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Eine Kundin / Ein Kunde Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 472 (ansehen)


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Neil Gaiman, Michael Cunningham, Amber Dermont, Joey Goebel, Kevin Hearne, Ruth Ozeki Jane Austen, Haruki Murakami, Johanna Sinisalo, DBC Pierre, Chris Adrian, Floortje Zwigtman, Patrick Spät und viele, viele mehr :-)

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Am Mittwochabend im Kino

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.08.2016

Alain ist der Besitzer eines kleinen Kinos, in dem kein Popcorn serviert wird. Das Cinéma Paradiso lebt vom Charme vergangener Tage, und so liest sich aus das ausgestrahlte Programm. Jeden Mittwoch Abend spielt Alain Liebesfilme und jeden Mittwoch kommt die Frau im roten Mantel. Als Alain Melanie das erste Mal sah, war es Liebe auf den ersten Blick. Aber kann Alain, die mysteriöse Fremde für sich gewinnen?

Dieser Roman ist eine entzückende und romantische Liebesgeschichte in der Hauptstadt der Liebe: Paris! Barreau bleibt seinem einfachen Stil treu, und dennoch erzeugt er mit seiner Erzählung eine bildhafte Szenerie. Es ist romantisch, aber ohne ins Kitschige abzudriften. Es geht aber auch um Kinofilme. Vor allem um romantische Filme. Das Filmglossar am Ende des Romans verleitet einem diese Filme dann auch anzusehen. Dann werde ich mir vorstellen auch im Cinéma Paradiso zu sitzen. Sprachlich ist der Roman durch kurze Sätze und einfache Worte flüssig zu lesen. Auch die Handlung ist klar strukturiert und verläuft linear ohne Nebenschauplätze oder Zeitsprünge. Die Figuren sind überschaubar.

Eines Abends in Paris
von Nicolas Barreau
(2)
eBook
9,99

Die Schriften des ersten Chronisten

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.08.2016

Wie in der Rezension zu - Der Übergang - schon angemerkt, ist - Die Zwölf - nicht bloß ein weiterer Teil einer Geschichte die Justin Cronin erzählt, vielmehr werden einige Geschichten linear zum ersten Buch erzählt. Wir treffen auf einen etwas geistig zurückgebliebenen Busfahrer, der durch das frisch zerstörte Nordamerika fährt und hi und da Fahrgäste einsammelt. Wir treffen auf einen Viral - der von sich selbst nicht einmal weiß, dass er ein Viral ist. Wir treffen auf eine schwangere Frau, die durch posttraumatischen Stress ausgelöst und trotz des Untergangs der Welt, sich nicht sicher ist, in welcher Farbe sie das Kinderzimmer ausmalen möchte. Wir treffen aber auch auf altbekannte Charaktere und was mich besonders freut, natürlich auch auf Amy.

Mir hat der erste Band dieser Reihe sehr gut gefallen und als der zweite Band der Reihe erschienen ist, hab ich ihn mir gleich als eBook besorgt. Allerdings hat es einige Zeit gedauert, bis ich dann auch für den zweiten Teil bereit war, ausschlaggebend ist das Erscheinen des dritten Teils im Herbst 2016. Dabei hätte es gar keinen Grund gegeben so lange zu warten, sie ist nämlich ganz gut gelungen. Dem Erzählstil bleibt er treu: Mehrere Handlungsstränge, die abwechselnd erzählt werden, steuern einem gemeinsamen Ende entgegen. Dabei geht er so geschickt vor, dass man ständig wissen will, wie es gerade bei der anderen Geschichte weitergeht. Der Spannungsbogen bleibt konstant aufrecht und ganz spielerisch lässt er dem geneigten Leser die Lust an der Angst spüren. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war, dass er dem Leser gleich zu Anfang des zweiten Romans, sozusagen im Prolog, über -Die Schriften des Ersten Chronisten (Das Buch der Zwölfe) - klar macht, dass in einer weit entfernten Zukunft noch Menschen existieren, dass wohl nicht alles vergebens ist, was wir hier lesen werden, dass es Hoffnung noch existiert. Das ist wohl das prägendste Element einer Apokalypse: Das trotz der Endgültigkeit und dem dahinscheiden vieler Protagonisten, eines bleibt: Die Hoffnung. Der Cliffhanger hat mir hingegen, und im Unterschied zum ersten Teil, nur mäßig gefallen, aber dennoch bin ich schon auf den dritten Teil gespannt.

Die Zwölf
von Justin Cronin
(5)
eBook
8,99

Monster Hunter International 2

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.08.2016

Owen Pitt hat mit seiner Einheit der Geheimorganisation von MHI, Monster Hunter International ein Rudel Chupacabra in Schach gehalten. Als er in dem Hotel, in dem er untergebracht wurde, von einer Herde Zombies angegriffen wird., kann der geübte Jäger nur mit äußerster Mühe am Leben bleiben. Ein schier übermächtigen Feind, der sich einem Totenkult verschworen hat, steht ihm bald gegenüber...





Owen Pitt ist mit – Der Club der toten Monster – endlich zurück, viel zu lange mussten die deutschsprachigen Fans von Larry Correia auf den zweiten Band der Monster Hunter International warten. Ich wusste daher auf was ich mich mit diesem Roman einlassen würde, und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Eines sollte der geneigte Leser aber wissen: Die Ballerfreude, also die Waffen und Pistolen sind hier die liebsten Mittel, um den Monstern den Garaus zu machen. Leser die sich an dieser Art der Gewalt stören, wird das ständige Geballere wahrscheinlich ein wenig nerven. Aber gerade durch die Mischung aus Machoallüren und Ironie, wurde Owen Pitt zu einem meiner liebsten Protagonisten und die rasante Spannung hat ihr übriges hinzugetan. Dabei hat es Correia von Selbstverlag auf die New York Times Bestsellerliste geschafft. Die Romane werden aus der Sicht des Hauptprotagonisten erzählt und sollten auch in der richtigen Reihenfolge gelesen werde, da sie zwar in sich abgeschlossen sind, aber aufeinander aufbauen. Der nächste Roman in dieser Reihe ist – Ein Monster kommt selten allein – und ich freue mich schon sehr darauf

Der Club der toten Monster
von Larry Correia
(1)
eBook
11,99

Eine Nacht der Barbarei

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.07.2016

Am 13. November 2015 ereignete sich in der französischen Hauptstadt eine Angriffsserie gegen die Zuschauer eines Fußballspiels, gegen die Besucher eines Rockkonzerts sowie gegen Gäste zahlreicher Bars und Restaurants im elften Arrondissements. Eine Nacht der Barbarei, titelt Antoine Leiris über diesen Abend, an dem die Liebe seines Lebens, seine Frau Hélène, ihr Leben verloren hat. Als er am nächsten Tag davon erfährt, schreibt er eine Hommage an seine Frau, einen öffentlichen Brief auf Facebook: "Freitagabend habt ihr das Leben eines außerordentlichen Wesens geraubt, das der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes, aber meinen Hass bekommt ihr nicht."

Diese schlichten Worte, die poetisch und bewegend sind, verkörpern seinen Schmerz und seine Trauer. Aus diesem öffentlichen Brief wurde ein ganzes Buch. Meinen Hass bekommt ihr nicht - ist eine Streitschrift für das Leben, ein Tagebuch das aufwühlt, aber auch Mut macht. Mut nicht zu hassen.

Meinen Hass bekommt ihr nicht
von Antoine Leiris
(2)
eBook
11,99

Orlando - Magischer Realismus meets Feminismus und Homosexualität

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.07.2016

Orlando, ein junger gebildeter Adeliger, steht bei der Königin Elisabeth der 1. hoch im Ansehen. Von ihr erhält er einen großen Landsitz. Als während der kleinen Eiszeit, die Themse immer wieder zufriert, werden auf ihr Jahrmärkte veranstaltet. Hier lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin Sasha kennen und obwohl er jemand anderen versprochen ist, beginnt er eine leidenschaftliche Affäre mit ihr.

Wenn großartige Schriftsteller wie H. G. Wells und Jules Verne als Väter der modernen Sciencefiction Romane gelten und auch noch in der Gegenwart ihren Reiz ausüben, man bedenke die deren zahlreichen Verfilmungen, dann wage ich zu behaupten, dass Virginia Woolf, im speziellen ihr Roman Orlando, so etwas wie die Mutter des magischen Realismus ist, und auch heute noch viele Schriftsteller bewusst oder unbewusst beeinflusst.

Orlando gehört zu Virginia Woolfs erfolgreichsten Romanen, zumindest während ihrer Lebzeit, ihr bekanntestes Buch ist wohl Mrs. Dalloway. Letzterer war mein erster Roman, den ich von der meisterlichen Schriftstellerin gelesen habe. Nachdem ich einen lieben Kollegen davon erzählt habe, hat er mich gedrängt, auch Orlando zu lesen. Die verschiedenen Interpretationen zur Erzählung und zum Text, und vor allem seine Sicht auf den Roman haben mich eben dann dazu verleitet Orlando zu lesen. Wer sich mit den Werken von Virginia Woolf auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich mit Orlando zu beginnen. Es ist weitgehend kürzer als Mrs. Dalloway, wenngleich die knapp 240 Seiten sich zwar nicht lang anhören, aber man den Text mit einem respektablen Maß an Konzentration lesen sollte.

Ich bin wohl mehr Leser als Schauer, deswegen geht so manche literarische Verfilmung an mir vorüber. Es gibt allerdings, was ich erst vor kurzem entdeckt habe, eine wunderbaren Film mit Tilda Swinton als Orlando. Sie ist eine meiner liebsten Actris, und hat, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, mit ihrer androgynen Figur einen wunderbaren Orlando abgegeben.

"Diesen Roman zu schreiben, war wie auf Urlaub zu sein." hat Woolf über das Schreiben an Orlando anscheinend gesagt. Und zeitgleich gilt er als ein feministischer Roman, mit Bezügen zu ihrer eigenen homosexuellen Beziehung mit Vita Sackville-West. Wie stark, nun diese Beziehung zu ihrer Freundin tatsächlich ausgeprägt war, darüber lässt sich viel spekulieren. Mir hat dieses literarische Kleinod sehr gut gefallen und ihr literarisches Können ist unbestreitbar. Deshalb gibt es von mir eine klare Lese-Empfehlung!

Orlando
von Virginia Woolf
(1)
Buch
19,90

Die Angst vor der Angst

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.07.2016

Zwei Männer klingeln bei einer Frau. Sie wollen bei ihr die Angst installieren. Eine Anordnung der Regierung, der sich niemand widersetzten darf. Doch die Frau ist nicht alleine. Sie versteckt ihr Kind im Badezimmer, legt es in die Badewanne. Während der eine der Männer die Angst installiert, erklärt beflissentlich der andere, wie sie funktioniert, und wie lebensnotwendig die Angst gerade in unseren Zeiten geworden ist.

Der Titel alleine verrät schon die Absurdität des Inhalts und der geneigte Leser wird in diesem kurzem literarischen Kleinod nicht enttäuscht. Absurd scheint es, Angst in einer Wohnung installieren zu können, aber Angst in einem Menschen zu installieren, sie zu vermehren, ist schon eher möglich. Der Leser geht möglicherweise davon aus, dass sie in erster Linie nichts Schlechtes ist, hier setzt aber der Roman nicht an. Die Männer beschreiben in geistlosen und ewig sich wiederholenden Phrasen die Wichtigkeit der Angst. Und über allen steht natürlich die Angst vor der Angst, quasi als Krönung. Ich werde mir hier die diversen Wiederholungen sparen, aber soviel sollte der Leser meiner Rezension wissen: Alle Ausprägungen, alle Formen der Angst werden immer wieder und wieder durchgekaut, dabei bedienen sich die beiden abgedroschener Phrasen, Zitate, Redewendungen. Sie sparen nicht an Klischees und platten Anspielungen. Dieses ganz ursprüngliche Emotion soll uns alle beherrschen und genau in diesem Moment, irgendwo in der Mitte der Erzählung, beginnt sich der geneigte Leser zu fragen, wovor er sich eigentlich fürchtet und wie weit es ein begründetes, oder ein unbegründetes Gefühlt ist. Dieses Buch ist aber auch eine Satire über unser tiefliegendes Sicherheitsbedürfnis und eine Elegie auf die heutige Gesellschaft.

Die Installation der Angst ist als Kammerspiel konzipiert, also als ein Sprechstück mit wenigen Schauspielern auf einer Bühne, die gänzlich ohne viel Dekoration oder Kulisse auskommt. Und ohne mein zutun, hat sich dann beim Lesen genau so ein Kammerspiel in meinem Kopf abgespielt. In Gedanken war ich plötzlich nicht mehr Leser, sondern Zuschauer eines avantgardistisches Theaterstücks. Dieser Roman war mein erster des portugiesischen Schriftstellers, dass ich gelesen habe. Er hat meine Aufmerksamkeit erregt und bin mir sicher, dass seine Werke es auch weiterhin in mein Bücherregal finden.

Die Installation der Angst
von Rui Zink
(1)
eBook
12,99

Jude and Judy

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.06.2016

Für Jude ist die Schule einfach nur großes Kino. Egal was die anderen Kids machen, er lässt es einfach nicht an sich heran. Ihm ist es egal, dass er mit Judy angesprochen wird, obwohl er ein Junge ist. Es ist ihm egal, dass die anderen das Maul über ihn zerreißen, er kommt sich dann wie ein Prominenter vor. Er kommt sich vor wie ein Moviestar, der gerade die Titelseiten der Klatschblätter ziert.

Raziel Reids – Movie Star – hatte ich ziemlich schnell gelesen. Wobei es ja nichts über die Qualität einer Geschichte aussagt, wie lange man dafür braucht. Persönlich fühlte ich mich an Ben Brooks Romane - Lolito - und - Nachts werden wir erwachsen - erinnert. Beide, genauso wie auch Movie Star, haben Jugendliche als Hauptprotagonisten und bei allen dreien ist es ein Adoleszenzroman und beide Schriftsteller nehmen sich kein Blatt vor dem Mund und nennen die Dinge beim Namen.

Er beschreibt mit klaren Worten das Elend der Pubertät, im speziellen eben die Schwierigkeiten, mit denen ein homosexueller Jugendlicher konfrontiert ist, und den oft viel zu einfachen Zugang zu Drogen und Alkohol. Die teils etwas rüde und ja auch etwas derbe Umgangssprache unter einander ist mir auch sofort ins Auge gestochen. Falls er nun in dieser Geschichte, dass eine oder andere ein wenig überzeichnet hat, nun dann bin ich froh, ohne jetzt mit dem Zeigefinger zu wedeln oder glorifizieren zu wollen, in einem Umfeld aufgewachsen zu sein, wo der heimliche Griff zur Flasche Bier, oder Zigaretten ohne Haschisch, das Schlimmste war, was ein Jugendlicher seiner Eltern angetan hat. Dennoch hatte ich beim Lesen ganz stark das Gefühl, dass viel biographisches mit in die Geschichte eingeflossen ist. Nach einem Interview mit Raziel Reid eröffnete der Schriftsteller, dass der Roman auch von einem realen Fall inspiriert wurde (Im Februar 2008 erschoss ein Mitschüler den 15 jährigen Lawrence King). In ein oder zwei Rezensionen, wurde im Unglaubwürdigkeit vorgeworfen, dass ist nach dieser Info natürlich ein wenig unpassend. Aber auch negative Publicity ist Publicity: Der skandalträchtige Aufschrei hat nicht lange auf sich warten lassen. Mir hat im Gegensatz diese Geschichte sehr gut gefallen und bin gespannt, was der junge Schriftsteller noch in petto hat.

Movie Star
von Raziel Reid
(1)
eBook
14,99

Dämonische Liebe

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.06.2016

Ignatius Perrish, von seinen Freunden Ig genannt, wacht nach einer durchzechten Nacht auf und stellt mit Schrecken fest, dass ihm Hörner gewachsen sind. Er kann sich nur noch schemenhaft an die Nacht erinnern und noch seltsamer mutet das Verhalten seiner Freundin an, die in seiner Gegenwart plötzlich ungehemmt ausspricht, was sie sonst eigentlich verheimlichen würde. Sie offenbart ihm ihre geheimsten Sehnsüchte und Wünsche. Selbst der Arzt, dem er wegen seiner Hörner befragen möchte, kann ihm nicht helfen. Viel lieber spricht er ebenfalls über seine dunkelsten Begierden: seine sehr junge Nachbarin die er sehr sexuell anziehend findet und seinen Drogenmissbrauch. Ig wird schnell klar, dass die Hörner mehr Segen als Fluch sind, gilt es doch den Tod seiner ehemaligen Freundin Merrin aufzudecken, die vor über einem Jahr, von einem Unbekannten vergewaltigt und ermordet wurde.

Teufelszeug hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen, wahrscheinlich auch deswegen, weil er so viele Fantasy-Elemente in die Geschichte mit einbringt und weil einer meiner liebsten Schauspieler in dessen Verfilmung (=Horns) die Hauptrolle als Ig bekommen hat: Daniel Radcliffe. Dass er einen Hang zu gruseligen Filmen hat, weiß man ja schon seit „Die schwarze Frau“. Aber das ist eine andere Geschichte. Abwechselnd und aus verschiedenen Zeitebenen heraus, wird die Geschichte rund um Ig und seine verlorene Liebe erzählt. So bleibt die Spannung trotz über etwas zu langatmig geratenen Stellen aufrecht und auch der schwarze Humor kommt nicht zu kurz. Ich fand es doch schon sehr witzig, als Ignatius Mitmenschen begonnen haben, ihm ihre geheimsten Gelüste und Begierden zu offenbaren. Obwohl nun „Gott bewahre“ nicht dem Horrorgenre entspricht, kommt mir dieses Werk von Niven in den Sinn. Vielleicht weil ich diese Mischung aus schwarzen Humor und Fantasy sehr gut gefällt und meiner Meinung nach, auch sehr gut gelungen ist.

Ein interessantes Detail am Rande ist, dass sich hinter dem Schriftsteller Joe Hill niemand geringeres als Sohn des König des Horrors steckt: Stephen King. Und um sich von einem steten Vergleich abzugrenzen, hat der Sohn anfänglich eben unter diesem Pseudonym geschrieben. Nachdem ich nun selbst noch nichts von Stephen King gelesen habe, kann ich aber auch keine Vergleiche ziehen und grundsätzlich sollte man das ja auch nicht tun. Denn obwohl beide im selben Genre schreiben, hab ich mir sagen lassen, dass beide einen unterschiedlichen Schreibstil pflegen. Joe Hill hat auf alle Fälle meine Aufmerksamkeit erregt und nun bin ich gespannt, was er sonst noch so alles in petto hat. Christmasland liegt auf meinen SuB nun ein Stückchen höher.

Teufelszeug
von Joe Hill
(1)
eBook
8,99

Eine echt foxy Geschichte!

Eine Kundin / Ein Kunde , am 19.05.2016

Heinz ist ein 15 jähriger Junge, der seine Kindheit, bei immerwährenden Sommer, auf einer Alm in den Bergen verbracht hat. Sein ständiger Begleiter ist sein Toy Fennek, ein elektronischer Fuchs, der über einen gewissen Grad an Künstlicher Intelligenz verfügt und noch aus dem Leben vor dem Untergang stammt. Die Welt, so wie Heinz sie nur die ersten paar Lebensjahre gekannt hat, ist eben bis auf dieses kleine Paradies untergegangen. Die Menschen auf der Alm teilen es sich, mit einer Gruppe überlebender Affen. Als jedoch für ein paar Tage der Schutzschirm zusammenbricht, wird den Menschen klar, dass dieses Paradies, ohne Wartung des Schutzschirmes, nicht für ewig gepachtet ist. Die Gruppe Überlebender macht sich auf nach Salzburg, hinaus in die Welt, denn dort soll es Flüchtlingslager geben, dass die Überlebenden in eine Zone bringt, die noch nicht zerstört worden ist.


Dieser Roman, rollt mit einer literarischen Wucht auf einem zu. Wie eine Monsterwelle reißt sie einem mit und lässt einem nicht mehr los. Dabei ist – Die Verteidigung des Paradieses -, gerade am Anfang ein wenig langatmig geraten, wenngleich es von Anfang an sehr ausgezeichnet geschrieben ist. Das Spiel mit den Worten, die glaubhafte und neu entwickelte Umgangssprache, die sich von Steinaecker bedient ist ganz großartig gelungen. Foxy ist so ein Wort. Und Heinz benutzt es gerne. Er ist eben ein foxy Typ. Aus seiner Sicht, wird die Geschichte erzählt und manchmal wirkt der Junge ein wenig einfältig. Allerdings hat er sich es zur Aufgabe gemacht, alles was passiert festzuhalten, außerdem möchte er ein Bewahrer alter Wörter sein.

Schon wieder eine Dystopie? Schon wieder eine fast zerstörte Welt? Am Anfang war ich skeptisch, aber das hat sich schnell geändert. Die Verteidigung des Paradieses ist ein Paradebeispiel, dass dieses komplexe literarische Experiment gut gelungen ist und das, dass Sciencefiction Genre auch in der anspruchsvollen Literatur angekommen ist, und zwar sehr gut angekommen. In einer guten Dystopie, schwing auch immer ein bisschen Gesellschaftskritik mit; Allerdings ist dieser Roman schneller von der Wirklichkeit eingeholt worden, als es dem Schriftsteller liebe war. Die fiktive Welt nach dem Untergang, ähnelt der unsrigen gegenwärtigen Welt doch sehr und geschrieben hat Von Steinaecker, einige Passagen bereits vor drei oder vier Jahren. Angesichts der Fernsehbilder aus den Flüchtlingscamps und derzeitigen politischen Lage, wäre es ihm gar nicht mehr möglich so etwas aufzuschreiben – anmaßend würde er sich dabei vorkommen, wenn nicht gar obszön. (=Seine Worte bei einer seiner Lesungen)

Ich finde aber, dass wir genau aus diesem Grund, dieses Buch brauchen. Genau aus diesen erschütternden und beunruhigenden Gründen, sollte es gelesen werden. Es hallt lange nach dem Lesen noch in einem nach. Es ist ein foxy Buch, zumindest würde es Heinz so sagen, es ist eine Abenteuergeschichte, und zum Schluss bliebt die Frage offen, welches Paradies wir wohl verteidigen würden, wären wir in solch einer Situation. Zumindest ich hab mir ständig diese Frage gestellt. Was wäre wenn?

Die Verteidigung des Paradieses
von Thomas von Steinaecker
(2)
Buch
24,99

 
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