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Name:
Thomas Zörner Top 100 Rezensent
Ort:
Lentia
Rezensionen:
936 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 310

nicht hilfreich: 347

Rang:
16
Über mich:

bin da.

Thomas Zörners Rezensionen

30

13.01.2012

„Rumpelfunk”

Das erste Album, für jede Band eine große Sache. Man will sein beste geben, zeigen was man kann, und am Ende vielleicht sogar einen Majordeal einfahren. Den hatten die Red Hot Chili Peppers bereits als sie ihr erstes Album, betitelt nach ihnen selbst, aufnahmen. Vielleicht liegt es daran, dass es so ein chaotisches Werk wurde, dem noch drei weitere folgen mussten, bevor die Chilis zu den Stars wurden, die sie heute sind. Im Jahre 1984 waren Anthony Kiedis, Flea, und Co noch tief im Funk verwurzelt. Ein gewisser John Frusciante war noch nicht in der Band, und der Pop war noch der Feind. Dementsprechend rumpelnd geht es mit „True Men Don’t Kill Coyotes“ los. Auch „Baby Appeal“ fällt mit seinem ungestümen Funk regelrecht über den Hörer her, gefällt im Refrain aber nicht so gut, wie der Vorgänger. Ebenso „Buckle Down“, die Refrains, die die Chilis damals noch losließen, waren meist recht unbeeindruckend. Da aber Ausnahmen bekanntlich die Regel bestätigen gelingt ihnen mit „Get Up And Jump“ nicht nur ein vorzüglicher Partysong, sondern auch ein toller Chorus, samt brasilianischer Percussion. Der nächste nennenswerte ist das großartige „Green Heaven“, das mit seinen düsteren Gitarren apokalyptische Bilder zeichnet, während Kiedis einen seiner Pronatur Text zum Besten gibt. Neben diesen ernst zu nehmenden Beiträgen gibt es aber auch reichlich Blödsinn auf dem Chilis Debüt. „Out in L.A.“ ist ein kaum wahrnehmbarer, rasend schneller Funkknüppel, und auch „Police Helicopter“, so unterhaltsam Anthonys gesangliche Darbietung auch ist, fällt unter die Rubrik „haha“. Hierbei sei noch die Demoversion besagten Liedes erwähnt, die sich auf der remasterd befindet, die noch mal eine Ecke schräger ist, und mich immer wieder zum Lachen bringt. Es sollte noch lange dauern bis die Red Hot Chili Peppers zu dem geworden sind, was heute viele Millionen Menschen kennen und lieben. Die Ansätze sind schon da („Get Up And Jump“), aber alles in allem ist das Debüt ein recht misslungenes.

50

13.01.2012

„Klassiker”

"Blood Sugar Sex Magik" war ihr Album, nicht nur das, welches sie zu ihrem Stil finden ließ, sondern auch das, das sie weltberühmt macht und vor ausverkauften Stadien spielen ließ.
Warum war das so? Weil die Platte die Rockmusik revolutionierte und auch auf eine Art wiederbelebte, in einer Musikwelt, in der der Pop regierte.
Mit Songs wie "Give it Away" oder natürlich "Under the Bridge" haben sich die Chilis außerdem ein Denkmal in den Analen des Funkrock gesetzt.
Neben diesen absoluten Klassiker gibt es auf dem Album aber noch weit mehr Hits und super Songs, unter anderem: "Suck my Kiss", "The Righteous and the Wicked", "Blood Sugar Sex Magik" oder das Funkepos "Sir Psycho Sex".
Mit der Livewiederbelebung dieser und diverser anderer alter Songs auf ihrer "Stadium Arcadium Tour" wird auch diese Platte wohl bald wieder ihren Weg in meinen CD Player finden und das sollte sie auch in jedem anderen rockinteressierten Haushalt.

50

13.01.2012

„Dunkler die Gocken nie klingen”

Richtigen Mut kann man den Disneyfilmen kaum jemals zurechnen. Meist verließ man sich beim Mäusekonzern auf altbewährtes. Nachdem man mit „Der König der Löwen“ einen Riesenhit hatte, setzte man das gerade gesammelte Prestige mit „Pocahontas“, wenn auch nur in finanzieller Hinsicht, ziemlich in den Sand. Dass man als Regeneration gerade die Geschichte des „Glöckner von Notre Dame“ wählte, ist dann aber tatsächlich mutig. Heute kennt die Story wahrscheinlich jeder, in der sich der bucklige und allgemein recht unansehnliche Glöckner der Pariser Kirche, in die hübsche und gutherzige, wenn auch gleichzeitig temperamentvolle, Zigeunerin Esmeralda verliebt, was aber seinem Ziehvater Frollo gründlich gegen den Strich geht. Im Film ist Frollo ein Richter, während er im Buch ein kirchliches Amt inne hat, aber gegen die Kirche wollte sich Disney dann wohl doch nicht aussprechen. Wohl aber gegen Intoleranz, und Ignoranz hinsichtlich Ausländern, Exoten, und Zigeunern. Aber der Reihe nach. Quasimodo ist der Glöckner von Notre Dame, der unter der strengen Fuchtel seines Ziehvaters Frollo steht. Als das Fest der Narren statt findet, hält es Quasimodo nicht mehr aus, und mischt sich unter die Menge. Was zunächst wie ein Fest beginnt, entpuppt sich schnell als großer Fehler, als sich die restlichen Gäste gegen ihn wenden, beschimpfen und mit fauligem Obst bewerfen. Die einzige, die ihm hilft ist Esmeralda, womit sie aber ins Kreuzfeuer Frollos gerät, der nun alles daran setzt die Zigeunerin zu fangen, welche in der Kirche Asyl gefunden hat. Man sieht „Der Glöckner von Notre Dame“ spielt mit Themen, die sich wohl vor allem Erwachsenen erschließen, denn es geht um Asyl, Fremdenverfolgung, Toleranz, und sogar Lust. Natürlich alles recht subtil, am Ende ist dies doch ein Kinderfilm, aber sie sind vorhanden, und alleine das macht diesen Film, wohl zum riskantesten Disneyprojekt überhaupt. Was kann man noch über diesen Streifen sagen, was man nicht über jeden anderen Trickfilm der Marke Disney sagt. Die Animationen sind fantastische. Das alte Paris ist wunderbar eingefangen, und die Figuren liebevoll gestaltet. Die musikalischen Einlagen, denn dies ist noch mehr Musical als viele andere Disneyfilme, sind großartig, vor allem Frollos Nummer. Und „Der Glöckner von Notre Dame“ ist außerdem noch etwas: groß. Die letzten Momente, wenn Esmeralda auf dem Scheiterhaufen landet, und Quasimodo zu ihrer Rettung eilt, sind gigantisch. „Der Glöckner von Notre Dame“ ist sicher nicht der typische Disney Zeichentrickfilm für jedermann, aber er sollte auf jeden Fall gesehen werden, alleine um zu sehen, was auch in diesem Medium alles möglich ist.

30

05.01.2012

„Hühneraugen”

Supergroups sind so eine Sache. Einerseits ist es natürlich verlocken einige der besten ihres Faches zusammenzupacken, und gemeinsam Musik zu machen. Andererseits stellt sich die Frage, ob es dabei denn noch um Musik geht, oder um die großen Namen, die dahinter stecken. Im Fall von Chickenfoot sind es vier außerordentlich Namen, die sich hinter einem außerordentlich aussagekräftigen Bandnamen verstrecken. Sammy Hager, seines Zeichens Röhre bei Van Halen, macht den Gesang. Chad Smith, sonst Trommler der Red Hot Chili Peppers, bearbeitet die Felle. Michael Anthony wurde ebenfalls von Van Halen rekrutiert und zupft den Bass. Und last but not least wäre da Joe Satriani, ein Teil des Gitarrendreiergestirns G3, und auch hier Meister der Saiten. Was die vier als Chickenfoot machen, ist weder künstlerisch besonders wertvoll, noch intellektuell, oder gar neu. Es klingt mehr als wären diese Rockstars in eine Garage gegangen, und hätten gemeinsam gejammt. Das ist nicht neu, aber charmant alle mal, vor allem wenn das Endprodukt so wunderbar old school ist, wie hier. Songs wie der Opener „Last Temptation“ sind lyrisches Flachland, bestechen aber durch Led Zeppelin, oder AC/DC Zitate, Namen, die sich beim Genuss von „III“, das obskurer Weise das zweite Album der Band ist, geradezu aufdrängen. Bei „Alright, alright“, einem Ohrwurm oberster Güteklasse, denkt man beinahe sofort an die Stones, und experimentellere Nummern wie „Dubai Blues“ erinnern mich an Dire Straits. „III“ ist kein Album, dem man seine ganze Aufmerksamkeit schenken muss, es ist was zum drüberstreuen, weil es angenehm zu hören ist, und an Zeiten erinnert, in denen Männer wie Robert Plant noch die Radiolandschaft regierten.

CD

III

Chickenfoot

EUR 15,99 *
auf Merkliste

30

05.01.2012

„Hühneraugen”

Supergroups sind so eine Sache. Einerseits ist es natürlich verlocken einige der besten ihres Faches zusammenzupacken, und gemeinsam Musik zu machen. Andererseits stellt sich die Frage, ob es dabei denn noch um Musik geht, oder um die großen Namen, die dahinter stecken. Im Fall von Chickenfoot sind es vier außerordentlich Namen, die sich hinter einem außerordentlich aussagekräftigen Bandnamen verstrecken. Sammy Hager, seines Zeichens Röhre bei Van Halen, macht den Gesang. Chad Smith, sonst Trommler der Red Hot Chili Peppers, bearbeitet die Felle. Michael Anthony wurde ebenfalls von Van Halen rekrutiert und zupft den Bass. Und last but not least wäre da Joe Satriani, ein Teil des Gitarrendreiergestirns G3, und auch hier Meister der Saiten. Was die vier als Chickenfoot machen, ist weder künstlerisch besonders wertvoll, noch intellektuell, oder gar neu. Es klingt mehr als wären diese Rockstars in eine Garage gegangen, und hätten gemeinsam gejammt. Das ist nicht neu, aber charmant alle mal, vor allem wenn das Endprodukt so wunderbar old school ist, wie hier. Songs wie der Opener „Last Temptation“ sind lyrisches Flachland, bestechen aber durch Led Zeppelin, oder AC/DC Zitate, Namen, die sich beim Genuss von „III“, das obskurer Weise das zweite Album der Band ist, geradezu aufdrängen. Bei „Alright, alright“, einem Ohrwurm oberster Güteklasse, denkt man beinahe sofort an die Stones, und experimentellere Nummern wie „Dubai Blues“ erinnern mich an Dire Straits. „III“ ist kein Album, dem man seine ganze Aufmerksamkeit schenken muss, es ist was zum drüberstreuen, weil es angenehm zu hören ist, und an Zeiten erinnert, in denen Männer wie Robert Plant noch die Radiolandschaft regierten.

dvd

Mulan

Tony Bancroft

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

28.12.2011

„Die Hunnen gleifen an!”

Frauen haben es bei Disney selten leicht. Entweder sind sie reichlich uninteressante Prinzessinnen, die von ebenso uninteressanten Prinzen gerettet werden, oder aber sie müssen sich in einer von Männern dominierten Welt durchschlagen und sich beweisen, wie eben „Mulan“. Ich halte es „Mulan“ gleich zugute, dass die Titelheldin keine Prinzessin ist, sondern eine, wenn auch aus angesehener Familie kommende, normale junge Frau. Allerdings stehen ihr frauliche Dinge nicht besonders gut zu Gesicht, so scheitert sie gleich zu Beginn des Films grandios daran eine Heiratsvermittlerin von sich zu überzeugen, was in einem mittelschweren Desaster endet, und Mulan fragt sich, wo nur ihre Bestimmung liegt, wenn sie nicht in dem aufgeht, was ihr von ihrer Umgebung als „richtiger Weg“ aufgezeigt wird. Worin sie gut ist, stellt sich heraus, als die Hunnen China angreifen und ihr Vater in die Armee eingezogen werden soll. Sie verkleidet sich als junger Mann, und geht anstatt seiner zum Heer. Zunächst stellt sich das harte Training noch als scheinbar große Herausforderung dar, doch bald überflügelt sie ihre männlichen Kameraden. Doch was, wenn jemand herausfinden sollte, dass sie gar nicht der Mann ist, als der sie sich ausgibt? Dieses Damoklesschwert hängt beständig über ihrem Kopf, und sorgt für einige der witzigsten Szenen des Films. Apropo witzig. Mit dem Drachen Mushu, der eigentlich die Aufgabe hätte den Wächter der Familie zu Mulans Rettung zu entsenden, diese Mission dann aber selbst übernimmt, schickt Disney einen der besten Comic reliefs überhaupt ins Rennen. In der deutschen Synchronisation von Otto Walkes gesprochen, sorgt der, eher an eine Eidechse erinnernde, Feuerspucker für einige große Lacher. Besonders erwähnt werden sollte hierbei auch Walkes’ Leistung, der sich hervorragend macht. Der Humor, den „Mulan“ bietet ist im Allgemein mehr als gelungen, das Timing ist schnell und auf den Punkt, die Pointen spitze, trotz der Kriegsgeschichte ist dies vielleicht einer der humorvollsten Disneyfilme. Ebenfalls toll ist der natürlich feministische Touch der Geschichte, der aber Gott sei Dank nicht bis zum letzten ausgereizt wird, sondern oft wunderbar subtil bleibt, obwohl allein die Ausgangssituation anderes nahe legt. Aber trotz all dieser Lobpreisungen gibt es auch an „Mulan“ ein paar Negativpunkte. Der augenscheinlichste ist der Bösewicht. Der Anführer der Hunnen, Shan-Yu, bleibt vollkommen blass und interessant. Sein Design ist zwar gut gelungen und bedrohlich, besonders seine Augen, aber als Charakter ist der Kriegsherr mit einem Stück grauen Papier vergleichbar. Disney hatte bisher so großartige Bösewichte, wie Ursula („Arielle“), Frollo („Der Glückner von Notre Dame“), oder Scar („Der König der Löwen“), da ist Shan-Yu eine herbe Enttäuschung. Um der Thematik gerecht zu werden, hat man sich in Sachen Stil natürlich am asiatischen Markt orientiert, doch sehe ich das nur teils als gelungen an. Die Hintergründe sind oft nicht existent, und das einzig nennenswerte spielt sich im Vordergrund ab. Filme wie „Berhand und Bianca im Känguruland“ haben bereits gezeigt, wie fantastisch Zeichentrick auf jeder Ebene aussehen kann. Am Ende bleibt „Mulan“ aber ein wunderbarer Film für Jung und Alt, der einige grandiose Szenen bietet (Die Hunnen greifen am Pass an), und fantastischen Humor.

blu-ray

Stichtag

Todd Phillips

EUR 13,99 *
auf Merkliste

30

13.12.2011

„Ein Ticket für zwei”

Es gibt Tage, da geht einfach alles schief, und machnmal ist nur ein Mensch daran Schuld. So ein Tag steht Peter bevor, als er auf Ethan stößt. Dieser sorgt nicht nur dafür, dass beide aus ihrem Flugzeug fliegen, dass Peter zu seiner schwangeren Frau bringen sollte, sondern auch, dafür, dass er seine Brieftasche verliert, und sich plötzlich unfreiwilligerweise mit der bärtigen Nervensäge zusammenraufen muss, um nach Los Angeles zu kommen. Was macht man, wenn man gerade den Überraschungserfolg des Jahres abgeliefert hat? Diese Frage musste sich auch Todd Philipp stellen, nachdem er "Hangover" ins Kino brachte. Natürlich möglichst schnell einen weiteren Film drehen, und dieser wurde "Stichtag". Dazu noch einen namhaften Cast, samt dem durch "Hangover" berühmt gewordenen, neuen Gesicht Zach Galifianakis, und der Rubel rollt. Das tat er auch, selbst wenn "Stichtag" nie an die Klasse eines "Hangover" heranreicht. Zwar gibt ein Duo namens Robert Downey Jr. und Galifianakis auf dem Papier einiges her, doch muss man den beiden auch entsprechendes zu tun geben, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Leider leidet bereits "Stichtag" unter jenem Motto, das "Hangover 2" so viel schlechter als Teil 1 machte, es muss alles derber sein. Onanierwitze waren vielleicht in der Unterstufe witzig, aber nicht mehr heute. Trotzdem gibt es Momente in denen man getrost lachen kann, wenn Philipps und sein Team mal von der Derbheitstour absteigen. Besonders anrechnen muss man "Stichtag" außerdem, dass er oft unerwartete ernste Töne anschlägt. Zwar ist es einer der großen Lacher, dass Ethan seinen Vater als Asche in einer Kaffeedose mit sich trägt, was aber auch diesem Umstand noch gemacht wird, entwickelt sich einigen sehr emotionalen Szenen, bei denen man der Ulkkugel Galifianakis auch einiges an Schauspieltalent anrechnen muss. Am Ende scheitert "Stichtag" wahrscheinlich an den Erwartungen, die man dank Cast und "Hangover" an dem Film hat, der sicher nicht schlecht ist, aber eben auch nicht richtig gut.

dvd

Stichtag

Todd Phillips

EUR 7,99 *
auf Merkliste

30

13.12.2011

„Ein Ticket für zwei”

Es gibt Tage, da geht einfach alles schief, und machnmal ist nur ein Mensch daran Schuld. So ein Tag steht Peter bevor, als er auf Ethan stößt. Dieser sorgt nicht nur dafür, dass beide aus ihrem Flugzeug fliegen, dass Peter zu seiner schwangeren Frau bringen sollte, sondern auch, dafür, dass er seine Brieftasche verliert, und sich plötzlich unfreiwilligerweise mit der bärtigen Nervensäge zusammenraufen muss, um nach Los Angeles zu kommen. Was macht man, wenn man gerade den Überraschungserfolg des Jahres abgeliefert hat? Diese Frage musste sich auch Todd Philipp stellen, nachdem er "Hangover" ins Kino brachte. Natürlich möglichst schnell einen weiteren Film drehen, und dieser wurde "Stichtag". Dazu noch einen namhaften Cast, samt dem durch "Hangover" berühmt gewordenen, neuen Gesicht Zach Galifianakis, und der Rubel rollt. Das tat er auch, selbst wenn "Stichtag" nie an die Klasse eines "Hangover" heranreicht. Zwar gibt ein Duo namens Robert Downey Jr. und Galifianakis auf dem Papier einiges her, doch muss man den beiden auch entsprechendes zu tun geben, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Leider leidet bereits "Stichtag" unter jenem Motto, das "Hangover 2" so viel schlechter als Teil 1 machte, es muss alles derber sein. Onanierwitze waren vielleicht in der Unterstufe witzig, aber nicht mehr heute. Trotzdem gibt es Momente in denen man getrost lachen kann, wenn Philipps und sein Team mal von der Derbheitstour absteigen. Besonders anrechnen muss man "Stichtag" außerdem, dass er oft unerwartete ernste Töne anschlägt. Zwar ist es einer der großen Lacher, dass Ethan seinen Vater als Asche in einer Kaffeedose mit sich trägt, was aber auch diesem Umstand noch gemacht wird, entwickelt sich einigen sehr emotionalen Szenen, bei denen man der Ulkkugel Galifianakis auch einiges an Schauspieltalent anrechnen muss. Am Ende scheitert "Stichtag" wahrscheinlich an den Erwartungen, die man dank Cast und "Hangover" an dem Film hat, der sicher nicht schlecht ist, aber eben auch nicht richtig gut.

20

05.12.2011

„Money, money, money”

Frauen und Shopping. Ein vermeintliches Klischee, das wohl noch nicht genug ausgelutscht wurde, so dachte sich scheinbar P.J. Hogan und machte aus zwei Büchern von Autorin Sophie Kinsella diesen Film. Hätte er das doch lieber gelassen. Die Heldin unseres Films ist Rebecca, und sie ist ein Shopaholic. Was das ist? Ein Mensch, der zwanghaft shoppen muss, um glücklich zu sein, und dabei seine Kreditkarten um Tausende Dollar überzieht. Bei Rebecca ist es vor allem Mode, die sie in den Ruin treibt, und ihr dementsprechender Traumjob ist bei als Journalistin bei der Modezeitschrift Alette zu arbeiten. Als sie aber, weil sie einen grünen Schal kaufen muss, zu spät zu ihrem ersehnten Vorstellungsgespräch kommt, ist der Job schon vergeben. Am Ende einer Kette unvorgesehener Ereignisse landet sie bei einem Wirtschaftsmagazin, und bekommt den Schreibberuf dort, da sie in betrunkenem Zustand mit einer Freundin einen Artikel verfasst, der den Chefredakteur überzeugt. Gut, dass besagtes Magazin ein Tochterunternehmen von Alette ist, wodurch sich Rebecca Aufstiegschancen erhofft, wäre ihr nicht ihre Shoppingmanie ständig im Weg, und ihre aufkeimenden Gefühle für ihren Chefredakteur Luke. So viel zur Story. Das Genre romantische Komödie beinhaltet grob zwei Dinge: Romantik, und Humor. Ersteres gibt es zumindest in Zügen, inklusive der vorhersehbaren Rivalin, beim Buhlen um den Angehimmelten, und all den anderen altbekannten Mätzchen, wie dem obligatorischen Streit kurz vor Ende des Films, der diesmal kein Streit ist, sondern eine Demütigung. Um den Humor steht es da etwas anders, denn er ist praktisch nicht existent, oder so simpel, dass es beinahe weh tut. Isla Fischer versucht zwar mittels grundlegend überzogenem Schauspiel irgendetwas raus zu holen, was das aber sein soll, weiß ich nicht. Ihre Kollegen bleiben neben ihrem grellbunten, schrillen Treiben recht blass, und wie sich John Goodman und John Lithgow hierhin verirrt haben, entzieht sich mir auch. Mein größtes Problem mit „Shopaholic“ ist aber, dass dies ein Frauenfilm sein will, aber es gibt nicht eine intelligente, nicht wahnsinnige, oder gar liebenswerte weibliche Figur in diesem Film. Die Art Frau, die hier beinahe glorifiziert wird, ist eine regelrechte Beleidigung für jede clevere, unabhängige Dame. Eigentlich bin ich nicht jemand, der Filme als beleidigend gegenüber einem Geschlecht, oder einer Völkergruppe empfindet, aber hier tritt einen dieser Umstand beinahe ins Gesicht. Rebecca zum Beispiel, die Heldin, ist eine laute, tapsige, und reichlich unintelligente Person, derer man einfach keinerlei Sympathie entgegen bringen kann. Was mich am Ende nur grübeln ließ ist, ob es Shopaholics wohl wirklich gibt? Im Film gibt es zumindest eine Selbsthilfegruppe, die Rebecca aber natürlich nicht hilft, sondern die sie der Lächerlichkeit preis gibt, und am Ende sprengt. Hahahaha, Menschen mit Problemen, selten so gelacht.

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