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Eine Kundin / Ein Kunde Top 10 Bewerter

Gesamte Bewertungen 1056 (ansehen)


Lieblingsautoren:
Joey Goebel, Stefan Bachmann, Kevin Hearne, Christoph Poschenrieder, Ruth Ozeki Jane Austen, Haruki Murakami, Johanna Sinisalo, DBC Pierre, Téa Obreht, Chris Adrian, Benjamin Stein, Zoran Drvenkar, Floortje Zwigtman, Patrick Spät und viele, viele mehr :-)

Meine Favoriten

  • 1.

    Das Ende von Eddy

    von Edouard Louis

    Ein Befreiungsschlag, ein neues Leben – souverän und sprachgewaltig erzählt von Frankreichs neuem... mehr

  • 2.

    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

    von Haruki Murakami

    Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im... mehr

  • 3.

    Das Sandkorn

    von Christoph Poschenrieder

    Ein Mann streut Sand aus Süditalien auf den Straßen von Berlin aus. In Zeiten des Kriegs ist solch ein... mehr

  • 4.

    Ich, Adrian Mayfield

    von Floortje Zwigtman

    London 1884. Adrian Mayfield ist keine 17 und Lehrjunge bei einem Maßschneider in Soho. Als er eines... mehr

  • 5.

    Das Leben - und der Sinn des Ganzen

    von Patrick Spät

    Das Leben hat keinen Sinn. Darüber lässt Patrick Spät in 'Das Leben und der Sinn des Ganzen' keine Zweifel... mehr

  • 6.

    Sommernachtsfrauen

    von Keith Donohue

    Die Lebensgeschichten von acht Frauen aus verschiedenen Epochen verknüpfen sich zum amerikanischen MythosJack... mehr

  • 7.

    Only Lovers Left Alive

    mit Tom Hiddleston , Tilda Swinton , Mia Wasikowska , John Hurt , Anton Yelchin

    Der Undergroundmusiker Adam (Tom Hiddleston) versteckt sich in einer heruntergekommenen Villa in Detroit... mehr

  • 8.

    Ich gegen Osborne

    von Joey Goebel

    Er ist ein Unikat in einer Welt, in der sich jeder durch Originalität abheben will. Er ist als Einziger... mehr

  • 9.

    Geschichte für einen Augenblick

    von Ruth Ozeki

    Ruth Ozeki erkundet, was es heißt, in diesem Augenblick, genau jetzt, ein Mensch zu sein – 'bezaubernd,... mehr

  • 10.

    Die Chronik des Eisernen Druiden 01. Gehetzt

    von Kevin Hearne

    »Kevin Hearne hat sich eine rasante Geschichte mit ganz eigenartigen Romanfiguren ausgedacht und gekonnt... mehr

Meine Bewertungen

Das Salz in der Wunde

Eine Kundin / Ein Kunde , am 08.08.2015

Louise möchte für ihre bereits erwachsenen Kinder und ihre übrige Familie ein Abendessen geben. Während des Tages und den Vorbereitungen für das geplante Treffen, überkommen die einzelnen Familienmitglieder, immer wieder Erinnerungen an den verstorbenen Mann und Vater Armand. Während Louise mit einer zärtlichen Melancholie an die Vergangenheit denkt, dabei immer wieder Entschuldigungen für die Brutalität ihres Mannes sucht und sich nur an positive Dinge erinnern will, sehen die Erinnerungen der erwachsenen Kinder ganz anders aus. Ihre Erinnerungen sind wie Salz in der Wunde: Sie bringen nichts als Schmerz und Bedauern hervor.

Für seinen Debütroman „Die Erziehung“, der mir sehr gut gefallen hat, wurde der französische Schriftsteller Jean Baptiste del Amo mit dem Goncourt Preis ausgezeichnet und auch dieser Roman erzählt virtuos von der Allmacht des Todes, Sexualität und der Verderblichkeit der Liebe und schlussendlich auch nach der Suche der eigenen Identität. Geteilt in drei Teile, die den Namen der Parzen aus der römischen Mythologie tragen, Nona, Decima und Morta, springt der französische Gegenwartsliterat immer zwischen den Charakteren hin und her. Dabei richtet sich das Augenmerk in diesem Roman, weniger dem geplanten Abendessen und den äußeren Ereignisse, sondern auf das Innenleben der Hauptprotagonisten und deren Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit. Durch diese Gedankenerzählung wird das Lesen nicht kontinuierlich auf einen Punkt gebracht, sondern wandert in der Vergangenheit der Charaktere hin und her und hat dadurch keine lineare Erzählung. Manchmal hat mich der Stil ein wenig an Virginia Woolf erinnert und so war es für mich eigentlich nicht verwunderlich, dass der Schriftsteller zu Mrs. Dalloway einen Bezug herstellt, und Louise darin lesen lässt. „Das Salz“, das eindeutig aus der Masse der jährlichen Neuerscheinungen hervorsticht, ist eine Eufonie aus Liebe, Sexualität und Tod. Daraus entsteht eine so kraftvolle Erzählung, dass sie den Leser fesselt und auch lange nach dem Lesen nicht los lässt. Wer nun „Die Erziehung“ noch nicht gelesen hat, sollte dies nun schleunigst nachholen.

Das Salz

Das Salz

von Jean-Baptiste D…

8,99

Der Ententeich so groß wie ein Ozean

Eine Kundin / Ein Kunde , am 08.08.2015

Aufgrund einer Beerdigung kehrt ein Mann in das Dorf seiner Heimat zurück. Das Haus seiner Kindheit steht schon lange nicht mehr und nachdem er ein wenig in der Gegend herumgefahren ist, blieb er vor einem alten Bauernhof am Ende einer Straße stehen. Plötzlich werden Erinnerungen an seine Kindheit wacht. Erinnerungen an Lettie, die mit ihrer Mutter und Großmutter hier gewohnt haben. Er erinnert sich an den Ententeich von dem Lettie behauptete, dass er so groß wie ein Ozean sei.
Beschämenderweise muss ich zugeben, dass mir der Literat Neil Gaiman das erste Mal aufgefallen ist, als er einen Gastauftritt bei den Simpsons hatte und nicht weil ich einen Roman von ihm gelesen habe. Cameos heißen in Amerika diese Gastauftritte von Promis in Film und Fernsehen, und die Stars und Sternchen reisen dazu auch mal liebend gerne nach Springfield. Wahrscheinlich wird die breite deutschsprachige Leserschaft Neil Gaimans Romane nicht wirklich kennen, mir selbst ging es ja genauso. Mit der Empfehlung dieses Romans im Literaturclub, dürfte dieses Dilemma allerdings erledigt sein.

Als echter Vielleser bereiten mir die 08/15 Romane, besonders in letzter Zeit, ein bisschen Schwierigkeiten. Wenn man hundertmal dieselben Charaktere vorgesetzt bekommt und dieselben ähnlich erzählten Geschichten zu lesen bekommt, ermüdet man ein bisschen und wird lesefaul. Das ist der Punkt, wo ich darauf achte keine allzu kritischen Rezensionen zu schreiben, weil es oft nicht an der Qualität des Romans liegt, sondern an meiner eigenen Lese-Flaute. Wenn dann ein Roman aus der Masse nur ein wenig hervorsticht, stürze ich mich wie ein Verdurstender auf ein Glas Wasser und bin schließlich wieder motiviert genug, hundert andere ein wenig durchschnittliche Romane zu lesen und sie schlussendlich auch zu mögen. So ein kleines und feines, motivierendes Schätzchen ist nun „Der Ozean am Ende der Straße“. Klein, weil er sich auf knapp 240 Seiten entfaltet und fein, weil sich dem Leser eine märchenhaft anmutende Welt eröffnet, die sich zu einer emotional erschütternden Reminiszenz an die Kindheit des Hauptcharakters entwickelt.

“Ich erzähle dir jetzt etwas Wichtiges. Erwachsene sehen im Inneren auch nicht wie Erwachsene aus. Äußerlich sind sie groß und gedankenlos, und sie wissen immer, was sie tun. Im Inneren sehen sie allerdings aus wie früher.”

Wie in der Inhaltsangabe oben schon beschrieben, ist das eigentliche Thema des Romans, die Erinnerungen an die Kindheit, besonders die Erinnerungen an Lettie und die Hempstocks, die durch einen Besuch auf den Bauernhof am Ende der Straße im Protagonisten hervorbrechen. Als sich ein Untermieter im Wagen des Vaters selbst umbringt, trifft er das erste Mal auf Lettie. Gaiman gelingt es hier nicht nur authentisch aus der Sicht eines 7jährigen zu schreiben, sondern porträtiert auch eine magische aber nicht greifbare Welt, die dem Kind und dem Leser eine Heidenangst einjagt. Vielleicht liegt es ferner an meiner blühenden Fantasie, dass ich mich in diese kindliche Naivität so gut hineinversetzen konnte und mir die gruseligen Szenen mächtig Gänsehaut verschafft haben. Hier fängt er, jedenfalls meiner Meinung nach, Geschickt das Gefühl der Ohnmacht Kindern gegenüber den of sehr distanzierten Erwachsenen ein und spielt mit den Urängsten von Verlassen werden und der oft sehr einschüchternden Dunkelheit. So wie einem Kind die Erwachsenenwelt oft sehr rätselhaft ist, so rätselhaft bleibt er auch in der Erzählung selbst. Das Außergewöhnlich liegt für mich darin, dass er oft etwas andeutet, aber niemals gänzlich erzählt und so bliebt auch das Ende bewusst offen. „Der Ozean am Ende der Straße“ ist somit ein kurzweiliges Lesevergnügen und war nicht mein letzter Roman, den ich von Neil Gaiman lesen werde.

Der Ozean am Ende der Straße

Der Ozean am Ende der Straße

von Neil Gaiman

4,99

Ein Ententeich so groß wie ein Ozean

Eine Kundin / Ein Kunde , am 08.08.2015

Aufgrund einer Beerdigung kehrt ein Mann in das Dorf seiner Heimat zurück. Das Haus seiner Kindheit steht schon lange nicht mehr und nachdem er ein wenig in der Gegend herumgefahren ist, blieb er vor einem alten Bauernhof am Ende einer Straße stehen. Plötzlich werden Erinnerungen an seine Kindheit wacht. Erinnerungen an Lettie, die mit ihrer Mutter und Großmutter hier gewohnt haben. Er erinnert sich an den Ententeich von dem Lettie behauptete, dass er so groß wie ein Ozean sei.

Beschämenderweise muss ich zugeben, dass mir der Literat Neil Gaiman das erste Mal aufgefallen ist, als er einen Gastauftritt bei den Simpsons hatte und nicht weil ich einen Roman von ihm gelesen habe. Cameos heißen in Amerika diese Gastauftritte von Promis in Film und Fernsehen, und die Stars und Sternchen reisen dazu auch mal liebend gerne nach Springfield. Wahrscheinlich wird die breite deutschsprachige Leserschaft Neil Gaimans Romane nicht wirklich kennen, mir selbst ging es ja genauso. Mit der Empfehlung dieses Romans im Literaturclub, dürfte dieses Dilemma allerdings erledigt sein.

Als echter Vielleser bereiten mir die 08/15 Romane, besonders in letzter Zeit, ein bisschen Schwierigkeiten. Wenn man hundertmal dieselben Charaktere vorgesetzt bekommt und dieselben ähnlich erzählten Geschichten zu lesen bekommt, ermüdet man ein bisschen und wird lesefaul. Das ist der Punkt, wo ich darauf achte keine allzu kritischen Rezensionen zu schreiben, weil es oft nicht an der Qualität des Romans liegt, sondern an meiner eigenen Lese-Flaute. Wenn dann ein Roman aus der Masse nur ein wenig hervorsticht, stürze ich mich wie ein Verdurstender auf ein Glas Wasser und bin schließlich wieder motiviert genug, hundert andere ein wenig durchschnittliche Romane zu lesen und sie schlussendlich auch zu mögen. So ein kleines und feines, motivierendes Schätzchen ist nun „Der Ozean am Ende der Straße“. Klein, weil er sich auf knapp 240 Seiten entfaltet und fein, weil sich dem Leser eine märchenhaft anmutende Welt eröffnet, die sich zu einer emotional erschütternden Reminiszenz an die Kindheit des Hauptcharakters entwickelt.

“Ich erzähle dir jetzt etwas Wichtiges. Erwachsene sehen im Inneren auch nicht wie Erwachsene aus. Äußerlich sind sie groß und gedankenlos, und sie wissen immer, was sie tun. Im Inneren sehen sie allerdings aus wie früher.”

Wie in der Inhaltsangabe oben schon beschrieben, ist das eigentliche Thema des Romans, die Erinnerungen an die Kindheit, besonders die Erinnerungen an Lettie und die Hempstocks, die durch einen Besuch auf den Bauernhof am Ende der Straße im Protagonisten hervorbrechen. Als sich ein Untermieter im Wagen des Vaters selbst umbringt, trifft er das erste Mal auf Lettie. Gaiman gelingt es hier nicht nur authentisch aus der Sicht eines 7jährigen zu schreiben, sondern porträtiert auch eine magische aber nicht greifbare Welt, die dem Kind und dem Leser eine Heidenangst einjagt. Vielleicht liegt es ferner an meiner blühenden Fantasie, dass ich mich in diese kindliche Naivität so gut hineinversetzen konnte und mir die gruseligen Szenen mächtig Gänsehaut verschafft haben. Hier fängt er, jedenfalls meiner Meinung nach, Geschickt das Gefühl der Ohnmacht Kindern gegenüber den of sehr distanzierten Erwachsenen ein und spielt mit den Urängsten von Verlassen werden und der oft sehr einschüchternden Dunkelheit. So wie einem Kind die Erwachsenenwelt oft sehr rätselhaft ist, so rätselhaft bleibt er auch in der Erzählung selbst. Das Außergewöhnlich liegt für mich darin, dass er oft etwas andeutet, aber niemals gänzlich erzählt und so bliebt auch das Ende bewusst offen. „Der Ozean am Ende der Straße“ ist somit ein kurzweiliges Lesevergnügen und war nicht mein letzter Roman, den ich von Neil Gaiman lesen werde.

Der Ozean am Ende der Straße

Der Ozean am Ende der Straße

von Neil Gaiman

18,00

Das Salz in der Wunde

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.08.2015

Louise möchte für ihre bereits erwachsenen Kinder und ihre übrige Familie ein Abendessen geben. Während des Tages und den Vorbereitungen für das geplante Treffen, überkommen die einzelnen Familienmitglieder, immer wieder Erinnerungen an den verstorbenen Mann und Vater Armand. Während Louise mit einer zärtlichen Melancholie an die Vergangenheit denkt, dabei immer wieder Entschuldigungen für die Brutalität ihres Mannes sucht und sich nur an positive Dinge erinnern will, sehen die Erinnerungen der erwachsenen Kinder ganz anders aus. Ihre Erinnerungen sind wie Salz in der Wunde: Sie bringen nichts als Schmerz und Bedauern hervor.

Für seinen Debütroman „Die Erziehung“, der mir sehr gut gefallen hat, wurde der französische Schriftsteller Jean Baptiste del Amo mit dem Goncourt Preis ausgezeichnet und auch dieser Roman erzählt virtuos von der Allmacht des Todes, Sexualität und der Verderblichkeit der Liebe und schlussendlich auch nach der Suche der eigenen Identität. Geteilt in drei Teile, die den Namen der Parzen aus der römischen Mythologie tragen, Nona, Decima und Morta, springt der französische Gegenwartsliterat immer zwischen den Charakteren hin und her. Dabei richtet sich das Augenmerk in diesem Roman, weniger dem geplanten Abendessen und den äußeren Ereignisse, sondern auf das Innenleben der Hauptprotagonisten und deren Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit. Durch diese Gedankenerzählung wird das Lesen nicht kontinuierlich auf einen Punkt gebracht, sondern wandert in der Vergangenheit der Charaktere hin und her und hat dadurch keine lineare Erzählung. Manchmal hat mich der Stil ein wenig an Virginia Woolf erinnert und so war es für mich eigentlich nicht verwunderlich, dass der Schriftsteller zu Mrs. Dalloway einen Bezug herstellt, und Louise darin lesen lässt. „Das Salz“, das eindeutig aus der Masse der jährlichen Neuerscheinungen hervorsticht, ist eine Eufonie aus Liebe, Sexualität und Tod. Daraus entsteht eine so kraftvolle Erzählung, dass sie den Leser fesselt und auch lange nach dem Lesen nicht los lässt. Wer nun „Die Erziehung“ noch nicht gelesen hat, sollte dies nun schleunigst nachholen.

Das Salz

Das Salz

von Jean-Baptiste D…

9,99

Würdiger Abschluss

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.08.2015

Aus dem London Elisabeth I. kehrt Diana Bishop mit ihrem Ehemann Matthew de Clairmont, in die Gegenwart zurück. Das freudige Wiedersehen wird durch den tragischen Verlust von Emily überschattet und auf dem Anwesen Sep Tours müssen sie sich nicht nur gegenüber der Kongregation behaupten, sondern auch Matthews Familie davon überzeugen, dass Philippe Diana als Schwiegertochter akzeptiert hat. Und schließlich wollen auch die Geheimnisse rund um das verschollene Manuskript Ashmole 782 gelüftet werden.

„Das Buch der Nacht” ist der krönende Abschluss der All Souls Trilogie und liest sich, genauso wie seine Vorgänger, nicht minder spannend. Fast zwei Jahre mussten die Leser von Deborah Harkness auf den abschließenden Roman warten und um den roten Faden der Geschichte, rund um Diana Bishop, Matthew Clairmont und dem Manuskript Ashmole 782 wieder aufzugreifen, hab ich meine Rezensionen der vorigen Bänder noch mal gelesen. Ich hatte so meine Zweifel, ob ich trotz der detailreichen Beschreibungen und der vielen Protagonisten, mich schnell in die Geschichte wieder einfinden würde. Dabei sind die Nebencharaktere ebenso einprägsam und genau gezeichnet, jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen Charme, sodass meine anfängliche Skepsis völlig unangebracht war. Ich hab mich durchwegs gut unterhalten gefühlt und fand es dann ziemlich schade, dass die Erzählung mit diesem Roman zu Ende ging. Gerade die Kombination aus Geschichte, Fantasy und Wissenschaft, macht einen zusätzlichen Reiz aus. Man sollte sich auch die Homepage der Schriftstellerin ansehen, sie ist sehr informativ und liebevoll gestaltet. Deborah Harkness ist eigentlich Professorin europäischer Geschichte. Es würde mich freuen, wenn sie das Schreiben von Romanen nicht gänzlich aufgibt und wir vielleicht in ein oder zwei Jahren, wieder etwas von ihr lesen könnten.
Hier die richtige Reihenfolge der Romane auf Deutsch und Englisch:

1. Wo die Nacht beginnt (Shadow of Night)
2. Die Seelen der Nacht (A Discovery of Witches)
3. Das Buch der Nacht (The Book of Life)

Das Buch der Nacht

Das Buch der Nacht

von Deborah Harknes…

19,99

Würdiger Abschluss

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.08.2015

Aus dem London Elisabeth I. kehrt Diana Bishop mit ihrem Ehemann Matthew de Clairmont, in die Gegenwart zurück. Das freudige Wiedersehen wird durch den tragischen Verlust von Emily überschattet und auf dem Anwesen Sep Tours müssen sie sich nicht nur gegenüber der Kongregation behaupten, sondern auch Matthews Familie davon überzeugen, dass Philippe Diana als Schwiegertochter akzeptiert hat. Und schließlich wollen auch die Geheimnisse rund um das verschollene Manuskript Ashmole 782 gelüftet werden.

„Das Buch der Nacht” ist der krönende Abschluss der All Souls Trilogie und liest sich, genauso wie seine Vorgänger, nicht minder spannend. Fast zwei Jahre mussten die Leser von Deborah Harkness auf den abschließenden Roman warten und um den roten Faden der Geschichte, rund um Diana Bishop, Matthew Clairmont und dem Manuskript Ashmole 782 wieder aufzugreifen, hab ich meine Rezensionen der vorigen Bänder noch mal gelesen. Ich hatte so meine Zweifel, ob ich trotz der detailreichen Beschreibungen und der vielen Protagonisten, mich schnell in die Geschichte wieder einfinden würde. Dabei sind die Nebencharaktere ebenso einprägsam und genau gezeichnet, jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen Charme, sodass meine anfängliche Skepsis völlig unangebracht war. Ich hab mich durchwegs gut unterhalten gefühlt und fand es dann ziemlich schade, dass die Erzählung mit diesem Roman zu Ende ging. Gerade die Kombination aus Geschichte, Fantasy und Wissenschaft, macht einen zusätzlichen Reiz aus. Man sollte sich auch die Homepage der Schriftstellerin ansehen, sie ist sehr informativ und liebevoll gestaltet. Deborah Harkness ist eigentlich Professorin europäischer Geschichte. Es würde mich freuen, wenn sie das Schreiben von Romanen nicht gänzlich aufgibt und wir vielleicht in ein oder zwei Jahren, wieder etwas von ihr lesen könnten.
Hier die richtige Reihenfolge der Romane auf Deutsch und Englisch:

1. Wo die Nacht beginnt (Shadow of Night)
2. Die Seelen der Nacht (A Discovery of Witches)
3. Das Buch der Nacht (The Book of Life)

Das Buch der Nacht

Das Buch der Nacht

von Deborah Harknes…

15,99

Magischer Realismus

Eine Kundin / Ein Kunde , am 25.07.2015

Mir hat „Die große Nacht“, Chris Adrians deutscher Debütroman, sehr gut gefallen und ganz zu Recht, wurde er von der Zeitung The New Yorker, auf die Liste „20 under 40“ gesetzt worden. Auf dieser Liste, wie dessen Titel uns bereits verrät, wurden 20 Schriftsteller unter 40 Jahren ausgewählt, deren Werke man unbedingt lesen sollte. Als nun von ihm „Ein besserer Engel“ erschien, hab ich gar nicht lang gezögert und hab auch diesen Roman gelesen.

In „Ein besserer Engel“ vereint der großartige Romancier mehrere Erzählungen in einem Band, in dem der geneigte Leser den Tod auf vielfältige Weise begegnet. Wir begegnen oft Kindern als Protagonisten, was nicht unbedingt verwunderlich ist, ist doch Chris Adrian nicht nur ein ausgezeichneter Schriftsteller, nein er ist auch Kinderarzt und Theologe. Wir treffen auf Menschen die mit dem einhergehenden Trauma des 11. September noch nicht abgeschlossen haben. Wir treffen auf Dinge, die er selbst erlebt hat und er verpackt alles in eine Komplexität des Lebens. Magischer Realismus würde wahrscheinlich das Genre, in dem diese Kurzgeschichten spielen, am besten beschreiben. Er bedient sich dabei, einer klaren und authentischen Sprache und ist bestimmt für eine anspruchsvollere Leserschaft gedacht. Er ist für mich ein wahrer Künstler unter den Literaten und einer meiner persönlichen Favoriten.

Ein besserer Engel

Ein besserer Engel

von Chris Adrian

19,95

Trifft ein Golem auf einen Dschinn...

Eine Kundin / Ein Kunde , am 21.07.2015

Im Jahr 1899 fährt ein Dampfschiff nach New York, in seinem Inneren schlummert eine eigenartige Fracht: Ein unbelebter Golem, verpackt in einer Holzkiste. Durch unglückliche Schicksalsschläge verliert ihr Meister, der ebenfalls an Bord ist, das Leben. Mit seinen letzten Atemzügen kann er, die magischen Wörter flüstern, die sie gerade noch so zum Leben erwecken. Meister- und sinnlos strandet sie wie viele andere Menschen in New York und trifft dort auf ein weiteres nichtmenschliches Wesen, dem Dschinn.

Golem und Dschinn hat mir äußerst gut gefallen und dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Ich mag historische Geschichten und Helene Wecker hat mich mit ihrem Erstlingswerk, direkt in das New York des vorletzten Jahrhundertwechsel zurückversetzt. Obwohl die Hauptprotagonisten magische Wesen sind, geht es aber vor allem um brückenbauende Freundschaft, ist doch der Golem Chava ein jüdisches und der Dschinn Ahmad ein islamisch mystisches Geschöpf. Und hier liegt auch der tiefere Sinn verborgen: Das ambivalente Verhältnis beider Gruppen, dass bis zu dem Grabenkampf vor Medina zurück reicht, wo nichtkonvertierte Juden von Moslems umgebracht worden sind, obwohl beide Religionsgemeinschaften ähnliche Vorstellung vom Glauben und Religion haben. Aber ich sollte nicht zu sehr abschweifen, denn auch die Autorin Wecker nähert sich diesem Thema nur sehr vorsichtig und kratzt es scheinbar „nur“ oberflächig ein wenig an. Zurück zum Roman: Frau Wecker haucht ihren magischen Geschöpfen so viel Gefühl und Emotionen ein, dass ich über lange Strecken hinweg das nichtmenschliche in den Protagonisten ein bisschen ausgeklammert hab, allerdings nicht bewusst, sondern eher unbewusst. Sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und lässt dazu verschiedene Protagonisten zu Wort kommen, die durch ihre eigene erzählte Vergangenheit Bezug zu der eigentlichen Handlung nehmen und mit ihr auf eine unglaubliche Art verbunden sind. Ich konnte kaum aufhören zu lesen. Das Damoklesschwert hängt über die sehr beschauliche Szenerie und dem Leser ist schnell klar, dass er Unheilvolles ansteuert. Am Ende rücken die Fantasy Elemente wieder mehr in den Vordergrund. Golem und Dschinn hat mir sehr gut gefallen und ich kann es kaum erwarten, mehr von dieser Autorin zu lesen.

Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt

Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt

von Helene Wecker

9,99

Band 04

Eine Kundin / Ein Kunde , am 21.07.2015

Bill hat den Sturz der Engel noch einmal provoziert und nun liegt es an Daniel und Luce die Menschheit, das Universum und den ganzen Rest zu retten. Dazu benötigen sie 3 bestimmte Reliquien, allerdings haben sie nur noch 9 Tage Zeit…
Das Engel-Dämonen Element ist im Fantasy-Genre weit verbreitet und Lauren Kates Engel Reihe gehören zu den Geschichten die mir gut gefallen haben. Ein paar Details waren für mich zwar nicht ganz stimmig, aber da hab ich einfach ein wenig darüber hinweggelesen. Das Ende war ein bisschen hervorsehbar, hat mir aber im Großen und Ganzen auch gut gefallen. Der erste Band der Reihe wurde mittlerweile von einer namhaften Produktionsfirma verfilmt, allerdings gibt es derweil noch kein Datum, wann dieser Film in die Kinos kommen soll. Wer dem Thema Engel-Dämonen nun etwas abgewinnen konnte, dem kann ich Zoran Drvenkars "Der letzte Engel" wärmsten empfehlen.

Engelslicht

Engelslicht

von Lauren Kate

8,99

Der Tod, die Freundschaft und die Liebe

Eine Kundin / Ein Kunde , am 16.07.2015

Murakamis neuestes Werk handelt von Tsukuru. Er ist der Farblose von fünf Freunden, jedenfalls empfindet er es so, und darüber hinaus ist er auch der einzige dessen Name keine Farbe trägt. Tsukuru ist auch der einzige der den Ort Nagoya verlässt um in Tokio zu studieren. Als er eines Tages in den Ferien nach Hause kommt ist nichts mehr wie es war. Seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich: Seine Freunde wenden sich von ihm ab und wollen mit ihm um nichts mehr zu tun haben. Er verzweifelt darüber so sehr, dass er beinahe bereit ist in den Tod zu gehen.

Der weltberühmte Gegenwartsliterat Haruki Murakami hat mit seinem Geniestreich „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ in kürzester Zeit die Bestsellerlisten auf der ganzen Welt erobert. Er wird hochgelobt, ganz zu Recht wie ich finde. Unbestätigten Quellen zu folge sollen in der ersten Woche nach dem Erscheinen, alleine in Japan eine Million Exemplare über den Ladentisch gegangen sein. Diese Zahlen sind wahrlich beeindruckend, genauso wie sein literarisches Schaffen. Manch böse Zungen vermuten hinter seinem öffentlichkeitsscheuen Verhalten, was seine Person und die Vorveröffentlichung der Bücher anbelangen, eine raffinierte Marketingstrategie. Das hat, wie ich finde, der bisherige Anwärter auf dem Literaturnobelpreis gar nicht nötig! Aber zurück zum Inhalt seines neuem kreativen Schaffens:

Gleich in den ersten Kapiteln fand ich die offen versteckte Zahlenmystik interessant. Der jugendliche Tsukuru ist unsicher und weiß eigentlich gar nicht so recht wieso er von dieser Gruppe von Jugendlichen aufgenommen worden ist. Sie unternehmen immer etwas zu fünft und wenn nicht alle fünf sich getroffen haben, waren sie zu dritt oder zu zweit. Der aufmerksame Leser fragt sich nun wieso nie zu viert und der Japankenner weiß es sofort.

In jenem altbekannten Stil der Erzählung, Ursula Gräfe ist sozusagen die deutsche Stimme Haruki Murakamis, beginnt er auf den ersten Seiten der Geschichte damit, tief in die lebensmüde Gedankenwelt des erwachsenen Hauptprotagonisten zu blicken:

„Vielleicht war seine Sehnsucht nach dem Tod zu wahrhaftig und zu tief, um tatsächlich den Versuch zu machen, sich umzubringen. (..) Hätte es in seiner Reichweite eine Tür gegeben, die direkt in den Tod führte, er hätte sie ohne Zögern aufgestoßen.“

Seine Worte berühren tief im Inneren, sie lassen einem aus einer ökonomisierten Welt flüchten und in seine oft Absurden und Irrealen Welten abtauchen, wenngleich in „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ diese kafkaesken Welt dem Leser nur gelegentlich als erotischer Traum streift. Mal verkehrt er darin mit zweien seiner früheren Freundinnen und einmal stößt sogar ein befreundeter Mann dazu. Hier und in weiteren wiederkehrenden Elementen, die sich der Schriftsteller bedient, findet sich der Leser selbst wieder. Jedenfalls ist es mir immer beim Lesen so ergangen. Immer wenn ich einen neuen Haruki Murakami in den Händen halte, frage ich mich: „Kann er das vorige Werk schon wieder toppen?“ Soviel verrate ich noch an dieser Stelle: „Ja er kann.“

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

von Haruki Murakami

10,99