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Name:
Thomas Zörner Top 100 Rezensent
Ort:
Lentia
Rezensionen:
936 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 310

nicht hilfreich: 347

Rang:
16
Über mich:

bin da.

Thomas Zörners Rezensionen

50

16.01.2012

„Immer noch abrechnend”

Wenn man sich auf die Suche nach den besten Actionfilmen aller Zeiten macht, oder auch den besten Fortsetzungen, taucht in der Schnittmenge dieser zwei ein Film immer auf: Terminator 2. Kaum ein anderer Film definiert so klar, wie ein Sequel auszusehen hat. Die Effekte: ausgereifter. Die Action: berauschender. Die Story: interessanter. Und das obwohl bereits Teil 1 reichlich Anklang fand bei Kritikern, und Publikum. Der aus "Terminator" bekannte T-800 kehrt zurück. Hatte er in Teil 1 noch den Auftrag John Connor zu töten, der in der Zukunft die Rebellion der Menschen gegen die Machinen anführen und sogar entscheiden soll, so muss er den Jungen diesmal vor einer noch größeren Gefahr beschützen, dem T-1000. Dieser viel weiter entwickeltere Terminator ist noch unaufhaltbarer, als sein Vorgängermodell, denn er besteht aus Flüssigmetall, was heißt er kann sich beliebig verformen, und nicht nur seine Gestalt verändern, sondern auch seine Gliedmaßen zu tödlichen Waffen werden lassen. Kann der T-800 diese Killermaschine stoppen, und John Connor retten, damit die Menschheit vor einer dunklen Zukunft bewahrt bleibt? Das Zeitreiseparadoxon mal außen vorgelassen, hat die Terminator Serie immer noch eine recht clevere, und von menschlichen Konflikten durchzogene Story. Wie soll ein Jugendlicher darauf reagieren zu erfahren, dass er der Messias der Zukunft ist? Ist diese Zukunft tatsächlich vorher bestimmt, oder kann man sie ändern? Dies keine neue Fragen im Sci-Fi Genre, so werden sie doch spannend aufbearbeitet. Aber in erster Linie ist "Terminator 2" ein Actionfilm, und ein hervorragender noch dazu. In seinem Erscheinungsjahr 1991 setzte der Film Maßstäbe in Sachen Krachbumm und Effekten. Genannt sei nur die Verfolgungsjagd in die ein Motorrad und ein Sattelschlepper verwickelt sind. Wenn man sich vor Augen führt, dass damals mit CGI noch nicht so viel zu bewerkstelligen war wie heute, wird diese gleich noch beeindruckender. Und dann ist da natürlich der T-1000, nicht nur einer der coolsten Filmbösewichte, sondern eine Meisterleistung der Tricktechnik. Sein sich verändernder Körper, und seine Flüssigmetallgestalt sehen auch heute noch, immerhin 20 Jahre später, fantastisch aus. Auf schauspielerischer Seite darf man zunächst einen alten Bekannten begrüßen, nämlich Arnold Schwarzenegger. Die Rolle des schweigsamen T-800 ist ihm immer noch auf den Leib geschrieben, denn er darf wie ein Muskelberg aussehen, und muss dabei wenig sprechen, nur Präsenz haben, und das hat der Steirer nun mal. Wer aber trotzdem ein bisschen Lachen möchte, der schaue sich den Film auf Englisch an, herrlich. Auch Linda Hammilton ist abermals dabei und Edward Furlong, dessen Karriere danach aber eine reichlich unschöne Richtung einschlug. "Terminator 2" ist ein Nonplusultra in Sachen Actionfilm, und Fortsetzung.

50

16.01.2012

„Immer noch abrechnend”

Wenn man sich auf die Suche nach den besten Actionfilmen aller Zeiten macht, oder auch den besten Fortsetzungen, taucht in der Schnittmenge dieser zwei ein Film immer auf: Terminator 2. Kaum ein anderer Film definiert so klar, wie ein Sequel auszusehen hat. Die Effekte: ausgereifter. Die Action: berauschender. Die Story: interessanter. Und das obwohl bereits Teil 1 reichlich Anklang fand bei Kritikern, und Publikum. Der aus "Terminator" bekannte T-800 kehrt zurück. Hatte er in Teil 1 noch den Auftrag John Connor zu töten, der in der Zukunft die Rebellion der Menschen gegen die Machinen anführen und sogar entscheiden soll, so muss er den Jungen diesmal vor einer noch größeren Gefahr beschützen, dem T-1000. Dieser viel weiter entwickeltere Terminator ist noch unaufhaltbarer, als sein Vorgängermodell, denn er besteht aus Flüssigmetall, was heißt er kann sich beliebig verformen, und nicht nur seine Gestalt verändern, sondern auch seine Gliedmaßen zu tödlichen Waffen werden lassen. Kann der T-800 diese Killermaschine stoppen, und John Connor retten, damit die Menschheit vor einer dunklen Zukunft bewahrt bleibt? Das Zeitreiseparadoxon mal außen vorgelassen, hat die Terminator Serie immer noch eine recht clevere, und von menschlichen Konflikten durchzogene Story. Wie soll ein Jugendlicher darauf reagieren zu erfahren, dass er der Messias der Zukunft ist? Ist diese Zukunft tatsächlich vorher bestimmt, oder kann man sie ändern? Dies keine neue Fragen im Sci-Fi Genre, so werden sie doch spannend aufbearbeitet. Aber in erster Linie ist "Terminator 2" ein Actionfilm, und ein hervorragender noch dazu. In seinem Erscheinungsjahr 1991 setzte der Film Maßstäbe in Sachen Krachbumm und Effekten. Genannt sei nur die Verfolgungsjagd in die ein Motorrad und ein Sattelschlepper verwickelt sind. Wenn man sich vor Augen führt, dass damals mit CGI noch nicht so viel zu bewerkstelligen war wie heute, wird diese gleich noch beeindruckender. Und dann ist da natürlich der T-1000, nicht nur einer der coolsten Filmbösewichte, sondern eine Meisterleistung der Tricktechnik. Sein sich verändernder Körper, und seine Flüssigmetallgestalt sehen auch heute noch, immerhin 20 Jahre später, fantastisch aus. Auf schauspielerischer Seite darf man zunächst einen alten Bekannten begrüßen, nämlich Arnold Schwarzenegger. Die Rolle des schweigsamen T-800 ist ihm immer noch auf den Leib geschrieben, denn er darf wie ein Muskelberg aussehen, und muss dabei wenig sprechen, nur Präsenz haben, und das hat der Steirer nun mal. Wer aber trotzdem ein bisschen Lachen möchte, der schaue sich den Film auf Englisch an, herrlich. Auch Linda Hammilton ist abermals dabei und Edward Furlong, dessen Karriere danach aber eine reichlich unschöne Richtung einschlug. "Terminator 2" ist ein Nonplusultra in Sachen Actionfilm, und Fortsetzung.

40

16.01.2012

„Green Of”

Green Day sind einen weiten Weg gegangen. Einst die kalifornischen Spaß Punks, inklusive dem entsprechenden Bandnamen (Ein Green Day ist ein Tag an dem man nur rumhängt und sich bekifft). Heute ist das Trio eine angesehen Institution in Sachen Punkmusik, und haben vor allem die Spaßattitüde eher zu einer politischen abgewandt. So gelang ihnen das große Comeback mit „American Idiot“, ein Album das schonungslos mit dem amerikanischen System aufräumt, und auch das folgende „21 Century Breakdown“ war stark politisiert. Wer sich nun eine Übersicht über die Zeit vor diesem Anti Bush Doppelschlag machen will, der kommt an diesem Best Of kaum vorbei. Da beginnt es wirklich ganz vorne, in den Anfangstagen mit „Maria“ und „Poprocks & Coke“, Lieder, die noch nichts von dem haben, was Green Day heute ausmacht. Natürlich sind die ersten Hits enthalten, wie das tolle „Welcome to Paradies“, „When I Come Around“, und das unumgängliche „Basket Case“, der erste richtig große Hit der Band. Außerdem das vom Godzilla Soundtrack bekannte „Brain Stew“ mit dem simpelsten, aber hypnotischsten Riff, das ich je gehört habe. Gegen Ende zeigt sich außerdem die Wandlung, die Green Day schon vor „American Idiot“ durchmachten. „Hitchin’ A Ride“ zeigt bereits einen wesentlich durchdachteren Songaufbau als vieles zuvor, und „Good Riddance (Time of your Life)“ als erste große Ballade, ist inzwischen zum Klassiker avanciert. Aber das ganz besondere Schmankerl wartet gegen Ende in Form von „Warning“ und besonders „Waiting“. „Waiting“ ist ein so perfekter Song, wie ihn Green Day später kaum noch hinbekommen haben. Die Harmonien, die Melodie, der Aufbau, dies ist eine ganz besondere Perle. All jenen Jungfans, die sich auf den Konzerten der Kalifornier fragen, was denn das nun für ein Song war, wenn es mal nicht eine Nummer von „American Idiot“, oder „21 Century Breakdown“ ist, sei diese Compilation wärmstens empfohlen.

50

16.01.2012

„Throw away your Television”

Gerne sagt man bei Bands über alles, was über eine CD hinaus geht, das sei nur für Fans. Das trifft wahrscheinlich auch auf „An Oral and Visual History“ zu, aber ich will den Satz trotzdem weg lassen. Die Red Hot Chili Peppers haben bis heute eine turbulente Geschichte hinter sich. Zu Zeiten der Gründung spielte man eine ungestüme Fusion von Funk und Punk, die besonders bei den Underground Fans großen Anklang fand. Dann verstarb, viel zu früh, Gitarist Hillel Slovak an seinem Drogenkonsum, ein Problem, dass auch weitere Bandmitglieder noch in Zukunft verfolgen sollte, und man holte sich schlussendlich John Frusciante an Board. Mit ihm fand man zur Melodie, und zum Mainstreamerfolg, in Form des Albums „Blood Sugar Sex Magik“. Den Erfolg nicht verkraftend stürzte sich auch Frusciante in seine Drogensucht, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte. Währenddessen nahm der Rest der Truppe mit der Unterstützung von Neogitarrero Dave Navarro „One Hot Minute“ auf, ein Album, das die Fans spaltete. Man entschloss schließlich, dass es nur mit Frusciante weiter gehe könnte, und dieser kehrte clean und fulminant zurück mit „Californication“, dem erfolgreichsten Album der Peppers bis dato. Ihm folgt noch „By The Way“, und „Stadium Arcadium“. Dieser Geschichte widmet sich dieser Bild- und Textband, und sogar noch Frusciantes abermaligem Ausstieg, dem Josh Klinghoffer an der Gitarre folgte. Verfasst, bzw. komponiert von Brendan Mullen, einem engen Freund und erstem Unterstützer der Band, der kurz vor Beginn der Aufnahmen zum neuesten Album „I’m with you“ verstarb, und dem der Song „Brendan’s Death Song“ gewidmet ist, ergibt „An Oral and Visual History“ ein Fest für alle Liebhaber der Band. Das Buch setzt sich zusammen aus reichlich Fotografien, von den Anfangstagen, bis zur Neuzeit, und Zitaten der jeweiligen Mitglieder zu entsprechenden Ereignissen. So wird das Leben auf Tour beleuchtet, die Probleme, die die Band hatte, die CDs und einzelne Songs, und ein besonderes Kapitel widmet sich der Freundschaft von Anthony Kiedis und Flea, dem Herzstück der Band. „An Oral and Visual History“ ist ein wunderschön gestalteter Band, mit Einblicken in das Schaffen der Red Hot Chili Peppers, die man bisher nicht hatte.

50

16.01.2012

„Throw away your Television”

Gerne sagt man bei Bands über alles, was über eine CD hinaus geht, das sei nur für Fans. Das trifft wahrscheinlich auch auf „An Oral and Visual History“ zu, aber ich will den Satz trotzdem weg lassen. Die Red Hot Chili Peppers haben bis heute eine turbulente Geschichte hinter sich. Zu Zeiten der Gründung spielte man eine ungestüme Fusion von Funk und Punk, die besonders bei den Underground Fans großen Anklang fand. Dann verstarb, viel zu früh, Gitarist Hillel Slovak an seinem Drogenkonsum, ein Problem, dass auch weitere Bandmitglieder noch in Zukunft verfolgen sollte, und man holte sich schlussendlich John Frusciante an Board. Mit ihm fand man zur Melodie, und zum Mainstreamerfolg, in Form des Albums „Blood Sugar Sex Magik“. Den Erfolg nicht verkraftend stürzte sich auch Frusciante in seine Drogensucht, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte. Währenddessen nahm der Rest der Truppe mit der Unterstützung von Neogitarrero Dave Navarro „One Hot Minute“ auf, ein Album, das die Fans spaltete. Man entschloss schließlich, dass es nur mit Frusciante weiter gehe könnte, und dieser kehrte clean und fulminant zurück mit „Californication“, dem erfolgreichsten Album der Peppers bis dato. Ihm folgt noch „By The Way“, und „Stadium Arcadium“. Dieser Geschichte widmet sich dieser Bild- und Textband, und sogar noch Frusciantes abermaligem Ausstieg, dem Josh Klinghoffer an der Gitarre folgte. Verfasst, bzw. komponiert von Brendan Mullen, einem engen Freund und erstem Unterstützer der Band, der kurz vor Beginn der Aufnahmen zum neuesten Album „I’m with you“ verstarb, und dem der Song „Brendan’s Death Song“ gewidmet ist, ergibt „An Oral and Visual History“ ein Fest für alle Liebhaber der Band. Das Buch setzt sich zusammen aus reichlich Fotografien, von den Anfangstagen, bis zur Neuzeit, und Zitaten der jeweiligen Mitglieder zu entsprechenden Ereignissen. So wird das Leben auf Tour beleuchtet, die Probleme, die die Band hatte, die CDs und einzelne Songs, und ein besonderes Kapitel widmet sich der Freundschaft von Anthony Kiedis und Flea, dem Herzstück der Band. „An Oral and Visual History“ ist ein wunderschön gestalteter Band, mit Einblicken in das Schaffen der Red Hot Chili Peppers, die man bisher nicht hatte.

40

16.01.2012

„Träumende Kürbisse”

Nachdem Nirvana den großen Grungetrend losgetreten hatten, ohne das wirklich zu wollen, warfen Plattenfirmen den Alternative Bands die Plattenverträge regelrecht nach, immerhin war Rock jetzt wieder massentauglich, und damit ließ sich ja richtig Kohle machen. Die Smashing Pumpkins hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vertrag, und auch ein Album aufgenommen. Nun lastete der Druck aber entsprechend schwer auf der Truppe, nachdem „Nevermind“ die Musikwelt erobert hatte. Den Druck steigerte Mastermind Billy Corgan aber selbst noch, der sich extrem hohe Ziele setzte, allerdings vor allem in künstlerischer Sicht, auf den finanziellen Erfolg hofften vor allem die Labels. Hinzu kam, dass Corgan eine Schreibblockade plagte, und das Bandgefüge teils heiß lief, da der Gitarist und Sänger die Gruppe mit eiserner Hand führte, und einzig und allein für den Output verantwortlich war. Erstaunlich, dass „Siamese Dream“ trotzdem so gut gelungen ist. Das erste Stück „Cherub Rock“ rockt nicht nur entsprechend, sondern ist für alle Effektgerätfanatiker ein Paradebeispiel dafür, wie ein Big Muff, ein legendärer Verzerrer, zu klingen hat. Besser kann man kaum einsteigen. Das folgende „Quite“ besticht mit einem enorm groovenden Riff, allerdings geht der Nummer gegen Ende etwas die Puste aus. Die geht Corgan nie aus. Dessen Gesang ist es auch, der die Hörerschaft sicher spalten wird. Corgans Organ ist ein reichlich nasales, und findet sicher nicht bei jedem Anklang, und auch ich muss zugeben, dass ich nicht allzu viel auf einmal davon vertrage. Man kann der Stimme des Manns aber sich nicht ihren Wiedererkennungswert abreden. So z.B. im ersten Ruhepunkt „Today“, das auf den ersten Blick positiv erscheint, aber tatsächlich von Corgans Selbstmordgedanken und Depressionen handelt, die er während der Schaffensphase des Albums teils hatte. Der zweite Ruhepol der CD ist das wunderschöne „Disarm“ wahrscheinlich die schönste Ballade der Pumpkins bis heute. Es war schon immer diese Fusion von Melodie und Härte, die die Band von anderen Vertretern ihrer Gattung abhob, so kann ein Song noch so manisch verzerrt sein, eine Melodie lässt sich immer ausmachen, wie im großartigen „Geek U.S.A.“. Richtig epochal wird es noch mal gegen Ende mit dem über 8 Minuten langen „Silverfuck“, das zum fixen Live Repertoire der Band gehört. Trotz all der schlechten Vorzeichen ist den Smashing Pumpkins mit „Siamese Dream“ ihr erstes richtig großes Werk geglückt, dem auch der entsprechende Erfolg folgte.

40

16.01.2012

„Träumende Kürbisse”

Nachdem Nirvana den großen Grungetrend losgetreten hatten, ohne das wirklich zu wollen, warfen Plattenfirmen den Alternative Bands die Plattenverträge regelrecht nach, immerhin war Rock jetzt wieder massentauglich, und damit ließ sich ja richtig Kohle machen. Die Smashing Pumpkins hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vertrag, und auch ein Album aufgenommen. Nun lastete der Druck aber entsprechend schwer auf der Truppe, nachdem „Nevermind“ die Musikwelt erobert hatte. Den Druck steigerte Mastermind Billy Corgan aber selbst noch, der sich extrem hohe Ziele setzte, allerdings vor allem in künstlerischer Sicht, auf den finanziellen Erfolg hofften vor allem die Labels. Hinzu kam, dass Corgan eine Schreibblockade plagte, und das Bandgefüge teils heiß lief, da der Gitarist und Sänger die Gruppe mit eiserner Hand führte, und einzig und allein für den Output verantwortlich war. Erstaunlich, dass „Siamese Dream“ trotzdem so gut gelungen ist. Das erste Stück „Cherub Rock“ rockt nicht nur entsprechend, sondern ist für alle Effektgerätfanatiker ein Paradebeispiel dafür, wie ein Big Muff, ein legendärer Verzerrer, zu klingen hat. Besser kann man kaum einsteigen. Das folgende „Quite“ besticht mit einem enorm groovenden Riff, allerdings geht der Nummer gegen Ende etwas die Puste aus. Die geht Corgan nie aus. Dessen Gesang ist es auch, der die Hörerschaft sicher spalten wird. Corgans Organ ist ein reichlich nasales, und findet sicher nicht bei jedem Anklang, und auch ich muss zugeben, dass ich nicht allzu viel auf einmal davon vertrage. Man kann der Stimme des Manns aber sich nicht ihren Wiedererkennungswert abreden. So z.B. im ersten Ruhepunkt „Today“, das auf den ersten Blick positiv erscheint, aber tatsächlich von Corgans Selbstmordgedanken und Depressionen handelt, die er während der Schaffensphase des Albums teils hatte. Der zweite Ruhepol der CD ist das wunderschöne „Disarm“ wahrscheinlich die schönste Ballade der Pumpkins bis heute. Es war schon immer diese Fusion von Melodie und Härte, die die Band von anderen Vertretern ihrer Gattung abhob, so kann ein Song noch so manisch verzerrt sein, eine Melodie lässt sich immer ausmachen, wie im großartigen „Geek U.S.A.“. Richtig epochal wird es noch mal gegen Ende mit dem über 8 Minuten langen „Silverfuck“, das zum fixen Live Repertoire der Band gehört. Trotz all der schlechten Vorzeichen ist den Smashing Pumpkins mit „Siamese Dream“ ihr erstes richtig großes Werk geglückt, dem auch der entsprechende Erfolg folgte.

30

16.01.2012

„Lücke, sei gefüllt”

Wie war das? Man soll die Kuh melken, so lange sie warm ist? Wie auch immer, jedenfalls sollte man "Incesticide" im ersten Moment auf jeden Fall kritisch beäugen. Diese Sammlung von B-Seiten, und vorher nicht veröffentlichten Tracks schoben die Studious DGC und Subpop, in trauter Gemeinsamkeit, schnell nach, als die Luft nach "Nevermind", und vor "In Utero" dünn wurde. Man wollte die entsprechende Nachfrage nach neuem Nirvana Stoff nun mal befriedigen. Was diese CD bietet ist eine Menge raue Musik, Pop àla "Nevermind" gibt es hier kaum, "Incesticide" geht streckenweise erschreckend ehrlich zur Sache, was unter Umständen auch sehr anstrengend sein kann. "Dive" bietet zwar einen guten Einstieg, und das fantastische "Sliver" ist über jeden Zweifel erhaben, aber für Nummern wie "Beeswax" oder "Hairspray Queen" muss man schon in entsprechend destruktiver Stimmung sein. Dagegen heben sich aber Songs wie "Been A Son", oder natürlich "Aneurysm" angenehm ab, und gehen auch sofort ins Ohr. Witzig auch die diversen Coversongs wie das fröhliche "Molly's Lips", oder "Turn Around", die soundtechnisch gar nicht zum Seattler Grunge der Band passen wollen, sich aber so gut machen, als wären sie selbst verfasst. Besonders hervor gehoben sei noch "(New Wave) Polly", eine verzerrte und wesentlich schnellere Version des "Nevermind" Lieds, das mich grinsend zurück ließ. "Incesticide" ist in meinen Augen vor allem ein Lückernfüller, um das Interesse der Fans an der Band hoch zu halten, bis das nächste reguläre Studioalbum erschien.

CD

Bleach

Nirvana

EUR 7,99 *
auf Merkliste

30

16.01.2012

„Bleiche”

Eigentlich wollte er das ja gar nicht. Eigentlich wollte Kurt Cobain ganz anders klingen, als es Nirvana auf ihrem Debütalbum schließlich taten. Als die Band ihren Vertrag mit Subpop, einem Indielabel, unterschrieb, meinte Cobain sie müssen nach Grunge klingen, da dies das bevorzugte Genre der Subpop Zielgruppe war. Wie er wirklich klingen wollte, sollte sich erst mit „Nevermind“, und „In Utero“ zeigen. Aber, ob er so klingen wollte, wie sie es hier tun, ändert nichts daran, dass trotzdem einiges an guter Musik entstanden ist. Oft rotzt die Gitarrensektion nur so dahin, während Cobain seinen, noch vom Punk angehauchten, Gesang dazu beisteuert. Paradebeispiele sind dafür der Opener „Blew“, sowie das tolle „Floyd the Barber“. Dass die Band aber auch vollkommen anders konnte, zeigten sie mit „About a Girl“, von dem ihr damaliger Producer meinte, wenn sie nur solche Stücke aufnehmen würden, würden sie ein Riesenhitalbum schreiben, was sie später mit „Nevermind“ auch tun sollten. Dass Cobain in Sachen Songwriting aber auch Härte mit Melodie verbinden konnte, demonstrierte er z.B. mit „School“ oder dem Coversong „Love Buzz“, der auch gleichzeitig die erste Nirvana Single aller Zeiten war. Wirklich schrägt präsentierten sich Nirvana bei dem stark dissonanten „Paper Cuts“, und „Negative Creep“, das aber trotzdem zu den besten Songs der Platte gehört. Musikalisch rau, besang man in lyrischer Form Mysterien. Wovon eine Nummer wie „Big Cheese“ handelt, so gut sie auch rocken mag, wird sich mir wohl nie erschließen. Aber darum ging es auch nicht. Cobain schrieb die Texte zu seinen Songs meist nur Minuten vor der Aufnahme, lediglich viel später („In Utero“) sollte er sich in dieser Hinsicht fokussierter zeigen. Er selbst meinte, es sei ihm vollkommen egal, wovon seine Texte handelten, und sie könnten auch irgendwie heißen, ihm ging es maßgeblich um die Musik selbst. „Bleach“ ist ein Kind seiner Zeit, was heißt, es gibt eine Menge Verzerrung, eine Menge schräger Melodien, und punkiges Geschrei. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, und die meisten werden bei „Nevermind“ von einer großen Steigerung reden. Zu dieser Gruppe zähle ich mich auch selbst, aber man kann „Bleach“ auf keinen Fall den Status eines gelungenen Debüts absprechen, und des ersten Wegsteins, der viel zu kurzen Karriere Nirvanas.