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Das beste Buch aller Zeiten:
Nina George, Das Lavendelzimmer

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Wer ist Mister Right?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 24.07.2016

Der Droemer Knaur Verlag hat eine neue e-book-Reihe auf den Markt gebracht – feelings – emotional e-books. Dies sind Bücher speziell für junge Mädchen und Frauen, die gerne einen leichten Lesegenuss mit viel Liebe und Romantik, gewürzt mit einer Prise Erotik lesen möchten. Ich habe als Test einmal den Titel von Laura Albers „Licht über den Reben“ gelesen. Hier nun meine Einschätzung dazu.

In Laura Albers Roman erzählt die Protagonistin Leah Bonnet ihre Geschichte selbst. Leah ist eine Übersetzerin, die sich auf Texte spezialisiert hat, die etwas mit dem Thema Wein zu tun haben. Kurz nach ihrem zweiunddreißigsten Geburtstag bekommt sie von ihrer besten Freundin ein Wochenende in einem Wellness-Hotel im Elsass geschenkt. Und obwohl sie gerade einen Auftrag an Land gezogen hat, der sehr dringend ist, reist sie nach Eguisheim. Mit ihrer Arbeit ist sie schließlich sehr flexibel und ortsungebunden. Außerdem ist es ihr gerade recht, Freiburg zu verlassen, denn ihr Ex-Freund Tom, der sie betrogen hatte, nervt sie sehr, da er nicht einsehen will, dass es endgültig vorbei ist. Leah hat sich seit 2 Jahre sehr gemütlich in ihrem Singledasein eingerichtet. Doch dann lernt sie in ihrem Hotel gleich zwei charmante und extrem unterschiedliche junge Winzer kennen. Der eine ist ausgerecht ihr Auftraggeber Marc Wolfler, ein dunkler Typ, der anscheinend ein dunkles Geheimnis verbirgt. Leah fühlt sich vom ersten Moment an extrem von diesem geheimnisvollen Mann angezogen. Es prickelt gehörig zwischen den beiden. Aber irgendetwas stimmt einfach nicht. Und dann ist da noch der helle, lebenslustige und unkomplizierte André Kern. Beide Männer machen ihr den Hof. Für welchen der beiden soll sie sich entscheiden? Oder ist doch Tom der richtige für sie?

Laura Albers erzählt eine spannende Liebesgeschichte, in der es gewaltig prickelt. Für meinen Geschmack kam die Handlung etwas spät in Gang, aber zum Schluss wurde es noch extrem spannend, so dass ich das Ende kaum erwarten konnte. Für mich war es ein wenig zu viel Liebesgeplänkel und zu wenig Handlung. Ich hätte auch gerne noch mehr von der wunderbaren Landschaft des Elsass gelesen, aber ich denke, dass dies nicht das Ziel dieser neue Reihe ist. Mir persönlich war es ein wenig zu viel Erotik. Wer allerdings ein Fan von richtiger Erotik ist, wird von diesem Buch wiederum enttäuscht sein, denn die prickelnden Stellen gehen nicht ins Detail. Daher ist diese Reihe auch gut für junge Mädchen geeignet.

Wer auf eine leichte Liebesgeschichte mit Romantik, Spannung und prickelnder, aber angedeuteter Erotik steht, wird in diesem Buch fündig!

Licht über den Reben - Ein Sommer im Elsass
von Laura Albers
(1)
eBook
1,99

Die vergessenen Kinder

Eine Kundin / Ein Kunde , am 09.07.2016

Kennen Sie Annette Dutton und ihre Bücher? Ich bin zum einen über die DeLiA (Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren und –autorinnen) auf sie aufmerksam geworden, denn dort hat sie 2015 die DeLiA (Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman) für ihren Roman „Das geheime Versprechen“ gewonnen. Und zum anderen wurde genau dieses Buch mir in einer Lesegruppe zu Carmen Lobatos Buch „Und sie werden nicht vergessen sein“ empfohlen.
Die Bücher dieser Autorin spielen in Australien, denn seit 2001 lebt Annette Dutton dort. Die Liebe hat sie dorthin verschlagen. Was gibt es also für bessere Voraussetzungen als deutsche Autorin über Australien zu schreiben.

„Das geheime Versprechen“ erzählt zwei Geschichten. Zum einen die, die auf dem Klappentext steht. Zum anderen aber auch die von Leah und Michael. Leah und Michael sind zwei jüdische Kinder, die 1938 mit den Kindertransporten nach England geschickt werden. Die Voraussetzung für beide ist sehr unterschiedlich. Für Leah gibt es bereits eine Pflegefamilie. Michael muss hoffen, dass er in England eine findet. Beide wollen in England versuchen, Visa für ihre Familien zu bekommen und so schließen sie ein geheimes Versprechen. Und so wechselt die Geschichte zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel im Detail verraten. Aber ich kann Ihnen sagen, dass dieser ausgesprochen spannende und teilweise erschütternde Roman mir noch einige Aspekte aus der Zeit des 2. Weltkriegs aufgezeigt hat, die ich noch nicht kannte. Sagen Ihnen die Stichworte „Die vergessenen Kinder“, „Nakam“ und „Dunera“ etwas? Mir sagte nur eins der drei etwas.

Ich habe diesen Roman verschlungen! Am Anfang des Buches hatte ich mal wieder ein für mich übliches Problem. Ich fing das Buch an, war zwar gefesselt, aber stellte mir die Frage, was hat diese Geschichte mit dem Klappentext zu tun. Doch dies löste sich dann doch relativ schnell auf. Und so eröffnete sich mir eine völlig neue Welt voller Verrat, Leid und Trauer, aber auch Glück und Liebe. Was wurde diesen Menschen in dieser dunklen Zeit nur angetan? Und das nicht nur in Deutschland!

Dieser Roman ist wieder ein typisches Beispiel dafür, dass gute Unterhaltungsromane eben nicht nur unterhalten, sondern auch wirklich interessante und lehrreiche Geschichten zu erzählen haben. Für mich gehört dieses Buch in die gleiche Kategorie wie die Bücher von Charlotte Roth, Carmen Lobato und Judith Lennox. Mir hat dieses Buch hervorragend gefallen und ich werde sicherlich noch weitere Bücher von Annette Dutton lesen.

Das geheime Versprechen
von Annette Dutton
(1)
Buch
9,99

Balsam für die Seele

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.07.2016

Gabriella Engelmann habe ich Ihnen ja nun schon mehr als einmal vorgestellt – sei es als Kinder-, Jugend- oder Unterhaltungsroman-Autorin. Ich liebe einfach ihre Bücher und freue mich, dass sie es eigentlich immer wieder pünktlich zum Sommer schafft, uns ein neues Buch zu schenken. Dieses Jahr habe ich es nicht sofort verschlungen, sondern auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Und der war vorgestern. In nur zwei Tagen habe ich dieses Buch inhaliert. Ich konnte einfach nicht aufhören, bis ich es endlich ausgelesen hatte.

Die Wahlhamburgerin Gabriella Engelmann erzählt in diesem Roman die Geschichte von Aurelia, der Anfang Vierzigjährigen, die in München mit ihren beiden Töchtern Louisa (15 ½ Jahre alt) und Molly (11 Jahre alt) und der Katze Momo lebt. Sie arbeitet bei ihrer besten Freundin Coco als Floristin auf dem Viktualienmarkt. Seit zwei Jahren ist sie alleinerziehend, denn ihr Lebensgefährte Nic verschwand einfach spurlos aus ihrem Leben. Aurelia hat mit dieser Situation immer noch nicht abgeschlossen. Sie versucht verzweifelt herauszubekommen, was geschehen ist. Und dann fällt ihr eines Tages ein Bildband in die Hände, in dem ein wunderschönes Hausboot in Hamburg in den Vierlanden abgebildet ist. Und anscheinend hatte Nic an diesem Hausboot einen Narren gefressen. Als Aurelia zusammen mit ihrer Freundin ein Wochenende in Hamburg verbringt, will sie sich dieses Hausboot einmal näher angucken. Doch beim Angucken bleibt es nicht. Durch eine zufällige Fügung steht das Hausboot zum Verkauf. Und es ist auch noch spottbillig zu haben. Aurelia entscheidet, dass sie in Hamburg noch einmal einen Neuanfang wagen will und verpflanzt ihre kleine Familie auf das Hausboot Luna.

Wer hat diesen Traum nicht? Einfach einmal neu anfangen. Das Alte alles hinter sich lassen. Gabriella Engelmann hat einen typischen Gabriella-Engelmann-Roman geschrieben, und doch ist er dieses Mal etwas anders geworden. Bisher waren ihre Romane immer wunderbar kuschelig und lasen sich einfach so weg. Hinterher war man glücklich und seufzte, weil es einfach wunderschön war und man liebe Freundinnen gefunden hatte, die man wieder freilassen musste. Wenn man Glück hat, trifft man sie später noch einmal in einem anderen Roman wieder. Doch seitdem im letzten Jahr ihr Jugendbuch „Sturmgeflüster“ erschienen ist, hat sie etwas Neues für sich entdeckt. Ihre Bücher sind zum Teil ernster geworden, es verstecken sich darin Themen, die man in einem leichten Unterhaltungsroman nicht unbedingt erwartet. Und ihre Bücher sind ein ganz klein wenig unheimlich geworden. Und so ist eine ausgesprochen spannende Geschichte entstanden. Wie wird es der kleinen Familie in Hamburg ergehen. Werden sie sich alle so einleben, wie sie es sich erhoffen? Wird sich das Rätsel um Nic lösen? Und findet Aurelia die Liebe wieder?

Dieser Roman hat mich auf ganz vieles neugierig gemacht. So muss ich jetzt unbedingt einmal die Vier- und Marschlande besuchen, die von der Autorin einfach nur schön beschrieben wurden. Wie immer gibt sie in ihrem Nachwort noch Tipps, was man dort besuchen sollte. Dann nehmen in diesem Buch Rosen in allen Facetten einen großen Raum ein. Es geht um Blumen, es geht um Naturkosmetik und es geht um Aromatherapie. Und gerade das letzte Thema wurde von ihr so interessant dargestellt, dass ich mich mit diesem Thema jetzt auch beschäftigen möchte. Das erste Buch dazu ist bereits bestellt. Und wer gerne kocht und backt, findet am Ende noch einige Rezepte, die aus der Region stammen und z.T. sogar Rosen als Zutaten beinhalten.

Die Autorin hat es für mich wieder einmal geschafft, mich komplett gefangen zu nehmen. Ich musste bei diesem Buch lachen, aber auch weinen. Sie hat ein wichtiges Thema angesprochen, was leider heute immer mehr Menschen betrifft. Und sie hat es wieder mit ganz viel Herz gemacht. Aber das Buch ist auch ausgesprochen spannend, denn es gibt mehr als ein ungelöstes Geheimnis. Wenn Sie also wieder einmal Balsam für die Seele brauchen, sind sie bei Gabriella Engelmann genau richtig!


Wildrosensommer
von Gabriella Engelmann
(8)
Buch
9,99

Die Kraft der Liebe

Eine Kundin / Ein Kunde , am 30.06.2016

Jetzt sind wir schon bei Band 8 der Darken-Reihe um Sirona, Darken und die Bruderschaft von Lee Bauers angelangt. Und sie schafft es immer noch, mich mit dieser Reihe in den Bann zu ziehen.

Die Krise aus Band 7 ist noch nicht endgültig vorbei. Sirona ist psychisch immer noch angeschlagen. Und dadurch trifft Darken ziemlich zu Beginn des Buches eine gravierende Entscheidung, die sich zu einer Katastrophe steigert. Ist das das Ende dieser so einzigartigen Bruderschaft?

Aber in dieser Reihe dreht sich ja schon lange nicht mehr alles nur um Sirona, Darken und ihre große Liebe. Die anderen Brüder nehmen immer mehr Raum ein. Und so ist es auch dieses Mal. Der Cliffhanger des letzten Bandes wird aufgelöst und Ellies Geschichte geht weiter. Neu hinzu kommt noch Shawna, eine junge Frau, die ursprünglich aus Hamburg kommt und nun schon seit einiger Zeit in Perth lebt. Nach einem schweren Schicksalsschlag in der Familie hat sie sich zum Ziel gesetzt, dass sie Frauen in Not helfen will. Für die Liebe ist in ihrem Leben kein Platz. Doch dann nimmt sie eines Tages eine Frau auf, wodurch sie sich mit den falschen Leuten anlegt. Was passiert? Wie kommen da die Brüder von Darken und Sirona ins Spiel? Und was ist eigentlich mit Teutates?

Wie immer erzählt Lee Bauers ausgesprochen spannend. Sie webt interessante Geschichten in ihre Handlung mit hinein. Und dadurch, dass sie immer verschiedene Handlungsstränge in einem Buch verknüpft, wird es extrem spannend. Denn fast jedes Kapitel endet mit einem kleinen Cliffhanger. Ich habe sie während des Lesens manchmal fast verflucht, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die eine spezielle Geschichte weiterging. Und sie hat mich auf die Folter gespannt! Bei einem Handlungsstrang bin ich gespannt, ob sie ihn in Band 9 oder 10 noch wieder aufnimmt. Wenn nicht, würde ich das etwas unglücklich finden, denn die Geschichte, die eigentlich ausgesprochen brisant ist, ist etwas im Sande verlaufen. Und was wird überhaupt noch in Band 9 und 10 passieren? Für meinen Geschmack haben jetzt alle Brüder ihre Gefährtinnen gefunden? Ich bin schon sehr neugierig und freu mich drauf, es zu erfahren.

Darken
von Lee Bauers
(1)
Buch
14,90

Wunderschön, traurig und doch Mut machend

Eine Kundin / Ein Kunde , am 25.06.2016

Agnès Ledig ist eine französische Autorin, die die Zeit während der schweren Krankheit ihres Sohnes genutzt hat, diesen wunderschönen Roman zu schreiben. Und dann hat sich die Geschichte verselbständigt, denn das Buch wurde inzwischen in sechs Sprachen übersetzt und ist sehr erfolgreich. Ich selbst bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen. Mir war einfach einmal wieder nach einem gefühlvollen Frauenbuch. Und da haben mich der Buchumschlag und der Covertext dieses Buches direkt angesprochen. Kaum angefangen musste ich dieses Buch ganz schnell durchlesen, weil es mich einfach gepackt hat!

Agnès Ledig erzählt eine Geschichte, die am Anfang einfach zu schön ist, um wahr zu sein. Doch dann geschieht ein großes Unglück. Und aus diesem Unglück entsteht am Ende ganz viel Neues. Es ist die Geschichte von Julie, einer blutjungen alleinerziehenden Mutter, die ihren dreijährigen Sohn Lulu als Kassiererin in einem Supermarkt durchbringt. Sie hat schon viel einstecken müssen, vertraut niemanden mehr, gibt aber auch nicht auf. Dann sind da Paul und sein Sohn Jerome. Paul ist ein erfolgreicher und wohlhabender Mann, der sich gerade von seiner zweiten Frau getrennt hat. Er lernt Julie per Zufall an dem Tag im Supermarkt kennen, als sie eine kleine Schwäche zeigt. Er spricht sie an, denn irgendetwas fasziniert ihn an dieser Frau. Bei einem gemeinsamen Mitttagessen in einem Restaurant lernt er Julie und ihre schwierige Situation näher kennen. Und ganz spontan lädt er sie und ihren Sohn zu einem Urlaub in die Bretagne ein – all inklusive, aber ohne Hintergedanken. Sein erwachsener Sohn Jerome, ein Arzt, der tief in der Trauer feststeckt, die der Selbstmord seiner depressiven Frau hervorgerufen hat, ist auch mit dabei. Er hält Julie anfangs für eine Glücksritterin. Doch in der Bretagne kommen sich die vier Menschen immer näher. Doch dann passiert das unfassbare Unglück, welches mich vollkommen unvorbereitet getroffen hat. Auf Grund des Klappentextes wusste ich zwar, dass etwas Schreckliches passieren würde, aber damit hatte ich nicht gerechnet.

Doch das Buch endet natürlich nicht dort. Sondern die Autorin beschreibt sehr sensibel und gefühlvoll auch die Zeit danach. Sie zeigt alle Höhen und Tiefen auf. Und sie macht sehr deutlich, wie wichtig Freundschaft und Liebe zueinander sind, denn dann kann aus einem großen Unglück auch wieder etwas wunderbares Neues erwachsen.

Mich hat dieses Buch zutiefst berührt. Die Autorin hat in diese Geschichte so viel Reife und Lebensweisheit gepackt, dass ich wieder einmal ganz viele Zitate meiner persönlichen Zitate-Sammlung hinzufügen konnte. Es ist einfach wunderschön und zu Herzen gehend geschrieben. Für mich hat es eine ganz ähnliche Qualität wie die beiden wunderbaren Bücher von Nina George „Die Mondspielerin“ und „Das Lavendelzimmer“. Alle drei Bücher sind für mich Balsam für die Seele!

Kurz bevor das Glück beginnt
von Agnès Ledig
(1)
Buch
9,95

Aus der Not eine Tugend machen – oder Träume werden wahr

Eine Kundin / Ein Kunde , am 24.06.2016

Dieses Buch habe ich als Buchhändlerin schon viel früher als sie kennenlernen dürfen. Ich bekam es vorab vom Verlag. Und dabei sprach mich zu allererst das wunderschöne Cover an. Doch dann stutze ich zweimal. 1. Die Autorin kam mir so bekannt vor. Und stimmt, ich habe vor ungefähr 16 Jahren mal zwei Bücher von ihr in Englisch gelesen. Und 2. Ein Unterhaltungsroman beim Berliner Taschenbuch Verlag? Das hat mich doch alles sehr neugierig gemacht! Und ich wurde nicht enttäuscht.

Bei dem Klappentext kommt alles zu einfach rüber, auch wenn es natürlich in groben Zügen stimmt. Ja, Polly zieht auf die kleine cornische Gezeiteninsel Mount Polbearne und backt dort Brot. Aber warum sie dort hinzieht, gestaltet sich dann doch etwas anders. Polly und ihr ehemaliger Freund Chris haben in Plymouth eine eigene Firma gehabt. Sie haben das Leben von aufstrebenden Yuppies geführt. Doch dann ist die Blase geplatzt und sie mussten Insolvenz anmelden. Darüber ist auch ihre persönliche Beziehung zerbrochen. Polly steht jetzt vor dem Nichts. Die Summe, die ihr die Insolvenzverwalter lassen, ist zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben. Eine bezahlbare und lebenswerte Unterkunft bekommt sie davon in Plymouth nicht. Als sie ihren Suchradius ausweitet, entdeckt sie die Wohnung auf Mount Polbearne. Nach der Besichtigung ist sie zwar schockiert über den Zustand der Wohnung, entschließt sich aber trotzdem dorthin zu ziehen. Als Ausgleich zu ihrer kaufmännischen Tätigkeit hat sie schon immer leidenschaftlich gerne gebacken. Sie hatte allerdings nie vor, daraus einen Beruf zu machen. Doch es kommt ganz anders. Die Bewohner der Insel sind sehr zurückhaltend und neu Hinzugezogenen sehr abweisend. Sie wollen nicht, dass Immobilienhaie das Leben dort für die Einheimischen nicht mehr bezahlbar machen. Polly richtet sich ein. Und als sie in der einzigen Bäckerei der kleinen Insel Brot kauft, ist sie entsetzt. Und so beginnt sie in ihrer Wohnung ihr eigenes Brot zu backen. Und der Duft trägt zum Fenster hinaus. Und dann kommt peu á peu eins zum anderen.

Zu dieser sehr stimmungsvollen und märchenhaften Geschichte kommen sehr viele, sehr unterschiedliche Charaktere ins Spiel. Da sind zum einen die Fischer Tarnie und sein Crew, die schon sehr früh Freundschaft mit Polly schließen. Dann ihre Vermieterin Gillie Manse, die auch noch die Bäckerin vor Ort ist, und die absolut gegen Polly eingestellt ist. Der Amerikaner Huck, den etwas Geheimnisvolles umgibt, der verrückte, reiche Surfer Reuben und ihre beste Freundin Kerensa. Und natürlich der kleine Papageientaucher Neill. Über diese sehr bunte Mischung aus den unterschiedlichsten Menschen bekommt dieses Buch etwas sehr lebendiges. Man möchte einfach dort wohnen, sich mit diesen Menschen anfreunden und das lecker Brot von Polly probieren. Und neben der Geschichte um Polly kommen durchaus noch einige ernstere Themen hinzu. Was für ein Leben führen die Fischer. Und was passiert, wenn sich die Menschen, die das Geld haben, sich einfach irgendwo einkaufen. Was bleibt für die Einheimischen dann noch übrig.

Es ist ein wunderbares Buch, in dem ich versinken konnte. Es hat einige Überraschungen für mich bereitgehalten, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Und Polly braucht lange, bis ihr Leben wirklich in allen Belangen wieder ganz normal funktioniert. Ich musste viel schmunzeln und lachen, aber ich musste auch weinen. Auch auf dieser wunderbaren kleinen Gezeiteninsel passieren Tragödien. Und wer nach der Lektüre Lust auf das lecker Brot bekommen hat, am Ende sind 7 Rezepte.

Ach übrigens, Modell für Mount Polbearne stand übrigen St. Michaels Mount, der über einen Steg von Marazion erreicht werden kann. Und dort ist es einfach himmlisch.

Die kleine Bäckerei am Strandweg
von Jenny Colgan
(13)
Buch
9,99

Ein Sommer voller Überraschungen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 17.06.2016

Bisher waren die Bücher von Janne Mommsen immer blau. Und bei blauen Büchern handelt es sich zu meist um

1. Leichte, romantische Frauenunterhaltung à la Cecilia Ahern
2. Humorvolle, witzige Unterhaltung à la Dora Heldt

Doch nun ist das neueste Buch von Janne Mommsen plötzlich in einem dunklen Grün mit einem hellen Bild in der Mitte. Hat dies etwas zu bedeuten? Treffen wir hier einen anderen Janne Mommsen als bisher? Ich selbst habe von ihm bis jetzt nur „Friesensommer“ gelesen. Und das empfand ich als nicht wirklich zu dem Umschlag passend, denn es hatte durchaus mehr zu bieten als nur leichte, romantische oder humorvolle, witzige Unterhaltung. Nun war ich auf sein neues Buch gespannt. Hier mein Eindruck zu der Geschichte.

Der Klappentext des Buches trifft den Inhalt, aber lässt ihn oberflächlicher erscheinen, als er ist. Tom ist ein Mensch, der am liebsten ganz alleine in dem alten Forsthaus ist, in dem er mit seinem Vater aufgewachsen ist. Am wohlsten fühlt er sich im Wald, wo er sich mit seinen Freunden, den Bäumen, unterhält. Doch irgendwie bekommt er sein Leben nicht in den Griff. Etwas Dunkles lauert in ihm. Und deshalb will er sich das Leben nehmen. Doch da kommt ihm Annkathrin in die Quere. Sie ist das komplette Gegenteil von ihm. Sie ist energiegeladen und eine Powerfrau, die eine Karriere im Hotelbusiness anstrebt. Doch dadurch, dass sie Tom retten will und selbst dabei schwer verletzt wird, erfährt sie etwas, was ihren Lebensplan völlig in Frage stellt. Was ist wirklich wichtig im Leben?

Per Zufall haben die beiden in dem Sommer nach dem Vorfall am Eis beruflich miteinander zu tun. Sie müssen ausgewöhnliche Locations für den berühmten finnischen Komponisten Samu Waikonen finden, der in Schleswig-Holstein Konzerte geben will. Und die Hotelkette, für die Annkathrin, arbeitet ist der Hauptsponsor. Und so müssen diese beiden sehr unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten. Dies ist gar nicht so einfach. Und zusätzlich haben die beiden auch noch private Probleme zu lösen. Tom fürchtet um seine Bleibe und Annkathrin muss ihren drei Schwestern auf Föhr helfen, dass das Elternhaus in der Familie bleibt. Alles läuft auf ein großes Finale hinaus, bei dem das Pendel in die eine als auch in die andere Richtung ausschlagen kann. Wie werden die beiden die Probleme lösen können?

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, war ich auf einer Lesung des Autors. Und da erzählte er, dass dieses Buch durchaus auch einen persönlichen Hintergrund hat, der ihn hat nachdenklicher werden lassen. Und das ist es, was dieses Buch auszeichnet. Es regt zum Nachdenken an, was wir aus unserem Leben machen und wie wir es genießen oder nicht. Denn niemand weiß, wie viel Zeit wir in diesem Leben zur Verfügung haben. Und ob es eine zweite Chance gibt, wissen wir erst recht nicht.

Doch auch, wenn dieses Buch einen zum Innehalten und Nachdenken anregen kann, ist es doch ein Unterhaltungsroman. Es werden einige Themen angerissen, die vielleicht hätten vertieft werden können, aber das hat der Autor nicht gemacht. Und ich finde es gut so. Das Buch unterhält, und gerade durch die Geschichte um den Komponisten Waikonen bekommt die Geschichte sogar einige sehr humorvolle Aspekte hinzu. Und das ist das wichtigste an diesem Genre. Das man zusätzlich noch etwas zum Nachdenken bekommt, ist das i-Tüpfelchen!

Zwischen den Bäumen das Meer
von Janne Mommsen
(2)
Buch
14,99

Hitler täuscht die Welt

Eine Kundin / Ein Kunde , am 09.06.2016

Oliver Hilmes ist sicherlich einigen von Ihnen durch seine Biografien „Witwe im Wahn“ und „Herrin des Hügels“ bekannt. Und auch seine anderen bisherigen Bücher waren Biographien, die sich hauptsächlich mit Menschen beschäftigten, die mit Musik zu tun haben. Doch dieses Buch ist anders. Es ist im Prinzip eine Biografie über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin.

Ähnlich wie Florian Illies bei seinem Buch „1913“ reiht auch Oliver Hilmes verschiedene kleine Schnipsel zu einem großen Ganzen zusammen. Doch ich persönlich finde, dass dieses Buch weitaus mehr zu sagen hat. So sind dies keine kleinen Anekdoten über private Details mehr oder weniger berühmter Zeitgenossen, sondern der Autor schafft es, ein Bild von Berlin zu vermitteln, welches den Besuchern aus dem Ausland präsentiert werden sollte. Ein reines, gut organisiertes und offenes Deutschland, welches seine Gäste willkommen heißt. Doch es glänzt nicht alles. Unter dem glänzenden Lack arbeiten Hitler und seine Schergen bereits daran ein neues Deutschland zu schaffen.

Oliver Hilmes berichtet über jeden einzelnen Tag der Olympischen Spiele. Jedem Kapitel voran kommt erst einmal ein Bild, dann folgt der Bericht des Reichswetterdienstes für Berlin. Und danach erzählt der Autor von bekannten und unbekannten Persönlichkeiten. Dazu gehören Sportler wie Jesse Owens, Helene Mayer, Tilly Fleischer und Eleanor Holm. Künstler wie Thomas Wolfe, Mascha Kaléko, Hubert von Meyerinck, Leni Riefenstahl und Teddy Stauffer. Widerständler wie Mildred und Arvid Harnack. Die Verleger Ernst Rowohlt und sein unehelicher Sohn Heinrich Maria Ledig. Und der Konkurrenzkampf der Nazigrößen Joseph Goebbels und Hermann Göring, sowie der diplomatischen Gäste. Er blickt in die Gastronomie der Zeit, widmet sich aber auch einfachen Menschen wie Juden und Sinti und Roma, die bis dato ein ganz normales Leben gelebt haben. Er zitiert offizielle Meldungen der Staatspolizei und anderer Behörden. Und so entsteht nach und nach ein sehr differenziertes Bild dieser Zeit. Es wird immer deutlicher wie Adolf Hitler und seine Helfer den Rest der Welt manipuliert haben. Es sind nur wenige, die dies durchschauten.

Abgeschlossen wird das Buch durch ein Kapitel, in dem der Autor berichtet, was aus dem Menschen nach dem 3. Reich geworden ist, und ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis. So kann man die angesprochenen Themen noch vertiefen, auch wenn leider nicht mehr alle genannten Bücher aktuell auf dem Markt sind. Aber wofür gibt es Bibliotheken.

Ich bin von diesem Buch begeistert. Es hat mir viel Wissen auf ausgesprochen lesbare und unterhaltsame Weise vermittelt.

Berlin 1936
von Oliver Hilmes
(5)
Buch
19,99

Franka und Tokeli

Eine Kundin / Ein Kunde , am 09.06.2016

Die Bücher von Charlotte Roth erkennt man immer sofort. Seitdem 2014 „Als wir unsterblich waren“ erschienen ist, werden die Cover nach dem gleichen Schema gestaltet – sepiafarbener Buchumschlag, ein Frauenprofil von der Seite im Vordergrund und im Hintergrund etwas zum Thema des Romans. Dies sind allerdings einmal Cover, die mir persönlich sehr gut gefallen. Bisher waren die Inhalte der beiden vorherigen Bücher so aufgeteilt, dass es eine Rahmenhandlung in der Gegenwart gab und die eigentliche Handlung in der Zeit zwischen 1911 und 1945 spielte. Dieses Mal hat die Autorin auf eine Rahmenhandlung verzichte, was mir sehr entgegen kam. Doch nun zum Inhalt.

Charlotte Roth hat zwei sehr gegensätzliche Handlungsstränge miteinander verbunden, die wieder in Berlin spielen. Da ist zum einen Franka, eine junge Frau, die anders als die anderen ist. Sie ist die Tochter eines Pastors, der sie seelisch total vernachlässigt. Frauen sind in seinen Augen nichts wert, außer dass sie zur Ehefrau und Mutter geboren sind. Doch Franka möchte gerne Zoologie studieren. Als dies in der Weimarer Republik unmöglich wird, bekommt sie mit Glück und ein wenig Hilfe ihres Onkels eine Anstellung als Tierpflegerin im Berliner Zoo. Und so ist die eine Geschichte die von Franka und ihren Mitstreitern im Berliner Zoo während des 3. Reichs bis zum bitteren Ende. Wir lernen sehr unterschiedliche, aber sehr liebenswerte Menschen und wunderbare Tiere kennen. Doch auch die Forschung des Zoos ist während dieser Zeit nicht unumstritten.

Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Kirschla und Tokeli. Zwei jungen Sintis, die mit ihren großen Familien in 2 Wohnungen leben. Kirschla ist eine attraktive junge Frau, die ihrer Familie notfalls auch durch den Einsatz ihres Körpers zu helfen weiß. Tokeli ist ein sehr intelligenter junger Mann, der gerne Jura studieren will. Und am Anfang sieht alles gut aus. Doch dann kommt das Jahr 1936 und in Berlin finden die Olympischen Spiele statt.

Über Frankas Onkel lernen sich Franka und Tokeli unter widrigen Umständen kennen und die beiden Handlungsstränge werden zu einem.

Charlotte Roth hat in diesem Roman zwei sehr schwierige Themen angesprochen:

- Rassentheorie und Eugenik
- Die Verfolgung der Sinti und Roma

Franka erfährt über ihre eigene Familie, wozu Menschen im 3. Reich fähig sind. Und irgendwann kann sie sich nicht mehr nur um ihre geliebten Tiere kümmern, sondern muss Stellung beziehen.

Die beiden Themen, die Charlotte Roth in diesem Roman behandelt hat, sind mir tief unter die Haut gegangen. Zum Thema Judenverfolgung während der Nazizeit habe ich ja schon viel gelesen, aber zum Thema der Verfolgung der Sinti und Roma ist diese mein erster Roman gewesen. Es ist einfach erschütternd, mit welcher Menschenverachtung die Nazis vorgegangen sind. Und per Zufall habe ich danach noch ein Buch gelesen, wo gerade dieses Thema u.a. auch drin vorkommt „Berlin 1936“ von Oliver Hilmes. Und seine Schilderungen decken sich eindeutig mit den Schilderungen von Charlotte Roth.

Mir persönlich war etwas mulmig, dass der Roman im Zoo spielt, denn ich kann einfach nicht damit umgehen, wenn Tieren etwas geschieht. Natürlich war mir vom Kopf her klar, dass die Tiere während des 2. Weltkriegs gelitten haben und sehr viele umgekommen sind. Und es werden auch in diesem Roman Tiere sterben, die nicht nur eine Nebenrolle spielen. Aber die Autorin war gnädig mit mir, denn das Thema wurde nicht ausführlich breitgetreten. Trotzdem musste ich bei diesem Buch mehrfach in der Öffentlichkeit weinen.

Es ist sicherlich nicht das beste Buch von Charlotte Roth. Aber es ist aufgrund der Themen wieder ausgesprochen interessant und hat mir viel Geschichte vermittelt, die ich so noch nicht kannte. Teilweise hätte sie noch deutlich tiefer in die Themen hineingehen können. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass diese Reihe doch dem Genre Unterhaltungsliteratur angehört. Und da wäre es einfach zu viel des Bösen gewesen. Wer mehr darüber erfahren möchte, wird mit Sicherheit noch andere (Sach-)Bücher zum Thema finden.

Ein Roman, der noch lange in mir nachklingen wird!

Weil sie das Leben liebten
von Charlotte Roth
(5)
Buch
9,99

Was geschah in jenem Sommer?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 09.06.2016

2013 hatte ich Ihnen das Buch „Die Landkarte der Liebe“ von dieser Autorin vorgestellt. Ein Roman, der mich damals sehr positiv überrascht hatte. 2015 fiel mir dann das Buch „Der Sommer, in dem es zu schneien begann“ auf. Und erst ziemlich spät merkte ich, dass es der neue Roman von Lucy Clarke ist. Der Verlag hatte sich überraschenderweise für eine ganz andere Optik entschieden. Und dieses Buch gibt es jetzt als Taschenbuch.

Lucy Clarke ist eine Autorin, die das Meer liebt. Und das merkt man ihren Romanen an, denn auch in diesem Roman spielt das Meer wieder eine wichtige Rolle.

Gleich am Anfang werden wir Zeugen, wie Eva ihren Ehemann Jackson an das Meer verliert. Eva und Jackson waren ein Paar der schnellen Entschlüsse – kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten, haben sie schon geheiratet. Und nun ist ihr geliebter Ehemann nur wenige Monate nach der Hochzeit ertrunken. Eva beschließt, nach einiger Zeit der Trauer, ihren Schwiegervater und ihren Schwager in Tasmanien zu besuchen. Beide hat sie noch nicht kennengelernt. Doch diese Reise wird ganz anders als sie es sich vorgestellt hat. Ihr Schwiegervater reagiert sehr zurückhaltend und ihr Schwager, der seinem Bruder zum Verwechseln ähnlich sieht, sogar sehr abweisend. Doch Eva gibt nicht auf. Und so kommt sie langsam einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur.

Lucy Clarke hat wieder eine ausgesprochen spannende Familiengeschichte geschrieben, bei der man sehr lange im Dunkeln tappt. Immer wieder kommen überraschende Wendungen. Und am Ende wird die Geschichte sogar ein wenig unheimlich. Und was mich an diesem Buch so ganz speziell begeistert hat, ist, dass nicht nur die Geschichte absolut fesselnd ist, sondern die Autorin in diesem Buch wieder die Landschaft, das Meeres und die Beobachtungen bei den Tauchgängen so beschreibt, dass ich sofort Lust bekommen habe, nach Tasmanien zu reisen.

Das Buch ist ein richtig toller Lesespaß, der supergut zu einem Urlaub passt, egal, ob Sie ihn in Tasmanien oder sonst wo lesen. Sie bekommen damit eine tragische Liebesgeschichte mit einem dunklen Familiengeheimnis und sogar ein wenig Krimi.

Der Sommer, in dem es zu schneien begann
von Lucy Clarke
(2)
Buch
9,99

 
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