteil zu fällen. Im Großen und Ganzen hat er mir gut gefallen, nur lässt er ein Gefühl davon zurück, dass etwas fehlt um von ihm richtig angetan sein zu können. Nach dem Prolog hatte ich richtiggehend Lust darauf das Buch zu lesen und auch der Satz „Wer hat Leo Becker getötet?“ auf dem Umschlag machte mich neugierig auf die Geschichte. Man denkt sich ja wer weiß was, aber leider wird das Ende dem nicht gerecht und der Umstand des Todes ist deshalb umso enttäuschender. Auch bei dem Titel „Gesellschaftsspiele“ weiß man nicht so recht auf was man sich eigentlich einlässt.

Der Schreibstil hat mich überrascht und ich hatte nicht erwartet immer mal wieder wunderschöne Sätze zu lesen zu bekommen. Auch so war die Geschichte richtig gut geschrieben – dicht, intensiv und detailreich. Nichtsdestotrotz reichte meine Vorstellungskraft nicht für die Gemälde aus und ich hätte sie mir zu gerne einmal angesehen. Immer mal wieder versank ich in der Geschichte und folgte ihr gebannt. Nur die kursiv gesetzten Absätze konnte ich nicht richtig zuordnen – wurden sie gesagt oder von jemandem gedacht, sollten sie als Zitate herhalten oder zum Nachdenken anregen? Die Details des medizinischen Befundes nach dem Unfall machten einen unpassenden Eindruck auf mich. Überhaupt ist das Ende wenig befriedigend und ein anderer Abgang aus dem Leben hätte besser zu Leo gepasst.

Als ich das Buch für eine Weile aus den Händen legte um etwas zu erledigen, ließ mich die Geschichte zunächst nicht los und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir. Ich dachte über das Gelesene – über die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Partnerschaft/Ehe, welche Ziele im Leben man sich setzt, an was man festhalten sollte und was man besser loslässt. Außerdem wurden die Punkte aufgezählt, weshalb ich mir niemals als Künstlerin meinen Lebensunterhalt verdienen wollen würde.

Mir ist unklar was mit der Geschichte bezweckt werden soll – soll bloß Leos Leben erzählt und ein zeitgenössisches Abbild der Kunstwelt gezeichnet werden oder soll Kritik daran geübt werden. Deshalb fällt es mir auch schwer ein klares Für oder Wider für den Roman auszusprechen, um ihn weiterempfehlen zu können.

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40

21.05.2009

„Gesellschaftsspiele”

von Manuela Hahn/tigercat666
Leo Becker ist ein angesagter Maler,der eigentlich gar nicht angesagt sein möchte, viel lieber würde er in Ruhe seine Kunst ausprobieren, sich weiterentwickeln, Neues schaffen. Nur das geht nicht, er *Muss* 12 Bilder für eine Ausstellung in New York, malen, er *Muss* seinen Galeristen und seine Käufer bedienen.

Der Roman erzählt uns die letzten Lebensmonate Leo Beckers, der dem Druck , Auftragsbilder zu schaffen nicht gewachsen ist, er zweifelt an sich selbst und an seiner Kunst, keines seiner Bilder scheint in seinen Augen perfekt zu sein, diesem Druck begegnet er mit Drogen und Alkohol, dieses Problem ist aber nur hintergründig, viel schwerwiegender sind seine Eheprobleme mit Rahel. Beide verbindet nur noch die Arbeit, nicht mal ein Gemälde von ihr kann er fertig stellen, es bleibt Gesichtslos, es bedarf aber erst der Begegnung mit Ebba, einer früheren Geliebten, damit Leo sich eingesteht das er sich von Rahel trennen will. Aber ich glaube, nicht einmal Ebba wird von Leo geliebt, mir kommt da der Spruch *die Kirschen in Nachbars Garten* in den Sinn, man will immer das, was man nicht haben kann.Sie inspiriert ihn nur zu neuen Arbeiten.

Je länger ich über das Buch nachdenke, desto mehr drängt sich mir der Gedanke auf, das sich Rahel und Leo, nie geliebt haben, sie brauchten einander, Rahel mit ihrer Schönheit war Inspiration für Leo, sie war seine Muse und als sie ihm nichts mehr geben konnte, war auch ihr Beziehung beendet.

Rahel, die vor der Begegnung mit Leo, einen einfachen unbedeutenden Bürojob hatte, wurde in seiner Gegenwart beachtet und hofiert, sie selber stellte sich ja im Laufe der Zeit immer öfter die Frage, ob sie um ihrer Selbst willen gemocht wird oder nur Mittel zum Zweck war, um an den großen Leo Becker heranzukommen.

Einzig Ebba, scheint zu begreifen, das eine Zukunft mit Leo nicht möglich ist, und sie beendet die Neuaflage ihrer Beziehung, bevor sie richtig beginnt.

Das Buch ist schön geschrieben, es erklärt mir das Kunst unter Druck unter Handwerk ist, aber ist es das was die Autorin mir nahebringen wollte? Wollte sie mir als Leser überhaupt etwas nahebringen oder wollte sie mir nur eine Geschichte erzählen ? Ich gebe dem Buch 4 Sterne weil es mich dazu gebracht hat darüber nachzudenken.

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10

20.05.2009

„Nichtssagend und undurchsichtig”

von Nicole W. aus Brakel
Leo Becker ist ein angesehner und erfolgreicher Künstler. Er will anders sein, verachtet die Gesellschaft und die Normalität. Irgendwie scheint er sich für etwas besseres zu halten. Die Welt dreht sich nur um ihn. Jedenfalls verlangt er dies. Er wirkt sehr unsympathisch und das hält sich das ganze Buch über. Seiner Frau gegenüber tritt er sehr unnahbar, verschlossen und egoistisch auf. Er lässt sich allerdings auch zu sehr in das Klischee eines Künstlers drängen. Auf der einen Seite will er den Erfolg, auf der anderen Seite ist er nicht wirklich bereit dafür Kompromisse einzugehen und wenn, dann ist er mit diesen nicht glücklich.
Leos Frau Rahel ist nicht weniger unsympathisch als Leo selbst. Sie wünscht sich mehr zu sein als sie ist. Sie will nicht nur die Frau des Künstlers sein, sondern eine eigenständige Persönlichkeit. Aber dafür hat sie einfach nicht das nötige Selbstbewusstsein. Auch Finn, ihre Affäre, ist keine wirklich sympathische Figur. Er handelt einfach so, wie es die Gesellschaft verlangt.
Und dann ist da auch noch Ebba. Die ehemalige Freundin von Leo. Sie ist die einzige, die in diesem Buch zumindest ein wenig Sympathie mit sich bringt. Allerdings sind auch ihre wenigen beschriebenen Gefühle und Gedanken zu wirr.

Insgesamt ist die Geschichte recht nichtssagend und undurchsichtig. Ja, die Gesellschaft spielt. Mit sich selbst. Und die Gesellschaft erwartet, sie manipuliert. Ob das gut oder schlecht ist, das liegt wohl immer im Auge des Betrachters.

Jacobs Schreibstil hat mich an einigen Stellen ein wenig angeödet. Viele Wiederholungen und lange Ausführungen ermüden einen.
Auch, dass das Ende bereits zu Beginn im Prolog mitgeteilt wird und dass darauf aber keine wirklich tolle Erkenntnis kommt, kein Aha-Effekt, nichts. Das hat mich ziemlich enttäuscht.
Auf dem Cover steht die Frage "Wer hat Leo Becker getötet?". Tja. Meiner Ansicht nach bleibt diese Frage ungeklärt. Alles auf die Gesellschaft an sich zu schieben ist wohl ein wenig zu einfach und unreflektiert.

Insgesamt hat mir das Buch nicht gefallen und ich hatte mehrmals mit dem Gedanken gespielt es abzubrechen. Da es aber eh nur so kurz war mit seinen knappen 250 Seiten und ich immer noch auf eine Erkenntnis gehofft hatte, habe ich mich doch durchgequält.

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20

18.05.2009

„Wie starb Leo Becker?”

von hrafnaklukka aus Rüthen
Die Geschichte handelt von dem Menschen und der „Marke“ Leo Becker. Direkt im Prolog werden wir mit seiner Beerdigung konfrontiert, an der die zwei Frauen in seinem Leben teilnehmen - seine Ehefrau Rahel und seine Jugendliebe Ebba. Das Buch handelt von den letzten Monaten des Malers, der früher auch mal Musiker war, die Musik aber zugunsten der Malerei aufgegeben hat. Leo und Rahel führen eine – mehr oder weniger- offene Beziehung, in der beide ihre Freiheiten haben, doch langsam verwischt der schmale Grat zwischen Freiheit und Gleichgültigkeit, um die Ehe der beiden steht es nicht gut. Zudem steht der Maler noch unter großem Leistungsdruck – für eine große Ausstellung in New York muß er 12 Bilder in 9 Monaten malen. Je mehr er erreicht, um so unzufriedener ist er und um so komplizierter wird sein Leben. Nach einem Drogenexzess, der im Krankenhaus endet, nimmt er Kontakt zu seiner Jugendliebe Ebba auf und versucht, in die Realität zurück zu finden.

Das Buch ist nicht schlecht geschrieben und leicht zu lesen – packen konnte es mich aber dennoch nicht. Die Autorin hat zwar ein Faible für Details, dafür fehlt dem Buch aber leider die Tiefe. Die Personen sind sehr oberflächlich gezeichnet, die Hauptfigur Leo Becker ist egoistisch, egozentrisch und durchweg unsympathisch. Zu reich und zu profan sind die Menschen, als das ich mich hätte mit ihnen identifizieren können. Zu fremd ist dafür die Welt, um die es sich dabei dreht, zu künstlich und zu schön, als das ich mich hätte einfühlen können. Kein gängisches Klischee über die Kunstszene wird ausgelassen – Drogen, Sex und Schaffenskrisen. Gut gefallen hat mir die Analogie des Gesichtslosen Porträt, das zum Symbol für Leos Gefühle gegenüber Rahel wird und ein Auslöser für ihren Rückzug. Im Gegenzug dazu versucht er mit allen Mitteln, Ebba zu überreden für ihn Modell zu stehen. Das eigentliche Ende, das mit dem Prolog vorweg genommen wurde, ist für meinen Geschmack etwas zu einfach gehalten. Fazit: ein Buch, das man zwischendurch mal lesen kann, ein Muss ist es allerdings nicht.

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20

18.05.2009

„Das Spiel des (Künstler) Lebens”

von Avathea
Gesellschaftsspiele handelt von Leo Becker, einem Maler, der kurz vor einer großen Kunstausstellung in New York steht und dem Selbstzweifel quälen. Er kommt mit seinen Bildern nicht voran und ist unzufrieden mit sich und seinem Leben. Er schottet sich auf dem Land ab und hat wenig Kontakt zu seiner Frau Rahel, die ihn auch noch betrügt. Immer häufiger kreisen seine Gedanken um Ebba, einer alten Liebe, bei der er sich mehr Verständnis für seine Bedürfnisse und Ängste erhofft, als von Rahel, die mehr an seinem Erfolg und Ruhm intressiert zu sein scheint. Nebenbei werden die typischen Klischees, die um Künstler kreisen, aufgezeigt, wie z.B. Drogenkonsum, Sex und die schon erwähnten Selbstzweifel, die in einer Lebenskrise enden können.

Dieser Gesellschaftsroman von Louise Jacobs konnte mich so gar nicht überzeugen. Auch als nicht stark interessierter Kunstmensch, habe ich mir doch etwas mehr von diesem Buch versprochen. Die Protagonisten konnten bei mir keinerlei Sympathien wecken und blieben zum großen Teil arg an der Oberfläche. Was ich von Leo Becker halten soll, weiß ich überhaupt nicht. Dargestellt wird er als eine egoistische Person, die nur mit sich selbst beschäftigt ist, im Selbstmitleid ertrinkt und den Gefühlen der anderen Menschen um ihn herum keinerlei Beachtung schenkt. Rahel und Ebba in seiner Gesellschaft können einem eigentlich nur leid tun.

Für mich ein dünner und stark oberflächlicher Roman, der durch seine stellenweise poetischen Anmerkungen, die (Künstler) Geschichte um das Künstlerleben auch nicht lesenswerter macht.

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20

15.05.2009

„Schadhafter Erfolg”

von schnegg72 aus Nürnberg
Endlich ist der lang ersehnte Erfolg für Leo Becker da. Aber will er dafür auch den Preis bezahlen? Will er nun Bilder malen oder produzieren? Ist er Mensch oder Maschine?
Leo zweifelt eigentlich an allem: seiner Ehe, seiner alten Liebe, seiner Berufung, sich selbst und seinem ganzen Leben. Ist es wirklich das, was er will? Und wenn nicht, gibt es einen Ausweg?
Die Beschreibung des Kunstszene und der darin verwickelten Personen war mit zur flach und oberflächlich. Oder sollte genau dieser Eindruck entstehen? Ist diese Szene eventuell genau so und diese Geschichte nur ihr Spiegelbild?
Mein Fazit: Ein Buch, durch das ich mit ziemlich "durchbeißen" mußte, da es nicht sehr fesselnd geschrieben ist und somit schnell langwierig werden kann. Leos Tod als Prolog hat dem Buch den Rest der eventuell vorhandenen Spannung komplett genommen.

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20

13.05.2009

„Wie starb Leo Becker?”

von hrafnaklukka aus Rüthen
Das Buch „Gesellschaftsspiele“ hatte als Leseprobe keinen besonders guten Eindruck bei mir hinterlassen. Leider konnte ich die Meinung nicht revidieren. Die ganze konfuse Situation hat sich zwar aufgeklärt , denn in der Leseprobe war keine Seitenzahl angegeben, es handelte sich dabei um zwei ganz verschiedene Textstellen (die Seiten 85 bis104 und dann direkt ohne den entsprechenden Hinweis weiter auf von Seite 150 bis 156), die so nicht im unmittelbaren Zusammenhang standen.

Die Geschichte handelt von dem Menschen und der „Marke“ Leo Becker. Direkt im Prolog werden wir mit seiner Beerdigung konfrontiert, an der die zwei Frauen in seinem Leben teilnehmen - seine Ehefrau Rahel und seine Jugendliebe Ebba. Das Buch handelt von den letzten Monaten des Malers, der früher auch mal Musiker war, die Musik aber zugunsten der Malerei aufgegeben hat. Leo und Rahel führen eine – mehr oder weniger- offene Beziehung, in der beide ihre Freiheiten haben, doch langsam verwischt der schmale Grat zwischen Freiheit und Gleichgültigkeit, um die Ehe der beiden steht es nicht gut. Zudem steht der Maler noch unter großem Leistungsdruck – für eine große Ausstellung in New York muß er 12 Bilder in 9 Monaten malen. Je mehr er erreicht, um so unzufriedener ist er und um so komplizierter wird sein Leben. Nach einem Drogenexzess, der im Krankenhaus endet, nimmt er Kontakt zu seiner Jugendliebe Ebba auf und versucht, in die Realität zurück zu finden.

Das Buch ist nicht schlecht geschrieben und leicht zu lesen – packen konnte es mich aber dennoch nicht. Die Autorin hat zwar ein Faible für Details, dafür fehlt dem Buch aber leider die Tiefe. Die Personen sind sehr oberflächlich gezeichnet, die Hauptfigur Leo Becker ist egoistisch, egozentrisch und durchweg unsympathisch. Zu reich und zu profan sind die Menschen, als das ich mich hätte mit ihnen identifizieren können. Zu fremd ist dafür die Welt, um die es sich dabei dreht, zu künstlich und zu schön, als das ich mich hätte einfühlen können. Kein gängisches Klischee über die Kunstszene wird ausgelassen – Drogen, Sex und Schaffenskrisen. Gut gefallen hat mir die Analogie des Gesichtslosen Porträt, das zum Symbol für Leos Gefühle gegenüber Rahel wird und ein Auslöser für ihren Rückzug. Im Gegenzug dazu versucht er mit allen Mitteln, Ebba zu überreden für ihn Modell zu stehen. Das eigentliche Ende, das mit dem Prolog vorweg genommen wurde, ist für meinen Geschmack etwas zu einfach gehalten. Fazit: ein Buch, das man zwischendurch mal lesen kann, ein Muss ist es allerdings nicht.

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