Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Nefret
Rezensionen:
109 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 7

nicht hilfreich: 1

Rang:
339

Nefrets Rezensionen

40

24.03.2013

„Beginn einer neuen Reihe”

Atticus ist ein Druide, der älter als das Christentum ist. Er lebt inkognito als Buchhändler in Arizona. Doch plötzlich tauchen immer mehr Götter und Feen auf, die auf der Suche nach einem verschwundenen Schwert sind.

„Die Chronik des eisernen Druiden – Die Hetzjagd“ ist der erste Teil einer Reihe, die im amerikanischen Original bisher sechs Bücher umfasst. Im Mittelpunkt steht Atticus mit seinem Wolfshund Oberon.

Hier geben sich die Götter und Sagengestalten die Klinke in die Hand. Kevin Hearne fährt alles auf, was die keltische Mythologie zu bieten hat. Auch „herkömmliche“ Gestalten wie Werwölfe und Vampire haben ihren Auftritt. Atticus ist schwer damit beschäftigt, sich solche Gegner vom Hals zu halten. Meist ist er nur dazu in der Lage irgendwie auf Angriffe und Überfälle zu reagieren.

Zwischendurch hatte ich ein paar Probleme damit zu akzeptieren, dass Atticus mehrere hundert Jahre alt sein soll. Irgendwie fehlte seiner Figur dafür die nötige Ausstrahlung. Aber vielleicht wird sich das noch im Laufe der nächsten Bücher entwickeln.

Gespickt ist das ganze mit etwas Humor, beispielsweise von Atticus mit Oberon über Pudel als mögliche Haremsdamen spricht.

„Die Hetzjagd“ ist ein vielversprechender Auftakt und ich bin auf die nächsten Bücher gespannt.

buch

Opfer

Cathi Unsworth

EUR 14,99 *
auf Merkliste

40

17.03.2013

„Abgründe in einer englischen Küstenstadt”

Zwanzig Jahre ist es her, dass Corrine Woodrow als Mörderin verurteilt wurde. Nachdem neue Hinweise aufgetaucht sind, die auf einen zweiten Täter hindeuten, reist der ehemalige Polizist Sean Ward in die englische Kleinstadt, wo der Ritualmord geschah.

Im Original heißt der Kriminalroman von Cathi Unsworth „Weirdo“, was so viel wie Spinner, Verrückter, aber auch Psycho bedeutet. Meiner Meinung nach ist dieser Titel gut gewählt. „Opfer“ passt am Ende zwar auch gut, weckt aber zu Beginn andere Erwartungen, zumal in der Inhaltsbeschreibung ausführlich auf einen Satanistenmord eingegangen wird.

Doch „Opfer“ bietet mehr. Schnell ist klar, dass sich mehr hinter den Kulissen der englischen Küstenstadt verbirgt. Ist Corrine tatsächlich eine Satanistin oder haben die Kleinstädter nur Vorurteile gegenüber Gothics? Aber vielleicht gibt es auch ganz andere Motive und Hintergründe?

Cathi Unsworths Kriminalroman liest sich gut. Manchmal zu gut, denn ich flog durch die Seiten und musste dann doch hin und wieder innehalten, da ich wichtige Informationen überlesen hatte. Denn in „Opfer“ sind die Figuren nicht das, was sie auf den ersten Blick scheinen. Manchmal verkehrt sich der erste Eindruck in das absolute Gegenteil, manchmal kommen schockierende Informationen zu Tage, von denen man denken würde, dass diese doch nie und nimmer so im Nebenbei erzählt werden können. Bis kurz vor dem Ende ist dem Leser noch nicht einmal klar, wer das Opfer sein wird. Auch hier kann die Autorin mit einigen Überraschungen aufwarten.

40

16.03.2013

„Ein liebenswerter Lebemann”

1683: Sir Merivel ist Arzt, nicht mehr der jüngste und benötigt Geld. Er bitten seinen Freund, den englischen König um ein Empfehlungsschreiben und reist nach Versailles, um am französischen Hof eine Anstellung zu finden.

Die Hauptfigur in „Adieu, Sir Merivel“ ist Robert Merivel, der ein Großteil seines Lebens hinter sich hat und teilweise darauf zurückblickt, aber immer noch lebenslustig und voller Tatendrang ist. Merivel, der sich selbst nicht unbedingt als Adonis beschreibt, ist ein unglaublich liebenswerter Lebemann. Mitunter schildert Rose Tremain durchaus deftige Szenen, wenn Merivel sich mal wieder mit einer Dame amüsiert. Der gute Arzt liebt das gute Leben und ganz besonders die Frauen. Obwohl seine Moral in dieser Beziehung nicht die beste ist, wächst er dem Leser dennoch sehr ans Herz. Denn Merivel hat ein weiches Herz. Er liebt seine Tochter innig, ist mit seinem Diener freundschaftlich verbunden und versucht ein gefangenes Tier zu retten. Doch nicht immer hat er die nötige Konsequenz, um seine Pläne so durchzusetzen, wie er es möchte, denn er hat durchaus seine Schwächen.

Merivel ist bei seinen Mitmenschen aufgrund seines Humors so beliebt. Auch deshalb hat die Freundschaft seines Königs gewonnen. Rose Tremain hat diesen Humor wohldosiert. Hier jagt nicht eine Pointe die andere, sondern verbirgt sich häufig zwischen den Zeilen. Manchmal kann es aber auch deftig zugehen.

„Adieu, Sir Merivel“ ist kein Buch, dass man vor Spannung kaum aus den Händen legen kann. Aber das kann auch kein Leser erwarten. Ich habe es gerne und eifrig gelesen, da ich an Merivals Schicksal und das seiner Mitmenschen Anteil genommen habe.

Ich habe den Eindruck, dass es Rose Tremain gut gelingt, die Sprache der damaligen Zeit wiederzugeben. Nebenbei wird das etwas brach liegende Geschichtswissen über Charles II. und seine Regentschaft aufgefrischt.

30

15.03.2013

„Solider Auftakt einer neuen Reihe”

Alice ist Psychologin in London. Beim Laufen stößt sie auf eine Frauenleiche. Die Polizei vermutet schnell eine Verbindung zu einem Serienmörder-Paar, wobei der Mann bereits tot ist und die Frau noch hinter Gittern sitzt. Als Alice eine zweite ermordete Frau findet, wächst in ihr die Angst, dass ihr Bruder, der psychische Probleme hat, involviert sein könnte.

Bei „Im Totengarten“ bin ich ein wenig unschlüssig, wie ich es bewerten soll. Einerseits gefiel mir der Schreibstil, andererseits hätte ich mir bei einem deklarierten Thriller durchgängig mehr Spannung erhofft. Das soll auf keinen Fall heißen, dass dieses Buch langweilig ist, aber an manchen Stellen erhält der Leser zu viele Informationen, die nicht wirklich zum Fortgang der Handlung beitragen und somit das Tempo verschleppen.

Meiner Meinung nach dürfte dieses Buch eher Frauen als Männer ansprechen. Die Romanze zwischen Alice und einem Polizisten nimmt ziemlich viel Raum ein.

Zum Ende hin hatte ich meine Vermutungen wer der Täter ist, wurde dann kurz auf eine falsche Fährte gelockt und so doch noch überrascht.

„Im Totengarten“ ist der erste Teil einer neuen Thriller-Reihe. Auch wenn Kate Rhodes hier noch nicht der ganz große Wurf gelungen ist, sehe ich hier durchaus Potential und würde weitere Thriller von ihr lesen. Bitte dann aber die Handlung etwas straffen und mehr nervenaufreibende Szenen!

50

27.02.2013

„In den schwülen Südstaaten”

Sue Ellen findet die Leiche ihrer Freundin May Lynn. Da niemanden zu interessieren scheint, wie May Lynn gestorben ist, beschließen Sue Ellen und ihre Freunde die hastig beigesetzte Leiche auszugraben, zu verbrennen und die Asche nach Hollywood zu bringen, da May Lynn davon träumte, Schauspielerin zu werden. Dabei entdecken die drei Freunde einen Geldschatz, der aus einem Banküberfall stammt. Plötzlich hängen sich Verfolger in ihre Fersen.

Diese Buchbeschreibung mag skurril klingen, spiegelt aber perfekt wider, was den Leser in Dunkle Gewässer" erwartet: einen schwarzhumorigen Abenteuerroman, der mich manchmal an Mark Twains Die Abenteuer des Huckleberry Finn" erinnerte. Das mag u.a. daran liegen, da die drei Freunde mit einem Floß reisen und aus den Südstaaten kommen, wo sich Rassisten, korrupte Gesetzeshüter und Wanderprediger tummeln.

Lansdale gelingt es wunderbar, dem Leser einen heruntergekommenen Süden mit seinen skurrilen Einwohnern vor dem geistigen Auge lebendig werden zu lassen. Interessante Figuren bevölkern seinen Roman. Hier werden Freundschaft und Hoffnung lebendig.

Dunkle Gewässer" ist ein Stand Alone-Roman. Bisher war mir Joe R. Lansdale nur durch seine Krimis um das Duo Hap Collins und Leonard Pine bekannt. Diese fand ich unterhaltsam, aber der vorliegende Roman gefiel mir noch besser.

Lansdale liebt die direkte Sprache. Seine Figuren reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist und nehmen kein Blatt vor den Mund. Manch ein Leser mag von der mitunter drastischen Sprache abgestoßen werden, ich fand es erfrischend.

30

02.02.2013

„Wenn dich die Vergangenheit einholt”

Eigentlich ist Peter ein glücklicher Familienvater. Bis ihn seine Vergangenheit einholt und er von Unbekannten erpresst wird, mit seiner Frau nach Spanien zu reisen. Dort soll er einen Mann töten.

Bisher war mir Ake Edwardson als Autor nicht bekannt. In Deutschland sind vor allem seine Krimis um den Kommissar Erik Winter erschienen. „Die Rache des Chamäleons“ gehört nicht in diese Reihe.

Ake Edwardsons Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Erzählt wird im Präsens und häufig wechseln Gegenwart und Vergangenheit, ohne dass dieses gekennzeichnet ist. So muss der Leser aufmerksam bleiben, damit keine wichtigen Informationen überlesen werden.

„Die Rache des Chamäleons“ wird als Thriller bezeichnet. Tatsächlich verursacht der Anfang Romans auch Gänsehaut, wenn Peter und seine Familie sich zuhause beobachtet fühlen. Mit der Reise nach Spanien flacht zur Mitte des Buches der Spannungsbogen jedoch ein wenig ab, um am Ende wieder anzusteigen.

Leider fiel es mir nicht leicht, eine emotionale Bindung zu Peter auszubauen und immer mit ihm mitzufiebern. So haben mich dann auch sein Dilemma und die Ängste weniger berührt.

Ake Edwardson bietet dem Leser einige Überraschungen und gibt seinem Roman einige Wendungen, die dafür sorgen, dass „Die Rache des Chamäleons“ bald durchgelesen ist.

Insgesamt ist „Die Rache des Chamäleons“ ein unterhaltsamer Kriminalroman mit einem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil.

40

08.01.2013

„Magie und Poesie”

Nach dem Tod ihres Vaters bricht Elsa alle Zelte ab und zieht von New York in die Kleinstadt Thunderstown. Dort lernt sie einen geheimnisvollen Mann kennen, der das Wetter in sich trägt.

Wie könnte man Ali Shaws Roman wohl am besten beschreiben? Fantasy würde „Der Mann, der den Regen träumt“ nicht gerecht werden. Es ist viel mehr Magie, Träume und Poesie.

Die Liebe spielt hier eine große Rolle. Es geht um enttäuschte Liebe, romantische Liebe, aber auch um die Liebe zu Familienmitgliedern. Das Wetter wird häufig als Metapher verwendet. Da schlägt der Blitz wie die Liebe auf den ersten Blick ein oder ein Sturm sorgt für Turbulenzen.

Ich hatte dieses Buch unglaublich schnell durchgelesen. Das liegt u.a. auch am Schreibstil, der Roman ist mit einer Leichtigkeit geschrieben. Besonders schön fand ich Ali Shaws Idee, Tiere, die aus den Naturelementen bestehen, Thunderstown bevölkern zu lassen: Pferde aus Wasser, Vögel aus Sonnenschein, ...

Einzig die Figuren blieben manchmal etwas blass. Auch fand ich den Geisteswandel einer der prominenteren Figuren ein wenig zu plötzlich und radikal, als dass ich diesen glaubwürdig finden konnte. Okay, „Der Mann, der den Regen träumt“ ist eine Art Märchen, aber trotzdem hat dieses mich ein wenig gestört.

buch

Torstraße 1

Sybil Volks

EUR 19,90 *
auf Merkliste

40

07.12.2012

„Deutsche Geschichte spannend erzählt”

Anfang des 20. Jahrhunderts wird Elsa in dem Kaufhaus Jonass geboren. Ihr Schicksal bleibt über die Jahrzehnte mit dem Gebäude, das die Geschichte Berlins widerspiegelt, verbunden.

„Torstraße 1“ ist die Adresse eines ehemaligen Kaufhauses, das tatsächlich in Berlin steht und eine wechselhafte Historie hinter sich hat. Die ersten Besitzer sind eine jüdische Familie, die von den Nazis vertrieben wurden. Später wurde es zum Haus der Einheit, Sitz des ZK der SED. Also der perfekte Ort, um Deutschlands jüngere Geschichte spannend und unterhaltsam zu erzählen.

Im Mittelpunkt stehen Elsa und ihr bester Freund Bernhard, die beide zufällig am gleichen Tag geboren wurden. Immer wieder trennt das Schicksal sie, nicht zuletzt die Mauer durch Berlin. Doch auch ihre Kinder sind miteinander verbunden.

Allerdings hat mir die erste Hälfte besser als die zweite gefallen. Gerade zum Ende hin wurden die Familien von Elsa und Bernhard immer größer, so dass es immer schwieriger wurde, den Überblick zu behalten und sich vor allem mit den Figuren zu identifizieren.

Wer gerne Familienromane liest und Interesse an deutscher Geschichte hat, dürfte mit „Torstraße 1“ nicht falsch liegen.

40

01.11.2012

„Manchmal humorvoll, manchmal traurig”

Seit sechs Jahren ist Saffy mit dem Schauspieler Greg zusammen. Zum Valentinstag ist sie davon überzeugt, dass er ihr einen romantischen Heiratsantrag machen wird. Doch Greg hat ganz andere Pläne...

Mit ihrem ersten Buch liefert die irische Autorin Ella Griffin einen unterhaltsamen und turbulenten Chick-Lit-Roman ab.

Im Mittelpunkt steht Saffy, die sowohl privat als auch beruflich einige Turbulenzen durchmacht. Saffy, die darunter leidet, dass sie nie ihren Vater kennenlernte, ist nicht mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein gesegnet. So kommt es dann auch, dass sie in der Beziehung mit Greg meist den kürzeren zieht.

Greg selbst ist kein wirklich schlechter Kerl, aber nicht der Hellste. Trotz diverser missglückter Aktionen konnte ich ihm nicht wirklich böse sein, er tat mir meist nur leid.

Weitere wichtige Personen in diesem Roman sind Conor und Jess, ein Paar, das zu Beginn zwar arm, aber glücklich ist. Trotzdem ziehen dunkle Wolken am Horizont auf.

Wer einen „normalen“ Liebesroman erwartet, wird hier aber enttäuscht. Viel eher dürften Leserinnen von Jill Mansell oder Paige Toon auf ihre Kosten kommen.
Während am Anfang noch der Eindruck entsteht, es handle sich um einen reinen Liebesroman, merkt im Laufe der Handlung, dass es um viel mehr geht. Saffy lernt viel über sich selbst, ihre wirklichen Wünsche und ihre Familie.

Leider fand ich die Figur Joe, die erst etwas später auftaucht, ein wenig zu blass. Insbesondere im Vergleich mit Greg konnte er mich nicht ganz überzeugen.

„An und für dich“ ist manchmal humorvoll, manchmal traurig. Auf jeden Fall ist dieses Buch durchgehend unterhaltsam. Nie wird es dem Leser langweilig.

40

11.10.2012

„Spannung mit Humor”

Zorn und Schröder haben einen neuen Fall. Ein Jugendlicher wird mit einem gespannten Draht geköpft. Er gehörte zu einer Clique, die an Einbrüchen in Gartenlauben beteiligt war.

„Zorn – Vom Lieben und Sterben“ ist der zweite Teil der Reihe um den lustlosen Hauptkommissar Claudius Zorn. Leser, die den ersten Teil kennen, wissen, was sie erwartet: ein Ermittlerteam mit zwei ganz unterschiedlichen Typen. Claudius Zorn ist gelangweilt, aber sehr von sich eingenommen. Sein Kollege Schröder ist das pfiffige Kerlchen.

Bei Claudius Zorn fragt sich der Leser öfters, wie dieser überhaupt in der Lage ist, Fälle zu lösen. Seine unfreiwilligen Slapstikeinlagen haben mich mehrmals zum lachen gebracht. Hinzu kommen seine hilflosen Versuche Einfühlungsvermögen zu zeigen.

Der Fall selbst ist spannend, nicht vorhersehbar (auch wenn ich kurz vor dem Ende wusste, wer der Täter ist) und ziemlich brutal.

Die Figuren machen einige Weiterentwicklungen durch. Der Leser erfährt mehr über Schröder und Zorn will ein wenig an sich arbeiten.

Wer Lust auf einen spannenden Krimi mit Humor hat, ist mit „Zorn – Vom Lieben und Sterben“ bestens bedient. Ich hoffe auf weitere Fortsetzungen.