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RezensentInnen des Österreichischen Bibliothekswerks Top 100 Rezensent
Rezensionen:
306 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 15

nicht hilfreich: 4

Rang:
91

RezensentInnen des Österreichischen Bibliothekswerkss Rezensionen

50

07.04.2011

„Eine Geschichte über eine chinesische Familie, in der gute Noten eine wichtige Rolle spielen.”

"Jin Ling soll eine gute Schülerin sein - das ist sie eigentlich auch, nur in Mathematik hat sie große Schwierigkeiten. Ihre Eltern, besonders ihre Mutter, setzen sie unter Druck. Anfangs kann sie das noch verdrängen, später aber bekommt das Mädchen nur noch größere Probleme durch den Druck aus ihrem Elternhaus. Ihre Mutter versucht sogar mit einer Abnehm-Kur ihre Noten zu beeinflussen und zu verbessern. Mit den Seidenraupen, die sie auf dem Markt ersteht, will sich Jin Ling von ihren Problemen ablenken. Dies klappt aber nur dürftig, da die Raupen ihre ganze Aufmerksamkeit beanspruchen. Durch sie lernt Jin Ling allerdings eine ehemalige Lehrerin kennen, die ihr bei ihren Problemen helfen kann...
Huang Beijia, in China eine bekannte Autorin für Erwachsene und Jugendliche, trifft mit ""Seidenraupen für Jin Ling"", 1996 im Original erschienen, den Geschmack vieler jugendlicher LeserInnen. Auf humorvolle Art und Weise erzählt der Roman von den Ängsten und Sorgen vieler vom Leistungsdruck geplagter chinesischer Schulkinder. Das Buch ist aufgrund der Thematik sicher gut als Schullektüre geeignet. Manch ein Schüler wird sich in Jin Ling hineinversetzen können, obwohl die Familien- und Lernstrukturen in China ganz anders sind als bei uns.
Durch die übersichtliche Gliederung der Geschichte in Kapitel werden sicherlich auch Lesemuffel zum Lesen angeregt. Die Übersetzung der chinesischen Wörter am Ende der Lektüre macht das Buch noch interessanter. (Vera Karl, 15 Jahre)"

buch

Alica

Bernhard Hennen

EUR 14,95 *
auf Merkliste

50

07.04.2011

„Ein spannender Fantasyroman, der zum Träumen anregt.”

"Alica fährt in den Schulferien zu ihren Großeltern, die ein Rittergut besitzen. Ihr Großvater vergisst jedoch, sie abzuholen, deshalb macht sich Alica alleine auf den Weg zum alten Herrenhaus ihrer Verwandten. Dort angekommen, findet sie niemanden vor. Schon beim Betreten des Hauses hat Alica das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt. Als sie dann gruselige Geräusche hinter einer Tür hört, siegt ihre Neugier und sie öffnet die Tür. Eine abenteuerliche und mitreißende Geschichte nimmt ihren Lauf: Alica muss mit Hilfe von Wallerich, einem Heinzelmann, und seiner Möwe Schnapper einen Geisterfalken erlösen. Und auch ein junger Husar aus dem Jahre 1812, den das Mädchen im Badezimmerspiegel ihrer Großmutter gesehen hat, soll gefunden werden. Damit ihr das gelingt, schreckt Alica auch nicht vor einem Pakt mit Arduinna, der Dunklen Königin, zurück...
In diesem fesselnden Fantasyroman riskiert ein Mädchen alles für ihre große Liebe und löst jahrhundertealte Geheimnisse. Die Geschichte lässt einen nicht mehr los, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Bernhard Hennen hat mit diesem Buch das Herz aller Fantasyliebhaber getroffen, im Besonderen von Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren (Vera Karl, 15 Jahre)"

50

07.04.2011

„Ein Plastikmädchen auf der Suche nach sich selbst, nach einem echten Leben, fernab aller Künstlichkeit.”

"Wie im vielfach ausgezeichneten Debüt ""Eine wie Alaska"" (2007) steht auch in John Greens neuem Jugendbuch eine faszinierende und geheimnisvolle Mädchenfigur im Mittelpunkt. Schon seit seinen Kindertagen ist der stille Quentin in Margo, das temperamentvolle Mädchen von nebenan, verliebt. Margo, mutig und bei allen beliebt, tut, so scheint es, immer das, was sie sich in den Kopf setzt, reißt von zuhause aus, wenn ihr nach neuen Abenteuern ist. Eines Nachts steht sie in Quentins Zimmer und bittet ihn, den Gewissenhaften, Braven, um Hilfe: Nach einem verrückten Streifzug durch die Nacht, in der der rechtschaffene Q mehr als einmal über seinen Schatten springen muss, bleibt Margo verschwunden. Und Quentin findet Spuren, rätselhafte Hinweise auf ihren Aufenthaltsort, die Margo nur für ihn zurückgelassen hat. Margos Spuren lassen Q keine Ruhe, er taucht immer tiefer ins Margo-Universum ein. Kannte er sie überhaupt? Oder gab es viele Margos? Und wie dachte, fühlte die echte? Will sie überhaupt von ihm gefunden werden? Q erkennt, dass er erst die echte Margo kennenlernen muss, um einen Weg zu ihr zu finden. Eine abenteuerliche Suche beginnt, die lyrische Ausflüge in Whitmans ""Grashalme"" bereithält und in einer rasanten, kongenial geschilderten Autofahrt quer durch Amerika gipfelt.
John Green ist ein begnadeter junger Autor, der die Gefühle junger Leute ernst nimmt und sie nah an ihrem Erleben schildert: Die Frage nach der eigenen Identität treibt Margo, die große Unnahbare, die niemanden hinter ihre Fassade blicken lässt, um. Wie viel preisgeben vom eigenen Wesenskern? Doch Margo will nicht länger ein Plastikmädchen, eine Projektionsfläche für die Wünsche anderer sein, sie begibt sich auf eine Reise zu sich selbst, möchte die hohle, künstliche Hülle hinter sich lassen, echt, lebendig sein. Und vielleicht gelingt es dem sympathischen Q am Ende ja, sie wirklich zu sehen. Mit jeder Seite versinkt man tiefer in dieser Geschichte, in der Elemente der Detektivgeschichte, des Roadmovies und Liebesromans gelungen miteinander verknüpft sind. Leichtfüßig erzählt Green von Identitätsfindung und vom berauschten Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt. Pointierte Dialoge, trockener Humor, geniale Vergleiche und Situationskomik sorgen trotz der nachdenklich machenden Thematik, die einen noch länger beschäftigen wird, für Lachsalven. Jugendliteratur vom Feinsten, besonders empfehlenswert! (Cornelia Gstöttinger)"

50

07.04.2011

„Gwendolyns Leben wird immer verrückter, nur wegen diesem Zeitreise-Gen! ”

"Der zweite Band der Trilogie ""Liebe geht durch alle Zeiten"" von Kerstin Gier fängt genau dort an, wo der erste Band endete, nämlich bei dem unglaublichen Kuss. Gwendolyn kann es noch gar nicht richtig fassen: Zuerst behandelt Gideon sie so herablassend und dann plötzlich küsst er sie! Doch in der nächsten Minute ist der Zauber auch schon wieder verschwunden, anscheinend ebenso wie seine Zuneigung zu ihr. Für Liebeskummer hat Gwendolyn allerdings nicht viel Zeit, denn neben dem alltäglichen Elapsieren (in die Vergangenheit reisen) muss sie sich auch noch auf einen Ball und eine Soiree mit dem unheimlichen Grafen von Saint Germain im 18. Jh. vorbereiten. Und die Tanzschritte eines Menuetts zu lernen, ist doch wirklich alles andere als einfach! Als wäre das alles nicht schon verwirrend genug, trifft sie in der Vergangenheit plötzlich auf ihren Großvater, der ihr erzählt, sie hätte dieses Treffen mit ihm persönlich vereinbart. Doch wer weiß, vielleicht kann ihr Großvater sogar etwas Klarheit in all die Rätsel bringen.
Der zweite Band dieser fantastischen Trilogie ist mindestens genauso gut wie der erste - wenn nicht sogar besser! Man begleitet die Protagonistin liebend gerne, sowohl in den romantischen Minuten als auch auf die lustige Soiree und die abenteuerlichen Zeitreisen. Man möchte nach jedem Kapitel sofort wissen, wie es weitergeht. Daher sollte man sich für dieses Buch lieber einen ganzen Tag freihalten! Allen Bibliotheken wärmstens empfohlen! Für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahre geeignet. (Angelika Leitner, 16 Jahre)"

50

07.04.2011

„Die halbvampirischen Zwillingsschwestern machen eine merkwürdige Persönlichkeitsveränderung durch.”

"Daka und Silvania besuchen mit ihren Freunden einen Jahrmarkt und kommen dabei auf die Idee, einen Wahrsager aufzusuchen, der nebenbei auch noch Wünsche erfüllen kann. Kurz darauf beginnen beide Mädchen für sie jeweils untypische Verhaltensweisen an den Tag zu legen: Daka gibt sich dem geliebten Haustier und Blutegel Karlheinz gegenüber eher distanziert und hat plötzlich Flugangst, bei Silvania tritt das Gegenteil ein, dazu verspeist sie eines Nachts heißhungrig die gesamte Blutwurstplatte und macht sich außerdem über Papas 85 Blutampullen her. Der Verdacht, dass dieser seltsame Wunscherfüller vom Jahrmarkt daran schuld sein könnte, drängt sich auf. Wie kann man das Ganze nur wieder rückgängig machen?
Witzig und flott erzählt, stören Fliegen als Zwischenmahlzeiten, Heimaterde zwischen den Zehen und Trinkbecher in Kloform in diesem Falle überhaupt nicht. Kinder, die schon die vorhergehenden Bände gern gelesen haben, werden auch die Folgebände lieben! Geeignet ab 10 Jahren. Band 5 und 6 sind ebenfalls bereits erschienen. (Rebecca Englert)"

50

07.04.2011

„Persönliche Erinnerungen eines arabischen Illustrators in Wort und Bild.”

"Mohieddin Ellabbad, ägyptischer Illustrator und Autor, hat tief in seiner Schatzkiste voll Erinnerungen gewühlt und präsentiert uns einige Anekdoten aus seinem Leben. Eine davon, im Übrigen titelgebend für dieses Werk, das 2002 erstmals auf Deutsch erschien, handelt von seinem roten Notizbuch, das er sich von seinem (erstmals für einen ganzen Monat erhaltenen) Taschengeld gekauft hatte, um seine Erinnerungen zu notieren und zu zeichnen, und das bis heute leer geblieben ist.
Diese Geschichtchen sind mit viel Liebe und Weisheit erzählt und gewähren einen tiefen Einblick in die arabische Kultur und Gesellschaft, in der Werte wie Respekt, (Gast-)Freundschaft und Bescheidenheit nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. Sehr interessant sind z. B. Exkurse über ältere arabische Bücher und Schriften, die noch eine reich verzierte persönliche Einladung bzw. eine Danksagung für die Rezeption an den Leser beinhalteten, eine Tradition, die noch bis vor einiger Zeit gepflegt wurde und die Ellabbad heute schmerzlich vermisst.
Wie auch damals in arabischen Publikationen üblich, befindet sich am Rand jeder Seite ein Einzug, der Platz für persönliche Notizen bietet. Die Illustrationen bestehen aus Textfragmenten in Farsi, die mit witzigen Zeichnungen und Abbildungen versehen sind. Dass man dieses Buch von hinten nach vorne bzw. von rechts nach links liest, versteht sich von selbst. Alles in allem ein sehr einfühlsames, liebevoll gestaltetes Potpourri eines weisen orientalischen Künstlers. Für Kinder ab 10 und für Erwachsene gleichermaßen. (Christoph Stitz)"

buch

Wildnis

Roddy Doyle

EUR 12,95 *
auf Merkliste

50

07.04.2011

„Was ist schon eine waghalsige Husky-Schlittentour in der Eiseskälte Lapplands gegen das wilde, krisengeschüttelte Reich der Pubertät? - Viel mehr als eine Abenteuergeschichte! ”

"Spannungsgeladener, temporeich erzählter Abenteuerroman oder doch lieber tragikomisch-feinsinnige Familiengeschichte gefällig? Der bekannte irische Autor Roddy Doyle bietet seinen LeserInnen beides, indem er zwei eng verbundene Erzählstränge in sich abwechselnden Kapiteln gekonnt miteinander verwebt.
Alles beginnt mit einer sehr realistisch entworfenen Krisensituation einer Patchworkfamilie unserer Tage: Familienvater Frank, die Güte in Person, bucht für seine lebenslustige zweite Ehefrau Sandra und ihre gemeinsamen Söhne Tom (10) und Johnny (11) einen unorthodoxen Ferientrip, damit seine geliebte Frau Abstand zu ihrer renitenten, sich tief in der Pubertät befindlichen Stieftochter Gráinne bekommt und sich die Begegnung mit deren leiblicher Mutter und Franks Exfrau erspart. Voller Tatendrang brechen die beiden aufgeweckten Jungs mit ihrer Mama zu einer erlebnisreichen Husky-Schlittentour in die nahezu unberührte Wildnis Lapplands auf, während sich Gráinne nach langen Jahren des Schweigens mit dem Besuch ihrer Mutter Rosemary konfrontiert sieht. Diese hat sich seinerzeit ohne Erklärung aus ihrem scheinbar intakten Familienleben aus dem Staub gemacht und jeglichen Kontakt zur Tochter verweigert. Doch der lang ersehnte Besuch entwickelt sich entgegen den Erwartungen Gráinnes und bei der zweiten Schlittentour geht Sandra in der Finsternis verloren. Die Jungs machen sich allein auf die Suche nach der Vermissten - was als großes Abenteuer begann, gerät für die drei zum harten Überlebenskampf...
Trotz temporeicher Action kommt die literarische Qualität nicht zu kurz, die knappen, fast stakkatohaften Sätze steigern die Spannung zusätzlich. Dank der einfühlsamen Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel bleiben Roddy Doyles realistisch-schlagfertige Dialoge, die klug konstruierte Dramatik voller Tragikomik und die mit erstaunlich wenigen Worten aufgebaute dichte Erzählatmosphäre des Originals völlig erhalten. Plotmäßig sind Anklänge an Bücher von Nicholas Vanier spürbar. Geschickt spielt Roddy Doyle einerseits mit den Erzählelementen einer klassischen Abenteuergeschichte á la Jack London, andererseits gewährt er mit nachdenklich stimmenden, leisen Passagen Einblicke in die Wildnis des häuslichen Lebens. Zumeist gelingt Roddy Doyle die Anbindung an die Realität recht gut, er hat minutiös recherchiert. Doch inwieweit zwei noch recht kleine Jungen allein in der Wildnis überleben könnten, scheint fraglich.
Jungs zieht vermutlich in erster Linie die attraktive Abenteuergeschichte in ihren Bann, während sich weibliche Leserinnen bestimmt gut mit der ihren Platz im Leben noch suchenden Gráinne identifizieren können. Feinster Lesestoff für männliche wie weibliche Jugendliche ab ca. 12 Jahren sowie für alle HuskyliebhaberInnen! (Elisabeth Zehetmayer)"