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Phönix aus der Asche

Phönix aus der Asche

Memoiren einer türkischen Akademikerin

buch
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Artikeldetails zu Phönix aus der Asche

AutorNermin Abadan-Unat

Untertitel Memoiren einer türkischen Akademikerin

Abbildungsvermerk Fotos. 19,5 cm

  • ISBN-103-935535-09-0
  • ISBN-139783935535090
  • Verlag Literaturca Verlag
  • ÜbersetzerBeatrix Caner
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten269
  • Auflage1. Auflage
  • Veröffentlicht2004
  • Gewicht300g
  • SpracheDeutsch

Kurzbeschreibung zu Phönix aus der Asche

AUTORENPORTRÄT: Nermin Abadan-Unat ist dem deutschen Lesepublikum als wissenschaftliche Autorin durch ihre Arbeiten über die Lage der Frauen in der türkischen Gesellschaft sowie aus mehreren Werken um die Thematik „türkische Gastarbeiter in Deutschland“ bekannt. Wegen ihrer Verdienste auf diesem Gebiet und ihren Bemühungen um die Bekanntmachung deutscher Kultur in der Türkei wurde sie 1979 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Geboren wurde sie in Wien 1921, ihre Mutter Elfriede war Deutsche, ihr Vater Türke. Doch sie verlor den Vater sehr früh und so lebte sie in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen mit Mutter und Schwester in Wien und Budapest, bis sie auf eigenen Wunsch in die Türkei ging. Nach ihrem Schulbesuch in Izmir und ihrem Studium in Istanbul schlug sie eine akademische Karriere ein und wurde eine der berühmtesten Wissenschaftlerinnen der Türkei, die sich auch politisch betätigte und stets sehr engagiert für Demokratie eintrat. In diesem Band zeichnet sie ihren Lebensweg nach, der aufs Engste mit der Entstehung und Entwicklung der Türkischen Republik verbunden war.

Beschreibung der Redaktion zu Phönix aus der Asche

PHÖNIX AUS DER ASCHE: Die Memoiren der weltberühmten Sozialwissenschaftlerin Professor Nermin Abadan-Unat erlauben den Lesern sowohl einen Einblick in den Werdegang einer emanzipierten Frau und Wissenschaftlerin in der Türkei, als auch den Einblick in die Entstehungsjahre der Türkischen Republik, als das Land seinen Weg aus rückständigen und sehr schwierigen Verhältnissen in eine moderne, demokratische und aufgeklärte Gesellschaft angetreten hatte – wie die Autorin selbst sagt, wie Phönix aus der Asche. Durch die menschliche Dimension - den Erlebnissen einer jungen Frau, die trotz ihrer deutschen Herkunft, sich für die Türkei als Heimat entschieden hatte - werden sowohl ihre persönlichen Beweggründe als auch die politischen Hintergründe nachvollziehbar. So leistet die Autorin einen sehr wichtigen Beitrag im Prozess des Kennenlernens eines Landes, das sich Europa zugehörig fühlt.
LESEPROBE: Warum schreibt jemand seine Memoiren? Ein solches Unterfangen kann viele Gründe haben: man kann Zeuge historischer Ereignisse sein, einen früh verlorenen nahen Verwandten den Kindern bekannt machen, ein auf eigenständigen Prinzipen basierendes Persönlichkeitsmodell darlegen, die Sehnsüchte und Wünsche, Werte und Hoffnungen einer Ära dokumentieren oder aber einen harten Kampf ums Überleben schildern.
Mich selbst haben eine Reihe Umstände dazu veranlasst, meine Erinnerungen niederzuschreiben. Der wichtigste Grund war, meinem Sohn, der wie ich, seinen Vater schon im zehnten Lebensjahr verloren hatte, von seinem Vater zu berichten, den Familiennamen, den er trägt, mit Sinn zu füllen und ihm die Verantwortung, zu der dieser Name verpflichtet, nahe zu bringen. Der zweite Grund war, aufzuzeigen, warum ich das Land, auf dessen Boden ich zwar nicht geboren wurde, doch welches das Heimatland meines Vaters war, als meine eigene Heimat mir ausgesucht hatte. Schließlich, um von meiner Identitätssuche als intellektuelle Frau zu berichten.
Natürlich gibt es im Leben unzählige, unerwartete und geheimnisvolle Momente. Mir hat das Leben die Möglichkeit eingeräumt, mein Land und meine Sprache, meine Identität als Staatsbürgerin selbst zu wählen. Als ich in sehr jungen Jahren meine diesbezügliche Entscheidung traf, hatten mich weniger die Umstände als vielmehr meine Ideale und Hoffnungen, die ich mir in meiner Vorstellung ausgemalt hatte, genährt. Laut Psychologen ist das Alter um die Fünfzehn jene Phase, in der die Persönlichkeit ihre „formative Entfaltung“ erfährt. Ich hatte in diesem Alter mit meiner Mutter und einer älteren Schwester in Budapest gelebt. Meine wichtigste Sprache war damals Deutsch, daneben sprach ich Französisch, Englisch und Ungarisch. Die Jahre meiner früheren Kindheit, die ich in Istanbul verbracht hatte, die Spuren meiner Erinnerungen und meiner Beobachtungen hatten in meinem Bewusstsein ein Bild der Türkei geprägt. Die Türkei, die ich mir unter diesen Umständen ausgemalt hatte, war jenes Land, das in der damaligen ausländischen Presse in Artikeln unter Titeln wie „Die Neue Türkei“, „Die wieder auferstehende Türkei“ oder „Die von Atatürk erschaffene Türkei“ geschildert wurde. Wer die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen nicht erlebt hatte, weiß nicht, warum sich die damalige Türkei, die sich aus den Kulturen Europas wie ein Phönix aus der Asche auferstanden war, so stark von ihrer heutigen Gestalt unterschied. Die Türkei hatte damals eine Reihe ihr aufgenötigte internationale Verträge zurückgewiesen, statt dessen leistete sie Widerstand, sogar um den Preis ihrer Unabhängigkeit, riss den Vorhang mittelalterlicher Rückständigkeit auf und setzte als einziges Land eine ganze Reihe radikaler Reformen erfolgreich durch. Tatsächlich, warum hatte man damals die Türkei nur so voller Sehnsucht und Begehr, aber auch voller Neid beobachtet?

Portrait

Nermin Abadan-Unat:
Nermin Abadan-Unat ist dem deutschen Lesepublikum als wissenschaftliche Autorin durch ihre Arbeiten über die Lage der Frauen in der türkischen Gesellschaft sowie aus mehreren Werken um die Thematik türkische Gastarbeiter in Deutschland bekannt. Wegen ihrer Verdienste auf diesem Gebiet und ihren Bemühungen um die Bekanntmachung deutscher Kultur in der Türkei wurde sie 1979 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Geboren wurde sie in Wien 1921, ihre Mutter Elfriede war Deutsche, ihr Vater Türke. Doch sie verlor den Vater sehr früh und so lebte sie in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen mit Mutter und Schwester in Wien und Budapest, bis sie auf eigenen Wunsch in die Türkei ging. Nach ihrem Schulbesuch in Izmir und ihrem Studium in Istanbul schlug sie eine akademische Karriere ein und wurde eine der berühmtesten Wissenschaftlerinnen der Türkei, die sich auch politisch betätigte und stets sehr engagiert für Demokratie eintrat.
Beatrix Caner:
Beatrix Caner, geb. 1954, gebürtige Ungarin aus Siebenbürgen, ist Turkologin, leitet mit ihrem Mann den kleinen Verlag Literaturca und ist eine herausragende Kennerin der türkischen Literaturszene. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

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