Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Wird nicht angezeigt
Rezensionen:
208 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 17

nicht hilfreich: 10

Rang:
152

Rezensionen

40

04.10.2011

„Dämonicon 2”

"Die Jagd" ist der zweite Sammelband der Dämonicon-Reihe von Darren Shan. Er enthält den dritten und vierten Band, Dämonenspiel (engl. Slawter) und Blutige Nächte (engl. Bec).

Dämonenspiel beginnt dort, wo Fürst der Schatten endete: Derwisch ist von seinem Kampf gegen Lord Loss zurückgekehrt, aber ihn plagen Alpträume. Um sich abzulenken, nimmt er das Angebot einer Filmproduzentin an, bei einem Horrorfilm als Berater zur Seite zu stehen. Grubbs ist mit von der Partie, und schon bald steht für ihn fest, dass am Set echte Dämonen agieren. Doch niemand glaubt ihm...

Blutige Nächte spielt zur Zeit der Kelten. Das Dorf, in dem Bec, eine junge Priesterin, lebt, wird immer wieder von Dämonen angegriffen - genau wie die anderen Dörfer der Umgebung. Als ein verwirrter Junge das Dorf erreicht, beschließen Becs Leute, der Familie des Jungen zu Hilfe zu kommen. Eine Gruppe macht sich auf den Weg und erfährt mehr über sich und die Dämonen, als ihnen lieb ist...

Während die Handlung um Grubbs nahtlos voranschreitet, lernen wir mit Bec einen neuen Erzähler kennen. Beide Geschichten haben erst einmal nichts miteinander zu tun, was zum einen verwirrend und zum anderen ein wenig enttäuschend ist; für sich betrachtet sind sie jedoch spannend geschriebene Horrorbücher. Der einzige konstante Faktor sind Lord Loss und seine Getreuen.

Der Ekelfaktor steigt im Vergleich zum ersten Sammelband noch einmal an: so viel Blut, Tote und verstümmelte Dämonen und Helden habe ich selten in einem (Jugend?!)Buch gesehen. Nicht einmal die Freunde der Helden sind vor dem Tod sicher.
Dafür gleichen die Helden immer mehr Superhelden: wer verletzt wird, heilt sich schnell mit Magie und ist danach so gut wie neu. Ich weiß nicht, ob ich das amüsant oder übertrieben finden soll, aber ich tendiere zu letzterem. Deswegen ein Stern Abzug.

Die Dämonicon-Reihe (Sammelbände): Das Erwachen, Die Jagd, Der Fluch (erscheint im November), Die Gesandten (erscheint im Januar) und Die letzte Schlacht (laut Verlag in Vorbereitung)

50

02.10.2011

„Mitternachtszirkus”

"The Vampire Blood Trilogy" ist der erste von vier Sammelbänden, die die Darren-Shan-Saga beinhalten. Er enthält die ersten drei Bände der insgesamt 12teiligen Reihe: Cirque Du Freak (dt. Der Mitternachtszirkus), The Vampire's Assistant (dt. Die Freunde der Nacht) und Tunnels of Blood (dt. Die dunkle Stadt).

Darren ist ein ganz normaler Teenager - er liebt Fussball und ist fasziniert von Spinnen. Als sein bester Freund Steve Eintrittskarten zu einem seltsamen Zirkus bekommt, ändert sich Darrens Leben schlagartig: denn Darren stiehlt einem der Artisten seine dressierte Spinne. Als diese Steve beißt und Steve im Sterben liegt, entpuppt sich der Artist Larten Crepsley als Vampir. Er rettet Steve, aber er verlangt im Gegenzug von Darren, ebenfalls ein (Halb)Vampir und sein Assistent zu werden...

So beginnt die "Saga von Darren Shan" (die nicht ganz zufällig so heißt wie der Autor). In der ersten Trilogie, die in diesem Sammelband vorliegt, wird Darren in die Welt der Vampire hineingezogen und muss sich langsam und widerwillig mit seinem neuen Leben abfinden. Darren lernt neue Freunde kennen und macht Bekanntschaft mit den Feinden der Vampiren, die später noch eine große Rolle spielen werden. Doch über allem steht die Frage: kann Darren dem Vampir Crepsley trauen?

Die Bücher sind sehr gut geschrieben, und auch wenn sie sich eher an ein junges Publikum richten, fühlte ich mich (Mitte Zwanzig) doch gut unterhalten. Die Saga ist spannend, voller mysteriöser und skurriler Charaktere (die alle sehr eigen sind und die man trotzdem oder gerade deswegen liebgewinnt). Die Sprache ist gut zu verstehen, einfach und auf den Punkt. Da Darren der Erzähler ist, fühlt man sich ihm sofort verbunden und kann mit ihm mitfiebern.
In den späteren Bänden steigt der Gruselfaktor, und gerade die letzten sind rasant erzählt und im Grunde nichts mehr für zarte Gemüter. Kuschelvampire sucht man hier vergebens.

"Die Saga von Darren Shan" wurde vor einigen Jahren unter dem Titel "Mitternachtszirkus" verfilmt, aber wie so oft haben Film und Buchvorlage nicht viel miteinander gemeinsam (im Film wurden Elemente aus fast allen 12 Bänden durcheinandergeworfen). Wer den Film mochte, sollte unbedingt die Bücher versuchen; wer den Film nicht mochte, ebenfalls.

Fazit: super geschrieben und spannend. Macht süchtig!
Die restlichen Sammelbände: Vampire Rites Trilogy, Vampire War Trilogy, Vampire Destiny Trilogy.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

dvd

Rango

Gore Verbinski

EUR 9,99 *
auf Merkliste

30

23.09.2011

„Vom Chamäleon in der Wüste”

Rango ist ein Chamäleon, das in einem Terrarium lebt, sich mit einer Barbie-Puppe unterhält und einen Plastikgoldfisch als Haustier/Freund hat. Doch dann fällt das Aquarium aus dem Auto und Rango landet mitten in der Wüste. Verfolgt von einem Habicht, folgt er der Anweisung eines überfahrenen Gürteltiers und erreicht eine Stadt namens Dreck (engl. Dirt). Hier lebt eine Vielzahl von Tieren in einer typischen Westernstadt, die von Wasserknappheit und tierischen Fieslingen (allen voran ein Habicht und eine Klapperschlange) bedroht wird. Rango erkennt seine Chance auf Ruhm und gibt sich als Westernheld aus…

"Rango" ist keine Komödie im Gewand eines Animationsfilmes - zwar bietet der Film auch einige lustige Sequenzen, aber die werden durch Situationskomik oder sarkatische Stellen hervorgerufen. Vielmehr ist "Rango" ein nicht ganz ernster Western, der eben animiert ist und Tiere als Darsteller hat.
Der Animationsfilm von ILM muss sich nicht hinter den Animationsfilmen anderer Studios verstecken, ganz im Gegenteil: die Animation und Gestaltung der Tiere, ihrer Kleidung (trocken wie nass) und der Stadt selber ist einfach perfekt. Ich glaube, besser ist gar nicht mehr möglich.

Die Charaktere könnten jedem beliebigen Western entsprungen sein - dreckig, schrullig, spuckend, schießwütig. Witzig sind die vier Eulen, die als Erzähler mit kurzen Musikeinspielungen die Story unterbrechen. Schade fand ich, dass Rangos Hochstaplerei genretypisch vor der versammelten Stadt aufgedeckt wird - der Film hätte sich einfach angeboten, die Lüge des Chamäleons bis zum Ende durchzuziehen. Aber wahrscheinlich musste für die Kleinen eine Portion Moral enthalten sein.
Der Film soll viele Anspielungen auf andere Filme enthalten; die dürften mir fast alle durchgegangen sein. Vielleicht ein Grund, warum sich die Handlung stellenweise wie Kaugummi zieht oder schlicht vorhersehbar ist. Die genialen Sequenzen wiegen in etwa die "och nöö"-Sequenzen wieder auf.

Die DVD enthält einmal die Kinoversion und einmal eine "Extended Version", mehrere Trailer und entfernte Szenen, dazu eine unterhaltsame Doku über die verschiedenen Tiere der Wüste. Allerdings gibt es kein Making-of (das soll die Doku wohl ausgleichen), aber auch keinen Audiokommentar und keine Interviews.

Fazit: ganz nett, aber wohl nur für Western-Fans wirklich interessant. Ich denke, dass der Film zu ernst und nicht kindgerecht-lustig genug ist.

50

23.09.2011

„Autor vs. Polizistin”

Weil Schriftsteller Richard Castle (wunderbar gespielt von Nathan Fillion) an einer neuen Romanreihe arbeitet, darf er der New Yorker Polizei bei ihren Ermittlungen über die Schulter schauen - sehr zum Leidwesen von Detective Kate Beckett (Stana Katic), der Castle mit seinen absurden Mordtheorien (immer) und kindischem Verhalten(manchmal) auf die Nerven geht. Allerdings hat er hin und wieder doch den richtigen Riecher…
Auch die Nebencharaktere, allen voran Castles Familie (seine Mutter, die Diva, und seine intelligente Tochter) und Kates Kollegen, wissen zu überzeugen und machen aus "Castle" eine wirklich sehenswerte, spannende und lustige Krimiserie.
Die zweite Staffel besteht aus 24 Episoden, jede in sich abgeschlossen (ein Mordfall bildet einen sehr losen Rahmen um die einzelnen Geschichten).

50

23.09.2011

„"Mein Name ist Richard Castle..."”

Man nehme:
- einen Krimiautor, der von seinem Ruhm gelangweilt ist und unter Schreibblockade leidet,
- eine engagierte und energische Polizistin und
- werfe beiden fiese Mordfälle vor.
Heraus kommt Castle - eine mal lustig-amüsante und mal ernste Krimiserie mit zwei wunderbaren Hauptdarstellern, die sich überzeugend fetzen und noch überzeugender zusammenarbeiten.
Die erste Staffel umfasst 10 Episoden, jede in sich abgeschlossen. Aber Vorsicht: Suchtgefahr!

buch

Kenshin 01

Nobuhiro Watsuki

EUR 6,50 *
auf Merkliste

50

23.09.2011

„Kenshin”

Kenshin ist ein 28bändiger, "historischer" Manga aus der Feder von Nobuhiro Watsuki.

Tokyo, um 1880. Ein seltsamer Mann kommt in die Stadt: er hat rote Haare und kreuzförmige Narbe auf der Wange; er trägt ein Schwert, das auf der falschen Seite geschliffen ist. Einst war er ein Attentäter, der im Bürgerkrieg getötet hat; jetzt ist er ein einfacher Wanderer, der keiner Fliege etwas zuleide tun würde, aber seine Freunde und die Schwachen entschieden verteidigt.

Die 28 Bände umfassen drei große Handlungsbögen, die an verschiedenen Orten (Tokyo, Kyoto) spielen und sich mit unterschiedlichen Begebenheiten (Japan im Umbruch, Kenshins Vergangenheit) befassen. Längen sind praktisch gar nicht vorhanden, selbst kurze Zwischenepisoden erweisen sich als spannend und/oder lustig.
Ich kann nicht beurteilen, wie korrekt der historische Aspekt dargestellt wird, aber man bekommt ein sehr gutes Gefühl für diese Zeit und das Land, das sich in den Nachwehen eines gewaltigen Umbruchs befindet. Sehr gut und verständlich umgesetzt!

"Kenshin" bietet Action, Spannung, Humor und leichte Unterhaltung in genau dem richtigen Maß. Die Kämpfe sind allerdings ein wenig ausgeschmückt - besonders die Schwertkampftechniken zeigen eine gute Portion Fantasie, doch sie sind nicht so übernatürlich-abgehoben wie beispielsweise die Kämpfe bei Dragonball. Der Zeichenstil ist ansprechend, die Zeichnungen wirken nicht überladen. Die einzelnen Personen sind klar voneinander zu unterscheiden (in manchen Manga ein echtes Problem), und sogar die bösen Jungs haben eine Vergangenheit. Vor allem: ihre Beweggründe (die über die-Welt-erobern weit hinaus gehen) machen Sinn.

Fazit: unbedingt reinlesen!

dvd

Rio

Carlos Saldanha

EUR 7,95 *
auf Merkliste

30

20.09.2011

„Ein Ara in Rio”

Rio ist ein weiterer Animationsfilm aus dem Hause Blue Sky (u.a. die Ice Age-Filme und Horton hört ein Hu).

Blu ist ein blauer Ara, der nie fliegen gelernt hat. Ihn und sein Frauchen Linda verschlägt es nach Rio, denn hier sollen Blu und Jewel, die beiden letzten Exemplare ihrer Art, für Nachwuchs sorgen. Doch Jewel hat nur Flucht im Sinn und kann mit dem verwöhnten Blu wenig anfangen. Als die beiden von Vogenhändlern ge-bird-napt werden und es mit einer Horde Affen und einem "verräterischen" Kakadu zu tun bekommen, beginnt das Abenteuer erst richtig.

RIO ist bunt. Es wird getanzt und gesungen. Die Menschen sehen gewöhnungsbedürftig aus, was aber bei dieser Art Animationsfilm normal ist; dafür sind die Vögel umso realistischer, und RIO zeigt gerade bei der "Flugschau" zu Beginn des Films, was die Animationstechnik heutzutage alles hinbekommt.

So richtig spannend fand ich RIO allerdings nicht. Hier ist von Anfang an klar, dass die Geschichte mit einem dicken Happy End endet, und dass die beiden Liebesgeschichten gut ausgehen, ist selbstverständlich: die Mädels sind tough, die Jungs tollpatschig - das muss ein Happy End ergeben.
Für meinen Geschmack gibt es auch zuviel Gesang (Pausenfüller?) und zu wenig wirkliche Witze. Man schmunzelt zwar hin und wieder, aber richtige Lacher glänzen durch Abwesenheit.
Auch vom Karneval hätte ich gerne mehr gesehen, die Szenen sind durch die Verfolgungsjagd etwas kurz geraten.

Es gibt sehr wenige Extras auf der DVD: zwei Musikvideos mit Szenen aus dem Film, ein Trailer für Angrybirds und eine entfallene und daher nicht vollständig animierte Szene. Das war's. Das finde ich arg mager, denn ein Audiokommentar und/oder ein Making of sollten bei einem aktuellen Film enthalten sein.

Fazit: netter Film für Zwischendurch, aber nichts besonderes.

dvd

Thor

Kenneth Branagh

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

20.09.2011

„Thor”

"Thor" ist eine weitere Verfilmung eines Marvel-Comics.

Als eine kleine Gruppe Eisriesen die Götterwelt Asgard angreift, beschließt Donnergott Thor, mit seinen Freunden einen Vergeltungsschlag auszuführen. Da er dabei beinahe einen Krieg vom Zaun bricht, ist Allvater Odin not amused: erzürnt nimmt der seinem Sohn die Kräfte und verbannt ihn auf die Erde, wo Thor der Astrophysikerin Jane Foster vor die Füße bzw. das Auto fällt.
Währenddessen schmieden verschiedene Einwohner von Asgard ihre eigenen Pläne, allen voran Thors Freunde, die ihn wieder zurückbringen wollen, und Thors Bruder Loki, der mehr über seine Herkunft erfährt als ihm lieb ist. Als dann auch noch Odin in einen tiefen Schlaf fällt, steht der Untergang Asgards kurz bevor.

Popcorn-Kino der Extraklasse! Witzig und ernst in gleichen Teilen, mit fantastischen Effekten und atemberaubenden Landschaften (die Wüste New Mexikos, das unheimlich-dunkle Jötunheim und das computeranimierte Asgard mit der Regenbogenbrücke). Allein der Nachspann (die Fahrt durchs Universum) ist das Anschauen fast schon wert!
Die Wechsel zwischen den beiden Schauplätzen erfolgen im genau richtigen Tempo, man wird nicht verwirrt und auch nicht gelangweilt. Die Schauspieler agieren überzeugend - von den Hauptdarstellern bis hin zu den Nebendarstellern mit wenig Screentime ist der Cast einfach perfekt besetzt. Leider wirken Thors Gefährten ein wenig blass, was aber auch daran liegen kann, dass die anderen (u.a. Anthony Hopkins, Natalie Portman) sie einfach an die Wand spielen. Chris Hemsworth bringt den arroganten, überheblichen Thor glaubwürdig herüber, inklusive der witzigen Thor-trifft-auf-die-moderne-Zeit-Sequenzen - und ja, die sind wirklich witzig und alles andere als lächerlich-peinlich, wie ich zuerst befürchtet hatte. Aber auch andere Szenen und Charaktere sorgen für den einen oder anderen Lacher, und die Musik ist perfekt auf den Film abgestimmt.
Okay, viel von den ursprünglichen Sagen ist da nicht mehr drin (oder schlichtweg falsch); aber da ich keine Ahnung habe, wie das in den Comics (= Filmvorlage) umgesetzt wurde, ist das nicht schlimm.

Als Extras gibt es einen Audiokommentar vom Regisseur Kenneth Braghan und vier entfallene Szenen (und wer sich wundert, warum die nicht abspielbar sind: erst die Szene auswählen und dann den Audiokommentar an/ausschalten). Ach ja, nach dem Nachspann gibt es noch eine weitere kurze Szene.

Fazit: Finger weg, wer eine tiefschürfende, anspruchsvolle Erzählung erwartet. Ansonsten ist Thor genial gemacht, hat starke Effekte und eine spannende Story. Popcornkino eben!

buch

Sandman Slim

Richard Kadrey

EUR 6,20 *
auf Merkliste

30

20.09.2011

„Back from Hell...”

Sandman Slim ist der erste Band einer derzeit dreiteiligen Buchreihe von Richard Kadrey.

Die letzten elf Jahre hat James Stark in der Hölle verbracht - als einzig lebender Mensch. Er hat in der Arena gekämpft, doch als er vom Tod seiner Freundin erfährt, bricht er aus und macht sich auf die Suche nach den Mördern. Gleichzeitig hat er noch eine Rechnung offen mit den Männern, die ihn in die Hölle verfrachtet haben…

Die Welt und die Charaktere, die Kadrey erschafft, sind durchweg faszinierend. Es gibt Magie, die aber nur von wenigen benutzt werden kann; neben den normalen Menschen leben Alchemisten, Engel und vampirähnliche Wesen (sog. Jades). Das L.A., das hier beschrieben wird, ist ähnlich wie die Charaktere: dreckig, verwahrlost und unfreundlich - vor allem der Protagonist! Stark ist alles andere als ein strahlender Held: er will sich um jeden Preis rächen, und dafür ist er bereit über Leichen zu gehen.
Anders und ein wenig gewöhnungsbedürftig: das Buch ist im Präsens geschrieben, nur bei den Rückblenden wechselt die Erzählung in die Vergangenheit (manchmal auch von einem Satz zum nächsten, aber da ist nicht klar ob es Absicht ist oder ein Fehler).

Der große Kritikpunkt: die Kontinuität, die innere Logik des Buches. Der Leser begleitet Ich-Erzähler Stark nahezu minutiös, erfährt genau, was er wann und warum tut; zumindest zu Beginn. Ab der Mitte des Buches kommt es immer wieder vor, dass Stark bereits Vorbereitungen oder Einkäufe getätigt hat, die zuvor nicht mit einem Wort erwähnt wurden. Das stört zwar nicht, aber es fällt extrem auf, weil man ihn vorher Schritt für Schritt begleitet hat.

Was mich auch sehr gestört hat: Stark ist auf der Suche nach seinen ehemaligen "Freunden". Doch kaum hat er eine Spur, werden sie getötet - aber nicht von Stark, sondern von jemand anderem! Wer das ist, erklärt sich später, aber warum ist mir nicht ganz klar geworden.
Dann gibt es auch einige Unstimmigkeiten: warum taucht Starks Spitzname "Sandman Slim" erst nach zwei Dritteln des Buches zum ersten Mal auf, und warum ist er völlig überrascht davon? Wie hat er von Alice' Tod erfahren? Da Stark elf Jahre in der Hölle gelebt hat, kennt er keine Handys und mit Internet kann er auch wenig anfangen - aber Harry Potter ist ihm bekannt?

Fazit: gute Unterhaltung, aber ein paar Unstimmigkeiten und Längen im zweiten Drittel sorgen für Punktabzug. Der "große Showdown" am Ende fällt sehr knapp und fast überhastet aus.
Den nächsten Band (Kill the Dead) werde ich trotzdem noch lesen. Ob es für den dritten Band (Aloha from Hell) auch reicht, wird sich dann zeigen.