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123
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50

28.01.2015

„Captain James Föhnfrisurius Superkirk”

Gleich ganz zu Anfang des Films verstößt die Crew des Raumschiffs Enterprise gegen die oberste Direktive der Förderation, die besagt das sich niemand in die Entwicklung von außerirdischem Leben oder Gesellschaften einmischen darf. Spock wird strafversetzt und Kirk muss wieder zurück auf die Sternenflottenakademie. Letzterer darf durch die Fürsprache von Admiral Pike wieder auf das Raumschiff Enterprise zurück, wo er auch dringend gebraucht wird. Ein Terroranschlag erschüttert London, das dortige Sternenflottenarchiv wurde in die Luft gejagt. Der Feind ist schnell lokalisiert: John Harrison(=Benedict Cumberbatch) steckt dahinter, ein ehemaliges Mitglied der Sternenflotte.

Hatten die letzten Filme und Serien mit Captain Picard nur noch die Hardcore-Fans vor dem Ofen hervorgelockt, glänzt die neue/alte Crew rund um Captain Kirk (=Chris Pine) mit einer wirklich tadellosen Rundumerneuerung und neuen Geschichten. Es geht diesmal um einen Terroranschlag, die klassischen Star Trek Elemente fehlen nicht stehen aber nicht im Vordergrund, der auch Opfer der allseits beliebten Crew fordert. Die Spezialeffekte waren wieder einmal bombastisch, auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, ein bisschen weniger wäre mehr. Gerade in der 3D Version, war mir die ständigen Aufblendungen ein bisschen zu viel des Guten. Benedict Cumberbatch (=den wir in der Rolle des Sherlock Holmes geradezu lieben) ist ein großartiger Bösewicht, und gerade die Star Trek Filme wären ohne Bösewichte langweilig. Aber auch der Humor (=Überschrift der Rezension) kommt nicht zu kurz. Die Figur des Scotty(=Simon Pegg) gefällt mir immer besser. Die Parallelen zu Star Trek II sind kaum von der Hand zu weisen, allerdings verrate ich hier nicht wie und was. Das wäre ja so was von einem Spoiler…

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50

28.01.2015

„Captain James Föhnfrisurius Superkirk ”

Gleich ganz zu Anfang des Films verstößt die Crew des Raumschiffs Enterprise gegen die oberste Direktive der Förderation, die besagt das sich niemand in die Entwicklung von außerirdischem Leben oder Gesellschaften einmischen darf. Spock wird strafversetzt und Kirk muss wieder zurück auf die Sternenflottenakademie. Letzterer darf durch die Fürsprache von Admiral Pike wieder auf das Raumschiff Enterprise zurück, wo er auch dringend gebraucht wird. Ein Terroranschlag erschüttert London, das dortige Sternenflottenarchiv wurde in die Luft gejagt. Der Feind ist schnell lokalisiert: John Harrison(=Benedict Cumberbatch) steckt dahinter, ein ehemaliges Mitglied der Sternenflotte.

Hatten die letzten Filme und Serien mit Captain Picard nur noch die Hardcore-Fans vor dem Ofen hervorgelockt, glänzt die neue/alte Crew rund um Captain Kirk (=Chris Pine) mit einer wirklich tadellosen Rundumerneuerung und neuen Geschichten. Es geht diesmal um einen Terroranschlag, die klassischen Star Trek Elemente fehlen nicht stehen aber nicht im Vordergrund, der auch Opfer der allseits beliebten Crew fordert. Die Spezialeffekte waren wieder einmal bombastisch, auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, ein bisschen weniger wäre mehr. Gerade in der 3D Version, war mir die ständigen Aufblendungen ein bisschen zu viel des Guten. Benedict Cumberbatch (=den wir in der Rolle des Sherlock Holmes geradezu lieben) ist ein großartiger Bösewicht, und gerade die Star Trek Filme wären ohne Bösewichte langweilig. Aber auch der Humor (=Überschrift der Rezension) kommt nicht zu kurz. Die Figur des Scotty(=Simon Pegg) gefällt mir immer besser. Die Parallelen zu Star Trek II sind kaum von der Hand zu weisen, allerdings verrate ich hier nicht wie und was. Das wäre ja so was von einem Spoiler…

ebooks

Tampa

Alissa Nutting

EUR 15,99 *
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40

25.01.2015

„Satire einer übersexualisierten und dem Jugendwahnsinn verfallenen Gesellschaft”

Tampa ist der wohl skandalöseste Roman, der in letzter Zeit erschienen ist und wenn ein Roman so kontrovers in den Medien diskutiert wird, kann ich ja gar nicht anders und muss ihn lesen. Das Cover ist sehr eindeutig und lässt eigentlich keine Vermutungen zu. Das Knopfloch soll an eine Vagina erinnern und auf der Rückseite wird das Vice Magazine zitiert, das Tampa mit American Psycho und Lolita vergleicht. Ich finde, dass diese Gegenüberstellung anrüchiger Literatur, gar nicht mal so weit hergeholt ist, denn gleich ab dem ersten Kapitel, ja ab den ersten Satz dreht sich diese Geschichte um das von der Hauptprotagonistin gestörte Verhältnis zur eigenen Sexualität.

„In der ersten Nacht vor meinem ersten Unterrichtstag, lag ich in einer erregten Endlosschleife lautloser Selbstbefriedigung(…)“

Celeste Price, jene junge und äußerst attraktive Dame, findet in dieser Nacht keine Ruhe, mitunter weil sie so aufgeregt ist, und ihren ersten Arbeitstag an einer Junior Highschool in Tampa entgegenfiebert. Sexuelle Avancen ihres Mannes, erträgt sie nur stark sediert und sein Vermögen gibt sie aus, um ihren eigenen 14-Jährigen Ich wieder näher zu kommen. Sexuell anziehend findet Celeste nur sehr junge Männer und in einem ihrer Schüler findet sie ein passendes Opfer ihrer fehlgeleiteten sexuellen Gier: Jack, ein schmächtiger 14- jähriger Junge, der mitten in der „allerletzten Phase pubertärer Androgynie“ steckt. Fortan verfolgt sie ihr Opfer mit einer obskuren Form der Obsession und lauert Jack auch außerhalb der Schule auf.

Alissa Nutting macht es einem nicht leicht, ihr literarisches Debüt anständig zu rezensieren, wenn es doch um so ein unanständiges Thema geht. Sie erzählt die, durch einen wahren Fall im Jahre 2005 inspirierte, Geschichte des sexuellen Missbrauchs eines Schülers, aus der Sicht der psychopathischen und nymphomanischen Lehrerin. In den verschiedensten Interviews betonte Nutting immer wieder, dass es ihr eigentlich darum ging, einer kulturellen und gesellschaftlichen Vorstellung der weiblichen Sexualität zu widersprechen und eben eine sehr aktive und gefühlskalte Hauptprotagonistin zu schaffen. Das ist ihr eindeutig gelungen. Celestes Gedanken kreisen ständig um ihre sexuelle Befriedigung und wie sie sich Erleichterung verschafft. Darüber nun zu schreiben und dass so offensiv und freizügig, ist in der heutigen Welt der Literatur bereits Gang und Gäbe, und findet ihren trivialsten Anklang in dem sogenannten Mummy-Softporno-Genre, und ist damit aber kaum zu vergleichen. Hier ihren Roman wegen des nicht minder heiklen Themas des sexuellen Missbrauchs zu verdammen wäre allerdings nicht richtig. Literatur muss aufregen und Literatur muss erzählen, auch wenn es um tabuisierte Inhalte geht. Letztlich und nachdem ich nun Tempa recht zügig gelesen habe, muss ich sagen, dass dieser Roman, eigentlich nur eine Satire ist und uns einerseits die übersexualisierte Gesellschaft vor Augen hält und andererseits auch den Jugendwahnsinn sehr gut pointiert.

buch

Tampa

Alissa Nutting

EUR 19,99 *
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40

25.01.2015

„Satire einer übersexualisierten und dem Jugendwahnsinn verfallenen Gesellschaft”

Tampa ist der wohl skandalöseste Roman, der in letzter Zeit erschienen ist und wenn ein Roman so kontrovers in den Medien diskutiert wird, kann ich ja gar nicht anders und muss ihn lesen. Das Cover ist sehr eindeutig und lässt eigentlich keine Vermutungen zu. Das Knopfloch soll an eine Vagina erinnern und auf der Rückseite wird das Vice Magazine zitiert, das Tampa mit American Psycho und Lolita vergleicht. Ich finde, dass diese Gegenüberstellung anrüchiger Literatur, gar nicht mal so weit hergeholt ist, denn gleich ab dem ersten Kapitel, ja ab den ersten Satz dreht sich diese Geschichte um das von der Hauptprotagonistin gestörte Verhältnis zur eigenen Sexualität.

„In der ersten Nacht vor meinem ersten Unterrichtstag, lag ich in einer erregten Endlosschleife lautloser Selbstbefriedigung(…)“

Celeste Price, jene junge und äußerst attraktive Dame, findet in dieser Nacht keine Ruhe, mitunter weil sie so aufgeregt ist, und ihren ersten Arbeitstag an einer Junior Highschool in Tampa entgegenfiebert. Sexuelle Avancen ihres Mannes, erträgt sie nur stark sediert und sein Vermögen gibt sie aus, um ihren eigenen 14-Jährigen Ich wieder näher zu kommen. Sexuell anziehend findet Celeste nur sehr junge Männer und in einem ihrer Schüler findet sie ein passendes Opfer ihrer fehlgeleiteten sexuellen Gier: Jack, ein schmächtiger 14- jähriger Junge, der mitten in der „allerletzten Phase pubertärer Androgynie“ steckt. Fortan verfolgt sie ihr Opfer mit einer obskuren Form der Obsession und lauert Jack auch außerhalb der Schule auf.

Alissa Nutting macht es einem nicht leicht, ihr literarisches Debüt anständig zu rezensieren, wenn es doch um so ein unanständiges Thema geht. Sie erzählt die, durch einen wahren Fall im Jahre 2005 inspirierte, Geschichte des sexuellen Missbrauchs eines Schülers, aus der Sicht der psychopathischen und nymphomanischen Lehrerin. In den verschiedensten Interviews betonte Nutting immer wieder, dass es ihr eigentlich darum ging, einer kulturellen und gesellschaftlichen Vorstellung der weiblichen Sexualität zu widersprechen und eben eine sehr aktive und gefühlskalte Hauptprotagonistin zu schaffen. Das ist ihr eindeutig gelungen. Celestes Gedanken kreisen ständig um ihre sexuelle Befriedigung und wie sie sich Erleichterung verschafft. Darüber nun zu schreiben und dass so offensiv und freizügig, ist in der heutigen Welt der Literatur bereits Gang und Gäbe, und findet ihren trivialsten Anklang in dem sogenannten Mummy-Softporno-Genre, und ist damit aber kaum zu vergleichen. Hier ihren Roman wegen des nicht minder heiklen Themas des sexuellen Missbrauchs zu verdammen wäre allerdings nicht richtig. Literatur muss aufregen und Literatur muss erzählen, auch wenn es um tabuisierte Inhalte geht. Letztlich und nachdem ich nun Tempa recht zügig gelesen habe, muss ich sagen, dass dieser Roman, eigentlich nur eine Satire ist und uns einerseits die übersexualisierte Gesellschaft vor Augen hält und andererseits auch den Jugendwahnsinn sehr gut pointiert.

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Der Schelm von Venedig

Christopher Moore

EUR 13,99 *
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40

25.01.2015

„Shakespearesche Verballhornung ”

Der Hofnarr Pocket trauert um seine geliebte Königin, die allem Anschein nach einem Fieber erlag, allerdings hält ihm das nicht auf ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Er möge nach Venedig reisen und dem Dogen und den Mächtigen dieser Stadt vor einem Krieg abhalten. Als er in der Stadt ankommt muss er feststellen, dass die von ihm geliebte Regentin vergiftet wurde um jene eben mundtot zu machen. Damit nun der Narr dem Senator Brabantio und dem Kaufmann Antonio nicht in die Quere kommt, den sie würden reichlich Profit aus einem möglichen Krieg gewinnen, wird Pocket kurzerhand in ein Verließ eingemauert. Angekettet und bis zum Hals im warmen Wasser der Lagune stehend, schwört der Narr Rache an dem den Venezianern.

Ich lese relativ viel und bisher haben mich die Bücher von Christopher Moore gelegentlich gestreift, aber nicht vollends gefangen genommen. Ein netter Arbeitskollege, der Deutsch und Literatur studiert hat und deswegen etwas von guter Literatur versteht, jedenfalls unterstelle ich das ihm jetzt ganz ungeniert, und eine sehr gute Freundin, nebenbei bemerkt hat sie mir die Hörbücher empfohlen und vielleicht ist es mitunter ein Grund, wieso ich so lange einen Bogen um die Mooreschen Werke gemacht hab, eben weil ich Hörbücher nur in ganz seltenen Fällen hören mag, haben mir die Geschichten von diesem modernen Barden empfohlen. Nun lag der Schelm von Venedig eben auf meinen gigantischen Berg an ungelesener Literatur, was nun meine Behauptung des relativen Viellesers unterstreicht, denn meine größte Angst ist es, dass die gute Literatur sich eines Tages erschöpft, und ich dadurch ein wenig zu einem Horter der Literatur geworden bin. Moore kann sich, nach meiner bescheidenen Meinung vollends zu dem größten lebenden Komödianten beglückwünschen: Mit seinem ordinären und ständig die Wahrheit auf den Lippen tragenden Pocket, hat er einen Narren neu erschaffen. Kritiker könnten ihm nun ja, eine diebische Ader vorwerfen, aber wer von den Romancieren hat den nicht die eine oder andere shakespearesche Leistung kopiert, geklaut oder sich einfach inspirieren lassen? Ich bin felsenfest der Meinung, dass wir öfters von Romeo und Julia, Othello und Desdemona, oder eben Shylock den Kaufmann von Venedig lesen als uns lieb oder bewusst ist und nun hat sich Christopher Moore herabgelassen und daraus eine eigen, moderne und im mittelalterlichen Venedig spielende Geschichte kreiert. Und jetzt wo ich diese wirklich gut gelungene Komödie gelesen habe, muss ich sagen, dass ich schon wahrlich Schlechteres, aber ganz ehrlich gesagt auch manchmal Besseres gelesen hab. Ich gehe jetzt auch nicht weiter auf Figuren, etwaige antisemitische und rassistische Einstellungen oder auf historische Ungenauigkeiten ein, dass hat der Komödiant Moore im etwas zu lang geratenem Nachwort schon selbst erledigt. Bleibt nur noch zu sagen, dass er nun meine Aufmerksamkeit soweit erregt hat, das nun der Schelm von Venedig nicht sein letztes Buch sein wird, das einen Platz in meinen gigantischen Bücherberg gefunden und verloren hat.

buch

Der Schelm von Venedig

Christopher Moore

EUR 16,99 *
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40

25.01.2015

„Shakespearesche Verballhornung ”

Der Hofnarr Pocket trauert um seine geliebte Königin, die allem Anschein nach einem Fieber erlag, allerdings hält ihm das nicht auf ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Er möge nach Venedig reisen und dem Dogen und den Mächtigen dieser Stadt vor einem Krieg abhalten. Als er in der Stadt ankommt muss er feststellen, dass die von ihm geliebte Regentin vergiftet wurde um jene eben mundtot zu machen. Damit nun der Narr dem Senator Brabantio und dem Kaufmann Antonio nicht in die Quere kommt, den sie würden reichlich Profit aus einem möglichen Krieg gewinnen, wird Pocket kurzerhand in ein Verließ eingemauert. Angekettet und bis zum Hals im warmen Wasser der Lagune stehend, schwört der Narr Rache an dem den Venezianern.

Ich lese relativ viel und bisher haben mich die Bücher von Christopher Moore gelegentlich gestreift, aber nicht vollends gefangen genommen. Ein netter Arbeitskollege, der Deutsch und Literatur studiert hat und deswegen etwas von guter Literatur versteht, jedenfalls unterstelle ich das ihm jetzt ganz ungeniert, und eine sehr gute Freundin, nebenbei bemerkt hat sie mir die Hörbücher empfohlen und vielleicht ist es mitunter ein Grund, wieso ich so lange einen Bogen um die Mooreschen Werke gemacht hab, eben weil ich Hörbücher nur in ganz seltenen Fällen hören mag, haben mir die Geschichten von diesem modernen Barden empfohlen. Nun lag der Schelm von Venedig eben auf meinen gigantischen Berg an ungelesener Literatur, was nun meine Behauptung des relativen Viellesers unterstreicht, denn meine größte Angst ist es, dass die gute Literatur sich eines Tages erschöpft, und ich dadurch ein wenig zu einem Horter der Literatur geworden bin. Moore kann sich, nach meiner bescheidenen Meinung vollends zu dem größten lebenden Komödianten beglückwünschen: Mit seinem ordinären und ständig die Wahrheit auf den Lippen tragenden Pocket, hat er einen Narren neu erschaffen. Kritiker könnten ihm nun ja, eine diebische Ader vorwerfen, aber wer von den Romancieren hat den nicht die eine oder andere shakespearesche Leistung kopiert, geklaut oder sich einfach inspirieren lassen? Ich bin felsenfest der Meinung, dass wir öfters von Romeo und Julia, Othello und Desdemona, oder eben Shylock den Kaufmann von Venedig lesen als uns lieb oder bewusst ist und nun hat sich Christopher Moore herabgelassen und daraus eine eigen, moderne und im mittelalterlichen Venedig spielende Geschichte kreiert. Und jetzt wo ich diese wirklich gut gelungene Komödie gelesen habe, muss ich sagen, dass ich schon wahrlich Schlechteres, aber ganz ehrlich gesagt auch manchmal Besseres gelesen hab. Ich gehe jetzt auch nicht weiter auf Figuren, etwaige antisemitische und rassistische Einstellungen oder auf historische Ungenauigkeiten ein, dass hat der Komödiant Moore im etwas zu lang geratenem Nachwort schon selbst erledigt. Bleibt nur noch zu sagen, dass er nun meine Aufmerksamkeit soweit erregt hat, das nun der Schelm von Venedig nicht sein letztes Buch sein wird, das einen Platz in meinen gigantischen Bücherberg gefunden und verloren hat.

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Unterwerfung

Michel Houellebecq

EUR 18,99 *
auf Merkliste

50

20.01.2015

„Je suis Houellebecq”

François ist im Jahr 2022 Hochschullehrer für Literatur an der Sorbonne Nouevelle. Die Anstellung ist für den Literaturwissenschaftler wie geschaffen, denn hauptsächlich unterrichtet er nur mittwochs und seine restliche Zeit kann er seinen zwei größten Liebschaften widmen. Einerseits der Liebe zu Studentinnen, die er jährlich wechselt und andererseits der Liebe zur Literatur, insbesondere der Literatur von Joris-Karl Huysmans. Als die Präsidentschaftswahlen anstehen und einige Wahllokale überfallen werden, spitzt sich die Situation zu und François verlässt Paris.

Auf das neue Werk des umstrittenen Provokateurs Michel Houellebecq einzugehen, ohne auch auf die feigen Anschläge auf Charlie Hebdo hinzuweisen, wäre fatal und in keinster Weise richtig. Houellebecqs Roman ist in Frankreich am selben Tag erschienen als auch die Anschläge passiert sind und dabei hat er einen persönlichen Freund, Bernard Maris verloren. Der wohl bedeutendste französische Gegenwartsliterat hat, bei der einzigen Lesung im deutschsprachigen Raum, per Livestream hab ich sie mir angesehen, die Vorwürfe das sein Roman islamophob sei, von sich gewiesen, sich allerdings im selben Atemzug gewünscht und beinahe bereut es nicht gewesen zu sein, denn dann hätte sich seine Botschaft vielleicht deutlicher herauskristallisiert. Grundsätzlich muss man festhalten, dass Literatur alles erzählen darf und soll. Hier eine Grenze zu ziehen was man dürfe, oder nicht wäre verhängnisvoll und würde eigentlich auf einen diktatorischen Machtmissbrauch hinweisen.

Schlussendlich stellt sich für mich, als Leser dieses Romanes dann auch die Frage: „Wie hätte ich es gelesen, wenn es die Anschläge nicht gegeben hätte?“ Vielleicht wäre der Roman ganz anders interpretiert worden, vielleicht wären die zahlreichen Diskussionen anderes ausgefallen, und ich hätte Unterwerfung in ein fiktives Frankreich verbannt, aber so bekommt die Geschichte eine gehörige Portion Realismus, auf die einige Leser wahrscheinlich sehr verstörend und ängstlich reagieren werden.

Die eigentliche Provokation oder Satire, abgesehen von der schweren Identitätskrise des Hauptprotagonisten, liegt für mich ganz klar in der überzeichneten Hochschulllehrerschaft und in der politischen Landschaft, hier hätte allerdings die Figur des Mohammed Ben Abbes etwas mehr Substanz oder Gewicht vertragen. Vielleicht klingt zwischen den Zeilen auch ein wenig Gesellschaftskritik mit, aber das ist nun mal das Los einer guten dystopischen Erzählung. Sicher ist, dass man noch viel mehr in diesen Roman interpretieren wird, als uns allen lieb ist. So bleibt der abgehalfterte und deprimierte Hochschullehrer im Fokus des Lesers, der zwischen Angst, Einsamkeit von guten und schlechten Sex pendelt. Unterwerfung ist der erste Roman von Houellebecq den ich gelesen habe, und wird bestimmt nicht der Letzte gewesen sein.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Unterwerfung

Michel Houellebecq

EUR 22,99 *
auf Merkliste

50

20.01.2015

„Je suis Houellebecq”

François ist im Jahr 2022 Hochschullehrer für Literatur an der Sorbonne Nouevelle. Die Anstellung ist für den Literaturwissenschaftler wie geschaffen, denn hauptsächlich unterrichtet er nur mittwochs und seine restliche Zeit kann er seinen zwei größten Liebschaften widmen. Einerseits der Liebe zu Studentinnen, die er jährlich wechselt und andererseits der Liebe zur Literatur, insbesondere der Literatur von Joris-Karl Huysmans. Als die Präsidentschaftswahlen anstehen und einige Wahllokale überfallen werden, spitzt sich die Situation zu und François verlässt Paris.

Auf das neue Werk des umstrittenen Provokateurs Michel Houellebecq einzugehen, ohne auch auf die feigen Anschläge auf Charlie Hebdo hinzuweisen, wäre fatal und in keinster Weise richtig. Houellebecqs Roman ist in Frankreich am selben Tag erschienen als auch die Anschläge passiert sind und dabei hat er einen persönlichen Freund, Bernard Maris verloren. Der wohl bedeutendste französische Gegenwartsliterat hat, bei der einzigen Lesung im deutschsprachigen Raum, per Livestream hab ich sie mir angesehen, die Vorwürfe das sein Roman islamophob sei, von sich gewiesen, sich allerdings im selben Atemzug gewünscht und beinahe bereut es nicht gewesen zu sein, denn dann hätte sich seine Botschaft vielleicht deutlicher herauskristallisiert. Grundsätzlich muss man festhalten, dass Literatur alles erzählen darf und soll. Hier eine Grenze zu ziehen was man dürfe, oder nicht wäre verhängnisvoll und würde eigentlich auf einen diktatorischen Machtmissbrauch hinweisen.

Schlussendlich stellt sich für mich, als Leser dieses Romanes dann auch die Frage: „Wie hätte ich es gelesen, wenn es die Anschläge nicht gegeben hätte?“ Vielleicht wäre der Roman ganz anders interpretiert worden, vielleicht wären die zahlreichen Diskussionen anderes ausgefallen, und ich hätte Unterwerfung in ein fiktives Frankreich verbannt, aber so bekommt die Geschichte eine gehörige Portion Realismus, auf die einige Leser wahrscheinlich sehr verstörend und ängstlich reagieren werden.

Die eigentliche Provokation oder Satire, abgesehen von der schweren Identitätskrise des Hauptprotagonisten, liegt für mich ganz klar in der überzeichneten Hochschulllehrerschaft und in der politischen Landschaft, hier hätte allerdings die Figur des Mohammed Ben Abbes etwas mehr Substanz oder Gewicht vertragen. Vielleicht klingt zwischen den Zeilen auch ein wenig Gesellschaftskritik mit, aber das ist nun mal das Los einer guten dystopischen Erzählung. Sicher ist, dass man noch viel mehr in diesen Roman interpretieren wird, als uns allen lieb ist. So bleibt der abgehalfterte und deprimierte Hochschullehrer im Fokus des Lesers, der zwischen Angst, Einsamkeit von guten und schlechten Sex pendelt. Unterwerfung ist der erste Roman von Houellebecq den ich gelesen habe, und wird bestimmt nicht der Letzte gewesen sein.

3 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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Was sie begehren

Kenneth Mackenzie

EUR 16,99 *
auf Merkliste

50

19.01.2015

„Klassische australische Literatur”

Als ich das erste Mal, das Cover von „Was sie begehren“ gesehen habe, hatte ich ein Déjà-vu. Das Titelbild ist von Paul Cadmus, diesen Umstand wusste ich bis dahin aber noch nicht. Einen Reim auf dieses Wiedererkennen, konnte ich mir erst machen, weil ich ständig neue Ordnungssysteme für mein Bücherregal ausprobiere und schicksalshaft „Das Sandkorn“ von Poschenrieder, gleich neben diesen wunderbaren Roman gelandet ist. Beide Bücher haben dasselbe Titelbild, und das hat mir wiederrum ein bisschen zu denken gegeben: „Wähle ich Romane tatsächlich nur nach dem was darin steht aus, oder lasse ich mich doch zu sehr von gut gestalteten Cover verleiten ein Buch zu lesen?“ Bei diesem Roman ist es mir geglückt auf ein schönes Äußeres, auch auf ein schönes Inneres zu stoßen und man kann dem Verlag nur gratulieren, dieses literarische Kleinod ausgegraben zu haben und gut 77 Jahre nachdem es im englischen Original erschienen ist, es auch auf Deutsch der eifrigen Leserschaft zu präsentieren.

Held dieser Geschichte ist der 15 jährige Charles Fox, der gerade frisch an einem Internat eintrifft. Bisweilen wurde er zu Hause von seiner Mutter unterrichtet, seine Freiheiten büßt er im Internat schnell ein. Den Drangsalierungen seiner Mitschüler ausgesetzt, in der ersten Nacht wird er von seinen Klassenkameraden in einen Korb mit stinkender Dreckwäsche gesteckt, findet Charles kaum Anschluss und bleibt relativ einsam. Ausgerechnet bei dem Lehrer, der im vor weiteren Torturen rettet, findet Charles einen Freund. Es ist der Beginn einer Freundschaft, bei der die Grenze zwischen Zuneigung und Zudringlichkeit, von Seiten des Lehrers überschritten wird. Penworth fühlt sich erotisch von seinem Schüler angezogen und als in den ersten Ferien Charles ein junges Mädchen kennenlernt, verliebt er sich augenblicklich in sie.

„Was sie begehren“ ist ein literarisch-atmosphärisch dichter Adoleszenzroman, dessen wahres Alter man aber gerade beim Lesen nicht vergessen sollte. Die „Schicklichkeit“ hat es im Jahr 1937 wohl nicht erlaubt bestimmte Szenen zu lange und im Detail zu beschreiben. Oder merkt man ihm die biographischen Züge an, die diesem Roman innewohnen, sodass er die Misshandlungen und für ihn seltsam anmutenden Internatsrituale kurz angedeutet lässt um realen Personen nicht zu schaden, oder öffentlich zu diskreditieren? Kurz gesagt, ich weiß es nicht, vielleicht gibt es aber auch einen anderen Grund, der sich aber meiner Kenntnis entzieht. An diesen Stellen hat mich die etwas zu blumige Ausdrucksweise dann dazu dirigiert, bestimmte Absätze aufmerksam zu lesen, die im schlimmsten Fall mir ein bisschen unverständlich blieben. Die Intensität die Charles allerdings zu Margret verspürt ist wunderbar klar beschrieben, man erinnert sich sogleich an die eigene große Liebe. Wie ein Damoklesschwert hängt allerdings die verkehrte Freundschaft zwischen Lehrer und Schüler, über den autobiographischen Roman und wenngleich er ohne großartigen Spannungsbogen auskommt, will man unbedingt wissen, ob es zu einer großen Tragödie kommt oder nicht. Kenneth Mackenzies Leben selbst, endete dramatisch: Er ertrank bei einem Badeunfall und zeitlebens konnte er an den Erfolg, den er mit seinem Debütroman hatte, nicht mehr anknüpfen.

buch

Was sie begehren

Kenneth Mackenzie

EUR 21,90 *
auf Merkliste

50

19.01.2015

„Klassische australische Literatur”

Als ich das erste Mal, das Cover von „Was sie begehren“ gesehen habe, hatte ich ein Déjà-vu. Das Titelbild ist von Paul Cadmus, diesen Umstand wusste ich bis dahin aber noch nicht. Einen Reim auf dieses Wiedererkennen, konnte ich mir erst machen, weil ich ständig neue Ordnungssysteme für mein Bücherregal ausprobiere und schicksalshaft „Das Sandkorn“ von Poschenrieder, gleich neben diesen wunderbaren Roman gelandet ist. Beide Bücher haben dasselbe Titelbild, und das hat mir wiederrum ein bisschen zu denken gegeben: „Wähle ich Romane tatsächlich nur nach dem was darin steht aus, oder lasse ich mich doch zu sehr von gut gestalteten Cover verleiten ein Buch zu lesen?“ Bei diesem Roman ist es mir geglückt auf ein schönes Äußeres, auch auf ein schönes Inneres zu stoßen und man kann dem Verlag nur gratulieren, dieses literarische Kleinod ausgegraben zu haben und gut 77 Jahre nachdem es im englischen Original erschienen ist, es auch auf Deutsch der eifrigen Leserschaft zu präsentieren.

Held dieser Geschichte ist der 15 jährige Charles Fox, der gerade frisch an einem Internat eintrifft. Bisweilen wurde er zu Hause von seiner Mutter unterrichtet, seine Freiheiten büßt er im Internat schnell ein. Den Drangsalierungen seiner Mitschüler ausgesetzt, in der ersten Nacht wird er von seinen Klassenkameraden in einen Korb mit stinkender Dreckwäsche gesteckt, findet Charles kaum Anschluss und bleibt relativ einsam. Ausgerechnet bei dem Lehrer, der im vor weiteren Torturen rettet, findet Charles einen Freund. Es ist der Beginn einer Freundschaft, bei der die Grenze zwischen Zuneigung und Zudringlichkeit, von Seiten des Lehrers überschritten wird. Penworth fühlt sich erotisch von seinem Schüler angezogen und als in den ersten Ferien Charles ein junges Mädchen kennenlernt, verliebt er sich augenblicklich in sie.

„Was sie begehren“ ist ein literarisch-atmosphärisch dichter Adoleszenzroman, dessen wahres Alter man aber gerade beim Lesen nicht vergessen sollte. Die „Schicklichkeit“ hat es im Jahr 1937 wohl nicht erlaubt bestimmte Szenen zu lange und im Detail zu beschreiben. Oder merkt man ihm die biographischen Züge an, die diesem Roman innewohnen, sodass er die Misshandlungen und für ihn seltsam anmutenden Internatsrituale kurz angedeutet lässt um realen Personen nicht zu schaden, oder öffentlich zu diskreditieren? Kurz gesagt, ich weiß es nicht, vielleicht gibt es aber auch einen anderen Grund, der sich aber meiner Kenntnis entzieht. An diesen Stellen hat mich die etwas zu blumige Ausdrucksweise dann dazu dirigiert, bestimmte Absätze aufmerksam zu lesen, die im schlimmsten Fall mir ein bisschen unverständlich blieben. Die Intensität die Charles allerdings zu Margret verspürt ist wunderbar klar beschrieben, man erinnert sich sogleich an die eigene große Liebe. Wie ein Damoklesschwert hängt allerdings die verkehrte Freundschaft zwischen Lehrer und Schüler, über den autobiographischen Roman und wenngleich er ohne großartigen Spannungsbogen auskommt, will man unbedingt wissen, ob es zu einer großen Tragödie kommt oder nicht. Kenneth Mackenzies Leben selbst, endete dramatisch: Er ertrank bei einem Badeunfall und zeitlebens konnte er an den Erfolg, den er mit seinem Debütroman hatte, nicht mehr anknüpfen.

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