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Name:
Carmen Vicari
Ort:
Dossenheim
Rezensionen:
25 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 9

nicht hilfreich: 0

Rang:
1602
Über mich:

lese sehr gerne

Carmen Vicaris Rezensionen

123

50

12.04.2013

„Mit Oma Strelow auf der Flucht”

Der mittlerweile achte Roman von Anne Hertz entführt die Leser dieses Mal nicht nur in die Welt der Liebe, sondern auch nach Polen. Die Protagonistin Tine glaubt zwar, dass es nur ein kurzer Abstecher nach Kolberg werden wird, doch dann bleibt sie gezwungenermaßen länger in Polen und lernt dabei Land und Leute kennen.

Auch die Leser erfahren viel Wissenswertes über Polen, das Land, die Sitten und Gebräuche, die Lebensart und die Mentalität.

Die Autorinnen haben hier sehr gut und viel recherchiert, was man dem Buch anmerkt. Manche Passagen wurden sogar in Polnisch geschrieben, aber dankenswerterweise gleich übersetzt. Die Ortsbeschreibungen sind so bildlich, dass man das Gefühl hat, die Autorinnen auf einer Ortsführung zu begleiten. Man konnte sich die Gegebenheiten sehr gut vorstellen und es wurde der Wunsch erweckt, sich das mal in real anzusehen.

Auch das Leben, die Sitten und Gebräuche werden wunderbar vermittelt. So wundert sich Tine zusammen mit dem Leser über manche Dinge (z.B. verhängte Spiegel), die dann im Anschluss erklärt werden.

Tine ist eine sehr sympathische Hauptfigur, aber auch Oma Strelow und Jan wachsen dem Leser im Laufe des Buches ans Herz.

Erzählt wird die Geschichte von Tine persönlich in der Ich-Form. Man nimmt damit als Leser automatisch an Tines Gedankengängen teil und weiß so manches Mal nicht, ob man nun Lachen oder die Hände überm Kopf zusammen schlagen soll.

Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und es gibt keinen Bezug zu den anderen Büchern von Anne Hertz. Das Ende jedoch lässt Spekulationen über eine Fortsetzung zu.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem Tine schon auf der Flucht ist. Natürlich möchte man als Leser wissen, wie kam es zu dieser Situation?
Tine hat es wirklich nicht leicht in dem Buch. Sie schlittert von einem Desaster in das nächste, bewahrt sich aber ihren Witz und wird dem Leser dadurch immer symaptischer.

Der Spannungsbogen baut sich immer stärker auf, wird dann durch die Stadtrundgänge gehalten und weiter verstärkt, je mehr Zeit Tine durch die Finger rinnt. Schließlich will sie ja ihre eigene Hochzeit nicht verpassen.

Mit einigen Überraschungen und Wendungen bleibt die Geschichte spannend. Es ist schwer, das Buch beiseite zu legen. Neben viel Witz und Lebensfreude, steckt auch ein Hauch von Frühling zwischen den beiden Buchdeckeln. Gerade in Zeiten, wo der reale Frühling auf sich warten lässt, sind solche Bücher Gold wert und die Autorinnen schaffen es, den Leser zu entführen und ihn mit Frühlingsgefühlen wieder zurückkommen zu lassen.

Sprachlich ist das Buch in der heutigen Sprachgebung geschrieben und daher einfach und leicht lesbar. Eine Vorkenntnis der vorangegangenen Bände ist nicht notwendig, da es alles eigenständige Geschichten sind.

Fazit:
Eine spannende Entführung nach Polen, die einem nicht nur das Land und die Leute, sondern auch den Frühling näher bringt.

50

12.04.2013

„"Heute schenkte ich meinem Papageien die Freiheit.", ”

Die Autorin entführt den Leser in die Wildnis von Mexiko. Zu Beginn habe ich mir sehr schwer mit dem Roman getan. Ich wurde nicht wirklich warm mit Alice, die mir sehr naiv und blauäugig vorkam. Einen richtigen Bezug konnte ich nicht zu ihr aufbauen.

Das änderte sich aber, als die Nachricht von Patricks Tod sie erreicht. Eine spürbare Wandlung ging hier vor sich. Zwar war sie immer noch gutgläubig, gerade Fremden gegenüber, aber Alice bekam Kampfgeist und den Willen, nicht aufzugeben, ehe das Puzzle komplett ist.

Dadurch wurde die Figur von Alice auch farbiger und interessanter. Ab hier las sich das Buch dann praktisch von alleine. Eine Handvoll Personen, die man nach und nach kennenlernte und plastisch wurden. Man wurde Teil einer Suchtruppe und rätselte zusammen mit Alice, was es wohl mit dem Tod ihres Bruders und dem geheimnisvollen Mädchens auf sich haben könne.

Die Autorin hat sehr gut und viel recherchiert, was man dem Buch anmerkt. Ein Blick auf ihre Website bestätigt dieses Gefühl. Die Schauplätze, die Umgebung, das Leben der Indianer - alles wurde sehr detailliert und farbig beschrieben. Man sah die Farbepracht Mexicos direkt vor sich und konnte problemlos eintauchen in eine fremde, bunt schillernde Welt.

Natürlich ist der Start des Buches zunächst verwirrend. Der Klappentext verspricht eine Geschichte im 20. Jahrhundert, das Buch startet aber rund 1.000 Jahre früher. Wie ist da der Zusammenhang? Wer war diese Fremde? Und was hat sie mit der restlichen Geschichte zu tun?

Nach und nach versteht der Leser den Zusammenhang. Im Epilog kehrt der Leser dann noch einmal zu der Fremden zurück und rundet die Geschichte zusätzlich ab.

Der Spannungsbogen wird durch den Epilog geweckt, ruht dann aber, bis Alice vom Tod ihres Bruders erfahren hat. Ab da nimmt er immer mehr zu, bis er dann rund 100 Seiten vor Schluss langsam anfängt abzubauen. Die Autorin hat der Geschichte ein ruhiges Ende gegeben und es zusätzlich durch den Epilog abgerundet. Das Ende selbst ist zwar offen, doch ist die Geschichte in sich abgeschlossen.

Die Geschichte weißt viele Überraschungen und Wendungen auf. Ist man einmal in Mexico angekommen, ist es erstaunlich schwer, dieses wieder zu verlassen. Durch die ganze Geheimniskrämerei um den Tod von Patrick und die Kette ist man gezwungen, an der Geschichte dran zu bleiben. Zusammen mit Alice rätselt man, was tatsächlich passiert sein könnte und wo das Mädchen hin verschwunden ist, das die Kette trägt.

Auch wenn ich am Anfang mit Alice nicht warm wurde, so fand ich doch nach und nach in die Geschichte rein, bis sie mich mit sich riss und nicht mehr los lies. Jetzt vermisse ich gute Bekannte und hoffe natürlich auf ein Wiedersehen in Mexiko.

Im Anhang findet man eine Karte der Tempelanlage, sowie ein Nachwort der Autorin zur Rahmenhandlung. Eine Karte von Mexiko und den wichtigsten Orten, die Alice aufsuchte, habe ich vermisst.

Fazit:
Eine farbenprächtiges Mexiko und ein interessanter Einblick in das Leben der Indianer, laden zwischen zwei Buchdeckeln zum virtuellen Verreisen und Träumen ein.

buch

Zeitenzauber

Eva Völler

EUR 14,99 *
auf Merkliste

50

12.04.2013

„Mit einer Gondel ins 15. Jahrhundert”

Eva Völler schreibt unter vielen Pseudonymen, doch mir am bekanntesten sind ihre historischen Romane unter Charlotte Thomas. Auch hier spielt sehr oft Venedig eine große Rolle.

In diesem Buch entführt die Autorin den Leser nach Venedig des 15. Jahrhunderts. Die Geschichte ist aus der Sicht von Anna geschrieben. Ihre Gedanken, Gefühle und Überlegungen sind dem Leser daher nicht fremd, sondern machen ihm die Verwirrung und den Willen zurück ins 21. Jahrhundert zu kommen, sehr schnell deutlich.
Anna kämpft um eine Möglichkeit, wieder nach Hause zu kommen, doch dafür muss sie ihre Aufgabe erfüllen, wie auch immer diese lauten mag. Und während sie auf diese Erkenntnis wartet, hat sie genug Gelegenheit, die Zeit in der sie gelandet ist, kennen zu lernen. Auch der Leser kommt in den Genuss und lernt nicht nur alte italienische Begriffe kennen, die in einer Fußnote erklärt werden, sondern auch, wie man damals z.B. zu einer Toilette (Abtritt) gesagt hat. Der intergalaktische Translator" macht es möglich. Fallen die Begriffe, die Anna verwendet, nicht der Sperre zum Opfer (z.B. Facebook), so werden sie zeitgemäß angepasst. Als Leser sieht man dabei, was Anna eigentlich sagen wollte und danach, was sie tatsächlich sagt.

Annas Wortwitz und ihre Schlagfertigkeit ist davon unberührt und so musste ich, trotz der Spannung der Geschichte, immer wieder schmunzeln oder kurz auflachen.
Annas Reise nach Venedig im 15. Jahrhundert scheint wie der kleine Ableger der großen Romane zu sein. Denn auch in diesem Buch merkt man an, dass die Autorin viel zu Venedig und dem 15. Jahrhundert recherchiert hat. Ihre Liebe zu Venedig kommt deutlich beim Leser an und reißt ihn förmlich mit.

Die Hauptprotagonisten sind sehr farblich. Anna ist eine typische 17jährige, leicht naiv noch, aber durch ihren Wortwitz einfach nur liebenswert. Auch Sebastiano wird immer farblicher und gegen Ende hat man gleich zwei neue Freunde gefunden.
Die Geschichte spielt ausschließlich in Venedig, wenn auch zu verschiedenen Zeiten. Die Schauplätze, die Umgebung und auch das Leben der Menschen, sei es nun das Leben einer kleinen Familie oder eines Politikers werden so anschaulich beschrieben, dass man es sich als Leser sehr gut vorstellen und hineinversetzen kann.

Das Buch beginnt mit dem geheimnisvollen Brief und weckt beim Leser die Neugierde, wie es zu diesem Brief wohl kam und was dahinter steckt.
Beginnt die Geschichte zunächst ruhig, steigt der Spannungsbogen spätestens ab dem unfreiwilligen Bad von Anna im Kanal spürbar an.

Der Roman ist in sich abgeschlossen, die Aufgabe gelöst. Jedoch gibt es gerade im Epilog einen kleinen Hinweis, dass es noch mehr Abenteuer mit Anna und Sebastiano geben könnte. Ein zweiter Teil ist übrigens am 14.03.2013 erschienen.

Fazit:
Eine spannende Zeitreise, die sowohl Jugendliche wie Erwachsene in ihren Bann ziehen wird.

50

12.04.2013

„Das Gesicht des Bösen”

Der siebte Band um Alexander Gerlach widmet sich dem organisierten Verbrechen. Dabei stehen nebst Ungarn auch Russen im Visier des Ermittlers.

Die Hauptprotagonisten sind sehr farblich. Alexander Gerlach, die Zwillinge und auch verschiedene Kollegen von ihm kennt man natürlich schon aus den vorangegangenen Bänden. Alle anderen Personen bleiben meist sehr verworren und schleierhaft. Aber genauso nimmt auch Alexander Gerlach sie wahr und rätselt herum, was für eine Rolle sie in diesem Fall spielen. Durch diese blasse Beschreibung kann der Leser die Situation von Gerlach sehr gut nachvollziehen und steckt ebenfalls in dem Dilemma, dass er die Verdächtigen nicht richtig greifen kann.

Die Geschichte spielt natürlich in Heidelberg und den Vororten davon. So finden die Ermittlungen nicht nur in Heidelberg, sondern z.B. auch in Handschuhsheim und Schriesheim statt. Eine Verfolgungsjagd wird so detailliert beschrieben, dass man sie sich als Einheimischer gut vorstellen kann und als Außenstehender auf der Landkarte nachverfolgen. Nur bei diversen Einkaufscentern bzw. -geschäften, sind Ortskenntnisse eindeutig von Vorteil.

Im Vordergrund der Geschichte stehen natürlich die Ermittlungen. Alexander Gerlach und seine Kollegen tragen hier wirklich jeden Schnipsel zusammen und versuchen ein Gesamtbild daraus zu basteln. Dabei beschreiten sie nicht immer legale Wege.
Es kommen aber auch menschliche Aspekte zur Sprache. So sieht Alexander Gerlach seine Kollegen nicht einfach als selbstverständlich an, sondern nimmt auch die persönlichen Bedürfnisse seiner Mitarbeiter wahr. Gerade seine Sekretärin kommt ihm immer wieder menschlich entgegen, aber auch andere Mitarbeiter seines Teams, was den Ermittler mir sehr sympathisch macht.

In diesem Buch steht vor allem eine größere Veränderung in seinem Liebesleben an. Die Beziehung zu seinen Zwillingstöchtern dagegen, kam mir in diesem Buch etwas zu kurz und war ziemlich blass. Was dagegen wieder sehr schön war, war seine Freundschaft zu Lorenzo. Bei abendlichen kulinarischen Genüssen und einem gepflegten Schachspiel besprechen die beiden alle Themen, die Alexander Gerlach so beschäftigen und so manches Mal fand Alexander Gerlach nach einem solchen Gespräch das nächste Puzzleteil zu seinem aktuellen Fall.

Die Handlungen sind für den Leser nachvollziehbar, auch wenn man selbst manches Mal anders reagiert oder gehandelt hätte.

Das Ende ist schlüssig, auch wenn der ein oder andere Punkt bewusst offen gelassen wird.
Im Gegensatz zu den anderen Büchern, ist der Spannungsbogen durch die Explosion sofort da und steigt immer weiter an. Gegen Ende des Buches nimmt er dann rapide ab, bleibt aber noch leicht vorhanden, da einige Punkte offen sind, die der Vollständigkeit wegen noch geklärt werden.

Die Geschichte ist flüssig geschrieben und lässt den Leser an mancher Stelle sogar schmunzeln. Die Dialoge reichen von tiefgründig bis humorvoll. Das Ermittlerleben ist nicht immer einfach und der Autor stellt das glaubhaft dar. Eine Vorkenntnis der vorangegangenen Bände ist hilfreich, aber nicht zwangsläufig erforderlich. Die Personen werden noch einmal im Kurzabriss vorgestellt bzw. ihre Beziehungen zueinander erklärt.

Fazit:
Spannend, tiefgründig, stilsicher und souverän entführt der Autor den Leser nach Heidelberg und lässt ihn nur schwer wieder los.

buch

Feuertochter

Iny Lorentz

EUR 19,99 *
auf Merkliste

50

24.10.2012

„spannende Reise zur grünen Insel”

Mit Feuertochter legen das Autorenehepaar Iny Lorentz einen spannenden Roman über die grüne Insel und den Kampf der Iren gegen die Engländer Ende des 16. Jahrhunderts vor.
Zu Beginn erhält man als Leser von den Autoren einen Personenregister mit der Übersicht der wichtigsten Personen und der Erklärung ihrer Rolle. Am Ende des Buches findet man ein Nachwort der Autoren zur Geschichte und eine kurze Anmerkung zur Sprache.
Nachdem ich lange nichts mehr von Iny Lorentz gelesen habe, habe ich mich mit Begeisterung ans Lesen gemacht und durfte mich über einige spannende Stunden in Irland aufhalten und mit den Iren gegen die Engländer kämpfen. Die Autoren haben sehr gründlich zur Thematik recherchiert. Was zunächst als Erholungsurlaub geplant war, wurde schnell zu einem Roman. Ihre Recherchen konnten sich vor Ort während des Urlaubs ausüben und blieben auch danach mit einigen Personen in Kontakt, die ihnen weiteres Material an die Hand gaben. Die umfassenden Recherchearbeiten, aber auch die Liebe zu dem Land spürt man während des Lesens ganz deutlich. Ich war noch nie in Irland, konnte mir aber dennoch das Land vorstellen. Die Wälder, Wiesen, das Meer und die Klippen zeichneten sich plastisch vor meinem geistigen Auge ab.

Aber auch die Kämpfe der Iren gegen die Engländer lassen sich wunderbar in ein Kopfkino verwandeln. Gerade was die unterschiedlichen Kampftechniken von Iren und Engländern angeht, kann man gut nachvollziehen.
Das Buch ist in mehrere Teile gesplittet, die wiederum in mehrere Kapitel unterteilt sind. Da manche Kapitel recht kurz sind, wird der Lesefluss dadurch noch zusätzlich angeregt.

Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. So begleitet man als Leser nicht nur Ciara, sondern z.B. auch mal Oisin, Ferdinand oder Simon.
Die Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und wird damit immer anders damit fertig. Die deutlichste Entwicklung fand ich, hat Ferdinand durch gemacht.

Trifft man zu Beginn des Buches noch auf eine fremde Kultur und fremde Menschen, so verlässt man am Ende der rund 770 Seiten Freunde und eine vertraute liebgewonnene Umgebung.
Die Geschichte beinhaltet viele Wendungen und Spannungspunkte. Im letzten Drittel zieht die Geschichte an Spannung zum Höhepunkt noch einmal an und macht aus dem Roman einen kleinen Krimi. Ein ruhigeres Ende mit einem Blick in die Zukunft lässt den Leser die Geschichte weiter spinnend zurück.

Sprachlich ist das Buch in der heutigen Sprachgebung geschrieben und daher einfach und leicht lesbar. Trotzdem ist es keineswegs seicht, sondern auf hohem Niveau. Auch sind die Liebesszenen eher dezent gehalten und die Kampfszenen haben gerade das richtige Maß, damit sie weder besonders blutig noch übertrieben wirken.
Man wird als Leser immer bei der Stange gehalten und es ist schwer, das Buch bei Seite zu legen, da man wissen will, wie geht der Kampf aus, wie entscheidet sich ein Protagonist in einer bestimmten Situation.

Fazit:

Ein spannender historischer Roman, der den Leser mitnimmt auf eine Reise nach Irland und nur schwer wieder zurückkehren lässt.

50

12.10.2012

„Eine Reise ins ferne Südwestafrika”

Das neuste Buch von Micaela Jary beginnt in Berlin Anfang des 20. Jahrhunderts. Die junge Emma Thieme verarbeitet gerade den Verlust ihres Vaters und muss sich mit der Frage beschäftigen, was aus dem Photoatelier werden soll, als sie Dorothee von Hirschberg kennenlernt.

Dorothee von Hirschberg hat ein Engagement in Südwestafrika erhalten und möchte zuvor noch einige Aufnahmen für Werbeplakate von sich machen lassen. Allerdings ist der dafür ausgewählte Fotograf – Emmas Vater – bei einem Unfall ums Leben gekommen.

So begegnen sich zwei Frauen, die zunächst nichts verbindet. Als Emma dann während des Besuchs von Dorothee Briefe ihrer tot geglaubten Mutter aus Südwestafrika findet, beschließen die Frauen, dass Emma Dorothee in die Kolonie als Reisefotografin begleiten wird.

Doch wie wird Emmas Mutter auf den überraschenden und unverhofften Besuch ihrer Tochter reagieren? Was hat es mit Manfred von Paschen auf sich, der den beiden Frauen während der Fahrt nicht von der Seite weicht?


Das Cover ist wunderschön. Am Ende des Buches findet man ein Nachwort der Autorin zur Geschichte und eine übersichtliche Zeittafel.

Mit Begeisterung habe ich mich ans Lesen gemacht und durfte mich über einige spannende Stunden im Leben von Emma Thieme freuen.

Die Autorin hat sehr gründlich zur Thematik recherchiert. Gerade bei den Ausführungen zur Photographie, dem Klavierspielen oder dem Leben in den Kolonien und dem Diamantenhandel wird dies deutlich. Leider habe ich bei dem einen oder anderen Fachbegriff einen erklärenden Glossar vermisst. Der Kontext jedoch hat in den meisten Fällen Aufschluss gegeben.

Die Protagonisten werden nach und nach in die Geschichte eingeführt und man lernt sie im Verlauf immer genauer kennen. So bleiben sie zu Beginn etwas farblos, nehmen aber mit Fortschreiten der Geschichte Farbe und Gestalt an, so dass sie dem Leser am Ende als gute Freunde ans Herz gewachsen sind.

Die Handlung startet mit einem Prolog, der mit der Mutter von Emma beginnt. Zunächst ist unklar, um wen es geht. Man kann vom Klappentext her Vermutungen anstellen. Dann geht es 1909 in Berlin bei Emma Thieme los.

Die Geschichte beinhaltet viele Wendungen und Spannungspunkte. Im letzten Drittel zieht die Autorin die Spannung noch einmal an und macht aus dem Roman einen kleinen Krimi. Ein ruhigeres Ende lässt den Leser die Geschichte weiter träumend zurück.

Sprachlich ist das Buch in der heutigen Sprachgebung geschrieben und daher einfach und leicht lesbar. Als Leser ist man immer am überlegen, wie es weiter geht bzw. was es mit den einzelnen Protagonisten auf sich hat. So verfliegen die Seiten und ehe man es sich versieht, muss man ins 21. Jahrhundert zurückkehren.


Fazit:

Ein wunderschöner Roman, der dem tollen Cover gerecht wird.

Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Reise nach Südwestafrika und zeigt die Lesensweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts logisch und nachvollziehbar auf.

Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Reise mit Micaela Jary – wohin sie auch gehen mag!

50

03.06.2012

„Gelungener Auftakt”



Das Buch spielt im 14. Jahrhundert in Köln. Adelina, die Tochter eines Apothekers, führt ihrem Vater den Haushalt, hilft in der Apotheke, kümmert sich um ihren kleinen, etwas zurück gebliebenen, Bruder und hilft dann auch noch im nahen Beginenhaus aus.

Eines Tages sterben im Hospital der Beginen geistig verwirrte Menschen einen mysteriösen Tod. Keiner weiß warum, aber Adelina hat einen Verdacht. Sie ist überzeugt, dass die Menschen vergiftet wurden. Dies will sie mit Hilfe des bei Ihnen zur Miete wohnenden Medicus Neklas Burka beweisen.
Aber dann überschlagen sich die Ereignisse und Adelins gerät selbst ins Kreuzfeuer des Mörders...

Es handelt sich bei dem Buch zum einen um den Erstling der Autorin Petra Schier und zum anderen um den Auftakt einer Reihe zu Adelina. Dass das Buch der Erstling der Autorin ist, merkt man ihm in keinster Weise an. Flüssig, spannend und mitreisend entführt Petra Schier die Leser in das mittelalterliche Köln und weiß dieses bildhaft den Lesern näher zu bringen. Auch die Ereignisse und Protagonisten sind farblich sehr ausgereift, so dass man die Handlungsweisen von Adelina und Neklas gut nachvollziehen kann. Der Spannungsbogen wird über die ganze Geschichte gehalten und gipfelt in der überraschenden Auflösung der Mordfälle.

Obwohl das Buch ein ernstes Thema beinhaltet, kommt auch der Leser, der eine unterhaltsame Lektüre sucht, auf seine Kosten. Gerade die Dialoge zwischen Adelina und Neklas bieten einigen Stoff zum Schmunzeln.

Fazit: Ein spannender Auftakt zu Adelinas Welt, der den Leser ins mittelalterliche Köln entführt und erst nach der letzten Seite wieder zurückkehren lässt.

Band 1: Tod im Beginenhaus
Band 2: Mord im Dirnenhaus
Band 3: Verrat im Zunfthaus
Band 4: Frevel im Beinhaus

50

10.02.2012

„Teil 2 der Kreuzromanreihe”

Die Geschichte spielt Mitte des 14. Jahrhunderts in Koblenz. Luzia, die Leibmagd der Gräfin Elisabeth von Manten, wurde zwar als Bauerntochter geboren, doch kann sie sowohl lesen wie auch rechnen. Luzia verbindet mit Elisabeth nicht nur eine innige Freundschaft, sondern auch ein Bund um eine mächtige Kreuzreliquie, die sich seit langer Zeit in ihren Familien befindet.
Luzia zieht gleich zu Beginn des Buches mit ihrer Herrschaft nach Koblenz in ein Stadthaus. Den Wein- und Gewürzhändler Martin Wied ist ihr schon bekannt, doch nun braucht er ihre Hilfe beim Wiederaufbau seines Geschäfts. Durch ihr Verkaufstalent gelingt es Luzia, Martin Wied tatkräftig zu unterstützen. Gerade als es wieder bergauf zu gehen scheint, wird Martin Wied des Mordes angeklagt. Luzia setzt alles dran, seine Unschuld zu beweisen.

Dieses Buch stellt den zweiten Band der Kreuzromanreihe dar. Für den Leser, der den ersten Band gelesen hat, ist dies ein freudiges Wiedersehen mit den Personen aus dem ersten Teil. Aber auch Neueinsteiger dürften mit dem Buch zurecht kommen, da es sich um eine in sich geschlossene Geschichte handelt und die Bezüge zum ersten Band noch einmal kurz wiederholt werden.

Die Autorin hat es auch hier wieder geschafft, den Leser buchstäblich an das Buch und die Geschichte zu fesseln. Kaum hat man mit dem Lesen begonnen, fällt es einem schwer, das Buch zur Seite zu legen. Ehe man sich versieht, muss man Luzia und Martin wieder verlassen.

Die Figuren sind sehr farbig gehalten und man fiebert mit Luzia und den ihren mit. Die witzig-spritzigen (Streit-) Dialoge zwischen Luzia und Martin peppen die Geschichte zusätzlich noch auf.

Abgerundet wird das Buch durch eine Karte von Koblenz, eine Personenliste, sowie einen einführenden Epilog und einen abschließenden Prolog.

Auch hat die Autorin Angaben zum historisch belegbaren Hintergrund gemacht.

Fazit: Ein sehr spannender zweiter Teil, der dem ersten in nichts nachsteht und dabei Lust auf mehr macht. Eine ganz klare Leseempfehlung von meiner Seite, auch für Leser, die den ersten Teil (noch) nicht kennen.

50

10.02.2012

„Teil 2 der Kreuzromanreihe”

Die Geschichte spielt Mitte des 14. Jahrhunderts in Koblenz. Luzia, die Leibmagd der Gräfin Elisabeth von Manten, wurde zwar als Bauerntochter geboren, doch kann sie sowohl lesen wie auch rechnen. Luzia verbindet mit Elisabeth nicht nur eine innige Freundschaft, sondern auch ein Bund um eine mächtige Kreuzreliquie, die sich seit langer Zeit in ihren Familien befindet.
Luzia zieht gleich zu Beginn des Buches mit ihrer Herrschaft nach Koblenz in ein Stadthaus. Den Wein- und Gewürzhändler Martin Wied ist ihr schon bekannt, doch nun braucht er ihre Hilfe beim Wiederaufbau seines Geschäfts. Durch ihr Verkaufstalent gelingt es Luzia, Martin Wied tatkräftig zu unterstützen. Gerade als es wieder bergauf zu gehen scheint, wird Martin Wied des Mordes angeklagt. Luzia setzt alles dran, seine Unschuld zu beweisen.

Dieses Buch stellt den zweiten Band der Kreuzromanreihe dar. Für den Leser, der den ersten Band gelesen hat, ist dies ein freudiges Wiedersehen mit den Personen aus dem ersten Teil. Aber auch Neueinsteiger dürften mit dem Buch zurecht kommen, da es sich um eine in sich geschlossene Geschichte handelt und die Bezüge zum ersten Band noch einmal kurz wiederholt werden.

Die Autorin hat es auch hier wieder geschafft, den Leser buchstäblich an das Buch und die Geschichte zu fesseln. Kaum hat man mit dem Lesen begonnen, fällt es einem schwer, das Buch zur Seite zu legen. Ehe man sich versieht, muss man Luzia und Martin wieder verlassen.

Die Figuren sind sehr farbig gehalten und man fiebert mit Luzia und den ihren mit. Die witzig-spritzigen (Streit-) Dialoge zwischen Luzia und Martin peppen die Geschichte zusätzlich noch auf.

Abgerundet wird das Buch durch eine Karte von Koblenz, eine Personenliste, sowie einen einführenden Epilog und einen abschließenden Prolog.

Auch hat die Autorin Angaben zum historisch belegbaren Hintergrund gemacht.

Fazit: Ein sehr spannender zweiter Teil, der dem ersten in nichts nachsteht und dabei Lust auf mehr macht. Eine ganz klare Leseempfehlung von meiner Seite, auch für Leser, die den ersten Teil (noch) nicht kennen.

50

11.01.2012

„Teil 1 der Kreuz-Romanreihe”

Der Prolog beginnt im Jahre 1148 in Jerusalem. Drei Männer teilen sich die Beute aus dem Kreuzzug. Ein magisches Kreuz wird dabei durch drei Teile geteilt. Der eine erhält den Rahmen, der andere das Kreuz und der dritte die dazugehörende Kette. Zeitgleich geben sie sich das Versprechen, sich und die Ihren auf ewig zu schützen. Etwa 200 Jahre später wird Elisabeth von Küneburg zu Freunden ihrer Eltern geschickt, um so einer drohenden Fehde mit dem Stiefonkel zu entkommen. Da erst kürzlich ihre Magd verstarb, tritt Luzia in ihre Dienste. Beide Frauen verbindet etwas - ohne es zunächst zu ahnen. Durch Zufall stellen sie fest, dass sie beide im Besitz von Teilen des magischen Kreuzes sind. Sie fügen diese wieder zusammen, aber wo steckt der dritte Teil und wieso summt und leuchtet das Kreuz immer wieder? Als Pest ausbricht und Elisabeths Verlobter daran stirbt, scheint alles verloren...

Petra Schier hat in dem ersten Teil der Kreuz-Romanreihe einen spannenden und mitreißenden Auftakt vorgelegt. Dabei ist die Idee zu dem Buch schon etwa 15 Jahre alt. Viele Jahre reifte das Buch weiter und wurde schließlich so umfangreich, dass es auf zwei Bücher gesplittet werden musste.

Auch wenn man merkt, dass die Geschichte weiter geht, lässt sich der erste Band als abgeschlossene Geschichte betrachten. Die Geschichte beinhaltet alles von Liebe und Leidenschaft, bis hin zu Zwistigkeiten und Verzweiflung.

Die historische Grundlagen wurden sauber recherchiert und dabei geschickt in die Geschichte eingeflochten. Die Hauptprotagonisten Elisabeth, Luzia und Johann wirken sehr lebendig und der Leser wird regelrecht mitgerissen. Viel zu schnell fliegen die Seiten dahin.

Durch das magische Kreuz hat sich die Autorin auch ein wenig Mystik im Roman erlaubt. Dies ist jedoch keinesfalls störend, sondern wirkt sehr erfrischend.

Eine Rekonstruktion der Burg Kempenich, ein historisches Nachwort sowie zwei Lieder von Walther von der Vogelweide runden den positiven Gesamteindruck noch ab. Lediglich einen Personenregister habe ich vermisst.

Fazit: Ein spannender und fesselnder erster Teil, der Lust macht auf die Fortsetzung und ein Wiedersehen mit Elisabeth, Luzia und Johann.

Band 1: Die Eifelgräfin
Band 2: Die Gewürzhändlerin

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