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Name:
Silke Schröder Top 100 Rezensent
Ort:
Hannover
Rezensionen:
910 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 279

nicht hilfreich: 102

Rang:
15
Über mich:

lese gerne gute Krimis, Thriller, Belletristik. Für ein gutes Hörbuch gehe ich meilenweit.

Silke Schröders Rezensionen

buch

Todesnähe

P. J. Tracy

EUR 14,95 *
auf Merkliste

40

21.09.2012

„Guter, ur-amerikanische Thriller”

Auch der sechste Fall "Todesnähe" mit der Computerspezialistentruppe "Monkeewrench" aus dem hohen Norden der USA ist wieder ein knallharter Thriller. Dieses Mal entführen uns die beiden Autorinnen, Mutter und Tochter Tracy, nicht nur die Indianerreservate imNorden der USA, sie fädeln auch mehrere Handlungsstränge geschickt ineinander und lassen es bis zum actiongeladenen Finale mit jeder Menge US-amerikanischem Patriotismus, viel Testosteron, unverwüstlichem Polizeihumor und, natürlich, knallharten Ermittlern richtig krachen. Aber auch über die Mitglieder der Monkeewrench-Crew erfahren wir wieder etwas mehr. Die ebenso schöne wie knallharte Grace, die sich endlich aus ihren schwarzen Klamotten heraustraut, der Bär Harley Davidson, der erfährt, dass seine Vorfahren "native americans" sind, der schlaksige Roadrunner und Annie Belinsky, die nicht nur auf High Heels eine sehr gute Figur macht. Wer auf gute, ur-amerikanische Thriller steht, ist hier exakt im richtigen Buch.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

21.09.2012

„Emotional mitreißender Krimi aus Neuseeland”

"Komm, spiel mit mir" von der Neuseeländerin Paddy Richardson ist ein fein gesponnener Psycho-Krimi über einschicksalhaftes Ereignis, das die Heldin ihr ganzen Leben lang verfolgt. Stephanie, die bei dieser Reise über die wunderschön wilde Südinsel ihres Heimatlandes Neuseeland geführt wird, sucht dabei nicht nur nach dem Mörder ihrer Schwester, sie erfährt auch viel über sich selbst und ihr kompliziertes Verhältnis zu ihrer Familie, vor allen Dingen zu ihrer Mutter. Ihre Suche gerät zu einen Selbstfindungstrip, auf dem sich Stephanie eingestehen muss, wie sehr sie die damaligen Geschehnisse verdrängt und dennoch ihr ganzes Leben danach ausgerichtet hat - und wie einschneidend sich alles ändert, als sie endlich die Wahrheit über das Schicksal ihrer Schwester ans Licht bringt. Zwar hilft ihr dabei mehr als einmal nur der Zufall, aber dennoch ist Paddy Richardsons Roman "Hunting Blind" - so der englische Originaltitel - ein spannender und emotional mitreißender Krimi aus Neuseeland.

buch

Blutige Fehde

Stuart Neville

EUR 16,99 *
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50

21.09.2012

„Spannendes aus Nordirland”

Dass die Verhältnisse in Nordirland auch nach dem Friedensvertrag zwischen britischen Loyalisten und irischen Katholiken nicht einfacher geworden ist, das beschreibt Stuart Neville in seinem knallharten Actionthriller "Blutige Fehde". Welche kriminelle Organisation mit welcher legalen Partei und welcher Behörde gerade gemeinsame Sache macht, ist dabei schwer zu durchschauen - auch für seinen Helden Jack Lennon, der doch die Belfaster Verhältnisse von Kindesbeinen an kennt. Das Misstrauen ist groß, und immer wieder kommt es zu Fehden, bei denen die kriminellen Pfründe neu verteilt werden. Doch die Story von Stuart Neville beschreibt nicht nur die desolate Lage in der durch jahrzehntelange bürgerkriegsähnliche Zustände zerrütteten nordirischen Hauptstadt, sie gibt auch Hoffnung. Denn der Autor lässt durchblicken, dass die Leute sich inzwischen nicht mehr gegenseitig abknallen, sondern gemeinsam gutes Geld verdienen wollen, wie im Rest von Europa auch. Und so wagt auch der leicht labile und durchaus ambivalente Cop Jack Lennon den Schritt auf die "andere Seite" und macht eine Phase der Verwandlung zum guten Bürger durch. Es gibt also noch Hoffnung für die kleine Außenstelle des einst so großen britischen Empires und ihre Bewohner, von denen die einen weiterhin zu Großbritannien gehören wollen, die anderen aber lieber wieder zur irischen Republik.

buch

Hexengesicht

Heike Schulz

EUR 14,95 *
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50

21.09.2012

„Hat alles, was ein gutes Jugend-Mystery-Buch braucht”

"Hexengesicht" von Heike Schulz hat alles, was ein gutes Jugend-Mystery-Buch braucht: eine Freundschaft zwischen zwei ungleichen Mädchen, ein mysteriöses Gemälde und noch geheimnisvollere Vorgänge in einem alten Gemäuer, eine ungerechte Geschichte aus der Vergangenheit, einen Oberfiesling, und natürlich jede Menge Spuk und Mysterie, garniert mit einem ordentlichen Schuss Romantik. Die Autorin verquickt geschickt die heutigen Probleme der beiden 16-jährigen mit einem turbulenten Abenteuer und vielen geheimnisvollen Entdeckungen - all das also, was man als Jugendliche gerne mal selbst erlebt hätte. Wir lernen aber auch die Geschichte der damals ebenfalls 16-jährigen Frederike kennen, die vor 500 Jahren am gleichen Ort lebte - und die im Zuge der grausamen Hexenprozesse in der gerade beginnenden Neuzeit als Hexe verurteilt wurde. So erfahren wir einiges vom "Hexenhammer", dem Buch, das zur wichtigsten Waffe der Hexenverfolgung wurde, und bekommen einen lebendigen Eindruck von den damaligen Zeitumständen. Spannende Unterhaltung (nicht nur) für Mädchen.

buch

Der Geiger

Mechtild Borrmann

EUR 19,99 *
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50

21.09.2012

„Fesselnder Krimi mit vielen geschichtlichen Hintergrundinfos”

Spannend und raffiniert eingefädelt, erzählt uns Mechthild Borrmann eine erschütternde Geschichte, die von den Grauen des sowjetischen Regimes in der Nachkriegszeit berichtet. Schon in ihrem Debütkrimi "Wer das Schweigen bricht" gelang ihr der Spagat zwischen einer spannenden Story und einer ambitionierten Handlung, die von Nazi-Deutschland bis in die Gegenwart führte. Mit "Der Geiger" gelingt ihr wieder ein subtil fesselnder Krimi mit vielen geschichtlichen Hintergrundinfos. Dieses Mal beschäftigt sie sich mit den grausamen Deportationen nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion unter Stalin. Wie schon in den dreißiger Jahren wurden auch jetzt wieder viele Intellektuelle und "Bürgerliche" unter meist scheinheiligen Gründen in den Osten verbannt und mussten dort unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und leben. Diesen geschichtlichen Background verbindet sie geschickt mit den Bedingungen im heutigen Russland, in dem "Druschba" (Freundschaft) noch immer viel zählt und in dem sich immer wieder zeigt, wie pragmatisch die Machtverhältnisse zwischen Kriminellen und Offiziellen nur zu oft verteilt sind.

40

21.09.2012

„Temporeicher Thriller, der mit vielen Hintergrundinfos zu einem zentralen Problem der Menschheitsgeschichte”

In der "Bibel der Toten" beschäftigt sich Tom Knox mit den ungeheuren Gräueltaten der Roten Khmer im Kambodscha der 1970er Jahre. Im Namen des Kommunismus töteten die Machthaber damals mehr als zwei Millionen Menschen - fast ein Viertel der Bevölkerung. Warum, so fragt man sich, sind Menschen zu derartigen Grausamkeiten überhaupt fähig? Gibt es in uns vielleicht so etwas wie eine anthropologische Konstante, eine Art Kriegs-Gen, das nur mühsam durch die Zivilisation überdeckt wird - und das durch Drogen, Gehirnwäsche oder Operationen problemlos wieder "freigeschaltet" werden kann, um einen perfekten, völlig gewissenlosen Soldaten zu schaffen? Waren also schon die Menschen in der Steinzeit besonders grausam anderen Gruppen gegenüber und versuchten sie bereits, durch Löcher im Kopf das Gehirn in die eine oder andere Richtung zu manipulieren? Aber nicht nur diesen Fragen geht Knox nach, er schildert auch "moderne" Versuche, das menschliche Gewissen für militärische Zwecke durch Kreuzung mit Primaten oder durch chirurgische Eingriffe zu eliminieren. Es ist also eine über weite Strecken höchst spekulative, in jedem Fall aber spannende und abenteuerliche Reise, auf die uns der Autor da mitnimmt. Auch wenn er an machen Stellen unnötig brutal wird, ist die "Bibel der Toten" ein temporeicher Thriller, der mit vielen Hintergrundinfos zu einem zentralen Problem der Menschheitsgeschichte aufwartet: Warum führen wir Krieg?

50

21.09.2012

„Hochspannende und fantasievolle Jugend-Dystopie”

Nach "Das verbotene Eden. - Juna und David" strickt Thomas Thiemeyer weiter an seiner Dystopie, die in Köln und Umgebung in nicht allzu ferner Zukunft spielt. Ein Virus hat das Zusammenleben zwischen den Geschlechtern beendet, jahrelang beherrschte nichts als Hass und Krieg das Verhältnis von Mann und Frau. Doch langsam setzen Veränderungen ein, denn immer wieder brechen Menschen die verkrusteten Regeln auf und stellen fest, dass das Virus keine Wirkung mehr hat. Aber noch gibt es genug Andere, die ihren Profit aus den Umständen ziehen wollen. Hat sich der Autor im ersten Teil seiner Trilogie noch ganz auf seine beiden Helden Juna und David konzentriert, gibt er im zweiten Teil "Das verbotene Eden. Gwen und Logan" mehr über die äußeren Bedingungen und die Vergangenheit preis. So setzt Thiemeyer seine hochspannende und fantasievolle Jugend-Dystopie konsequent fort. Seien wir gespannt auf den finalen Teil "Das verbotene Eden. Magda und Ben".

buch

Falsch

Gerd Schilddorfer

EUR 19,99 *
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50

02.09.2012

„Alles, was ein guter Thriller braucht”

Gerd Schilddorfer hat mit seinem Thriller “Falsch” einen echten Wälzer geschrieben. Ungemein spannend erzählt, switcht die Story zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwischen ihren verschiedenen Handlungsorten hin und her. Geschickt setzt Schilddorfer seine Cliffhanger und schafft es, die Spannung über satte 671Seiten auf hohem Niveau zu halten. Dabei lässt er seine Leser bis zum großen Finale im ungewissen - wer spielt welche Rolle, und wer sind hier eigentlich die Guten? Eine besonders schöne Idee ist es, dass er vielen seiner Romanfiguren eine kurze Biografie im Anhang gibt. Auch wenn es gelegentlich ein paar Längen gibt, beweist der Autor in “Falsch” nicht nur hervorragende Ortskenntnisse über die verschiedenen Orte, er bietet auch alles, was ein guter Thriller braucht: ein wohlgehütetes Geheimnis aus der Vergangenheit, gut portionierte Action, alarmierte Geheimdienste und düstere Mafiosi. Und er erlaubt sich einen kritischen Seitenhieb auf das schweizerische Bankgeheimnis und den "liberalen" Umgang vieler Banken mit Verbrechern aller Couleur - Hauptsache die Kohle stimmt.

buch

Schattenhaus

Alex Reichenbach

EUR 9,99 *
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50

02.09.2012

„Ein beklemmender wie packender Krimi aus der Mainmetropole Frankfurt”

“Schattenhaut“ ist nach “Staustufe” der zweite Krimi mit dem ungleichen Ermittlerpärchen Andreas Winter und der türkischstämmigen Hilal Aksoy. Dieses Mal haben sie es mit einem besonders perfiden Fall zu tun, den der Autor Alex Reichenbach sehr raffiniert aufbaut und mit einem ebenso erschütternden wie überraschenden Finale krönt. Dabei schafft er erneut viel Raum für die Entwicklung seiner Figuren; Aksoy und Winter lernen nun sich auch privat ein wenig besser kennen. Derweil erreicht der Konflikt mit Winters Kollegen und Konkurrenten Kettler einen neuen Höhepunk, während sein Chef Fock verzweifelt versucht, die Zügel in der Hand zu behalten - er erinnert ein wenig an den Vize-Questores Patta aus den Donna Leon-Krimis, einer Figur also, die an Dummheit und Überheblichkeit kaum zu übetreffen ist. So ist Reichenbachs “Schattenhand” ein ebenso beklemmender wie packender Krimi aus der Mainmetropole Frankfurt - freuen wir uns auf weitere Fälle.

40

02.09.2012

„ungewöhnlich-reizvolle Geschichte an der Schnittstelle von Fantasy und Krimi”

Mit seinem Debütroman “Die Flüsse von London” hat Ben Aaronovitch einen ebenso skurrilen wie fantastischen Krimi geschrieben. Und in welche Stadt passen Geister und Gespenster besser als nach London, der ersten europäischen Millionenstadt mit all ihren dunklen Gassen und ihrer langen, wechselvollen Geschichte? Mit Peter Grant schafft Aaronovitch einen sympathischen Helden, der mit einer aus Sierra Leone stammenden Mutter und einem Jazzmusiker als Vater auch ein Stück weit für das moderne, multikulturelle London steht. Auch wenn die Story spannungsmäßig nicht ganz das durchhält, was sie am Anfang verspricht, ist Ben Aaronovitchs “Die Flüsse von London” mit viel trockenen Humor, jeder Menge unbeschwertem Einfallsreichtum und einem in Wortsinn fantastischen Blick auf London eine ungewöhnlich-reizvolle Geschichte an der Schnittstelle von Fantasy und Krimi - hervorragend gelesen von Dietmar Wunder.