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Rezensionen

1234

40

16.09.2012

„Rasant, spannend, verwirrend.”

Ich fiebere Ashes 02 schon seit ungefähr einem Jahr entgegen. Um genau zu sein seit November 2011, direkt nachdem ich die letzte Seite des ersten Teils gelesen hatte! Ashes 01 ist mir soweit sehr gut im Kopf geblieben, auch nach einem Jahr wusste ich noch die gesamten Abläufe des Geschehens.

Und dann hab ich angefangen zu lesen und mich gefühlt, als hätte man mich in ein gänzlich fremdes Szenario geworfen. Ich war völlig verwirrt und brauchte einige Zeit um mich reinzulesen. Denn das Buch fing nicht wie erwartet aus Alex Sicht an, sondern bei Tom der irgendwo nirgendwo bei einem für uns fremden Pärchen war.
Danach ging es dann aber mit Alex weiter und setzte genau da an, wo Band 1 so schrecklich gemein geendet hatte.

Waren es in Ashes 01 nur die Perspektivenwechsel zwischen Tom und Alex, so kamen in Ahses 02 noch weitere hinzu - und zwar der Kampf ums Überleben von den Personen, denen Alex im ersten Band über den Weg gelaufen ist.
Und genau das war das verwirrende, teilweise konnte ich die Namen der Personen nicht mehr zuordnen bzw. habe einfach nicht verstanden, inwiefern diese Person für den Verlauf der Geschichte wichtig sein könnte. Die Perspektivenwechsel kamen schnell und man wurde quasi durch das Buch gehetzt, teilweise bin ich nicht mehr hinterhergekommen und musste die letzte Szene des jeweiligen Protagonisten noch einmal lesen.

Alle Charakter driften von einem Horrorszenario ins nächste. Alles wird immer verstrickter, Zusammenhänge werden aufgedeckt und die grausame Wahrheit rückt immer näher.

Nur durch die ständigen Perspektivwechsel war es dem Leser möglich, die Informationen zu erlangen, die er benötigt und genau das ist für mich das negative. Es war einfach zu viel - zuviele Wechsel, zuviele Personen, zuviele Namen, zuviele Informationen. Ashes 02 war wirklich schwierig zu lesen, alle eventuellen Auflösungen wurden nur angedeutet, der Rest wurde der Fantasie des Leser überlassen.

Der Schreibstil von Ilsa J. Bick überzeugte mich allerdings wieder - flüssig, mit einer Prise schwarzen Humor und spannend. Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch, durch jede Szene und gipfelt dann im Kapitel 5, wo alles mehr oder weniger zusammenläuft. Viele Fragen werden tatsächlich beantwortet - aber keine Panik, es werden ungefähr doppelt soviele wieder aufgeworfen und nach lesen des 2.Teils fühle ich mich nicht unbedingt aufgeklärter als nach dem 1.Band.

Was noch ins Auge sticht ist, das Band 2 um einiges brutaler ist, ja schon fast ins "Splatter" abrutscht. Nichts wird beschönigt, man kann sich alles wirklich sehr bildlich vorstellen (was es mir unmöglich gemacht aht, beim Lesen was zu essen ;)) und ich würde das Buch definitiv ab 16 empfehlen.

Dann merkt man auch deutlich, das Ilsa J. Bick psychologisch bewandert ist. Sie gewährt Einblick in die dunkelsten Abgründe der Menschen und am Ende steht wieder die Frage: Was würdest du tun, um zu überleben?



Diese Frage wird einem mehr als beantwortet. Ashes 02 ist spanned und rasant und so ehrlich, das es fast schon weh tut. Leider etwas zu verwirrend.

30

14.09.2012

„Tolle Idee mit viel Potential!”

Juliette sitzt seit Monaten
in einem kleinen Raum,mit nichts als einem Bett und ihrem Notizbuch. Seit Ewigkeiten hat sie mit keinem mehr geredet, die Leute halten sich von ihr fern, denn Juliettes Berührungen sind tödlich. Alles ändert sich, als Adam als ihr Mitbewohner in ihre Zelle kommt.

Zu aller erst stechen einem die durchgestrichenen Gedanken ins Auge. Juliette denkt etwas, von dem sie der Meinung ist, dass es falsch ist, oder nicht gedacht werden sollte. Das wird im Buch durchgestrichen und meistens wird das Gegenteil, das "Richtige" dahinter geschrieben. Anfangs ist das sehr verwirrend, aber auch interessant zu lesen. Eine interessante, neue Art, um einen bestimmten Charakterzug von Juliette hervorzuheben - ihre Unsicherheit, ihr fehlendes Selbstbewusstsein. Noch dazu kommt, das Juliette seit Jahren keinen Blick mehr in den Spiegel geworfen hat.

Alles in allem wird dabei beim Leser eine gewissen Beklemmung, Erdrückung hervorgerufen. Worte werden durch Wiederholung betont.
Anfangs macht es noch Spaß so zu lesen, weil es etwas besonderes ist. Aber irgendwann empfand ich es als ein bisschen störend, was jetzt aber nicht so gravierend war.

Juliette an sich ist ein sehr schwieriger Charakter. Um sie zu verstehen muss man sich folgendes vorstellen: man kann niemanden berühren, selbst ein Versehen kann tödlich enden. Sie wird behandelt wie ein Monster und lebt völlig isoliert. Sie begeht einen Fehler, weil sie helfen will und wird weggesperrt.
Keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen, nur sich selbst um sich zu beschäftigen.

Das ändert sich, als Adam zu ihr in die Zelle kommt. Er ist alles, was sich Juliette gewünscht hat - ein Mensch, der sie nicht fürchtet und der sie noch dazu berühren kann.

Ebenfalls eine wichtige Person ist Warner, dieser will Juliette als Waffe einsetzen, um Macht zu demonstrieren.

Die Liebe zwischen Adam und Juliette ging mir teilweise einfach zu schnell. Ich mein, jemand der so gelebt hat, ist eigentlich nicht in der Lage sich in so kurzer Zeit komplett zu drehen und auf jemanden einzulassen. Ganz abgesehen davon, dass die beiden an sehr seltsamen Stellen im Buch körperliche Nähe zueinander suchen.
Abgesehen davon wüsste ich gerne, wieso Adam sie berühren kann, aber da gibt es von Mafi leider (noch?) keinerlei Anhaltspunkte zu.

Warner fand ich ein sehr ausgeklügelten Charakter. Definitiv der mit der meisten Substanz, denn es ist unmöglich ihn in eine subjektive Rolle zu pressen, ich fand ihn super.

Das Buch an sich hat keinen Stillstand, ständig passiert etwas und es lässt sich sehr schnell weglesen. Leider fand ich die Entwicklung die das ganze genommen hat irgendwie unpassend. Bis zum Zeitpunkt, wo Juliette in der Organisation ist, hat es mir sehr gut gefallen. Danach hat es mich irgendwie ein wenig an... X-Men erinnert, wer versteht was ich meine. Schade, aber definitiv Potential vorhanden.




Alles in allem ist "Ich fürchte mich nicht" eine neue Idee mit einem interessanten Schreibstil. Es weist zwar einige Schwächen auf, bescherrt aber trotzdem ein paar schöne Lesestunden und die Hoffnung, das Mafi das vorhandene Potential im nächsten Band besser ausschöpfen wird.

buch

Dark Inside

Jeyn Roberts

EUR 14,95 *
auf Merkliste

50

22.07.2012

„Nervenkitzel pur!”

D4rk Inside ist definitiv nichts für jemanden, der eher an der Sparte der "romantischen" Dystopien interessiert ist. Denn in D4rk Inside zeichnet sich von Anfang an eines ab: Ein Happy End wird es definitiv nicht geben. Jeyn Roberts geht nicht gerade zimperlich mit seinen Protagonisten um, aber genau das macht die Geschichte so gut. Ich bin ja so oder so ein Fan von "Zombie" Filmen, allerdings habe ich bis auf Ashes bisher nichts in die Richtung gelesen und war daher umso erstaunter, wie schnell ich D4rk Inside weggelesen hatte und wie lange es mich noch nach dem Lesen verfolgt hat.

Anfangs war ich aufgrund der 4 Protagonisten etwas verwirrt, allerdings ist das Problem auch vom Loewe Verlag super gelöst worden. Hinten auf dem Buchrücken werden die Charaktere quasi noch einmal zugeordnet:

Super Sache :) Auch die Sache mit den Kapiteln ist super. Meistens endet jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger, sodass man die Kapitel der anderen Prota schnell weiter liest, um zu wissen, wie's mit dem einen weiter geht. Und das bei jedem Protagonisten - Teufelskreis! Zwischendrin spricht noch immer das "Nichts", das macht mich wahnsinnig, denn ich will wissen wer das ist. Klar hab ich ne Vermutung, aber das wie warum weshalb wird auch bis zum Ende nichtmal ansatzweise aufgeklärt und ich hibbel Band 2 sowas von entgegen. Sinniere sogar ob ich den auf englisch lesen soll.

Die Charakter werden auch nicht verheroischt (gibt es das Wort?) - sie sind Menschen wie du und ich, die nur durch purer Glück überlebt haben. Angst und Adrenalin sichern ihnen nur ein gewisses Maß Überleben. Man weiß nicht, was sie an sich haben, dass sie sich nicht in blutrünstige Monster verwandeln, aber meistens hat man auch keine Gelegenheit groß darüber nachzudenken, denn langweilig wird einem während des Lesens sicher nicht.
Zwar bleibt durch die rasante Story die Gefühls sowie die Charakterebene etwas auf
der Strecke, abgesehen von Michael, bei dem ich wirklich gespannt bin, wie lange er widerstehen kann, was ich allerdings nicht sonderlich vermisst habe. Ich hab mich gefreut, endlich mal wieder ein Buch zu lesen, dass der Autor nicht durch den plötzlichen Umschwang zu einer kitschigen Liebesgeschichte zerstört. Jeyn Roberts bleibt dem angefangenen Genre sowie dem Stil bis zum Ende treu und macht die Leser einfach nur wahnsinnig neugierig auf die Fortsetzung des Wahnsinns.

Im Laufe des Buches lassen die Kreaturen immer wieder verlauten, dass sie die Welt von den Menschen "säubern" und das die Menschen selber Schuld an ihrem Schicksal seien. Außerdem sollen sie auserwählt sein und letztendlich wirken nicht alle von ihnen total durchgeknallt und das ist es was mich wirklich irritiert - mir brennt es unter den Fingernägeln die Fortsetzung zu lesen! Wie eine dunkle Wolke, die sich in meinen Kopf schiebt, den Verlag in den Hintern zu treten, damit er sich mit Band 2 MÄCHTIG beeilt! Haha.

40

16.04.2012

„Die wahre Geschichte von Romeo und Julia”

Jeder kennt zumindest im groben die Story von Romeo & Julia. Natürlich die von Shakespeare. Stacey Jay schafft aus der bereits bestehenden Geschichte eine neue, spannendere Version.

Ich muss sagen, dass ich Shakespeares Romeo & Juliet nie gelesen habe und nur die Story im groben kenne, was mir bei diesem Buch vielleicht zu Gute kommt. Denn ich fand es klasse. Zu Anfang begeistert mich der flüssige, leicht zu lesende Schreibstil und das man von Stacey Jay direkt ins Geschehen katapultiert wird. Keine langweiligen "Einführungszenen" im voraus, nein, man ist direkt mitten drin und so gelingt es ihr dann auch, die Spannung von Anfang an aufrecht zu erhalten

Ich persönlich wusste bis zum Ende einfach nicht, wie es ausgehen wird, was mich umso mehr angetrieben hat, es schnell zu lesen. Und schwupps, innerhalb eines Tages war es verschlungen.

Julia selber ist ein sehr selbstbewusster Charakter und Anfangs fällt es ihr wahnsinnig schwer, sich in die Rolle der Aussenseiterin Ariel einzufinden. Denn diese ist durch Narben entstellt, hat null Selbstbewusstsein und einen Hass auf sich selbst. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist mehr als angeknackst und auch ihre "beste Freundin" Gemma hilft Ariel wohl auch nicht, in der Welt klar zu kommen.
Trotz ihrer eigenen Probleme, versucht Julia das Leben für Ariel besser zu machen. Sie kittet die Beziehung zu ihrer Mutter und bemüht sich sehr, gegen Ariels Außenseiterstatus anzugehen.
Alles in allem fand ich die Charakter sehr interessant gestaltet, wobei ich bei Ben nie wusste, ob er nun der Sanftmütige oder der Rowdy ist.

Auch die Story wurde hier sehr gut "verdreht", ich zumindest fand den Verlauf aus der Sicht wirklich logisch. Julia ist die Gute, die Starke, die man einfach mag. Romeo hingegen ist vom Hass zerfressen, doch seine Gestalt wird nach und nach von Angst gezeichnet und letzten endes hatte ich wirklich Mitleid mit ihm. Ich will nicht zuviel von der Story verraten, aber ich hab ihm seine Erklärung und seine Entschuldigung irgendwie abgekauft - auch wenn er der Böse ist.
Stacey Jay hat hier interessante Charakter in einer sehr komplexen Storyline geschaffen, sehr schön gelungen.

Soweit also zu den positiven Dingen. Einige Kleinigkeiten haben mich aber dann doch gestört, so dass es hier nicht für die vollen 5 Punkte reicht. Einiges blieb ungeklärt, viele Fragen offen. Auch das Ende fand ich etwas... dünn erklärt. Da hätte ich mir doch noch etwas mehr wie, weshalb, warum gewünscht. Vorallem zu den Söldnern und den Botschaftern, denn bei diesen bewegt sich die Autorin wohl weißlich immer in der Grauzone, ein klares Statement und vorallem bei den Botschaftern eine Aufklärung hätten mir da wesentlich besser gefallen.
Aber gut, man kann ja nicht alles haben.



Ich denke, dass "Julia für immer" nichts für jemanden ist, der die Story von Shakespeare vergöttert. Für alle anderen und jene, die für Neues immer offen sind, ist es ein spannendes, interessantes Buch. Und vorallem einfach mal was anderes und mit einem Ende, dass man in keinster Weise vorhersehbar nennen kann.

buch

Starters

Lissa Price

EUR 15,99 *
auf Merkliste

50

08.04.2012

„Rent your body, der neue Strich.”

Erster Satz:

Enders machten mir Angst.



Cover:

Mir gefällts. Trotz der schlichten Aufmachung ist Starters ein Blickfang und eben diese Anonymität des Covers hab ich als sehr passend empfunden :) Wesentlich bessere Wahl, als das englische Cover.

Meine Meinung:

Seit dem Sporenkrieg gibt es nur noch junge Menschen und alte Menschen. Die gesamte mittlere Sparte, also Eltern und Co, sind ausgerottet. Viele Kinder leben ohne Verwandte auf der Straße und müssen sich durchkämpfen. Auch Callie ist eine von Ihnen. Als es ihrem 7 Jahre alten Bruder immer schlechter geht, entschließt sie sich, ihren Körper für Geld bei der Body Bank an Enders zu vermieten. Doch alles läuft schief und Callie erfährt, dass die Body Bank nicht nur in einem Punkt gelogen hat.

Soviel zum Inhalt.
Besonders gefallen hat mir der schlichte Schreibstil, dadurch lies es sich wirklich einfach so weglesen. Auch die Spannung wird konstant aufrecht erhalten, das Buch hat keine Längen, alles passiert Schlag auf Schlag.
Vorallem scheint Lissa Price eine Meisterin des Unvorhersehbaren zu sein, denn die vielen Wendungen kamen zumindest für mich immer unerwartet und gerade zu überraschend. Vorallem das Ende, das ich hier natürlich nicht verrate, hat mich völlig hart getroffen. Ich habs nicht bemerkt.
Zum Ende hin hatte ich dann ebenfalls die lang vermissten Gefühle gefunden, die mir dann ein bis zweimal doch noch feuchte Augen bescherrten.

Wo wir allerdings auch bei einem Kritik Punkt wären: durch die konstante Spannung ist leider die Tiefe und die Gefühle der Charakter auf der Strecke geblieben. Ich weiß bis heute nichts über Callie und hab auch kein Bild von ihr im Kopf - sie bleibt leider ebenso anonym wie das Cover. Auch hätte ich mir einige Informationen zum Sporenkrieg gewünscht und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, fallen mir doch einige Ungereimtheiten auf, kleine Plotfehler, die vielleicht bein Lesen selber nicht stören, aber im nachhinein durchaus Fragen aufwerfen.

Etwas Unglaubwürdig fand ich dann auch den schnellen Aufbau der Beziehung zu Blake und das Date mit ihm wirkte für mich ein wenig entrückt und passte nicht so ganz ins Bild. Aber okay :)

Alles in allem verleitet mich das trotzdem nicht dazu, das Buch schlechter zu bewerten. Denn es ist richtig toll und die kleinen Mängel haben nichts an meinem Lesevergnügen geändert.

Erwähnendswert finde ich hier ebenfalls, dass das Ende hier nicht der typische Cliffhanger ist - es wird zwar weiter gehen, aber man wird nicht mit diesem nagenden Gefühl von Unzufriedenheit zurück gelassen. Echt mal was anderes!

Fazit:

Ein super Buch, schön zu lesen und vorallem spannend. Für den zweiten Teil wünsche ich mir etwas mehr Informationen, etwas mehr Hintergrund. Ansonsten hier eine Leseempfehlung von mir :)

30

31.03.2012

„Sternensaga mal anders ;)”

Ich finde es ziemlich schwer, das Buch zu bewerten, vorallem weil ich fand, das die erste Hälfte des Buches sich irgendwie gezogen hat. Außerdem hat es mir an Informationen gefehlt. Vorallem auf die Erde bezogen wurden die Informationen für den Leser hier sehr dünn gesät.
Betonen muss ich hier aber mal den sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil der Autorin. Die Seiten ließen sich wirklich einfach so weglesen.

Die beiden Hauptpersonen der Geschichte sind Kieran und Waverly. Zu beiden konnte ich nicht so recht den Zugang finden, mir fehlte da ein bisschen mehr Gefühl - bzw. wenn Gefühl vorhanden war, kam es einfach nicht richtig rüber. Und als Charakter fand ich Seth dann auch noch irgendwie interessanter - zumindest bis die Autorin diesen im weiteren Verlauf zum Tyrannen machte. Zwickmühle. Aber ab dem Zeitpunkt der Entführung konnte mich das Buch dann doch noch ein wenig mitnehmen.

Von da an wechselt die Sicht zwischen Waverly, auf der New Horizon, und Kieran auf der Empyreon. Beide kämpfen mit Problemen und ich empfand langsam Symphatie für Waverly, die niemals aufgegeben hat und einen starken und selbstbewussten Charakter herauskristallisierte.

Der Autorin ist es in dem Sinne wirklich gelungen, ein Umfeld zu schaffen, in dem selbst der Leser nicht mehr weiß, wem er Vertrauen kann und irgendwie verliert man sich ein wenig in dem Meer aus Lügen. Man will wissen, wer die Wahrheit sagt oder was gelogen ist und das ist dann auch der Knackpunkt - es wird teilweise einfach nicht aufgeklärt, man erfährt einfach nicht, was die Wahrheit ist.

Unglaubwürdig fand ich hingegen die Leichtgläubigkeit der anderen Mädchen oder das wirklich alle Erwachsenen von 250 Kindern ums Leben gekommen sein sollten bzw. die, die eingesperrt waren, wirklich nicht bemerkt wurden. Auch die Entscheidung der restlichen Erwachsenen auf der Empyreon konnte ich irgendwie nicht nachvollziehen: rational wäre es doch gewesen, wenn wenigstens einer, der die Funktionen des Schiffes kennt, bei den Kindern geblieben wäre, aber alle versuchen den Reaktor zu reparieren, mit dem Wissen, dass das ihr Tod ist.
Aber okay.

Leider hat mir auch die Wende Richtung Glauben und Gott nicht so recht zugesagt, ich mag das Thema einfach an sich nicht, denn irgendwo hat es ebenfalls etwas leichtgläubiges, Sektenhaftes. Aber ich kann mir persönlich auch nicht vorstellen, mein Leben lang in einem Raumschiff durchs All zu fliegen. Vielleicht ändern sich da die Beweggründe.

Diese Rezension klingt nun wirklich negativer, als sie gemeint ist. Das Buch ist spannend, das Thema ist relativ neu und unverbraucht. Der Schreibstil ist schön und leicht zu lesen. Und natürlich endet es mit einem gemeinen Cliffhänger.

Fazit:

Schwerer Start, der sich aber laufend steigert. Den Charaktern fehlt es ein wenig an Tiefe und viele Dinge bleiben ungeklärt. Ansonsten eine gute Idee, bei der man sich selbst eine Meinung bilden sollte.

buch

Halo 01

Alexandra Adornetto

EUR 10,49 EUR 9,40 *
auf Merkliste

30

23.03.2012

„Himmlische Liebe”

Meine Meinung:


Zuallererst trumpft Halo mit einem wunderschönen Schreibstil. Er ist wunderbar flüssig zu lesen und hat genau die richtige Portion Kitsch. Man merkt, dass Alexandra Ardonetto hier viel Liebe zum Detail an den Tag legt und Halo ist definitiv etwas für jene, die gerne eine gut durchdachte und hübsche Liebesgeschichte lesen.

Leider wirken Gabriel und Ivy etwas zu perfekt, selbst für Engel. Sie sind wie perfekt gemeißelte Marmorstatuen und machen niemals etwas falsch. Ebenfalls werden sie eher oberflächlich angeschnitten. Bethany dagegen ist schon weit menschlicher und muss erst lernen, sich auf der Erde zurecht zu finden. Sie lässt sich schnell von der Menschlichkeit mitreißen und ist mehr Teenager, als man es von einem Engel erwarten würde.


Mutig finde ich auch, dass sich die Autorin anscheinend genaue Vorstellung vom Himmel gemacht hat und diese in ihrem Buch auch einbringt. Das Thema ist an und für sich nicht gerade einfach, aber in dem Fall wunderbar gelöst.


Die Liebe zwischen Bethany und Xander entwickelt sich für eine Jugendgeschichte sehr langsam und als Bethany ihm gesteht, dass sie ein Engel ist, reagiert Xander mir ein wenig zu lasch. Den Engeln kann man ihre Perfektion noch verzeihen, aber selbst Xander scheint der perfekte Freund zu sein - immer zur Stelle, hilfsbereit, mutig, gutaussehend, verständnisvoll und ein riesengroßes Maß an Akzeptanz.


Was mir persönlich überhaupt nicht gefallen hat war, dass die Liebesgeschichte sich so in den Vordergrund gedrängt hat. Von der Mission nichts mehr zu spüren. Man liest und liest und liest und nichts passiert. Dann denkt man, endlich passiert etwas, als Gabriel mit dem Rat über Beths Liebe zu Xander spricht, aber nichts , es wird einfach so hingenommen. Vorher hat Beth riesige Angst vor der Reaktion, weil sie weiß, welche Strafe auf ihr Vergehen wartet. Und dann passiert nichts. Alles ist Friede, Freude, Eierkuchen.


Und so fehlte mir leider gänzlich die Spannung. Ungefähr 500 von 560 Seiten drehen sich nur um Xander und Beth, zwischendurch wird mal hier mal da mit Molly rumgeschäkert, aber ansonsten - nichts. Auch als Jake ins Spiel kommt, wird es gerade mal für kurze Zeit spannend und der so genannte Showdown wird so schnell abgehandelt, dass nicht mal Zeit dafür ist, Spannung zu empfinden. Die Autorin hält sich solange mit Erklärungen auf und in dem Buch steckt soviel Liebe zum Detail, dass ich den "großen Kampf" einfach nur hin geschmiert fand. Ein Sorry an die, die das nicht so empfunden haben, aber mir kam es einfach nur lieblos vor.


Fazit:


Definitiv was für Leute, die eine zarte Liebesgeschichte lesen wollen. Nicht viel Spannung, nicht viel Aufregung, aber dafür ein gutes Buch, um sich ein paar Stunden des Tages zu vertreiben. Es besticht durch eine hübsche Aufmachung, einen wunderbar leichten Schreibstil und eine Liebesgeschichte mit "Happy End", auch wenn am Ende dann doch nochmal der typische "Cliffhanger" kommt.

40

13.03.2012

„Von Banshees und dem Tod(d)!”

Meine Meinung:



Kaylee lebt bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Sie geht zur Schule, hat eine beste Freundin und ist theoretisch ein ganz normaler Teenager. Mit dem Unterschied, dass hin und wieder Menschen auftauchen, die von einer schwarzen Wolke umgeben sind und Kaylee dann den Drang verspürt, sich die Seele aus dem Leib zu schreien. Nur mit Mühe und Abstand kann sie das unterdrücken. Die Angst vor dem Verrückt sein bleibt. Sie beginnt langsam zu begreifen, als Nash in ihr Leben tritt und immer mehr junge Mädchen, die vorher von schwarzen Rauch umgeben waren, plötzlich tot umfallen.



Eigentlich müsste ich meine Meinung in Kapitel unterteilen, denn sie hat während des Buches sehr geschwankt. Ich fand, dass die ersten 50 Seiten einfach unrealistisch waren. Nash und Kaylee gehen schließlich schon eine Weile auf dieselbe Schule und er hat sie nie beachtet. Und dann plötzlich treffen sie sich in der Disco und bumm – es ist die große Liebe, schnell ist Nash wichtiger als die jahrelang beste Freundin und es herrscht grenzenloses Vertrauen, obwohl der Junge offensichtlich was verbirgt.

Im Verlauf der Geschichte klärt sich das auf, aber unabhängig von diesem Wissen, dass man anfangs nicht hat, geht es einfach zu schnell, zu unrealistisch. Liebe auf den ersten Blick ist es ja definitiv nicht, denn sie gehen schon jahrelang auf dieselbe Schule.



Vom Anfang war ich echt enttäuscht, aber dann hat es sich rasant gesteigert. Die Geschichte raste nur so dahin und lies den Leser rätseln, was es mit Kaylee auf sich hat. Die Autorin hat ein gutes Konstrukt aus Charakteren geschaffen, die allesamt sympathisch sind. Besonders mochte ich aber Todd und am Ende hatte ich alle Charaktere lieb gewonnen. Dazwischen baute sich ein stetiger Spannungsbogen auf, der Leser wurde schmählich mit Informationen gefüttert und quasi mit einer Spur aus Brotkrummen durch das Buch geschleift.

Etwas lasch fand ich die Emotionsebene in „Soul Screamers“ – das ein oder andere Mal hätte ich mir etwas mehr Emotionen gewünscht, vor allem als Kaylee erfährt, wer sie ist und was ihre Familie damit zu tun hat. Ebenso als sich alles aufklärt, bleibt der Emotionspegel bei Kaylee eher im unteren Bereich. Das positive daran, sie ist keine dieser Hauptprotagonisten, die bei der kleinsten Kleinigkeit den Kopf verlieren. Aber ein tick mehr Gefühl hätte es doch sein dürfen.

Der Schreibstil ist flüssig, ohne längen oder sonstiges und bezieht sich auf das wesentliche. Am Ende überrascht uns die Autorin dann ebenfalls mit einigen unerwarteten Wendungen, die ich persönlich echt klasse fand. Und auch das Thema, an dem Rachel Vincent sich hier versucht und die ganze Idee, die dahinter steckt, ist noch längst nicht ausgeschöpft. Manchmal ist ein Schritt in unbekanntes Gebiet der beste, den man machen kann. Ich jedenfalls werde mir die Folgebände sicherlich zulegen, schon weil die Reihe im Regal unheimlich chic aussieht und ich die Themenkategorien vom „Mira Taschenbuch“ – Verlag echt toll finde. Luna und Soul sprechen mich da besonders an.

Fazit:
Ein durchaus gelungener Auftakt mit einer außergewöhnlichen Idee. Lesenwert? Auf jeden Fall.

buch

Dark Canopy

Jennifer Benkau

EUR 18,95 *
auf Merkliste

50

10.03.2012

„Ein Highlight, das für sich spricht!”

Meine Meinung:

Und jetzt wird es schwierig. Worte die mir spontan eingefallen sind, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe: grausam, umwerfend, atemberaubend. Es hinterlässt Spuren in Herz und Verstand und wer Friede, Freude, Eierkuchen sucht, sollte das Buch definitiv im Laden liegen lassen.

Jennifer Benkau füttert das Leserherz nämlich nur sehr schmälich mit guten Dingen und Gefühlen. Die sind in der düsteren Zukunftsvision, die sie geschaffen hat, auch eher unpassend.

Die Geschichte ist so düster, wie sie klingt. Die deutsche Autorin hat ein grausames Zukunftszenario geschaffen. Und der düstere Schreibstil ist einfach passend. Sie zeigt die Welt der Rebellen, Joys Leben, wie es ist. Ohne irgendwelche Schönmalerei. Man fliegt von Kapitel zu Kapite, welche aus der Sicht von Joy geschrieben sind. Zwischendurch wechselt die Sichtweise auch mal auf die von Matthiel. So schafft Jennifer Benkau es, dem Leser einiges an Hintergrund Wissen zuzuspielen, von dem aber Joy selber nichts weiß.

Joy ist eine ganz und gar nicht perfekte Hauptprotagonistin. Sie hat einen starken Willen, eine immense Wut und einen nicht zu unterschätzenden Freiheitsdrang. Sie ist eigenwillig und äußerst Schlagfertig - sowohl mit Worten, als auch mit ihren Fäusten. Selten nimmt sie ein Blatt vor den Mund. Sie hat kein Mitleid mit sich selbst und begeht im Laufe der Geschichte mehr als genug Fehler. Sie versteckt das aufgewühlte Mädchen hinter mehreren Masken. Genau das ist es, dass sie uns näher bringt. Und irgendwann, man merkt gar nicht genau ab wann, geht man begeistert mit ihr durch die Geschichte.

Die Liebe ist zwar Bestandteil der Geschichte, doch drängt sie sich nicht in den Vordergrund. Es passiert im Schatten und es dauert, bis Joy erkennt, dass die Percents nicht die Monster sind, für die sie sie gehalten hat. Sie haben Namen. Joy lernt bald, dass es in ihrer Welt nicht nur schwarz und weiß gibt. Die Gefühle, die sich zwischen Joy und Neel, ihrem Percent, entwickeln überrollen einen nicht. Sie entstehen langsam, nachvollziehbar und lassen genügend Raum für Spekulation. Es gibt kein übermäßiges Geschmalze, die Entwicklung ist der Geschichte angemessen.

Eine stetige Spannungskurve verläuft im Hintergrund, es wird niemals langweilig. Und wenn der Höhepunkt beginnt, fliegt man nur noch bis zum Ende des Buches. Und ja, das Ende. Der letzte Satz ist pure Folter und man fragt sich nur noch, ob nicht die Menschen die wahren Monster sind.

Gut ist, der zweite Teil ist bereits für 2012 angekündigt, der Vorteil einer deutschen Autorin würd ich mal meinen. Und bei diesem Cliffhänger ist das ja wohl auch das mindeste. Ach und es ist übrigends mal keine Trilogie ;)

Fazit:

Lesempfehlung? Definitiv. Wer nichts von Liebesschnulzen und alles wir gut Szenarien hält, ist mit Dark Canopy definitiv bedient und wir mehr als einmal deftig schlucken müssen. Ich kann fast sagen, das dieses Buch mein Highlight im März sein wird. Lest es :)

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