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Name:
Mag Top 10 Rezensent
Ort:
Berlin
Rezensionen:
1039 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 37

nicht hilfreich: 7

Rang:
9

Mags Rezensionen

40

08.04.2013

„Unerwarteter zweifacher Neuanfang”

Oliver, früherer Bandgitarrist und jetzt Musikproduzent, lebt in Scheidung und hat hart daran zu knabbern, dass seine geliebte Frau ihn in sechs Jahren Ehe fünfeinhalb Jahre lang unentdeckt mit ihrem Ex betrogen hat. Um Abstand zu gewinnen, fährt er für kurze Zeit in ein kleines australisches Dorf am Meer, um das gemeinsam mit seinem Bruder geerbte Haus einer Verwandten aufzuräumen und für den geplanten Verkauf herzurichten. Nur ein weiteres Haus steht in der Nachbarschaft, bewohnt von der etwa gleichaltrigen Mackenzie, doch als er sich ihr als neuer Nachbar vorstellen will, knallt die ihm nach kurzem Wortwechsel mehrfach einfach die Tür vor den Kopf - nicht gerade förderlich, Olivers Laune zu heben oder weitere Kennenlernversuche in Gang zu setzen. Allerdings haben beide einen Hund - Oliver die Terrierdame Strudel und Mackenzie den Dackel Mr. Smith - und die beiden Hunde "lieben" sich sofort und finden auch immer wieder Wege zueinander, was auch Herrchen und Frauchen zwingt, miteinander zu kommunizieren und nachdem Oliver erfährt, dass sich Mackenzie hierher zurückgezogen hat um sich nach einem schweren Autounfall und monatelanger Reha weiter zu erholen, erwachen neue Beschützerinstinkte..........Werden Beide ihre Vergangenheit hinter sich lassen können und eine neue, vertrauensvolle Beziehung aufbauen können?
Ein zeitgenössischer Roman mit Scheidung, Autounfall, Arbeitsplatzsorgen, Beziehungsproblemen und -ängsten und der damit verbundenen Gefühlswelt. Interessant geschildert, aufgelockert durch die Unterstützung der beiden Vierbeiner, die für einige Überraschungen sorgen. Nett, harmlos, lesenswert.

buch

North and South

Elizabeth Gaskell

EUR 11,70 EUR 10,50 *
auf Merkliste

40

07.04.2013

„Liebe und Konflikte im 19. Jahrhundert”

Als Pfarrer Hale seine sichere, wenn auch nicht übermäßig gut bezahlte Pfarrstelle im beschaulichen ländlichen Südengland aus Gewissensgründen aufgibt, um eine Stelle als Tutor im industrialisierten Städtchen Milton in Nordengland anzunehmen, verändert das schlagartig auch das Leben seiner gesamten Familie, die ihn natürlich begleitet. Besonders ereignisreich wird das für die Tochter des Hauses, Margaret Hale. Zeitweilig bei einer Tante in London aufgewachsen und sowohl dort als auch zu Hause als Lady behandelt, verwöhnt mit Dienerschaft und viel Müßiggang außer freiwillig absolvierten gemeinnützigen Aufgaben in der Gemeinde, verschlägt es Margaret in eine Stadt des industrialisierten Nordens - mit Fabriken (in Milton vorwiegend Baumwollfabriken) mit entsprechenden Gesellschaftsschichten: arme Arbeiter und neureiche Fabrikbesitzer und Margaret findet sich unvermittelt mitten in einem heftigen Arbeiterkampf wieder. Die aus dem Süden einen freundlichen Umgangston gewöhnte Margaret empfindet das Stadtleben als hart, kalt und abweisend und ihre Sympathien liegen bei den Arbeitern, die trotz harter Arbeit kaum ihre Familien ernähren können und auch die Kinder bereits zur Arbeit in die Fabriken schicken müssen, die neben kargem Lohn dazu durch Baumwollstaublungen auch noch krank werden. Margaret freundet sich mit einer etwa gleichaltrigen Arbeiterin, Bessy Higgins, an und lernt auch deren Vater kennen, der Gewerkschaftsangehöriger und Arbeiterführer im anstehenden Streik ist, während Margarets Vater als ersten Schüler in Milton ausgerechnet einen der Fabrikbesitzer, Mr. Thornton, hat, der, wann immer Margaret die Haltung der Arbeiter vertritt und die Fabrikbesitzer kritisiert, ihr seine Sicht der Dinge aus Seiten der Fabrikbesitzer schildert. Während der bedächtige Ex-Pfarrer beiden Seiten Gehör schenkt und in seiner Beurteilung schwankend ist und stets für friedliche Verhandlungen der beiden konträren Gruppen plädiert, kann Margaret die kompromisslose und konsequente Haltung Thorntons nicht akzeptieren und ihn dadurch nicht ausstehen. Außerdem fällt es Margaret schwer, den neureichen Fabrikbesitzer, dem es an gentlemanlikem Verhalten mangelt, als ebenbürtig anzusehen, so dass sie ihn, als er ihr einen Heiratsantrag macht, schroff ablehnt. Doch Margaret ist noch jung, hat noch viele schwere Prüfungen vor sich und kann im Lauf des Romans noch einige Kehrtwendungen einlegen, ebenso wie Thornton und auch Arbeiterführer Higgins........
Wie viele Werke von Charles Dickens erschien auch dieses Werk seiner Zeitgenössin Elizabeth Gaskell zunächst als Fortsetzungsroman - mit entsprechender Gesamtlänge und auch inhaltlichen Längen. Trotzdem eine interessante Milieuschilderung aus dem viktorianischen Zeitalter Englands mit den Anfängen seiner Industriebetriebe und den sich verändernden Gesellschaftsschichten, den Kämpfen und Wandlungen, unterlegt mit einer hinreißenden Liebesgeschichte um Margaret und Thornton, die Mr. Darcy und Elizabeth Bennett aus "Stolz und Vorurteil" in nichts nachsteht. Für Literatur- und Gesellschaftsinteressierte ein Leckerbissen.
Überaus sehenswert dazu ist auch eine BBC-Verfilmung des Buches aus dem Jahr 2004 mit Daniela Denby-Ashe und Richard Armitage - in weiten Teilen wortwörtlich der Romanvorlage folgend, jedoch auch mit einigen Veränderungen, die dem Geschehen aber keinen Abbruch tun, sondern eher durch gelegentliche Straffung und andererseits leichte Zusätze zur Handlung die Konflikte noch besser herausarbeiten - nur die Bahnhofsszene am Schluss des Films, wenn auch schnulzig schön, wäre im viktorianischen Zeitalter absolut skandalös und unmöglich gewesen!

40

05.04.2013

„Von Zwang- zu LIebesehe”

Marcus Radwell, Duke of Haughleigh, hat nach kurzer unglücklicher Ehe, die durch den Tod seiner Frau im Kindbett beendet wurde, keinerlei Absicht, wieder zu heiraten - sehr zum Leidwesen seiner Mutter, die ihn unbedingt verkuppeln will. Zu ihren Lebzeiten konnte Marcus sich ihren Machenschaften entziehen, umso erstaunter ist er, als Wochen nach ihrem Tod plötzlich eine junge Frau allein auf seinem Landsitz auftaucht, eingeladen von seiner Mutter. Der erste Eindruck ist nicht gerade der beste - die "Dame", angeblich aus gutem Haus (wie eine alte "Freundin" seiner Mutter versicherte) ist völlig durchnässt, die Kleidung unmodisch, mehrfach geändert und geflickt, die Hände rau von Arbeit und das Erscheinen per Postkutsche, ohne angemessene Begleitung schockierend. Doch da der klatschsüchtige Dorfpfarrer nebst Frau schon von der Anwesenheit der unbegleiteten Dame auf dem Junggesellenlandsitz erfahren hat, bleibt nur ein Ausweg - Marcus muss die Unbekannte sofort ehelichen. WIrd auch diese Ehe, dank Einmischung seines nichtsnutzigen Bruders, wieder scheitern? Vielleicht aber gibt es an der unbequemen, unangepassten jungen Ehefrau mit fragwürdigem Hintergrund doch einiges Liebenswürdiges ..........
Eine liebenswerte, lebendige und unterhaltsame Geschichte von Christine Merrill, spannend zu lesen, mit einigen Wirrungen und dem vorhersehbaren Happy End.

40

05.04.2013

„Von Zwang- zu LIebesehe”

Marcus Radwell, Duke of Haughleigh, hat nach kurzer unglücklicher Ehe, die durch den Tod seiner Frau im Kindbett beendet wurde, keinerlei Absicht, wieder zu heiraten - sehr zum Leidwesen seiner Mutter, die ihn unbedingt verkuppeln will. Zu ihren Lebzeiten konnte Marcus sich ihren Machenschaften entziehen, umso erstaunter ist er, als Wochen nach ihrem Tod plötzlich eine junge Frau allein auf seinem Landsitz auftaucht, eingeladen von seiner Mutter. Der erste Eindruck ist nicht gerade der beste - die "Dame", angeblich aus gutem Haus (wie eine alte "Freundin" seiner Mutter versicherte) ist völlig durchnässt, die Kleidung unmodisch, mehrfach geändert und geflickt, die Hände rau von Arbeit und das Erscheinen per Postkutsche, ohne angemessene Begleitung schockierend. Doch da der klatschsüchtige Dorfpfarrer nebst Frau schon von der Anwesenheit der unbegleiteten Dame auf dem Junggesellenlandsitz erfahren hat, bleibt nur ein Ausweg - Marcus muss die Unbekannte sofort ehelichen. WIrd auch diese Ehe, dank Einmischung seines nichtsnutzigen Bruders, wieder scheitern? Vielleicht aber gibt es an der unbequemen, unangepassten jungen Ehefrau mit fragwürdigem Hintergrund doch einiges Liebenswürdiges ..........
Eine liebenswerte, lebendige und unterhaltsame Geschichte von Christine Merrill, spannend zu lesen, mit einigen Wirrungen und dem vorhersehbaren Happy End.

40

05.04.2013

„Nicht nur Liebe macht blind”

Charlotte Gray hat gelernt ihr Leben möglichst selbständig zu meistern - in kompletter Dunkelheit, denn nach einem durch einen älteren Jungen verursachten heftigen Sturz erblindete Charlotte mit acht Jahren. Jetzt, mit Mitte zwanzig, sind ihre älteren Schwestern längst verheiratet und Charlotte hat sich damit abgefunden, als Blinde wohl keinerlei Heiratschancen zu haben. Doch da entschließt sich ihr Nachbar, Lord Rochester, einen Ball zu ihrem Debüt zu geben, bei dem sich beide Rochester-Neffen, Patrick und Rupert, sehr um Charlotte bemühen, die sofort von dem jüngeren Rupert hingerissen ist, während ihre Schwester ihn mit Misstrauen betrachtet und Patrick als Verehrer für Charlotte bevorzugt. Ein Vergewaltigungsversuch von Rupert und das intensive Zureden ihrer Familie, ihre einzige Chance auf Heirat zu nutzen, bringt Charlotte dazu, Patrick zu heiraten, wenn auch ohne Liebe ihrerseits. Zunächst scheint sich das anfänglich angespannte Verhältnis der Beiden zu bessern und eine wahre Liebesbeziehung scheint sich anzubahnen. Doch auch Patrick hat ein dunkles Geheimnis, das, bei Aufdeckung, die junge Liebe zu ersticken droht.......
Ein einfühlsamer, wenn auch recht vorhersehbarer Roman von Vicki Hopkins. Nette Unterhaltung für die Freizeit, lesenswert und flüssig geschrieben, wenn auch nicht überragend.

50

05.04.2013

„BDSM zu dritt”

Claire Thompson ist immer eine gute Wahl, wenn man auf der Suche nach BDSM-Unterhaltung ist. Auch "Submission times two" enttäuscht nicht.
Zwei junge Männer, Ethan und Cam, leben seit einem Jahr in liebevoller Zweisamkeit zusammen, haben aber ein Problem - beide sind Subs und keiner kann den anderen dominieren. So erlauben sie sich gelegentliche Spielrunden in entsprechenden Clubs, um sich einem Dom unterwerfen zu können - allerdings immer getrennt und in verschiedenen Clubs- um danach zur trauten Zweisamkeit zurückzukehren. Bisher hat dieses Arrangement auch prima funktioniert - bis Ethan eines Nachts auf Dom Andrew trifft und merkt, dass ihn Andrew tiefer berührt und ihn damit in eine Zwickmühle bringt: Ethan liebt Cam und will ihn keinesfalls verlassen, dabei aber Andrew auch weiter treffen, ohne damit Cam zu hintergehen. Ein unlösbares Dilemma? Oder gibt es einen naheliegenden Ausweg? Auch Cam braucht neben Ethan einen Dom - also muss sich Dom Andrew eben gleichzeitig um zwei Subs kümmern!
Eine interessante BDSM-Story, die auch die zwischenmenschlichen Gefühle wie Eifersucht und Verlustängste beleuchtet und einfühlend behandelt.

buch

North and South

Elizabeth Gaskell

EUR 26,90 *
auf Merkliste

40

14.03.2013

„Liebe und Konflikte im 19. Jahrhundert”

Als Pfarrer Hale seine sichere, wenn auch nicht übermäßig gut bezahlte Pfarrstelle im beschaulichen ländlichen Südengland aus Gewissensgründen aufgibt, um eine Stelle als Tutor im industrialisierten Städtchen Milton in Nordengland anzunehmen, verändert das schlagartig auch das Leben seiner gesamten Familie, die ihn natürlich begleitet. Besonders ereignisreich wird das für die Tochter des Hauses, Margaret Hale. Zeitweilig bei einer Tante in London aufgewachsen und sowohl dort als auch zu Hause als Lady behandelt, verwöhnt mit Dienerschaft und viel Müßiggang außer freiwillig absolvierten gemeinnützigen Aufgaben in der Gemeinde, verschlägt es Margaret in eine Stadt des industrialisierten Nordens - mit Fabriken (in Milton vorwiegend Baumwollfabriken) mit entsprechenden Gesellschaftsschichten: arme Arbeiter und neureiche Fabrikbesitzer und Margaret findet sich unvermittelt mitten in einem heftigen Arbeiterkampf wieder. Die aus dem Süden einen freundlichen Umgangston gewöhnte Margaret empfindet das Stadtleben als hart, kalt und abweisend und ihre Sympathien liegen bei den Arbeitern, die trotz harter Arbeit kaum ihre Familien ernähren können und auch die Kinder bereits zur Arbeit in die Fabriken schicken müssen, die neben kargem Lohn dazu durch Baumwollstaublungen auch noch krank werden. Margaret freundet sich mit einer etwa gleichaltrigen Arbeiterin, Bessy Higgins, an und lernt auch deren Vater kennen, der Gewerkschaftsangehöriger und Arbeiterführer im anstehenden Streik ist, während Margarets Vater als ersten Schüler in Milton ausgerechnet einen der Fabrikbesitzer, Mr. Thornton, hat, der, wann immer Margaret die Haltung der Arbeiter vertritt und die Fabrikbesitzer kritisiert, ihr seine Sicht der Dinge aus Seiten der Fabrikbesitzer schildert. Während der bedächtige Ex-Pfarrer beiden Seiten Gehör schenkt und in seiner Beurteilung schwankend ist und stets für friedliche Verhandlungen der beiden konträren Gruppen plädiert, kann Margaret die kompromisslose und konsequente Haltung Thorntons nicht akzeptieren und ihn dadurch nicht ausstehen. Außerdem fällt es Margaret schwer, den neureichen Fabrikbesitzer, dem es an gentlemanlikem Verhalten mangelt, als ebenbürtig anzusehen, so dass sie ihn, als er ihr einen Heiratsantrag macht, schroff ablehnt. Doch Margaret ist noch jung, hat noch viele schwere Prüfungen vor sich und kann im Lauf des Romans noch einige Kehrtwendungen einlegen, ebenso wie Thornton und auch Arbeiterführer Higgins........
Wie viele Werke von Charles Dickens erschien auch dieses Werk seiner Zeitgenössin Elizabeth Gaskell zunächst als Fortsetzungsroman - mit entsprechender Gesamtlänge und auch inhaltlichen Längen. Trotzdem eine interessante Milieuschilderung aus dem viktorianischen Zeitalter Englands mit den Anfängen seiner Industriebetriebe und den sich verändernden Gesellschaftsschichten, den Kämpfen und Wandlungen, unterlegt mit einer hinreißenden Liebesgeschichte um Margaret und Thornton, die Mr. Darcy und Elizabeth Bennett aus "Stolz und Vorurteil" in nichts nachsteht. Für Literatur- und Gesellschaftsinteressierte ein Leckerbissen.
Überaus sehenswert dazu ist auch eine BBC-Verfilmung des Buches aus dem Jahr 2004 mit Daniela Denby-Ashe und Richard Armitage - in weiten Teilen wortwörtlich der Romanvorlage folgend, jedoch auch mit einigen Veränderungen, die dem Geschehen aber keinen Abbruch tun, sondern eher durch gelegentliche Straffung und andererseits leichte Zusätze zur Handlung die Konflikte noch besser herausarbeiten - nur die Bahnhofsszene am Schluss des Films, wenn auch schnulzig schön, wäre im viktorianischen Zeitalter absolut skandalös und unmöglich gewesen!

buch

North and South

Elizabeth Gaskell

EUR 11,30 *
auf Merkliste

40

14.03.2013

„Liebe und Konflikte im 19. Jahrhundert”

Als Pfarrer Hale seine sichere, wenn auch nicht übermäßig gut bezahlte Pfarrstelle im beschaulichen ländlichen Südengland aus Gewissensgründen aufgibt, um eine Stelle als Tutor im industrialisierten Städtchen Milton in Nordengland anzunehmen, verändert das schlagartig auch das Leben seiner gesamten Familie, die ihn natürlich begleitet. Besonders ereignisreich wird das für die Tochter des Hauses, Margaret Hale. Zeitweilig bei einer Tante in London aufgewachsen und sowohl dort als auch zu Hause als Lady behandelt, verwöhnt mit Dienerschaft und viel Müßiggang außer freiwillig absolvierten gemeinnützigen Aufgaben in der Gemeinde, verschlägt es Margaret in eine Stadt des industrialisierten Nordens - mit Fabriken (in Milton vorwiegend Baumwollfabriken) mit entsprechenden Gesellschaftsschichten: arme Arbeiter und neureiche Fabrikbesitzer und Margaret findet sich unvermittelt mitten in einem heftigen Arbeiterkampf wieder. Die aus dem Süden einen freundlichen Umgangston gewöhnte Margaret empfindet das Stadtleben als hart, kalt und abweisend und ihre Sympathien liegen bei den Arbeitern, die trotz harter Arbeit kaum ihre Familien ernähren können und auch die Kinder bereits zur Arbeit in die Fabriken schicken müssen, die neben kargem Lohn dazu durch Baumwollstaublungen auch noch krank werden. Margaret freundet sich mit einer etwa gleichaltrigen Arbeiterin, Bessy Higgins, an und lernt auch deren Vater kennen, der Gewerkschaftsangehöriger und Arbeiterführer im anstehenden Streik ist, während Margarets Vater als ersten Schüler in Milton ausgerechnet einen der Fabrikbesitzer, Mr. Thornton, hat, der, wann immer Margaret die Haltung der Arbeiter vertritt und die Fabrikbesitzer kritisiert, ihr seine Sicht der Dinge aus Seiten der Fabrikbesitzer schildert. Während der bedächtige Ex-Pfarrer beiden Seiten Gehör schenkt und in seiner Beurteilung schwankend ist und stets für friedliche Verhandlungen der beiden konträren Gruppen plädiert, kann Margaret die kompromisslose und konsequente Haltung Thorntons nicht akzeptieren und ihn dadurch nicht ausstehen. Außerdem fällt es Margaret schwer, den neureichen Fabrikbesitzer, dem es an gentlemanlikem Verhalten mangelt, als ebenbürtig anzusehen, so dass sie ihn, als er ihr einen Heiratsantrag macht, schroff ablehnt. Doch Margaret ist noch jung, hat noch viele schwere Prüfungen vor sich und kann im Lauf des Romans noch einige Kehrtwendungen einlegen, ebenso wie Thornton und auch Arbeiterführer Higgins........
Wie viele Werke von Charles Dickens erschien auch dieses Werk seiner Zeitgenössin Elizabeth Gaskell zunächst als Fortsetzungsroman - mit entsprechender Gesamtlänge und auch inhaltlichen Längen. Trotzdem eine interessante Milieuschilderung aus dem viktorianischen Zeitalter Englands mit den Anfängen seiner Industriebetriebe und den sich verändernden Gesellschaftsschichten, den Kämpfen und Wandlungen, unterlegt mit einer hinreißenden Liebesgeschichte um Margaret und Thornton, die Mr. Darcy und Elizabeth Bennett aus "Stolz und Vorurteil" in nichts nachsteht. Für Literatur- und Gesellschaftsinteressierte ein Leckerbissen.
Überaus sehenswert dazu ist auch eine BBC-Verfilmung des Buches aus dem Jahr 2004 mit Daniela Denby-Ashe und Richard Armitage - in weiten Teilen wortwörtlich der Romanvorlage folgend, jedoch auch mit einigen Veränderungen, die dem Geschehen aber keinen Abbruch tun, sondern eher durch gelegentliche Straffung und andererseits leichte Zusätze zur Handlung die Konflikte noch besser herausarbeiten - nur die Bahnhofsszene am Schluss des Films, wenn auch schnulzig schön, wäre im viktorianischen Zeitalter absolut skandalös und unmöglich gewesen!

buch

North and South

Elizabeth Gaskell

EUR 8,60 *
auf Merkliste

40

14.03.2013

„Liebe und Konflikte im 19. Jahrhundert”

Als Pfarrer Hale seine sichere, wenn auch nicht übermäßig gut bezahlte Pfarrstelle im beschaulichen ländlichen Südengland aus Gewissensgründen aufgibt, um eine Stelle als Tutor im industrialisierten Städtchen Milton in Nordengland anzunehmen, verändert das schlagartig auch das Leben seiner gesamten Familie, die ihn natürlich begleitet. Besonders ereignisreich wird das für die Tochter des Hauses, Margaret Hale. Zeitweilig bei einer Tante in London aufgewachsen und sowohl dort als auch zu Hause als Lady behandelt, verwöhnt mit Dienerschaft und viel Müßiggang außer freiwillig absolvierten gemeinnützigen Aufgaben in der Gemeinde, verschlägt es Margaret in eine Stadt des industrialisierten Nordens - mit Fabriken (in Milton vorwiegend Baumwollfabriken) mit entsprechenden Gesellschaftsschichten: arme Arbeiter und neureiche Fabrikbesitzer und Margaret findet sich unvermittelt mitten in einem heftigen Arbeiterkampf wieder. Die aus dem Süden einen freundlichen Umgangston gewöhnte Margaret empfindet das Stadtleben als hart, kalt und abweisend und ihre Sympathien liegen bei den Arbeitern, die trotz harter Arbeit kaum ihre Familien ernähren können und auch die Kinder bereits zur Arbeit in die Fabriken schicken müssen, die neben kargem Lohn dazu durch Baumwollstaublungen auch noch krank werden. Margaret freundet sich mit einer etwa gleichaltrigen Arbeiterin, Bessy Higgins, an und lernt auch deren Vater kennen, der Gewerkschaftsangehöriger und Arbeiterführer im anstehenden Streik ist, während Margarets Vater als ersten Schüler in Milton ausgerechnet einen der Fabrikbesitzer, Mr. Thornton, hat, der, wann immer Margaret die Haltung der Arbeiter vertritt und die Fabrikbesitzer kritisiert, ihr seine Sicht der Dinge aus Seiten der Fabrikbesitzer schildert. Während der bedächtige Ex-Pfarrer beiden Seiten Gehör schenkt und in seiner Beurteilung schwankend ist und stets für friedliche Verhandlungen der beiden konträren Gruppen plädiert, kann Margaret die kompromisslose und konsequente Haltung Thorntons nicht akzeptieren und ihn dadurch nicht ausstehen. Außerdem fällt es Margaret schwer, den neureichen Fabrikbesitzer, dem es an gentlemanlikem Verhalten mangelt, als ebenbürtig anzusehen, so dass sie ihn, als er ihr einen Heiratsantrag macht, schroff ablehnt. Doch Margaret ist noch jung, hat noch viele schwere Prüfungen vor sich und kann im Lauf des Romans noch einige Kehrtwendungen einlegen, ebenso wie Thornton und auch Arbeiterführer Higgins........
Wie viele Werke von Charles Dickens erschien auch dieses Werk seiner Zeitgenössin Elizabeth Gaskell zunächst als Fortsetzungsroman - mit entsprechender Gesamtlänge und auch inhaltlichen Längen. Trotzdem eine interessante Milieuschilderung aus dem viktorianischen Zeitalter Englands mit den Anfängen seiner Industriebetriebe und den sich verändernden Gesellschaftsschichten, den Kämpfen und Wandlungen, unterlegt mit einer hinreißenden Liebesgeschichte um Margaret und Thornton, die Mr. Darcy und Elizabeth Bennett aus "Stolz und Vorurteil" in nichts nachsteht. Für Literatur- und Gesellschaftsinteressierte ein Leckerbissen.
Überaus sehenswert dazu ist auch eine BBC-Verfilmung des Buches aus dem Jahr 2004 mit Daniela Denby-Ashe und Richard Armitage - in weiten Teilen wortwörtlich der Romanvorlage folgend, jedoch auch mit einigen Veränderungen, die dem Geschehen aber keinen Abbruch tun, sondern eher durch gelegentliche Straffung und andererseits leichte Zusätze zur Handlung die Konflikte noch besser herausarbeiten - nur die Bahnhofsszene am Schluss des Films, wenn auch schnulzig schön, wäre im viktorianischen Zeitalter absolut skandalös und unmöglich gewesen!