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Name:
reini68.blogspot.at Top 100 Rezensent
Ort:
Kottingbrunn, Niederösterreich
Rezensionen:
414 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 312

nicht hilfreich: 141

Rang:
55

reini68.blogspot.ats Rezensionen

50

07.05.2007

„Wenn der Pestbereiter kommt”

In Paris kommt das Grauen mit lautstarker Vorankündigung - Joss, ein ehemaliger Seemann, hat den Beruf seines Urgroßvaters ergriffen und wurde zu einem Ausrufer, der für fünf Franc Nachrichten die man ihm in eine Box wirft auf einem Platz verkündet. In letzter Zeit finden sich darunter altfranzösische und lateinische Texte, die weder Joss noch sein Hausherr, der ehemalige Lehrer Decambrais, zuordnen können. Erst als noch einige weitere Umstände offenbar werden, verstehen die beiden vor allem aber Kommissar Adamsberg den Zusammenhang. Der Unbekannte hat alte Texte über die Pest veröffentlicht und beginnt nun damit, Menschen zu erwürgen und es so aussehen zu lassen, als wären sie Pestopfer geworden.

Der Roman hebt sich durch eine wunderbare Sprache und noch viel mehr durch großartig gezeichnete Charaktere aus der Masse heraus. Besonders die Figuren sind extrem liebevoll und mit viel Persönlichkeit dargestellt, weit weg von den üblichen Klischees - eher durch die Bank Exzentriker. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungsebenen ist sehr flüssig und so macht das Lesen wirklich Spaß.

"Fliehe weit und schnell" lautet der Rat den Vargas dem Mörder in den Mund legt. Ein Rat dem man dem Leser zu diesem Buch nicht geben kann. Ganz im Gegenteil. Unbedingt Lesen!

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

31.03.2007

„Saxon Chronicles Teil 2”

Dieser Roman stellt den zweiten Teil der Saxon Chronicles, also der Reihe um Alfred den Großen, dar. Nachdem Uhtred am Ende des ersten Teils (The Last Kingdom / Das letzte Königreich) Ubba besiegt hat und von König Alfred enttäuscht ist, kehrt er in sein neues Heim zurück. Er trifft Leofric und schafft es ihn zu überreden mit ihm auf einen Raubzug in die Saefern-Sea (Bristolkanal) zu gehen. Bald nachdem er zurück ist überrennen die Dänen Cippanhamm (Chippenham), wo der Witan tagt und der König flüchtet. Uhtred, noch immer in Ungnade beim König, flüchtet ebenfalls; er wird Alfred noch das Leben retten und zu einem seiner Heerführer aufsteigen.

Auch der zweite Teil der Saga kann auf ganzer Linie überzeugen. Sprachlich und stilistisch habe ich Cornwell immer geschätzt, vor allem aber die Entwicklung der Charaktere und die Darstellung der Lebensumstände des Mittelalters sind genial. Mit dem Icherzähler Uhtred hat Cornwell eine außergewöhnliche Figur geschaffen, die durch Beziehungen zu den beiden Seiten (Sachsen und Dänen) beider Lebensweisen und -auffassung sehr interessant darstellt. Extrem gut gelungen auch die Zeichnung Alfreds und des Klerus, die ihren Krieg viel mehr als einen Religionskrieg denn einen Territorialkrieg verstehen.

Wie bereits den ersten Teil kann ich auch den zweiten uneingeschränkt empfehlen. Bernard Cornwell gehört ganz klar zu den besten seiner Zunft. Für Herbst 2007 hat Cornwell die Veröffentlichung des vierten Teils der Saga angekündigt, wie viele Teile diesem noch folgen werden ließ er aber offen.

5 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

31.03.2007

„Saxon Chronicles Teil 2”

Dieser Roman stellt den zweiten Teil der Saxon Chronicles, also der Reihe um Alfred den Großen, dar. Nachdem Uhtred am Ende des ersten Teils (The Last Kingdom / Das letzte Königreich) Ubba besiegt hat und von König Alfred enttäuscht ist, kehrt er in sein neues Heim zurück. Er trifft Leofric und schafft es ihn zu überreden mit ihm auf einen Raubzug in die Saefern-Sea (Bristolkanal) zu gehen. Bald nachdem er zurück ist überrennen die Dänen Cippanhamm (Chippenham), wo der Witan tagt und der König flüchtet. Uhtred, noch immer in Ungnade beim König, flüchtet ebenfalls; er wird Alfred noch das Leben retten und zu einem seiner Heerführer aufsteigen.

Auch der zweite Teil der Saga kann auf ganzer Linie überzeugen. Sprachlich und stilistisch habe ich Cornwell immer geschätzt, vor allem aber die Entwicklung der Charaktere und die Darstellung der Lebensumstände des Mittelalters sind genial. Mit dem Icherzähler Uhtred hat Cornwell eine außergewöhnliche Figur geschaffen, die durch Beziehungen zu den beiden Seiten (Sachsen und Dänen) beider Lebensweisen und -auffassung sehr interessant darstellt. Extrem gut gelungen auch die Zeichnung Alfreds und des Klerus, die ihren Krieg viel mehr als einen Religionskrieg denn einen Territorialkrieg verstehen.

Wie bereits den ersten Teil kann ich auch den zweiten uneingeschränkt empfehlen. Bernard Cornwell gehört ganz klar zu den besten seiner Zunft. Für Herbst 2007 hat Cornwell die Veröffentlichung des vierten Teils der Saga angekündigt, wie viele Teile diesem noch folgen werden ließ er aber offen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

23.03.2007

„Beeindruckend”

Cædmon of Helmsby, Sohn eines angelsächsischen Thanes und der normannischen Tochter eines Feldschers, wird bei einem Überfall von dänischen Piraten so schwer verletzt, dass er nur mehr als Krüppel angesehen wird. Als Harold Godwinson, der mächtigste Mann Englands, im Auftrag König Edwards zu William (dem Herzog der Normandie der später den Beinamen "der Eroberer" tragen wird) reist, braucht er noch einen Übersetzer. Für Cædmons Vater bietet sich eine Chance, er kann den Krüppel loswerden und seinem König einen Gefallen tun. So kommt Cædmon an den Hof des späteren englischen Königs und wird zu einem seiner Ritter. Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Angelsachsen der dem normannischen König bis zu dessen Tod nicht mehr von der Seite rücken wird, auch wenn er das eine oder andere Monat im Verließ des cholerischen Königs verbringen wird. Er berichtet über Freundschaften, Liebe, Krieg, Treue und Verrat.

Gablé hat ein großartiges Werk geschaffen, sie hält sich über weite Strecken sehr genau an die geschichtlichen Ereignisse rund um Wilhelm, die sie an Hand einiger fiktiver und vieler realer Personen erzählt. So bietet sie eine Geschichtsstunde die packender nicht sein könnte. Stilistisch und sprachlich braucht sie sich nichts vorwerfen zu lassen, in beiden Bereichen ist sie großartig. Sie schafft es immer wieder Spannung aufzubauen und kreierte so einen echten Page-Turner. Die Gestaltung der Personen ist herausragend, keine der Personen ist schwarz-weiß gezeichnet. Alle haben enormen Tiefgang und machen oft sehr interessante Entwicklungen durch.

Im Bereich der Schlachtszenen allerdings wird spürbar, dass Gablé sich nicht wirklich in dieses schreckliche Geschehen hineindenken mag. Die Schlacht von Hastings wird auf drei Seiten abgehandelt und klingt beinahe wie aus einem Schulgeschichtsbuch entnommen. Dennoch zählt Gablé bestimmt zu den größten Erzählern historischer Literatur. Gerade im Bereich des Mittelalters ging ich bisher immer davon aus, dass Bernard Cornwell der unangefochtene Meister sei. Nach diesem Roman musste ich meine Meinung revidieren, er hat eine ebenbürtige Mitstreiterin gefunden, wenngleich ihr Erzählstil doch deutlich anders ausgestaltet ist.

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.