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Thomas Zörner aus Lentia Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 434 (ansehen)


Über mich:
bin da.
Alter:
27 Jahre
Abteilung:
Belletristik, DVD
Funktion:
Themenleiter Buch
Lieblingsautoren:
Martin Suter, Paul Cleave, Walter Moers, Thomas Glavinic, J.K. Rowling
Im Beruf seit:
2006
Das beste Buch aller Zeiten:
Muss ich wohl selbst schreiben.

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Der Zug fährt wieder

Thomas Zörner aus Lentia , am 20.01.2012

Nach dem etwas enttäuschenden "Octavarium" kehren Dream Theater mit "Systematic Chaos" zu ihren alten Tugenden zurück und befahren eine ähnliche Schiene wie bei "Train of Thoughts". Zwar erinnernd "In The Presence of Enemies" noch leicht an den schwächeren Vorgänger, aber der Song macht doch alles richtig und weiß sogar zu überraschen als nach 5 instrumentalen Minuten doch tatsächlich noch Gesang einsetzt. "Forsaken" ist eine tempotechnisch gedrosselte Halbballade, deren wunderbarer Chrous zu überzeugen weiß, aber sie steht doch etwas im Schatten des, für Dream Theater Verhältnisse fast schon brachialen, "Constant Motion". James LaBrie macht uns in den Strophen den James Hetfield zu musikalischem Background, der gefährlich nach "Battery" von Metallicas "Master of Puppets" riecht. Spätestens beim wiederum genialen Refrain wird man auch diesen Song lieben. In Sachen Härte setzt das folgende "The Dark Eternal Night" aber noch eins drauf, vor allem wenn Drummer Portnoy die Vocals übernimmt, die er sich mit LaBrie diesmal teilt. Allerdings ist seine stimmliche Leistung keinesweg der des letzteren gewachsen. Portnoy wäre vielleicht ein guter Shouter, das Singen sollte er aber dem guten James überlassen. "Repentance" ist der große Ruhepol der Platte, der das 12 Punkte Programm der Anonymen Alkoholiker weiterstrickt, welches sich über mehrere Alben erstreckt. Das Intro klingt allerdings gefährlich nach Tool. Auf Ruhe folgt die große Überraschung. "Prophets of War" wendet sich vom Progressive Metal ab und wendet sich dem Prog Rock zu. Wer an Muse denkt, ist auf dem richtigen Weg, der Song könnte komplett aus der Feder von Matt Bellamy stammen. Man merkt schon Zitate anderer Bands werden auf "Systematic Chaos" groß geschrieben. "The Ministry of Lost Souls" ist aber wieder ganz Dream Theater und wieder etwas ruhiger, bevor es in einem Gefrickel-Instrumental-Outro explodiert. Der Kreis schließt sich schließlich mit Part II des Openers, womit das Gesamtwerk "In The Presence of Enemies", welches live stehts in einem Stück gespielt wird, auf über 25 Minuten kommt. "Systematic Chaos" lässt mich beruhigt aufatmen. Offensichtlich war "Octavarium" ein einmaliger Ausrutscher und ich hoffe auf mehr Album der "Train of Thoughts" Richtung, wie eben dieses.

Systematic Chaos
von Dream Theater
(2)
Musik
22,99

Purple Little Fire Banner

Thomas Zörner aus Lentia , am 17.01.2012

Zu Lebzeiten veröffentlichte Jimi Hendrix eigentlich nicht viele Alben, und erarbeitete sich trotzdem den Namen eines Gitarrengottes. Erst posthum überfluteten CDs den Markt, und ein Neuling im Hendrix Universum sieht sich vielleicht überfordert mit der Frage, wo er bloß anfangen soll. Wieso nicht mit diesem Querschnitt aus dem Schaffen des wohl bekanntesten Gitarristen aller Zeiten. Immerhin ist hier alles vertreten was Rang und Namen hat, und bereits unzählige Male gehört wurde, manchmal auch unwissend, oder in gecoverter Version. Den Beginn macht natürlich das große „Purple Haze“, bei dem man sich das erste Mal an des Meisters Können ergötzen kann. Hendrix war ein Freund des Experiments, und sprengte in seiner Schaffenszeit diverse Grenzen, und vorgesetzte Regeln. Damals war es revolutionär, heute ist seine Musik beinahe konventionell, und doch so großartig. Wie das verträumte „The Wind Cries Mary“, das flotte „Fire“, und das mächtige, und mein absoluter Favorit, „All Along The Watchtower“. Dass Hendrix letzten Endes viel aus dem Blues mitnahm zeigt sich z.B. in „Foxey Lady“, oder „Little Wing“. Experimentell wurde er mit „Castles Made of Sand“, und gerockt wird bei „Crosstown Traffic“. Eigentlich sollte jeder Musikbegeisterte wenigstens ein Lied finden, das ihn anspricht. Wer sich Hendrix und seiner Musik nähern will, macht mit diesem Best Of sicher keinen Fehler, denn es bietet einen hitgeschwängerten Überblick, über das Schaffen des Ausnahmegitaristen.

Experience Hendrix: The Best Of Jimi Hendrix
von Jimi Hendrix
(1)
Musik
14,99

Purple Haze, äh Rain

Thomas Zörner aus Lentia , am 17.01.2012

Was kannte ich bisher von Prince. „Kiss“, und das war’s dann auch schon wieder. Das Lied war einst auf einer Hitcompilation, die ich mein eigen nannte. Nun, viele Jahre später, entschied ich, dass ich mir doch mehr von seiner Majestät zu Gemüte führen solle, und so stieß ich auf „Purple Rain“. Weithin als des Prinzen bekanntestes Album angepriesen, und der Soundtrack zum gleichnamigen Film. Prince selbst, eine Glitzergestalt wie Ziggy Stardust, ist ja beinahe schon ein Kunstwerk für sich, und ganz ähnlich legt er seine Musik an, als glitzernde Schnittmenge aus Pop, Rock, Funk, RnB und Elektronik. Den Start macht „Let’s Go Crazy“, und kombiniert sofort alle genannten Komponenten, und macht außerdem noch etwas klar: Prince sieht zwar auf den ersten Blick nicht so aus, aber der Mann ist ein großartiger Gitarist. Seine Soli, die meiner Meinung nach viel zu leiste abgemischt sind, stellen immer wieder Highlights der Songs dar. Was Prince noch ist, zeigt er mit „Take Me With U“, und zwar ein großartiger Komponist, denn wer so federleicht von einem düsteren Synthiesound, zu einem fröhlichen Popsong wechseln kann, der ist ein Meiste seines Faches. Meisterhaft ist auch „The Beautiful Ones“, das wieder eine neue Facette des Prinzen in den Vordergrund rückt, und zwar den Sänger. Was er gegen Ende der Nummer abliefert, ist an Emotionalität kaum zu überbieten. Das folgende „Computer Blue“ zeigt die Mischung aus Elektronik, und Rock auf ihrem Höhepunkt. Die Drummachine tuckert angenehm dezent vor sich hin, und die majestätischen Gitarren tuen ihr Übriges. „When Doves Cry“ stellt in dezenter Art und Weise ein Experiment dar, denn es kommt ohne Bass aus, und funktioniert trotzdem hervorragend, auch wenn es gar poppig ist, und in manchem Aufbau zu vorhersehbar. Ebenso „I Would Die 4 U“, das zwar wieder emotional, aber eben vorhersehbar ist. „Baby I’m A Star“ schlägt wieder verstärkt auf die elektronische Seite, bis es mit dem Titeltrack „Purple Rain“ zum monumentalen Abschluss kommt. Ein 8minütiges Epos, das sich immer weiter steigert, bis zu seinem furiosen Finale, und mich in dem Glauben ließ, dass ein gewisser Axl Rose für sein „November Rain“ hier Inspiration gesucht hat. Der Ausflug in die princschen Gefilde der Musik hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, denn abseits von „Kiss“ kann der Mann noch viel mehr, wie er auf „Purple Rain“ eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Purple Rain
von Ost
(1)
Musik
11,99

Immer noch abrechnend

Thomas Zörner aus Lentia , am 16.01.2012

Wenn man sich auf die Suche nach den besten Actionfilmen aller Zeiten macht, oder auch den besten Fortsetzungen, taucht in der Schnittmenge dieser zwei ein Film immer auf: Terminator 2. Kaum ein anderer Film definiert so klar, wie ein Sequel auszusehen hat. Die Effekte: ausgereifter. Die Action: berauschender. Die Story: interessanter. Und das obwohl bereits Teil 1 reichlich Anklang fand bei Kritikern, und Publikum. Der aus "Terminator" bekannte T-800 kehrt zurück. Hatte er in Teil 1 noch den Auftrag John Connor zu töten, der in der Zukunft die Rebellion der Menschen gegen die Machinen anführen und sogar entscheiden soll, so muss er den Jungen diesmal vor einer noch größeren Gefahr beschützen, dem T-1000. Dieser viel weiter entwickeltere Terminator ist noch unaufhaltbarer, als sein Vorgängermodell, denn er besteht aus Flüssigmetall, was heißt er kann sich beliebig verformen, und nicht nur seine Gestalt verändern, sondern auch seine Gliedmaßen zu tödlichen Waffen werden lassen. Kann der T-800 diese Killermaschine stoppen, und John Connor retten, damit die Menschheit vor einer dunklen Zukunft bewahrt bleibt? Das Zeitreiseparadoxon mal außen vorgelassen, hat die Terminator Serie immer noch eine recht clevere, und von menschlichen Konflikten durchzogene Story. Wie soll ein Jugendlicher darauf reagieren zu erfahren, dass er der Messias der Zukunft ist? Ist diese Zukunft tatsächlich vorher bestimmt, oder kann man sie ändern? Dies keine neue Fragen im Sci-Fi Genre, so werden sie doch spannend aufbearbeitet. Aber in erster Linie ist "Terminator 2" ein Actionfilm, und ein hervorragender noch dazu. In seinem Erscheinungsjahr 1991 setzte der Film Maßstäbe in Sachen Krachbumm und Effekten. Genannt sei nur die Verfolgungsjagd in die ein Motorrad und ein Sattelschlepper verwickelt sind. Wenn man sich vor Augen führt, dass damals mit CGI noch nicht so viel zu bewerkstelligen war wie heute, wird diese gleich noch beeindruckender. Und dann ist da natürlich der T-1000, nicht nur einer der coolsten Filmbösewichte, sondern eine Meisterleistung der Tricktechnik. Sein sich verändernder Körper, und seine Flüssigmetallgestalt sehen auch heute noch, immerhin 20 Jahre später, fantastisch aus. Auf schauspielerischer Seite darf man zunächst einen alten Bekannten begrüßen, nämlich Arnold Schwarzenegger. Die Rolle des schweigsamen T-800 ist ihm immer noch auf den Leib geschrieben, denn er darf wie ein Muskelberg aussehen, und muss dabei wenig sprechen, nur Präsenz haben, und das hat der Steirer nun mal. Wer aber trotzdem ein bisschen Lachen möchte, der schaue sich den Film auf Englisch an, herrlich. Auch Linda Hammilton ist abermals dabei und Edward Furlong, dessen Karriere danach aber eine reichlich unschöne Richtung einschlug. "Terminator 2" ist ein Nonplusultra in Sachen Actionfilm, und Fortsetzung.

Terminator 2 - Tag der Abrechnung
(1)
Film
6,99

Green Of

Thomas Zörner aus Lentia , am 16.01.2012

Green Day sind einen weiten Weg gegangen. Einst die kalifornischen Spaß Punks, inklusive dem entsprechenden Bandnamen (Ein Green Day ist ein Tag an dem man nur rumhängt und sich bekifft). Heute ist das Trio eine angesehen Institution in Sachen Punkmusik, und haben vor allem die Spaßattitüde eher zu einer politischen abgewandt. So gelang ihnen das große Comeback mit „American Idiot“, ein Album das schonungslos mit dem amerikanischen System aufräumt, und auch das folgende „21 Century Breakdown“ war stark politisiert. Wer sich nun eine Übersicht über die Zeit vor diesem Anti Bush Doppelschlag machen will, der kommt an diesem Best Of kaum vorbei. Da beginnt es wirklich ganz vorne, in den Anfangstagen mit „Maria“ und „Poprocks & Coke“, Lieder, die noch nichts von dem haben, was Green Day heute ausmacht. Natürlich sind die ersten Hits enthalten, wie das tolle „Welcome to Paradies“, „When I Come Around“, und das unumgängliche „Basket Case“, der erste richtig große Hit der Band. Außerdem das vom Godzilla Soundtrack bekannte „Brain Stew“ mit dem simpelsten, aber hypnotischsten Riff, das ich je gehört habe. Gegen Ende zeigt sich außerdem die Wandlung, die Green Day schon vor „American Idiot“ durchmachten. „Hitchin’ A Ride“ zeigt bereits einen wesentlich durchdachteren Songaufbau als vieles zuvor, und „Good Riddance (Time of your Life)“ als erste große Ballade, ist inzwischen zum Klassiker avanciert. Aber das ganz besondere Schmankerl wartet gegen Ende in Form von „Warning“ und besonders „Waiting“. „Waiting“ ist ein so perfekter Song, wie ihn Green Day später kaum noch hinbekommen haben. Die Harmonien, die Melodie, der Aufbau, dies ist eine ganz besondere Perle. All jenen Jungfans, die sich auf den Konzerten der Kalifornier fragen, was denn das nun für ein Song war, wenn es mal nicht eine Nummer von „American Idiot“, oder „21 Century Breakdown“ ist, sei diese Compilation wärmstens empfohlen.

International Superhits
von Green Day
(3)
Musik
8,99

Träumende Kürbisse

Thomas Zörner aus Lentia , am 16.01.2012

Nachdem Nirvana den großen Grungetrend losgetreten hatten, ohne das wirklich zu wollen, warfen Plattenfirmen den Alternative Bands die Plattenverträge regelrecht nach, immerhin war Rock jetzt wieder massentauglich, und damit ließ sich ja richtig Kohle machen. Die Smashing Pumpkins hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vertrag, und auch ein Album aufgenommen. Nun lastete der Druck aber entsprechend schwer auf der Truppe, nachdem „Nevermind“ die Musikwelt erobert hatte. Den Druck steigerte Mastermind Billy Corgan aber selbst noch, der sich extrem hohe Ziele setzte, allerdings vor allem in künstlerischer Sicht, auf den finanziellen Erfolg hofften vor allem die Labels. Hinzu kam, dass Corgan eine Schreibblockade plagte, und das Bandgefüge teils heiß lief, da der Gitarist und Sänger die Gruppe mit eiserner Hand führte, und einzig und allein für den Output verantwortlich war. Erstaunlich, dass „Siamese Dream“ trotzdem so gut gelungen ist. Das erste Stück „Cherub Rock“ rockt nicht nur entsprechend, sondern ist für alle Effektgerätfanatiker ein Paradebeispiel dafür, wie ein Big Muff, ein legendärer Verzerrer, zu klingen hat. Besser kann man kaum einsteigen. Das folgende „Quite“ besticht mit einem enorm groovenden Riff, allerdings geht der Nummer gegen Ende etwas die Puste aus. Die geht Corgan nie aus. Dessen Gesang ist es auch, der die Hörerschaft sicher spalten wird. Corgans Organ ist ein reichlich nasales, und findet sicher nicht bei jedem Anklang, und auch ich muss zugeben, dass ich nicht allzu viel auf einmal davon vertrage. Man kann der Stimme des Manns aber sich nicht ihren Wiedererkennungswert abreden. So z.B. im ersten Ruhepunkt „Today“, das auf den ersten Blick positiv erscheint, aber tatsächlich von Corgans Selbstmordgedanken und Depressionen handelt, die er während der Schaffensphase des Albums teils hatte. Der zweite Ruhepol der CD ist das wunderschöne „Disarm“ wahrscheinlich die schönste Ballade der Pumpkins bis heute. Es war schon immer diese Fusion von Melodie und Härte, die die Band von anderen Vertretern ihrer Gattung abhob, so kann ein Song noch so manisch verzerrt sein, eine Melodie lässt sich immer ausmachen, wie im großartigen „Geek U.S.A.“. Richtig epochal wird es noch mal gegen Ende mit dem über 8 Minuten langen „Silverfuck“, das zum fixen Live Repertoire der Band gehört. Trotz all der schlechten Vorzeichen ist den Smashing Pumpkins mit „Siamese Dream“ ihr erstes richtig großes Werk geglückt, dem auch der entsprechende Erfolg folgte.

Siamese Dream (2011 Remastered)
von The Smashing Pumpkins
(1)
Musik
18,99

Bestes von den Besten

Thomas Zörner aus Lentia , am 14.01.2012

Dies ist bereits das zweite Best Of, das die Red Hot Chili Peppers in ihrer turbulenten Karriere veröffentlichten. Gitaristen kamen und gingen, Album wurden zu tausenden verkauft, man wurde Rockstar. Das letzte Best Of bastelte sich noch aus den Frühwerken der Schoten zusammen, enthielt also kaum noch das, was man heutzutage als Hit bezeichnet, außer vielleicht natürlich "Under the Bridge". Besagte Nummer ist es auch, die dieses neue Best Of nun eröffnet. Es ist nun mal der Überhit der Band, der sie zum dem machte was sie heute ist. Aus der gleichen Epoche stammt das nicht minder beliebte "Give It Away", ebenso das rockende "Suck My Kiss", und das, überraschende, "Breaking the Girl". Anders als bei anderen Best Ofs steht hinter der Setlist dieser CD die Band selbst, weswegen es auch 1,5 Nichtsingles in diese geschafft haben. Ein "Parallel Universe", zweifelsohne einer der besten Chilissongs, hätte es sonst wahrscheinlich kaum auf das Best Of geschafft. Ansonsten tummeln sich viele übliche Verdächtige wie "Scar Tissue", "Otherside", "Californication" und "Road Trippin'" aus der Ära "Californication", und das obligatorische "By The Way", sowie das wiederum etwas überraschende "Universally Speaking" vom "By The Way" Album. Die angenehmsten Augenöffner sind aber das saucoole Stevie Wonder Cover "Higher Ground", das rare "Soul to Squeeze", und, die wahrscheinlich größte Überraschung, "My Friends", aus der Zeit mit Dave Navarro an der Gitarre. Ebenfalls schön ist, dass man zusätzlich noch 2 neue Nummern ins Paket gepackt hat, wobei "Fortune Faded" eine straighte Rocknummer darstellt, und "Save the Population" eine jener Popperlen ist, die von "By The Way" stammen könnten. Im Endeffekt kann man mit einem Best Of kaum jeden Fan zufrieden stellen, so vermisse ich z.B. "Around the World" (immerhin auch eine Single), "Don't Forget Me", oder eventuell noch "Aeroplane" von "One Hot Minute". Unterm Strich ist dies aber ein sehr amtlicher Querschnitt durch das neuere Schaffen (bis "By The Way") der Band, dass sich dank "Soul to Squeeze" und der 2 neuen Songs auch für alteingesessene Fans lohnt.

Greatest Hits
von Red Hot Chill Peppers
(2)
Musik
8,99

Money, money, money

Thomas Zörner aus Lentia , am 14.01.2012

Frauen und Shopping. Ein vermeintliches Klischee, das wohl noch nicht genug ausgelutscht wurde, so dachte sich scheinbar P.J. Hogan und machte aus zwei Büchern von Autorin Sophie Kinsella diesen Film. Hätte er das doch lieber gelassen. Die Heldin unseres Films ist Rebecca, und sie ist ein Shopaholic. Was das ist? Ein Mensch, der zwanghaft shoppen muss, um glücklich zu sein, und dabei seine Kreditkarten um Tausende Dollar überzieht. Bei Rebecca ist es vor allem Mode, die sie in den Ruin treibt, und ihr dementsprechender Traumjob ist bei als Journalistin bei der Modezeitschrift Alette zu arbeiten. Als sie aber, weil sie einen grünen Schal kaufen muss, zu spät zu ihrem ersehnten Vorstellungsgespräch kommt, ist der Job schon vergeben. Am Ende einer Kette unvorgesehener Ereignisse landet sie bei einem Wirtschaftsmagazin, und bekommt den Schreibberuf dort, da sie in betrunkenem Zustand mit einer Freundin einen Artikel verfasst, der den Chefredakteur überzeugt. Gut, dass besagtes Magazin ein Tochterunternehmen von Alette ist, wodurch sich Rebecca Aufstiegschancen erhofft, wäre ihr nicht ihre Shoppingmanie ständig im Weg, und ihre aufkeimenden Gefühle für ihren Chefredakteur Luke. So viel zur Story. Das Genre romantische Komödie beinhaltet grob zwei Dinge: Romantik, und Humor. Ersteres gibt es zumindest in Zügen, inklusive der vorhersehbaren Rivalin, beim Buhlen um den Angehimmelten, und all den anderen altbekannten Mätzchen, wie dem obligatorischen Streit kurz vor Ende des Films, der diesmal kein Streit ist, sondern eine Demütigung. Um den Humor steht es da etwas anders, denn er ist praktisch nicht existent, oder so simpel, dass es beinahe weh tut. Isla Fischer versucht zwar mittels grundlegend überzogenem Schauspiel irgendetwas raus zu holen, was das aber sein soll, weiß ich nicht. Ihre Kollegen bleiben neben ihrem grellbunten, schrillen Treiben recht blass, und wie sich John Goodman und John Lithgow hierhin verirrt haben, entzieht sich mir auch. Mein größtes Problem mit „Shopaholic“ ist aber, dass dies ein Frauenfilm sein will, aber es gibt nicht eine intelligente, nicht wahnsinnige, oder gar liebenswerte weibliche Figur in diesem Film. Die Art Frau, die hier beinahe glorifiziert wird, ist eine regelrechte Beleidigung für jede clevere, unabhängige Dame. Eigentlich bin ich nicht jemand, der Filme als beleidigend gegenüber einem Geschlecht, oder einer Völkergruppe empfindet, aber hier tritt einen dieser Umstand beinahe ins Gesicht. Rebecca zum Beispiel, die Heldin, ist eine laute, tapsige, und reichlich unintelligente Person, derer man einfach keinerlei Sympathie entgegen bringen kann. Was mich am Ende nur grübeln ließ ist, ob es Shopaholics wohl wirklich gibt? Im Film gibt es zumindest eine Selbsthilfegruppe, die Rebecca aber natürlich nicht hilft, sondern die sie der Lächerlichkeit preis gibt, und am Ende sprengt. Hahahaha, Menschen mit Problemen, selten so gelacht.

Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin
(1)
Film
10,99

Herr der Fliegen 2.0

Thomas Zörner aus Lentia , am 14.01.2012

Sergej Lukianenko war vor nicht all zu langer Zeit eigentlich ein noch recht unbeschriebenes Blatt. Doch dann erschienen seine Wächter Romane, und plötzlich darf sich der Russe zu den neuen Großen des Fantasygenres zählen. Mit "Die Ritter der vierzig Inseln" kommt nun ein lange nicht veröffentlichtes Frühwerk des Autors auch im deutschen Sprachraum zu seinen Ehren, und nach der Lektüre frage ich mich, wieso das so lange gedauert hat. Der Held Dima weiß nicht recht wie ihm geschieht, als er nachdem er von einem Fotografen geknippst wurde, plötzlich auf einer tropischen Insel landet. Noch viel befremdlicher ist, dass auf dieser Insel eine Burg steht, die mittels Brücken dieses Eiland mit weiteren Inseln verbindet. Doch die tropische Idylle währt nicht lange, denn bald muss Dima lernen, dass die Bewohner des Paradieses, allesamt Jugendliche, an einem grausamen Spiel teilnehmen, bei dem es darum geht die anderen Inseln zu erobern. Wer alle vierzig eingenommen hat, gewinnt, und darf nach Hause. Der Haken: es geht dabei tatsächlich um Leben und Tod. Lukianenko erzählt hier seine eigene Version von Herr der Fliegen. Eine Gruppe von jungen Menschen muss sich, ohne Hilfe von Erwachsenen, durchschlagen. Dabei bilden sich Freundschaften, Pakte, es gibt Verrat, und auch erste Ansätze von Liebe. Was der Geschichte enorm zugute kommt ist, dass er aber auch eine Prise "Lost" hinzu fügt. Immer wieder fragt man sich, was mit den Inseln auf sich hat. Wer hinter alle dem steckt. Wo sind die Jugendlichen tatsächlich? Häppchenweise füttert Lukianenko den Leser mit Antworten auf die vielen Fragen, wirft aber immer wieder neue auf, wodurch das Lesevergnügen nie Gefahr läuft langweilig zu werden. Die Figuren selbst bleiben teils blass, oder werden gut ausgeführt. Bei einer solch großen Anzahl von Charakteren, die immer wieder mal dezimiert wird, ist es nur verständlich, dass manche außen vor bleiben. Dima selbst ist ein typischer, und sympathischer, Jugendlicher, dessen einziges Ziel von Anfang an die Flucht ist. Lukianenkos Stil liest sich so flüssig wie eh und je, der Spannungsbogen ist enorm konsistent. Lediglich gegen Ende läuft die Geschichte Gefahr den Leser zu enttäuschen, und wäre da nicht dieses großartige letzte Kapitel, dann hätte das Finale tatsächlich alles vermiesen können. "Die Ritter der vierzig Inseln" ist hervorragende Fantasyliteratur, die sich sowohl für Jugendliche, wie auch Erwachsene eignet.

Die Ritter der vierzig Inseln
von Sergej Lukianenko
(4)
Buch
8,99

Am Zebrastreifen

Thomas Zörner aus Lentia , am 14.01.2012

Fälschlicherweise wird stets „Let It Be“ als letztes Album der Beatles genannt, obwohl es vor „Abbey Road“ aufgenommen wurde, wonach dieses eigentlich das „richtige“ letzte Album der Liverpooler ist. Die Band hatte sich inzwischen an ihr unweigerliches Ende manövriert. Machtkämpfe zwischen Lennon und McCartney, Unzufriedenheiten von Harrison und Starr, hatten dafür gesorgt, dass die einstige Freundschaft zwischen den vier Pilzköpfen grandios zerbröselt war. Dennoch raufte man sich noch einmal zusammen, begab sich in die legendären, namensgebenden Abbey Road Studios und nahm ein letztes Mal gemeinsam Songs auf, die es auf dieses sehr intime, und rohe Album geschafft haben. Dabei beginnt das ganze so positiv mit „Come Together“, vielleicht eine Ode daran, sich zusammen zu reißen, und es noch mal gemeinsam zu probieren, oder doch einfach einer jener Peace & Love Songs, für die die Beatles, besonders Lennon, unter anderem inzwischen standen. „Something“ stellt eines der vielleicht schönsten Liebeslieder dar, die die Beatles jemals geschrieben haben, was „Maxwell’s Silver Hammer“ sicher nicht ist. Eine meiner Lieblingsnummer der Beatles erklärt Songvater McCartney den Inhalt so, dass es darum geht, wenn alles schief. Dies verpackt er in einer reichlich skurrilen Geschichte über einen jungen Mann namens Maxwell, der mordend seine Spur durch die Nummer zieht. Dies bleibt aber nicht die einzige schräge Nummer des Albums, denn „Octopus’s Garden“ steht dem in nichts nach, auch wenn es für den Hörer textlich wohl noch weniger Sinn ergibt. Ein Lied über den Garten eines Oktopuss unter dem Meer? „Yellow Submarine“ lässt grüßen. Neben schrägen Allüren und der neuen Liebe für Blues gibt es aber auch konventionelle Beatles Kost in Form von z.B. „Here Comes The Sun“, eine fröhliche Nummer, die unter anderem von STS gecovert wurde. Wahrlich experimentell werden die vier aber bei dem schwebenden „Because“, und meinem absoluten Highlight von „Abbey Road“, dem vertrackten „I want You (She’s So Heavy)“. Bluesige Einlagen in den Strophen wechseln sich mit progressiven, beinahe metallischen Ausbrüchen im Refrain, wobei schwer zu unterscheiden ist, was denn nun Strophe und was Refrain ist, großartig. „Abbey Road“ ist, wie auch „Let It Be“, ein oft übersehenes Werk der Beatles, warum ist mir schleierhaft, immerhin bieten beide einige der besten Lieder der Pilzköpfe.

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Abbey Road - Stereo Remastered
von The Beatles
(1)
Musik
19,99

 
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