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Artikeldetails zu Marionetten

AutorJohn LeCarré

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 22 cm

  • ISBN-103-550-08756-X
  • ISBN-139783550087561
  • Verlag Ullstein Verlag
  • ÜbersetzerRegina Rawlinson, Sabine Roth
  • Einbandartgebunden
  • Seiten366
  • Auflage7. Auflage
  • VeröffentlichtNovember 2008
  • GenreRoman
  • Gewicht692g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelA Most Wanted Man

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Leseprobe aus Marionetten

Rezensionen der Redaktion zu Marionetten

"John le Carrés Romane überzeugen wie die von Balzac, sie klagen an wie die von Zola, aber sie predigen nicht. Sie addieren sich zu einem einzigen großenhumanistischen Plädoyer." (Der Spiegel)

Kurzbeschreibung zu Marionetten

Ein junger Moslem reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Im Hamburger Stadtteil Altona bittet er eine türkische Familie um Hilfe. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. So beginnt John le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001.In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessenbe wegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächsten liebe,eis kaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischenTerror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.

Beschreibung der Redaktion zu Marionetten

Hamburg nach 9/11. Ein muslimischer Terrorverdächtiger ist die Schlüsselfigur im gnadenlosen Wettlauf internationaler Geheimdienste. Der neue Roman von John le Carré erzählt von einer durch den Terror veränderten Gesellschaft, in der jeder Unschuldige und Schuldige gleichermaßen Statist in einem undurchschaubaren Marionettenspiel ist.
Ein junger Moslem reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Im Hamburger Stadtteil Altona bittet er eine türkische Familie um Hilfe. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. So beginnt John le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001.In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächsten liebe,eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.

Portrait

John LeCarré:
John Le Carré (eigentlich David John Moore Cornwell), geboren 1931 in Poole/ England. 1956-58 tätig als Lehrer in Eton. Von 1959-64 in diplomatischen Dienst in Bonn und Hamburg tätig. Seine Spionage-Romane brachten ihm weltweit Bekanntheit und zahlreiche Preise ein.

Bewertung unserer Kunden zu Marionetten

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12

20

27.04.2012

„Doch wer ist der Puppenspieler?”

von einer Kundin oder einem Kunden aus St. Ingbert
Issa, ein tschetschenischer Moslem, flüchtet sich nach Deutschland, wo ihn eine türkische Familie aufnimmt. Diese stellt für ihn Kontakt zu einer jungen Flüchtlingshilfswerk-Anwältin Annabelle her, die ihm dabei hilft, sein ihm „zustehendes“ Geld aus Kriegsgeschäften seines Vaters vom Bankhaus Frères zu beschaffen, damit er das geplante Medizinstudium in Deutschland aufnehmen kann.
Dadurch werden beim Bankier Brue „alte Wunden“ aufgerissen, denn die sog. Lippizaner-Konten rühren aus dubiosen Bankgeschäften, die sein Vater mit ausländischen Geldwäschern zu Zeiten des Kalten Krieges abgewickelt und in die er selbst nie involviert war. Doch damit nicht genug. Aufgrund seiner Herkunft und seiner umständlichen Einreise nach Deutschland ist der Geheimdienst auf Issa aufmerksam geworden und beobachtet ihn. Dies hat auch für seine „Kontaktpersonen“ in Deutschland verheerende Folgen, denn auch sie geraten ins Visier der Terrorfahnder.

Auch wenn der Autor und ehemalige MI5-Agent in seiner Heimat in England regelrecht gefeiert und über den grünen Klee gelobt wird, so kann ich diese Euphorie nicht ganz nachvollziehen. Mich hat sein Werk „Marionetten“ nicht gerade bedingungslos überzeugt. Das mag vielleicht aber auch daran liegen, dass mich der Kalte Krieg und die damit einhergegangenen Folgen noch nie sehr interessiert haben. Und dieses geschichtliche Ereignis kam bisweilen häufiger und intensiver in der Geschichte vor als die angekündigten Folgen des 11. September.

Weiterhin ist das Buch sprachlich eine wahre Herausforderung. Es ist inhaltlich sehr anspruchsvoll geschrieben, setzt einiges an geschichtlichem Wissen und bilateralen Beziehungen voraus, so dass man sich darauf konzentrieren muss, um es vollends zu verstehen.

Am Ende gibt es nur Verlierer, die trotz des Gefühls eigenständig zu handeln, letztendlich Marionetten und somit für den (nicht existierenden) Puppenspieler durchschaubar waren.

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40

04.09.2011

„Wer zieht an den Fäden?”

von einer Kundin oder einem Kunden
Wer zieht an den Fäden? ist der nicht nur sprichwortliche rote Faden, der sich durch das ganze Buch von John LeCarré hindurchzieht. Ob das Buch nun historisch, realistisch und möglichst wirklichkeitsnah ist, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber ich habe mich fantastisch unterhalten gefühlt und eine Geschichte gelesen, die spannend war, die unterhaltsam war, und die zusätzlich auch noch (sofern es sich da um realitätsnahe Beschreibungen gehandelt hat) einen Einblick in eine Welt gibt, die mir sonst eher verschlossen war, in die der Geheimdienste.

Zu keiner Zeit fand ich das Buch langweilig, es sind zwar manchmal ein paar Stellen, die sich etwas ziehen, oder deren Zusammenhang nun nicht ganz klar wird - wenn zum Beispiel seitenlang über die Verhöre der Anwältin Annabel durch Bachmann und Erna Frey vom Geheimdienst schwadroniert wird... Aber die Irrungen und Wirrungen, die das Buch nimmt, lassen einen immer gespannter werden auf das Finale und die Antwort auf ein paar Fragen: Wer oder was ist Issa, der muslimische Tschetschene wirklich? Welche Konstrukte stecken hinter Dr. Abdullahs Machenschaften? Wer hat wirklich das Sagen über die geheimnisvollen Projekte, Operationen und Geheimdienstmissionen?

Das Ende fand ich - auch genau aus dem Grund, weil ich doch so gern die Fragen ausführlich beantwortet haben hätte - eher knapp und nicht mehr so erläuternd, wie viele Teile des Buches vorher waren. Man muss zudem auch höllisch aufpassen, wer denn nun genau wer ist, Ian, Newton, Martha.... wer gehört zu wem, wer verfolgt welche Interessen, wer hat nochmal welchen Befehl gegeben? Aber genau das fand ich interessant, spannend und hat wirklich wie die Faust aufs Auge zum Titel gepasst: Schlussendlich zieht eben einer an den Strippen, die anderen sind - auch wenn sie das vielleicht wirklich erst im buchstäblich letzten Moment merken - die Marionetten im Spiel der Strippenzieher und werden für deren Zielerreichung manipuliert.

Ein unterhaltsamer Krimi/Thriller, ohne viel tatsächlich beschriebene Gewalt, aber mit viel subtilem "Was wäre wenn" und für mich realistisch klingenden Berichten aus der "Parallelwelt" der Geheimdienste.

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40

22.09.2009

„Die Marionetten sind wir alle”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Köln
"Marionetten" von John Le Carrè hat mir sehr gut gefallen. Schauplatz ist die Stadt Hamburg im Jahr 2008. Zu Anfang dachte ich, dass es sich um den üblichen Thriller rund um 9/11 handelt und hier mal wieder die Gefahr geschürt werden soll, die von islamischen Attentätern ausgeht. Dem ist jedoch absolut nicht so!
Ganz im Gegenteil zeigt uns John Le Carrè hier, welche Gefahr die Rechtfertigung von Aktionen mit dem Argument des "Heimatschutzes" oder der "Terrorverhinderung" birgt. Sollte die Vorgehensweise der deutschen Behörden wie dem Verfassungsschutz auch nur zum Teil der Wahrheit entsprechen, so finde ich das sehr bedenklich. Bisher war ich noch von der wagen Hoffnung ausgegangen, dass eine aggressive Vorgehensweise, wie sie hier beschrieben ist und wie sie eher der Manier amerikanischer Geheimdienste entspricht, in unserem Land noch keinen Einzug gefunden hat.
"Marionetten" ist erschreckend realistisch und spannend bis zur letzten Minute. John Le Carrè zieht an den richtigen Fäden und auch seine Figuren sind eigentlich nur Puppen im großen Spiel. Auch wenn es sich hier um eine Übersetzung aus dem englischen handelt, merkt man, dass der Autor sehr vertraut mit Deutschland, der deutschen Kultur und Mentalität ist. Alles wirkt sehr stimmig und von den Figuren bis zu den Schauplätzen gut recherchiert und ausgearbeitet. Die beiden so gegensätzlichen Figuren des Privatbankiers und der Sozialanwältin sind mir sehr sympathisch und ich hätte auch nichts dagegen, wenn sie einmal in einem weiteren Buch von John Le Carrè erneut auftauchen.

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30

08.05.2009

„Kein Erfolg für die Vorausschauenden ...”

von Tukka
Der Tschetschene Issa Karpow kommt illegal nach Deutschland und will sich in Hamburg eine Zukunft aufbauen. Dabei helfen könnte ihm eine Menge Geld aus dem Erbe seines Vaters, dass er aber nicht annehmen möchte. Dennoch baut er den Kontakt zu Tommy Brue, dem verwaltenden britischen Bankier auf; ihm zur Seite steht die Juristin Annabel Richter, die sich bei einer Flüchtlingsorganisation engagiert und ihm einen legalen Aufenthaltsstatus ermöglichen will. Issa steht allerdings auf der Liste terrorverdächtiger Personen und so geraten sowohl Annabel als auch Tommy schnell ins Visier der Geheimdienste, die Issa mit allen Mitteln in die Finger bekommen wollen.

Geschickt stellt LeCarré von Beginn an fast alle "Fakten" rund um Issa in Frage. Immer wieder werden Zweifel an der Version gestreut, die Issa über seine Vergangenheit zum Besten gibt. Ist Issa der potenzielle Terrorist, zu dem die Geheimdienste ihn machen? Ist er ein Flüchtling, der ein übles Schicksal erlitten hat? Oder ist er ein junger Mann, der mit der Vergangenheit seines Vaters nicht zurecht kommt? Oder ist Issa etwas ganz anderes? Sehr vielsagend lässt der britische Geheimdienst Tommy Brue wissen, dass in der Vergangenheit bereits mehrfach mit unterschiedlichen Wahrheiten operiert worden ist und gerade so geht es weiter. Das Stichwort "Terrorismus" ist nach 9/11 ein probates Mittel, um harmlose Beteiligte gefügig in einen Tanz zu ziehen, bei dem es eigentlich schlicht um Geldwäsche und Korruption zu gehen scheint.

Wer sich diesen LeCarré aussucht, weil er mit dem Namen Spannung und Action verbindet, sollte sich ein anderes Buch suchen. Spannung bietet das Buch nur, wenn man geduldig einer Art Schachspiel zuschauen kann, bei dem mehrere Parteien ihre Figuren strategisch zu setzen versuchen, bei dem man als Leser lange im Dunkeln tappt und die Beweggründe und Hintergründe innerhalb der Handlungsstränge lange weder als Wahrheit oder Lüge identifizierbar sind. Für mich war dieses Buch interessant, weil es Einblick in das Geschäft hinter den Kulissen gibt. Keine Frage, dass sich irgendwann auch Amerikaner an der Hatz beteiligen und keine Frage, dass LeCarré von ihnen genau das Bild zeichnet, das man in diesem Zusammenhang erwartet: Letzten Endes waren so ziemlich alle Beteiligten bloß Marionetten ...

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30

05.05.2009

„Vorausschauen ist nicht gefragt”

von Tukka
Der Tschetschene Issa Karpow kommt illegal nach Deutschland und will sich in Hamburg eine Zukunft aufbauen. Dabei helfen könnte ihm eine Menge Geld aus dem Erbe seines Vaters, dass er aber nicht annehmen möchte. Dennoch baut er den Kontakt zu Tommy Brue, dem verwaltenden britischen Bankier auf; ihm zur Seite steht die Juristin Annabel Richter, die sich bei einer Flüchtlingsorganisation engagiert und ihm einen legalen Aufenthaltsstatus ermöglichen will. Issa steht allerdings auf der Liste terrorverdächtiger Personen und so geraten sowohl Annabel als auch Tommy schnell ins Visier der Geheimdienste, die Issa mit allen Mitteln in die Finger bekommen wollen.

Geschickt stellt LeCarré von Beginn an fast alle "Fakten" rund um Issa in Frage. Immer wieder werden Zweifel an der Version gestreut, die Issa über seine Vergangenheit zum Besten gibt. Ist Issa der potenzielle Terrorist, zu dem die Geheimdienste ihn machen? Ist er ein Flüchtling, der ein übles Schicksal erlitten hat? Oder ist er ein junger Mann, der mit der Vergangenheit seines Vaters nicht zurecht kommt? Oder ist Issa etwas ganz anderes? Sehr vielsagend lässt der britische Geheimdienst Tommy Brue wissen, dass in der Vergangenheit bereits mehrfach mit unterschiedlichen Wahrheiten operiert worden ist und gerade so geht es weiter. Das Stichwort "Terrorismus" ist nach 9/11 ein probates Mittel, um harmlose Beteiligte gefügig in einen Tanz zu ziehen, bei dem es eigentlich schlicht um Geldwäsche und Korruption zu gehen scheint.

Wer sich diesen LeCarré aussucht, weil er mit dem Namen Spannung und Action verbindet, sollte sich ein anderes Buch suchen. Spannung bietet das Buch nur, wenn man geduldig einer Art Schachspiel zuschauen kann, bei dem mehrere Parteien ihre Figuren strategisch zu setzen versuchen, bei dem man als Leser lange im Dunkeln tappt und die Beweggründe und Hintergründe innerhalb der Handlungsstränge lange weder als Wahrheit oder Lüge identifizierbar sind. Für mich war dieses Buch interessant, weil es Einblick in das Geschäft hinter den Kulissen gibt. Keine Frage, dass sich irgendwann auch Amerikaner an der Hatz beteiligen und keine Frage, dass LeCarré von ihnen genau das Bild zeichnet, das man in diesem Zusammenhang erwartet: Letzten Endes waren so ziemlich alle Beteiligten bloß Marionetten ...

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30

03.05.2009

„Leben in Hamburg nach dem 11. September 2001”

von stjerneskud aus Stuttgart
Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein Pappschild entgegen. Seiner Mutter Leyla, die aus der Türkei stammen und sich gemeinsam mit Melik um die deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt, hat Mitleid mit Issa und gewährt ihm Unterschlupf in ihrem Haus. Schließlich wird Annabelle Richter vom Fluchthafen Hamburg, die illegale Einwanderer juristisch betreuen, eingeschaltet. Sie wiederum nimmt Kontakt zu Tommy Brue auf, der Issa zu dem Erbe seines Vaters verhelfen kann. Issas Aufenthalt in Hamburg zieht weite Kreise.

Ich hatte bislang keinen von John le Carrés Romanen gelesen und wusste auch jetzt nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Anfangs las sich die Geschichte noch gut, obwohl sie etwas Aberwitziges an sich hatte, aber später tat ich mich schwer damit und ich konnte nicht übermäßig viel mit ihr anfangen.

Ich konnte nicht einschätzen, in weit es der Realität in Deutschland entspricht, dass man eine Anwältin auf Schritt und Tritt verfolgen darf, ihr droht, sie gegen ihren Willen zu einem Lockvogel macht und sie ihren Mandanten verraten soll. Zum Ende hin wurde es für mich immer verworrener, ich kam mit den Namen durcheinander, konnte mich oftmals nicht mehr daran erinnern, wer wer ist, wer zu wem gehört und was für ein abgekatertes Spiel die Spezialeinheiten und Geheimdienste spielten. Für mich hätten noch ein paar offene Fragen beantwortet werden müssen.

Für die Figur des Issa konnte ich keine rechte Sympathie empfinden. Möglicherweise lag es daran, dass aus seiner Sicht die Geschichte nie erzählt wurde und man somit in Issas Gedankenwelt keinen Einblick erhält. Ich wusste nichts so recht mit ihm anzufangen und was er wirklich für einer ist. Vielleicht hätte er einfach in Schweden bleiben sollen, denn es ist doch utopisch glauben zu können, dass ihm jemand einfach so einen Medizinplatz verschaffen könnte, wenn viele andere junge Menschen diesen Berufswunsch haben und sich um einen Studienplatz bewerben, aber eine Absage erhalten. Am wenigsten mochte ich seine Denkweise Annabels betreffend, dass er sie einfach wie ein Stück Vieh auf einem Markt, in seinen Besitz bringen kann, ihr seine Kultur und seine Religion aufzwingt und sie nur noch das tun muss, was ihr der (Ehe-)Mann vorschreibt.

Es war kein Buch für mich, aber jemand anderer könnte seinen Gefallen daran finden.

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30

03.05.2009

„Leben in Hamburg nach dem 11. September 2001”

von stjerneskud aus Stuttgart
Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein Pappschild entgegen. Seiner Mutter Leyla, die aus der Türkei stammen und sich gemeinsam mit Melik um die deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt, hat Mitleid mit Issa und gewährt ihm Unterschlupf in ihrem Haus. Schließlich wird Annabelle Richter vom Fluchthafen Hamburg, die illegale Einwanderer juristisch betreuen, eingeschaltet. Sie wiederum nimmt Kontakt zu Tommy Brue auf, der Issa zu dem Erbe seines Vaters verhelfen kann. Issas Aufenthalt in Hamburg zieht weite Kreise.

Ich hatte bislang keinen von John le Carrés Romanen gelesen und wusste auch jetzt nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Anfangs las sich die Geschichte noch gut, obwohl sie etwas Aberwitziges an sich hatte, aber später tat ich mich schwer damit und ich konnte nicht übermäßig viel mit ihr anfangen.

Ich konnte nicht einschätzen, in weit es der Realität in Deutschland entspricht, dass man eine Anwältin auf Schritt und Tritt verfolgen darf, ihr droht, sie gegen ihren Willen zu einem Lockvogel macht und sie ihren Mandanten verraten soll. Zum Ende hin wurde es für mich immer verworrener, ich kam mit den Namen durcheinander, konnte mich oftmals nicht mehr daran erinnern, wer wer ist, wer zu wem gehört und was für ein abgekatertes Spiel die Spezialeinheiten und Geheimdienste spielten. Für mich hätten noch ein paar offene Fragen beantwortet werden müssen.

Für die Figur des Issa konnte ich keine rechte Sympathie empfinden. Möglicherweise lag es daran, dass aus seiner Sicht die Geschichte nie erzählt wurde und man somit in Issas Gedankenwelt keinen Einblick erhält. Ich wusste nichts so recht mit ihm anzufangen und was er wirklich für einer ist. Vielleicht hätte er einfach in Schweden bleiben sollen, denn es ist doch utopisch glauben zu können, dass ihm jemand einfach so einen Medizinplatz verschaffen könnte, wenn viele andere junge Menschen diesen Berufswunsch haben und sich um einen Studienplatz bewerben, aber eine Absage erhalten. Am wenigsten mochte ich seine Denkweise Annabels betreffend, dass er sie einfach wie ein Stück Vieh auf einem Markt, in seinen Besitz bringen kann, ihr seine Kultur und seine Religion aufzwingt und sie nur noch das tun muss, was ihr der (Ehe-)Mann vorschreibt.

Es war kein Buch für mich, aber jemand anderer könnte seinen Gefallen daran finden.

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30

03.05.2009

„Leben in Hamburg nach dem 11. September 2001”

von stjerneskud
Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein Pappschild entgegen. Seiner Mutter Leyla, die aus der Türkei stammen und sich gemeinsam mit Melik um die deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt, hat Mitleid mit Issa und gewährt ihm Unterschlupf in ihrem Haus. Schließlich wird Annabelle Richter vom Fluchthafen Hamburg, die illegale Einwanderer juristisch betreuen, eingeschaltet. Sie wiederum nimmt Kontakt zu Tommy Brue auf, der Issa zu dem Erbe seines Vaters verhelfen kann. Issas Aufenthalt in Hamburg zieht weite Kreise.

Ich hatte bislang keinen von John le Carrés Romanen gelesen und wusste auch jetzt nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Anfangs las sich die Geschichte noch gut, obwohl sie etwas Aberwitziges an sich hatte, aber später tat ich mich schwer damit und ich konnte nicht übermäßig viel mit ihr anfangen.

Ich konnte nicht einschätzen, in weit es der Realität in Deutschland entspricht, dass man eine Anwältin auf Schritt und Tritt verfolgen darf, ihr droht, sie gegen ihren Willen zu einem Lockvogel macht und sie ihren Mandanten verraten soll. Zum Ende hin wurde es für mich immer verworrener, ich kam mit den Namen durcheinander, konnte mich oftmals nicht mehr daran erinnern, wer wer ist, wer zu wem gehört und was für ein abgekatertes Spiel die Spezialeinheiten und Geheimdienste spielten. Für mich hätten noch ein paar offene Fragen beantwortet werden müssen.

Für die Figur des Issa konnte ich keine rechte Sympathie empfinden. Möglicherweise lag es daran, dass aus seiner Sicht die Geschichte nie erzählt wurde und man somit in Issas Gedankenwelt keinen Einblick erhält. Ich wusste nichts so recht mit ihm anzufangen und was er wirklich für einer ist. Vielleicht hätte er einfach in Schweden bleiben sollen, denn es ist doch utopisch glauben zu können, dass ihm jemand einfach so einen Medizinplatz verschaffen könnte, wenn viele andere junge Menschen diesen Berufswunsch haben und sich um einen Studienplatz bewerben, aber eine Absage erhalten. Am wenigsten mochte ich seine Denkweise Annabels betreffend, dass er sie einfach wie ein Stück Vieh auf einem Markt, in seinen Besitz bringen kann, ihr seine Kultur und seine Religion aufzwingt und sie nur noch das tun muss, was ihr der (Ehe-)Mann vorschreibt.

Es war kein Buch für mich, aber jemand anderer könnte seinen Gefallen daran finden.

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20

20.03.2009

„Wanted: Spannung!”

von einer Kundin oder einem Kunden
John le Carrés neuster Roman „Marionetten“ spielt in Hamburg, das deutlich von den Folgen der Attentate des 11. September 2001 geprägt ist. Hamburg wurde nicht zufällig als Schauplatz ausgewählt, sondern weil dort zeitweise einige der Attentäter lebten.
In John le Carrés Hamburg leben der türkische Sportler Melik und seine Mutter Leyla, die engagierte Anwältin Annabel Richter und der schottische Bankier Tommy Brue sowie Issa, ein Tschetschene, der illegal über Schweden und Dänemark nach Deutschland kam. Issa taucht plötzlich in Meliks Leben auf und nistet sich auch bei ihm zu Hause ein, weil Meliks Mutter hat Mitleid mit dem offensichtlich körperlich und geistig kranken Issa hat.
Issa ist jedoch bei verschiedenen Geheimdiensten kein unbeschriebenes Blatt und wird als islamischer Terrorist gesucht. Sein Vater soll ein vermögender Osteuropäer sein, der bei dem Vater von Tommy Brue ein Schwarzgeldkonto angelegt hatte. Tommy Brue und Annabel Richter sollen ihm eine Aufenthaltsgenehmigung und einen Studienplatz organisieren.

Als die verschiedenen Geheimdienste und der Verfassungsschutz ins Geschehen eingreifen, wird die meiner Meinung nach ohnehin schon sehr konstruierte Grundidee überstrapaziert. Bis zum Ende wird nicht deutlich, wer die Fäden zieht. Spätestens ab der Mitte des Buches hätte ich jedoch auf sehr verknotete Fäden getippt, so verworren wird die Handlung. Issa ist für mich eine unglaubwürdige Figur und auch die anderen Hauptfiguren wirken eher wie Karikaturen.

John le Carré hat sehr gründlich für diesen Roman recherchiert und seine eigenen Erfahrungen als ehemaliger Geheimagent des britischen Geheimdienstes eingebracht. Das Ergebnis ist leider eine überladene und unglaubwürdige Geschichte, die viel zu spät auf den Markt kommt. In den sieben Jahre seit den Anschlägen in den USA habe ich so viel darüber gehört und gelesen, dass mich „Marionetten“ nicht fesseln konnte.

Fazit: Gute Idee, langweilige Umsetzung und Jahre zu spät veröffentlicht. Vielleicht ist das Buch in ein paar Jahren wieder interessant, wenn eine jüngere Lesergeneration erfahren möchte, welche Auswirkungen die Attentate hatten und wie Geheimdienste arbeiteten.

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Diese Artikel haben mir auch gefallen: Auf jeden Fall vorher "Todesschrei" lesen und viel ungestörte Lesezeit einplanen.

30

18.03.2009

„Gefangen im Spiel der Geheimdienste”

von villawiebke
Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine Mutter Leyla Mitleid mit dem Schwerkranken hegt und so verstecken sie ihn gemeinsam in ihrer Wohnung. Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen können, der unbekannte Fremde ist kein unbeschriebenes Blatt mehr.

Im Verlaufe des Geschehens übernimmt die Anwältin Annabel Richter, die für eine Hamburger Hilfsorganisation tätig ist, die rechtliche Unterstützung für Issa. Von Zweifeln geplagt, versucht sie bei Issa alles richtig zu machen. Denn schon einmal hat sie einen Mandanten verloren, der trotz ihrer Unterstützung abgeschoben wurde. Voller Engagement hängt sie sich in die Sache rein, bis auch sie zur Zielperson des Verfassungsschutzes wird und mit ihnen zusammenzuarbeiten muss.

Weitere Hilfe erfährt Issa durch den Bankier Tommy Brue, der nach anfänglicher Skepsis Issa seine volle Unterstützung gewährt. Als Besitzer einer Privatbank verwaltet er das Erbe des Flüchtlings, schmutziges Geld aus Russland, angelegt vor Jahren noch von seinem Vater auf einem so genannten Lippizanerkonto. Sein Interesse an Issa besteht vorrangig darin, sich der Altlasten seines Vaters zu entledigen und die Bank von ihnen zu säubern.

All diese Geschehnisse werden zunächst unbemerkt, später aber offensichtlich, von verschiedensten Organisationen, ob nun Verfassungsschutz oder Geheimdienste überwacht und als diese ihre Chance wittern, über Issa an einen noch größeren Fisch heranzukommen, schlagen diese erbarmungslos zu. Alle Skrupel werden dabei über den Haufen geworfen und zurück bleiben letztendlich nur die Opfer. Und Opfer sind sie alle in diesem Spiel.

Der Autor John le Carre, selbst ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes profitiert von seinem Wissen und den Erfahrungen in dieser Branche, die er gezielt in seinen Romanen einsetzt. Sprachlich recht anspruchsvoll unter Bezugnahme einzelner, sehr relitätsnah umgesetzter Charaktere versteht er es, den Leser stellenweise gut zu fesseln. Leider stolpert dieser aber immer wieder über langatmige Passagen oder Protagonisten, denen es einfach am nötigen Tiefgang fehlt und die dadurch zunehmend blass erscheinen.

Das Thema des Buches ist sehr aktuell gewählt. Die Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen unserer heutigen Zeit wird aus verschiedenen Positionen heraus verarbeitet, so dass der Leser während des Lesens gezwungen ist, des Öfteren nachdenklich einzuhalten. Alles in allem, ein gut gewählter Stoff. Und trotzdem konnte mich dieser Roman insgesamt nicht so richtig überzeugen. Es bleibt das Gefühl, dass der Autor durch das Buch einen Weg gefunden hat, seine Wut und die Unfähigkeit, Dinge verändern zu können, verarbeitet. Man selbst als Leser bleibt aber ziemlich unzufrieden zurück.

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30

10.03.2009

„Gefangen im Spiel der Geheimdienste”

von villawiebke
Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine Mutter Leyla Mitleid mit dem Schwerkranken hegt und so verstecken sie ihn gemeinsam in ihrer Wohnung. Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen können, der unbekannte Fremde ist kein unbeschriebenes Blatt mehr.

Im Verlaufe des Geschehens übernimmt die Anwältin Annabel Richter, die für eine Hamburger Hilfsorganisation tätig ist, die rechtliche Unterstützung für Issa. Von Zweifeln geplagt, versucht sie bei Issa alles richtig zu machen. Denn schon einmal hat sie einen Mandanten verloren, der trotz ihrer Unterstützung abgeschoben wurde. Voller Engagement hängt sie sich in die Sache rein, bis auch sie zur Zielperson des Verfassungsschutzes wird und mit ihnen zusammenzuarbeiten muss.

Weitere Hilfe erfährt Issa durch den Bankier Tommy Brue, der nach anfänglicher Skepsis Issa seine volle Unterstützung gewährt. Als Besitzer einer Privatbank verwaltet er das Erbe des Flüchtlings, schmutziges Geld aus Russland, angelegt vor Jahren noch von seinem Vater auf einem so genannten Lippizanerkonto. Sein Interesse an Issa besteht vorrangig darin, sich der Altlasten seines Vaters zu entledigen und die Bank von ihnen zu säubern.

All diese Geschehnisse werden zunächst unbemerkt, später aber offensichtlich, von verschiedensten Organisationen, ob nun Verfassungsschutz oder Geheimdienste überwacht und als diese ihre Chance wittern, über Issa an einen noch größeren Fisch heranzukommen, schlagen diese erbarmungslos zu. Alle Skrupel werden dabei über den Haufen geworfen und zurück bleiben letztendlich nur die Opfer. Und Opfer sind sie alle in diesem Spiel.

Der Autor John le Carre, selbst ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes profitiert von seinem Wissen und den Erfahrungen in dieser Branche, die er gezielt in seinen Romanen einsetzt. Sprachlich recht anspruchsvoll unter Bezugnahme einzelner, sehr relitätsnah umgesetzter Charaktere versteht er es, den Leser stellenweise gut zu fesseln. Leider stolpert dieser aber immer wieder über langatmige Passagen oder Protagonisten, denen es einfach am nötigen Tiefgang fehlt und die dadurch zunehmend blass erscheinen.

Das Thema des Buches ist sehr aktuell gewählt. Die Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen unserer heutigen Zeit wird aus verschiedenen Positionen heraus verarbeitet, so dass der Leser während des Lesens gezwungen ist, des Öfteren nachdenklich einzuhalten. Alles in allem, ein gut gewählter Stoff. Und trotzdem konnte mich dieser Roman insgesamt nicht so richtig überzeugen. Es bleibt das Gefühl, dass der Autor durch das Buch einen Weg gefunden hat, seine Wut und die Unfähigkeit, Dinge verändern zu können, verarbeitet. Man selbst als Leser bleibt aber ziemlich unzufrieden zurück.

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30

10.03.2009

„Gefangen im Spiel der Geheimdienste”

von villawiebke
Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine Mutter Leyla Mitleid mit dem Schwerkranken hegt und so verstecken sie ihn gemeinsam in ihrer Wohnung. Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen können, der unbekannte Fremde ist kein unbeschriebenes Blatt mehr.

Im Verlaufe des Geschehens übernimmt die Anwältin Annabel Richter, die für eine Hamburger Hilfsorganisation tätig ist, die rechtliche Unterstützung für Issa. Von Zweifeln geplagt, versucht sie bei Issa alles richtig zu machen. Denn schon einmal hat sie einen Mandanten verloren, der trotz ihrer Unterstützung abgeschoben wurde. Voller Engagement hängt sie sich in die Sache rein, bis auch sie zur Zielperson des Verfassungsschutzes wird und mit ihnen zusammenzuarbeiten muss.

Weitere Hilfe erfährt Issa durch den Bankier Tommy Brue, der nach anfänglicher Skepsis Issa seine volle Unterstützung gewährt. Als Besitzer einer Privatbank verwaltet er das Erbe des Flüchtlings, schmutziges Geld aus Russland, angelegt vor Jahren noch von seinem Vater auf einem so genannten Lippizanerkonto. Sein Interesse an Issa besteht vorrangig darin, sich der Altlasten seines Vaters zu entledigen und die Bank von ihnen zu säubern.

All diese Geschehnisse werden zunächst unbemerkt, später aber offensichtlich, von verschiedensten Organisationen, ob nun Verfassungsschutz oder Geheimdienste überwacht und als diese ihre Chance wittern, über Issa an einen noch größeren Fisch heranzukommen, schlagen diese erbarmungslos zu. Alle Skrupel werden dabei über den Haufen geworfen und zurück bleiben letztendlich nur die Opfer. Und Opfer sind sie alle in diesem Spiel.

Der Autor John le Carre, selbst ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes profitiert von seinem Wissen und den Erfahrungen in dieser Branche, die er gezielt in seinen Romanen einsetzt. Sprachlich recht anspruchsvoll unter Bezugnahme einzelner, sehr relitätsnah umgesetzter Charaktere versteht er es, den Leser stellenweise gut zu fesseln. Leider stolpert dieser aber immer wieder über langatmige Passagen oder Protagonisten, denen es einfach am nötigen Tiefgang fehlt und die dadurch zunehmend blass erscheinen.

Das Thema des Buches ist sehr aktuell gewählt. Die Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen unserer heutigen Zeit wird aus verschiedenen Positionen heraus verarbeitet, so dass der Leser während des Lesens gezwungen ist, des Öfteren nachdenklich einzuhalten. Alles in allem, ein gut gewählter Stoff. Und trotzdem konnte mich dieser Roman insgesamt nicht so richtig überzeugen. Es bleibt das Gefühl, dass der Autor durch das Buch einen Weg gefunden hat, seine Wut und die Unfähigkeit, Dinge verändern zu können, verarbeitet. Man selbst als Leser bleibt aber ziemlich unzufrieden zurück.

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20

03.02.2009

„Überhaupt nicht überzeugend”

von Nicole W. aus Brakel
Die Idee, ein Buch zu schreiben über unsere Gesellschaft, wie sie sich nach den Ereignissen des 11. Septembers verändert hat, fand ich gut. Die Umsetzung in Form von John le Carrés "Marionetten" lässt meiner Ansicht nach allerdings zu wünschen übrig.

In "Marionetten" geht es um Issa, einen jungen Tschetschenen, der illegal über Schweden nach Deutschland kommt und sofort in den Focus diverser Geheimdienste und anderer Organisationen kommt.
Aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, erfährt der Leser immer direkt die doch sehr unterschiedlichen Aufassungen der diversen Protagonisten. Einen Überblick über die gesamte Situation hat tatsächlich niemand, denn in die Karten schauen lässt sich keine Organisation, geredet wird nie Klartext und jeder glaubt von sich selbst alle Fäden selbst zu spinnen und über alles informiert zu sein. Der Leser weiß allerdings, dass bis zum Ende niemand wirklich weiß, was überhaupt gespielt wird und wer da nach wessen Pfeife tanzt.

Sprachlich recht anspruchsvoll und nicht für Zwischendurch weiß le Carré sich gut auszudrücken. Allerdings konnten mich alle Charaktere zu keiner Zeit überzeugen und ich fragte mich tatsächlich das ganze Buch über, was denn nun die Intention überhaupt ist, so zu handeln wie die Protagonisten handeln. Obwohl die ganze Geschichte recht ausschweifend erzählt wird fehlte mir Tiefe an allen Ecken und Enden, sowohl bei Handlung als auch bei den Charakteren.

Insgesamt konnte mich dieser Roman leider überhaupt nicht überzeugen, denn außer vielen Vorurteilen und diversen Einblicken in Geheimdienstorganisationen, die man sich so nicht vorstellen kann, konnte ich diesem Buch leider nichts entnehmen.

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30

26.12.2008

„Wenige Spione spionieren wenig Geheimes”

von Al
Nach einer Menge positiver Bewertungen zu Marionetten hatte ich mich wirklich auf die Lektüre des neuen Romans von John Le Carré gefreut. Grund zur Freude hatte ich auch als ich am Ende des Buches angekommen war. Anlass dafür war jedoch kein erschreckendes Ende, sondern ein Ende des seichten Schreckens. Damit meine Gefühlsregungen nachvollziehbar bleiben, hier die Erläuterung:

John Le Carré versteht es den Leser in ein Interessantes Setting hineinzuführen. Er bewerkstelligt dies mit interessanten Persönlichkeiten, die auf andere noch interessantere Persönlichkeiten treffen und - streiten.
Vorgesetzte streiten hier mit Untergebenen, Frauen mit Männern, Kinder mit Eltern und jeweils in der Gegenrichtung, verschiedene Kulturen, Religionen und Nationen wiederum in Verkörperung einzelner Protagonisten untereinander, sowie Geheimdienste und von Geheimdiensten Verfolgte gegeneinander. Streiten ist hier durchaus im Sinne von Machtkampf zu verstehen, die Kämpfe werden allerdings auch allzu häufig in Form von schlichten Wortgefechten dargebracht. So viel zum Stil des Romans.

Inhaltlich begegnen dem Leser potentielle Terroristen, Spione verschiedener Nationen, Menschenrechtler, ein Privatbankier und etliche andere Gestalten. Ein Tschetschene flieht nach diversen Gefängnisaufenthalten und Folterqualen aus seiner Heimat über Umwege nach Deutschland. Dies bleibt der einzige Schauplatz. Der Flüchtling will in Deutschland Medizin studieren und sucht als illegaler Einwanderer bei türkischen Verwandten Unterschlupf. Verschiedene Geheimdienste halten ihn für einen islamistischen Terroristen und leiten entsprechende Maßnahmen ein, in die im Laufe der Geschichte immer mehr Personen verstrickt werden.

So interessant und tagesaktuell das Thema sein mag, so uninteressant ist es leider umgesetzt worden. Ich möchte nicht behaupten, dass der Roman schlecht ist, aber Herr Le Carré hätte einiges mehr daraus machen können. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass er tatsächlich einige Wendungen geplant hatte, die dann doch dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. So verwunderte mich der seitenlange Monolog des muslimischen Gelehrten Dr. Abdullah kurz vor Schluss, der nur einen Sinn haben kann, wenn das Ende des Buches ursprünglich anders aussehen sollte. Dieses ist im Übrigen keine wirklich große Überraschung und verpufft fast unbemerkt, so dass man das Buch leicht konsterniert zur Seite legt.

Die großen Konflikte, die hier quasi nur als Kulisse dienen, werden leider nur gestreift. Sinnvolle Zusammenhänge (die von Bedeutung für unsere globalisierte Welt sein könnten) werden nicht geliefert. Ein Beispiel: Warum hier manche Geheimdienste überhaupt Hand in Hand zusammen arbeiten sollten, bzw. wie die deutschen Geheimdienste eine Legitimation für ihr Handeln erhalten sollten, wird elegant verschwiegen.
Dass Terroristen, sonstige Schurken und auch einfache Verbrecher der erfolgreicheren Sorte ihr Geld international verschieben und auf diversen (Privat-) Banken parken, sollte nun wirklich keine Neuigkeit sein.

John Le Carré mag gut recherchiert haben. Allerdings wäre der Roman keinen Deut schlechter ohne diese Recherche ausgefallen. Somit bleibt ein schönes, teils spannendes Bauernstück, das nicht unbedingt aus der Masse heraus sticht, aber auch nicht arg dahinter zurücksteht.
Wer etwas Leichteres mit aktuellem Bezug sucht und nichts gegen notorische Streithähne hat, der kann dieses Buch ruhigen Gewissens erwerben.

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30

12.12.2008

„Gemischte Gefühle....”

von vöglein
Ausgerechnet das weltoffene Hamburg diente als Schauplatz der Attentäter des 11. September.


Der Tschetschene Issa Kapow reist illegal über Schweden nach Hamburg. Er versteckt sich zunächst bei der türkischen Familie Melik und Leyla bis er in der Juristin Annabel eine Verbündete findet, die ihn erstmal versteckt.

Aber....verdächtige Muslime wie z.Bsp. Issa geraten ins Fadenkreuz der Behörden. Egal ob BKA, BND oder andere geheime Spezialeinheiten, jeder mißtraut jedem und das große Tauziehen geht los....


Schnell ist man mitten im Geschehen.
Die Personen sind gut dargestellt und man hat das Gefühl man hätte sie schonmal irgendwo gesehen....


Bei Issa wußte ich nie so genau was ich von ihm halten sollte....ist er jetzt ein "Böser" oder eigentlich doch nur ein ganz harmloses "Kerlchen"?

Die ersten 2/3 des Buches fand ich dann auch ganz spannend und interessant, leider bricht dann irgendwo der rote Faden und es wird undurchsichtig und es zieht sich dann m.E. auch ziemlich zäh dahin.
Leider bleibt auch am Ende alles offen und es bleiben vielen offen Fragen ......


Insgesamt ein Buch, das ich mit gemischten Gefühlen zur Seite lege und erstmal nachwirken lasse.

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20

09.12.2008

„Adrenalinlose Berg- und Talfahrt”

von Daniela Moehrke aus Leipzig
Ich glaube John le Carrés Schreibstil kann man nur wirklich mögen oder aber gar nichts damit anfangen.
Zu Beginn des Buches war ich richtiggehend begeistert von seinem Schreibstil und dem rasanten Einstieg in eine vielversprechende Story. Das erste Kapitel verging förmlich im Fluge.

Dann kam jedoch für mich schon der erste Haken an diesem Buch. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit völlig anderen Figuren, als noch das erste und man wird "brutal" aus dem Zusammenhang gerissen. Dieser Szenenwechsel nahm für mich so ziemliche das gesamte Tempo aus der Geschichte.
Leider geht es dann auch so weiter, denn im 3. Kapitel wird der Leser wieder in eine neue Szene geführt. Zwar sieht man nun schon minimale Zusammenhänge zum ersten Kapitel, aber trotzdem riss der rote Faden auf diese Weise ab. Ich mag diesen ständigen Wechsel einfach nicht und die unterschiedlichen Betrachtungsweisen bleiben lange Zeit unklar.

Dabei beginnt alles so spannend:

Melik, ein junger, türkischer Boxer, der in Hamburg lebt, trifft auf der Straße immer wieder einen ausgezehrt wirkenden Jungen. Dieser begegnet ihm an den ungewöhnlichsten Orten. Eines Tages steht er plötzlich vor seiner Haustür und bittet um Obdach. In den Zeiten nach dem 11. September sind aber alle viel misstrauischer, lebten doch einige der Attentäter zuvor in Hamburg. Jedoch führen der Glaube und das Mitgefühl von Meliks Mutter dazu, dass sie Issa, so heißt der junge Mann, aufnehmen. Melik ist davon wenig begeistert, aber je mehr er über Issa erfährt, desto mehr Mitgefühl hat er auch mit ihm.

Die Figur des Issa wird nach und nach auch in den anderen Szenen und aus Sicht anderer Personen betrachtet. Durchaus interessant ist dabei, welches Licht hier nun auf Issa geworfen wird, sind es doch vollkommen verschiedene Blickwinkel unter denen er fortan betrachtet wird. So etwa aus Sicht des Bankiers Brue oder der etwas verschroben wirkenden und geheimnisvollen Anwältin Annabel Richter. Jedoch hat auch der Geheimdienst seine Aufmerksamkeit auf Issa gerichtet. Da stellt sich für den Leser natürlich die Frage, welches Issas wahres Gesicht ist. Es handelt sich also durchaus um eine interessante Geschichte, die nicht ohne Belang ist, ja sogar gehaltvoll ist. Aber ist es nicht wie beim Essen? Gehaltvolle Nahrung muss noch lange nicht schmecken.

Mir persönlich ging zu viel der Spannung aus dem ersten Kapitel verloren. Alles wirkt darauffolgend sehr konstruiert und der Autor verliert sich des öfteren in ausufernden und langatmigen Situationsbeschreibungen, die die Geschichte in keiner Form voranbringen und auch nicht wichtig für das Verständnis sind.
Zudem kommen noch einige sprachliche Fehler hinzu, die ich als störend empfunden habe. Da hat der Übsetzer bzw. das Lektorat nicht gut gearbeitet.

Insgesamt ist es folglich ein inhaltlich interessanter, aber leider nur einigermaßen passabel umgesetzer Roman, der mich in seinem Grundtenor nicht überzeugen konnte. Zwar gab es ab und zu Lichtblicke, aber der Autor schafft es dann doch immer wieder diese zunichte zu machen. Ich fürchte, dass man ihm das nicht als Talent anrechnen kann.

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10

09.12.2008

„Nicht wirklich gelungen”

von Barbara Drese aus Polling
Durch Zufall bin ich an dieses Buch gekommen. Der Klappentext hörte sich nicht schlecht an. Aber leider konnte Carré nicht überzeugen.

Inhalt:
Issa (Tschetschene und auf der Flucht vor der Polizei) reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Im Hamburger Stadtteil Altona bitte er eine türkische Familie um Hilfe, die ihn schließlich aufnimmt. Der Geheimdienst ist ihm auf der Spur und langsam finden auch die Gastgeber heraus, wer er eigentlich ist.

Mein Eindruck:

Die Protagoristen kommen und gehen. Alles plätschert so dahin. Und wenn dann doch ein klein wenig Spannung aufkommt, wird sofort zu einem anderen Schauplatz gewechselt. Das Buch hat nur wenige Zusammenhänge, es zu lesen war wirklich eine Qual und das Ende bleibt auch noch offen.

Bei einem so bisantem Thema so viel Klischees, Vorurteile und Langeweile einzubauen...na das ist auch mal eine stolze Leistung. Für mich war das sicher das letzte Buch von Carré.

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30

09.12.2008

„Marionetten”

von Sibylle Meyer aus Rotenburg (Wümme)
Schnell wird der Leser von einem Handlungsort zum anderen gejagt, dadurch wird kaum Spannung aufgebaut, endlich einmal erreichte Spannung wird durch rigorosen Wechsel des Schauplatzes sofort wieder im Keim erstickt. Die ständig wechselnden Perspektiven sind sehr verwirrend. Le Carré beschreibt die Personen sehr detailliert, was nicht zum leichteren Verständnis beiträgt, sondern die Handlungen noch zusätzlich undurchsichtig und schlecht nachvollziehbar macht.
Für mich ist es ein aktueller Politthriller, der gut recherchiert wurde, allerdings beim Lesen sehr zäh ist.

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30

09.12.2008

„Marionetten”

von Sibylle Meyer aus Rotenburg (Wümme)
Schnell wird der Leser von einem Handlungsort zum anderen gejagt, dadurch wird kaum Spannung aufgebaut, endlich einmal erreichte Spannung wird durch rigorosen Wechsel des Schauplatzes sofort wieder im Keim erstickt. Die ständig wechselnden Perspektiven sind sehr verwirrend. Le Carré beschreibt die Personen sehr detailliert, was nicht zum leichteren Verständnis beiträgt, sondern die Handlungen noch zusätzlich undurchsichtig und schlecht nachvollziehbar macht.
Für mich ist es ein aktueller Politthriller, der gut recherchiert wurde, allerdings beim Lesen sehr zäh ist.

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30

08.12.2008

„Vorurteile überall”

von axwa aus Dresden
John le Carré zeigt auch in seinem neuen Roman „Marionetten“, dass er der unumstrittene Meister des Spionageromans ist. Im Mittelpunkt steht Issa, ein junger Mann mit russisch-tschetschenischer Abstammung, der als Flüchtling in Deutschland landet und hofft hier die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen und auch Medizin studieren zu können. Seine Hoffnungen scheinen nicht unbegründet, da er Anspruch auf eine größere Summe Geld hat, welches bei einer englischen Bank hinterlegt ist. Der erste Reflex macht Issa zu einem verdächtigen Islamisten, aber bald wird dem Leser klar: bei Issa handelt sich es um einen herzensguten Jungen, der schon früher Opfer von ethnischen Vorurteilen, Polizeiverfolgung und auch Folter war. Und auch in Deutschland wird er zum Spielball der Geheimdienste.
Le Carré baut eine atmosphärisch dichte und bis zum Schluß spannende Geschichte, in der fast Niemand Herr seines Handelns bleibt. Die sprachlichen Mittel des Autors sind gewaltig und die psychologische Entwicklung der wichtigsten Protagonisten wird eindringlich und plausibel gezeichnet. Die Handlungsverläufe scheinen zwingend und unabwendbar.
Während die verschiedenen Sparten der Spionage-und Nachrichtendienste Europas sich gegenseitig austricksen, behindern und sich dabei auf die Schulter klopfen, läßt der amerikanische Geheimdienst den Rechtsstaat beiseite und setzt sich zur Wahrung amerikanischer Interessen über alle Vereinbarungen hinweg. „Amerikanische Gerechtigkeit,...Gerechtigkeit, die nicht lange fackelt.“ Ob dies nun wieder nur die Bedienung eines Klischees ist, kann ich nicht sagen, aber ich empfehle dieses Buch jedem, der Lust hat über seine eigenen Vorurteile nachzudenken.

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12

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