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Name:
Silke Schröder Top 100 Rezensent
Ort:
Hannover
Rezensionen:
910 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 279

nicht hilfreich: 102

Rang:
15
Über mich:

lese gerne gute Krimis, Thriller, Belletristik. Für ein gutes Hörbuch gehe ich meilenweit.

Silke Schröders Rezensionen

50

13.05.2013

„Ein fesselnder Scweden-Krimi”

In “Mörderische Schärennächte”, dem vierten Fall des sympatischen Kommissars Thomas Andreasson, entwickelt Viveca Sten einen spannenden Fall um die oftmals brutalen Ausbildungsmethoden einer Spezialeinheit der schwedischen Armee. Dabei streut sie immer wieder Tagebucheinträge eines damaligen Soldaten ein, der sehr bildlich beschreibt, wie sadistisch der Umgang einiger Vorgesetzter mit ihren Rekruten war. Diese Einträge aus den 1970er Jahren verflechtet sie mit den aktuellen Ermittlungen der Sandhamner Polizei um den Tot des Studenten und das Schicksal des ehemaligen Küstenjägers. Aber natürlich nimmt auch das Privatleben Thomas’ sowie das seiner alten Schulfreundin Nora wieder viel Platz ein. So ist “Mörderische Schärennächte” ein fesselnder Krimi mit einigen erschütternden Details über die Ausbildungsmethoden innerhalb des schwedischen Militärs, und zugleich eine Fortsetzung der privaten Geschichte von Thomas und Nora. Der Schauspieler Stephan Schad liest Viveca Stens neuen Krimi auf gewohnt hohem Niveau.

50

13.05.2013

„Eine Story mit feinem Gespür für das Skurrile der Situationen”

Wie gehen Menschen mit Situationen um, die sie ganz plötzlich vor unveränderliche neue Tatsachen stellen? Was bedeutet es zum Beispiel, wenn eine ganze Dorfgemeinschaft ihren Heimatort verlassen soll? In ihrem außergewöhnlicher Roman “Bevor alles verschwindet” beschäftigt sich Annika Scheffel auf ihre ganz eigene Art mit diesem Thema. Ihre Helden wollen nicht gerne von alten Gewohnheiten und liebgewonnenen Eigenarten lassen, und vor allen Dingen wollen sie nicht von irgendwelchen Unbekannten aus ihrem Dorf vertrieben werden. Aber es geht in Annika Scheffels Roman nicht nur um die Wahl zwischen heldenhaftem Widerstand oder hoffnungsloser Resignation, sondern auch um das Abwägen von Verlust und Chancen, um die Macht alter Gewohnheiten und die Verheißungen des neuen Landes, um die Auseinandersetzung mit einer lebensveränderten Situation also, mit der jeder unterschiedlich umgeht. Und welchen Weg Ihre Figuren auch wählen, sie alle zeichnet die Autorin mit viel Wärme und Sympathie, wobei sie jeden Einzelnen mit manchmal obskuren Eigenheiten versieht und auch so manches Geheimnis aufscheinen lässt. “Bevor alles verschwindet” ist eine wunderbar skurrile Erzählung mit gelegentlich etwas märchenhaften Zügen, aber auch ein Buch zum Nachdenken über den Hang zur eigenen Scholle, die bösen Folgen von Spekulation und die Ohnmächtigkeit des Einzelnen gegenüber einer scheinbar allmächtigen Bürokratie – und eine Parabel darauf, dass aus Vergangenem immer auch interessantes Neues entsteht. Der Schauspieler, Comiczeichner und Hörbuchsprecher Martin Baltscheit erzählt die Story mit viel Sympathie für die Figuren und feinem Gespür für das Skurrile der Situationen.

40

01.05.2013

„Spaß an nicht ganz so bierernsten Krimis”

Nachdem die beiden Autoren Michael Bresser und Martin Springenberg ihren Helden, den Privatdetektiv Dieter R. Nannen, im beschaulichen Münsterland schon Fälle um ermordete Fußballer und tote Dichter aufklären ließen, muss er es dieses Mal mit einem fiesen Kaninchenmörder, ungeheuerlichen Familiengeheimnissen, mürrischen münsterländischen Bauern und einer wirklich vertrackten Erbschaft aufnehmen. Aber Dieter wäre kein ein echter Privatdetektiv, wenn er nicht Licht in dunkle Machenschaften bringen und nebenbei - wenn auch nicht ganz freiwillig - sogar den sportlichen Pfad der Tugend ohne Glimmstengel einschlagen würde. So ziehen die beiden Autoren alle Register eines klassischen Detektivromans und präsentieren mit “Den letzten beißt das Schwein” dennoch eine heitere Krimi-Lektüre aus dem sonst so bodenständig -konservativen Münsterland. Leichte Kost für alle, die Spaß an nicht ganz so bierernsten Krimis haben.

50

01.05.2013

„ein etwas anderer, aber gleichwohl fesselnder Krimi”

Nach dem Sara Gran ihren ersten Krimi “Stadt der Toten” im vom Hurricane zerstörten New Orleans spielen ließ, ermittelt ihre Detektivin Claire deWitt nun in einem sehr persönlichen Fall in ihrer Wahlheimat San Francisco. Dabei lässt Gran erkennen, dass sie sich in der dortigen Musikerszene offenbar ebenso gut auskennt, wie in den Drogenexzessen ihrer Heldin. Dennoch ermittelt Claire ebenso unkonventionell wie erfolgreich und verliert auch im tiefsten Sumpf nicht das Auge für die wichtigen knallharten Indizien. So lernen wir die Bay-Area einmal auf eine etwas andere Art kennen. Und auch Grans erzählerische Wechsel in die Vergangenheit ihrer Detektivin, in der sie in der New Yorker Musiker- und Hausbesetzerszene nach einer guten Freundin sucht, zeugen von einigem Wissen über die dortigen Verhältnisse. Fazit: “Das Ende der Welt” ist ein etwas anderer, aber gleichwohl fesselnder Krimi. Und: ja, die veganen Restaurants der “erleuchteten Meisterin” aus der Story gibt es wirklich, inzwischen auch in Europa - sehr empfehlenswert, wie Sara Grans Krimi

40

16.04.2013

„Fesselnde Social-Fantasy-Unterhaltung”

Nachdem der Freundeskreis um die 16-jährige Kendira in Rainer M. Schröders Jugend-Dystopie “Liberty 9 - Todeszone” bereits den Aufstand gegen die autoritäre Führerschaft geprobt hat, geht es nun ums Ganze. Im neuen Band “Liberty 9 - Todeszone” schickt der Autor sie auf eine gefahrvolle und abenteuerliche Reise, um ihre Freunde zu retten. Dabei beschreibt Schröder die Gegend um San Fransisco, die Bay Area, als einen städtischen Moloch, der je nach Herkunft und Rasse der Bewohner in einzelne Bezirke zerfallen ist. Besonders eindringlich-gruselig gelingt ihm die Darstellung der Unterwelt mit all ihren Tunneln und verlassenen alten U-Bahnschächten. Das ist zwar nicht neu, aber Schröder schafft es, die bedrohliche Stimmung seines Katastrophen-Szenarios sehr authentisch zu transportieren. Dagegen bleiben die Charaktere seiner Figuren auch im zweiten Band etwas blass, was aber durch den spannenden Aufbau der Story mehr als nur ausgeglichen wird. Fesselnde Social-Fantasy-Unterhaltung, nicht für Kids und Teenies.

buch

Glücksspiel

Felix Francis

EUR 14,90 *
auf Merkliste

50

16.04.2013

„Krimilesestoff aus England mit viel feinem Humor”

Nachdem Dick Francis seine letzten Krimis vor seinem Tod im Jahr 2010 bereits zusammen mit seinem Sohn Felix geschrieben hat, ist mit “Glückspiel” nun das erste Solo-Projekt von Felix Francis auf deutsch erschienen. Nahtlos knüpft er darin an die stets leicht ironischen, immer spannend und mit viel Contenance geschriebenen Krimis seines Vaters an, die alle im Jockeymillieu spielten. Zwar tritt das Thema Pferderennen bei Francis Junior etwas stärker in den Hintergrund, aber dafür bekommen wir jede Menge interessante Infos aus der wunderbaren Welt eines anderen Schlags von Glücksrittern - der des Finanzmanagements. Mit der Figur des 29-jährigen gescheiterten Jockeys und jetzigen Finanzberaters Nick Foxton schafft er einen sympathischen Helden, der überall eine eloquente Figur macht und sich mit viel Hartnäckigkeit durch einen undurchaubaren Fall wühlt - und dabei auch sein eigenes Leben rettet. Charmant-stilvoller Krimilesestoff aus England mit viel feinem Humor.

40

16.04.2013

„Ein packender Jungendthriller”

Alexa Hennig von Lange hat ein guten Gespür für das Tempo ihrer Story. Immer wieder geraten ihre Figuren auf falsche Fährten, denn die, die die Umstände der beiden mysteriösen Verbrechen erklären könnten, sind tot oder sterben, bevor sie etwas verraten können. Eine düstere Atmosphäre entsteht, die wie eine dunkle Wolke über den kleinen Ort hängt. Auch ihre Kommissarin lässt von Lange eher hilflos und überarbeitet aussehen. Nur die beiden Jugendlichen Louis und Maya schaffen es, trotz der widrigen Umstände etwas Licht ins Dunkle der Materie zu bringen. Zwar gibt es ein paar kleine logische Brüche, aber dennoch ist “Der Atem der Angst” von Alexa Hennig von Lange ein packender Jungendthriller, der alles hält, was das aufregende Cover verspricht.

40

16.04.2013

„Das große Finale”

Nachdem die junge Heldin Gaia sich im ersten Teil “Die Stadt der verschwundenen Kinder” aufgemacht hat, dem furchtbaren Regime zu entfliehen und im zweiten Teil “Das Land der verlorenen Träume” die Führung der Sylumer übernommen hat, kehrt sie nun zusammen mit ihren neuen Verbündeten in die Enklave zurück. Und Gaia ist an ihren Aufgaben gewachsen. Mit einem raffinierten Cocktail aus nützlichen Intrigen, geschickten Verhandlungen und einigen anderen, durchaus radikaleren Methoden kommt sie ihrem Ziel schrittweise näher. Und das kann nur sein, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Caragh O'Brien greift dabei ein Thema auf, dass in Zukunft sicher noch eine größere Bedeutung bekommen wird, denn der Kampf um frisches Trinkwasser wird bestimmt noch geführt. So ist der letzte Band “Der Weg der gefallenen Sterne” das große Finale einer beeindruckenden Jugend-Social-Fantasy-Trilogie.

buch

Blinde Vögel

Ursula Poznanski

EUR 16,95 *
auf Merkliste

50

16.04.2013

„Hinter virtuellen Netzwerken stehen knallharte Realitäten!”

Nachdem sich Ursula Poznanski in ihrem ersten Krimi um das Ermittlerpärchen Beatrice Kaspari und Florin Wenninger mit dem Phänomen und neuen Volkssport “Geocaching” beschäftigt hat, legt sie in “Blinde Vögel” das Augenmerk auf das soziale Netzwerk Facebook. Dabei verwebt sie zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Interessen: belangloses Chatten und tiefsinnig über Gedichte diskutieren - kann das in einem Netzwerk zusammenfinden? Ja, es kann! Und Ursula Poznanki zeigt in ihren packenden Fall nicht nur, dass es diese Gruppen wirklich gibt (obwohl ihr Zirkel natürlich rein fiktiv ist), sie macht auch Lust auf einen oft vergessenen, aber ungemein kreativen Zweig der Literatur. Zugleich vertieft sie die im Vorgängerband “Fünf” bereits angedeutete Freundschaft zwischen ihren beiden ungleichen Ermittlern Bea und Florin. “Blinde Vögel” ist ein spannender Krimi aus Salzburg, in dem uns Ursula Poznanksi eines klar macht: auch hinter virtuellen Netzwerken stehen knallharte Realitäten!

40

16.04.2013

„Krimi mitten im Herzen der Schrebergartenidylle”

Nachdem Lucie Flebbe ihre junge Heldin Lila u.a. schon im Obdachlosen-, Raum- und Altenpfleger-MIllieu hat ermitteln lassen, schickt sie sie in ihrem 5. Krimi mitten ins Herzstück einer jeden Ruhrpott-Existenz: in seinen Schrebergarten. In diesem besonderen Milieu, in dem Nachbarschaftshilfe, Bier und Gegrilltes als universelle Zahlungsmittel funktionieren, muss die Ermittlerin mit ihrem Partner Ben schon bald feststellen, dass Schrebergärtner, trotz all der strengen Auflagen über Heckenhöhen und Laubenfestdekorationen, doch ganz gut neben dem Gesetz leben können. Auch “Das fünfte Foto” ist somit wieder ein sehr unterhaltsamer, leichter Krimi mit ein paar ernsten Untertönen, und erneut brilliert dort Lila Ziegler als pfiffige 20-jährige, die ihrem Leben als Staatsanwaltstochter in Hannover entflohen ist und erfolgreich den Dämonen ihrer Vergangenheit trotzt. Seien wir also gespannt, wie es weitergeht mit Lucie Flebbes ungleichem Ermittlerpaar im schnoddrig-prolligen, bodenständig-sympathischen Bochum.