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Name:
Apicula Top 100 Rezensent
Ort:
Apiculis
Rezensionen:
582 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 700

nicht hilfreich: 512

Rang:
36
Über mich:

hab neuerdings ein eigenes virtuelles Zuhause: Apiculis ! Das Ganze nennt sich BLOG tut freilich genau so dringend wenig Not - - - wie Sie sich das denken können.

Apiculas Rezensionen

30

22.11.2009

„Brief (Empfehlung) an einen Psychothrillerfan”

Lieber Psychothriller-Fan,

ich habe doch vor zwei Jahren eine Empfehlung für DIE THERAPIE, einen Psychothriller von Sebastian Fitzek, geschrieben. Der Thriller - und Fitzek war damals ja noch absolut unbekannt als Autor - war ruckzuck ein Bestseller; und ist es noch! Genauso dann AMOKSPIEL und DAS KIND.
Nun wissen wir also bereits alle, dass Sebastian Fitzek ein Garant für Hochspannung ist und wir, als Fans des hintersinnigen komplexen Psychothrillers, der uns gerne auf falsche Spuren führen darf und soll, und so bin ich gespannt an den SEELENBRECHER herangegangen.

So ganz schlau aus der Art, wie der Thriller daherkommt, wurde ich anfangs nicht. Es handelt sich immerhin um eine Art Experiment, an der ich - gemeinsam mit den zwei Studenten in Geldnot -, als Leser unbewusst teilnehme. Dabei wird einem schon anfangs klar, dass es mit der Örtlichkeit wo das Experiment stattfindet und dem Professor, der es veranstaltet etwas auf sich hat. Aber viel Zeit exakt darüber nachzudenken bleibt einem nicht, denn die Akte die wir da vorgesetzt bekommen liest sich sauber und flott dahin, wirkt tatsächlich Spannung steigernd wie nix Gutes --- doch Notizen habe ich mir dabei ehrlich gesagt nicht gemacht. Mitgedacht und gerätselt habe ich aber doch - und kam nicht ansatzweise auf die Lösung, die uns am Ende präsentiert wurde.
Daraus schließe ich - gemessen an bisherigen Reaktionen - dass ich als Leserin völlig versagt habe und unterdurchschnittlich intelligent bin. Das ist einerseits bitter, andererseits blieb mir so wenigstens die Spannung erhalten...
Emotional mitreißend ist der stückweise Gewinn an Erinnerungen des Protagonisten namens Caspar schon ein klein wenig, doch oftmals ärgert man sich über die Filmreifen Fehler, die von ihm und allen die gegen den SEELENBRECHER ankämpfen, gemacht werden.
Der Überraschungseffekt von wegen Motiv und so war mir am Ende zu undurchschaubar, zu über-konstruiert. Sei's drum. Spätestens auf Seite 3xx (ich verrate nix Exaktes!), als ich eine Notfalladresse vorfand, hab ich mich ordentlich gegruselt; und trotzdem fett geschmunzelt. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Auch die Internet-Seite mit dem ALZNER-Experiment war eine tolle Idee und man konnte herrlich miträtseln dort. (Insofern ein interaktives und nachhaltiges Lese-Zusatz-Vergnügen.)

Empfehlen kann man den SEELENBRECHER allen, die bereits DIE THERAPIE sehr gut fanden - warum das so ist verrate ich nicht im Detail. Aber erwartet hab ich mir von diesem Thriller wohl einen Tick zu viel.

Bis dann mal wieder!
A.

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30

22.11.2009

„So viel Rummel ... und - ähh - worum eigentlich?”

Bis 75% des Inhalts war ja noch alles okay; das heißt, alles nach bewährtem Dan Brown - Rezept. Aber am Ende blieb so gut wie nix. Sehr komisch bis unbefriedigend. Vielleicht hab ich was nicht kapiert aber die Brisanz des Themas - es geht um Freimaurerei und den Mythos um ein bestimmtes Symbol (=Wort) - habe ich irgendwie nicht gepeilt. Ging vollkommen an mir vorüber, wozu der ganze Rummel veranstaltet wurde.
Und zu Robert Langdon die Kritik: Als Hauptperson in Dan Browns Bestsellern bleibt der Kerl blasser als ein Grottenolm auf Südseeurlaub.

Tja, zum Hörbuch:
Es wurde großartig eingelesen von Wolfgang Pampel. Das versöhnt mich. Das ist ein bisschen so, als ob mir Indiana Jones den "neuen Dan Brown" vorliest. Man muss nämlich wissen, dass Wolfgang Pampel die Synchronstimme von Harrison Ford ist.
Die Hörbuch-Version von "Das verlorene Symbol" enthält 7 CDs (im stabilen, bewährtem Pappschuber) - wobei eine CD interessantes Bonusmaterial enthält. Auch das ein kleiner Trost.

Den Fans dieses Mystik-Thriller-Genre würde ich empfehlen das Buch zu lesen. Kann mir vorstellen, dass die Hörbuchversion an einigen Ecken gekürzt wurde. (Was nicht als Kritik aufzufassen ist.) 8 Stunden zuhören reicht vollkommen bei diesem Thriller. Mehr wäre dann auch zuviel.

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Hier ein paar Einzelheiten zu dem Zusatzmaterial auf CD 7:
... Interview mit Dan Brown. Er erzählt von seiner Faszination über die Verschlüsselung von Geheimwissen in Kunstwerken. Geheimgesellschaften und Religion(en) haben es ihm angetan. Es gehört viel Mystisches zur katholischen Religion, das ist was Dan Brown hervorhebt.
Auch über die Bedeutung des "Heiligen Grals" in der Katholischen Kirche (was er ja in SAKRILEG / DA VINCI CODE) verarbeitet hat, erzählt Brown.
Brown erklärt auch, dass er seinen Held, Robert Langdon, so gebastelt hat, wie er gerne sein würde.
Eine kurze Erklärung zu der Organisation "Opus Dei" gibt Brown - vor allen Dingen weil der Bösewicht in SAKRILEG ja ein Mitglied dieser Organisation ist.

... "Anmerkungen zu Dan Browns Ausflug in die Welt der amerikanischen Freimaurer" von Henrik Eberle, gelesen von Christoph Wortberg:
Je nun. Ein zuweilen eher trockener Ausflug in die Freimaurerei - in Amerika. Informativ auf jeden Fall.

... Hörbuchmusik (SAKRILEG) von Andy Matern. (Finde ich als Zusatzmaterial bei einem Hörbuch eher unpassend.)

... Hörprobe: "Sixtinische Verschwörung", von Philipp Vandenberg, gelesen von Joachim Kerzel.
Hierzu fällt mir ein. Passen Sie auf, und lassen Sie sich von der zugegeben noch recht interessanten "Probe" nicht einlullen. Dieses Hörbuch ist in etwa so spannend wie das Telefonbuch vom Vatikan. Es sei denn, Sie möchten sich dieses Telefonbuch von Joachim Kerzel vorlesen lassen. Aber auch der hatte nicht seinen besten Tag beim Einlesen - so mein Eindruck.

50

22.11.2009

„Lchen liebt und entliebt wieder. Da staune ich als Fortgeschrittene sogar noch.”

Conny Lubek rockt wieder. Man, das ist fast schon wieder schade, dass ich "Entlieben für Fortgeschrittene" so schnell weggelesen habe.
Ich bin kein ausgesprochener Fan von Liebeskummer-Lektüre und/ oder "ChickLit", aber was hier abgeht ist einfach zu köstlich. Conny Lubek schreibt (autobiographisch ist das Erlebte noch dazu) in einem herrlich locker flockigem Ton über ihre Aufs und Abs im Liebes(KUMMER)leben. Es ist erstaunlich bis erheiternd einiges wieder zu erkennen was "frau" selbst mitgemacht hat. Das war in ihrem ersten Buch schon so bemerkenswert; dass alles so unkonstruiert, witzig, spontan und vor allen Dingen glaubhaft daherkommt.
Und das Beste: Als Leserin fühlt man sich nicht als Voyeurin, weidet sich nicht am (Liebes)Kummer von Lchen; das ist nämlich gar nicht möglich, weil Lchen in so bezaubernd selbstironischem Ton über sich und ihre Abenteuer berichtet, dass man keine Zeit hat sie zu bedauern.
Dreh- und Angelpunkt von Lchens Liebesleben/ - kummer ist diesmal Dick-"Lass uns gemeinsam auf die Toliette gehen", der Holländer, den die Leserinnen sicher noch aus dem ersten Buch (ANLEITUNG ZUM ENTLIEBEN) in Erinnerung haben.
Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass eine Fortsetzung so gut klappen könnte, bin aber bis über beide Ohren begeistert. Toll gemacht, Frau Lubek! Hut ab. Da drücke ich die Daumen, dass Ihnen möglichst bald mal wieder so was Unterhaltsames einfällt. Notfalls bin ich ja auch auf das Buch mit den zehn oder 30 besten Buchanfängen (;-) ) gespannt. [Kleiner Insider ... wer's gelesen hat, wird es verstehen.]

Erschweremd kommt himzu, dass Lchen moch eimem bestem Kumpel hat - umd das bim ich: Curd Rock. Umd glaube mir, liebe Leserim. Mir wirst Du micht widerstehem kömmem. Meim Amteil am Buch ist sowieso viel viel vieeeeeeeel schömer. Weil ich bim mit Bilders vertretem. Mit viele schöme Bilder. Warem ja auch viele schöme Erlebmisse diesmal wieder. - Lasst euch überraschem Mädels!

Also darf ich nun auch noch was sagen, ja?
Apicula meint:
Noch nie war ich als Leserin mit einem so fetten Schmunzeln bei einer so dramatischen Entliebungen mit von der Partie.

50

22.11.2009

„Lchen liebt und entliebt wieder. Da staune ich als Fortgeschrittene sogar noch”

Conny Lubek rockt wieder. Man, das ist fast schon wieder schade, dass ich ENTLIEBEN FÜR FORTGESCHRITTENE so schnell weggelesen habe.
Ich bin kein ausgesprochener Fan von Liebeskummer-Lektüre und/ oder "ChickLit", aber was hier abgeht ist einfach zu köstlich. Conny Lubek schreibt (autobiographisch ist das Erlebte noch dazu) in einem herrlich locker flockigem Ton über ihre Aufs und Abs im Liebes(KUMMER)leben. Es ist erstaunlich bis erheiternd einiges wieder zu erkennen was "frau" selbst mitgemacht hat. Das war in ihrem ersten Buch schon so bemerkenswert; dass alles so unkonstruiert, witzig, spontan und vor allen Dingen glaubhaft daherkommt.
Und das Beste: Als Leserin fühlt man sich nicht als Voyeurin, weidet sich nicht am (Liebes)Kummer von Lchen; das ist nämlich gar nicht möglich, weil Lchen in so bezaubernd selbstironischem Ton über sich und ihre Abenteuer berichtet, dass man keine Zeit hat sie zu bedauern.
Dreh- und Angelpunkt von Lchens Liebesleben/ - kummer ist diesmal Dick-"Lass uns gemeinsam auf die Toliette gehen", der Holländer, den die Leserinnen sicher noch aus dem ersten Buch (ANLEITUNG ZUM ENTLIEBEN) in Erinnerung haben.
Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass eine Fortsetzung so gut klappen könnte, bin aber bis über beide Ohren begeistert. Toll gemacht, Frau Lubek! Hut ab. Da drücke ich die Daumen, dass Ihnen möglichst bald mal wieder so was Unterhaltsames einfällt. Notfalls bin ich ja auch auf das Buch mit den zehn oder 30 besten Buchanfängen (;-) ) gespannt. [Kleiner Insider ... wer's gelesen hat, wird es verstehen.]

Erschweremd kommt himzu, dass Lchen moch eimem bestem Kumpel hat - umd das bim ich: Curd Rock. Umd glaube mir, liebe Leserim. Mir wirst Du micht widerstehem kömmem. Meim Amteil am Buch ist sowieso viel viel vieeeeeeeel schömer. Weil ich bim mit Bilders vertretem. Mit viele schöme Bilder. Warem ja auch viele schöme Erlebmisse diesmal wieder. - Lasst euch überraschem Mädels!

Also darf ich nun auch noch was sagen, ja?
Apicula meint:
Noch nie war ich als Leserin mit einem so fetten Schmunzeln bei einer so dramatischen Entliebungen mit von der Partie.

40

22.11.2009

„TABU ENTWIRRE. - Eines von vielen Anagrammen, gebildet aus WINTERTAUBER”

In einem abgelegenen Schweizer Dorf lebt Simon Tanner, ein ehemaliger Kommissar. Ein freundlicher, bisweilen nachdenklicher Typ. Spaziergänge sind ihm erst in jüngster Zeit zum geschätzten Zeitvertreib geworden und hin und wieder schaut er im Krämerladen bei Solange und Solene vorbei. Zwillingsschwestern. Ihr Laden wird dann auch schnell zur Neuigkeiten-Austauschzentrale, als es im Dorf ungewöhnliche Vorkommnisse gibt. Die beiden könnte man, neben einer anderen Dame namens Solveig, die ebenfalls aus heiterem Himmel in Tanners Leben purzelt und seinen Hormonhaushalt in noch größerem Maße als die Zwillinge sogar, über den Haufen wirft, als Exoten bezeichnen. Nicht e i n Solitär, sondern gleich d r e i - die die Langeweile in der Libido des Ex-Kommissars der Vergangenheit anheim stellen.

Das Dorf mitsamt seinen Bewohnern muss man sich als sumpfig-nebeligen Kessel vorstellen, in den vor etlichen Jahren ein ordentlicher Spritzer Gift gemengt wurde ... das nun langsam zu wirken beginnt. Irgendjemand hat offenbar schreckliche Rachegelüste und will das Dorf, oder gar nur bestimmte Bewohner? - bestrafen; macht zumindest mit einigen mystisch anmutenden Aktionen - mit Katzenblut gemalte Zeichen auf einigen Türen im Dorf - auf sich aufmerksam. Außerdem verschwindet ein Jugendlicher spurlos - und das war noch nicht einmal das End' vom Lied.
Der Unbekannte hat die Rechnung jedoch ohne den erfahrenen Simon Tanner und seinen Freund, den Noch-immer Kommissar, Serge Michel, gemacht. Die beiden kommen dem Ausmaß der Vergiftung langsam auf die Spur. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, das eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre - wäre da nicht der Fehler gewesen, mit dem alles begann...

Eine herrliche zuweilen ins Französisch eingefärbte Sprache, deren der Autor sich bedient. Anführungszeichen-freie Dialoge die das Lesen ungemein erleichtern. Ein Seiltanz des Protagonisten zwischen Resignation nach einem Verlust jedoch auch neu aufkeimender Lebenslust. Nachvollziehbar geschildert, auch die Klassenunterschiede, die in einem kleinen Dörfchen das Miteinander belasten und beeinträchtigen. - Insgesamt ein duster-melancholischer Eindruck der über blieb.
Mir ist sogar ausdrücklich danach, Urs Schaub für das behagliche und durchweg spannende Leseerlebnis zu danken. Kein herkömmliches Krimilesefutter, das hiermit präsentiert, jedoch bei weitem nicht so Mystisch, wie der Umschlagtext versprechen mag.

SPEZIELL ... empfehlenswert für Leute, die sich an nebeligen Herbsttagen gerne zurückziehen und in eine neue, zugegeben spezielle, sehr verschwiegen wirkende Welt, eintauchen möchten. Und dabei noch einen Kriminalfall präsentiert bekommen.