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Der Gedankenleser

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Artikeldetails zu Der Gedankenleser

  • ISBN-103-641-04832-X
  • EAN9783641048327
  • Veröffentlicht08.2010
  • Heyne
  • EinbandartEPUB

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Leseprobe aus Der Gedankenleser

"11 (S. 72-73)
Mein erster Tag in der Redaktion war die Hölle. In vielerlei Hinsicht. In den Wochen nach meinem Unfall hatte ich mich völlig aus der Welt der Nachrichten verabschiedet. Ich wusste zwar grob, was auf den Kontinenten passiert war, aber damit hörte es auch schon auf. Und so saß ich während unserer Neun-Uhr-Konferenz schweigend am Tisch und verspürte ein ähnliches Gefühl wie früher in der Schule, wenn ich meine Hausaufgaben nicht gemacht hatte.
Der Vergleich hinkt etwas, da mir ja keine Arbeit nach Hause geschickt worden war, die es zu erledigen gegolten hätte. Aber zum Selbstverständnis eines jeden Journalisten gehört, dass er auch während des Urlaubs oder einer Erkrankung die Zeitung liest, politische Sendungen im Fernsehen oder im Radio verfolgt, sich schlichtweg auf dem Laufenden hält. Genau das jedoch hatte ich nicht getan, und so saß ich angespannt in der Runde und hatte Angst wie ein Pennäler, dass mein Versäumnis auffliegen könnte. Zwar bemühte ich mich um eine wissende und professionelle Mimik, aber ich war mir keinesfalls sicher, ob meine Tarnung ausreichen würde. Ich hatte zudem keine Ahnung, worüber die Kollegen so engagiert debattierten - und im Grunde war es mir auch egal.
Es ging um einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, um irgendwelche Äußerungen des Außenministers während einer Asienreise, die siebenhundertfünfzigste EU-Krise, um einen Geheimdienstskandal und die gestiegenen Milchpreise. Wie fern mir das alles lag und mit wie viel Widerwillen ich zuhörte! Gleichzeitig überkam mich Panik, denn ich würde ja nun so schnell wie möglich all meine Wissenslücken auffüllen müssen, um wieder normal arbeiten zu können. Aber dazu fehlte mir jeglicher Antrieb. Meine berufsbedingte Neugierde war fast auf den Nullpunkt gesunken.
Wie sollte ich das alles schaffen? Neben dieser Angst, meiner grundsätzlichen Unsicherheit und dem Missbehagen, überhaupt wieder im Büro sein zu müssen, war ich einem ständigen Bombardement von Gedanken oder Gedankenfetzen ausgesetzt, sowohl während der Konferenz als auch in den darauffolgenden Arbeitsstunden. Ich hatte das Gefühl, verrückt zu werden. So viele Informationen musste ich verarbeiten, so viel Fremdes und Absonderliches bekam ich zu hören.
Dabei galt es, akribisch aufzupassen, denn ich durfte ja nur auf das wirklich Gesprochene reagieren, niemals auf das, was ich über die Stimme wahrnahm. Den ganzen Tag lang versuchte ich, meinen Kollegen auszuweichen und sie auf Abstand zu halten, was aber in der Betriebsamkeit des Großraumbüros unserer Redaktion kaum möglich war. Schon an diesem ersten Arbeitstag brach eine weitere Welt für mich zusammen. Ich hörte Gedanken von meinen beiden besten Kollegen, die mich fassungslos machten. Isabelle und Lars kannte ich schon über zehn Jahre. Isabelle war eine unserer Redaktionssekretärinnen, und Lars arbeitete wie ich als Redakteur."

Kurzbeschreibung zu Der Gedankenleser

Die Ehrlichen und Aufrichtigen sind so selten wie Diamanten
Arne hat eine liebevolle Frau, ein schönes Haus, einen guten Job - sein Leben scheint perfekt. Doch ein Moment verändert alles. Arne wird vom Blitz getroffen. Als er aus der Bewusstlosigkeit erwacht, kann er die Gedanken anderer Menschen hören. Seine Frau hat ihn nie geliebt, seine Freunde machen sich über ihn lustig, sein Chef verachtet ihn. Arnes Existenz stürzt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Kurzerhand lässt er alles hinter sich und begibt sich auf die Suche nach dem richtigen Leben.
Der siebenundvierzigjährige Journalist Arne Stahl wird bei einem Gewitter auf offenem Feld vom Blitz getroffen. Er überlebt, doch als er im Krankenhaus wieder zu sich kommt, hört er plötzlich die Gedanken anderer Menschen. Um nicht als geisteskrank zu gelten, erzählt er niemandem von dieser Fähigkeit. Nicht einmal seiner Frau Anna. Aus deren Gedanken erfährt er aber Erschütterndes. Sie hat ihn nie geliebt und nie begehrt, im Gegenteil: Sie findet ihn langweilig und abstoßend. Auch die Arbeitskollegen entpuppen sich fast alle als Lügner und Heuchler, und sein ehemals bester Freund trägt ein erschütterndes Geheimnis in sich. Arnes Menschenbild zerbricht, und er empfindet seine »Gabe« zunehmend als Fluch. Er erkennt: Die Ehrlichen und Aufrichtigen sind selten wie Diamanten. Kurzerhand beschließt Arne, alles, was ihm früher wichtig war, hinter sich zu lassen und seinem Leben eine völlig neue Richtung zu geben.
Jürgen Domian blickt in seinem neuen Roman tief in die Abgründe der menschlichen Seele.

Bewertung unserer Kunden zu Der Gedankenleser

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50

26.03.2013

„Super...”

von Silke aus Erfurt (silke_ruhmannseder@web.de) Top-10 Rezensent Top 10 Rezensent
Der Gedankenleser

Dies ist das zweite Buch, dass ich von Jürgen Domian gelesen habe und ich bin wieder völlig in den Bahn des Buches gezogen worden. Seine Bücher regen voll zum Nachdenken an und ich habe mich während des Lesens oft gefragt: „Ist das möglich?“ und „Was wäre wenn…?“


Kurzbeschreibung:

Die Ehrlichen und Aufrichtigen sind so selten wie Diamanten
Arne hat eine liebevolle Frau, ein schönes Haus, einen guten Job - sein Leben scheint perfekt. Doch ein Moment verändert alles. Arne wird vom Blitz getroffen. Als er aus der Bewusstlosigkeit erwacht, kann er die Gedanken anderer Menschen hören. Seine Frau hat ihn nie geliebt, seine Freunde machen sich über ihn lustig, sein Chef verachtet ihn. Arnes Existenz stürzt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Kurzerhand lässt er alles hinter sich und begibt sich auf die Suche nach dem richtigen Leben.
Der siebenundvierzigjährige Journalist Arne Stahl wird bei einem Gewitter auf offenem Feld vom Blitz getroffen. Er überlebt, doch als er im Krankenhaus wieder zu sich kommt, hört er plötzlich die Gedanken anderer Menschen. Um nicht als geisteskrank zu gelten, erzählt er niemandem von dieser Fähigkeit. Nicht einmal seiner Frau Anna. Aus deren Gedanken erfährt er aber Erschütterndes. Sie hat ihn nie geliebt und nie begehrt, im Gegenteil: Sie findet ihn langweilig und abstoßend. Auch die Arbeitskollegen entpuppen sich fast alle als Lügner und Heuchler, und sein ehemals bester Freund trägt ein erschütterndes Geheimnis in sich. Arnes Menschenbild zerbricht, und er empfindet seine »Gabe« zunehmend als Fluch. Er erkennt: Die Ehrlichen und Aufrichtigen sind selten wie Diamanten. Kurzerhand beschließt Arne, alles, was ihm früher wichtig war, hinter sich zu lassen und seinem Leben eine völlig neue Richtung zu geben.
Jürgen Domian blickt in seinem neuen Roman tief in die Abgründe der menschlichen Seele.


Ich freue mich schon auf das nächste Buch das ich von ihm lesen werde.

Viel Spaß beim lesen!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

30

22.11.2011

„der gedankenleser”

von Karin Schrempf-Güttinger
der titel vielversprechend, der beginn spannend und veranlasst zum schnellen weiterlesen, dann doch etwas erlahmend, jedoch gute schilderungen. das ende ja absehbar. rückblickend jedoch toll geschrieben und zum nachdenken anregend

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

30

22.11.2011

„Der Gedankenleser”

von Karin Schrempf-Güttinger
vom Titel war ich begeistert, der Anfang war klasse... dann hat es sich etwas verloren, jedoch sehr gute Schilderungen, Rückblickend ein gutes Buch, das zum Nachdenken anregt

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

28.07.2011

„Tolles Buch von Jürgen Domian - bitte mehr!”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Durch sein erstes Buch "Der Tag, an dem die Sonne verschwand" wurde er gleich zu einem meiner Lieblingsautoren und ich habe mich mächtig über diesen zweiten Roman von ihm gefreut. Herr Domian schreibt unheimlich gut. Und jetzt gibt es dieses Buch auch als eBook.

Stellen Sie sich vor, Sie werden von einem Blitz getroffen und können seitdem die Gedanken Ihrer Mitmenschen hören. Von Ihrem Chef, Ihrer Frau, Ihres besten Freundes....Kann nicht gut ausgehen?

Sie haben recht.

Nur zu empfehlen!!!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

40

10.03.2011

„Fluch oder Gabe?”

von einer Kundin oder einem Kunden
Als Arne nach einem Blitzschlag wieder zu sich kommt, hört er seltsame Stimmen. Diese Stimmen entpuppen sich bald als Gedanken, Gedanken seiner Mitmenschen. So kommen Dinge ans Tageslicht, die er nicht für möglich gehalten hat, und die ihn zunächst tief erschüttern. Sein Leben droht daran zu zerbrechen.
Kurzerhand lässt er alles hinter sich und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Leben.

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