Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Wird nicht angezeigt
Rezensionen:
137 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 12

nicht hilfreich: 5

Rang:
245

Rezensionen

20

23.03.2011

„Für mich keine Pflichtlektüre”

Nachdem ich von „Die Stadt der Träumenden Bücher“ begeistert und von „Ensel und Krete“ sehr angetan war, fiel meine Wahl auf die „Wilde Reise durch die Nacht“ als nächstes Moers-Buch. Leider kommt es für mich an die oben genannten nicht heran. Mich hat vor allem Moers’ Projekt gereizt, eine Geschichte zu ausgewählten Illustrationen von Gustave Doré zu schreiben.

Gerade aber im Vergleich zu den sehr atmosphärischen Bildern habe ich in der Erzählung die Tiefe vermisst. Im Vergleich zu den meisten seiner anderen Bücher ist die „Wilde Reise“ ein schmaler Band, in dem Moers sich eher an den klassischen Mythen orientiert, als eine eigene Geschichte zu erfinden. Auch wirken die einzelnen Kapitel, obwohl es eine Queste gibt, die sich durchzieht, auf mich ein wenig zusammenhanglos, als ob der Autor nicht alles vorher durchgeplant hätte. Ein wenig hat mich das Buch an „Alice im Wunderland“ erinnert, obwohl dies natürlich noch weit surrealer ist.
Vielleicht haben Kinder an der schnell und mit vielen Ortswechseln erzählten Geschichte, die selbstverständlich auch Absurdes und Witziges enthält, mehr Freude; mir war sie im Ganzen etwas zu wenig.

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

20

23.03.2011

„Für mich keine Pflichtlektüre”

Nachdem ich von „Die Stadt der Träumenden Bücher“ begeistert und von „Ensel und Krete“ sehr angetan war, fiel meine Wahl auf die „Wilde Reise durch die Nacht“ als nächstes Moers-Buch. Leider kommt es für mich an die oben genannten nicht heran. Mich hat vor allem Moers’ Projekt gereizt, eine Geschichte zu ausgewählten Illustrationen von Gustave Doré zu schreiben.

Gerade aber im Vergleich zu den sehr atmosphärischen Bildern habe ich in der Erzählung die Tiefe vermisst. Im Vergleich zu den meisten seiner anderen Bücher ist die „Wilde Reise“ ein schmaler Band, in dem Moers sich eher an den klassischen Mythen orientiert, als eine eigene Geschichte zu erfinden. Auch wirken die einzelnen Kapitel, obwohl es eine Queste gibt, die sich durchzieht, auf mich ein wenig zusammenhanglos, als ob der Autor nicht alles vorher durchgeplant hätte. Ein wenig hat mich das Buch an „Alice im Wunderland“ erinnert, obwohl dies natürlich noch weit surrealer ist.
Vielleicht haben Kinder an der schnell und mit vielen Ortswechseln erzählten Geschichte, die selbstverständlich auch Absurdes und Witziges enthält, mehr Freude; mir war sie im Ganzen etwas zu wenig.

40

15.03.2011

„Dirk Bach auch für Skeptiker”

Es hat einiges an Überredung gebraucht, bis ich mich an dieses Hörbuch herangewagt habe, da ich Dirk Bach als Comedian nicht sonderlich mag und auch von seiner Interpretation von "Käpt'n Blaubär" nicht sehr begeistert war. Für dieses Buch, mein Lieblingsbuch von Walter Moers, habe ich ihm doch noch eine Chance gegeben und war diesmal positiv überrascht. Erst einmal punktet das Hörbuch dadurch, dass es sich um eine ungekürzte Lesung handelt, und zweitens stellt Dirk Bach hier auch für mich sein Können als Sprecher und Interpret unter Beweis. Er verfügt über eine sehr große Bandbreite an Stimmen und Tonfällen, geht das Ganze aber im Vergleich zu "Käpt'n Blaubär" ruhiger an und nimmt das Tempo um einiges zurück, was ich sehr vorteilhaft finde. Die atmosphärischen Beschreibungen von Buchheim und die Eindrücke des jungen Hildegunst in der großen Stadt versteht er sehr schön zu vermitteln. Die Interpretation der Geschichte ist im Ganzen eher humoristisch (das Buch liest sich ja beileibe nicht nur komisch), aber nicht so sehr, dass nur Klamauk übrigbliebe.

Sowohl als Lese- wie auch als Hörbuch ein Genuß!

50

14.03.2011

„Irland für Anfänger und Fortgeschrittene”

Pete McCarthy, ein in England großgewordener Ire, unternimmt eine Reise nach Irland, um seine Wurzeln zu suchen. Wie der Titel vermuten lässt, verbringt er einen wesentlichen Teil seiner Zeit in Pubs, denn er hat sich vorgenommen, in jedem Pub, das seinen Namen trägt, ein Pint zu trinken. Trotzdem bietet das Buch weit mehr als eine Sammlung skurriler Bar- und Trinkgeschichten, denn wie der Irland-Reisende weiß, sind viele Pubs auch heute noch sozusagen das Wohnzimmer der Iren. Und da die meisten Iren auch von Natur aus neugierig und gesprächig sind, lernt er viele kennen, die ihm von ihren Berufen, ihrem Leben und ihrem Verhältnis zur grünen Insel berichten. So entsteht ein witziges und realistisches Buch über das heutige Irland, das die beliebten Idealvorstellungen - Musik, Guinness, grüne Wiesen - nicht zerstört, aber zeigt, was man in Irland heute sonst noch antreffen kann.

"McCarthys Bar" gehört für mich auf jeden Fall zu den besten Büchern über Irland, die zur Zeit auf dem Markt sind. Empfehlenswert auf jeden Fall für Irland-Fans, die mehr über Land und Leute erfahren wollen, oder auch als Reisebegleiter, denn McCarthy beschreibt einige wenig bekannte Ecken, die einen Besuch wert sind.

buch

Erdsee

Ursula K. LeGuin

EUR 14,99 *
auf Merkliste

50

14.03.2011

„Fantasy-Klassiker”

Dies ist für mich einer der schönsten und zeitlosesten Fantasy-Romane überhaupt, und vielleicht einer der wenigen, der, was Allgemeingültigkeit und inhaltliche Tiefe betrifft, den Vergleichen mit Tolkien standhalten kann. Die Serie besteht aus vier Einzelbänden, deren erster 1968 erschienen ist; die Bücher sind jedoch eine zeitlose Lektüre, denen man anmerkt, dass sie völlig unabhängig von literarischen Moden entstanden sind. Erzählt wird in den vier Büchern der Werdegang von Ged, dem größten Magier der Erdsee. Die Spannung entsteht jedoch fernab von Zauberer-Duellen und Fantasy-Action à la Dungeons&Dragons, sondern liegt vielmehr in der persönlichen Entwicklung des Hauptcharakters und den Kämpfen, die er mit sich selbst ausfechten muss. So hat die Autorin einen zeiten- und weltenübergreifenden Entwicklungsroman geschaffen, in dem sich auch der magisch nicht begabte Leser wiederfinden kann. Obwohl die einzelnen Bände vergleichsweise schmal sind, merkt man, dass wie in Tolkiens Werken eine ganze, wohldurchdachte Welt hinter den Geschichten steht. Ursula K. LeGuin bringt zwar nicht so viele Exkurse und ausufernde Beschreibungen, aber manche Themen werden immer wieder von den Figuren aufgegriffen und erläutert, vor allem verschiedene Theorien zur Magie, etwa, wie Verwandlungen funktionieren. Auch die Macht und Magie von Namen spielt in vielen ihrer Bücher eine große Rolle, wie man es auch von Naturvölkern her kennt.


Es wundert beim Lesen diese Werks nicht, dass sich die Autorin auch viel mit den Hintergründen der Fantasy-Literatur, mit der Theorie des Erzählens und mit Märchen und Mythen beschäftigt hat. Für sie ist das (mündliche) Erzählen ein wichtiger Faktor, der unser Menschsein ausmacht, der uns erwachsen werden lässt und nach dem wir zu allen Zeiten ein Bedürfnis haben. Ebenso wie bei Tolkien spielen Sagen und Legenden in allen ihren Welten eine große Rolle. Vielleicht könnte man die Beliebtheit des Fantasy-Genres in der heutigen Zeit mit dem verstärkten Wunsch der Menschen nach Sagen und Geschichten begründen. Dann ist es ein Glück, dass es solche Autoren wie Ursula K. LeGuin gibt, die so einfache, eindringliche und schöne Geschichten schaffen, die vielleicht in einer verfremdeten Welt spielen, in denen wir uns aber trotzdem, ob Kind oder Erwachsener, wiederfinden können und die zum Nachdenken anregen.

50

11.03.2011

„Magische Jahreszeiten-Küche”

Ähnlich wie in "Wilde Küche" von Susanne Fischer-Rizzi werden hier Kochrezepte im Jahreskreis vorgestellt. Die Rezeptauswahl lässt sich eventuell durch "Gerichte mit Geschichte" beschreiben: Es handelt sich um Mahlzeiten, die mit Geschichten und Sagen verknüpft sind oder die in Brauchtum und Volkskultur eine Rolle spielen, wobei die Autorin, inspiriert durch ihre zahlreichen Reisen, auch Blicke nach Indien und Afrika wirft. Gleichzeitig erfährt man einige Grundlagen zur Magie in der Küche, was sehr bodenständig und alltagsnah vermittelt wird, und man kann Erlebnisse der Autorin mit bestimmten Pflanzen oder Gerichten nachlesen.
Ein weiterer Pluspunkt ist die schöne Gestaltung des Buches mit Fotos, Zeichnungen und Gemälden von Luisa Francia selbst.

Sehr gut lesbar auch für diejenigen, die mit Esoterik nicht viel anfangen können, sich aber gern mit Mythologie, Brauchtum und bewusster Ernährung beschäftigen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

11.03.2011

„Zeitloser moderner Klassiker”

Bei sogenannten Kultbüchern (und -filmen) sollte man oft vorsichtig sein, sonst werden die Erwartungen schnell zu hoch gesteckt. Bei "Fool on the Hill" ist diese Bezeichnung jedoch vollkommen gerechtfertigt, und man kann seit Jahren beobachten, wie Leser mit sehr unterschiedlichen Geschmäckern zu diesem Buch greifen (meist nach persönlicher Empfehlung eines anderen Fans) und sofort davon fasziniert sind.
Ein Versuch, den Inhalt zusammenzufassen, ist, wie andere Leser schon bemerkt haben, sehr schwierig und wahrscheinlich auch nicht nötig. Wichtig ist, dass es wahrscheinlich wenige Autoren gibt, die so viele Figuren, Geschichten und Erzählebenen in ein Buch fassen können, dass dann trotzdem so spannend und unterhaltsam zu lesen ist. Ob Fantasy, Liebesgeschichte, Märchen, Krimi, Tiergeschichte oder Drama, in "Fool on the Hill"werden die meisten Leser ihr Lieblingsgenre finden und gleichzeitig neue Vorlieben entdecken.

50

07.03.2011

„Die Anfänge einer Hexen-Karriere”

Ein etwas untypisches Buch von Terry Pratchett, das trotzdem einigen Stoff zum Weiterdenken bietet: Im Kreideland, einer bodenständigen, von Schäfern und Landwirten besiedelten Gegend, werden die Grenzen zwischen den Welten durchlässig, und eine böse Märchenkönigin entführt den zweijährigen Willwoll. Seine neunjährige Schwester Tiffany befreit ihn und entdeckt dabei, dass sie das Zeug zur Hexe hat.
Sehr schön beschreibt der Autor dabei, was es mit der Macht der Hexen auf sich hat; die Zauberei ist eigentlich nur Beiwerk, das man in Ausnahmefällen verwenden sollte. Viel wichtiger ist es, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, zwischen Traum und Realität unterscheiden zu können, zu wissen, wo man herkommt, und helfen zu können, ohne eine Gegenleistung zu verlangen (was nicht heißt, das man auch keine bekommen wird) - eine Aufstellung, die auch für moderne Hexen in unserer Zeit interessant sein könnte.

Auch die Wir-sind-die-Größten, Pratchetts legendäre verwegene Kobolde, haben hier ihren großen Auftritt. Ein witziger Fantasy-Roman, der gut auch für Jugendliche ab 12 lesbar ist und Lust auf die Fortsetzungen und Tiffanys weiteren Werdegang macht.

buch

Wilde Küche

Susanne Fischer-Rizzi

EUR 24,90 *
auf Merkliste

50

07.03.2011

„Wildes Kochen”

Ein wunderschön gestaltetes Buch, das beim Leser sofort die Lust auf besondere Koch- und Naturerlebnisse weckt: Man möchte sofort hinausgehen, sich ein Plätzchen am Fluss oder auf einer Lichtung suchen, Holz sammeln und ein Feuer anzünden. Die Rezepte decken eine große Bandbreite ab; neben Eintöpfen, Heißgetränken, Gegrilltem und Gedämptem gibt es auch einige Dinge, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie am Lagerfeuer funktionieren, zum Beispiel Brot und Schokoladenkuchen. Dazu werden auch andere, von Naturvölkern inspirierte Kochmethoden vorgestellt, etwa das Garen in der Erdgrube. Dazu gibt es wichtige und nützliche Informationen zum Umgang mit Feuer sowie Geschichten und Sagen zu dem Thema - vielleicht zum Vorlesen, wenn man nach dem Essen noch beisammensitzt.