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Name:
Apicula Top 100 Rezensent
Ort:
Apiculis
Rezensionen:
582 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 700

nicht hilfreich: 512

Rang:
36
Über mich:

hab neuerdings ein eigenes virtuelles Zuhause: Apiculis ! Das Ganze nennt sich BLOG tut freilich genau so dringend wenig Not - - - wie Sie sich das denken können.

Apiculas Rezensionen

40

22.11.2009

„Bildgewaltige Haiku Poesie, eingebettet in charmant-spannender Liebesgeschichte, besticht durch Einzigartigkeit”

Klingt doch nach poetischer, anrührender Liebesgeschichte?, dachte ich, nach Lektüre des Klappentextes. Ist es zum Glück nicht. Zumindest nicht das mit der schmalzigen Rührung. Vielmehr projizieren einige der erwähnten Haiku glasklare Bilder vors Auge. Das sind die erhabenen Momente die ich mir tatsächlich von dem Buch erwartet habe.
Andere sind von ernüchternder Wirklichkeit: Großstadtsmog, bis hin zur melancholisch getrübten Einsicht der Vergänglichkeit, dem Sterben nämlich.

Doch worum geht's?
Bilodo, ein neugieriger Postbote aus Montreal, der in einer Art eigener Welt lebt, öffnet - ehe er sie zustellt - Briefe. Eine von den vielen Korrespondenzen die er mitliest ist die von Ségolène aus Guadeloupe, die an einen gewissen Grandpré schreibt. Seltsam wenig Worte, vielmehr kleine Gedichte, die aus lediglich drei Zeilen bestehen, findet er dabei vor. Allerdings vermögen diese wenigen Zeilen wahre Bilderfluten in ihm auszulösen. Er sammelt Ségolènes Gedichte wie einen kostbaren Schatz!
Es soll noch eine Weile dauern, ehe Bilodo in einer Zeitung per Zufall über ein "Samstags-Haiku" stolpert. Endlich wird er gewahr, um welche Form der Poesie es sich bei diesen Dreizeilern handelt:
"HAIKU oder HAIKAI, das (japan. Begriff).-
Klassische japanische Gedichtform aus drei Zeil-
ern, von denen die erste und dritte aus jeweils
Fünf und die zweite aus sieben Silben besteht."

Er ist bezaubert von dieser magischen Poesie und den Bildern die daraus entstehen. Und er ist sehr verliebt in die Schöne Ségolène, von der er mittlerweile sogar ein Bild erhascht hat.
Als ob das Schicksal das alles so gewollt hätte, verläuft dann die weitere Geschichte. Grandpre verunglückt tödlich - Bilodo, in einem Moment als seine Verzweiflung am größten ist, da die Korrespondenz mit seiner Angebeteten Ségolène abgerissen ist, nimmt dessen Identität an.
Eine wahre Reizüberflutung an Korrespondenz zwischen den Beiden beginnt. Hier muss man beim Lesen innehalten und sich regelrecht zwingen nicht weiter zu hasten.
Nicht ganz beiseite gelassen wird das tatsächlich stattfindende Leben um Bilodo, denn seine Veränderung nehmen auch seine Freunde wahr. Daraus entstehen unschöne Konflikte.
An diesen Stellen - insbesondere, weil ein großer Teil von Bilodos Leben in einem Restaurant stattfindend geschildert wird, - also an diesen Stellen erinnert das alles ein wenig an die FABELHAFTE WELT DER AMELIE: Der kauzige eigenbrötlerische Bilodo, der die schöne Kunst der Kalligraphie ausübt. Eine (unglücklich) in ihn verliebte Bedienung. Freunde, die Bilodo - sie nennen ihn Libido - aufziehen, lächerlich machen. --- Das erwähne ich, um auszurdücken in welcher Form das Gesamtkonzept von SIENZEHN SILBEN EWIGKEIT einen eigentümlichen, aber eben nicht völlig unbekannten Charme verbreitet.

Als Leser bin ich gespannt wie ein Drahtseil, wie das mit den beiden wohl ausgehen mag? - Kitsch oder kunstvoll gewobene Dramatik?
Der Autor bedient sich eines geschickten Kunstgriffs und setzt uns ein aus der Feder Grandpres stammendes Haiku, wie eine klare Fotografie, vors Auge...

Abseits der Normalität in der man lebt - damit meine ich auch all die gewöhnlichen Bücher die man so liest - ist der Ausflug in diese neue und somit außergewöhnlichen Form der Korrespondenz, gepaart mit einer Liebes-Fern-Beziehung zweier sich körperlich Unbekannter, eine echte Abwechslung.

40

01.10.2008

„Empfehlung für Fans von Büchern wie "PS. Ich liebe Dich"”

Hörbuch-Rezension SEHEN WIR UNS MORGEN? (Alice Kuipers), gelesen von Josefine Preuß und Anna Stieblich
1 CD im Pappcase mit Kunststoff-Tray | Ungekürzte Lesung | 76 Minuten | erschienen bei ARGON Hörbuch

Ehrlich gesagt mich hat der Titel gelockt. "Ein ganz besonderes Hörbuch", - das klingt doch so, als ob man's gehört haben muss. - Enttäuscht war ich nicht, doch so GANZ besonders empfand ich den Zettel-Dialog zwischen Mutter und Tochter auch wieder nicht. Damit nehme ich das Fazit gleich vorweg. Eine willkommene Abwechslung in Sachen Hörbuch ist "Sehen wir uns morgen?", auf jeden Fall. Das Hörbuch wird perfekt eingelesen von den Schauspielerinnen Josefine Preuß - sie spricht den Teil der Tochter, Claire - und Anna Stieblich, die den Teil der Mutter spricht. Das kommt richtig gut an, strotzt zunächst nur so von Witz - und berührt schließlich in den nachdenklichen Phasen der Beziehung der beiden.
Mutter und Tochter sehen sich anscheinend kaum und führen einen Zettel-Dialog, der sich zunächst mit Alltagskram befasst und irgendwann etwas tiefer geht. Als nämlich Claires Mutter einen Knoten in der Brust entdeckt ...
Die Idee die Buchvorlage auf diese Art umzusetzen hat mir sehr gut gefallen. Der zugrunde liegende Stoff, eine Mutter-/ Tochter - Beziehung in Briefform aufzuarbeiten ist eine spezielle Idee, kratzt jedoch sehr an der Oberfläche dessen was ich mir als erfahrener Mensch vorstelle, das sich wohl in solchen Situationen zwischen zwei eng miteinander verbundenen Menschen abspielen mag. - Wer das Buch "PS. Ich liebe Dich mochte", dürfte sich einen Tick mehr für den Stoff begeistern können.

Tipp: Im Zweifelsfall gibt es hier Hörproben. Einfach 'mal reinhören. ;-)

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Hörbuch- /Hörspielbewertung:
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Inhalt: *** | Sprecher: ***** | Hardware: ***** | Preis/ Leistung: ****
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auf meiner persönlichen Horchlatte: ****
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